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Der Staats=Anzeiger. (Rugby, N.D.) 1906-current, October 09, 1913, Image 2

Image and text provided by State Historical Society of North Dakota

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2.
1
H4 1++++ o
I Aus Rußland. I
Hüt Beaât«»«! -iv'"r -c
Auch muß ich berichten, daß es die
sen Sommer hier schlimmer zuging
als bei den Asiaten. Solange das
Getreide auf dem ,^elde stand und oft
Gefahren ausgesetzt war. ?a beteten
unsere frommen und angeblich Sün
defreien, das doch der liebe Heiland
Wegen schicken und das (betreibe vor
allen Unbilden schützen möge, ober
als das (tietreibe geschnitten war,
hurrah! da ging's Werktag wie Sonn
tag an das .iw'ammenfahren dessel
ben und mancher 'Vhartiäer schickte 'ei
ne tinechte S onntagsnachinittags
auf's Aeld, um (Getreide heim zu sich
ren. Tos hielten diese Veiite nicht für
'iindhaft, denn der stiiecht bekommt ja
20 Rubel auf den Monat—da dorf
er nicht müßig fein!—So geht es bei
den fromm sein Wollenden. Ich
selbst bin fein Frömmler, und auch
fein Pharisäer, aber gottesfurchtig.
denn man soll ja Gott über alle Tinge
fürchten, lieben und vertrauen. Thue
recht und scheue Niemand! Tos ist
das größte Gebot das Verheißung
hat.
'±aoi
Etwas schreckliche? passirte dem
Baptistenbruder Ludwig Reintche.
Tieier hatte nämlich absichtlich dem
verstorbenen ^roau liharitonof eine
»rühre Weizen weggeputzt. Äls er
gefragt wurde, warum er das gethan
habe, sagte er, er habe ec g-ll,an da
mit die Baptisten ihn aus ihres (tie
ineinde ausstoßen. Teshalb alio
stahl er die jxiihre Weizen vom ^elde!
Gestohlen wurde weiter bei der Witt
we Schatz eine Xefijatin Weizen, bei
der Wittwe Senger etwa ebensoviel,
(ihristian Groß wurden von der Ten
ne gegen :i( Pud reiner Weizen ge
stohlen. wie auch bei mehreren Ande
ren Xiebftiihle verübt wurden. Es ist
wirklich eine wahre Schande für un
sere deutschen Veute Selbst ein
A state würde solche Btroiche nicht
machen.
Nun muß ich Herrn Andreas
Pischke in Artas Siiö Xakota berich
ten. daß feine Photographie und Le
bensbeschreibung im Staats-Anzeiger,
wie überall, so besonders in der Fa
milie Metzger große Freude erregte.
Frau Mevger ist die ScliweNer seines
Kriegskameraden Christian Schmidt
und sie läßt Herr« Bischke vielmals
grüßen. Christian Schmidt starb vor
bereits 18 fahren.
Vlls ich vor fahren schon anfing,
mich dem Staats Anzeiger zu wid
men und Leier zu werben, iah es sehr
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titortft harte. Wintern'eizcn ergab
htrrffdirutthch 4 jmö Sommerwei
zen 50 Pud De tl der lefijatine. Geme
erhielten wir von 60 bis 80 Pud.
und ebensoviel von Hafer. Ueber
Mais kann ich sagen, datz manche
Acker sehr 'chön und DielDcrirritbenö
find, während andere nur schwachen
Ertrag ergeben werden. An .virte
bekomme ich von zwei Tessjatin etwa
drei Pud. Arbuien und Melonen
gediehen mittelmäßig. Ter Weizen
preis ist in Jetwrofsfe 90 Kopeken
für 49 Natur und dann für je ein
Pfund leichteren drei Kopeken weni
ger. Gerne gilt »5 «opefen das
Pud. Hirse kommt nicht auf den
Markt und wird 'ehr theuer, denn
zum Borscht muß (Sasche sein.
n Freund. Herrn Redakteur L.
Gruner. 'X15 ich biet nidtils au-r-riebten
Za atvr tebneb mir Freund
i'ruiJt: ,iVit Nrr Zeit puueft man
*»'..-vrt. V5 tn ivabr ..teirordet was
tr t*rer*dt twbcuptete. un? id form
ch rrun '«iwn Ader meine Veiitun*
»v tob Sund meine 5$orreiponicn
ii.'ri !)â td tvm 4Hatie doch viele
v-ivr p,ivtv*ubrt und id) hoffe, deren
rtefib writ? tnebr tu gewinnen. (Ja
:wii üvbtrr freund. Sie immer
j: ^torrUtbfett und Ausdauer zum
I nrdn. hoben auch Sie schon
Fn ii:e obre* Fleiße* und stirer Un
.. .! ««jettmtiEtafeit gevrntet und wir find
va^ttasfi* tas ÄtiitfiiiiK .. V .t ,,
Ib"xvit tie* doitf&or Möge
U"'
xsbre
jitrart
I tat? :uxb rvcfct lange erhalten bleiben
ÜTPoer s-toat^ pi betdereittger Freuie und zu Nutz
Nun in »retittb »cd»» trt. :ae und Frommen des ge'ammten Leser
geraume Ant tvrnntfyn f«: mmu-irr fteve*. Red. Staat? Anzeiger.)
Vorigen Berichte aa da* flott, ahrr At'o. ihr früheren Towkunsfer. int
tl
war mir mn uiurttvittb. hniber oter fleißig den Staats Anzeiger be
zu schreiben, denn ich tr-cr m\: 51 rbet- stellen, denn Die früheren Maufslicr
ten auf dem ,Neide ^rmanc: über i dürfen nicht die hintersten sein, sonst
baust, das mir ferne freie ett »er- macht ihr mir viel Kopfschmerzen,
blieb, so gerne ich auch memen ^reun Aiio immer Dorroiirts und schreibt
den und ben Beiern wieder Nachricht öftcr^torrefpondenzen für den Staats
von mir gegeben kitte E?
doch! Snzet^er. Sowie ich mehr -$eit be
schwer wenn man Wind und auch komme, werde ich euch viel ^nteres'an
Anecht fein und alle? mit den $eib~, te# berichten, denn ich habe noch so
Muten 'chaffen mu?. 'Kit Dreschen manche schöne We'cfiichte frisch im Ge
ttftjreit nun die me:'ten sauern rertuv dacht Iiis die ich iiertte schreiben will.
Es nob mehr (Getreide, als man er
aber auch ihr müßt fleißiger sein!
Ich hätte auch wieder eine Bitte an
Herrn Redakteur Brandt, nämlich
die, daß er, trenn möglich, die Num
mer de? Blattes, meine Photographie
und Lebensbeschreibung enthaltend,
an meinen Schwiegersohn in Argen
tinien schickt, denn ich hätte gerne, daß
auch er Leier des lieben Blattes wird,
weil in Argentinien auch viele unserer
Leute sich eine neue Heimath gründe
ten. (Ihr Wunsch soll erfüllt wer
den, denn wir stöberten zum Glück
noch eine Nummer vom 26. Tezember
vorigen Lahres auf. Tiefe Nummer,
zusammen mit der dieswöchentlichen.
senden wir Ihrem Schwiegersohne
Friedrich Wagner in Argentinien zu
und hoffen, daß auch er bald von sich
hören läßt.—Ned. Staats-Anzeiger.)
2och, liebe Mitteler, nun muß ich
aufhören zu kritzeln Meine Hände
sind ganz fteif von schwerer Arbeit.
Gruß an alle Verwandten und Be^
kannten, au alle gewesenen Maukaser
und besonders noch an meine Freunde
F. Weininger. ^\oief Zeiser, Romuald
Tirk und Andreas Bischke.
Auch möchte ich bitten, daß der
Freund, welcher mir den Deutschen
Farmer aus Amerika zusendet, sich im
Staats-Anzeiger meldet, v,* befotu
ine dieses Blatt, weiß aber nicht, wem
ich dafür Tank schuldig bin.
Achtungsvoll
vakob Sommerfeld.
Tpeziol Korrespondenz.
lr? scheint in der Thot heute ein
Glückstag für mich zu sein, v* hatte
schon angefangen zu bedauern, daß
es mir auf längere Zeit nicht möglich
sein werde, die herzlichen Grüße,
welche mir im Blatte aus der neuen
Welt von Besonnten und llnbefamv
ten zugehen, erwiedern zu können,
aber es wendete sich alles zum Guten.
Ta die Witterung schon vor fünf Wo
chen sich günstig anließ für die Treib
arbeiten und bis auf den heutigen Tag
anhielt, war es möglich, die kostbare
Zeit zu nutzen und bald standen fünf
Trefchmafchinen in voller Thätigkeit,
welche mir das Korrespondiren un
möglich machten, denn jede Maschine
hatte einen besonderen Aufseher, wel
che täglich wenigstens yueimal son
iroliirt werden mußten. Heute aber
ist Feiertag bei den Russen und es
bleiben mir ein paar Stunden, mei
ner Pflicht als .Vi or
respondent für den
Staats-Anzeiger nachzukommen.
vch will mich so kurz als möglich
fassen und reiche im Geiste allen lie
ben Lesern und Freunden die Hand
und sage: Entschuldigt, liebe Freun
de, die Verspätung!
Herr Peter Gabriel berichtet in
Nr. 2. des Blattes, daß er meinem
Schwager Georg Mastio in Kansas
einen Besuch abstattete und im Schwa
ger einen gutgelernten und fidelen
Mann fand. Tamit, Herr Gabriel,
machten Sie mir eine große Freude
und, wäre bei mir in jenem Augen
blicke als ich die Zeilen las, die Zeit
billiger gewesen als Apothekerwaare,
so hätte ich zu der Zeit darüber gar
Unter lehn Krankheiten
sind es neun, deren Ursache einem unreinen Zustande deS Blutes zu
zuschreiben ist. Ein zuverlässiger Blutreiniger ist das richtige Heil»
mittel für derartige Schände
tti
yentvautev
findet als 9)hitrcimfitmß6mittel kaum seinesgleichen. Er ist über ein
Jahrhundert im Weyrauch lange genug, um feinen Werth zu erpro
ben. Frage nicht in ben Apothelen danach. Kann nur bei Spczial»
Agenten bezogen werden. Um nähere Auskunft wende man sich an
Ter Staats-Aazeiger, Bismarck, N. I-, be* 9. Chebet.
viel zu schreiben gehabt. Weil es sich
ober bis heute verzog, bringe ich Jh.
neu nur kurz herzlichen Tanf, denn
Sie waren doch wohl der Meiner, der
es 'o weit brachte, daß ich schon in
Nr. 5 des Staats-Anzeiger einen klei
nen Artikel von Schwager Georg
Maftio erblicken konnte. Iss freut
mich, lieber Schwager, daß du dich
endlich auch hören läßt und ich glaube
mich nicht zu täuschen, wenn ich an
nehme, daß du weiterhin mir mehr
mittheilen wirst, was dich, deine Fa
milie und Schwager ^akob Martha!
Icr nebst Familie in der neuen Welt
betrifft, verzlich Tank für den
Gruß in Nr. 5! Ich las deinen Arti
kel recht oft um recht vieles zu finden
was ich längst schon gerne wissen woll
te. aber ich fand nur den kurzen Gruß
an mich und Familie. Bin herzlich
dankbar, auch für diese Anerkennung,
aber wird deine Schwester Franziska
nicht unzufrieden fein, wenn auch sie
nach zwei Togen deinen Bericht an
schaut und nichts findet, was deine Fa
milie betrifft? Ich glaube mich nicht
zu täuschen, wenn ich voraussetze, daß
es deiner Schroetter sehr angenehm
wäre, wenn sie.erführe wie deine
Frau heißt und was für eine Gebore
ne sie ist. Wenn du diese Freude dei
ner Schwester bereiten willst, so thue
das nicht im Blatte, 'ondem direkt
brieflich, denn schon jetzt schleichen sich
viele Privatsachen in's Blatt ein, aber
es ist eben manchmal nicht zu vermei
den und ich bloiibe. Herr Redakteur
Brandt sieht es auch ein, denn die Sa
cfynt erscheinen. Briefe wären zu
adreh'iren wie folgt: Gouvernement
Bessarabien, Kreis Bender, Postal)
heilung Taraktia, Herrn Zachäus
Tirk. Ties nämlich ist mein Sohn,
der mit seiner Mamma die Wirthschaft
führt bis zu meiner Rückkehr. —Mei
nen Kindern in Morton County Nord
Takota zur Nachricht, daß die Mam
ma wieder gesund und irisch ist. Sie
ivar am 25. August mit Zachäus in
Tarutino auf Besuch bei ihren Kin
dern. denn Antoniona schrieb mir,
daß auch sie gesund in.
Von heute an verbleiben un? noch
fiOü Teiijatm Gerne zu dreschen und
diese Arbeit kann bei guter Witterung
in 20 Togen bewältigt sein. Soll
ten wir das Glück haben, dann reife
ich auf einige Tage nach Haufe auf
Besuch.
Ich kann mich mm freuen, lieber
Kollege Anton Jochim, daß meine
Frau genesen und wieder ihrer Wirth
schaft vorstehen kann. Es wäre doch
zu dem bischen Glück, das ich jetzt
habe, ein zu harter Schlag gewesen,
wenn meine liebe Frau längere Zeit
fronf geworden wäre, denn schon die
furze Zeit brachte mir große Verluste.
Ihnen, lieber Kollege, geht es, wie ich
aus Ihren Abhandlungen ersehe, wie
mir auch—immer wandern, von ei
nein Plav zum andern. Ist es viel
leicht, daß wir unter einem Planet
geboren sind? Neulich war drei
Wochen lang in meiner Behausung ein
Gast, der gleiche Wege wandelt wie
wir. Es ist dies der Bessarabische
(tiouvcrnements Feldmesser Iwan
Tmitriawitsch Schemjansfy. Wäh
rend seines Hierseins mit Frau und
drei Kindern blieb es am Ttieetiiche
natürlich auch nicht aus, daß der
Staats-Anzeiger eifrig smdirt wurde
und dabei kam auch das Gespräch da
raus. wie wir Stollegen wurden und
auch in Rußland von Ort zu Ort wan
dern mußten in unserem Lehrerbe
rufe. und wie dann schließlich Sie, lie
ber Kollege, des llintjerreiiens müde,
ein ruhigeres Leben in Amerifa such
ten. Taraufhin frug mich Herr
Schernjansfli, ob Sie nun in Amerika
dieses ruhige Leben gefunden hätten
und mehr Glück als in Rußland, und
er fügte hinzu, daß er der Anficht sei,
der Mensch müsse nicht dos Glück,
sondern das Glück den Menschen
suchen, und daß. wenn Ihnen. Herr
Kollege, im Leben von Gott (tifiief zu
gedacht fei, Sie dieses seinerzeit auch
würden in Rußland gefunden haben,
und daß, wenn Gott Ihnen das Glück
verweigert, Sie es auch in Amerika
nicht rinden würden, und daß es so
mit allen Menschen sei. Ein ander
mal mehr darüber, lieber Kollege,
denn ich muß mich kürzer fassen.
Herrn Johannes Mosser Herzlich
Tank für den Gmß in Nr. 5 des
Blattes. Es wäre mir lieb gewesen,
Herr Mosser, mehr über Sie selbst zu
erfahren. In Canada habe ich große
Freundschaft: die Gebrüder Fenrich,
Wagner und mehrere aus Kraßna.
Ob diese Ihnen bekannt, werden Sie
vielleicht einmal berichten.
Gruß an meine Kinder in Morton
County Nord-Takota. Ich wie
Mamma und alle Geschwister sind ge
mnb, wie aus Brieten ersichtlich, die
ich erhielt.
Sieb wäre es mir, wenn Jemand
mich im Blatte benachrichtigen würde,
oh mein Bruder Jakob Tirk in Em
inons Csounto Nord-Takota, oder an
dessen Stelle seine Frau, auch Leier
des Blattes geworden oder nicht.
(Bis jetzt erfolgte noch feine Bestel
lung. -Red. Staats-Anzeiger.) So
viele Freunde ihr dort um euch her
um habt, sind nicht alle Leser des
Blattes, und alle, alle, sollten es sein.
2 raurig ist es, daß es anders ist.
N a ch a —Nun will ich kurz
noch hinzufügen, daß wir am 30.
.'! ugust den ganzen Tag starfen Regen
hatten mit Schnee gemischt, und da
durch wurde ich abgehalten, meine Ah»
Handlung vom 29. August der Post
zu übergeben. Wüßte ich. daß der
31. auch itodh regnerisch wird, würde
ich meine Abhandlung noch zurückhal
ten um dem Leserkreis noch etwas Un
terhalkendes zu bieten.
Wo bleibt mein Freund Jakob
Sommerfeld? (Beriet obenftehend.
—Red. Staats-Anzeiger.) Bringe
ihm innigsten Gruß und sehe seinem
baldigen Erwachen entgegen. Sie.
Freund Sommerfeld, gehören doch
nicht zu der Klasse Leute, in deren Be
hausung man Staub auf dem Schreib
tische findet start Feder, Tinte und
Papier, denn ich weiß, daß auch Sie
nicht viel von solchen Bauern halten,
die von einem guten Erbauungvbudw
oder einer nützlichen Zeitschrift nichts
wissen wollen. Zum Bedauern ists.
wenn man untere südlichen Bauern
hier betrachtet. Betritt man hier in
den meisten Kolonien den .vor und
das Haus des Turchicbnittsbouern, so
begegnet matt allenthalben unverkenn
baren Spuren soliden Wohlstandes
und einem für bäuerliche Verhältnisse
bedeutenden Luxus in Kleidung. Woh
itung, Haushalt, und so weiter.
Nur ein? steht nicht im Einklang mit
der gediegenen Wirthidxtft und der
schönen Einrichtung: der Vor rath an
Büchern in meist winzig gering und
an Zeitschriften und Zeitungen ist gor
nicht gedacht worden! Nicht wahr,
lieber Freund Jakob, da fehlt das
Schwungrad zur Maschine? Ja, es
giebt bei uns Kolonien, in denen der
Anfang gemacht wurde, und in denen
die Bauern vor zehn Iahren schon
merkten, daß in ihrer Maschine das
Schwungrad fehlt. Gebildete Men
ichen machten sie daraus aufmerksam,
und so kann man bei uns im südlichen
Bessarabien schon einige Kolonien an
treffen wie zum Beispiel Sarata.
Gnadenthal, Lichlenthal. und so wei
ter, wo ntan in den einfachsten Woh
nungen zwei herrliche Tinge rindet:
nämlich eine kleine Bibliothek (Bil
dersammlung) nebst einer oder meh
reren guten Zeitschriften, und, auf
den meisten Plätzen dazu noch ein
Fußharmonium. To möge jeder der
geehrten Leier begreifen, daß solche
Leute zur Erkenntniß gefommen find,
daß der Mensch nicht allein von Brot
lebt.' Und wenn man die im Hause
sich befindlichen Bücher durchsieht,
findet man aber darunter oftmals sehr
minderwerthige. Wie nun sich die
Speise dem Körper zur Nahrung und
Kräftigung mittheilt, andererseits
aber auch sehr nochtheilige Wirfungen
haben sann wenn sie nicht guter Art
ist, so ist es auch mit dem was man
lieft. Tie Sache ist hier um so viel
ernster und wichtiger, als ja der Geist
höher steht als der Leib! „Wie ha
ben noch Gebetbücher", wendet man
eher ein, besonders die Frauen, „und
das genügt uns." Nun, Gott sei
Tanf, daß c? unter uns wohl sannt
ein Haus giebt, in dem man nicht
Gebetbücher findet. Es ist dies ein
Segen, den wir vor Millionen Men
fchen voraus haben und der nicht hoch
genug angeschlagen werden sann.
Leider aber lesen meistens gerade diese
genügsamen ..Gebetbücherchristen"
diese recht wenig, und noch viel weni
ger lassen sie sich durch die Gebetbücher
in ihrem Leben leiten. Losset uns
wahr und niidtiern fein! Ter Mensch,
nach Leib, 2eele und Geist zu Gottes
Ebenbild geschaffen, darf sich, wie an
der äußeren Natur, so auch an den
Geiftesproduften hervorragender,
gottbegnadeter Männer der Vergan
genheit und Gegenwart erfreuen! Und
nicht nur erfreuen! Er darf und soll
feine Seele daran ernähren, feinen
(tieift bereichern, und auf diese Weise
innerlich reif und tüchtig werben zu
manchen Leistungen, die er anders
nicht vollbringen fönnte! Mancher,
auch aus einfachen Verhältnissen, ist
ein tüchtiger Mensch geworden, weil
er es nicht verschmäht hat zu lesen und
•dos Empfangene im Leben anzuwen
den. Wenn man sich die Männer ei
ner deutschen Kolonie Befsarabiens
ansieht, kann man sich davon überzeu
gen, daß die Worte, welche ich hier
niederschrieb, aus Wahrheit beruhen.
Es giebt da Reiche, Mittlere und
Arme. Warum aber sind die Reichen
sich nicht gleich im Ansehen? Weil
Geld und Gut allein nicht reich ma
chen und Geistesgaben die große
Hauptsache sind! Ich kenne Männer,
auch in unserer Kolonie Kraßna. die
in ihren jüngeren Jahren nicht gele
sen und nichts gelernt haben, sondern
nur nach Reichthum strebten, um sich
zum Manne im Torfe zu machen.
Heute aber, wo diese Männer wirklich
im Besitze dieser weltlichen Reichtbii
nter sind, kommen sie zur Einsicht, daß
Geld und Gut allein nicht den Mann
tuadjen, sondern gerade dos, was sie
zu jener Zeit gering achteten und ver
säumten. Sowohl wie sie nach Geld
und Gut strebten, hätten sie leicht zu
gleicher Zeit auch können ttadi Ent
wickelung ihrer Geisteskräfte streben,
dann wären sie vollkommene Männer
geworden. Nicht wahr, lieber Freund
Jakob Sommerfeld, wer ein ganzer
Mann wertzen will, der muß Bücher
und Zeitschriften nicht unter dem
Tisch, sondern auf dem Tische halten.
—Ad), ich wollte ja nur so einen klei
nen Nachtrag anknüpfen, um Ihnen
herzlichen Gruß z.i übermitteln, und
nun schleppt mich die Feder so tief
hinein, daß es beinahe eine ganze Ab-
(Schluß traf Seite t.)
In Clubs
POOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOP
Neue Prämie«!
Wir offerirai a18 Prämien ollen neuen und alten Lesern, welche
den Staats-Anzeiger ein Jahr vorauszahlen:
Regensbnrqer Marien-Kalender
Deutscher Kaiser-Kalender
5 prungfeder- Scheeren
Räh-Bestecke (142 Stücke)
Pfriemen (Schnellnäher)
Alte oder neue Leser, welche dos Blatt ein Jahr vorauszahlen,
können als Prämie entweder die berühmte Sprungftberscherre, oder
einen der obengenannten Kalender wählen. Tiefe Prämien werben
solchen Lesern ohne Nachzahlung und postsrei geliefert.
Unteren Leiern in Canada diene zur Nachricht, daß sowohl die
Sprungsederscheere, wie auch das Nähbesteck und der Pfriemen, ver
zollt werden müssen. Tie Zollgebühren hat der Leser selbst zu
zahlen, und zwar an das betreffende Zollamt. Ter Zoll auf die
Scheere beträgt 40 Cents. Wie hoch Nähbesteck ober Pfriemen
verzollbar sind, haben wir noch nicht in Erfahrung bringen können.
Unteren Lesern sowohl im Auslande wie im Jnlande rothen wir.
alle Prämien, nur die Kalender ausgenommen, auf der Post ver
sichern zu lassen, da es öfters pasiirt, daß solche verloren gehen, und
wir für richtige Abliefeiung keine Verantwortung übernehmen kön
nen. Wer Prämien durch die Post versichert gesandt haben will,
muß uns dafür 10 Cents extra einsenden und ttt diesem Falle über
nehmen wir olle Verantwortung.
Prämien gegen Nachzahlung:
Das Rähbesteck—142 nützliche Gegenstände für die Hausfrau. (Ent
hält 126 Nöh-, Stopf-, Stick- und Hanbarbetts
Nadeln aller Größen, zusammen mit ollen Utensilien
für Handarbeiten aller Art. Postfrei zu haben bei
einjähriger Vorauszahlung und 25 Cents Nachzah
lung. Ein großartiges Geschenk!
Der Pfriemen (Schnellnäher)—ein unentbehrliches Handwerfszeug
für Farmer und Hausväter. Enthält Nadeln für
jedwede Arbeit und ist fertig zum Gebrauch Ma
schinennadeln jeder Art sönnen mit dem Pfriemen
gebraucht werben. Tide Pfriemen kosten minde
stens $1 das Stück. Postfrei zu haben bei einjähri
ger Vorouszahlung und nur 30 Cents Nochzahlung.
Unsere liberalen Club-Offerten:
iluBS tum zwei vorauszahlenden Lesern, also bei Einsendung
von $3 (ein alter und ein neuer genügen) bekommt jeder eine Scheere
und der Einsender des neuen Lesers noch einen Kalender dazu.
In Clubs von drei vorauszahlenden Lesern, bei Einsendung von
$4.50 (ein alter zusammen mit zwei ntora genügen) bekommt jeder
eine Scheere und der Einsender der zwei neuen Leser noch das Näh
besteck dazu als Geschenk. Tieses Nähbesteck kostet $1.00
In Clubs von vier vorauszahlenden Lesern, bei Einsendung von
$f «ein alter zusammen mit drei neuen genügen) bekommt jeder eine
Speere und der Einsender der drei neuen Leser für seine Mühe den
Pfriemen dazu als Geschenk. Ter Pfriemen kostet mindestens $1.
In Clubs von fünf vorauszahlenden Lesern, bei Einsendung von
$7.50 (ein alter zusammen mit vier neuen, genügen) bekommt jeder
neue Leser eine Scheere und der Einsender der vier neuen Leser für
seine Mühe das Rähbesteck und den Pfrieme« (ober keine Scheere) als
Geschenf.
Ja Clubs von sechs vorauszahlenden Lesern, bei Einsendung von
$9 (ein alter zusammen mit fies »e»e» genügen) befommt jeder
neue, wie auch der alte Leser, die Scheere und der Einsender der fünf
neuen Leser für feine Mühe das Nähbesteck unb den Pfrieme« ols
Geschenk.
Geldpreise «nd Prämie»:
In Clubs von sieben vorauszahlenden Lesern, bei Einsenbung von
$10.50 (ein alter zusammen mit sechs aeure) befommt jeder der
Leser bie Scheere und der Einsender für seine Mühe noch $1J0 i»
Baargeld dazu.
bee
zeh« vorauszahlenden Lesern, bei Einsendung von
$15 (ein alter zusammen mit neu» ucutni befommt jeder der Leser
die Scheere und der Einsender für feine Mühe noch $3.00 in
Baar
geld, sowie das NäHbesteck ols weiteres Geschenk.
Ja Clubs von fünfzehn vorauszahlenden Lesern, bei Einsendung
von $22.50 (ein alter zusammen mit vierzehn initi) befommt jeder
der Leser die Scheere und der Einsender für seine Mühe $4.50 i»
Baargeld, sowie Rähbesteck
»eb
Pfriemen ols weiteres Geschenk.
In Clubs von fünfundzwanzig vorauszahlenden Leiern, bei Ein
sendung von $37.50 (ein alter zusammen mit vieruudzwauzig ueuen)
bekommt jeder der Leser die Sdk'cre und der Ein'ender für seilte
Mühe $7.50 in Baargeld, sowie Kalender. Rähbesteck ,»d Pfrieme»
als weiteres Geschenk.
In Clubs von fünfzig vorauszahlenden Leiern, bei Ein'enduna
von $75.00 (ein alter zusammen mit neunnndvierzig urueu) be
kommt jeder der Leser die Sdieere und der Einsender für »eine Muhe
$15.00 in Baargeld, sowie alle von us osserirteu Prämiro als
weiteres Geschenk, oder $17.50 in Baargeld, falls er keine Prämien
wünscht.
5» Clubs von hundert vorauszahlenden Lesern, bei Einsendung
von $150.00. (ein alter zusammen mit «euuundne»Nzig irura) be
kommt jeder der Leser die Scheere und der Einsender nir 'eine Muhe
$35.00 in Baargeld, sowie audi alle von uns offrrirttn Prämie« als
weiteres Geschenk, oder $37.50 ip Baargeld. jalli er feine Prämien
wünscht.
Alle Vorauszahlungen müssen tto volle» Jahr betragen.
Leset aufmerksam die obigen Bedingungen, denn fie find bindend
und Abweichungen werden nicht gestattet.
Ter Staats-Anzeiger kostet nur $1.50 aufs Jahr und ist in
Anbetracht der Fülle und Güte des Lesestoffes bei weitem die beste
und billigste deutsdie Zeitung in den Dakotas, und unsere Prämien
Offerten sind zu gleicher Zeit die liberalsten. Werbet neue Leser jetzt!
Die Scheeren und Nähbestctfe sind treffliche Gesdxnke für Frauen
und Mädchen und der Pfriemen ist ein Werkzeug, welches für jeden
Former und Hausvater geradezu unentbehrlich ist.
Zur Beachtung: Wir haben »och einige Hunderte Wandkarten
sowohl solche mit der Karte von Rußland, ols auch solche mit der
von Teutschland auf dem fünften Bogen. Ilm sie Io5 n'chlagen
geben wir diese Karte», so lange sie ausreichen, als Prämie »bet
Rachzahlung allen Lesern, allen oder neuen, welche den Stac'^
Anzeiger ein Jahr vorauszahlen. (Seither verlangten wir -'5
Cents Nachzahlung für diese Karten Wer also noch Wandkarten
haben will, muß sich beeilen, denn fie werden nicht lange wehr v-r
Halten und ueut tonnen mir auf da» kommet**« Hatzr
men.
Adressirt "alle Geldsendungen und Briefe
Der Staats Anzeiger, Bismarck,N.T.
nwt)t

tâl Blatt (tun- rt: Ä-4.H
StrlâRbtfeHrii br ii-f-rt
To kbrieb idj an mei-
Makaroffa Bessarabien,
den 29. August.
DR PETER FAHRNEY & SONS CO.,
19-'21 Sv. Jiu CHICAGO, ILL

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