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Der Staats=Anzeiger. (Rugby, N.D.) 1906-current, March 19, 1914, Image 2

Image and text provided by State Historical Society of North Dakota

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Blatt können jf »»rirtt qt matbt werben, be on toit
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in Wnfilaiib bestellen wollen,
miifltn
lit »eldiâftltübrnee.
Spezial-Korrespondenz.
Mtaßna, Bcssarabicn,
20. Jaimar.
Liemer Mcdaftionär!
Wann mer aroer mal wo rinn ge
riefelt is. dann fiuimit 111er schwer
ober gar niinmi raus. Wie ichs ersch
te in vi e Vlrtifel an de Staats Anzei
flcr beschrieb Hann, dann mar mei
Mel,nuiig nor tnol mei Herz ausleere,
awer wie ich siehn, so is der Staate-
Anzeiger wie e großes Mehr—wann
Itter dort e bische rinn gellt, dann
fangt das Wasser an en weiter rinzu
jiehe, im iuatiit mer dann mit versaufe
will, dann muß mer lerne schwemme,
und wann mer da5 tnol kann, dann
friet mer in dem schöne große Wasser
ganzi wuscht im schwemmt immer
weiter, bis mer e ganzer Schwemm
Vogel is. So gehts mir mit dem
Staats-Anzeiger, Wann mer halt
das schöne Waat vor die Aue friet
un viiii so viel Freiiiö im Bekannte
be Artikel lest, dann kann mere Maul
nitt balle un muß immer wider
schreiwe. Ich Hann als schiin gedenkt,
baß ich mit meint Gekritzel im Blaat
nor Platz versperr, awer wie ich aus
Briefe gehört Hann, wo doherr summ
sinn, daß mei Landslcit dort in dr
iteie Welt mei Artikel gern lese im
wann se e frischt Nummer erhalle vor
allem im Blaat suche ob nitt e Artikel
vun mir drimi is, so will ich desivege
immer noch meine Vandsleit die Neu
igfeitc von do schreiwe, so lang wies
for mei Artikel im Blaat Platz iwerich
is
on Sr. 24 fordert mich Herr L.
i'öb iif wann ich wieder e Korrespon
denz schreib, soll ich doch die Name
vun de Bitroc wo geschoß Ivor sin be
richte. Pun dene Biiwc wo geschoß
wor sinn, das Hann nitt ich beschrieb,
das hat der „Aach e Bauer" geichrieb.
%ür Farmer und KauSväter
Nützlichstes Werkzeug
A
Ich denk ihr werd doch schun im Blaat
geles Hann, daß der „Aach e Bauer"
nitt hochdeutsch un ach nitt in dr
Mroßner Siroch schreiwe kann. Ter
„Aach e Bauer" hat sich doch kürzlich
im Blaat ingeschlich wie beigelafe
IIes Ferd un sucht an meine Artikle
rum as wenn die zum treffe wäre.
Aroer ich denk bene „Aach e Bauer"
nibr ich um mei Artikle rinn wie um
Weriefiiotcl, im dann roes'r noch nitt
was es is. Wann mer do nor so
»frichtig die WoHrheit schreiwe durst
wie bei euch in Amerika, dann bat ich
die Wohrbeit cius'm ff schreiwe wie se
Herr Peter Vetfch aus Brazil, N, X.
geschrieb bot iiroer die Ungerechtig
keit in Nord Dakota, awer geht mer
do e bische dicht an die Wohrheit.
un 's trefft noch dene wo am Amt is.
dann bann sc en gleich im .Stämmerdic,
Ihr meent wobl do bei uns sinn se
nitt io dumm bei die Wahle wo die
Anitc-männer gewählt wäre wie bei
euch dort? To bei uns is mer aach
so wen ich vorsichtig im wähle wie bei
euch dort. Wann die ^eit do is itio'r
sich e Bien suche kennt wo ihm Honig
bringe thut, sucht's sich e Wesp, wo
ehiii alle lag das Gnies veriiecht daß'r
beiiioli doll werd, Tie „Aach e Bauet"
sinn bei uns vun dene Wespe, summt
awer e Wahl wo a Anitsinaiut ge
wählt wäre muß. dann sin die Wäh
ler so dumm daß's zum erbarme is,
Tann werd nitt gekiift im gesucht was
ihm als armer Mann zum Nutze wär,
er sucht dann was ein antterc zum
Nutze is, wo ers doch clchn nötich
hät! To beschts awer aach.: wer sich
ehver in de Sack st opt brauch mim ein
aiiiiere nitt rinngeslopt were, der is
schun drimi im brauch dein dann nitt
die Schuld geiin wo ihn dann drinn
verklopt daß'r im Sack is. Mach
awer bei Aue us un such wann du in
dr Noth bischt noch söhne t'eut wo dir
helfe, un nitt noch white wo dich im
Sack Dcrklopc. Web bei Wählstiinm
bei euer Wahl so ein Mann wo in dei
Noth rinn kukt, un nitt drüwer naus,
dan,, hascht e Mann als Amtsmann
gewählt wo bestrebt is, dich aus deiner
Armuth helfe remsreiße, un nitt drü
wer naus tappt wie e blinnes Fcrd.
Aroer is mer bei ener Wahl un horcht
zu wie die Wahle abgefaßt wäre,
bann muß mer sich die Ohre zuHalle,
dann werd mer nitt höre daß e Mann
gewählt were soll for de arme Mann
Sorchc trahn dät ober wenigschtens de
bei Ausbesserung von
Geschirr, Sattel«, Riemen,
Schuhe«, u. I, w.
1
or «djnfUnäpcr ^frn-men
Der Ttaats-Anzeiger
offerirt diesen Pfriemen allen alte» und neuen Lesern, welche das
Blatt ein Jahr vorauszahlen bei Nachzahlung von nur HO Cents.
(Kostet $1.00 per Stück von der Fabrik bezogen und wird von Haust
rem zu $2.00 bis zu $H.OO verkauft.) Neueste und beste Erfindung
auf dein Gebiete automatischer Schnellnäher. So ein fad), daß Jeder
ihn gebrauchen kann. Mit diesem Pfrieme« näht man Geschirr,
Schuhe. Seite, Treibriemen, Sattel, Teppiche. Reisetaschen und über
Haupt alles schwere oder dicke Material.
liefe :..\ i:j jeigt de» Pfriemen durchschnitten, um die im Griff
enthaltene Spule und die Nadeln zu zeigen.
tirtta Nabeln kosten 5 Cents das Stück, 50 Cents das Dutzend.
Ertta Spuren mit Kadett kosten 15 Cents das Stück oder $1 per
xutzcnö^ Ter Faden, feiner oder grober, wird auch auf Spulen,
welche 50_JJarbs enthalten, geliefert und zwar für 15 Cents per
50 2)arb Spule ober zu $1 per Tutzend Spulen. Tiefe Sachen Hai
ten wir nicht aus Lager. Sie sind zu beziehen von S. Blake Willsöen,
32. £0. Wabash Avenue, Chicago. Illinois.
Ter echiicllnäbtr enthält die spitzigsten Nabeln und auch solche
speziell zum Nähen oder Flicken von Schuhen geeignet. Ter Näh
Taben ist auf einer Spule aufgerollt und wickelt sich automatisch ab.
Alles ist im Griff enthalten und aus dem Wege. Weder Schrauben,
scblüssel noch Schraubenzieher sind nothwendig wie bei vielen anderen
Pfriemen. Tas Werkzeug ist geschlossen nur fünf Zoll lang und 1%
Zoll dick und kann bequem in der Tasche getragen werdeii—stell
fertig zum Gebrauch. Es ist, kurz gesagt, ein unentbehrliches Werk
zeug für Farmer uiib Hausväter.
I Wir geben den Schnellnüher frei
in Clubs Don vier vorauszahlenden Lesern, bei Einsendung von $6
(ein alter und drei neue Leser genügen.) Tabei erhält jeder der vier
Leser die berühmte «prungstderscherre postfrei als Prämie zuge
sandt und der Einsender der drei neuen Leser noch dazu ben Pfrieme«
"1* Wefchcnf für seine Mühe. (Man lese auch die diesbezügliche
Anzeige an anberer Stelle dieses Blattes,)
Adresfirt alle Briefe und Geldsendungen:
Der Staats-Anzeiger,
Leser in Canada haben bie Zollgebühr selbst zu tragen.
Bismarck, N.D.
uV'-s
arme in dr Person mit'm reiche gleich
stelle dät, dann muß reicher gewählt
sinn. Wanns bann e Mann is wo bei
seiner Reichthum sc Stolz hat. un
Mitleib mit'm arme hat, dann is's
noch gut, sonne sinn aroer unncr de
reiche binn mer zu finite, int somit
werd dann gewöhnlich ener gewählt
wo de arme fo's Gnies rumdreht, daß
se etliche Johr zu thun Hann bis see
wieder grad mache kenne. Ja, ntei
liemer Leser, werscht bu vun föhne int
Sack geflopt, bann kannscht bers
merke, daß mer bei euer Wahl die Aue
uffhaitn muß un nitt uff so ette falle
wo schöne Hose im Mittel anhat. Tu
wuscht use was im tier seiner Kapp
is un Himer dr West wo dir paßt,
dann hascht ben Nagel uff be Kopp ge
troff, im wann so was e jeder thut,
bann brauch'r ke Angscht Hann daß'r
im Sack geflopt werd, 'sis gut, daß
dr Hänielseppel Dim be Hund erscht
gehnroelt Ivor is, wie ich in nieiin
voriche Artikle genield harnt wär
iiver das nitt gerochn, dann hätt'r
gewiß aach nitt geroißt wie'r de ziopp
halle soll un hätt cm manche arme
Mann e Nippestoß genn. Ti* Amts
leit, muscht wisse, wo so arich hoch
kuke un ziemlich schreie, daß bei söhne
wenig .inner dr StaDP un unner dr
West gutes is. In beulte Familie
wos immer arich geschrait roerb, do
hat mer noch wenig Tugend un gutes
gesinnt, Ich mar schun bei Herrn wo
ich gedenkt haun, wie ich beim Herrn
rin summ bin: was werd der mit dir
anfange, oder wie werd ber dich jetz
anschreie. Unser kleitc Hcrre schreie
wann sc euer vor sich Hann, daß mer
meent er will sei ganzes Blosbalch
verplatze, wie werd der jetz schreie, Ich
hau ti mich awer geert. Ter Herr war
gar nitt so wie ich gedenkt Hann. An
schtatt schreie Hat'r mich hasche hucke,
hat ganz still gefroht was ich bring
uit hat nter uff alles ganz höflich
Auskunft genn. Wie ich ent gefaht
bann, daß mer mir unsre Herre iiroer
io was gar nitt rede berf, un will titer
mol was rede mit cita, dann schreie
sc ein an daß mer beinah die Gichter
friet, bann hat er gelacht un gefaht:
ihr müßt vor betn Schreie sc Angscht
frien un müßt wisse, daß die Küh wo
so arich schreie, ganz wenig Mil ich
genn. llit vun dort au Hann ich nter
geinark, daß stiller Aiutsiiiann e
großer Werth unner dr ^app itn Weit
traht un Hann mich bobrinn aach spä
ter üwerzeit bei unsre Torssbeamte.
Jetz sinn bei uns- schun üroer 15
taatS'Anzeigcrlcscr, un wann sc
betutc noch Iohr lese, bann könnt
bei viele schun e bische meh unner br
.Stopp sinn. Aach die Amerikaner
wäre bis dorthin bische in eh turner
dr iapp Hann, wann se sich fleißig de
Staate-Anzeiger verschreiwe un den
ieliue gründlich durchlese, bann kennt»
mit ihre Senator«? noch em Iohr
bische oitiierjcht laute, un aach mit
ihre Gesetze. Mcrkts euch, ihr Ameri
kaner: wer nitt Hört, muß sichle, tut
io sentit'» aach ganz leicht summe
wann
ihr euch die Warming iin
Staate-Anzeiger nitt zuHei,e nemmt,
dann
kennt ihr iifs Zohr um dieszeit
anstatt Papieros im Maul das
Pf eis che im Maul un das Küwelchc
in die Hand, uit Hciba in de Stall
unner die iliih, un das Weib werd bei
zwei ober drei aimerc Weiwer stehn
im berotbe, wie niers mit
de
Ittel)
Männer
mache werde. Besonders ihr Ii eine
Laiibvleit aus .Slraßita nemmt euch
in acht, un boridit was euch der
Staats-Anzeiger saht, 's wäre ja
sehnn
tiraßticr nach Amerika
gang,
awer weil jetz so is baß die Wci
ivcr das Recht frien solle, do derfor
haun fe jetz Angscht friet, tut welle
matte bis Spetjobr wies baun mit br
Weiwergeschicht aitsfiehn werd. E
Cnimentbüler war kürzlich bei uns in
Mraßua, im hat sich aach e Paß geholt
un will bis März nach Canada ziehn,
im bis Spätjohr, hat'r gefaht, gehn
dann vill, roanu's e bische Crnt g'ebt.
x\ct3
ra Nikios Stahl un sei Aurora.
Schreibt doch im Staats-Anzeiger wer
bei eich dort in Morton County N. T.
de Staats-Anzeiger lest, im wer dort
vun unsre .Straßner wohnt. v»ch denk
wanns jo bleibt wie ich mers jetz vor
geitotttm Hann, dann summ icti bis
Spätjohr aach bei euch. v4) wär dies
johr schun summ, aroer 's hat mer nitt
ausgelaugt zu Billete im ScHiffsfarte,
weil ich e ganzes Rudel .Stinner bann,
im mei Weib Hat gesaht, en du. nter
gehn das Spätjohr noch nitt, nter
warte bis da? anncre, dann roes mer
aach
schun wies dort mit de Weimer
aussieht.
Mit Gruß an bie Rebaktion
E Baâ
Sptzial-Korrespoodenz.
Gonv. Cherson.
ben 1. Februar.
Tie Wintersaaten stehen schwach bei
uns infolge großer Trockenheit, Am
Ii. Tczcniber Hatten wir bei drei Zoll
Schneefall.
Ich hätte längst schon geschrieben»
bin aber immer sehr verhindert«,
denn ich habe nur zwei Söhne, voii
denen einer schon zwei Jahre beini
Militär dient, und den anbereit Haljj
man mir auch weggenommen. Das
iii fiir mich ein harter Schlag, denn
ich bin fast 5(1 Jahre alt und die Ar
beit will nicht mehr so rasch mir von
den Häitbcu gehen wie in früheren
Jahren. Meine Frau liegt auch schon
11 Wochen so schlimm krank barnie
ber, daß man an ihrem Aufkommen
zweifelt.
Soldaten würben bieses Jahr in
Selz: Valentin Jakob von Paul, Ja
kob Reiß DOn Karl, Cntanuel Marbach
von vafob, Melchior Köhler von Ja
fob, itonftaittin Frifon von Ferdinand
Franz Stiefel von Christian, Kilian
Marbach von Anton, Joseph Thomas
von vobanncs, Paul Jakob von Karl,
und Franz Böller von Johannes—
int ganzen zehn Rekruten.
Militärpflichtige nach Amerika zu
bringen dürfte zu (hfde sein. Ter
Agent Jakob Schnall sitzt im Astrock
»nb der Leon Sbarofski ist durchge
brannt. Wenigstens hat man feine
Spur von ihm.
Jakob Hartmann sucht bie Abressc
seines Schwagers Johannes Reiß
von Georg. War früher in Canaba,
jetziger Aufenthalt unbekannt. Er
hat noch etwas Erbtheil in Rußlanb
zugut.
Am 5. Januar hatten wir so ge
waltigen Schneesturm, daß kein Nach
bar zum anderen kommen konnte.
Freilich, das ist gut für die Sommer
saaten.
Gruß an Schwager Anbreas und
Schwester Nikolaus, früher in Canada
wohnhaft, deren Aufenthalt jetzt un
bekannt ist und deren Adresse ich
gerne hätte. (Ein Herr Andreas
Nikolaus ist Leser in Aberdeen Siib
Takota, doch wissen wir nicht, ist es
der richtige oder nicht.—Red, Staats
Anzeiger.) Gruß an Schwiegersohn
und Tochter Franziska Keller, früher
in Meadow, jetzt in Montana, wie
auch Gruß an meine Schwägerin Ro
fiiia Weigcl geb. Weißenburger
Möchte wissen, wo sie sich aufhält und
ob sie noch Witts
rau ist. Gruß auch
an Albert Fahn von Joseph, wie an
die Redaktion und an alle Leser bes
Blattes.
Letztens berichtete ich von b?n bö
sen Weibern, was hier viel Unzu
friedenheit anstiftete, unb so will ich
bettn von ben bösen Weibern schwei
gen und ein wenig über unsere ino
bernen Torfinännlein berichten, und
zwar über solche, bic nur Unfug trei
ben. Zwar bin ich fein großer Febcr
held, aber ich glaube, ich bringe es
fertig, diese Männlein zu beschreiben.
Ein modernes Torfmännlein ist:
Eilt im Tors wohnenbes,
Zur Stabt gerne fahrenbeS,
Straß auf und ab lausendes,
Zigarren ranchcnbeë,
Jubelt besuchendes,
Turch sie Geld borgendes,
Knrdaich ihnen zahlendes.
Weiter flott lebendes,
Im Torfamt sitzendes,
Vor Zorn arg schwitzendes.
Mit andern dort streitendes.
Fremde Meinung nicht leidendes,
Ten Schulzen mißachtendes.
Vielmehr verachtendes.
Ins Loch dann fontntendes,
Nicht hineinwollendes,
Zur Scheitsc laufendes,
Tich dort belaufendes,
Heimwärts dann gehendes.
Gar nicht mehr sehendes,
In ben Schmutz sinkendes.
Zu Haufe wetterndes,
Alles zerschmetterndes,
Weib und Kind schlagendes,
Ihnen nachjagendes.
Endlich hinfallendes,
Still für sich lallendes,
Tann nichts mehr fageubes,
Zuletzt einschlafendes.
Auf ben Pfarrer fchimpfenbes.
Ihn arg beschimpfendes,
Ihn auch verklagendes,
Bittschriften rum tragendes,
Lehrer verschwärzendes.
Ihn herabsetzendes,
Im Tors bcruntipringeitbeë,
Sich Helfer suchendes,
Ihn endlich stürzendes,
Zum Torf ihn naustreibendeS,
In der Kirche schlafendes,
Predigt nicht hörendes.
Viel Jahr nicht beichtendes.
Und selten betendes.
So die Sad) treibendes.
Und zuletzt sterbendes.
Modernes Torfinännlein.
Möchte wissen, ob nicht Joseph unb
Felix Eberle Söhne des Johannes
Ebcrlc sind. Johannes nämlich ist
mein Halbbruder, von bem ich lange
schon nichts gehört habe.
Gruß an den Staats-Anzeiger unb
an ben Leserkreis.
Rubolf Streicher.
Gpezial-Korrespondeaz.
Dowsunskoe im Kaukasus,
ben 2 Februar.
Ich muß berichten, ich weiß gar
nicht, was ich von dem Winter denken
soll, denn wir haben immer warmes,
sonniges Wetter, keinen Schnee, Re­
-«.-
Johannes Völler,
von Philipp.
Spezial-Korrefpondenz.
Kleinliebenthal, Cherson,
ben 1. Februar.
Ter Januar war bis zur Mitte kalt
unb bot gutes Wetter für bie Maiftub,
aber bie zweite Hälfte war milder und
es scheint wir bekommen balb Früh
ling.
Gestorben ist Valentin Götz. Er
hinterläßt eine tieftrauernbc Wittwe
und vier Töchter.
gen ober Frost. Gewiß ein leitender
Winter!
Im Felde fängt alles zu grütten au.
Mehrere Bauern find schon beim Wa
sen ackern und man könnte auch schon
Getreide säen, ober fürchtet doch, baß
es noch Winter werden könnte.
Tann, lieber Freund F. L, Brandt,
muß ich mich bei Ihnen beklagen we
gen meiner Korrespondenzen. Im
JDktober fing ich an, meine Briefe zu
notiren. Ten 5. Oktober schrieb ich
eine Korrespondenz, Tiefe erschien
int Blatte. Tann schrieb ich am 14.
Oftober und sandte zwei Geschichten
mit. Ticse erschien nicht. Wieder
schrieb ich am 20. Oktober und diese
erschien dann int Blatte. Meine zwei
Berichte vom 15. und 25. November
erschienen nicht, dann den 18. Tezettt
ber eine Korrespondenz, am 2. Ja
nuar eine und heute wieder eine. Es
wäre doch schade, wenn alle meine Ar
beit umsonst wäre und ich weiß nicht,
was ich dazu sagen soll. Weiß nicht,
wie es mit den Briefen zugeht. Ent
weder werben hier die Briefmarken
abgenommen und die Briefe vernich
tet, ober was weiß ich was vorgeht.
Tic Adresse schreibe ich doch immer
deutlich und sauber. Wenn ich die
Briefe selbst auf die Post bringe, kom
men sie richtig an Ort und Stelle,
giebt man sie aber in ber Kanzlei ab,
scheint es als ob sie verloren gehen.
Es ist schon vorgekommen, baß ber
Postmeister Briefe zurücksandte, von
denen die Marken abgenommen wor
den waren. Also muß es boch er
bärmliche Ticbc geben, die sich sogar
an Briefen bereichern. So geht es
mir auch mit den Zeitungen. In
Kürze gingen mir Dcrloren Nr. 20
und Nr. 24 des Staats-Anzeiger unb
ich möchte die Redaktion bitten, wenn
möglich, diese Nummern mir zu sen
den, denn ich möchte doch keine missen.
(Thut un» schmerzlich leid, lieber
Freund, wenn Korrespondenzen von
0»^«««rvr
Ihnen Derloren gingen. Wir können
nur konstsltiren, baß wir alle öcröf
fentlichten die wir erhielten, denn wir
warten immer mit Schmerzen auf
solche Berichte. Tic Nummern 20
unb 24 geben Ihnen zu. In Nr. 20
ist einer Ihrer Berichte enthaften und
wir glauben wirklich, wenn Sie alles
nachsehen, werben Sic finden, baß
alles erschien was Sie uns sandten.
Besten Tank und freundichen Gruß!
—Red. Staate-Anzeiger.) So berich.
tele ich auch, daß der Wandergeist wie
der in ben Towsuncr steigt. Etliche
80 Familien haben sich anschreiben
lassen nach dein Ural Tschurun zu
gehen. Es soll eine schöne Gegend
sein. Mehrere haben schon Derkauft
und werden bald abreisen.
Am 25. Januar trat ber erste Pai
sagierzug in Garbachli ein. Jetzt
braucht matt boch nicht mehr so weit
zu fahren bis an die Eisenbahn. Zur
nächsten Station haben wir jetzt 22
Werft.
Auch muß ich berichten, daß unsere
Kirchcnbriibcr wieder auf gethaut find.
Macht wohl bao warnte Winterwetter.
Tie Eivriitöen um das Herz find ge
schmolzen, und das wäre ja auch gut,
wenn alles von reinem Herzen käme,
aber ich glaube das ist nur wieder so
ein Uebergang, so ein sporadisches
Froinmthun. Wenn man Kirchen
britber sein will muß man doch auch
Sonntags zur Kirche gehen, aber statt
dessen gehen viele zum Nachbar, wo
biskiirirt wird unb manche wieder
schleppen sich mit dem Pflug unter der
Kirche durchs Torf, aber der Nach
mittag, der ist bann heilig. Dann
wird gebetet unb gefleht und geweint.
Ich aber denke, wer Sünden ablegen
und Buße thun will, sollte es in der
Kirche thun, oder auch zu Hause im
stillen Kämmerlein zu seinem Gott
beten. So ist es aber: wer einmal den
(Schluß von Seite 6.)
Berendfin-Heilmittel
Wir übernahmen bie General-SIgentur biefer berühmten Heilmit
tel für bic Vereinigten Staaten (nicht fiir's Ausland). Diese finb
ausgeprobt unb in Gebrauch bei beutichen medizinischen Autoritäten,
unb nicht mit ben gewöhnlichen „Patentmebizienen" zu verwechseln
ober zu Dergleichen.
„Beredsin" werden eine Reihe von Mebizinen genannt, welch« nach
jahrelangen Versuchen von einer ber höchsten mebizinijchen Autori
täten einer deutschen Universität entbedft worden finb.
Ticse Medizinen finb registrirt unter No. 2123 „The Proprietary
or Patent Medicine Act."
Wir behaupten nicht, baß irgend ein „Berenbsin" irgenb eine
beliebige Krankheit heilen soll, fonbern jebes Berenbsin Heilmittel
ist besonders für eine bestimmte Krankheit hergestellt worden.
Kein Berettbsiti kommt durch uns zum Verkauf, wenn nicht erst
vorher seine unfehlbare Wirksamkeit an verschiedenen llnitierfitätS
Hospitälern Deutschlands durch unzählige Versuche festgestellt worden
Berendftn No. 1
ist ein Mittel gegen Erkältungen, Husten, Heiserkeit, Bronchitis,
chronischen oder akuten Katarrh des Halses und der Lungen, Mandel
entziinbung und Schlingbeschwerden unb ist von so durchgreifender
Wirkung, daß Heilung meist in 24 bis 48 Stunden erzielt wird.
Ter Preis dieses großartigen Heilmittel ist nur siO Cents per
Flasche, postfrei nach irgend einem Theile der Vcr. Staaten verfanbt
tittb ist gcnügcitb zur Heilung von sechs Erlaltungssällen.
Berendfin No. 2
ist eine cotnbinirte Behandlung zur Heilung von Rheumatismus,
Gicht, Nierenieiben, Neuralgie unb Lumbago.
Obige Krankheiten entstehen durch Harnsäurckrystallc, welche durch
schwache oder erkrankte Nieren nicht zersetzt sind. Diese giftigen
Harnfäurekrtistalle gehen nicht mit dem Urin ob, sondern bleiben im
Blute, und sammeln sich in ben Gelenken und Muskeln an, hier uner
trägliche Schmerzen hervorrufend. Einerseits nun müssen bie Funk
tionen ber Nieren und Leber zu normaler Thätigkeit zurückgebracht
werden durch innerliche Behandlung, andererseits müssen diese Harn
säure-Ansammlungen entfernt oder vertheilt werben durch äußerliche
Behandlung.
Hieraus folgt, daß beide Behandlungen, nämlich „Berendsin No. 2
Tljrt", und „Berendsin No. 2 Einreibung", zu gleicher Zeit angewen
det werden müssen, um das gewünschte Resultat zu erzielen.
Beide Heilmittel sind durch viele Versuche an deutschen Univcrsi
täts'Hospitälcrn so DervoIIkomnutct worden, daß ihre gleichzeitige An
wendung den größten Erfolg hat.
Speziell die Einreibung beseitigt bie rheumatischen Schmerzen in
überraschenb kurzer Zeit, unb sogar gekrümmte Gliebmaßen werben
wieber gerade unb bewegimgsfähig.
Ter Preis der combinirten Behandlung ist $4.00 unb wirb von
uns nach Empfang bes Betrages postfrei nach irgenb einem Theile der
Vcr. Staaten versandt.
Eine solche Behandlung genügt zur Heilung eines leichten Falles
von Rheumatismus, etc. Schwere unb veraltete Fälle benöthigen
entsprechen!» mehr.
Berendfin No. 3
ist ein unvergleichliches Heilmittel bei Unvcrdanlichkcit und sonstige
Magenbeschwerden und bei Appetitlosigkeit.
Der Preis dieses erprobten Heilmittels ist nur 60 Cents per Flasche,
postfrei nach irgend einem Theile ber Vcr. Staaten verfanbt.
Berendfin No. 4
ist ein unvergleichliches Blutreinigungsmittel, wirkt leicht abführend,
regulirt bett Stuhlgang unb ist ein vorzügliches Mittel gegen Ver
stopfung. Preis 60 Cents.
Alle Berenbsin Heilmittel, nämlich No. 1, No. 2, No. 3 unb No. 4
haben wir nun an Hand unb sind bereit diese in beliebigen Mengen
nach Empfang bes Gelbes postfrei zu versenben.
Geldsendungen per Bank Draft. Post- ober Erpreßanweisungen
unb regiftrirte Briese (persönliche Cheks können jjp nicht amuchM«)
finb zu richten an
Der Staats-Anzeiger
(Agenten für Miny^hß, Nord- u. Süb-Dakota unb Montana)

gttrot'l an utile re »orreiponbftitfii Orrt wenbe»,
•It ftlalien blest Unfunblannj, am km Leute» bort
Mt Cadx mtfcntlld) zu trlttdittrn.
0 8 8 8 0 0 O O -f 0 I*
Der StaatS-Angeiger, Bismarck, R. 2., den 19. März.
e schöner Gruß an mei Si itine­
Lock Box 528, Bismarck, N. D.

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