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Der Staats=Anzeiger. (Rugby, N.D.) 1906-current, October 03, 1912, Image 2

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I Aus Rußland. I
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^nnen den Iahrkstxtrag
tlerfanbttoften($2.00unserenRubel)
ât boS Blatt ober 4 unter Zuschlag der
bei Korrespondenten einzah
len. welche berechtigt sind, Gelber fhr uns z» kasiiren.
Die gewählte Prämie wirb ihnen bann prompt zage
Isnbt. Beitcllunfftn auf oder Zahlungen für daö
Blatt können jederzeit gemacht werben, benn mir
«cdmen Bestellungen iederzeil entgegen, L'tutt also,
welche bat- Blatt in MuRlaitb bestellen wollen, mögen
sich getrost an unsere Korrespondenten bort wenden.
Wir erlassen diese Ankündigung, um btn Leuten bett
fcte 6ad)t wesentlich zu erleichtern.
i e e s S S u
Spezial-Korrespondenz.
In meiner ersten Aortsetznng über
Erziebnng der Minder vom 3. bis in's
7. Insu* mar davon die Rede, wie das
Kind spielt und ant liebsten spielt
und, da dieser Gegenstand noch nicht
gänzlich erschöpft ist, wollen mir das
Fehlende hier besprechen.
tWag ein .Sinabe auch mit Puppen,
ein Mädchen mit Pferden und Peit
schen spielen wollen, so lasse man sie
nur gewähren: es schadet ihnen
nichts nnd wird nicht lange dauern.
Tie zweckmäßigsten Spiele, sowohl
für Knaben wie auch für Mädchen,
bleiben immer die, mit denen sie ner
schiedeneo anstellen können. Daher
für Mädchen: solche Puppen, welche
sie ans- und anziehen, ,yt Bette brin
gen, und in verschiedener Art klei
den können, und solche Hausgeräche!
wie Bettchen und so weiter, welche
fie_ auseinandernehmen und wiederI
zusammensetzen können, ^iir Knaben:
Jagden, Soldaten, Dahnen, Säbel.
Flinten und Kanonen, Bauhölzer
und so weiter, die ebenfalls verschie
denartig aufgestellt, umgeworfen oder
niedergeschossen werden fönneu. Ein
Knabe, der schon nach zwei Stunden
seine bleierne oder messingne Taschen
uhr ruinirt, das heißt auseinander
genommen bat, um das innere der
selbe zu untersuchen, ist mir hundert»
mal lieber als einer der nichts ner
dirbt, aber auch nichts unteriucht.
Nun giebt es aber wirklich auch
Kinder, welche sich gar nicht zu be
fchäftigeu wissen und daher gar nicht
spielen können. Diese sind zu- he
dauern. Man habe aber (Geduld
mit ihnen, denn erzwingen läßt sich
die Feude und Verständnis? am Spiel
nicht und es fruchtet auch nichts, sol
che Kinder zum Spielen zu ermahnen.
Hingegen wird nicht selten dieschlum
mernde Lust zum Spielen in derarti
gen Kindern dadurch erweckt, daß mau
ipteüuitigc Kinder hinzuzieht. Sehen
sie auch ansang* nur zu, so fassen sie
doch nach und nach mit an und dann
lasse man sie mir ungestört mitmachen,
selbst weitn sie sich dabei noch so unge
schickt zeigen. Auslachen darf mau
ein solches Kind natürlich um keinen
Preis. Besonders auch lernen solche
Kinder spielen, weitn die Mutter sich
neben sie setzt und unvermerkt ein
Spiel beginnt, ohne das Kind aufzu
fordern mitzuspielen, damit es glau
be die Mutter spiele zum eigenen
Vergnügen. Auch möge man solchen
Kindern eine kleine Geschichte erzäh
Ich von einem Kinde, welches so artig
und immer allein spielte, und schließ
lich ist es auch rathsam, dem Kinde
Spielgenossen kommen zu lassen.
Wenn das.Stiiid wahrnimmt, daß die
Personen mit denen es in nahe Be
rührung kommt, sich für Spiele in
teressiren, ihre Theilnahme kund
thun, sei es durch freundliche Worte.
Lob, Rath, That, oder durch Unter
suchen der Spielsachen, so wird das
Kind selbst auch mehr Freude daran
haben und bald hesser spielen lernen.
Und ihr Geschwister, die ihr euch
vielleicht darüber ärgert, wenn euere
kleinen Geschwister viele und kost
bare und oft ganz unzweckmäßige
Spiele und (beschenke zum Gelmrts
tage oder zu Weihnachten von ihren
Patben oder Freunden bekommen,
macht das Uebel nicht dadurch noch
schlimmer, daß ihr darob scheltet.
Freut euch hingegen mit den Kleinen,
macht ihnen die Geschenke so viel wie
möglich lieb und werth, erklärt ihnen
deren Zweck und Beschaffenheit ge
itau, spielt mit ihnen, wenn es an
geht, und legt im Geheimen nach und
nach einige der Sachen zurück und
sorgt dann dafür, daß die Kleinen
auch ganz einfache Spielsachen bekom
men, die nichts oder doch nur wenig
kosten. Ter Werth des Spielzeuges
samt nicht nach dessen Kostenpreis be
rechnet werden.—Ties, denke ich,
dürfte hinreichen und genügend Auf
schluß zu geben, wie und womit das
Kind zweckmäßig zu spielen hat. Wir
wollen nun auf unserem Wege wei
ter gehen, und schauen wie lange ein
Kind spielen sollte.
Wenn nun ein Kind des Spielens
müde und überdrüssig ist, so fordere
man ja nicht, daß es weiterspiele.
Man achte im Gegentheil darauf und
lasse es gar nicht erst zur Ermüdung
kommen. Tas ftind soll nämlich
ebensowenig beständig spielen, als
später in der Schule beständig lernen.
Ja, es darf gerne müßig seilt, und
kann es auch sein ohne sich zu lang
weilen.
Tas Aufräumen der Spielsachen
ist eine viel wichtigere Sache als sie
gewöhnlich angesehen wird. Tiese
wird gar oft leicht selbst zum Spiel.
Ganz verkehrt ist es, wenn andere als
das Kind selbst die Spielsachen auf­
räumen. Wenn sich beim Ausräumen
das Kind so vergißt, daß es gar nicht
zum Ziele kommt, indem es bald so,
bald wieder anders ordnet, und da
rüber wieder iifs Spielen geräth, so
sehe man das in Geduld an und helfe
am Ende lieber selbst mit ausräumen,
wenn die Zeit sür andere Beschästi
nnng, etwa jitnt Essen, Trinken oder
Schlafen, eintritt. Aber: aufgeräumt
muß sein, ehe etwas anderes vorge
nommen wird.
Es ist unnatürlich und es liegt et
was Gezwungene* darin, wenn man
dem Kinde durch Spiel oder Spiel
zeug Geschmack beibringen will und
zum Beispiel meint, daß eS schönere
haben sollte, und daß eine alte Puppe
deswegen abgeschasst werden müsse,
weil sie häßlich geworden. Nein, diese
ist dem Kinde in vielen Beziehungen
gerade musolieber und sollte sie we
der Nase noch Ohren, ja selbst nicht
einmal einen Kops mehr haben. Die
ser Mangel gerade reizt des Kindes
Phantasie, und es denkt sich vielleicht
einen schöneren Kops dazu, als der
alleiichönjte Porzellankopf war. Auch
wird es, gerade diese Mangel wegen,
der Puppe um so leichter verschiedene
Charaktere unterschieben, und dieselbe
bald eine junge, bald eine alte, bald
eine gesunde, bald eine kranke, bald
eine vornehme, bald eine gewöhnliche
Tante, bald einen Knaben, bald ein
Mädchen sein lassen.
Jefct will ich, nur eine Spanne,
der Schule näher rücken, doch aber
immer bei der Erziehung des Kindes
bleiben, bis zu seinem siebenten Le
bcnsjahre.
Ganz unpädagogisch, ja eine Sün
de ist es, wenn man kleine, noch nicht
schulpflichtige Kinder, wie Fröbel es
empfiehlt, beim Spielen förmlich un
terrichten will, denn in diesen, Falle
hört alles Natürliche und Freie auf.
jedoch ist auch das kein empfehlens
werthes Spiel, bei dem nicht unmit
telbare Belehrung in Bezug ans
erstens Verstand, zweitens ans Sitte,
und drittens auf Willen stattfindet,
und wenn es lediglich als Zeitver
treib betrachtet wird. Tas Spiel
soll, wenn auch scheinbar noch so
zwecklos, doch die Triebfeder nach
Selb'tschassen in sich bergen. So wie
Baukasten, mit deren Bestandtheilen
immer nur ein bestimmtes, die so
genannten Bauhölzer, mit denen hun
derterlei Sachen zusammengesetzt wer
den können, ebenso sind die Gedulds
spiele, aus deren einzelnen Bestand
theilen man nur eine einzige Aufgabe
zusammensetzen samt, von weit weni
ger Werth, als diejenigen, ans deren
einzelnen Formen eine unendliche An
zahl verschiedenartiger Figuren zu
sammengesetzt werden können.—Ge»
duldsspiele aber sind für ältere, für
sieben- bis neunjährige Kinder.
Spielkameraden.—Es ist etwas so
Natürliches, Schönes, Freundschaft
liches und vielseitig Bildendes um die
Spiel kaineradschast, aber gerade des
wegen auch etwas so Wichtiges, daß
es aller Aufmerksamkeit werth ist.
Vieber zu wenig, als zu viele Spiel
kameraden Lieber garkehte, als un
artige, als ungleiche an Alter und
Gewohnheiten! Lieber garkeine, als
das Kind so zu verwöhnen, daß es
ohne solche gar nicht spielen und ver
gnügt sein kann. Soll die Kamerad
schart sein und werden wie sie ge
wünscht wird, so muß der Austausch
zwischen den einzelnen Gliedern der
selben so ziemlich gleich sein. Keiner
darf bedeutend über oder uitter dem
anderen stehen. Weil das Spielen
in diesem Alter ziemlich genau das ist
was später das Lerneil, so wird jede
recht aufmerksame Mutter bald die
Erfahrung machen, daß sie dabei oft
mehr Gelegenheit zur Erziehung und
zu Gewohnheiten des Kindes findet,
als in jeder anderen Lage. TaHer
auch ist es von größter Wichtigkeit,
daß sie von Ansang an mit bestimm
ten Grundsätzen auftrete, und nicht
alles dem Zufall überlasse. Einer
der ersten Grundsätze muß auch hier
der sein, daß alles beim rechten Na
men genannt und dem Kinde, zum
Beispiel, geradezu gesagt werde, daß
es Neid sei, wenn es traurig darüber
werde wenn ein anderes Kind mit
seinem Spielzeug einen Augenblick
vergnügt spiele, wenn es in demsel
ben Augenblick doch nicht dabei sein
könne. Ferner, daß es Geiz sei, wenn
es das nicht gerne abgebe, womit es
leibst doch nichts anzufangen wisse
und ebenso muß ihm gesagt werden,
daß es Ungehorsam sei, wenn es auf
den Nuf der Mutter nicht auf der
Stelle einen Augenblick vom Spiele
wegkommen könne, und so weiter.
Zutu Schluß dieses Artikels möchte
ich noch einige Spiele aufführen,
welche schon zu kleineren Beschästi
gungen gerechnet werden können. Zu
diesen gehören nachstehende:
1—Aus- und Abwinden von Bind
faden, Zwirn, Garn, Seide, Bänder,
und so weiter.
2—Zertrennen von Zeug.
3—Wollezupfen.
4—Sortiren der Gerste, Linsen.
Erbsen, Bohnen, und so weiter.
5—Sortiren und Aufreihen der
Perlen.
()—Sortiren langer, schmaler, ge
item gleichgeschnittener Popientreifeu,
ein- oder mehrfarbig, zu Flechtwer
ken.
7—Begießen der Gewächse und
Blumen im Garten, Mithülfe beim
Ansjäteil'deß Unkrauts.
8—Mädchen, welche mit Küchenge
räthen und Puppen spielen, lasse man
diese Gegenstände nicht nur ordnen,
ans- und ineinanderlegen, sondern
auch waschen, scheuern und abstäuben,
und man leite sie dabei an, im Hause
mitzuhelfen.
(Fortsetzung folgt)
Nachschrift:—Tie Worte des
Herrn Redakteurs und Geschäftsfüh
rers F. L. Brandt in Nummer 2 zum
7.Jahrgang sind gar prächtige, theure
zutreffende und wer sie begreift, der
findet auch, daß die gewissenhaste
und umsichtige redaktionelle und ge
schäftliche Leitung einer Zeitung von
der Bedeutung des Staats-Anzeiger
zu den schwierigsten Aufgaben der
Welt gehört. Wir wollen nur zurück
blicken nach Tevils Lake, wie und was
eS da war und wie und was es heute
in Bismarck ist. Nach solchem Rück
blick wird sicher jeder Leser, jeder Kor
respondent und jeder Mitarbeiter des
Blattes Herrn Brandt den innigsten
Tank bringen sür Wiederherstellung
der Ordnung im Blatte. Wie das
selbe anfing, in Tevils Lake zu sinken,
so mächtig und rasch hat es in Bis
marck frisches Leben erhalten und
athmet einen ganz anderen Geist, Ich
bin deshalb der Hoffnung, daß unser
lieber Herr Redakteur Brandt das
Blatt stets unter seiner persönlichen
Leitung behalten möge, zur Freude
der vielen Leser, Korrespondenten und
Mitarbeiter, und es ist deshalb mein
Wunsch, daß alle zum siebenten Jahr
gange frisch Hand anlegen, damit der
Staats-Anzeiger einSpiegel des deut
scheu Volkes ans dieser Erde werde,
eilt fester Hort dem Teutschthum und
allem Guten und Schönen. (Tie
Hoffnung des geehrten Herrn Mitar
beiterS geht in Erfüllung—ist bereits
in Erfüllung gegangen—und mir
hoffen nur, daß unsere Korresponden
ten und Leser uns bei diesem Werfe
kräftig zur Hand gehen, wie sie es un
ter unserer Leitung immer gethan,
und daß sie alle dieselben hohen und
edlen Ziele anstreben, die wir selbst
mis gesetzt haben. Tent geehrten
Herrn Korrespondenten herzlich Tank
für gespendetes Lob.—Red. Staats
Anzeiger.)
Tie Witterung ist dieser Tage,
namentlich für die Hackfrüchte, so
günstig, daß man sie nicht besser wün
schen könnte. Kraß na hat Aussicht
aus eine Welschkornernte, wie sie bes
ser nie war. Herzlich grüße ich niei
nen alten Kollegen Anton Jochim und
dessen Frau Gemahlin, sowie auch die
Redaktion und den ganzen Leserkreis
des Staats-Anzeiger.
Unwetter mit Regengüssen, furcht
bare Platzregen und Wolkenbrüche in
verschiedenen Gegenden haben zwar
viel Schaden lokaler Art angerichtet,
aber glücklicherweise die Ernte nicht
sehr behindert. Wenn alles gut
eingebracht wird, bedeutet das für
unsere Kolonien einen Gewinn von
Millionen, die Vorbedingung für
Blühen und Gedeihen der Geschäfte
in Stadt und Land.
Mit dem fleißigen Schnitter aber
wetteiferte auch in letzter Zeit der
Schnitter Tod, namentlich die Luft
schiffer betreffend—russische, deutsche
und französische Flieger. Wie viele
Opfer wird der Flugsport noch for
dem, ehe mit etwas Sicherheit und
Zuverlässigkeit aus das Flugzeug ge
rechnet werden kann? Ter Ehrgeiz
und Wagemuts), der Reiz, die Lust zu
beherrschen, wird immer auf's Neue
junge Leute anspornen, ihr Leben
auf's Spiel zu setzen. Solche Scenen
hat ganz besonders Sevastopol zu ver
zeichnen, wo eine ganze Fliegerflotte
niedergebrannt sein soll.—
Unlängst auch ereignete sich in
Eugenfeld ein Unglücksfall. Ter 12«
jährige Sohn des Ansiedlers B. nahm
eine scharfgeladene Flinte, welche in
einer Ecke des Stalles stand, in der
Meinung, sie sei ungeladen. Beim
Handhaben entlud sich das Gewehr
und der Schuß traf einen 15jährigen
Russenarbeiter in die linke Brust.
Ter Schwerverwundete befindet sich
in ärztlicher Behandlung. Sein Zu
stand ist schlimm, aber nicht hoff
nungslos. Wann endlich werden wir
einmal beherzigen, daß Vorsicht die
Mutter der Weisheit ist und danach
handeln? Sowohl beim Gebrauch
der Gewehre, als auch bei der Wahl
des Ortes zur Aufbewahrung dersel
ben?
Am 25. Juli wollte eilt Schneider
in Halbstadt seinem bischen Leben
Ter Staats-Anzeiger. Bismarck, R. D., den 3. Oktober.
Ergebenst
Rcnnnald Tirk.
Tpezial-Korrespondenz.
Kostheim, Tanrien,
den 14. Anglist.
Wie schnell sich doch im Sommer,
wenn einmal die Ernte begonnen, das
Aussehen der Fluren ändert! Tie
wogenden Aehrenselder, welche den
Sonnen glänz, von welligen Schatten
unterbrochen, zurückstrahlen, fielen
unter den Händen fleißiger Schnitter
Feierliche Stille liegt über den Fel
dern mit) nur selten sieht man einen
Meitichen.—Taun auf einmal wim
melt's wieder überall von weißen
Kopftüchern und bunten Hemdärmeln
und, einige Tage später, dunkeln uns
schon ringsum die braunen Felder
entgegen.—Auch „unsere" Kolonisten
folgen der weisen und erprobteuLehre,
gleich nach der Ernte die Stoppeln
umzubrechen.
ein Ende machen, indem er eine Pot
tion Benzin trank. Er wurde aber
gerettet. Ursache soll Liebesgram
gewesen sein. Und einige Tage vor
her ereignete sich dortselbst derselbe
Fall mit einem Fräulein, welches
gleichfalls Benzin trank, nur war
diesmal das liederliche Leben eines
Vaters die Triebfeder zum Selbst
morb, weil er allen Verdienst ver
trank.
In Prischib wollte der Fabrikbe
sitzer T. Vogel sich an einer Wagen
deichsel erhängen, wurde aber von
seinem Knechte gerettet.
Am 27. villi, während eines hefti
gen Gemitters, schlug der Blitz in
der Kolonie Hochstätt in einen Schup
pen des Ansiedlers M. Guggeuhei
mer, welcher Hof jetzt von Herrn I.
Tewald käuflich erworben wurde.
Schon nach einer Stunde war der
große, aus Holz gebaute Schuppen
ein Raub der Flammen geworden. Es
verbrannten gleichfalls die in deut
Schuppen fich befindlichen Einrich
tnugsgegeustände eines Landwirthes
der unt die Hälfte die Frühlingssaa
ten für das betreffende Anwesen be
stellt hatte. Leider war nichts ver
sichert, sodaß beide nicht unbedeuten
den Schaden erlitten.
Ein komischer, aber in seinen Fol
gen auch immerhin gefährlicher Vor
fall ereignete sich in T. Ein Bauer
fuhr vom Ernten nach Hause und er
blickte neben dem Wege einen
Schwärm Bienen. Er machte sich so
gleich daran, sie zu sangen, und es
gelaug ihm auch, sie alle gut in ei
neu Eimer einzubringen, welchen er
dann mit einem Halbpelzchen zudeckte.
Unterwegs aber kam dem Bauern
der Gedanke, die Bienen könnten er
sticken und er deckte den Eimer ans.
Aber, o Schrecken! S-s-s-s-s rausch
ten ihm die Bienen-in's Gesicht und
aus die Pferde, welche durchbrannten,
sodaß der Eimer mit den noch darin
gebliebenenBienen und auch das Pelz
cheit vom Wagen fielen und liegen
blieben. Ein anderer Bauer, in
Hemdsärmeln, kam denselben Weg,
sah den Pelz liegen, und freute sich
des Fundes, denn er kam ihm sehr
passend, da die Abendluft schon recht
kühl geworden war. Sosort zog er
ihn an, aber es dauerte gar nicht
lange, so fing er an zu jucken und zu
kratzen. Es half aber alles nichts
und schließlich wälzte sich der Bauer
an einem Fruchthaufen. Aber, es
wurde innner ärger, bis er den Pelz
auszog, Jetet sah er einige Bienen
heranssnmmen und die Sache wurde
ihm gleich klar, aber es war zu spät,
denn die Bienen richteten ihn schlimm
zu. Nur mit Mühe kam er heim
und mußte einige Tage das Bett Hil
ten. Er wird wohl sobald nicht wie
der einen fremden Kittel anziehen.
Gruß allerseits von
Joseph Seifer
Spezial-Korrespondenz.
Da bei uns bis jetzt während des
ganzen Monats August beständig reg
nerisches Wetter herrschte, und das
Trescheu nicht beendigt werden konn
te, haben unsere Banern großen
Schaden erlitten. Infolge fortwäh
render Regengüsse verstockte dieFrucht
in den Garbenhaufen, wuchs aus, und
so sieht man nun grüne Haufen auf
den abgemähten Getreidefeldern. Tie
Trefchmaschiuen stehen auf den Ten
nen und können nicht benutzt werden.
Hatten wir einen Tag Sonnenschein,
wurden die Fruchthaufen auseinan
dergerissen, damit die Sonnenstrahlen
das nasse Getreide austrockene, so be
kamen wir am darauffolgenden Tage
sicher wieder Regen. Was an einem
Tage austrocknete wurde am nächsten
wieder durch und durch naß. Ja, so
gar das otroh, welches lange schon
auf Haufen liegt, ist durchnäßt und
verfault und dazu kommt leider noch,
daß wir nur wenig von diesem für
das arme Vieh haben. Baschtan und
Kartoffeln verderben, die Melonen
stöcke dorren ab und die Melonen ver
faulen. Tas Welschkorn ist noch so
grün wie im Monat Juni, ober Kern
und Kolben sind gut. Das Getreide
hat dieses Jahr bei den meisten nicht
die Saat eingebracht, obwohl ich in
meiner vorigen Korrespondenz berich
tete, daß dafür Hoffnung da sei.
Heute, als den 20. August, feiern
wir hier und in ganz Rußland ein
hohes, freudiges Fest, nämlich das
Hundertjährige Kriegsjubilänni. Ge
rade 100 Jahre ist es her, seit Na
poleon der Erste viele Länder, so
wie Preußen, Oesterreich-Ungarn,
und so weiter unterjochte. Nur Ruß
land zu besiegen gelang ihm nicht,
denn hier schlug ihn Gott. Also er
ging von der Regierung aus der Er
laß, daß der 2(: August als der hun
dertjährige Gedenktag au jene schreck
lichen Zeitelt in Rußland festlich be
gangen und Napoleon's Niederlage
gefeiert werde. Somit wurde auch
unserer Gemeinde die Sache vorgelegt
und es wurden 50 Rubel angewiesen,
damit den Kindern eine Freude ge
macht werden könne. Für diesen Be
trag wurde Zuckerzeug und allerhand
Naschwerk gekauft und unter die Ju
gend vertheilt. Die Feierlichkeit wur
de im Schulhause abgehalten und es
wurden dabei viele herrliche Lieder
gesungen, von denen das erste:
„Bosche Zaria Grani" (Gott erhalte
den Kaiser). Diese Lieder wurden alle
sehr beifällig und unter Händeklat
schen aufgenommen. Auch wurde auf
russisch eine patriotische Rede gehal
ten, während die Kinder mit geschnitz
ten Holzflinten in der Hand wie Sol
baten in Reih und Glied standen, um
einen Marsch anzutreten. Leider
gleich Chinesen, mögen nach Ihrem Dafürhalten, alle gleich aussehen.
Es giebt wohl keinen fabrizirteu Artikel, der mehr Gelegenheiten für
Täuschung und Betrug untet liegt, als gerade Stahl-Ranges.
Wir mache» unsere Leser auf die neuen Prämien aufmerksam, welche
wir dieses Jahr für sie ausgesucht haben, und zu welchen nur alte
oder neue Leser berechtigt sind, welche ein volles Jahr vorauszahle».
Die neuen Wandkarten nmfaffen fünf Bogen find durch
aus neu und bis zum 1. September dieses Jahres verbessert. Der
Staats-Anzeiger kostet nur $1.50 auf's Jahr. Leser, welche diese
Wandkarten wünschen, bitten wir die diesbezügliche große Anzeige an
anderer Stelle des Blattes aufmerksam zu lesen, und sofort ihre Be
ftellnng zu machen. Wir haben vor der Hand Contrakt für Liefe
rung 2,000 dieser Karten abgeschlossen, da diese aber vielleicht nicht
ausreichen werden, ist es gut, zeitig den Betrag einzusenden, denn
wir sind nicht sicher, ob weitere Lieferungen gefüllt werden können.
Die Leser sind gebeten, $1.75 einzusenden, nämlich $1.50 für den
Staats-Anzeiger auf ein Jahr und 25 Cents für Verpackungs- und
Versandtkosten der Karten. Leser, welche im Rückstände sind, mögen
diesen berichtigen und $1.75 dazu zahlen, dann können auch diese die
schönen Wandkarten bekommen, die mindestens $7 bis $8 werth sind.
Wir berechnen die extra 25 Cents lediglich zur Deckung der Verpack
ungs- und Versandtkoften. Liser, welche die Karte» bei uns in der
Office abholen können oder wollen, brauchen nur $1.50 zu zahlen.
Die Karten kosten uns zuviel Geld und die Verpackungs- und Ver
sandtkosten (die Karten wiegen zwei Pfund) sind zu groß, als daß
wir sie tragen könnten. Die Prämie ist sonst absolut frei, und ist das
werthvollste Geschenk das irgend eine deutsche Wochenzeitung in die
sem Landestheile ihren Lesern macht. Wir bitten also, sich zu be
eilen. Man lese auch die große Anzeige an anderer Stelle, welche
eine volle Beschreibung giebt.
An Gratisprämien liefern wir dieses Jahr weiter auch Kalender
für das Jahr 1913, welche fertig sind. Diese Kalender schenken wir
allen Lesern des Blattes, neuen oder alten, welche ein Jahr voraus
zahlen. An diesen ist keine Nachzahlung, da die Berpacknngs- und
Versandtkoften an Kalendern nicht erheblich sind. Wir haben die
schönsten importirten Kalender ausgesucht und wer einen solchen ha
ben will, braucht nur das Blatt ein Jahr im Boraus zu zahlen. Der
Preis ist nur $1.50 und dafür senden wir den gewünschten Kalen
der postfrei den Lesern zu.
Wir bitten ferner unsere geehrte» Leser, ihre Rachbar«,
von
denen vielleicht manche den Staats-Anzeiger
noch
diese Prämien aufmerksam zu machen, und ihnen eine Rummer des
Blattes zur Durchsicht zu überlassen. Aus Wunsch sende» wir gerne
Probenummern des Staats-Anzeiger.
Wir bitten, namentlich bei Bestellung der Wandkarten sich be
eilen zu wollen und nicht die Sache zu lange aufzuschiebe».
Hschachtuugsvol!
Der Staats-Anzeiger
Bismarck, Nord-Dakota
aber konnte das Programm nicht aus
geführt werden, denn der Regen
machte einen Strich durch die Rech
nung. Auf dem Hofe war nichts zu
machen und im Schulsaale war nicht
genügend Raum für die Menschen
menge. Doch wurden Freudenschüsse
(Schluß auf Seite 6.)
tiihtrrt 4p C#
Deshalb sind Sie darauf angewiesen, zum großen Theile sich
ans de» Händler in solchen zu verlassen, dessen Geschäft es mit sich
bringt, daß er den Unterschied kennt,- und der nur zuverlässige
Stahl-Ranges dem Publikum zum Verkaufe anbietet. Es würde
sich für Sie nicht lohnen, eine Stahl-Range zu kaufen, welche nicht
bereits sich
einen trefflichen Ruf
erworben und welche sich jahrelang bewährt hat. Wir führen nur
die besten und dauerhaftesten Sorten in Stahl-Ranges. Sprecht
bei uns. Wir möchten Ihnen gerne die
zeigen und Ihnen beweisen, daß sie unfehlbar die besten sind. Es
werden keine besseren fabrizirt, ganz gleich, welchen Preis Sie zah
len müssen. Verkauft von der
Vis
mar», Nord-Dakota
Zur Beachtung
I Neue Prämien d. Staats-Anzeiger 1
F. L. Brandt, Geschäftsführer,
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StroBiia, Bessarabien,
den 12. August.
(2. R-ortsetmiig)
Kandel, Cherson,
den 26. August.
Majestic Stahl-Ranges
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