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Der Staats=Anzeiger. (Rugby, N.D.) 1906-current, August 28, 1917, Image 2

Image and text provided by State Historical Society of North Dakota

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Nnler kritischer Telemhtung
iMf Rede Llohd SrorftfS und) der ninrrifonisrfjf« Srirstlrrflnt^nB»
Zur Rede Des englischen Minister
Presidenten Lloyd George bo lb nach
der itrifiiBerfläriinfl der Hier. Staa
ten mi Deiitschlond schreibt ein deut
scher Korrespondent einer Schweizer
Zeitung:
Au* leicht ersichtlichen Gründen
stellte Lloiio George seinen Zuhörern
die ?in-)e so bot, als- ob die oineri
loiüsche itrifßoerllärtmi^ in Deiitsch
Iflits »riß ein nebensächliches imigniö
leicht genoininen worden sei. Dos ist
nicht richtig. Die Veutsche öffentliche
Meinung not die ganze Trogtveiie
dieses Echrittes, be|oitDcrü in luirt-
Ichoftlichtr
Hinsicht, nicht vertount.
wichtig ist, das trotz dieser Eriennt
nie die lliochticht von dein amerika
nischen Eingreifen mit einer Gelas
senheit inlsgenommen wurde, die nicht
in ehr überboten werden tonnte. 2)oä
l)ul zunächst den psychologischen
Grund de* überlangen Vlurcijeö, ei
ne» Anreizes, der nun seit Ioi)t und
log ununterbrochen ondouerte und
schließlich jtir Gleichgültigkeit führen
wu&f» Dunn über ist man in
tyrldflviuic liiiuiinmieriiim nimmt von
ihre» frmwöiiulu'n ^iivlnitcn, mit
denen sie im iotuinjtcn tiiuumieljincn
gcsmndcn, VUjit icd.
Deutschland allerdings der Ansicht,
daß eine praktische Einwirkung Aine
rittiä ours Lie europäische itnegfüh
ruiig über dos bisherige 9Ji oft hin
oiiß nicht, leicht möglich sein werde.
Wach den Worten Lloyd Georgeö hals
Nir.eritii- ja bereits als neutraler
Staat die Schlacht von Arros ge
Winnen: „Ainerika baüte Geschütze,
erstellte Munition, lieferte Maschinell,
um sowohl daS eine wie das andere
fc zu fabrizieren, lieferte Stahl, und
fg. jwar dank der wunderbaren Anpai
I iuiiflifähiijfeit, dank Dem erfinden»
i schtii Geiste des großen Volkes, das
dies».'n grossen Kontinent bewohnt.
So sah also, nach englischem Zeug
niü, die Neutralität Amerikas aus,
4 unp man glaubt nun in Deutschland,
fcafj es den Amerikanern kaum ge
liugen werd», diesen Anteil an der
t:
Aciegführung in absehbarer Zeit in
nennenswertem Einsänge zu vergrö-
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löSBÄk
4%
Kern. „Schiffe! Schifft! Schifft!"
ruft Lloyd George den Anieritaiiern
zu. DaS ist gonz Die Anffossung
Teuischlonos. UiiMtch zeigt nch also
zwischen den beiden Ländern einmal
eine Ueber.'inslinimiuig, eine Ueber
iiimmiuiq d.irüber nämlich, Dos} dos
Problem des Sdjin'âroume* de»
Mr it.-, entscheiden werde. Nichts
.nidereè
hotte aber mich Hindeuburg
in seinem tietomuen Interview ff»
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:4i'
Teutsche Soldaten beim Fischfang am Usee der Mosel.
l-v. --sprL-r.
klärt, und es ist deshalb nicht rech»
einzusehen, »varum Lloyd George bei
dem deutschen Heerführer eine Aus
fossil inj nicht gelten lassen will, zu
der er sich jclU|t Durch seiiiep dseiina
iigen Hilferuf nach SchMN in fjo
drastischer Weise bekennt.
Es versieht sich von selbst, daß
Herr Lloyd George auch über die
Motive des aiueritanischen Eiugrei
sens gesprochen hat, und oah Diese
ÜJiotioe in seinen An gen rein ideeller
Art sind. Sie sind ebenso ideell wie
diejenigen der ondern Uhilenttftaaieii,
von denen Lloyd George mit vielein
Pathos versichert, das ]it keinen Er
oberungskrieg, sondern einen Frei
heilstoinps führen, während er zwei
Minuten später den Uthtiti als die
künftige Grenze Teutschlonds andeu
tet. n Deutschland wird man die
sen ^Dealismus nach Gebühr zu
schätzen wissen. Die ijoiye Art, wie
Wil|on oils seine KriegSpolitit hin
arbeitete, wie er den 'JJiezito ^ivi
scheiisoll für diesen ^jweck oeriverteie,
wie er mit allen Mitteln die Leiden
schast seines Volkes bis zur Siede
hitze steigerte dies alles und die
dutzendfachkii Versicherungen der
deutschen Negierung. dofj sie mit
Amerito in Frieden zu leben iviiiu
sehe, hindern Lloyd George nicht, vor
alter Welt zu erklären, Dojj Deutsch
laut* die Vereinigten Staaten zum
Krieg herausgefordert habe. Der
Unterseebootkrieg? Man ist
Deutschland sest überzeugt, das er für
Pmerita genau so nur ein Vorwand
war, wie die Verletzung der belgi
scheu Neutralität einen Vorwand |iit
England bildete. In Wirklichkeit sie
Heu andere Dinge au/ dem Spiel.
Genau wie seinerzeit Frankreich an
Jiii 13laut), so wurde in diesem Kriege
Amerika durch seine Anleihen an die
englische Politik gefesselt. Die Ver
kettnng ungeheurer Gold- und Wirt
schastsinteressen zwischen der Union
und England würde im Kalle einer
englischen Niederlage katastrophale
Folgen auch für Amerika nach sich
ziehen. Diese Niederlage unter allen
Umständen zu verhindern, war der
Zweck und war der einzige Ziveci
der ganzen amerikanischen Politik,
wobei man zugeben bats', bajj Wilson
persönlich den Krieg vielleicht nicht
wollte und erst durch die Macht der
Ereignisse, und besonder» durch das
Scheitern seiner Friedensbeinühun
gen, zu diesem Entschlich gezwungen
wurde. Nur in bitse.n Zusammen
hang wird die ganze Entwicklung der
amerikanischen Pol'iil verständlich.
Man hat in Deutshland diesen Zu
sammenhang endlich erkannt, man
r-iit )iq mit ihm tn aller viuye aoge
lUntifn, und man rviriz mit Ausbie
tung der flslnjeii VoKslrajt oersn.
cht Ii, seinen Wirkungen zu begegnen.
Aber was man in Deutschland nicht
uiehr versieht, und wovor man nach
gerade einen gelinden Ekel empsin
det, ist die Tatsache, dab die
Stoiitüiiiäiiiier der Entente noch im
mer daraus ausgeh.'», sich selbst mit
einem politischen Heiligenschein zu
umgebe».
Herr Lloyd Äeorge hat pM in
seiner Äede viel von der Hinden
onrg Linie gesprochen. Er hat die
sen Wegriss oils das politiche Gebiet
übertragen und mit großem Abscheu
vavo'n erzählt, wie Deutschlond in ver
Vergangenheit versucht habe, sich
die inneren Verhältnisse anderer
Sniiiten einzumischen. Man müßte
ein ganzes Buch schreiben, um dte e
Äehauptiuig aus ihre Dichtigkeit zu
.prüfen, aber wir teilen jevensalls
durchaus Den Abscheu des, engliicheii
VJiinisttrprüsibtnttn vor allen derar
ligeii Versuchen. Wie teilen auch
vollkommen seine Ansicht, daß jedes
freie und selbständige Volk das Recht
'haben müsse, nach eigenem Willen
sein Glück und sogar sein Unglück zu
suchen, und in Anwendung Dieses
Grundsatzes hat ja zum Veispiel Die
deutsche Negierung wiederholt seier
lich versichert, daß sie sich jeder Ein
Mischung in die russische» Vorgänge
enthalte. Kann der englische Vertre
ter iu Petersburg von sich das gleiche
erklären!? Hat England nicht bei der
Gestaltung der inneren Verhältnisse
Griechenlands einen recht regen An
teil genommen? Hat es durch seine
wirtschaftlichen Mastnahmen nicht in
die innere Freiheit der europäischen
Neutralen ziemlich erheblich einge
griffen? Und kann man nicht über
haupt sagen, daß die Hindenburg Li
iiien englischen Druckes und engli
schen Zwanges heute kreuz und quer
über den ganzen Erdball laufen, ohne
auch nur ein einziges Land zu ver
schonen?
Nach unserer Meinung hätte Lloyd
George, der mit diesem Ausdruck
Densen
mit
....
2er Ztiintv'^n'.rinrr, Vismarck, -)l. I., lieiuMag Diu 2H. ?tugt„'..
Las Gelw'r.
Das Gehör ist einer unserer wich
tigsten Sinne, und obgleich mir bei
weitem nicht dieselbe Schürfe des Gr
höres besitzen wie viele Tiere, sind
doch die Leistungen, die der Ifienichti
mit dem Ohr und seinem Gehörsi.in
zu erreichen vermag, außerordentlich
fltuße. Gewohnheit, Lebensverhältnisse,
in vielen füllen mich besondere Sau
berkeit im Innern des Ohres befähi
gen manchen Menschen, sehr sein zu
hören. Wo anbete Menjchen noch
gar nichts vernehmen, unterscheiden
sie schon deutlich Geräusche und Tuye.
Ein Hund .illerdittgs hört »och uilf
viel weiter Entfernung als «in
Mensch, und wenn der seinhorWie
'Mensch noch nicht das Mindeste mertt,
wird der Hund schon längst oufiiiert«
jam und unruhig.
Ein interessantes tSrperiment hat
der Zufall vor einigen Jahren in ei
nem englischen Vrtr l)ervorgel»acht.
Auf dem Gute eines englischen LordS
wurden zu einer bestimmten Stunde
am Abend die Fasonen jedesmal auf
geschreckt. Dieses Erschrecken der
iere erfolgte in einem gain bestimm
ten Augenblick und unter Umstäiidxn,
die ganz unerklärlich waren. Durch
einen Zufall gelangte in an zu einer
Entdeckung, die man schließlich durch
sorgfältiges Vergleichen der Uhren
bestätigte. Um sechs Uhr abends siel
in dem 04 Kilometer entfernten Ha
fen an der englischen iliijle der soge
nannte Abendschnß aus e'neni OJe
schütz. Selbst wenn der Wind ge
nau von jenem Hasenorte her stand,
war es einem menschlichen Ohr un
möglich. auf eine Entfernung von J4
Kilometern noch den Donner des Ge
schützes zu vernehmen. Aber die Fa
sanen mit ihren feinen Ohren hörten
ihn und wurden an jedem Abend um
fiese Zeit durch den Donner des
Schuffes erfchredt.
Was hört man am weitesten in
der Natur?
Die Antwort ist leicht gegeben sie
lautet: den Donner, und seit Jahr
taufenden sind unser« Anrfahren der
^iViMU'lif 3iin :l'uuuio.
von der Hindenbitrg-Linie offenbar
ein neues Schlagwort prägen wollte,
entschieden besser getan, von diesen
Dingen nicht zu reden. Er hätte es
besonders deshalb vermeiden sollen,
weil die Entente ja ganz offen er
tlärt hat, auch in Deutichlond eine
iiiächtigeHiiideiuuirij Linie errichte» zu
wolle», eine Linie, die nicht« weniger
anstrebt, als
Das
deutsche Volt von
seiner Negiernng zu trennen und es
auf diese Weise gefügig zu machen.
JJtag man nun über monarchische
Institutionen und ähnliche Dinge
wie mau miß, jo wird man
Doch
jedenfalls diese Jlompfeeurt we
nig sympathisch fijiDeii, und man
wird besonders erstaunen, wenn sie
von Leuten angewendet
wtrD,
größter Seelenruhe auf
Deutschem
Loden errichten. Ist t* denkbar,
daß aus diesem Geisteszustand eine
Gesundung der VölUr entsteht und
daß diese politische Moral die Mensch«
heil von ihrem Unglück erlösen tönn«
tet
k
n
Ansicht gewesen, daß man nichts ans
weitere Entfernung ii» der Natur ver»
nehme, als den Donner. Das ist je
doch ein Irrtum. Wenn man bei
âneni Gewitter, wcliyea heraufzieht,
langsam zählt, sobald man den Älitz
sieht, mid zu zählen aufhört, wenn
der Donner erfolgt, so wird mail
schon, wenn man bis 10 gezahlt hat,
i.ut ein leichtes Nolle» des Donners
vernehmen, selbst wenn der Blitz noch
so gewaltig gewesen ist, und twch ist
dann das Gewitter nur ungefähr M',»
Kilometer weit entfernt. Auf diese
Entfernung aber hört man in stillet
Nacht auch das Bellen eines Hundes,
und 10 Kilometer weit vernimmt
man deutlich das Heulen einer
Schiffs-Sirene.
deren
zweites Wort das Selbstbestim
iiuimjärecht der Nationen ist. Präsi
dent Wilson hat bekanntlich dieses
Untersangen damit begründet, das
das deutsche Volk als solches uit
schuldig und nur durch seine Regie
rung in den Krieg getrieben worden
sei. Aber wenn das Kriterium, da«
Wilson damit ausstellt, entscheiden
sollte, dann müßte kein Negieuiugs
Haupt schneller von der Vildsläche
verschwinden, als er selbst. Das
amerikanische Volk in seiner gewoi
tigen Mehrheit ist sicherlich nicht krie
gerisch gestimmt gewejen: man
braucht nur daran zu denken, mit
welchen Schwierigkeiten Wilson noch
oor kurzem zu kämpfen hatte, um
auch nur die Veivassnung der Han
delsschiffe dnrchziisetzen. Wenn ol|o
in irgend einem Lande der K'riegs
toi lie nicht aus den Massen empor
stieg, sondern ihnen von oben her
aufgezwungen wurde, dornt war es
in de» Vereinigten Staaten. Ge
rade ihr Beispiel zeigt mit erschrecken
der Deutlichkeit, wie sehr die Ver
Hältnisse in dieser Beziehung überall
dieselbe» sind,wen» ouch die Methode»
noch so verschieden sei» mögen. Aber
wl,. im fremden Lande als Verbrechen
gilt, dos scheint im eigenen erlaubt
zu sein ltiib die angebliche Hinden
burg-Linie, zu deren Vernichtung sich
eine ganze Welt verschwört, will man
Die Lallonsahrtey haben uns viele
neue Aufiläriingen über die Verbrei
tung des Schalles in der Luft und
über das Gehörvermögen gebracht.
Durch sie haben wir erst genauer ten
»en iieletni, was man allerdings
schon früher durch Experimente aus
Türmen zum Teil festgestellt hatte:
daß der Schall von unten nach oben
viel leichter dringt, als von oben
nach unten. Selbst in tolofsalen Ho
hen hören die Insassen des Ballons
noch das Gebell von Hunden, das
Pfeifen der Eisenvahnzüge, aber auch
iXtü Hochrufen von größeren Men
schenmengen, das Nonjchen von Was
serfällen und das Geräusch der In»
diistrie. Von oben nach unten dringt
der Schall viel weniger gut, was
wohl damit zusammenhängt, daß die
Luftschichten nach oben sich verdünnen,
die Schallwellen also, die von unten
nach oben kommen, sich leichter ver
breiten können, w£iin -sie aus der diin
»eil Luftschicht in ijie dickere über
gehen.
Wohl kein Sinn ist so vielen Tän
schlingen unterworfen, Wie doe Ge
hör. Wenn wir den Kopf gerade hal
ten, uns die Augen verbinden lasten,
sich dann zwei Personen so aufstel
leit, daß die eine vor uns, die an
bete hinter uns in ziemlicher Entfer
nung steht, und diese Personen Ge
täusche hervorrufen, sind wir kaum
imstande, festzustellen, ob das Ge
täusch vor uns oder hinter unè statt
gefunden hat. Sobald wir abet den
Kopf beivcgen und iM» Ohr der be
:reffenden Person zukehren, vernetz
inen wir deutlich, woher bafr Ge
räusch kommt.
Hundegebell bringt große Täu
.schunden des Gehörsinnes âeryor.
klingt aus einiger Entfernung wie
Rufen und Schreien, wie Weinen und
Jammern. Der eigene Atem kann
uns in stiller Nacht täuschen, wenn
mir verschleimt sind, so daß Jer
Atem eine rasselnde jßeweoung her
vorruft. Besonder« im Halbschlaf
i.iid im Traum ist man durch Ver
schleimung und das dadurch beeiiv
slnßte Atmen den ärgsten Täiischnn
neu unterworfen. Im Halbschlaf
wird das Knistern des Moterialâ, mit
tun unset Kopfkissen gestopft ist, zn
'ouifiit Dröhnen, ebenso wie Fieber
kranke und Irrsinnige durch Geräu
sche, die lediglich aus der Lagerstätte
kommen und durch ihre Bewegungen
entstehen, sich oft außerordentlich be
schwert fühlen.
Diese Beobachtungen eines Nerven
arztes beweisen, welcher Täuschungen
das Ohr von Erkrolitten fähig ist.
Schon eine leichte Entzündung des
Ohrts kann große Täuschungen her
vorbringen. Geringe Geräusche Hin
jen wie der Donner aus den Wolken
cber wie Geschützdonner. Für ent
zündete Ohren kann selbst doS Tick
tock einer Wanduhr unerträglich wer
den.
Auch gesunde Menschen werden
nachts oft erschreckt durch Geräusche,
die sie sich zuerst nicht erklären kön
nen und die doch nur aus den ei
genen Körperhöhlen des Lauschenden
kommen. Diese Geräusche kommen
aus dem Magen, aus dyi Diu men,
au's den Lungen und wirken bei »her
ausgestreckte« Lage des Horchenden
und bei der nervösen Spannung, die
sich seiner bemächtigt hat. ganz ei
genartig. Wer ängstlich ist, hört in
der Nacht Geräusche, die tein anderer
vernimmt, ohne das» er krank ist, Fie
ber tat oder an Ohrenentzündung
leidet. Er ist :ben in der Dunkelheit
nicht imstande, Jiefe Geräusche mit
Hilfe des Gesichtes zu kontrollieren.
Wenn man eine große Muschel an
das Ohr hält oder an stelle der
Muschel nur ein Trinkglas be nützt,
hört man deutlich die Luft in
Muschel oder im ÜrinfgJojfe sau
sen.
Zur Verstärkung des Hörens, zur
Ausnahme voii Geräuschen, die aus
weiter Entfernung toniineii, hat man
wissenschaftliche Instrnjnfnte tonstrn
iert. von denen wir beifolgend ein«
Probe geben (Fig. 2). Solche In
Vrnmente hat man auch tn. England
bei der Untersuchung über dos Hö
ren in Luftballons verwendet und
shot damit su/unenswerte Erfolge er
zselt. Daß durch Stohren, Die soge
nannten Sprachrohre, der Schall der
menschlichen s,limine außerordentlich
verstärkt werden kann, ist ja allge
mein bekannt, unb daß Tande sich
vtfonbtre Röhre» in die Chre.ii stet
(tit, die sogenannten Hörrohre, weiß
jides Kind. Wenig bekannt aber ist
|e§, daß die Tiere gewisse'hohe Töttt,
i
Man nehme einen Feuerhaken oder
einen Eisenstob, befestige ihn mit ei
ner Schlinge in der Mitte eines Fa
dens, stecke sich dann die beiden 'Ka
denenden mit den Fingern in die
Ohren und schlage mit dem Eisen
stab pendelnd rechts und links an se
ste Gegenstände oder lasse eine an
dere Person an den Eisenstab schlagen
(Fig. 1). Der Ton. den dann der
Eisenstob hervorruft, llingt im Ohr
wie das Dröhnen einer gewaltigen rie
senhaften Glocke.
Wir können sogar Tetbsttänschnn
gen des Gehörsinnes erzeugen, indem
wir willkürlich gewisse Laute, die wir
vernehmen, umdeuten so das Knar
ren des Holzes, das Rauschen des
Laube», das Murmeln des Baches,
das Knattern des Feuers, das Brodeln
des lochenden Wassers. Wir können
das, weil wir durch die Dichter ge
lernt haben, ans diesen (Geräuschen
Gespräche, Gelächter, Stöhnen,
Krächzen, Gesang und Musik heraus
hören. Bei nervös erregten Men
schen (es brauchen gar nicht einmal
Irrsinnige zu sein, e» genügt schon
ein Fieberanfall» bilden sich von selbst
Gehörsvorstellungen, die mit den
wirklichen Getäuschen gar nichts zu
tun hoben. „Die knarrenden Wagen
machen Erzählungen, die Schwelle
grunzen Namen, Erzählungen unb
Verwünschungen, die Hunde schimpfen
und bellen Vorwürfe, Hühner und
Hähne geben Schimpfworte von sich,
Gänse und Enten schnattern Namen.
Redensarten und Referate, die Glocken
rufen „Spitzbube", die Vögel singen
es. daß der Kranke ein verworfenes
Wesen sei, das Gekrttzej der Feder,
mit der andere Leute schreiben, ruft
dem Kranken zu: „Du lügst, du
lügst!"
bie der Mensch nicht mehr vernehmen
1
kann, noch deutlich hören. So hat
der englische Professor Galton eine
mechanische Pfeife instruiert, die ei
nen quiekenden, schrillen Ton hervor
bringt. Sobolb dieser Ton eine be»
stimmte Höhe überschritten hat, ist
er für das menschliche Ohr nicht mehr
vernehmbar, aber Hunde hören ihn
dann noch auf weite Entfernung. So
hat man mit Maasen Experimente ge
macht und hat gefunden, daß Miiii|e,
die sehr vertraut sind, sich nicht stö
ren lassen, wenn sie Menschen in der
Nähe sprechen hören. Sobald man
aber einen scharfen Pfiff ausstoßt,
werden die Mäuse in ihren Gehöror
ganen so gestört, daß sie augenblick
lich flüchten.
Urâha»» ftfcrr G«rag?.
(sine neue fciiKcfee itambinatien für
mittler unb ttnturfreuitbe.
Ein Liebhober-Gärtner, welcher
zugleich Automobil-Liebhaber ist und
feine eigene Garage besitzt, ist auf
den Gedanken verfallen, immittclbor
ouf der letzteren ein Treibhous zu
etboueit und beides, sowie ouch doâ
Hiihjurhoue, von einer und derselben
Anlöge one noch Beborf zu heize».
Wie sich diese Verbindung, von
oiifte.n betrachtet, ausnimmt. 1|t
•r»
itm beigegebenen Bilde zu ersehen.
Der Ban ist nicht blos gefällig
für dos Auge, sondern erweist sich
auch als haushälterisch unb iu jeder
Hinsicht befriedigend. PoS Treib
hous hat den Vorteil, doß es ohne
weiteres reichlich Luft und Licht be
Kommt es ist stets so wann, wie
es fein sollte, ist leicht zu heizen und
bedarf nicht einmal einer Eztravor
tehning fiit diesen Zweck.
Keilte Automobilgaroge allein
könnte sich so hübsch ausnehmen es
ist. als ob die Prosa des sausenden
modernen GeschästSlebenS. an Ivel
cher der Kroitivogen stets mehr ober
wruifltt .MMst, .eine poesitvolle
Krone erfj(Ut*o Mttx! Pas liebevolle
(Studium der Blumen uiijö Gewächs:
kann täglich, auch ohne eine Aus
fahrt, eine, erfrischende Abwechslung
i bieten. Für viele Vorstadtbewohner
besonders, wenn sie sich dergleichen
überhaupt leisten können, erscheint die
Nochohmiing dieser geschmockvollen
i rntd prottifchen Idee jedensolls eilt
i schieden empfehlenswert der Ge
I schöftjfinii und der Schönheitssinn
finden ihre Rechnung bei tinfr sol
chen Anlogt. Die Idee ist
lich nicht patentiert.
E i n Frechling. Gutsbe
scher: ..Heda wai machen Sie auf
dem Boiime?"
Apfeldieb: „Na u)isereiu4 will doch
a u n i a k Z n e v e K
kommen!"
Neye Iiritaslitcralur
Wir erhielten soeben ci'ye größere
Auswahl der packendsten Krieg-Zge»
schichten mi* Teutschland. Dil- Bü«
cher sind elegant lind daiierlmst in
Leinwand getiiinde». und können als
Andenken an den Weltkrieg lange
aufbewahrt werden.
Jeder 3ciiib hat viele- interessant«?
Bilder ans dein Kriege und auch ur
teil und Abbildungen der flcöiUeii
detUfchen und östrcichiinganschen Hel
den und.Heerführer.
Nachstehend die Lisle und $
reifet
Der rp Ais che ^.iebfrürich (Jit
zwei Bänden)
IcrtS .4140
Tie Schlacht ant (TinncrnT (Xie
gl üsjte deutsche SvV'jchlocht) $1.10
Nach Sibirier »ii 1(M),(H)0
Deutschen $1.10
Der
Uricn
im?'lp!«rot
i^talie-
niiche $1.10
Als tt Bostskvuimandant stf«.
Neu Euninnb $1.10
„Ayesha" (sprich Aischa), vq.n
Kapitänleutnant Bellmuth y.
Älüa'e, gegyt Seiten mit
Bildern und »arten. Schil
dert die Abenteuer der
Laudungsinannschast deS
deutschen âtreu ,erci „Em
den." Vit elegantem imS
^auerhastem Leinwandband,,
Postsiei ...A .Il.ftö
Man in ache Bestellungen so rasch
ii*? möglich, da da5 Lager vielleicht
oold vergiissen sein dürste. Durch
9 e i
i ch Poit kostet jeder
iflciitd 10 Cents vrtto, und nur bei
.rrsichertcm Versandt sind wir siiv
ichtigeii Linpsang deiantmortlich.
Tie Bücher sind die neuesten und er«
schienen int derbst lillK in Teutsch'
land. Ter Ttancpoi dauerte ehoa
Monate.
Man ichreibe
'.eiger,
01t: Der StaatS-An-
ViZinarck, N. N.
Unsre Prämien
Wie immer, bieten wir mich je 1*1 wie
der den X'rfcrit brv 4Mmicv. iwlrljc
seltic ein vnl)r uomii^ichhMi, iniul)iiv
im» lucvn'olle Präinieu an, wie fului:
Sprunftsedertcheer?« da?, lu-fte nvf
diesen1! OK'liitfic. Titie Stflcfveii sind iiv
folye hcii jiiiavplikit ^e-s Srohl-j iu die
se», Vniidc iiviviiliig im Preiö fii'ilivueti,
mir siijt alle nndvvMi 2uvljfn, nUvr mir
senden diese nach wie bor jedem Vefer,
der tyiv Blatt ein Jahr üovmivSithlt,
portofrei 3«.
SrfiiieUiiälier f^stiemen)—ein nütz
Iidjei- Wnk.^'na siii'
aoviiu'v
und
.viiti
uiitev. Wir uerfondten uoiincii .vvvl'st
über luoii 3ii'irf dieser Pfrieme», und
schenke» sie auch jetn lvieder nlivn nbvr
neuen Lesern, die dov Ü*lon ein v,ixi)i'
vormiv.vWi'it. Tcv Lodcnprciö dieses
Werk.^»a ist $1.00.
Äriefl#ntla8— die neuesten. Enthal
tend die Vrficit Mörsen vcm europäische.!
Alriefl jschstinlöt»eii. lliicntbvln I id] iil v
9inchfchlrt(]-Miuu( für Leute, ivelche den
Wellkrieg verfolge» wolle», ^eder nlie
oder iiriir Veser deS Slmiic
,.,lit^ei»er,
der dos Blntt ein ^uliv uonin-r-Uo.jnlilt.
erltält diesen ?lllos auf Wnnsch Pinto
frei zngcsoiidt.
Hausfreund ^mnilien Snlenber (für
foty deiniiiic Vols) vi'»flu ig mivrtrstnttet
lind illiistrierf. enltuili. aedieaene» Vese
floff i» reicher .yiille, und volle-:. Xl»len-=
doriiiiii, und gegen l.M' volle Seileu
im Wronfoniiat. Bringt ouch viel üler
den Weltkrieg.
Teutsch-englische»» englisch deutsche«
Wörterbuch—iStf ijl miv »»ch gelungen,
einen lueiiwen Mouiroft für i(,"(' der
lu'iiitimte» demscli-englische» u»d einv
Iischdtlitscl,en Woneibiicher (Tolmci
fchen SN schliefen, ivelche wir den X'e
Kni des BtotieK »nd solchen, die t9
werden loolleii, gegen Wachsn ti
lling son ül.'2.r) wiederum mwieicii.
Leser dfv ^nlondeö, die iiiiv nlfo
(ifi-J.fiii für ein \alyv uorouv nnd if I
N»chz»hlu»g einsenden, bekommen d»?
Pnch puriofrri ^ngesoiidt.
(iv
ist diev
Professor .Suul Breil lirriihmlev Wö»
Indisch, ii. limfflstf t!N! Seiten i»_dii»er
lioflen: nnd elegantem Lei»ioa»dei»t»»d.
Vilich dieses Werk ist dedemend teuerer
geivorden, ober da wir toou £tiict für
uns di'tideii lies eii, ist e3 .ins möglich,
dos Werk 311 diesem Tpollpreis unsere»
Lesern, oder Solchen die es lverden ivol»
leii. ,z» liefern. e k 0 e n dürfe»
wir dieses Werk 11 i ch I. tis luird n 11
alten oder neuen Lesern des Wlattes
geliefert. Das Buch würde im Buch
Handel gegen $!1 kosten.
SSer uns drei neue Leser ein»
schielt, also im Unlande $7.r0, erhält
das Buch geschenkt als Bclulmiina
fiir die 3KitI)C. (darunter ist â» "er
stehen, das? eilt alter Leser, der seine
Heilung ein Zohr i'oron^ahlt. »nd
dazu zwei neue Leser uns
zu dem Buch berechtigt ist. Dasselbe
gilt auch für Leser in (fatiada, die also
in diesem ^alle senden minien-):
Tom it kan'i J,eder sich dieses prächtiges
Werk bei nur wenig Mühe 11 in s 0 11 st
sichern.
«. -'-M
«,
Zur Veachtnn«—Kiir richtigen Em«
pfang Von Prämien find mir 1111 dann
a a w e n n i 1 0 e n s e
fiir Versicherung niitgrsandt werden.
S 0 n st nicht! Wir werden also fluni
Ucrlotrn gegangene Prämien nicht er*
fetten, wenn nicht die 10 Cents fiir tfer*
fichening inilgesandt werden. Wir bil»
ten unsere Leser, sich das ^n merken.
Auf keinen JystH sollte da? Wörterbuch
ohne Versicherung gesandt weryen. denn,
es Repräsentiert einen u großen Wert.
V.
Wir können Lei dem tjoljen Kostenprei4
der Prämien unmöglich die Kosten sir
Versicherung selbst tragen.
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