OCR Interpretation


Der Staats=Anzeiger. (Rugby, N.D.) 1906-current, February 19, 1914, Image 4

Image and text provided by State Historical Society of North Dakota

Persistent link: https://chroniclingamerica.loc.gov/lccn/sn89074935/1914-02-19/ed-1/seq-4/

What is OCR?


Thumbnail for

4
DerAtasts Anzeiger
Herauöqebcr
A. Brandt, Redakteur u. Geschäftsführer
Donnerstag, 19. Keb. 1914
Bereinigte Staaten, pro Jahr $1.50
Nach dem Auslande 2.00
(Nur gegen Borauszahlung)
An die Kefer.
Wir ersuchen unsere l'rfrr, dem gelben
ßettel auf der Zeitung, oder auf dem Um
schlag, ihre Aufmerksamkeit zu schenken.
Aus demselben finden sie außer ihrem
Namen auch das Tatum, bis zu welchem
bo6 Watt bezahlt ist. L'efrr, die mit dein
Zeitungsgeld im Rückstände sind, sollten uns
mit Einsenden desselben erfreuen und auch,
wenn möglich, ein Iuhr im Voraus bezahlen.
Adressirl alle Geldsendungen und Briese:
e S a a S -A n z e i e
Bismarck, R. T.
Das deutsche Element Uord-Da
Kotas in der Politik
R«chtrag zu Tistrikt 31.
In beut in voriger Nummer ent
haltenen Berichte über Zutrift 31 war
aus Versehen nicht angegeben worden,
wie Freb. W. Turner. Hausmitglied
aus Tickinson, in allen vier fragen
stimmte. Berichtet haben wir bereit?,
daß Freb W. Turner für Initiative,
Referendum und Rückruf siimmle.
Fred. W. Turner war abwesend bei
der Abstimmung über die .Inli-Cigar
retien vorläge, war abwesend bei der
Abstimmung über die AntiSchntips
tabakvorlage, und stimmte für die
Fraueiislimmrechtsvorlage.
ist uns zu Chrcn gekommen,
daß das deutsche Element Stark
(founti)* empört ist, weil Claude C.
Turner, Hansmitglieb ane Gladstone
für Franenüiminrccht stimmte. Vir
wollen deshalb an dieser Stelle be
merken, bafj Claude (f. Turner ein
treuer Frennd de* liberalen Elemente
ist und feinen honours verdient. Cr
hat in der Legislatur bewiesen, bat
er unser Freund ist und die Teutschen
sollten ihm nickt Mißachtung, sondern
Achtung schenken. Wir haben über
haupt gesagt, daß Tistrik Nr 31 gut
vertreten war. Nun kommt uns zu
Ohren, das Claude C. Turner ange
griffen wird, weil er für die Frauen
stimmrechtsvorlage stimmte, wie das
amtliche Protokoll nachweist, und wie
wir deshalb berichten mußten. That
sache aber in. das Herr Claude C.
Turner gar nicht anwesend war. als
über diese Vorlage abgestimmt wurde,
sondern einer Comitesitzung beiwohn
te. Wir sehen uns genothigt, schon
jetzt unseren feiern etwas besannt zu
modicn, was wir uns eigentlich für ei
ne Reihe anderer Vlimätie beiseite ge
legt hatten, nämlich: In den letzten
Tagen der Legislatursitzung geschieht
der Namensaufruf bei Abstimmungen
sehr raid). Es ist Regel in der Le
gislatur, das jedes Vertreters Stint»
me, wenn er sich nicht beim Sprecher
entschuldigt, oder bei der Abstimmung
mit Nein nimmt, gezählt wird, als
höbe er für die Vorlage gestimmt,
welche vorliegt. Ties yafiirte auch
Herrn Claude C. Turner. Cr hatte
sich beim Sprecher nicht entschuldigt,
war abwesend und konnte alio nicht
gegen die Fratienslimmrechtsvorlage
stimmen, aber sein Name wurde ge
rufen und da er nicht Nein stimmte,
wurde einfach angenommen, das er
für die Frauemtimmrechtviiorlage
stimmte. Ties alio erklärt, weshalb
im amtlichen Protokoll angegeben ist,
Herr Claude C. Turner habe für die
Frouenftimmrechtstiorlage gestimmt.
Nicht allein Herrn Clattbe C. Turner,
auch vielen anderen Haiismitgliebern
erging es so, und als diese Wind be
kamen, was vafsirt war, tieften Sie
durch Hausmitglied Owens beim
Sprecher ankündigen, das am folgen
den Tage ein Antrag aus Wicbcrcr
wägung der Abstimmung gestellt wer
den würde. Der Antrag wurde auch
gestellt und da zeigte es sich, das viele
Hausmitglieder für denselben waren,
die tags zuvor angeblich für Frauen
ftimmrecht gestimmt haben sollten.
Unter diese,, war auch Claude C. Tur
ner, denn er wollte die Abstimmung
umwerfen, aber trotz seines KmnpseS
unb trotz aller Ventil innigen liberal
gesinnter Hmisniitgtieber, konnte bie
Abstimmung nicht in Wiebererwä
gung gezogen werden, weil ein An
trag angenommen wurde, den Antrag
ant Wiebererroägung auf den Tisch
zu legen. Solche unserer Leser, die
'choii Legislatursitzungen beiwohnten,
werden bett Webrauch in bett Schluss
sitznngen kennen. Cs thut uns sehr
u'ib, di's das deutsche. Clement Stark
Coiinti)«, wen» es wahr ist was wir
boren, sich gegen Glaube C. Turner
genuMibet hat, und wir hoffen nun,
es sich ihin wieber stärker als je
ziiwenbet, bettn Herr Turner ist ber
beste Freund des liberalen Elementes
ltttb teilte untrr allen Umständen wie
dergewählt werben, denn er in unser
Freund! Wir aber konnten nicht an
ders berichten als bas Protokoll nach
weist und wollten nicht in diese Ein
zelheiten eingehen, weil wir fürchte
ten, die Wcidtichtc könnte für die Leier
zu verwickelt werden und sie im1 lei
ten. Wir geben die Erklärung, weil
wir vernehmen, das in Stark County
am 19. Februar (heute) eine große
politische Zusammenkunft stattfindet,
bei welcher über voraussichtliche Can
didaten für die Legislatur gesprochen
wird. Wenn so, dann achtet darauf,
das Glaub'* C. Turner aus Gladstone
euere Unterstützung bekommt. Er hat
das deutsche Element Stark Counws
richtig vertreten und beging nur die
Unvorsichtigkeit, sich beim Sprecher
nicht wegen Abwesenheit entschuldigen
zu lassen. Wir hoffen, die Teutschen
in Stark County werden nun klar
sehen. Aus diesem Vorfall ist auch
ersichtlich, wie leicht es ist auf politi
sclx'in Gebiete bei den denkbar besten
Absichten einen schlimmen Fehler zu
ntadicn. Wir betonen nochmals: wir
vernehmen, daß Claude C. Turner
wieber als Canbidat für Hansmit
glieb auftritt, unb wir empfehlen
dringend feine Wiederwahl- Wir
treiben in Diesen Aufsätzen keine Par
teipolitik unb finb nur darauf bebacht,
liberalgesinnte Männer zu empfehlen,
ganz gleich zu welcher politischen Par
tei sie gehören mögen. Auf derselben
Grundlage arbeitet auch der Teutsch
Amerikanische Gentralbunb von Nord
Xakota und der ganze Nationolbund
des Landes. Wir wollen freisinnige
Männer in die Legislaturen wählen
—feine Mucker und Heuchler?—Also:
allemal für Claude C. Turner!
Tistrikt 32
Tiefer umfaßt Ebby und Foster
Counties und ist vertreten durch ei
nen Senator und zwei Hausmitglie
der. Ter Name des Senators ist S.
M. Putnam, seine Heimath ist New
Rockford in Eddy County. Tie Na
men ber beiden Hausmitglieber finb
T. N. Putnam, aus Carrington in
Foster County unb W. M. Bartley
aus Shenenne in Ebbt) County. So
mit hat Foiter County nur ein Haus
mitglieb, Eddy County aber ein Haus
mitglied und den Senator. Tas
deutsche Element in diesem Tistrikt ist
nicht gerade sehr stark, aber immerhin
bebeutend genug, Ansprüche zu er
heben.
Senator S. M. Putnam stimmte
gegen Initiative, Referendum unb
Rückruf, für die Anti-Cigarretten-,
für die Ann-Schnupftabak- unb auch
für die Frmtenniinntrechtsvorlage.
Verkehrt in allen vier Fragen? Was
sagt das liberale Element des Ti°
strikte, dazu? £ber wohnen in diesen
beiden Counties feine freisinnigen
Menschen mit vernünftigen Ansich
ten? Wen» doch, warum senden sie
einen solchen Mann in ben Senat?
Putnam hat zwei Termine gebient u.
somit ist in biesent Tistrift ein neuer
enator diesen Herbst zu wählen.
Putnam sollte nicht wieder gewählt
werben, denn er ist ein Zwangsge
setzler, der dem Volfe, das ihn wählt,
kein Vertrauen scheust, sonst hätte er
nicht gegen Initiative und Referen
dum und Rückruf gestimmt. Sdjafft
ihn euch vom Halse, salls er die
redheit haben sollte, wieder als
Canbidat aufzutreten! Schickt einen
freisinnigen Mann als Senator nach
Bismarck!
toenail wie et stimmte auch fein
Namensvetter, das Hausiiiitglied T.
N. Putnam aus Carrington. Also weg
mit beiden Putnaius! Scheinen nette
Vrüber zu sein!—Hausmitglieb hart
ley aus Sheyeime stimmte wenigstens
für Initiative, Referendum unb Rück
ruf, war abwesend bei ber Abstim
mung über bie Anti-Eigarrettenvorla
ge, und stimmte dann für die Anti
Schnupftabak- und auch für die Frau
enstimmrechtsvorlage. Wir wollen
Vartley die Anerkennung nicht versa
gen. bas er wenigstens in einer Frage
richtig stimmte, aber es ist klar ersicht
lich, baß dieser Tistrikt. umfassend
biefe beiden Counties, vom liberalen
Stanbpunkte betrachtet, erbärmlich
schlecht vertreten war. Wachet auf,
ihr Teutschen dort und sammelt um
cud) Männer mit vernünftigen Ansich
ten anderer Nationalität, und macht
zusammen mit diesen dem Einfluß
soldier Männer wie die Putnaius finb,
ein Cube! Leid thut es uns. bas bie
Teutschen in diesen beiden Counties
nid)t längst sich entschlossen haben, ei
nen oder mehrere Zweige des Staats
verban bes zu gntnben. In und um
Carrington finb Teutsche genug bies
zu bewerkstelligen! Ans der Uinge
gettd von Bar low in Foster County
erschienen auf einer Jahresversamm
lung beS Staatsverbanbes zu James«
town ein paar Tentsd)e, welche sich
für die gute Sache zu itttereffiren sdjic
tum. Was ist ans ihnen geworden?
Sie schienen damals sd)on geneigt,
bort Zweige zu grüubeti, aber es un
terblieb. Liebe Stamniesgenossen,
zögert nidt länger, wenn ihr betn
Treiben der ^wangsgesetzler ein Ende
machen wollt!
... ^egen Raummangel müssen wir
für diese Woche hier abbrechen. Mehr
in nächster Nummer.
Abonttirt auf den Staats-Anzeiger.
gar vt»«tA.«»zeiGer, T., brn 19. RfSrwer.
Wie in Nummer 28 des Staats»
Anzeiger angekündigt, fand am 10.
Februar zu Wiihck N. T. eine Con
vention der Zweige des Teittt'ch-Aine
rikaniichen Centraibundes von Nord
Takota statt, welcher beizuwohnen wir
leider geschäftlich verhindert waren.
Herr E. Mötkel, Präsident des
Zweiges in Wiihck und korrefpon
dirender Sekretär des Staatsverban
bes, bedauert in einem Vriefe, baß
mir nicht anwesend sein konnten und
berichtet, das bie Zusammenkunft
durchaus harmonisch unb enthusia
stisch verlies.
Nachstehend folgt der amtliche Be
richt über die Convention:
In Wishek Nord-Takota versam
melten sich am 10. Februar die Ver
treter ber beutichen Vereine in Logan
unb MeIntosh Counties, laut erlas
sencn Aufrufs.
Ter Namensaufruf ergab, daß die
Zweige vertreten waren wie folgt:
Aus Wishek:
Aus Ashley:
Ioh. Geißler, Ioh. Rau, Ys. A
Meidinger, Ioh. Lämmle, Ioh. Hoff
mann, Jakob Bender, Ioh. Wishek.
Aus Lehr:
Adolf Nagel.
Aus Hellwig:
Friedrich Giefer, I. Meidinger.
Georg Rott. Phillip Wähl, gted
Wolf.
Aus Fredonia:
Gottlieb Ianke, Johann Haag,
Fred Geißler. Martin Bürkle, F. G.
Wolf, Ioh. Wolf, Christ. WothM.
I. Graf, S. Wittmayer.
Aus Gackle:
Georg Elhard, Fr. Rott.
Aus Selm:
Friedrich Flegel.
Nad) Einsicht der Mandate wurden
alle Vertreter als zu Sitz und Stimme
berechtigt erklärt.
Herr E. Möckel aus Wishek setzte
in kurzen Worten den Zweck der Zu
sammenkunst auseinander und mahn
te in ernsten Worten das Temschthum
zur Einigkeit und forderte alle Ver
treter auf, auch ihre Ansichten kund
zu geben.
Nach einer dllgemeinen Bespreche
ting, die in voller Harmonie verlies,
hielt auch Herr John Wishek aus
Ashley eine Rede, die sehr beifällig
aufgenommen wurde.
Auch Herr Pastor Willms aus
Wishek gab in einer wohlgewählten
Rebe seiner Freube Ausbruck über
biefe Zusammenkunft unb sprach ge
gen alle Zwangsgesetze, wie besonders
gegen Frauenstimmrecht. Tie An
sprache würbe lebhaft applaubirt.
Es würbe beschlossen, einen Pro
testbcschluB gegen nationweite Pro
hibition zu fassen und diesen nach
Washington zu senden. Ter Protest
beidiltti machte die Runde unter den
Vertretern und wurde von allen im»
terzeichnet.
Weiter wurde beschlossen, daß die
Delegaten aller beutidien Vereine in
Logan und MeIntosh Counties sich
micberuin am 2(1. März 1914 in
Wishes versammeln sollen, und daß
jeder Verein zu einem Delegaten von
je 10 Gliedern oder dem Haupt
brudstheU dieser Zahl, berechtigt fein
sein soll.
Hierauf erfolgte Vertagung der
Sitzung bis 7 Uhr abends desselben
Tages.
Abeudfitzung.
Die vertagte Sitzung toltrbe kurz
nach sieben Uhr abettbs vom Vorsitzen
ben E. Möckel in richtiger Form er
öffnet unb zur Ordnung gerufen.
Eine Debatte über Frauenstimm
recht stand auf der Tagesordnung.
Nachbetn viele Redner sich darüber
ausgesprochen hatten, wurde einstim
mig der Beschluß gefaßt, daß die
Zweige von Logan unb MeIntosh
Counties entschieden Stellung nch«
men gegen Frauenstimmrecht.
Es folgten weitere Ansprachen ber
schiebener Vertreter und ein allgemei
ner Austausch über Einführung deut
schen Schulunterrichts in den Volks
und Gemeindeschulen..
Hierauf wurde einstimmig beschlos
sen, daß die Zweige in Logan nub
MeIntosh Counties mit aller Macht
baraufhin arbeiten sollen, daß rieben
ber euglisdwit auch die deutsche
Sprache in den Schulen gelehrt wer
be, und das Bestreben des Staatsver
ban des mit allen Kreisten, zu unter
stützen.
Tic Konvention verlies in denkbar
idiönster Harmonie und alle Vertreter
trennten sich in dem Bewußtsein, ein
gutes Werk vollbracht ttttb einen an
genehmen Tag verlebt zu haben.
E. Möckel, Friedrich Gieser,
Vorsitzender. Georg Clhard,
Sekretäre
O E
MCKENZIE
,,Der Stolz *0« Bismarck"
Absolut Neuerlicher
Nach Europäischem Muster
(Mut genug für Jedermann
Toch zu gut für Niemanden
Nur das beste von Allein
Und zu mäßigsten Preisen
Preise:
Zimmer mit Huchem und kaltem Wasser $1.00
per Tag mit Waschzimmer $1.25 mit Badezim
mer $1.50, $2.00, $2.50 bis $4.00 zwei Perso
nen in einem Zimmer zu anderthalben Preise.
Club-Frühstück 25c «ab aufwärt«
Mittags Imbiß 35c
Abends Tinaer 60c
Mahlzeiten per Speisekarte zu jeder Stunde
(?. Patterson, yiqcnthiimer
Exekutiv Sitzung
Des Rord-Dakota'er Staats'
Verbandes
Eine Erekutiv-Sitznng des Teutsch
Amerikanischen Ccntralhunbes von
Rorb-Takota finbet am Tonnerstag,
den 2(). Februar um 9 Uhr vormit
tag» zu Jamestown statt. Alle Glie
der ber Exekutive des Verbandes find
gebeten, sich einzufinden. Herr Ernst
Möckel, korrespondirender Sekretär
des Verbanbes, hielt es rathsam die
Sitzung in Jamestown zu halten unb
ersuchte uns, biefe Bekanntmachung
im Blatte zu erlassen.
Ich bitt selbst nicht eingeschriebene
Leserin des Blattes, will ober haben,
das mein Bruder Valentin Bad
itteier in Ponjatowka Sübruszland es
wird und sende somit ben Betrag ein.
(Alles in Orbnung. Blatt ging dem
Bruder zu. Als Prämie sandten wir
ihm einen Kalender, da Landkarten
nicht mehr zu haben sind. Besten
Tank!—Red. Staats-Anzeiger.)
Neulich las ich auch im Staats
Anzeiger. das Benedik Teibert und
Katharina Bachmeier den Bund der
Ehe gesd)lossen haben. Ta ich auch
eine geborene Bachmeier bin, möchte
id) Herrn Teibert bitten zu berichten,
wer die Eltern seiner ^rau sind. Id)
schrieb schon viele Briese nach Nord
Tafota, bleibe aber ohne Antwort.
Attd) von Freund Adam Schuh
habe ich noch den ersten Brief zil er
warten.
Bis zum April gehe ich aufs Land
und dann werbe auch ich das Blatt
bestellen.
Gruß an den Bruder, an Eaferi
und Frau Magdalena Senger, unt
an den Leserkreis des Blattes, von
Magdalena Anhelcher,
von Matheis Bachmeier.
Elardee, 25. Januar.
Ich möchte den Lesern ein paar
Zeilen von meiner achtmonatlichen
Erfahrung in Canada berichten.
Also, liebe Leute, hier ist es nicht so
schlecht wie es in den Ber. Staaten
gemacht wird. Aber, gerade wie Ca
nada in den 93er. Staaten verschrien
wird, so wird hier auf die Ver. Staa
ten geschimpft. Natürlich immer nur
von Leuten, die nicht beide Länder
kennen mtb somit nicht recht wissen,
was sie thun. Ich bin ziemlich weit
in Canaba herumgekommen unb
muß der Wahrheit gemäß berichten,
daß der Untcrsdieb im Klima zwi
schen
Nord-Takota und dieser Ge
gettd verschwindend klein ist. Tas
Klima ist einfad) dasselbe, aber das
Santo
hier ist besser und schwerer als
in Nord-Takota, und deshalb würde
.es sicher keinen Takotaer gereuen,
hier eins oder zwei Viertel Land zu
besitzen. Freilich, hier gutes Land zu
bekommen ist jetzt nicht mehr so leicht
wie früher, wo man in zwei oder drei
Tagen solches finden konnte. Id)
selbst war vier Monate hier, ehe es
mir gelang etwas gutes zu finden.
So wirb es allen gehen, 'die jetzt nach
Canaba ziehen, weil eben das gute
Laub knapper wird.
Gruß an alle Leser des Blattes in
der neuen ttttb alten Welt von
Bartholomäus Heitmann.
Kendal, 25. Januar.
Wir hatten in 1913 hier eine gute
Ernte und bauten 20 bis 2ä Büschel
Weizen und 40 bis 50 Busdiel Hafer
Acker. Hoffentlich bekommen
wir dieses Jahr wieder eine so gute
Ernte!
Ter Gesundheitszustand hier ist
nicht gut. Es herrscht viel Krank
heit. (Wir erhielten $1 für das
Blatt. Besten Tank!—Red. Staate
Anzeiger.)
Am 5. Januar starb mein Vater
Tominik Ritts an einem Leberleiden
im Alter von 63 Jahren. Er ist ge
bürtig aus der Kolonie Elsaß in
üdnißland.
Im 76. Lebensjahre starb auch Jo
seph Teiß, gebürtig aus der Kolonie
Mannheim in Südrußland, und wei»
tcr starb noch Adam Klotz im 70. Le
bensjahre.
Bei meinem Schwager Franz
Riszling starb eine Tochter im Alter
von 10 Iahren und tücte Kinder sind
früher schon gestorben und eine
große Anzahl liegt krank darnieder.
Zelma, 26. Januar.
Ten Regensburger Marienkalen
der als Prämie habe ich erhalten.
Besten Tank!
Ncnlid) las ich im Blatte eine
Korrespondenz aus Selz Sübruß
lattb, aber nur mit Buchstaben unter
zeichnet. Es wäre fidier besser, wenn
bie Herren Korrespondenten sich nicht
scheuen würden, der Redaktion zu er
lauben, ihren vollen Namen zu ge
brauchen.
Möchte wissen, ob Nikolaus Ter
zapf noch Leser des Blattes ist. Wenn
nicht, bitte id) Nikolaus, sich das Blatt
kommen zu lassen. (Ta Sie nicht
schreiben wo Herr Terzapf sich auf
hält, können wir nicht sagen ob er
Leser bes Blattes ist oder nicht.—
Red. Staats-Anzeiger.)
Joseph Usselmann ist ant 9. Ja
nuar von Rußland abgereist und
wandert nach Amerika aus.
Tie Frau des Anton Hut, Enke
lina, ist den 4. Januar in Odessa
Südrußlanb gestorben. Tas ist ein
schlimmer Schlag für den armen
Mattn und feine vier Kinder.
Gruß an alle Leser des Blattes
hüben und drüben.
Ferdinand Usselmann.
Scott, 27. Januar.
Mein Nachbar Johannes Lauinger
fauste sich ein Speifehaus in der
neuen Stadt Tramping Lake.
Valentin Holz in der Malotfchna
im Tattrischen Gouvernement in Süd
rußlanb möchte id) bitten um die
Abresse bes Anbrcns Balanes, der im
mer bei ihm über Rächt blieb. (Abres
sengesttche kosten nach bicsetn 25 Cents
unb werben nicht mehr in bett Korre
sponbenzen aufgenommen, fonbern
nur an anderem Platze unter einer be
sonderen Überschrift. Wir bitten,
fid) das zu merken.—Red. Staats
Anzeiger.)
Auf der Hcirathsliste stehenMichael
Iahncr von Johannes mit Franziska
Letncr von Jakob. Tic Trauung soll
am 3. Februar stattfinden.
Gruß hüben und drüben von,
Franz Schere,
yv, von Franz.
v jliam 29. Januar.
Seit drei Monaten bin ich aus
Mannheim Sübrußland ausgewan
bert und hier in Regina Canada
wohnhaft. Bin natürlich auch Leser
des Staats-Anzeiger geworden und
bestätige den Empfang des schonen
Regcnsburger Marienkalenders. So
weit gefällt es mir sehr gut hier, ob
schon es sehr kalt geworden ist.
Mochte wissen, ob Vetter Tominik
Schuck aud) Leser des Blattes ist.
Hätte gerne feine Abresse, unb die
meiner Kameraben Kasimir und
Volk, von denen ich im Blatte
fiepot
'Pur*
I' mgrck, N. Dak'
Luuch-Zimmer in Verbindung, offen Tag und
Nacht.
Zu folgenden Preisen findet man Quartier im
McKenzie:
Zimmer mit heißem und kaltem Wasser und
drei Mahlzeiten, $2.10 per Tag heißes und kal
tes Wasser mit Waschzimmer, $2.35 mit Bade
zimmer, $2.60.
Elektrische Personen- und Fracht-Fahrstühle
Gesellschaftszimmer im siebente« Stockwerk
«tgrntitirr tSitlinliofpnrl!, Hismitrdi, !t. II.
gelesen Habe. Bitte alle, mir ihre
Abrcssc zu senden.
Gruß an Konrad Schiss in Mann
heim Südrußland, sowie besonders an
meine Eltern und Geschwister Hein
rich Schuck in Rußland.
Joseph Hoffart.
Trampittg Lake, 2. Februar.
Tiefes neue Städtchen wächst rasch
empor und die Gcsd)äfte gehen flott.
Unser Speiseliausbesitzer bekam
das Stabtlcbcn satt und verkaufte aus
an die Gebrüder Lauinger, denen ich
viel Glück wünsche.
Neulich weilten aus Besuch bei uns
mein Schwager Pfeifer und Herr und
Frau Unser und wir hatten gute Zei
ten. Beim Abschied versprachen sie
von sich hören zu lassen, sobald sie
ttad) Hause kommen, aber bis jetzt
habe id) nichts gehört von ihnen. Es
wird doch ihnen kein Unfall zuge
stoßen fein?
Ich hätte gerne die Adresse des
Stephan Heinrich, früher in Towner
N. T. wohnhaft. (Adressengesuche
werden nad) dieser Woche nur an ei
ner besonderen Stelle des Blattes aus
genommen und kosten für jedes Ge
such 25 Cents.—Wir erhielten $4.25
und übersenden Ihnen das Nähbesteck,
wie gewünscht. Besten Tank!—Red.
Staats-Anzeiger.)
Ter Winter ist endlich hier einge
kehrt. Wir haben viel Schnee bei
grimmiger Kälte.
Gruß allerseits von
In Nummer 26 las ich zu meiner
Freude auch wieder einmal eine
Korrespondenz meines Kameraden
Phillip Keller in Harvey N. D. Nur
immer vorwärts, Phillip!
Wir hatten die vergangenen zwei
Wochen sehr kaltes Wetter bei etwa
einem Fuß Schnee.
Am 27. Januar hatte ich die Ehre
einer Hochzeit beizuwohnen. Es ver
heirateten sich nämlich Edward
Pfarfenroth mit Ffl. Helena Berg,
Tochter des Christian Berg. Wir und
alle Gäste hatten gute Zeiten.
Weiter verheiratben sich noch diesen
Winter Johannes Sackmann mit Bar
bara Fischer, Christian Metz mit
Torothea Weiibtanb, unb Samuel
Lentz mit einem Fräulein Tuffler.
Verlobt haben sich John BroSli
kos mit Susanna Kuhjard. Die
Trauung soll am 12. Februar statt
finden.
Ter etwa 50 Meilen von hier woh
nenbe John Akennann weilte letzte
Wod)e hier auf Besuch, begleichen
and) Emanuel Hogel aus Schuler
Atta. Canada.
Nächsten Monat soll die neue Bolt
unb Nut Fabrik (èifenbolzenfabrik)
eröffnet werden. Gut für die Ar
beiter, denn hier arbeiten Hunderte
Menschen für die Stadt für 75 Cents
auf den Tag. Gewiß eine Schande!
Im Märzmonat soll auch die neue
Bierbrauerei anfangen zu arbeiten.
Niel Glück dazu!
Herr Gottlieb Metz eröffnete in un
serer Nachbarschaft einen neuen
Grocenilaitbert (Eßwaarcnlaben.)
Möchte wissen, ob Georg Schmalz
in Hague N. T. Leser bes Blattes ist
ober nicht. (Ist nicht eingeschriebe
ner Leser.—Reb. Staats-Anzeiger.)
Weiter habe ich nachzutragen, daß
Taniel Renke unb Rosa Vögele gleich
falls sich tierbeiratbeten. Nach der
Hochzeit reisten sie nach Nord-Takota,
Ivo
sie ihre Hei math machen.
Dmß allerseits von
Franz A. gtoflti?,
Abonnirt aus den Staats-Anzeiger,
die tonangebende deutsche Zeitung
jRfjUfo- ififli
[pin'

«8MARCK PRINTING COMPANY
BMtnd as »econd-clase matter, Hey 2,1913,
«t the peat oHiee at BlMnarek, It. D., mmimr tke
Aet el March 3,1879.
PaMiahed Every Thursday, at Biamarck, N. D.
Subscription Price 1.60 per Annum
A o n n e me n SP e i
S:
e i s e n e A e n o n W a k e
Convention dor Zweige von
Loga« «. «eAntosh «s««ti-s
E. Möckel, I. Weher, I. Wolf, I.
Fode. Fred Wald, Marl Mayer, T.
Nickisch, I. Seiler, Israel Hilden
brand, Georg Rath, John Bosche,
Adem Schock, Jakob Sprenger, Hein
rid) Rodewald, Adam Weidenbach,
Jakob Eisenbeis, Markus Wald,
Joseph Schwedlafs. Jakob Perlenfein,
Göttlich Eisemann, Christ. Tobler,
Anton Masseth.
Aus Canada
Saskatchewan.
Regina. 24. Januar.
Grus an alle Staats-Anzeigerle
ser von
Johannes Rink,
von Tominik.
Ab-nivielf Ftrepnxis European
Rah-j» St 00 per Dap unit a
(I PattersoB. Oirner 4 P+D]
Adam Halter.
Alberta.
Medicine Hat, 30. Jan«?.

xml | txt