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Der Staats=Anzeiger. (Rugby, N.D.) 1906-current, April 02, 1914, Image 2

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2.
I
Bflftrof!rrrirntlidi
•++1 0
Aus Rußland.
1-++++++40
dot Beachtung!
*^1. OrwrliuiiQfn auf oDrr Gablungen hir bat
fonnrn jrtrr(rit (trmaftt ttitrOtn, brnn roll
Mtbmtn iHritfüunqrn jrbfr^eit mtgffltn. i'rutf al'»,
Wlldif bat iMatt in Rußland btiltOm wollkn. mögt«
Spezial-Korrespoudeaz.
Konstantinofka, Beffarabien
.den 17. Februar.
So muß es kommen.—Äm 14. ds.
Ätë. fuhr ich per Bahn au? der Stadt
Bender und traf auf der Fahrt auch
einen Nei'enden aus dem Aut'cfour
flatter Gebiet, nämlich aus »iaiiM.
der sich 511 mir auf die Bank setzte und
mir wahrend der Fahrt nach Wamari
erzählte, daß er die'e Strecke zum er
sten Male reise und sich darum freue,
einen deutschen jtiann getroffen zu
haben, von welchem er einige nöthige
Sure*r:n«yfunden erhalten könne, rote
er ren Ltainart au? niftier zu fahren
bats? nacb dem übutor Biku? zu sei
nem Bruder V. Sckwcngler. welcker
am 22. JW^ruar die Rei'e nach der
neuen Sri! anzutreten gedenkt. Da
wir dadurch auf Lericdiedenes zu
iprntvn kamen und auch auf die Aus
»xln?rung aus Rußland nack der
neuer. Seit, berührten wir auch das
Tbema. über weichet- ich kürzlich
«chrieb nämlich da*, die Auswanderer
pen den meinen Beförderungsagenten
auf schändlllbe Weise hintergangen
und geprellt werden, daß die meisten
Leute, wenn fie in Halifax ober in
New Aork ankommen, kaum einen
Cent mehr vorzeigen können. Da
theilte mir mein Neiiekollege auch
mit. dag man im Kutichurganer (Ge
biet solchen Agenten ans den Wersen
sei. Man habe dort den Agenten
Jakob Schnall vor 14 Tagen auf drei
Jahre in s Zuchthaus verurtheilt
feinen Kollegen Burgad habe man
vergangenen Sonntag polizeilich aus
der.Qirchc festgenommen und in Ge
wahrsam gebracht, und der Dritte im
Bunde, Sparosoki, ein utde, sei durch
die Wappen gegangen. So muß es
kommen für diese schwindlerischen
Agenten. Hätte die Polizei früher
schon Umschau gehalten und einge
griffen, wäre auch schon manch ande
rer Agent ins Loch gewandert und
vielen Auswanderen wäre ein bitteres
Loo? erspart geblieben. Seither aber
entgingen diese Schwindler den
Klauen des Gerichts durch schmeichel
hafte Reden und glattes Venehmen,
iodafo die Polizei an ihre Ehrlichkeit
glaubte. Jetzt aber wird wohl die
Untersuchung weiter gehen und.
toetttt die Herren Agenten nicht von
dem Schwindel ablassen, werden ihrer
sicher noch viele in's Zuchthaus wan
dern, und das von rechtswegen. Auch
da* Befördern von Personen mittelst
falscher Pässe dürfte einen schlimmen
Etosi erhalten, und die Preise für
UeberfaHrsfarten werden wohl be
deutend fallen. Es wäre sehr am
u
item
Mayer,,?)crmit üufliicn Tchvlie" sind
eine Wolillat jiu" cmiüabltrije Fühc,
die schnitten, bieimeii und er
müden. Die biegsame, gepolsterte
Cohie ist so ßcformt, das', sie sich
der is-uftsul'le ansdimicgt, sie hemmt
die durch Wehrn vvrursad'te Erschüt
terung und hült Jveuiftfiflfcit sern, so
dslfj der Jvufe im Somnvr kühl und
im Winter warin
ijt.<p></p>j&P
HONORÖILT
SCHUHE
Maner „Smita Cushion Tchuhr" für
Ü'uumvr und {yraiu'ii itnl) in einer
rciiiilialtipen U uviualjl mobijdKC
(vermen zu haben elegant,
I« und bequem.
nOftQR&tLT
Piatze, ivetm ein Agent, der Aiivroaih
derer befördert, diesen sagen müßte,
Iva-? Eisenbahnfahrt und Schifffarten
sotten nach festgesetztem Zarir, und
wie viel er verlangt für seine Mühe.
Tattn wäre es klare Rechnung. So
aber wird immer alles zusammenge
rechnet und der Auswanderer tappt
im Dunkeln, denn er weiß nicht was
die ,"abrt kostet, noch was der Agent
als Spesen einstreicht, ^ch rathe allen
Auswanderern vorsichtig zu sein und
genau sich zu erkundigen, welchen Ruf
ihr ^eförderungöagent hat. Wenn
herumreitende Agenten an Orten wo
t'eute auswandern wollen, fragen, ob
im Crte es nicht feilte giebt, die über
Fahrpreise und so weiter unterrichtet
sind, dann ist schon klar, dafj der
Agent befürchtet, diese Leute könnten
ihm schaden und den Auswanderer
aufklaren.
I
Es wäre mir sehr angenehm, von
einem oder anderem der feser des
Blattes etwas über seineErfahrungen
bei der Auswanderung zu hören und
namentlich mit Bezug auf den Kosten
preis, von welchem Agenten sie be
fördert wurden, und wie die Reise
war. Dies würde auch den hier wei
lenden Leuten, die vielleicht auch die
Fahrt machen wollen, viel helfen.
Aus der letzterhaltenen Nummer
des Blattes habe ich auch ersehen,
das mein guter Kollege Anton Jochim
wieder eine Reise nach Nord-Dakota
machte um Sprach- und Orgelunter
richt zu ertheilen. Wünsche dem Herrn
Kollegen und feinen Zöglingen besten
Erfolg.
Gruß an meine Kinder in Morton
County Nord-Dakota und wir hoffen,
dag unsere Tochter Arnalia Gros
nunmehr genesen ist. Ein Brief an
sie geht mit dieser Korrespondenz ab.
Wo bleibt Freund Jakob Sommer
feld mit seinen Berichten? Gruß an
ihn und an alle Leser und Freunde
des Blattes.
Romuald Dirk.
Gyezial-Korrespondknz.
Ärafena, Bessarabien,
den 24. Februar.
Ich bin zwar schon über ein Jahr
ein eifriger Leser des Blattes, aber
geschrieben habe ich seither noch nicht,
denn ich bin nicht allein schreibfaul,
sondern auch kein Federheld von Be
deutung und fürchtete deshalb den
Pslpierkrob.
Aber heute, den 24. Februar, er
hielt ich Nr. 28 des Blattes und, da
ich immer alles eifrig lese was in
demselben gemeldet wird, las ich auch
in der Korrespondenz des Herrn Ro
mantis Bogalofc'ft) ein paar Heilert,
die mir arg durch den Schädel fuhren,
nämlich das mein Abonnement abge
laufen fei und mein Name gestrichen
werden solle. Ich bitte aber die Re
daktion dies nicht zu thun. (Zeit lief
bereits am 21. November 1913 ab.
Das ist deutlich hinter jedem Namen,
entweder auf der Zeitung selbst, oder
auf dem Umschlag zu lesen. In Ih
rem Falle heiftt eS dort: Ritz Valentin
21
Not) 13. Das meint, das Ihr
Abonnement mit dem 21. November
1913 abläuft. Wir ersuchen nament
lid) alle Leser im Auslande, dies zu
beachten, da wir die Namen streichen
müssen, wenn die Zeit abläuft und
Erneuerung nicht erfolgt. Das Blatt
geht Ihnen weiter zu, aber wir er
hielten bis jetzt noch nicht den nöthi
gen Betrag, den Sie, wie Sie schrei
ben, einzahlten.—Red. Staate-Anzei
ger.) Ich bitte, mir alle Nummern
zii.zufenbeu, denn ich will keine ver
lieren, und das Geld wird Ihnen
alms) zugeschickt durch Herrn Wilhelm
Widnter und sollte zusammen mit dic
'i'i' Korrespondenz eintreffen.
Grufj an Romanus Bogalofski.
Der Keller ist in Ordnung. Bitte nur
Vi kommen und zu trinken.
Allen Freunden und Bekannten die
iH'trirbeiide Kunde, daß mein lieber
2dnimgcr Phillip Engel in Emmen
tlial am 19. Februar im Alter von
1 vahren sanft im Herrn entichla
u'ii ist.
Wrufe auch an alle Freunde und
^saunte im Leserkreise.
Valentin Ritz
Spezial-Korrrspondcnz.
1
*".-1 tvrUbttt6e|U
"I t— ottnete fntle
1^'—- orf VinUot
Baden, Gouv. Eherson,
den 24. Februar.
Aus der Kolonie Kandel reisten ant
7. Februar nach Amerika mein
I 2dimager Valentin Mack nebst Fa
liiiilie und Valentin Schmidt und Fa-
milie. Ihr Reiseziel war Ursprung
iui) Harvey in Nord-Dakota, aber ich
I habe nachträglich erfahren, daß sie
I it di unterwegs anders entschlossen ha
l^'tt und daß der Schwager Valentin
i'uick mit seinem Kameraden Schmidt
nach Canada reifen wird. Sollte
I dt'ohalb dieser oder jener der Leser
des lieben Blattes ihre Ankunft in
Kanada erfahren, bitte ich, es im
Blatte melden zu wollen.
In Canada den Gebrüdern Jakob
und Rochus Jung, so auch den Stief
brüdern Dominik und Johannes
Vochert die Nachricht, das heute mor
an um drei Uhr ihr alter Vater
".'-'i'ichael Jung selig int Herrn eilt
i di lasen ist. Ter alte Mann war schon
seit zwei Iahren gelähmt konnte nicht
sprechen und mußte viel leiden und
besonders diesen ganzen Winter das
Bett hüten.
D-r StaatS Auzeiser. vi»««ck. N. D., fcee 2. April.
Unsere Bauern versuchten schon
vorige Woche die Frühjahrssaatarbei
ten aufzunehmen und es ging auch
ziemlich gut, aber gestern und die
ganze Nacht hindurch hatten wir Re
gen mit Schnee, sodah die Feldarbei
ten auf einige 2aje eingestellt wer
den müssen.
Unserem alten ftuchenborfteher
Markus Leopoldu? wurde durch Ge
meindespruch in Anerkennung seiner
25jährigen Dienstzeit und für Euer
und Sparsamkeit ein Ehrenplatz il^
der Kirche zugesagt und auch wurde
et zeitlebens von allen Frohuleistuu.
gen befreit.
Während ich diese Korrespondenz
endige verschied auch Anton von Ma
thias Hilzendeger. Ter Verstorbene
war neuerdings 14 Tage beständig
bettlägerig, aber kränklich war er
schon zwei volle Jahre. Dies diene
seinen Brüdern Johannes, Joseph
und Alexander in Canada zur gefäl
ligen Nachricht, wie auch feiner
Schwester. Tie Beerdigung sott mor
gen stattfinden.
Gruß allerseits von
Joseph Wegmann.
Aus Rumänien.
Stzezial-Korrespsudeuz.
Caramurat, 25. Februar.
Ich bitte meine Freunde und die
Leser des.Blattes, sich nicht über mei
nen Bericht aufzuhalten, wenn er
nicht gut ausfällt, denn es ist mein
erster an das Blatt. Aller Anfang
ist bekanntlich schwer, und später geht
vielleicht auch das Korrefpondiren so
leicht wies Wurstessen.
Gleich zu Anfang des neuen Jah
res 1914 verheirateten sich der Sohn
des Mathias Tuchscherer aus Golelie
mit der Tochter des Art ton Gedak ans
Caramurat, und die Hochzeit wurde
hier gefeiert. (Was Sie weiter über
dieselbe schreiben, eignet sich nicht zur
Veröffentlichung im Blatte und wir
bitten, bei Einsendung von Berichten
derart Sachen wegzulassen.—Ten
Empfang des Geldes haben mir schon
bestätigt. Siehe Briefkasten in Nr.
35 des Blattes. Besten Tank!—Red.
Staats Anzeiger.)
Im Jahre 1914 sind soweit ge
storben die Frau des Peter Söhn und
Anna Gise.
Gruß an alle Freunde und Be
kannte und an alle Leser des Blattes.
Rochus THernes.
Aus Argentinien
Lpezial-Korrespondenz.
(Südamerika)
Taragueira, 20. Februar.
Sfch erwähnte bereits in meinem
vorigen Berichte, daß in Argentinien
wieder eine Mißernte war. Im groß
ten Theile der Pampa, umfassend
über zwei Millionen Hektar (Ein
Hektar gleich etwa 2Vè Acker.—Red.
taats-iUuseiger.) ist die Ernte gänz
lich verloren und die schreckliche Tro
ckenheit hält noch immer an. Die Re
gierung hat den Bauern Saatsrucht
versprochen, aber ob es wahr wird,
bleibt abzuwarten. Das wäre nun
das zweite Mal, daß die Regierung
die Saat liefert und die erste ist noch
nicht bezahlt. Es ist wirklich ein
Kunststück in der Pampa in Argcitti
nieit die Bauerei zu treiben. Ich bin
bereits vier Jahre hier und habe auch
vier Mißernten zu verzeichnen. Das
also wäre das gelobte Land!
Die Leute ziehen umher und wis
sen wiklich nicht mehr, wohin sie sich
wenden sollen.
Jetzt hat die Auswanderung nach
Brasilien begonnen. Es sind schon
viele sort und folgende Teutsch Rn
tnänier ziehen nach: Jakob Mack,
Leo Brendel, Stefan Friedrich, Io°
seph Hoffart, Raphael Mosbrucker
und Adam Schock.
Wenn man sich die Bauerei in Ar
gentinien näher besieht, bekommt man
Einblick in die wirklich traurige sage
der Bauern. Ter eine läßt sein Land
liegen, weil er glaubt es sei schon zu
alt. und ein anderer Bauer kommt
und pachtet es wieder in der Hoff
nung, sein Glück zu finden. Und so
ziehen die Leute umher bis sie ihr bis
chen Hab und Gut verzehrt oder zu
gesetzt haben. Ein Mancher wandert
sogar zweimal im Jahre. Wie soll
der Bauer unter solchen Verhältnis
sen Fortschritte machen? Die Wan
derschaft hat fein Ende.
Wenn meine Schwager in Canada
Leser des Staats-Anzeiger sind, bitte
ich sie um ihre Adresse durch den
Staats-Anzeiger oder brieflich, denn
ich habe in diesem Blatte gelesen, daß
Peter Fenrich, Sohn des Johannes
Fenrich, sich mit der Tochter des Jo
seph Melle verheiratete. Ich lviin
sche dein jungen Paare viel Glück.
Wettn meine Schwager und Freunde
in Canada den Staats-Anzeiger noch
nicht lesen, sollten sie dieses Blatt be
stellen. Ich selbst habe leider das
Blatt noch nicht bezahlen können,
aber ich hoffe doch schließlich meiner
Pflicht nachzukommen und möchte
den Staats-Anzeiger nicht entbehren,
da man viel von Freunden und Be
kannten durch das Blatt erfahren
kann. Auch die Berichte aus Cara
murat in Rumänien von RomanuS
Bogalofski und anderen werden hier
gerne gelesen, aber die deutschen Ru
ntänier in Canada lassen wenig von
sich hören. Sind sie vielleicht auch
schon so verarmt, daß sie den Staats
Anzeiger nicht mehr halten können
oder bezahlen können?
Gruß auch an Joseph Merk, mei
nen alten Nachbar. Ich habe im
Blatte gelesen, daß sein Sohn Felix
sich verheiratete. Viel Glück in der
Ehe!
Ich habe Freunden und Bekann
ten die betrübende Nachricht zu ma
chett, daß mir innerhalb zwei Mona
ten drei Kinder durch den Tod ent
rissen wurden, nämlich Semphorosa,
Maria und Stefanus.
Bitte alle Freunde, mehr im Blatte
berichten zu wollen und grüße noch
mals herzlichst allerseits.
Franz Deife.
Farmleben in Amerika.
Ter Farmer ist eine eigenartige
Figur im amerikanischen Volke. In
ihm verkörpert sich, mehr als in an
deren Bevölkerungselementen, der
erbeingesessene Anglo Amerikaner,
der ?)anfee, der in den Neu-England
floaten an der Küste des Atlantischen
Ozeans vorherrschend ist. Doch ist
er von hier auch längst westwärts ge
zogen, wo der Boden reichere und
leichter zu erwerbende Schätze tier
hieß. Freilich ist der Aankeefarmer
nicht mehr schlechthin der amerikani
sche Farmer. Die europäische Ein
wanderung hat noch andere ameri
kanische Farmer geschaffen, wie den
irländischen, den skandinavischen, und
vor allem den deutschen Farmer, der
überall zu finden ist und hauptsächlich
auch im Westen.
Selbstherrlich und frei sitzt derFar
Itter auf feinem Eigenthum, in dem
stolzen Bewußtsein, daß er Wirth,
ichaftiich und politisch eine Macht ist
in dem glücklichen Lande, welches zu
gleich Agrar- und Industriestaat er
sten Ranges ist. Wie seine Weizen
und Fruchterntc ausfällt, wird von
den ToIIarkönigen an der Börse des
Landes mit größter Spannung beob
achtet. Wie er bei National- und
Staatsrechten stimmen wird bildet
die ängstliche Sorge der Politiker,
denn sie wissen, daß er bei Wahlen
entscheiden kann.
Das Haus in dem diese wichtige
Person wohnt, ist meistenteils aus
Holz erbaut und hat oft zwei Stock
werke. Meist ist es schneeweiß, wäh
rend die Fensterläden grün ange
strichen sind, und stets hat es an einer
Seite eine Veranda, welche den Lieb
lii'gsaufenthalt der Familie im Som
mer bildet. Hier haust der Farmer
sehr anspruchlos, selbst dann, wenn er
ein schwer reicher Mann ist. Niemand
wird je ihm seinen Reichthum an
sehen. Zur Arbeit trägt er mit Vor
liebe ein wollenes Unterhemd, klo
bige Stiesel und einen alten Hut auf
dem Kopfe. Manche kleiden sich wie
Vagabunden, obgleich sie auf der
Bank eilt großes Vermögen haben.
Sehr beliebt ist eine grobe, dunkel
blaue Ueberhose aus festem Drillich,
die auch mit einem Latz versehen ist
und die Brust bedeckt und über der
eigentlichen Hose getragen wird.
Tie Hauptarbeit in der Bewirt
schaftung der Farm bleibt dem ..old
man" überlassen. Ungern nur be
thätigt sich der Sohn in der Land
wirthschaft. Er geht lieber in ein
Geschäft, welches seinem beweglichen,
aus das Spekulative gerichtetem
?}ankeegeist mehr zusagt, oder er
stndirt gar auf einer Universität mit
Vorliebe Rechtswissenschaft.
Seine Frau hält der Farmer von
der Feldarbeit fern, wenn irgend
möglich. Nach amerikanischer Auf
fassung gilt es für den Mann als un
männlich, seine Frau schwere körper
liche Arbeiten verrichten zu lassen.
Sie ist genau so viel wie die reiche
Frau in hoher gesellschaftlicher Stel
lung in der Stadt. Jedermann wird
sie als eine „lady" betrachten, genau
so, wie der Farmer erwartet, als
„gentleman" angesehen zu werden.
Tas hindert die Farmcrfran freilich
nicht, in Hatto, Hof und Garten mit
zuhelfen, vornehmlich im Haufe. Ta
bei unterstützen sie die Töchter. Auch
sie sind vor allem „junge Damen",
aber die ärmeren müssen nothgedrun
gen mit Hand anlegen.
Die wohlhabende junge Farmers
tochter treibt die Farmarbeit mehr
als Spaß oder zum Vergnügen. Je
doch fitzt sie auch gerne auf der Veran
da im Schaukelstuhl in den neuesten
Roman vertieft, oder sie übt auf dem
Piano im „Parlor" die neuesten
Stücke. Der „Alte" ist stolz auf die
gebildete Tochter und trägt willig die
Last feines Berufs, welche schwer ge
nug ist in der heißen Sommerszeit,
und namentlich bei der Ernte.
••". «-•r*".-r:'. -"#908^- •:. •«, V^-:V-flJ»^*-^:-.?^^^.«t'?*«»«V------l- -V—— V-
Ein Ereignis für sich selbst bleibt
jedoch im November das Truthahn
schlachten für den Tanksagnngstag.
Ant Sonntag winkt dem „Alten"
endlich die verdiente Ruhe nach schwe
rcr Arbeit. Ta zieht er sich sogar
eine Weste an und läßt sich von
„Muttern", die sich ebenfalls fein ge
macht hat, zur Veranda führen.
Dann fährt er mit Frau und Kind im
leichten Buggy zur Kirche, die er
(im westlichen Theile der Per. Staa
ten) nicht versäumt, denn die Kirche
ist für die Faritters-fantilie zugleich
ein gesellschaftlicher Mittelpunkt.
Seine wahre Erholungszeit ist
aber der Winter, wenn er mit den Be
kannten im Laden des Krämers um
den eisernen Ofen herumhockt, feine
Pfeife raucht und Tabak kaut. Sicher
ist es, daß der amerikanische Farmer
es besser hat als sein deutscher Kol
lege. weil er meist mehr fand, und
dazu reicheren Boden und mehr Ab
satzmöglichkeiten zur Verfügung hat.
Deutsche importirte Zeitschriften
und Lieferungswerke aller Art kön
nen durch den Staats-Anzeiger be
stellt werden. Probehefte können
in der Druckerei eingesehen werden.
Land!
Wer will's kaufen?
Wir haben auf unseren Listen viel
gutes Land, welches billig und zu
leichten Bedingungen an gute Leute
verkauft werden kann. Zum Beispiel:
320 Acker in Kidder County Nord
Dakota, zwischen Tappen und ©tree
ter, in deutscher Ansiedelung. Ein
Drittel Anzahlung, Rest in fünf
gleichen. Zahlungen.
Haben noch andere Landstücke, groß
und klein, verbesserte und unterbewer
te Farmen.
Weitere Auskunft und alle näheren
Einzelheiten zu erfahren bet
Brandt & Riebet
ii
Im Westen, wo die riesigen Wei
zenfelder sind, leidet der Farmer zur
Erntezeit gewöhnlich an Leuteman
gel. Da sind ihm die Studenten von
östlichen und westlichen Gymnasien
und Universitäten eine willkommene
Hüffe, welche als Farmarbeiter auf
diese Weife während der Ferien ein
hübsches Geld verdienen, und die Ar
beit in Luft und Licht zugleich als
eine Stärkung für Körper und Geist
betrachten.
Für Farmer und Hausväter
?'r
:.^'y:,-«**S-
Sirrnrnfagr der Papuas.
Eine btsonbere Wertschätzung genie*
ßen bei den Papuas auf Neuguinea
gläserne Armbänder. Diese stam
men nach einer Sag« von Seenym
phen, die durch ihr verführerisches
Spiel auf Vambusflöten die Seefah
ttr herbeilockten und sie bann mit sich
in die Tief« zogen. Ein papuanischer
Odysseus, ein tapferer und listiger
Mann, wellte sich von der Wahrheit
dieser Tatsachen überzeugen, bemannte
litten Kahn mit Freiwilligen und stach
in See. Nachdem sie einen Tag ge
rudert hatten, kamen sie „am Horizont
vorbei". Da erblickten sie plötzlich
Prauwen (Kähne), die aus Seetang
gemacht und mit wunderbar schönen
Frauen „bemannt" waren, welche um
die Arme gläserne Bänder trugen, das
Haar mit Seetang und roten Blumen
durchfechten hatten und auf langen
Bambusflöten zu spielen anfingen.
Die meisten Männer, von der Schön
best und dem Spiel der Frauen hin
gerissen, sprangen ins Meer und
schwammen nach den Seetangkähnen,
verschwanden aber, als sie in deren
Nähe gekommen waren, alsbald in
der Tiefe. Aber der Anführer, de:
gegen den Zauber der Frauen gefeit
war, spannte seinen Bogen, erschoß
eine Frau nach der andern und nahm
ihr« Flöten und Armbänder als Tro
phäen mit sich. Zur Aufbewahrung
der Beute wurde dann ein besonderes
Gebäude errichtet, das bis auf den
heutigen Tag noch besteht.
Die Flöten und die Armbänder
wurden lange als gemeinschaftliches
Eigentum des Stammes betrachtet,
und niemand hattt das Recht, sie zu
veräußern. Später verminderte sich
der Glaube an ihre Zauberkraft, sie
wurden zur Siibne von Blutschuld
gebraucht oder einem Häuptling als
Brautschatz gegeben, und jetzt werden
diese Armbänder das Stüä für 100
bis 150 Gulden verkauft. Sie schei
nen aber im Lauf dtr Zeit ins Un
endliche vervielfältigt worden zu fein,
denn btt Berichterstatter des Java
bode sah bei einem zwischen zwei
Stämmen gefeierten Versöhnungsfest,
daß die Häuptlinge im Besitz von ei
nigen hundert solcher Armbänder wa
ren. Man sieht aber, daß man hier,
wenn auch ir. etwas anderer Gestalt,
die Sage von Odysseus und den Si«
ttnen vor sich bat
Nützlichstes Werkzeug
bei AuSbefierung tat»
Geschirr, Sattel«, Stieme«,
Schuhen, «. s. w.
Zchnkllnaht'r I ^frii'inrn
Der Staats-Anzeiger
offerirt diesen Pfriemen allen alten und neuen Lesern, welche das
Blatt ein Jahr vorauszahlen bei Nachzahlung von nur 30 Cents.
(Kostet $1.00 per Stück von der Fabrik bezogen und wird von Haufi
rem zu $2.00 bis zu $3.00 verkauft.) Neueste und beste Erfindung
aus dem Gebiete automatischer Schnellnäher. So einfach, daß Jeder
ihn gebrauchen kann. Mit diesem Pfriemen näht man Geschirr,
Schuhe, Zelte, Treibriemen, Sattel, Teppiche, Reisetaschen und über
haupt alles schwere ober dicke Material.
I Diese Abbildung zeigt den Pfriemen durchschnitten, um Me im Griff
enthaltene Spule und die Nadeln zu zeigen.
Extra Nadeln kosten 5 Cents das Stück, 50 Cents das Dutzend.
Extra Spulen mit Faden kosten 15 Cents das Stück oder $1 per
Dutzend. Der Faden, feiner oder grober, wird auch auf Spulen,
welche 50 Aards enthalten, geliefert und zwar für 15 Cents per
50 Jard Spule ober zu $1 per Dutzend Spulen. Diese Sachen hal
ten wir nicht auf Lager. Sie sind zu beziehen von S. Blake WillSden,
32. So. Wabash Avenue, Chicago, Illinois.
Ter Schnelluâher enthält die spitzigsten Nabeln und auch solche
speziell zum Nähen oder Flicken von Schuhen geeignet. Der Nah
faden ist auf einer Spule aufgerollt und wickelt sich automatisch ab.
Alles ist im Griff enthalten und aus dem Wege. Weder Schrauben
schlüssel noch Schraubenzieher sind nothwendig wie bei vielen anderen
Pfriemen. Das Werkzeug ist geschlossen nur fünf Zoll lang und 1%
Zoll dick und kann bequem in der Tasche getragen werden—stets
fertig zum Gebrauch. Es ist, kurz gesagt, ein unentbehrliches Werk.
zeug für Farmer und Hausväter.
Wir geben den SchnellnSher frei
in Club« »ee vier vorauszahlenden Lesern, bei Einsendung von $6
(ein alter und drei neee Leser genügen.) Dabei erhält jeder der biet
Leser die berühmte Sprvngfederscheere postfrei als Prämie zuge
sandt und der Einsender der drei neuen Leser noch dazu de» Pfrieme»
«ls Geschenk für feine Mühe. (Man lese auch die
Anzeige an anderer Stelle dieses Blattes.)
Ädreffirt alle Briefe und Geldsendungen:
Der Staats-Anzeiger, Bismarck, N.D.
Leser in Canada haben die Zollgebühr selbst zu tragen.

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Situtif fur i'inniirr, ftraucn #nb Sinter,
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fun" Sdai»r, „rrt)-e»i" Schuhe
fii'.ditco fceitct'.
F. MAYER COOT ft
SHOE CO.,
MILWAUKEE
(Eingesandt von Ed. Klimmek, Min
neapolis, Minn.)
Box 528 Bismarck, N. D.

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