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Der Staats=Anzeiger. (Rugby, N.D.) 1906-current, October 09, 1913, Image 1

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8. S«tz»G«»O
Wochen-Rnndscha«
*«#!««».
Deutschland.
S i n 29. Sept. i e i e s e n
orgel in der Breslauer Iahrhundert
Halle ist gestern mit einem Bach Pro
gramm und Negers Festkomposition
eingeweiht worden. Der Leipziger
Olganist Straube spielte. Die Er
Wartungen, welche an dieses, 15,000
Pfeifen enthaltende Meisterwerk der
Crgelbauftmft gestellt worden waren,
haben sich im vollsten Maße erfüll:.
e i n 2 9 S e E i n e w a i
ges Feuer hat in Brandenburg a. H.
einen großen Theil der Kaserne des
Infanterie Regiments No. 35, des
.^ülilier-Regiinents Prinz Heinrich
.lion Preußen, eingeäschert. Tie ganze
..Mrit\jé«mi*riistung de? ersten Batail
lons ist verbrannt. Ter Schaden be
iträgt eine halbe Million Mark und
ist. rvei bei allem fiskalischen Eigen
4bum, nicht durch Versicherung gedeckt.
Soweit bis jetzt konstatirt werden
konnte, ist der Verlust von Menschen
leben nicht zu beklagen.
er Ii n, 30. Sept. An der Ber
liner Börse wurden heute lebhaft (Ge
rüchte erörtert, die eine baldige Bei
legung des Skreites zwischen den bei
den großen deutschen Reedereien, der
..Hamburg Amerika Linie" und
dem „Norddeutschen Lloyd", wahr
scheinlich erscheinen lassen und die Be
forgniß vor einem mit Ablauf dieses
Jahres erwarteten bitteren Kampf
um den Ozeanverkehr wesentlich in
den Hintergrund drängen. Die Ge
nichte besagen, daß eine Verständi
gung zwischen dem „Lloyd" mid der
..Hapag" bevorstehe. Der General
Direktor der „Hamburg Amerika
Linie", Herr Albert Ballin, hat an
geblich der Direktion des „Lloyd"
neue Vorschläge unterbreitet, die
große Aussicht haben sollen, die Zu
iiiinmung der Gesellschaft zu finden,
nachdem der „Lloyd" sich bisher auss
entschiedenste gegen ein Eingehen auf
die Wünsche bezüglich Erhöhung der
Verkehrsquote der „Hapag" gesträubt
hat.
e i n 3 0 .- S e A u s e i n e
Familiengut Marienhof bei Krakow,
Mecklenburg. beging der frühere
preußische Kriegsminister, Gen. d.
Ins. Walter Bronsart von Schellen
Sorff, umgeben von seinen Kindern
und Enkelkindern, das Fest der gol
denen Hochzeit. Seitens des Kaisers,
dessen Generaladjutant der ehemalige
Kriegsminister gegenwärtig ist. sowie
seitens der Preußischen wie meckleiv
burgischen militärischen und Regie
"mngskreise sind dein Jubilar Glück
wünsche zugegangen.
A u s u 3 0 S e e
durch seine Heilerfolge berühmte Hof
rath Friedrich v. Hessing. Besitzer der
orthopädischen Heilanstalt in Göggin
gen und Generalpächter der Kissinger
CiteOen, der unlängst seinen 75. Ge
burtstag gefeiert hat und ans die
sem Anlaß geadelt wurde, will seine
Heilanstalt, ein Millionenobjekt, dem
bayerischen Staat vermachen als
Stiftung für Krüppelhafte, die auf
orthopädischem Wege zu arbeitsfähig
gen Menschen gemacht werden können.
e i n 3 0 S e e e
die mit großer Vorsicht aufgenom
men und weitergegeben werden, sind
von München über die Erkrankung
der Gemahlin des Exkönigs Manuel
von Portugal, Prinzessin Auguste
Viktoria von Hohenzollern Sigma
.ringen hierhergelangt. Nach diesen
Gerüchten soll es sich bei der seit
etwa vier Wochen vermählten Prin
zessin nicht um eine Folge von In
fluenza, auch nicht um einen organi
schen Fehler, sondern um ein Unter
leibleiden handeln, über dessen Na
tur nichts Näheres gesagt wird. Doch
4 verlautet, die Prinzessin, die sich ge
genwärtig in einer Münchener Kli
'nif in Behandlung befindet, habe
ihrer Umgebung erklärt, sie werde
nicht mehr zu ihrem Gemahl zurück
kehren. Die Angelegenheit soll in
den bayrischen Hoffreisen den denk
bar peinlichsten Eindruck hervorgeru
fen haben.
n e n 1 O k a i i e n
angchörige des Dr. Rudolf Diesel,
her gerstern während der Ueberfahrt
über den Englischen Kanal über
Bord gefallen sein soll, stellen in Ab
rede, daß er verunglückt sei sie wol
len wissen, daß er sich in London
r* aufhält. Trotz dieser zuversichtlich
abgegebenen Erklärung blieb, wie
4 aus London gemeldet wird, der Vor
^sitzende der „Diesel Engine Co." auf
der Jahresversammlung der Aktiv
näre dabei, daß Dr. Diesel durch ei
nen Sturz über Bord verunglückt sei.
Ii.../
$
Kassel, 2. Okt. Das prächtige
Herbstwetter, welches die Tausend-
i
Ii yr*
?,™-.re -,. fgWfP'
jahrfeier des alten „Chassala" von
Anfang an begünstigte, bat bis zu
dem Schluß des Festes angehalten.
Verrauscht, verklungen ist nun der
Festjnbel, aber die Ereignisse dieser
Festtage, sie werden fortleben in der
Erinnerung der Tausende nnd Aber
taufende, die Gelegenheit hatten, an
ihnen tbeilzitttebmen. Ein eigenar
tiges farbenprächtiges Bild bot das
Heimathsfesl, das sich in der Karls
ane abspielte. Als alte „hessische
Kirmes" war es gedacht, und in die
fem Sinne kam es auch zur Durch
führung.
e i n 2. Okt. Infolge der
gesteigerten Nachfrage ist der Preis
für ein Gramm Radium um $10,
000 in die Höbe gegangen, so daß
sich der Preis dafür jetzt auf $115,
000 stellt. Ein Pfund dieses kost
baren Elementes würde demnach.
vorausgesetzt, daß man ein solches! scharfen kturve auf dem recbtenRhein
lifer entgleiste ein Schnellzug und
mehrere Waggons stürzten um. ^wei
Quantum auf einmal beisammen
hätte, das hübsche Sümmchen von
$52,000,000 kosten.
e i n 2 O k i e i e s i e n
Blätter erörtern mit lebhaftem Be
dauern die Thatsache, daß schon wie
e i n 2 O k A s o e e i
nes Erlasses des preußischen Kultus
ministers Tr. v. Trott zu Solz wer
den vorderband feine Russen mehr an
der Universität Berlin immatrikiilirt
werden können. Im verflossenen
Sommer semester wurden hier allein
(15 Russen und Russinnen inicribirt.
Tovoit ergriffen 511 das Studium
der Medizin. Tie Höchstnuiiinier zu
lässiger Ausländer, welche in dem Er
laß des Kultusministers festgesetzt
wurde, ist an der hiesigen Universität
bedeutend überstiegen. Doch betrifft
die angekündigte Maßregel die schon
Immatrikulirten nicht.
e i n 2 O k I n e n s
burg. Schleswig, wurde heute die
große Eiienbahnbrücke über den Kai
ser Wilhelmkanal dem Verkehr
übergeben. Ter fchleswigsche Ort,
der sowohl an der Eider wie am Ka
ttal gelegen ist. verfügt bereits über
drei Trehbrücken, die über den Ka
tial führen
Brücke aber ist so hoch, daß die hoch
sten Schiffe unter ihr durchfahren
körnten, ohne Masten umlegen zu
müssen, und daß das den Verkehr
bedeutend erschwerende Drehen der
Brücke überflüssig ist. Die Brücke
ist mit 45 Meter Höhe über dem
Wasserspiegel die höchste 'Brücke der
Welt (sie übertrifft die Brooklyn
brücke um mehr als vier Meter) und
ist ein Meisterwerk deutscher Inge
nieurskunst.
e i n, 3. Okt. Von Karlsruhe
kommt die Kunde, daß der Großher
zog Friedrich der Zweite bedenklich
ertrankt ist. Nach den veröffentlichten
offiziösen Berichten soll keine Gefahr
für das Leben des Herrschers vorhan
den sein, und es wird versichert, daß
seine rasche Wiederherstellung zu er
warten sei. Tie Erkrankung des 57
jährigen Monarchen hat jedoch sein
Volk in große Aufregung und Besorg
niß versetzt.
e i n 3. Okt. Die langwie
rigen Verhandlungen über die Bag
dad-Bahit sind nun ihrem Ende nahe
Wie heute von offiziöser Seite mitge
theilt wird, dürfen die Schwierigkei
ten, die in Betreff der Bahn durch die
Verquickung geschäftlicher und politi
scher Interessen entstanden waren, als
überwunden betrachtet werden. Die
Vertreter der interessirten französi
schen Finanzgruppe, die nach Berlin
gekommen waren, um mit den hiesi
gen Finanziers zu konseriren, sind
heute wieder abgereist. Die Schwie
rigkeiten zerfielen in fünf Haupt
punkte. Es mußten die Besitzver
Hältnisse der Türkei und Englands
am Persischen Meerbusen neu gere
gelt werden, um den Ausbau der
Bagdad-Bahn von Bassora nach Kueit
möglich zu machen. Sodcmn war eine
Aenderung des Abkommens zwischen
Teutschland und der Türkei nöthig,
und es mußte eine Einigung zwischen
Deutschland und England, sowie zwi
sehen Deutschland und Frankreich er
folgen. Zuletzt waren noch die In
teressen der deutschen und der freut«
zwischen Finanzgruppen in Einklang
miteinander zu bringen, und das ist
nun auch gelungen.
vi/'-
Vi»««râ N»e» »«rata, D«n»,r»«ft. »e« ». crUNr 1913.
e i z i g, 3. Okt. Gestern ist da
Geläut für die russische Gedächtnis
kirche, die zum Andenken an die
1813 gefallenen Russen unweit des
Pölkerschlacktdenkmals erbaut wird
und ihrer Vollendung entgegengeht,
aus Rußland eingetroffen. Es finS
acht Glocken aus Bronze, von denen
die größte ein Gewicht von 33 ^ient
nein und einen Durchmesser von
143 Zentimetern hat, Tic Glocken
sind in einer Moskauer Gießerei an
gefertigt und kranzartig reich mit er
habenen Verzierungen und Ausschrif
ten in russischer Sprache geschmückt.
Das Gußniaterial stammt von fran
zösischen Geschützen, die von den Ruf
sen im Befreiungskriege erobert wur
den.
e i n 3 O k I n e N e
von Bon» ereignete sich gestern ein
schwerer Eisenbahnunsall. An einer
Passagiere wurden auf der.Stelle ge
tödtet und sechs erlitten so schwere
Verletzungen, daß sie wahrscheinlich
nicht mit dein Leben davonkommen
»er Ein tentM« Willtärfli*«. Smansifl muri)n, lti*lcr
,w sTWti-.m,™ hi! I verletzt. Ter verhaftete Lokomotiv
führer macht geltend, daß er plötzlich
der entschiedenen Verfügungen, die
derartiges verhindern sollen, auf
französischem Boden gelandet ist.
Ter Flieger Offizier Leutnant
Steffan, der, allerdings durch die
Macht der Verhältnisse gezwungen,
in der Nähe von Boulogne-sur-Mer
landete, ist von den französischen Be
hörden in Obhut genommen worden,
da er keine Papiere mit sich führte,
die hinreichenden Ausweis über feine
Identität geben konnten, wurde aber
bald wieder freigelassen.
von einem Obninachtsanfall betrof
sen wurde nnd daher die Fahrge
schivindigkeit an der Kurve nicht re
duziren konnte.
e i n 3 O K o n i k
zwischen der Hamburg Amerika
Linie und dem Norddeutschen Lloyd
hat zur Sprengung der als Tampfer
Pool bekannten Nordatlantischen
Konferenz geführt. Tie Hainburg
AmerikaAiiiiie, die bekanntlich einen
größeren Antheil an dem Auswan
derer Geschäft verlangt, kündigte das
am 31. Tezember ablaufende Abkom
men. obgleich an der Börse mit Be
stimmthcit behauptet wurde, daß eine
Verständigung angebahnt sei. Wie
verlautet, wird in den nächsten Tagen
in Paris eilte Berathung stattfinden,
bei der ein Versuch zur Schlichtung
der Herr scheu den Schwierigkeiten ge
macht werden toll, doch sind wenig
Aussichten dafür vorhanden, daß diese
Bemühungen mit Erfolg gekrönt sein
werden. Ein allgemeiner Ratenkrieg
gilt daher als unvermeidlich.
e i i 3 O k i e U n e a n
lungen betreffs der Besetzung des
braunschweigischen Thrones durch den
Ciimberländer Prinzen Ernst August
und seine Gattin, Prinzessin Vikto
risl Luise, die einzige Tochter des
deutschen Liaiserpaares. sind ganz
plötzlich zum Stillstand gekommen,
und fast scheint es, als ob Kaiser
cen. ü,i- uutT üt.. i ^iif eim in feiner sehnlichsten Hoff
Tte jetzt fertiggestellte
fcine eh
,3ige Achter als die
Gattin eines regierenden Monarchen
zu sehen, getäuscht werden wird. Man
macht dafür die preußischen «Staats
beamten verantwortlich, die es unter
lassen haben, vor der Verlobung des
Eumberländer Prinzen mit der Prin
zessin es klar zu machen, daß weder
Prinz Ernst August, noch sein Ba
tcr, der Herzog Cumberland, sich
willig erflärten, je ihre Rechte auf
den Thron von Hannover aufzugeben.
Prinz Ernst August soll damals dem
Prinzen August Wilhelm, seinem
jetzigen Schwager, ganz ausdrücklich
erklärt habe»: „Für mich und meine
Familie kommt zuerst die Ehre und
dann die Liebe." Prinzessin Vikto
ria Luise dürfte demnach in dieselbe
Lage kommen, wie die junge Gattin
des früheren Königs Manuel von
Portugal, nämlich die Lebensgefähr
tin eines Thronprätendenten *$it sein,
der niemals Aussicht fyai, auf den
Thron zu gelangen.
V«gl«nd.
o o n, 28. Sept. Eine Kon
kurrenz gegen den Panama Kanal
schlägt heute der „Standard" vor.
In einem Leitartikel, der von Bos
heit gegen die Ver. Staaten trieft,
regt das Blatt an, englisches Kapi
tal soll der Republik Columbia es
ermöglichen, einen Kanal von Ozean
zu Ozean mit Hülfe der Flüsse
Atrato und Cupica zu bauen. Colom
bia, so geht die „edelmüthige" Aus
einandersetzung weiter, werde gern
aus den Plan eingehen denn dieser
biete ihm die Gelegenheit, sich an Pa
nama für dessen Abfall zu rächen.
„Und was könnte w^hl Colombia
hindern, wenn es genügend auslän
disches Kapital zur Unterstützung
hat, diesen Kanal selbst zu bauen und
dadurch einen furchtbare« Nebenbuh
ler gegen das Unternehmen in's Le
ben zu rufen, das jetzt so rasch seiner
Vollendung entgegengeht?" Aber
die Monroe Doktrin? Diesen Ein
wurf, den sich das Blatt selbst macht,
fertigt es als grundlos und lächerlich
ab. Denn wenn man diè Monroe
Doktrin gegen den Plan i«K FÄd tu»
Ijpiio. Heide da», nicht» Wide-
.s- l.yyw^ff I•'
•wp-*«^1-y-w»I
auüMiHHMMWlMM» ^flllMOl'aWm'lill III
Bit Dalkan-Wrren
9*l§«rtfn mutz Gewönne«»»
Gebiet «»trete«
Wie« fürchtet ttrirg.
W i e Ii, 29. Sept. Die politischen
Verhältnisse im Nahen Osten wer
den hier äußerst pessimistisch ange
sehen. Tas Vorgehen der Albmieseii
iWtien die von den Grivdien unter
stützten Serben und das Verhältniß
der Türkei zu Griechenland, das sich
jeden Augenblick. der Explosion
nähert, werden hier mit lebhafter Be
iorgniß betrachtet. Man befürchtet
allen Ernstes einen dritten Balkan
krieg nttd macht sich allgemein darauf
gefasst, in Bälde tum amtlicher Seite
Aufschlüsse über entschiedene
nahme» zu erhalten.
Friedensschluß Mische» B»lgarlt«
und liirfri.
K o n s a n i n e e 2 9
Ter Friedensvertrag zwischen der
Türkei mid Bulgarien ist heute von
den Bevollmächtigten beider Länder
unterzeichnet worden. Tarnach ver
liert Bulgarien Adrianopel und den
westlich von der Maritza gelegenen
heil Thraziens, die ihm auf dem
Londoner Friedenskongreß zuer
kannt worden waren, und geht ein
Schutzbündnis mit der Türkei ein.
Kn diplomatischen Kreisen vermuthet
man, daß dieses Bündniß ein ge
niemjaine* Vorgehen gegen Griechen
land bezweckt.
o n o n 2 9 S e E i n e a u
Konstantinipel bier eingelaufenen
Tepeiche zufolge, hat Essad Pascha
an den Sultan telegraphirt, daß er
die Absicht habe, ein autonomes AI
banien unter der Oberhoheit der
Türkei ,zn proklamiren. Ter Groß
lu'zier beglückwünschte die Delegaten
der beiden Länder zur Unterzeichnung
des Friedensverträge*. General
Savow, der bulgarische Telegat.
res, als den Ver. Staaten 2oiiver
anitätsrechte über jede amerikani
sche Republik zuzusprechen und von
dieser „Anmaßung" seien selbst die
Staatsmänner in den Ver. Staaten
weit «Ufer iit.
Rnßland.
Ter neue chinesische Minister des
Auswärtigen ist mit dem rufsiichnt
auswärtige,, Amt in Verhandlungen
bezüglich des Abschlusses eines Per
trage» zwischen Rußland. China und
der Mongolei eingetreten. Unter die
sem Vertrag soll die Unabhängigkeit
der Vereinigten Mongolei unter der
Regierung des Mntiiftii oder des
Äthan von Mongolieit, welcher indeß
der Suberänität Chinas Untersteheß
würde, anerkannt werden.
efter reich-U
n gar «.
88 i en, 1. Okt. Ter gemeinsame
Minister des Aeußern, Graf Berch
told, und die verschiedenen Hofämter
treffen Vorbereitungen für eine dem
nächstige Reise des Kaisers Franz
Joseph nach Budapest, wo der Mo
narch in der Ofener Burg Hof halten
wird. Ter Zeitpunkt, an tucldK'in die
Fahrt zur Ausführung kommen soll,
ist jedoch gänzlich vom Stande der
Witterung abhängig. Man übt auf
An
rathen der Aerzte die äußerste
Vorficht, weil der im 84. Lebensjahre
stehende Herrscher vor jeder Erkäl
tungè-Gesahr geschützt werden muß.
a 1 O k ö e A u e
gung hat in weitesten Kreisen der
Bevölkerung die Kunde von einer
Familientragödie hervorgerufen, die
mehrere Opfer gefordert hat. Ter
Hausbesitzer Hlavacef hatte schon seit
einiger Zeit Spuren von Geistes
störung gezeigt, war jedoch für harm
los gehalten worden. Heute verfiel
er plötzlich in Tobsucht und ergriff
einen in einer Schublade befindli
chen Revolver, mit welchem er ent
setzliches Unheil anrichtete. Der
wahnsinnige Wütherich erschoß in
rascher Aufeinanderfolge seine Frau,
den ältesten Sohn und die Tochter.
Dem quf ihn zueilenden zweite«
Sohn brachte er mit einer Kugel ei
ne schwere Verletzung bei. Dann
richtete der Unhold die Waffe gegen
sich selbst und blies sich das Lebens
licht aus. Das Ganze spielte sich in
nerhalb des Zeitraums weniger Mi
nuten, ab.
881 e n, 4. Oft. Kaiser Franz Jo
seph hatte heute vormittag einen leich
ten Schlaganfall. Die Aerzte, die
sofort gerufen wurden, erklärten, daß
bei dem hohen Atter de» Staat*«
ist 88
fllt-^be» küfrw
ist. Ma terfltffer
«manne,
sprach in seiner Erwiderung die Hots
nung Otts, daß derselbe ein Mark
stein fein möge für ein sreundschast
liches Einverständniß der beiden Re
gierungen.
Jakov« erobert.
W i e n 2 9 S e TOinf
Berichte melden die Einnahme Ja
kova'S durch die Albanesen nach hart
näckigem Jlampfe. Ter Fall von
Prnrend. das wenige Meilen süd
lich liegt, wird stündlich erwartet. Er
würde die Kapitulation der serbischen
Garnison in der Stärke von r,(tOO
Mann zur Folgt* haben. Von Aulo
ita am Abriatiidx'n Meer wird gemel
det, daß die Albanesen Ochrida ein
genommen haben.
Maß­
Fnedensvorschliige N* I«rfei N»
Griechenland abgewiesen.
A it. 3. Oft. Tie FiiedenS
vorschläge der Türkei, welche auf ei
nen unabhängigen Vertrag mit Grie
chenland hinauslaufen, find von der
griechischen Regierung abgelehnt wor
den. St tin ig Konstantin, welcher sich
auf der Heimreise von London befin
det, wird sich bei seinem Eintreffen
in der Hauptstadt sofort an die Front
begeben und in Mazedonien das
Hauptquartier der Armee einrichten.
Ter Status der Inseln im Aegäischen
Meei bildet den Hauptsächlichsten strei
tigen Punkt zwischen der Türkei und
Griechenland. Griechenland trifft
mittlerweile Anstalten für Krieg. Die
Reservisten haben sich binnen drei
Tagen zu stellen
Alb«»esische U*«*•*»*.
W i e n 3 O k a u e e s e n
aus der albanesischen Hauptstadt Av
Jona nehmen die Frauen Albanien»
aktiven Antheil an den blutigen Käm
pfeu gegen die Serben, ^icle alba
»esische Amazonen, mit Weilen be
luaffnet, haben an her S"'.te ihrer
Ehemänner, Brüder und S^tne wäh
rend der St.aßenkäinpfe in Tihra
am 23. September beldemmithig ge
fochten. J,, liefern Monutse wurden
12(H) Serben getödtet, 300 gefangen
genommen und der Ort von den Al
banefen erobert. Die Gefangenen
wurden unter Esforte nach iirna
gesandt. Tie jtampfe in der Hinge
bimg von Tihra. vor und nach dem
Falle der Ortschaft, waren geradezu
verzweifelte. Tie Frauen griechischer
Raffe in Süd Albanien bekunden
ebenfalls eine kriegerische Stimmung.
In Mo ritzn, welches von griechischen
Truppen besetzt gehalten wird, habe»
ü() Mädchen eine eigene Compagnie
organifirt. die von griechiidu'ifllnter
Offizieren
einexerziert wird. Tie
Frauen erklären, sie würden eher
kämpfend sterben, als der Einverlei
bung von jtoritza in den neuen ®taat
Albanien zusehen.
3«l«w».
Der Sommer tiers*» hre Deutsch
amerikanischen Lehrer seminar».
i a e i a 2 S e
Herr G. I Lenz vom Teiitidximcri
konischen Lchrer-Seminar iiiMilwau
fee, Wis, theilt Tr Hemmer mit
daß der Erfolg des Sommer Kursus
der Anstalt alle Erwartungen über
traf. 39 Lehrer und Lehrerinnen
ans vierzehn Staaten der Union nah
men daran Theil, Sie wirken an
Elementarschulen, „High Schools"
und „Colleges". Sie schieden begei
stert über die Arbeit und die Schule.
Tie Betheiligung war größer als an
anderen deutschen Soiumerfursen.
Tie Semiiiarverwaltung wird die
Sommerkurse fortsetzen und erhofft
noch größeren Besuch in Zukunft.
Aonfoderirte Staate» Mexiko
S a s o e s 30. Sept.
In einer ilonsereuz, die heute in
Hermosillo abgehalten wurde, de
schlossen fünf nördliche mexikanische
Staaten, von der Bundesregierung
abzufallen und die konförderirten
Staaten von Mexiko zu bilden. Die
Nachricht stammt von Amerikanern,
die hier von Hermosillo eintrafen.
9Uginr«a0tteU§ri*|es.
W a s i n o n 1 O k É
oerlautet, daß General Postmeister
Burleson in Erwtigung zieht, seinem
Jahresbericht an den Präsidenten ei
nen Vorschlag einzuverleiben, daß
der Kongreß Regierungs Telegra
phen einführen möge. Bekanntlich
hatte bereits sein Vorgänger Hitch
cock diese Idee gefaßt und. vor ßfoei
Sohren ei« bezügliche Empfehlung
i« feinem Jahresbericht aufgenom
men, doch vettrte Präsident Taft den
WmWae, und die
131h
21*111,1
v
)übr nach (iattflN
Di) I
Hi K) nach futicblanb
.ix» (Hil l. 4) nach Rußland
(Äur geq. n Pvrau«!', Zahlung)
v
N«. 11
inen, daß noch unter feinet fltmtini«
ftration des Postwefens die Beförde
rung von Postpacket«« bt* zu hundert
Pfuud erreicht wird.
Mein V»rdria«rn ans wegffenifche»
Writes.
89a 61 it e it, 1. Oft. Der
Befehl, daß keine amerikanischen
TI »pven bei Piedras Negras aus
uieyifauifche* Gebiet übertreten dür
fen, gelangte heute vom Mriegodepar«
lenient an Brigadegeneral BÜß. den
Oberbefehlshaber der Truppen in
'lernt, die die mexikanische Grenze
besetzt halten General Büß und Kon
sul Blocker haben über die Lage in
Piedra» Negro* ausführlich nach
Washington berichtet und die Admi
nistration ist der Anficht, daß die bis
herigen Geschehnisse nicht dazu an
gethan find, von der Politik der abso
luten Nichteinmischung abzuweichen.
Sei Unterschlagungen Höhr Mb
$20,000 begangen haben.
i n I i e a o I i 5 2 O O i
hier eingelaufenen Mabelgramui zu
folge ist John Schildings, der durch
gebrannte Kassierer der Washburn
Crofrbn Milling Co. »ach einmonati
ger Jagd in Uruguay fesliiommen
worden Obgleich der Tefraiidant erst
23 Jahre zählt, soll er sich Unter
schlagungen in der Höhe von $20,(XX)
haben zu Schulden kommen lassen
Wie
\ohn Washburn der Vizepräsi
dent der Couipiini) mittheilte, sollen
dieVerhandlungen wegen Schildneck'«
Auflieferung sofort eingeleitet wer
den.
tfi« Pia« der Negiern Mg, der Knichy-
Mit a» Fleisch abznhelsen.
W a s i n o n 2 O Das
neueste Bemühen der Negierung.
dein derzeitigen Mangel an Rind
fleisch abzuhelfen, besteht darin, In
dianer zur glicht von Schlachtvieh
für den Markt heranzuziehen. Der
Moinmiffär für Indianerairgelegen
heiten versieht die großen Indianer
Reservationen mit Rindviehherden
und plant die Hebung der ganze»
Viehzucht der Indianer Manche
von diesen haben viel Geschick für
Viehzucht an den Tag gelegt Die
Negierung hat vir Erreichung von
Angeboten für Lieferung von 9009
rtiick .'Zuchtvieh für die Crow In
dianerreservation in Montana öffent
lich aufgefordert. Auch her Stand
von Schafe,, auf den Jndianer-Re
sernationeu in Arizona und Rew
Mexico ioll vergrößert werden
Demokratische lerifbil unterbrich*et.
W a s i n o n 3 O k V o n
den Führern einer geeinten Demo
fratic umgeben unterzeichnete Präsi
dent Wood row Wilson beute Abend
uin tUfsi Uhr die Underwood Sim
itioiie Tarifbill im Weißen Hause,
sofort nach Vollziehung Unter
schrift wurden uvni cilunuuiit Tele
gramme att olle .{oUnunebiuer des
V'aufes gerichtet, in dviivu das In
krafttreten der ersten demokratischen
larirrenifioii in langen Jahren ver
kündet wurde.
Zchmidt al» Mörder A««a Uiisll»
lere bezeichnet
e w K o k 3 k a e
Hatte Schmidt, der Anna Aumüüer
auf so gräßliche Weife vom Lebest
zum Tode brachte, verlor heute wäh
rend des Iugueiies. der über den
Tob feines Opfers gehalten muröe,
die Ruhe, die er bisher feit seiner Ge
faiigenfetzung bewahrt hatte. (ft
sprang von feinem Sitze ans, riß den
Rosenkranz, den x'r immer getragen
hatte, von feinem Halse und in Stücke
und warf sie nach den Vertretern bet
Presse, die in seiner nächsten Nähe
soften. Tie Coroners Jury hielt ihn
für den Tod des Mädchen» verant
wortlich. Ihr Wahrü'ruch lautete:
„Wir die Jury, find der Anficht, daß
Anna Aumüller ihren Tod am 3.
September in dem Haufe «18 Brad
hurst Ave. durch die Hände Hans
Schmidt's gefunden hat." Während
der Vernehmung der -Jeugen zeigte
sich auf Schmidt's Geficht auch nicht
die leiseste Spur einer innerlichen Er
regung. Als aber Coroner Weinberg
die Jury inftruirte, ging fein bis da
hin niedergehaltenes Temperament
mit ihm durch. Er schnellte in die
Höhe, feine Augen flammten aus und
seine Lippen bewegten sich. Ehe die
im Saal defindlühe» Detektivs ihn
daran zu hindern vermochten, hatte er
den Rosenkranz von seinem Halse ge
zerrt und zerrissen. Sofort «ach Be
endigung de? .Jnquefts" wurde
Schmidt in seine Zeile zurückgebracht,
wo er, da Bürgschaft für feine Belaf
mf freiem Fuße für unzulässig
za Meide» hat, bi» die
ihre WPnni getrof-
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