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Der Staats=Anzeiger. (Rugby, N.D.) 1906-current, May 08, 1913, Image 2

Image and text provided by State Historical Society of North Dakota

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Mftctioft an miltif ftorrclpouMntti k*it iwubt».
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W* 6«*« rof(fntlirt) zu krlrichl«ri.
I
e «tldiäftlfubresg.
Spezial-Korrefpoadenz.
Kandel, öotiti. Cherson.
iCy.?- bfit 28. März.
8fm¥ Staats Enteiser!
WetoiR hätte ich längst schon wieder
!)Ojähntic
»reibe» und namentlich über die
Jubiläumsfeier berichten
(dllcn. nu'lchv am 21. Februar, wie in
ganz Miinlaiid, so anet) bei im* in
Kandel, tirchortirt begangen wurde,
aber ich uwrti' bis beule, denn die
Leser »verde» Wohl wisse», das ich seil
titrtiatwiu'M Winter in tiefer Trauer
^tche mit meinewelche mir der
.Tod entriß und worüber ich auch be
Kreits i» Nummer lit des Staat? An
Zeiger berichtete. Der Verlnil meiner
treue» ^ebeitsgefährtiu vein sachte
mir recht viel Uii»iiner und Sorgen
sodass ich wenig .{eil noch Viift ^iiut
schreibe» verspürte. Vlber, ma* bist
c8 alle*, um» umfj dich wieder Muth
fassen und so »'ill ich diesmal so kurz
«Is thuulich über die Jubiläumsfeier
hier i» unserem Man bei berichten.
Arn Zage des 21. ^ebntar alio iah
malt schütt am trübsten Morgen e»t
lang der Mauern an den Straßen
Naggen und der Sânnuck gierte das
ganze Dors. Um halb if Uhr linds
ten die Blocke» i»d rieh'» die (tiläu
bicieit zum Gottesdienste und die
Dnrfiieiitlidw» eelebrinten ritt Amt.
Nachmittag* ober ivurde ein Umzug
rings um das Dors gehalten. Die
ersten waren die 2dm 1 finder, denen
s«l)s 2»,'ädchen zwei und zwei turaii
gingen, welche erstens das Bild Mat
ters Nikolaus, zweitens das Bild der
Kaiser!» Vllrvaiidra, und dritte«? das
Bild des
Thronfolger?
Vllcrei trugen,
welche alle reichlich mit Mranzen und
Blumen geschmückt worden waren.
Den Bilder» folgte» vier Schulfua-
bc» mit wirflichenWcirebmi, aus wel
chen bei jedem Abstoß eine Salve ab
gegeben wurde, dann folgten Schul
fnabelt, ivelche hölzerne Wemehrt* tru
gen und da»» die ganze übrige Schii
Ierzal)(. welche ivähreiid des Marsäes
auch einige der ^eier angepaßte Vir
der sang. Nach jeder abgegebenen
Salve riefen dann »och alle Minder
aus Reibest lüften dreimal .vurral).
Das Mcnniiiaudo über alles führte
der zur Seite des Umzuges reitende
Unteroffizier. Eine Stunde später
erfolgte ein zweiter Umzug, diesmal
die Erwachsenen. Es war eine große
Menschenschaar. Voran ritten Schaa
rett von Neitern in militärischer
Tracht mit rothe», blatten und nviße»
Bändern geschmückt! dann folgten die
Fußgänger in hellen Hauten und den
Schluß bildeten gegen 28 Mann,
weiche das Schiene» besorgten. So
ging es rings tun das Dorf herum
und dabei stachle Schul? auf Schuß.
Fiir den Abend war ei» Festmahl ar
rangirt worden für welches jeder
Theilnehnier fit) Kopeken einzahlte.
Später wurde» viele Raketen abge
feuert und dazwischen dauerte das
Geschieße bis ." Uhr ant andere»
Morgen. Weid wurde von der Ge
meinde assignirt im (Manzen 0 Ntibel
und zwar 10 Rubel für die Semsfi
Schüler und 50 Rubel für die Mir
che»ich»le. Es war ein prachtvolles
Freudenfest für uns alle. beider
aber ging es dabei auch nicht ohne
Unfälle ab, denn einer schon sich das
Auge aus und ein anderer trug eine
Schus w»»de i» de» Tviifj davon—al
If* durch Unvorsichtigkeit. ^iiitf
Tage »ach dem iteftv ichoß sich ein
dritter in de» Unterleib und hauchte
einige Tage später im Hospital sei
IM1» Weift aus. ^tim Andenken an
djese großartige
x\tibilöiimsteier
assignirte noch am selben Tage der
versammelte Schod der vier Dörfer
Kandel, Selz. Baden und Strasburg
die Summe von 10,000 Rubel fiir
den Bau einer Schule, welche de»
Rainen Romanow erhalten soll. Wo
aber der Bau aufgeführt wird, ist zur
Zeit noch unbestimmt. Darüber wer
de ich später berichten.
Herrn Aloisius Sieger in Alberta
Manada diene znr Nachricht, daß fein
^Vruder Zranz Sieger ihm herzlich
»«rh»»d«
dankbar ist für die vielen Briese.
!ranz hatte ihm doch geschrieben, daß
sein Vater Johannes Sieger schon vor
einem Inte* gestorben ist, bekam aber
keine Antwort. Also bittet !ranz um
einen Brief mit deutlicher Angabe
der Adresse, damit er ihm weiteres
schreibe» fan
it.
Verstorben sind neuerdings: Jo
hannes Sahli nach mir kurzer Krank
licit, eilte 48 Jahre alte kranke ^rati
mit sechs Minder» hinterlassend. Wei
ter auch verstarb Anton Richter, eilte
ftra» mit zwei .Winder» hinterlassend,
und Tvrott .Votbariiia Brim'ter im Al
ter von beiläufig H8 fahren, welche
ihre» gleichsalls hochbetagten Mann
und Minder hinterläßt, die alle per
hei rathet lind. Das Zeitliche segnete
seiner auch Andreas Schäffer, 42
Jahre alt, der eine ,"\raii und zwei
Minder hinterläßt. Der Verstorbene
hatte sich vir Reife »ach Amerika die
ses Frühjahr sertig gemacht lind sein
Haus bereits versauf!, als er turner
hofft gezwungen wurde eine ganz an
dere Reise anzutreten.—Der Mensch
denkt und Gott lenkt?
Gruß an Herrn Redakteur Brandt
und an alle Freunde und Leser des
«taats-Anzeiger von
Meinem Freunde Nikolaus Leo
poldus zur Nachricht, daß ich kürzlich
in Baden und in Selz war und daß
dort alles gesund und munter ist.
Dein Schwager Michael Bartle aber
hat mir geklagt, daß er de» Staats
Anzeiger sehr unregelmäßig be
kommt. und daß es ihm von der Post
aus wohl weggenommen wird. (Hier
natürlich geht das Blatt pünktlich
nach Selz ab. Giebt es Äntii in Ruß
land keine Mittel, sich gegen solchen
Wandalismus zu schützen?—Red.
Staats Anzeiger.) Dagegen erhält
Herr Joseph Fix das liebe Blatt stets
regelmäßig. Sie lassen alle grüßen,
möchten aber wisse», wo die Mutter
ist »»d bei wem.
Meinem Kameraden Nikolaus
Schcer in Canada will ich berichte»,
daß ich mit Freuden sein Brief lein
erhielt und las. Da du. lieber S\ci
nierad, Leser des Blatte» bist, hoffe
ich in demselben oft tum dir zu hören.
Und nun etwas über des Lasters
ersten Ansang: den Müßiggang!—
Es ist ein besonderes Merkmal fiir
die Arbeit im Reiche Gottes, daß ge
rn dt* Diejenigen, welche große Reg
samkeit und Arbeitskraft itt weltlichen
Dinge» entfalten, im Reiche Gottes
müßig stehen. Die weltliche Ge
ichästigfeit hindert sie an geistlicher
Thätigkeit. Eben die Arbeit, welche
ihnen viele Sorge fiir den irdischen
Es ist Hoffnung
|ir
kB ÄtinlfteH 6ei dem tetyjmigt»
£e*iti'#
Alpenkvänter
Kein Fall ist so schlimm, keine Krankheit so hoffnungslos gewesen,
wo dieses alte, zeitbewährte Äräutcr-Heilmittel nicht Gutes gethan.
Rheumatismus» Lrberleibcn, Malaria, Brrda»un«sfchw»ch«, ver
sto»f«n» «nd eine Menge anderer «eschwerde« verschwind«« sehr
schnell bei feinem Gebrauch.
Er ist ehrlich aus reinen. Gesundheit bringenden Wurzeln und
Kräutern hergestellt. Wird nicht in Apotheken verkauft, sondern durch
^«pecial^Agentcn, angestellt von den Eigentümern,
Ttfmilt *mT
Der
Ludwig Stroh
Tpezial-Korrefpondenz.
Ponjatowka. Otoirn. Cherson.
den 31. März.
Die Aussaat ist bei mis geendigt
und der Ansang mit dem Seven des
Mais wurde gemacht, aber die Leute
haben dazu noch keine große Lust,
denn wir hatten einen itrtnnen März
monat. Der Beginn des Monats
brachte uns schönes Wetter, aber dann
wurde desselbe unsrettnd-'ich, rauh
und windig. Am 80. erhielten wir
einen stillen Landregen, der de» Le»
ten nicht gerade willkommen war,
denn sie haben noch Respekt vor den
vielen Regen de? Vorjahres. Es ist
in Rußland so schlecht, daß es sich fast
nicht beschreiben läßt.
Dies ist nun mein vierter Bericht
an den Ttaots-Anzeiger und. da ich
wahrnehme, daß sie willkommen sind,
werde ich weniger schreibfaul fein,
sondern beständig, Sommer und
Winter, von hier berichten wasinimer
wissenswerth sein mag. (Datiir herz
lich Dans!—Red. Staats-Anzeiger.)
Aber leid thut es mir, daß meine
vielen Freunde in Amerika und Ca
nada recht wenig von sich hören las
sen. Nun weiß ich nicht, sind sie nicht
Leser des Staats-Anzeiger, oder ein
fach nur schreibfaul, v» jedem Falle
muß ich die Leser des Blattes bitten,
ihre Nachbar», die vielleicht noch nicht
auf das Blatt eingeschrieben sind, auf
dasselbe aufmerksam zu machen. Na
mentlich meine Freunde wie Mathias
Wangler. Ferdinand Hilzendeger,
Leopold Fettig in Timbridge Nord
Dakota. und so weiter, muß ich bitten,
mehr zu schreiben wenn sie Leser sind
und weitn nicht, sollten sie sogleich das
Blatt sich komme» lassen. v» Eattaba
auch habe ich so viele Freunde, daß
ich sie schlechterdings nicht alle mit
Name» anführen kann. Liebe Freun
de, wachet auf!
Staat»
Lebensunterhalt auferlegt. läßt sie
nicht zur Sorge um das ewige Heil,
weder für sich, noch für andere, kom
men. Eben weil ihre Gedanken in
rastlosem Streben ganz von weltli
chen Interessen eingenommen sind,
richten sie nicht ihren Blick auf das
geistliche Interesse ihrer oder anderer
Seesen. Alles Laufen und Eilen.
Rechnen und Abschließen, Sinnen und
Sorgen macht es nicht anders! Mö
gen ihre Arbeiten noch so vielfach,
noch so rastlos sein, die eine Seite des
Lebens, die niedere, pflegen sie,
während die andere, die höhere, die
allein bleibende, vernachlässigt wird.
Der eine Mann sucht Schätze irdi
schen Besitzes, aber um den wahren
Schatz, den himmlischen, bemüht er
sich nicht er steht nach dieser Seite
hin müßig da? Der andere Mann er
hofft alles von den neuen Entdeckun
gen im Gebiete der Nâtur, aber um
die ewigen neuen Entdeckungen auf
dem (Gebiete der Gnade, kümmert er
sich nicht: er steht in dieser Hinsicht
müßig da! Wieder andere Lelite
mühen sich in rastlosem Eifer ab um
das äußere Leben innerhalb ihres
Berufvfreiies, aber um den verbor
genen Men scheu des Herzens, der in
nerhalb des himmlischen Benisskrei
ses liegt, bemühen sie sich nicht. Der
Weltmarkt ist voll der vielen Müßig
ganger! Da sieht man Müßiggänger
und Tagediebe in Lumpen und auch
viele in elegantem Mleide! Wie viele
Jünglinge und Männer, welche die
besten vohrc ihres Lebens in Leib
und Seele verderbendem Müßiggang
vergeuden! Wie viele Frauen, wel
che den Ernst ihres Bernfes. ihrer
Pflicht, kaum ahnen, geschweige auch
nur die Hälfte derselben erfüllen!
Wie viele Jungfrauen, die nur eine
Arbeit kennen: Vergnügen? Wie
manche in den Städten namentlich,
die, wenn sie am Morgen die Zeitung
gelesen und ihre Toilette vollendet
haben, dafür sich schon glauben be
lohnen zu müsse» durch eine Spazier
fahrt, oder durch ein Frühstück im
Restaurant, dann zum Mittag sich
rüsten und nach demselben ihre Zeit
im Theater, in Gesellschaften, oder
zu Hause beim Romanlesen zubrin
gen. 0, Christen? ich weiß wirklich
nicht, welches Geschrei stärker vom
großen Markte des Lebens zum Him
mel erklingt: das der Arbeitslosen,
welche -keine Arbeit finden, oder das
der Arbeitsfähigen, welche keine Ar
beit haben wollen! Der Herr gehet
über den Markt und sieht auch dich
an. Warum stehest du den ganzen
Tag deines dir von Gott gegebenen
Lebens müßig da? Wer nicht dem
Rufe des Herrn int Evangelium folg
te, nicht verließ de» Siindemarkt die
ser Welt, auf welchem der Teufel als
Verkäufer die sinnlichen Gelüste an
bietet, wer nicht als ein wirklicher Ar
beiter im Reiche Gottes steht und nicht
vom Geiste Gottes darin angeleitet
wird, steht müßig trotz des christlichen
Namens den er trägt und trotz from
mer Redensarten! Wer aber nicht
arbeitet, empfängt auch keinen Lohn!
Müßiggänger gehen bei der großen
Lohnzahlung am Tage des Gerichtes
Gottes leer aus! Ja, noch mehr: da
wird es ihnen in die Ohren tönen:
„Den faulen Knecht aber nehmet,
bindet und werfet in die äußerste Fin
sterniß hinaus: da wird sein Heulen
und Zähneklappern!"
Ein Tagwerk für den HeilaiM
Wie groß ist der Bertis! ,%
Es ist kein Zwingen,
Es ist ein Dringen
Der Liebe, die mich schilt
x\ch bin nicht mein
Mein alles ist ja Sein!
Ein Tagwerk für den Heiland»
Das ist der Mühe werth!
O. wirket immer zu!
Trotz Weltgetümmel
vft mail im Himmel,
Hat in der Unruh Ruh!
Herr, hilf Du mir
Noch fleißig wirken hier!
Ei» Tagwerk fiir den Heiland,
Das ist der Mühe werth!
Aazeiger, Bismarck, 9t. D, 8. Äei.
Ich grüße alle meine. Freunde.
Bekannten und Verwandten aitf dem
Erdenrunde, die Redaktion und auch
alle Leser des Staats-Anzeigër.
Ergebcnst
Michael Schmalz.
Aus ArgentiniM
(Südsmerika)
Daragueira, den 1-. März
Ä» dh
lange schon nichts mehr an
den Staats-Anzeiger geschrieben
habe, will ich jetzt Herrn Redakteur
etwas Arbeit machen. (Freut uns
aber, doch, wieder einmal ein Lebens
zeichen von Ihnen zu erhalten. Bitte,
schreiben Sie öfters!—Red. Staats
Anzeiger.)
Ich habe nämlich im Staats-An
zeiger gelesen, daß meine Schwäger
in liaitada nach mir suchen, weil sie,
wie sie sagen, nicht die richtige Adresse
haben. Ich aber habe ihnen die
Adresse richtig und gut geschrieben,
aber das Leiden scheint zu sein, daß
sie dieselbe trotzdem verkehrt schrei
bett. Nun weiß ich auch nicht, wer
Ü8: betreffende Korrespondenz an den
Staats-Anzeiger eingesandt hatte,
denn ich habe zwei Schwäger in Ca
nada, und zwar Johann Fenrich und
Jordan Trescher. Letzteren kenne ich
nickt persönlich. Von Herrn Anton
Melle erhielt ich einen Brief und habe
denselben auch gleich beantwortet,
denn ich bin noch feinem Menschen
einen Brief schuldig geblieben. Liebe
Schwäger, ich grüße euch nebst Fa
milien aus weiter Ferne, sowie über
haupt alle
Deutschen,
Rumätttcr und
Rnßländer. Du, Schwager, fragft
mich, warum ich nicht nach Canada
komme. Ja, liebe Leute, das Gehen
wäre keine Kunst, wohl aber das
Können! Ich bin nun drei Jahre in
Argentinien und habe auch drei Miß
ernten zu verzeichnen. Wen» es so
weiter geht, datin werde ich nie euch
in Canada wiedersehe»!
Die Witterung ist nicht vom besten,
denn es mangelt immer an Regen.
Die Bauern ackern jetzt in der ausge
trockneten Erde. März, April, Mai.
Juni, Juli und auch August -das
sind die Ackermonate. Dezember
und Januar hingegen sind die Ernte
monote.
Es ist traurig mit anzusehen, wie
es hier zugeht. Kürzlich wurde dem
Peter Mai sein ganzes Bcsitzthiim,
nämlich 110 Pferde mit 25 Fohlen,
fiOO Sack Weizen und alles Ackerge
räts) weggenommen. Der gute Mann
mar abwesend tun Pachtland sich zu
suchen, und als er zu Hause wieder
anlangte, fand er sich ausgepfändet,
oder vielmehr ausgeraubt. Der
Mann schuldete bis gegen Peso.
Der Geschäftsmann fürchtete wohl,
daß er nicht zahlen wolle und über
fiel deshalb in der Abivefenheit des
Besitzers den Hos und nahm alles
mit sich. Das genommene Eigenthum
ist nach geringster Schätzung 15000
Peso werth. Also (000 gegen 1500.
Das Urtheil ist gefällt. Das nennt
man (Gerechtigkeit in diesem Lande.
Hunderte solcher Fälle könnte man
aufzählen, und mit unseren Deutsch
russen Hierselbst steht es schon sehr
traurig.
Erst jetzt, da die meisten Leute fast
alles verloren, haben, jetzt wollen die
Bauern sich vereinigen und eine
Union bilden, das heißt einen
Bauernverband. Wenn ein solcher
zustande sammt, wird es sicher fiir
unsere Deutschen hier viel besser wer
den. Schott viel Habe ich auf der
Welt mitgemacht, aber Ungcrechtig
feite» wie sie hier in Argentinien ver
übt werden. Habe ich vorher nirgends
gesehen. Doch, ich muß wohl einhal
ten darüber zu schreiben, sonst kommt
man mir vielleicht auch noch mit den
Gesetzen aus das Fell.
Auch meinem alten früheren ar
gentinischen Nachbarn. Herrn Joseph
Merf. möchte ich durch den Staats
Anzeiger einen freundlichen Gruß
übersenden, denn ich habe durch das
Blatt erfahren, daß auch er Leser des
selben ist. Die Ernte, alter, lieber
Nachbar, ist das Jahr schlecht ausge
fallen. Die Bauern ernten nur zwei
bis vier Fattenga per Heftar und viel
Getreide sonnte gar nicht geschnitten
werden. Der Nachbar faiin Gott
danken, daß er aus dem Lande ist.
Seinen vorigen Brief habe jch beant
wortet. aber nichts weiter von ihm
gehört:
(Die gewünschte Aenderung in d$r
Adresse, lieber Freund, wurde ge
macht.—Red. Staats-Anzeiger.)
Somit herzlichen Gruß allen
Freunden und allen Lesern des
Staats-Anzeiger, sowie auch der Re
daktion.
l»l
Zum Schluß will ich. noch bemer
ken. daß Herr Joseph Fix bei Herrn
Nikolaus Leopoldus anfragen läßt,
ob er die fünf Rubel von Jakob Hu
ber erhalten hat.
Achtungsvoll
Franz Dâ
vermischte Rachrichte«'
bet Ruodlchau turms 6t«elMtayi"
«tr lefemmteatfltnU
Landau, Gouv. Cherson. In Oer
Hältiiißniäßig kurzer 3eit gab es in
Landau vier Feuersbriinste: bei Jo
seph Ollhäuser, Joseph Zimmermann,
Reiß und Bruno Wanner. Bei allen
war es das letzte F.itterstroH (bei
Wanner Heu), das den Flammen
zum Opfer fiel. Der Verlust ist um
so schmerzlicher, da nirgends Fntter
zu kaufen ist. Die Weide ist auch noch
schlecht. Den Brand stifteten Kinder.
Biziljewka. Od. Kr., den 22. März
1013. Die Bestellung der Som
mersaaten hat am 2. März begonnen
und gestern, den 21., sind die meisten
Bauern schon fertig geworden. Das
Eggen und Pflügen ging gut. Das
Wetter war immer recht schon und
warm, gerade, wie es die Bauern ha
bett wollten. Am 17,18. 19 und 20.
war des Nachts ziemlich Frost, so daß
sich der Damm mit einer fast halb
werschok dicken Eiskruft überzog. Die
Wintersaaten sind bis jetzt befriedi
gettd.
Felix Weisgerber.
Schardt, Chers. Kreis. Am
21 .März wurden .$. Rochus Schardl
drei Pferde und zwei Schweine ge
stohlen. Itt derselben Nacht ver
schwand bei Jos». Schardt auch eine
Kuh. Alles Suchen blieb bis jetzt
erfolglos. Mit der Bestellung der
Saaten sind schon die meisten fertig.
Die Wintersaaten stehen sehr gut.
Einige vorübergehenden Fröste ha
ben den Fruchtbciumen etwas gc
schadet. —Job. Stolz.
Chutor Tkf«, Gouv. Ufa, (Gräfe
sicher Mord.) In der Nacht vom 22.
auf bat 83. Marz wurde hier Me
ganze Familie Tess ermordet. Sie
wohnte zwanzig Werst von der Sta
tion Dawlekanowo auf ihrem Lande.
Nachmittags am 23. März kam ihr
benachbarter Schwager Kröger auf
Besuch. Als er die Hausthüre öff
nen wollte, merkte er, daß sie ver
ringelt war. Er klopfte, bekam jedoch
keine Antwort. Darüber auf? höchste
erstaunt, trat er ans Fenster, um itt
S7
die Stube zu schatten. Als er ettoc:
näher zum Fettster gekommen tr
drang das Wimmern eines Heina
Kindes an seine Ohren. Er i
schneller, wollte seinen Kopf s*
und
Wenn Sie längst schon ein Piano für sich, selbst «der für bit
Kinder laufen wollten,
Jetzt bietet sich g«te Gelegenheit
ein solches zu ungewöhnlich niedrigern Preis zu kaufen.
Um Platz zu gewinnen für unser enormes Frühjahrlager, haben
wir alle gebrauchten Pianos im Hause um je $50.00 im Preise her
untergesetzt. Zum Beispiel:
Gebranchtes (Hilbert & E». Pia»»,
«iefrrigftar
Jetzt nur #83*00
«lies Piano wurde in unserer Reparatur-Werkstatt gänzlich
renovirt, und gänzlich neu besaitet und ist sicher ein Bargain zu
obigem niedrigen Preis. Andere Instrumente wurden im Verhält
niß im Preise herabgesetzt.
Leichte Theilzahlungen für diese Jnstrumeâ
Wenn Sie beabsichtigen, ein solches Instrument zu kaufen, bit
ten wir, uns ein paar Seilen zu schreiben, ehe das Beste ausgesucht ist.
Die Internationale«
Preisbewerb-Nekords
erzählen die Geschichte
sie zeigen klar, daß bit,
Vi
zum Fenster hineinstecken, da fiel
j.
plötzlich ein zerhackter, mit Blut iilv'
deckttr Körper in die Augen, v
(Schluß auf Seite 6.)
Stücke von 80 bis 320 Acker
bis zu
per Acker
Wegen näherer Einzelheiten schreibe man
Brandt-Nieder
Box 228, Bismarck, 9t. D. 'i
Kein Seim
braucht länger ohne Musik zu sein!
i
I
è
Preis früher $135,
die erste ist in der Welt
weit es ßch handelt'
BcbneOiflfeit
Akkarâ^
h»lt jede« «elt.Reeord
.Die Maschine, welche Sie scdließlich doch kaufen werben*
(Inkorporirt)

Dfc. PETER FAHRNEY 4L SONS CO.
19-23 Sa. Boyitc Awe^ CHICAGO.
Nord Dakota
Stone Piano Company
I F«rg-, «*$. Gegründet 1894 Grand Forks, N. D.
Underwood ^ehreibmasehine
Minnesota
Die Underwood
Underwood Typewriter Compantz
625 Kirft A»e««e North ft«»»», N. D.
IM"Zweiggeschäfte in allen größeren Städte« (40-6*1)
'tOHHOMMOOOOHMOOMOOMMOIOHimiMMHtHm

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