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Der Staats=Anzeiger. (Rugby, N.D.) 1906-current, March 29, 1918, Image 2

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3$it*ma einst und jetzt.
!fcie 6fo6ermifl ^nrch die (Fngliinder. Tas Land a»sierlrdentlich ertr*f|
fëlfifl. Reis, Irofljul.v Petrolenm iinb 7Vnrbl)t»licr die Hanptans
fAhrne^e« stände. schnelles Änfblühen der 2töbir Wirmn«. (fit*
ß»te bei der Arbeit. Gehenswerte Bandenkmâler is de« Stödten,
k I.
öltet allen Kolonien des britischen so Minn bevölkerte Land, bn? nech
Rlleltreiches nimmt wohl Birma, was Millionen von Menschen zu ernähren
die ($rträuii§fähi(Vfit im Vergleich }it imstande ist. ,^i kolonisieren. Maren
den angewandten Opfern, soinie vie dach in Cberbirimt im Iihre IS! 9
Bdmefiintett der Nentublilität an- von 2i.fVJ,('S'2 Acres fruchtbaren
Xxki Wnöflojter .Miiitifl tliibotod.
ngt, die erste Stelle ein. Die bei
'n ersten Kriege, die linglanb um
Eroberung Unterbitmati
'33824 bis I82ti, sowie im Jahre lsr2
Vhrte, erforderten zahlreiche
Me»«pfer. woran allerdings vorivie^
«end die klimatischen Verhältnisse
schuld waren: Oberbirma hingegen
ntl Ende 1885 fast ohne Schwert
streich in die Häiive der Engländer,
«ne Perle von unschätzbarem Werte,
die den Besitz Unterbirmas außeror
dentlich staute.
vv
a-4
Da» .Zentrum der Welt."
?in Einverleibung Obtrbfmft# in
dos britisch-indische Reich erfolgte
offiziell am 1. Januar 1886 sie
«achte einer ebenso grausamen als
rückständigen Despotemvirtschast, die
eine Entwicklung des Landes unter-
Slitleib
orbet wurde». DK da» ger.ngste
mit dee,##"» bi«s«r «er
frechen Hoben. V_
Die Birmane«! skßd «tz» W««ielofe»
»olf. Ohne
sich Jahrhunderte
«n H.,.sch--» «*W*i
knechten lassen, ülwft VQLVfm^
auch im alltäqlicht 8^* }r
Suine
untüchtig: et 1
erstand zu leisten,
ierbrüngen, bie bie
Regierung heranzieht!.
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I*
Landes erst l,818,9ti2 bewirtsich»iftet!
dabei muft man in Erlösung ziehen,
daß nicht nur der Reisbau, sondern
auch andere ^eldsrüchte bunt der gün
stigen tlimatischen Verhältnisse nie
mißraten wie in Vorderindien, wo ttv
folgedesscn in schlechten Iahren
Hundeniauseuve eine» elenden Hun
gertodes sterben.
Einen schweren Kamps um seine
(rnitctu fuhrt bor ^trimme nicht biv
mag wohl auch der Hauptgrund sei
ner Gleichgültigkeit und seiner Ver
weichlichung sei», die sich schon iu sei
ntm Aeusteren offenbaren. Seine
Haartracht und Kleidung. leine Eitel'
keit und Putzsucht baden etwas Wei
bisches. das uns abstößt. Es gilt
unter allen dort an sästigen Europa
ern als feststehende Tatsache, d.ih in I
diesem Lande die jchuv.chere Halste
die energischere, prâttischère. lebeilt
tüchigere ist.
Diesem Umstand verdankt die Vir
Birmanin. vorglidvn mit anderen
Asiatinnen, ihre glanzende %u»ittin,
ihre Freiheit, ihre .VuKbt'tellmut im
XNitifc, ltn) sie iehr oft die führend«
Rolle spielt. Eniaiinlich in es. urip
nüchtern die Birmanin ihre eigenen
Landsleutc einschätzt: sie zieht all
Watten jeden Einwanderer fremder
Rasse vor. tStiiij besonderer Wert
schätzung erfreuen sich aber die Chine
sen, da sie intelligent, fleißig und
sparsam sind und infolgedessen die be
sten Aussichten haben, vorwärts zu
kommen.
Wie sehr Birma sich unter dem
massenhaften Sufluft fremder Ele
mente aus Vorderindien, der inamii
schen Halbinsel und Siidchina verän
dert, das zeigt sich in Rangoon, dein
Zot Birmas, durch das vier Fünftel
des Gesamthandels des Landes ein-
Ärbeitdelrfonten in der Sägemühle
graben hatte, ein Ende. Alle, auSge
»nimen die ÄiinstlingSfchcir bei Ho
». sowie die unter birmanischer
mfchtist allmächtigen buddhistischen
flfaffcn, erkannten denn auch bald
den Diven bei Regierunaiw-chsel»,
unter Ski da 8 Land hinfort einen
sngo|Ä Ausschwtma num. Und
keiner, de? Kenntnis hat Mb der blut
triefenden Dtzchichie. afl den Greu
ein und wplttnten, bie noch im
jo6te uWchejegentlich bes letzten
/ZhroWDMel» tan Königspalast zu
^Mandâlay abfrttte«, bet weih, wie
aus feiger S»«U«barmungSlo» alle
^NlutSverwaMWDe etwa Anspruch
aus den ShttLttheW.Konnten, einer
kei -vv ®t?i8, «6 «kwiing, hinge-
unb ausziehen, am allerauffälligsten.
Rangoon, vor fünfzig Jahren noch
ein elendes Torf, erhob sich ueOenSlat«
lutta und Bombay bank dem Um»
schwung der politischen Verhältnisse
zur drittgrößten Handelsstadt bes in
disch-dritisä)«n Reiches. Dieser nun
hochbedeutende Handelsplatz steht aber
noch-lange nicht auf seiner Höhe er
wird in absehbarer Zeit, in Anbe
tracht bei reichen Hinterlandes und
der rctpide zunehmenden Bevölterui»
sich zweifellos noch eines großen Stuf»,
schwängt! erfreuen.
Merdwg» find bie Reichtümer
Birma» anderer Art. als sie sich der
Richiftfintt de» Landes nach phanta
stische« Reiseberichten vorstellt. All
die Mlrcheaschätze, an betten oaS
Land iiterretch sein soll, wie Gold.
Gilbe^ Rubioen, Saphire. Elfenbein
usw.. spielen gar keine Rolle im Ver
gleich beit riesigen Werten, bit
Keil, da» Hauptnahrung»- unb Aus
fuhrpr»dukt, Teakholz, Petroleum,
Igrr, Baumwolle unb andere
[i „poetische" Hanbelsartikel
insbesonbere D6er6ttmn.
r,
fltr die Asiaten BorberindienS
der malaiischen Staaten ein Steif*»'
iitnb, ein ?lmerika. wo e8 reichlich
titbtit unb höheren Lohn als in der
Heimnt gibt, uo sie Gelegenheit Ha
ben, Ersparnisse ^ti m.ichen. Unter
»iesen Umstänoen luerdtn bie Einge
liorenen, sen iters in Rangoon, wo be
ceits zwei Drittel der ^Fvöllerung
ins »ingkwanderien Elementen bestem
hen, scharf zuriidgedrängt. Im Jahre
1872 zählte Ringoon rund 371
Einwohner aber dank der Massenein
Wanderung stellte man UWl/Ufti be
reits 2.'!.r, )UO fest, die sich folgender
maßen vertrilen: 8.'{,0.,.1 Budohisten.
^röfztcnteils Birmanen, 82,IM Hin
duö, 48,012 Muselmanen der Rest
sefcte sich aus Ehiuesen. Siamesen.
Malaien usw. zusainiiien.
Wer die Verhältnisse nicht genau
kennt, tnag zunächst über das Vor
jehen der britisch indischen Regierung
stutzen, welche gewaltsam mit fremden
Elementen da« Land zu überfluten
scheint doch Hot diese, wenn sie bit
ungeheuren Strecken Landes verwer
ten will, die noch der Rutzbarma
chung warten, keine andere Wahl.
Leider ist. wie ich midi vielfach über
zeugte. mit dein liebenswürdigen, gut
mütigen, vergnügungssüchtigen uter
foulen Birmanen, der jede harte Ar
beit scheut, der nicht, wie et selbst
fugt, gewillt ist, dem Engländer den
Stuli abzugeben, nicht viel vm,uifan
gen. Von -der äußersten Südspitze
Birmas bis zum äußersten Norden
fand ich überall dieselben 3tcriilb
nisse: bie Regierung ist unbedingt
auf fremde Arbeitskräfte angewiesen.
Weder beim Löschen bet Schifssla
bungtn noch beim Bau von Straßen.
Kanälen oder Bahnen wird nuui bir
manische At röste erblicken diese Ar
beiten verrichten fast nur Madras
leute unb Tamilen.
Ein heute der Zahl nach noch
nicht sehr bedeutendes Element, das
aber in absehbarer Zeit in Birma
eine große Rolle spielen ivird, sind die
Chinesen, die als Kaufleute, Unter
nehmet aller Art, sowie auch als
jv
Die pfeife.
Eine S«ema»m»gesckichte vo» H. Binder.
din Teemann taucht bekanntlich
zern« Pfeife und lügt nie.
Dieser Satz ist notwenbiq zur Er
klätung bet folgenben Geschichte.
Unser Schiff eine staiUicht Bark,
lag im Hafen von Singapore. Si
nei AbenbS ging ich in das Zim»
met meines Freunde» und ttoUegen,
der ben kerndeutschen Ramen Äerhcird
trug.
Gerhard hatte als Steuermann ein
geräumige« Zimmer an Backbord
feite, um das wir ihn alle beneideten.
Et war ei daher gewohnt, oft Be
such zu empfangen, zumal er ein ver
träglicher Mensch war, der außerdem
vieles gesehen hatte und daher auch
viel erzählen konnte. Als ich in das
Zimmer kam, wollte ich meinen Au
gen nicht trauen. Ein feiner bläu
licher Zigarettenqualm hüllte nämlich
den Raunt in vollständigen Rebel ein.
Man denke sich (Wertjatb, der fort
wähtenb eine kurze Pfeife im Munde
hatte, mit Zigaretten! Gerhard, die
fen echten, wetterharten Seemann, den
man sich ohne Pfeife überhaupt nicht
denken konnte!
Ich fragte ihn sofort nach dem
Grunde dieses höchst sonberbaren Um»
stanbeS.
„Ich habe meine Pfeife vor einem
Monat im Hofen von Colombo aus
Birmanische Karre, von Zebus gezogen.
Zimmerleute wegen ihrer hohen In
telligenz, Rührigkeit und Tüchtigkeit
hochgeschätzt sind. Unter allen färbt
gen' Einwohnern in Birma find die
Söhne au-5 dem Reiche der Mitte bie
höchststehenden, unternehmendsttn.
weitblickendsten. Sie dringen sogar
zuweilen mit Lebensgefahr in Wtl
dengebieie vor, wenn ihnen reicher
Gewinn winkt.
Ein Privilegium.
Im Jahre 15.09 verlieh Kurfürst
Joachim von Brandenburg seinem
Barvier Heinrich Eybe das ausschließ
liche Recht des ersten Verbandes aller
Verwundeten in Berlin und (Solln
und sagt in bet Berleihnngs-Urkun
be: „Rachbein Uns aus fürstlicher
Obrigkeit und
Unvorsichtigkeit übet Borb fallen las»
sen."
Gethatb sagte es ohne Erregung.
Ich hasse die Menschen, die ein sol
ches Unglück mit stoischer SR übe hin
nehmen. Trotz dieses für ihn her
ben Verlustes schien Gerhiird nicht
traurig zu sein, als wenn er zum
Beispiel seine Schwiegermutter vetlo
rer. hätte. Ich antwortete daher mit
Kühle:
„l)u scheinst Dein Unglück aber
leicht zu trugen! Du hast Dich ja
schnell zu trösten verstanden!"
„Rein, bester Junge, ich bin nicht
gefühlsroh. Ich würde den Ver
lust selbstverständlich gebührend be
trauern, wenn ich nicht die feste tit
wißheit hätte, daj sich die Pfeife
wieder finden wird. Ich weiß aus
das Bestimmteste, baß mir eines Ta-
I
i.ltein
Herkommen der
--erste Verband eines jeven verwunde
ten in Unseren Stäben Berlin und
Cölln vor allen anderen zusteht, so
verleihen Wir dieses Recht Unserem
Heinrich Eybe. Barbier, seiner Munft
in der Wundarznei willen aus fünf
Iahte, wofür er Unsere, Unser lie
Sen Gemahel unb Unserer lieben wil
der Füße alle Wochen zweimal oa
schen und auch die Häupter rein hal
ten soll.-
ges bie Pfeife wieber überreicht wer
ben wirb."
I Bei diesen Worten glitt ein glück
I liches unb rnilbes Lächeln Uber feine
I Züge, so daß sein Gesicht in diesem
i Augenblick fast schön zu nennen war.
Wer Gerhard kennt, wird dieses be
metfenitvert finden.
„Vor zehn Iahten," so begann er
mit weicher Stimme, in bet es wie
leise Erinnerung zitterte, „kaufte ich
mir biese Pfeife in Hamburg. Sie
war gerabe nicht schwungvoll gebo-
V
1
1
»V jtX/ AV
HNvV::-'"'v'v.'v^
Sfeto in Venedig.
gen, auch fehlte jede Verzierung bat*
an. Aver Tu weisil. ich bin für das
Einfache. Und gerade durch ihre
Einfachheit wuchs mir diese Pfeife so
sehr at y Hetz. Räch vierzehn
Ti.gen hatte ich sie zum ersten Male
verloren. Ich zeigte ben Verlust
in Drei Blättern an. Es hviif
nichts. Ich fragte jeden Menschen,
mit dem ich zusammensetzn, ob et
meine Pfeife nicht gesehen hätte.
Ich rourbe schließlich für verrückt et»
klärt. Jeven Menschen, bet eine
Pfeife rauchte, sah ich starr an in
oer Hoffnung, mein Juwel in seinem
Mimot zu entdecken. AUeS war
vergebene. Wer iviro sich auch
schließlich um eint einfache Pfeife
kümmern! Unb doch bekam ich sie
wieder!
Ein alter Schiffer, besten Schiff
neben dem unsern lag, kam mit ihr
zu mir an Borb. Er hatte von mei
nem Verluste gehört unb brachte mir
die Pfeife wieder. Ich umarmte
ihn. schenkte ihm eine größere Sum»
me und versprach ihm, seiner in mei
nem Testamente zu gedenken. Et
dankte und sagte jnic noch, daß et
die Pfeife in einem großen Brote, in
das sie aus Versehen hineingebacken
worden sein mußte, gefunden hiitte.
Er meinte, dieses schiene ihm bemer
tenswert.
Nach ein paar Wochen fuhr unser
Schiff nach Italien. Da wit Fracht
nach Neapel hatten, so freuten wir
uns begreiflicherweise alle auf bie
Stadt. Tu kennst ja Neapel. Na,
dann kann ich mit ja Einzelheiten
sparen. Wir bestiegen damals auch
selbst Dcrstündüch den Vesuv. Ich
beugte mich über den Rand des Kra
ttrs, um besser hineinsehen zu kön
nen. Da plötzlich. Du sannst Dir
meinen Schreck denken, fällt meine
Pfeife, meine schöne, einfache Pfeife,
in den Abgrund. Jetzt gab ich natüt
lieh die Hcjfnung auf.
Ich kaufte mir hundert Zigaretten
und wollte mit ihnen eine würdige
Trauerfeierlichkeit zu Ehren meiner
Psvit'c tii'iu'licit. Ich fontiU' Cv näm
lich nicht iibtt das Herz bringen, tine
andere Pfeife an meine Lippen zu
nehmen.
Am anderen Morgen wurden wir
durch ein fürchterliches Getöse ausge»
schreckt. Unser Schiff fing auf ein
mal an zu schaukeln, so daß wit
glaubten, dtr jüngste Tag sei angt
krochen. Es war ringsum dunkel und
es roch nach Schwefel und verbrann
tem Radiergummi.
Nach schrecklichen Minuten voller
Ungewißheit und banget Sorgen er
kannten wir endlich die Ursachen bei
Tumultes.
Der Vesuv war in Tätigkeit.
Das Tonnern und Tosen ließ all
mählich nach und die Lust wurde sri
scher und hellet.
Wit fuhren an Land, um den
Schaden zu besehen. Die glühende
Lava hatte in der iurztn Zeit drei
blühende 2)ütftt vernichtet. Mittags
war wieder alles soweit ruhig.' daß
wir es 1 vagen konnten, den UnglückS
berg zu besteigen. Ich kletterte eben
fall« die steile, mittlerweile hart ge
wordene Lava hinauf. Plötzlich
gleite ich ab und rutsche in erschrecken
der Geschivindigleit den Berg Hinun
ter. Ich sah meinen Tod vor Au
gen, denn jeden Augenblick kam ich
einem steile« Abgrund näher. Einem
Abgrund von mindestens dreihundert
^uß Tiefe. Plötzlich stößt mein Fuß
an einen harten Gegenstand, Ich
bekomme einen Ruck und bleibe im
selben Augenblick liegen. Nach kur
zer Zeit wagte ich, um mich zu se
hen. Und was mar es? Kein Ast,
fein Stein und kein Strauch! Rein,
meine Pfeife ragte aus dcr Lava
heraus, in der sie festaebrannt war.
Meine Pfeife, meine einfache Pfeife
hatte mir das Leben gerettet. Mitt
l?r oti!t Hatten die anderen zu mei
ner Rettung ein Seil heruntergelas
sen. Ich nahm meine Pfeife und
ließ mich voll glücklicher Freude cm*
porjichett.
Hier unterbrach ich meinen
Freund:
„Die Pfeife saß boch fest in der
Lava! Wie tonntest Du sie denn lö
sen?"
„Tie Hatte sich boch butch ben An
prall meines Körpers gelockert!"
Ich war geschlagen unb et erzählte
weiter:
„Es würde zu weit führen, wenn
ich Dir alle meine Erlebnisse mit der
Pfeife jetzt haartlein wiedergeben
würde. In Buenos Aires würbe
ich einmal von Streichen überfallen.
Sit nahmen mir alles was ich botte.
Sfnct, tibidtr, Messer, Hut nur
nieine Pfeife ließen sie mir. In
New ?)ork wurde ich von bet elektri
schen Bahn überfahren. Mein linker
Arm und drei Rippen zerbrachen
«eine Pfeife blieb jetaft Wt. ins
einer Robbenjagd in bet Nordsee traf
mich die Kugel eines unsicheren Schüt
zen an der linken Backe. Der Arzt
konstatierte, das) meine Pfeife unfehl
bar getroffen wotben wäre, wenn der
Schuß drei Zentimeter weiter nach
recht-, gegangen wäre. Ich habt in
ditfen zehn I.ihren achtmal Schiff
bruch gelitten. Sechsmal rettete ich
bie Pfeife selbst dabei, tinmal wurde
ich schon halb ertrunken mit ber
Pfeife im Munde aufgefischt, unb
einmal wurde sie mir auf dem Kon
sulat in Halifax überreicht. Unser
Schiff war in der Nähe von Hali
fax gestrandet und eS war, nachdem
wir gerettet waren, infolge des schwe
ren Wetters unmöglich, an Bord zu
rückzukehren. Nach zwei Tagen hotten
Wind und Wcllen ihr Zerstinungs
wetk an unserm Schiff vollendet. Es^
krachte und flog in Fetzen ausemnn-"
der und ablanbiger Wind und die
Wellen trugen die Trümniet vom
Lande fort der See zu.
Als einzige Wahrzeichen der
Strandung würben tin Rtttungsring
unb meine Pfeift aus dem Konsulat
adgegtbtn. Du kannst Dir jetzt den
ken, wie ich an dem Kltinod hing
und noch hänge. Abtr ich tröste mich,
lvit gtsagt. über den Verlust, denn
ich weiß, daß sich die Pfeife wieder»
i.
finden, daß eines Tages ihr würziger
Duft mein sorgenschweres Haupt wie
Der mitgeben wird."
Gerard h^ntt [eine Erzählung tc
tndet.
Er zog sich bald batons as und
ging an Land.
Ich büttt Wache und konnte nicht
mitgtkn, letter, denn das bunte
2 reiten zur Abendstunde in der
.nauk'tstri'ßi von Singapore ist so ei
genartig, und ich hettt es damals noch
nicrt kennen gtlernt. So blieb ich an
Vor) zurück und sah die l'Jiüionen
siebter und Laternen aufblitzen, sah
l'untflattemte Papitrlampions durch
dit Dunkelheit leuditen. ^ür btn
Fremven ein bezauberndes Bild.
In ber Nacht um drei kam Ger
hard vollstänbig betrunken wieder an
Vor) zurück. Auf allen Bieren fItt
ttrte tr auf cas ^atiretp heraus. Als
er mich erblickte, stürmte tr in meine
Arme und laOte: „Ich bab' sie wit
dtrk Ich bad' sit roiebtr!" Dtr Le
ser muß sich jttzt einen Augenblick
ati3ruhen, .$m die neue ^ii.-.un.1, des
Geschickes mit dem nötigen Gleichmut
aufnehmen zu tonnen. Gerhard et
zählte mit brechender Stimme, daß et
in eine Hafeiiioirtschaft gekommen
sei. in der ein großer Haifiscki ausge
it tili war. Neben dein ^ifch lagen die
Sachen, die tr im Maqen gehabt Hat
te: drei Konservenbüchsen, ein Beil.
ein Stiefel, eine Kneifzange, drei
Schraubenzieher und seine Pfeife,
seine einfache, schöne Pfeift.
Pitt Seemann raucht bekanntlich
aern Pfeife und lügt nie.
Tie Witwen ^vlagM.
Im innern Zinnat ras herrscht
der sonderbare Biaiick, daß der
Wind darüber entscheidet, wie lange
die jititiueniilxirt einer ixniu dauern
ioII. die ihren Gatten verloreil hat.
Unmittelbar nach betn Tode ihres
Manne? pflanzt die ^ratt vor ihrer
sSiitte ober ihrem .votu'e einen hoben
^laggenst-'ck auf und hii an der
Spive dt'v Stackes eine flagge, die
lustig im Winde flattert. Solange
die flagge unbeschädigt bleibt, darf
die tyitmv die .viitte nicht verla'en,
inns', die Trauerkleider beibehalten
und diu Tod ihre* :Vimmvv beklagen.
Sobald aber durch den Wind die
^iagge beschädig! wird, ein Stint
von ihr abreißt, oder ein Siiß in ihr
entstellt, bat die Witivc das Recht,
die Tratterkleiditng abzulegen und
den ersteit besten, der foinnit, um
ihre Hand zu werben, 31t heiraten,
wenn er ihr irgendwie gefällt, liiii
ordentlicher Sturm ist daher für die
Witwen der viisel Sumatra eine
sehr milliontmeiu1 Etscheiitung. be
sonde's0 für diejenigen, welche Hei
rat:gebauten haben und von den
strengen Vorschriften der Trauer be
freit sei« wollen.
in E i r. Jmtger Ehe»
mann (aU er die stark versalzene
Suppe kostet): «Ei, ei bist Du jo
oerlivbt in mich?"
^raii «die die Schuld auf die Kö
chin schieben mill): „och biu'S gan.
gewiß nicht gewesen!"
e e i i e W u n s
Arzt: „Sie find Mar wieder «e
innd aber Sie müssen sich vor jeder
Vlntreijuttg, vor jedm Aerger in atm
nehmen!"
..i'iicht wahr. \x*vr Doktor, Sie
schicken mir mit Rücksicht daraus bor
tiwfri bit Rechnung «ch nichttT
Soo Hotel
•eleit Cement ét*%I
Scheidewände oud ^»pSl löcke»
Keine einzige Latte im Gebäude
Europäischer Pla»
tMft se«erstcher
Bethmbew mit dem McKenzie
Hotel Speise- und Lunch- Aim««.
IlleS erster Klasse zu Preisen die ei
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Sprungsederscheeren das lieste auf
bif'i'iit (^el'icic. 7iefe SilnTrni sind in»
folge .ViiiU'nbrii de3 ?ti»lls in die
sem l'aiibe itf'.ivilrit im Prei? gcsiicsttN.
wie fast alle onberen 2ailicn. oher »vir
senden diese nach wie hör jfte:n l'tfer#
der das Blatt ein Jahr
portofrei zu.
SCH»eS«iiter (Pfriemen)—ein «HG
liches Wirkzciiji für farmer unb .V'Ui4«
iniier. Wir Vcrfniihivn uoii^pn .ftoftfK
iiher l''*"n Gtiirf dieser Pfiieiinu, und
schrnker sie auch jrtit wieder alten ober
neuen Veimi, die das Platt ein
vorn».-adleu. Der Ladenpreis bitfeS
SJeiMCiiflv ist $1.00.
Sricg#etl*#- die neuesten. @nIttel«
tend die besten Marten von enropinsitze»
.Mrien-:.id)oiiv!iihen. llnenthrbrlich all
9inriiiriilai}vroetk für l'eute, weiche den
SScltfiii'fl verfolgen wollen, ^eher alte
ober neue X'efer deS Slaalv eiaec,
der das Platt ein £ahr voraii-bezaP^
erhält diesen Atlas auf Wunsch port»»
frei zugesandt.
jSanffreitnb
^nmitien
SSer uns brei neue Leset etw
schickt, also im Iiilaude $7.50, erbätt
das Puch geschenkt als Belohnung
für die Mühe. Darunter ist zu ver»
stehen, baj) ein alter Leser, der seine
Scitunn ein Ialr Vorniir-znlilt, und
dazu zwei neue Leser uns schickt,
zu dem Buch berechtigt ist. Dasselbe
flilt eins) für Leser in Kanada, die also
in diesem aalle $0.00 senden imifien.)
Somit faivi Jeder sich dieses prächtige!
Werk bei nur wenig S'iuhe u s 0 u ft
sichern.
3»r Pea&fttai—Für richtigen Eme
pfaiig von Prämien sind wir nur dm»
a a w e n n u n s 1 o e n s e a
für Versichening mitgesandt werben.
Sonst n i ch t! Wir werden also etwa
verloren geganaene Prämien nicht et»
seyen, wenn »iciit die 10 (5ents für 9er«
ftriterting inilgesandt werde». Wir bit»
ten unsere Leser, sich das zu merken.
Ans keinen ftall sollte baS Wörterbuch
ohne ^eificherunii gesandt werben, den«
ei" repräsentiert einen zu gror.en SBerf.
Wir können bei dem Holten Moffenpreil
der Prämien unmöglich die Kosten fü*
Versicherung selbst tragen.
Dee StaatC finjetgcT,
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^(timber für
boo de»ische Yulf) prächtig a»Zeestatt«t
und illustriert, enibält, gediegene» Vefc»
stoff in reicher ^iiUe, und volle-? Walen»
barium, unb gegen 150 volle Seite»
im Wrofcformat. Bringt auch viel über
den Weltkrieg.
De»isch-«ngttfch«». englisch-deutschH
Wörterbuch—ist uns mich gelitngéift
einen Iveitereu .Kontrast für lttii't bet
berühmten deutsch englischen unb eng«
lisch deutschen Wörterbücher (Dolmet
scher! s» schliefen, welche wir den Xit»
fern des BiatteS und Solchen, die
i
et
w e e n w o e n e e n N a z a
[una von $1.25 wiederum anbiete«.
Leser des Inlandes, die im- also $.1.75
($•_'.50 für ein Jahr forauj und $1.25
SLichjiiMuno) einsenden, bckeniiiieu da?
Buch portofrei zugesandt. C? ist dieS
Professor itnrl Preii'» beriil)iuie3 Wär»
terbuch, u. unifastt 13« o Seiten 111 bauet»
bflftem und elegantem Veinivandeinbanb.
Äuch dieses Werk ist bedeutend teuer«
geworden, aber da wir lOOO ?tucf fut
I uns drucken liehen, ist c8 .111 v inoijUch,
I d»rs Werk zu diesem Spottpreis unseren
I Lesern, oder Solchen die es werden tvol»
len, j»i liefern. ersaufen dürfen
w i i e s e s W e k n i E s w i n u
alten oder neuen Lesern des Platte#
geliefert. Tas Puch würde im Buch«
(jandel gegen $3 kosten.
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Abonniert auf i. GtoatS-AazeigW
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'S 3f,V *3- VÉ

Ter EtaatS-Anzeiger, BiS««rck» R. 2., Zreitag, ben 29. Mär,.
Edward «. P«Nerso«. Defi^er
N. D».

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