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Der Staats=Anzeiger. (Rugby, N.D.) 1906-current, May 08, 1913, Image 5

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Stadt und Land
Atonnirt auf den Staats-Anzeiger.
Tanzkränzchen in der Männerchor
Halle nächsten Dienstag, den 13. Mai.
Laßt euere Pferde bei einem deut
schen Hufschmied erster Klasse beschla
gen. Ecke 6. und Frontstrahe, Bis
marck, N. D.
(20ixi James Dorsheimer.
Fräulein Margaretha Nieder aus
Nnamoose, welche vergangenen Frei*
tag zum Besuch ihre* Bruders Jakob
wieder und liier als lieber (Hast in der
Familie desRedakteurs anlangte, trat
am Tienötagmorgen wieder die
Heimreise an.
Der Staats-Anzeiger liefert ans
Bestellung prompt alles was der Bü
chermarkt an deutschen Bücher» und
Zeitschriften aller Art zu bieten hat.
Von den bekanntesten Büchern und
Zeitschriften liegen Probenummern
in der Druckerei zur Durchsicht bereit.
E. R. Helbling aus St. Anthonn
besuchte uns am Dienstag, bestellte
sich natürlich auch den Staats-Anzei^
tier, da er seither nicht Veser mar, und
nahm sich als Prämie die schönen
Wandkarten mit, welche mir Lesern
schenken, die ein Jahr das Blatt vor
auszahlen. .Herr Helbling reiste
Dienstagmittag nach Haufe.
3« verkaufen—Haus 24 bei 18
Fuß, 12 Fuß hoch, mit Lotten 8, 9, 11
und 12 gute lüsterne am Haus, und
Schmiedemerkstatt 20 bei 18 Fuß,
nebst Anbau 12 bei 14 Fuß, sowie
auch zmei 200 Fuß Lotten, alles in
Zeeland gelegen. Verkaufe das ganze
für $3000.00. Weitere Auskunft bei
Simon Marquart,
(2S'ba) Seeland, N. D.
Herr Wilhelm Uhde an* unseren»
9iachborfinittd)vii Regan mar Sams
tag zur Erledigung verschiedener Ge
schäfte in Bismarck. Herr Uhde ist
als tüchtiger Landwirth in dieser Ge=
geiib weit und breit bekavht und ein
Deutscher von echtem Schrot und
.störn. Er besuchte auch den Staats
Anzeiger, deponirte $1.50 und nahm
sich ein Prämie mit. Auf Wieder
sehen.^ Herr llhde!
Dem aitssckeidenden Aufseher des
Staatszuchthauses. Herrn F. O.
vtellstroni, murde am ^üttwochabend
vergangener Woche im Speisesaal der
Anstalt seitens £er Beamten und An
gestellten ein großartiges Abschieds»
banquet gegeben, zum Zeichen in mie
hoher Achtung er bei seinen Angestell
ten stand und noch steht. Frank S.
talcott, der neue Ausseher, trat am
1. Mai seinen Posten an.
Herr Karl Temmler auS Stantow
Nord Dakota. Auditor von Mercer
Uountu, mar vorige Woche in Beglei
tung seiner zwei Töchter ein Besucher
des Staatshauptstadt, wo er verschie
dene geschäftliche Angelegenheiten zu
erledigen hatte. Herr Senunler mar
io freundlich am Mittwochabend auch
auf der Redaktion vorzusprechen und
es war uns sehr angenehm, ihn auch
persönlich kennen zu lernen.
Die (iitt) Isoumiisfioii mar Montag
abend in Sibling. Die Sache der Er
nennung eines Polizeichefs nebst
Polizisten wurde »nieder unberührt
gelassen. Die Polizei wurde aber
angewiesen, daraus ztt sehen, das die
laut Verorbiiiing festgesetzte Schnel
ligkeitsgrenze beim fahren inner
halb der Stadt nicht überschritten
»verde. In dieser Hinsicht haben fei
ller namentlich die Besißer von
Kraftwagen gesündigt. Polizeichef
McDonald ist entschlossen, jeden zu
öerhotten, der mit größerer Schnel
ligkeit als acht Meilen per Stunde
im Weichbilde der Stadt fährt. Im
merhin noch schnell genug!
In der Nähe von Heil in Morton
County starb am 25. April nach Ion
Die Herren Brown & Jones über
nahmen vor einigen lagen käuflich
den seither von Chas. Glitichka gc*
führten Groceryladen. Die beiden
Herren sind in Bismarck und Umge
gend'wohl und vortheilhait bekannt.
Herr Brown, ein Deutscher, war sah
relang als Perkäufer in dem Lasten
thätig, den er nun übernommen hat
und Herr Jones arbeitete lange
Jahre im Geschäfte dex French &
Welch Hardware (io. hierjelbst. Wir
mihi scheu den Herren viel Glück und
Erfolg in ihrem Geschürte, der wohl
auch »licht ausbleiben samt, da beide
tüchtige Leute sind. Herr Brown
würde sich freuen, mich der deutsch
sprechenden .Shmdfdiaft der Stadt und
Umgegend aufzuwarten. Wir ma
chen auf die Anzeige der neuen Firma
an anderer Stelle des Blattes beson
ders aufmerksam.
Henrn Baumgart, ein wohlbekann
ter nördlich von Bismarck mohneitbcr
Former, starb plötzlich am Dienstag,
den 29. April um 11.30 vormittags.
Obschon seit einigen Jahren schon lei
dend. mar ef doch immer ans den
Fiifteii gewesen und hatte seine Ar
beiten besorgt, sodas? sein Ableben
immerhin allgemein überraschte. Das
Begräbnis fand am Mittwoch, den
HO April, nachmittags 2 Uhr statt.
Herr Pastor W. (i. Menges leitete die
Trauerceremonien, und der Verstor
bene wurde auf dem Kirchhofe in
Baldwin zur lebten Ruhe gebettet.
Herr Baunigart murde am 25. Feb
ruar 1858 in Posen Deutschland ge
boren und maiiderte im Jahre 1882
nach den Ver. Staaten aus. Er nahm
zehn Meilen nördlich von Bismarck
eine Heimstätte auf und bewohnte die
selbe bis zu seinem Tode. Der Ver
storbene war ein erfolgreicher und
wohlhabender Farmer. Jm Jahre
1885 verheiratete er sich mit Frau
Mathilde Börner. Außer seiner tief
betrübten Lebensgefährtin betrauern
den Tod des Verstorbenen vier Töch
ter und drei Söhne. Die älteste Toch
ter, Emilie, ist verheiratet mit Prot,
(fori Schulz, der vor Jahren hier in
Bismarck tyohnte, jetzt aber sich in
Deutschland aufhält. Wir sprechen
den trauernden Hinterbliebenen unser
Beileid aus.
Eine Anzahl Mitglieder des Frau
envereins der Evangelischen Kirche in
Bismarck machten vergangenen Don
nerstag einen kleinen Ausflug nach
der etwa 12 Meilen nördlich von der
Stadt gelegenen Farm des Herrn
Gust. Höge, der ohne Zweifel eine der
besteiiigerichteten Farmen in dieser
Gegend besitzt und a»ich zu den her
vcriagendsten deutschen Farmern,
zählt. Frau Höge bewirthete ihre
Gäste aus der Stadl geradezu könig
lich und diese ließen der reichbesevten
Tasel alle Ehre zu Theil werden. Es
waren sidele, fröhliche Stunden, wel
che die Besucher im gastlichen Hause
der Familie Höge zubrachten. Stun
den, welche ihnen lange in Erinne
rung bleiben »verde». Die Gesell
schaft bestand aus Frau D. R. Mc
Donald und Kind, Frl. Elsie Mc
Donald. Frau (£.x A. Meißner, Frau
F. L. Brandt, Frau E. BIecfried,Frau
G. Böhmer. Frau F. Paul, Frau W.
(5. Menges, Herrn H. (5. Lettner und
Herrn W. (5. Menges.
Behaupten Frank E. Funk wurde zu
fällig erschossen
W a s u n 2. Mai. Die Ver
theidiger üjet. T. Anderson's, der be
kanntlich unter dem Verdacht verhas
tet »mirde, Frank E. Funk ermordet
zu haben, machen geltend, daß Funk
nicht ermordet wurde, sondern durch
einen Unglücksfall sein Leben ein
büßte. Soweit liegen auch keine wei
lien schweren Leiden Herr Heinrich, ^en Verdachtsgründe gegen Ander
Bauer. Vor zwei Iahren erlitt der
Verstorbene einen Schlaganfall, wel
cher sich voriges Jahr iviederholte
und die linke Seite gänzlich lähmte.
Während der letzten Wochen seines
Lebens hatte er unbeschreibliche
Schmerzen auszustehen und bat oft,
daß der Himmlische Vater ihn er
lösen möge, bis dieser ihn erhörte.
Der Verstorbene fcür am 18. No
vember 1845 zu Neuburg in Mtd
ntfelanb geboren. Jm Jahre 1866
verehelichte er sich mit 'tora Moos
nnd diese Ehe wurde ehn Kin
dern gesegnet, bitt den vi. ei ihm
im Tode vorangingen. Im ÄÄre
1874 kam er nach Amerika und-fiel
sich mit seiner Familie bei Aankton
in Süd-Dakota nieder,, fiedelte aber
im Jahre 1899 sammt Familie nach
Morton Count») in Nord-Dakota
über. Der Verstorbene hinterläßt
seine trauernde Gattin, fünf Söhne,
Zwei Töchter, fünf Schwiegertöchter,
zwei Schwiegerföhne und 95 Enkel.
Pastor W. £. Wenges auS Mtmarck
leitete beim Begräbniß die Ceremo
nien und predigte über den Text:
-Denn Christus ist mein Lebe» M»d
Sterben ist mein Gewinn." Hmiver
te Freunde und Bekannte gaben dem
Verstorbenen die letzte irdische Ehre.
Der Gott alles Trostes sei auch der
Trost der
son vor und es ist wirklich fein Grund
zu ermitteln, weshalb Anderson zum
Mörder an Funk hätte werden sollen.
Angestellte Untersuchungen haben er
geben, daß Anderson und Funk auf
freundschaftlichem Fuße standen. Der
Prozeh im Kreisgericht wird aber
vielleicht mehr Licht auf die Sache
werfen.
Fanner erleidet schwere» Verlust.
e ss n e n, 5. Mai Conrad
Wagner, einem wohlbekannten deut
schen Farmer in dieser Gegend, wur
den ans Anordnung des Staattthier
arzteS elf Pferde erschossen, welche an
der Rotzkrankheit litten. Da gerade,
um diese Jahreszeit die Pferde noth
wendig gebraucht werden ist das für
Herrn Wagner ein schwerer Verlust,
umsomehr als der Staat nur etmtk
ein Viertel des Werthes der Pferde
vergütet.
ZUM tz»Ne»stâ Mprife.
Töwner, 5. Mai. Peter
Maarud, ein alter Fischer imd Fallen
stellet, der sechs «eilen vo» hier in
einer Hütte am Mouse »wer wohnte,
ist seit dem 13. April ftmtbft oer
fchmmde*. iriY* befürchtet, baft
er beim Fischen ode? Fallenstellen
den j^#6 fiel imlf ettemf.
tu
fta«lfa)d|ir, WUmat4, Mai.-
Wurde töbtlich »erletzt.
o e n. 5. Mai. Ein Knabe
namens Jakob Siilzle, der Getreide
nach einem hiesigen Elevator führte,
fiel von dem Getreidebehälter auf
welchem er stand und geriet!) unter
die Hinteräber des Fuhrmerks. Er
wurde so schwer verletzt, daß matt
nicht glaubt daß et mit dein Leben da
vonkommen kann.
lln*er neuer (Hrschäftölritottft.
Center, 5. Mai. Die seitheri
gen Besitzer der Oliver Countt) Bank,
die Herren Lyon, Zimmermann und
Peterson aus Matidcm, verkauften
aus an die Herren A. Vi. Beisefer aus
Harvey, C. G. Kapelovitz ans Man
ning und Fred (f. Wiek ans Anamoo
je. Letzterer mird Slassirer der Bank,
während Henri) Mousott. seitheriger
Hülfsfaiiirer der Bank, auf seinem
Posten bleiben mird. Die Herren
Beisefer und kapelovitz sind Inhaber
einer Anzahl Banken in diesem
Staate.
9Zrqr Ffeifcherfirrn« in Mandan.
a n a n, 13. Mai. Das seit
her von Gussner Bros, hier selbst be
triebene Fleischergeschäft murde ge
stern käuflich von der Firma Wißmtl
ler & Co. übernommen. Die neue
Firma beabsichtigt eine bedeutende
Vergrößerung des seitherigen Ge
schäfts. erhält in allernächster Zeit
neue Einrichtung und Maschinerie
zum Betrieb einer schwunghaften
Wuntfabrik. Liebhaber citier guten
schmackhaften Wurst, die in allen
Sorten gehalten »verden, können hier
bet der neuen Firma bald ihren Be
darf decken.. Herr Wißmiller, mit
dem wir persönlich bekannt sind, ist
ein tüchtiger deutscher Metzger und
Wurstmacher. Viel Glück und Erfolg
der neuen Firma!
Reine Lebensbeschreibung.
Meine Lebensbeschreibung ist kurz,
denn ich bin ein noch vcrhtiltuißmäfeig
junger Mann. Da ich als Unterthan
des russischen Kaisers den nissisch-ja
panischen Krieg mitmachte, dürfte s
die Leser vielleicht doch iilteressiren.
wenn ich meine Erfahrungen als ruf
fischer Soldat in meine kurze Lebens
beichreibuiig eins leiste.
in'é
Schnapsverkiinfer moniert
Znchthan».
WashbIiI Ii, 28. Aprij. Joseph
Hambeck cht? (soalbarbor bekannte sich
vor Richter Nnessle schuldig tierouiefh
ende Getränke hatrfirt zu haben und
wurde unter den Bestimmungen des
iteuerlasfcnen Gesetzes zu sechsmo
natlicher Zuchthausstrafe verdonnert.
Also ich wurde in Stidrußlaiid im
Cheriouifchen Gouveniement im
Odesser Kreis als Sohn armer
Bauersleute geboren. Der Name tnei
ties Vaters ist Thomas, der meiner
Mutter ist Helena. Da mein Vater
nur drei Dessjatin Land besaß und
noch zwei ältere Brüder zu Hause
waren, mußte ich schon von meinem
achten Lebensjahre an bei reichen
Leuten dienen. Da ging es mir
wechselweise bald gut, bald schlecht.
Im Jahre 1903, in meinem 21.
Lebensjahre, wurde ich zum Militär
gezogen und in den Soldatenrock gc
steckt. Am 21. September des Iah
res 1904, es war Krieg mit Japan
ausgebrochen, hieß es ausrücken in
den Kamps. 45 Tage und Aächte wa
ren wir auf der Reife und am 5.
November 1904 langten wir in der
todt Mukden in der Mandschurei
an. Es herrschte eine grimmige Käl
te und man fürchtete, erfrieren
ohne zu essen. Erst am dritten Tage
erhielten wir Nahrung. Nim, dachte
ich, das ist ein guter Anfang. Wie
wird das Ende sein? Am dritten
Tage fiel der erste Mattn unfern
Motte. Die Kugel traf ihn mitten
durdh die Brust. Der Ansang al»e
mar gemacht. Hunger und Durst holn'
ich nicht mehr verspürt. Solche An
flemohiiheilen spielen im Mriege oder
ftampfe keine Rolle mehr und mau
glaubt gar nicht mie viel ein Meirich
aushalten und daß mau von der Auf
reguitg und den Strapazen auch sott
werden samt. Bier Sudkeu'iviermal
21 Stunden) blieben wir hier stehen
nnd »tnirden dann auf die recti te
Flanke abkommandirt. Das mar am
2(1. Dezember des Jahres Ick
war etwas neugierig und frug un
seren Unteroffizier ob es weit wäre
bis dahin und wurde mit der kurzen
Antmort: 500 Wlerit! abgefertigt.
Was hat ein gemeiner Soldat -audi
so dumme Fragen zu stellen!
In dreimal 21 Stunden umreit wn
an Crt und Stelle angelangt. Nun
wollte ich natürlich doch auch missen,
was es hier geben soll. Die Ant
wort lautete kurz nnd bündig, das ec
hter ant 12. Januar 1!M)5 zu einer
Schlacht kommen soll. Also war oi
leè was wir bis jetzt durchgemacht bot
ten mir jo ein kleines Lorspiel ge
wesen. Nun, dachte ich. das kann
nett werden!
Als der genannte Tag kam. Herrsch
te gerade ein io schrecklicher Sand
stürm, das man feine Sonne zu sehen
vermochte. Ilm 1 Uhr morgens rück
ten mir vor die Schlachtliuie, mußten
aber den Angriff aufschieben, denn die
Granaten und Schrapnels der Japa
ner fielen mirk lid) zu dicht. Ilm sechs
Uhr aber ging's los und mit Sturm
schritt vorwärts. Die Japaner hat
ten feine {eit zum Ankleiden, denn
in ihren Nachfleihern trieben wir sie
ans dem Dorfe. Sogleich aber hies
et auch »nieder sich zurückziehen, damit
es uns nicht etwa noch übler ergehe
als den Japanern. Der Verlust tin
serer Rotte, welche im Ganzen 250
Mann zählte, war 6 Todte und Äl',
Berwimbete.
Bei »ms hies es aber beständig:
immer weiter rückwärts! Gott sei
Dank, dachte ich. dann geht es doch
wenigstens näher der Hei math zu.
Schließlich kamen wir wieder zurück
in die Stadt Mukden. Hier ange
kommen, gelüstete es mich wieder, zu
missen, ob die Geschichte denn jetzt ein
Ende hat. Aber, o weh! Es wurde
mir die Auskunft, das hier die größte
Schlacht geschlagen werden solle.
Also, auch gut!
Am 25. Februar brachen wir auf
nnd martdurteu südwestlich von Muk
den, woselbst wir in einem Walde
Stellung nahmen. Es wurden bei
10 Stationen aufgezogen. Inzwischen
mar es 12 Uhr nachts geworden. Da
krachten schon viele Aeste von den
Bäumen und der Feind rückte immer
näher. Wir erhielten Befehl, uns zu
richten und mit Kugeln so viel wie
möglich zu versehen. Ich nahm mir
2110 Kugeln. Es war freilich etwas
fchiver, aber mein Leben mar mir doch
auch lieb und ich wollte es so theuer
mie möglich verkaufen. Um es u be
schützen ii|uß man also schon kämpfen
Um ziver Uhr morgens ging es zum
Sturm über, und da dachte ich an
twin Ende. Bei Tagesanbruch war
der Feind dicht an uns herangefom
men, um uns ans unserer guten Siel
hing im Walde vi vertreiben. Das
abev gaben mir nicht zu und so kam es
zum Handgemenge, zum Stich und
Schlag. Dieses greuliche .Gemetzel
dauerte von vier bis sechs Uhr mor
gens, und da sahen mir durch die
Bäume, daß sich die Japaner hohe
Schanzgraben aus den Todten aus
gehallt hatten. Als ich mich umsah,
erblickte ich noch einen meiner deut
schen Brüder. Das Wiedersehen mar
herzlich und zusammen vergossen wir
Freudenthräneu im grausigen Ge
wühle des Kampfes. Wie viele ich
nun erschossen und mit dem Bajonett
niedermachte, kann ich nicht sagen—
kein Soldat ist in der Hitze des Ge
fechtes dazu im Stande, denn jeder
denkt nur daran, sich seiner Haut zu
wehren nur soviel kann ich sagen,
daß mir von dem 200 nur 5 Kugeln
übrig geblieben waren. Von un
ierem Bataillon, 1200 Manu stark
blieben nach dieser verl)ängnißvollen
Nacht nur 250 Mann und ein Offi
zier übrig. Der Schnitter Tod hatte
reiche Ernte gehalten!
ZU
müssen. Gleich die erste Nacht muß
ten wir. unter Gottes freiem Himmel
zubringen. Am nächsten Morgen
hieß es angetreten und wir hatten ei
ne Strecke von 75 Werst zu Fuß zu
machen. Schritt für Schritt ging's
nun näher dem Kriegsschauplatz zu
und schon unterwegs hörten wir den
Donner der Kanonen. Da sah ich
manch traurigen Blick, manch thrä
nendes Auge, denn viele unter uns
waren auch Familienväter.
Ungefähr 15 Werst vom Feinde
entfernt schlugen wir unsere Zelte
auf. Am 17. Dezember kam die
Reihe an uns und wir wurden mt
Schlachtlinie abkommandirt.
Arn 26. Februar verließen wir un
sere Stellung im Walde und nahmen
unsere Zuflucht nach dem Eisenbahn
dämm zu. Dort angelangt, sah ich
Hunderte Wagen ohne Pferde stehen.
Ich frug nicht erst, was hier werben
soll, denn ich sah hier hieb es rasch
fort, denn die feindlichen Äugeln um*
schwirrten uns von allen Seiten. Zu
allem Unglück zerriß nun einer mei
ner Stiefel, sodaß es mir kaum mög
lich war. vorwärts zu kommen. Um
wenig Zeit zu verlieren, band ich ihn
etwas zusammen, denn eS hiet im
mer: rasch vonoärttl dam
von alle» 6e9e»
less auf
Am
Abend zuvor jftfcen wir unsere zehn
deutsche noch beisammen und gedach
jot kummervoll und untfx Thränen
«och einmal imffcee Lieben in ter
Heimach.
Da»,
freilich, ist .«r
menschlich, htm aber »WMm ftrtcf«.
Bald näherte» wir miß der
lluie und HSrteß
Baute* und ffeif*» dßr
Ku«ei» Dr«
SSS?4R|||
mm* "nwm
rs:
M' mim
6 VI

So diente ich weiter bis zum 15.
März IIM)«», dann kaut die heißersehn
te Stunde »vo wir zurückbefördert
wurden itt's europäische Rußland,
denn ich hatte nun meiner Dienstzeit
genügt. Am 11. Mai in Mossau atfc
gekommen, stellten sich meiner Ent?*
lassfig vom Militär aber Schwierig
feiten entgegen, denn ich sollte wei
ter dienen bis andere Soldaten zu
rückkommen. Da ich leidend war.
stellte ich mich dem Doktor vor, und
gourde rasch in die Heimath befördert
»Venn
auch nicht
v Sha».
9ZÜfeltd) lltlfc
verschönernd
0 schließt sie ein und ou*
je noch Wnnsch. Einz.iu
nnnqen für Schweine imb
Wit'll und DrnlUneh fiiiv
Gesindel. Vi de vvrfcvtuv
nuo schwer flaluaiusivtcui
Carbon Stcchldraht.
Drahteinzönnnngen find die besten
Drahtnmzäunnnfttii sind sehr öeliedt und werden viel gebraucht, l'. e
der Biel). Schweine noch Geflügel können sich an demselben wehe tlnm
Sie sind billig und halten eine Lebenszeit. Wir verkaufen,
spielsweise. 27 Zoll hohe Umzäunungen für Schweine zu iUt (Sem
per Rod (1 Vie Fuß). Beseht sie. Es ist spottbillig.
Watn Strafte Vièmarck, «. 5.
»vorbei» und bei dieser Gelegenheit
kaut ich auch wieder zu einem ganzen
Stiefel, den einer verloren hatte,
aber Zeit ihn anzuziehen bekam ich
nicht bis zum anderen Morgen.
Wohlverstanden, es war Wacht als ich
den ganzen Stiesel fand, aber zu al
lent Unglück paßt er nicht zu meinein
Paar, und ich mußte ihn wieder weg
werfen. Wirklich schade um den gu
ten Stiefel! Ich mußte mit dem al
ten zerrissenen weiter marjchireu. So
ging der Rückzug 17 Tage und Mächte
ununterbrochen weiter und dabei mar
uns der Feind immer auf den Ferien.
,$u essen gab es während dieses Mar
iches nichts nur was »ms unterwegs
eben in die Hände fiel, io wie rohe
Erbsen und Garoljan. Brot erhiel
ten wir zwar dreimal, aber essen
konnte man es nicht, denn es war zu
Stein gefroren.
Ungefähr 200 Werst von Harbin
loder Al Harbin) entfernt schlugen mir
»nieder unsere {eite auf und bald da
raus erfolgte auch der Friedens
schluß, oder wenigstens Waffenstill
stand. Später wurde ich mit and«k
reu noch Harbin abkommandirt. u»
ich wieder einige Besonnte traf und
»vo wir zu anderen Soldaten stießen.
5ch mar neugierig, was wir hier zu
thun bekommen würden, erhielt aber
bp Id Aufklärung, denn 25 Mann
von uns, ich unter dielen, wurden im
ter Begleitmig eines Unteroffiziers
in ein großes Hospital abgeführt, wo
mir alte Soldaten ablösen. Wache
und Hospitaldienst versehen mußten,
nnd so weiter. Na. das war nicht
schlimm, sondern sogar gut. denn hier
erhielten mir wieder einmal gute itlost
und auch die nöthigste Ruhe. In
diesem Hospital waren lauter geistes
gestörte Soldaten und Offiziere un
tergebracht, aber diese konnten uns
nicht mehr schrecken, denn mir hatten
in letzterer Zeit viel Schrecklicheres
durchgemacht. Die Insassen waren
meist hohe Offiziere, welche Perrath
am Baterlaitde begangen, Soldaten
»ersauft hatten, und so weiter, und
welche die Angst vor dem Galgen zum
Wahnsinn getrieben halte.
gen in mein Heintathsdors abfahren
zu können. Nun. was bleibt da wei
ter zu erzählen übrig! Bater und
Mutter und auch ich selbst weinten
Freudeuthränen beim Wiedersehen
nach langer Trennung. Es mar mei
nen alten Eltern ein großer Trost,
mich wieder zu Haben, denn ich war
ihre einzige Stütze, »veil die anderen
Geschwister längst schon nach Amerika
ausgewandert waren.
Im Jahre IJKXJ wanderten auch
ich und meine Eiter« nach Amerika
aus. Das Reiseziel mar direkt nach
Aberdeen in Süd Dakota, »vo ich hi
zum Spätjahr blieb und mir dann
Land in Perkins Eoiintt) ausnahm
Ant 15. November 1!M)9 zog ich auf
meine Heimstätte. Zwei Jahre war
ich daraus und erntete-keinen Halm
So zog ich wieder zurück nach Aber
deen, too wir noch wohnen.
Bon meiner Erfahrung als Soldat
bleibt mir die Thatsache, daß ich herz
trank bin und auch thciliiu'iic mein
Gehör verloren habe.
Rheumatiker!
gebraucht Iberrnbfin 9to. 2 ein erprob
te» Hub sicheres Mittel gegen be*,
schlimmsten Nhenmatiomn». Met
wirb absolut garenlirt, tosn* bit An
urbnunnen bef-lgt werden. Alle«
nähere besagt bir Anzeige «n «überer
Stelle birfee Blatte».
Main Strafst
direkt, so doch
in
unsere Kreisstadt Odessa, woselbst ich
mich beim Wojetisfi ^atschalnik Ittel
bete, welcher mir aber erklärte, daß
ich noch zehn Tage zu bleiben habe.
Dazu konnte ich mich nicht entschlie
ße» und wandte mich an meinen in
Odessa wohnhaften Onkel. Dieser
war .15 Jahre im Dienste des russi
schen Kaisers gewesen und ein Pot
bolforonif. Natürlich war die Freu
de über das Wiedersehe« groß und
als ich ihm sagte, man wolle «ich noch
zehn Tage länger halten, ging er mit
mir zu erstgenanntem Herrn und er
hielt Erlaubniß, innerhalb drei Ta­
Vi.
I WBBSg.
«»»heimischer
Alfalfa Ä^ame«
SO« per Ifuiil
Alsalsasame« bester Mitte, Alfalfa
samen, ber feil 1905 steht unb noch
»it flusflefruren ist, zu haben hei
Zohn Aegen
Bismarck, 11
D.
Henry Burmann's
Schuh-Hospital
tat Broadway, Bismarck, ff.'"f.
hat ein stets zunehmendes Geschäft,
da alle Arbeiten imd Reparaturen an
Fuß,zeug jeder Art stets rasch, gut,
fachmännisch und dauerhaft erledigt
werden. Besucht mich! H§ wird
deutsch gesprochen!
Ed. Hnenerloth
De«tcher
Anstreicher Tapezierer
Empfiehlt sich hiermit dem geehrten
deutsche» Publikum für alle in sein
Fach. schlagende Arbeiten, welche zu
tnäfteen weifen aulgeführt und ga
rantirt werden.
4SS «I# »teatze, »»»««eck, M. D.'
«litschka'« Nachfolger)
Gßwaare« «Ber
tp-fr r,-'
5
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»st
1

Nikolaus Thomas Gxssre.
Aberdeen, Brown County., S. D.
WIRE FIELD FENCE«I
Bismarck Hardware C?o.
Nikolaus Thomat Qkffte.
Brown & Jones

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