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Der Staats=Anzeiger. (Rugby, N.D.) 1906-current, March 05, 1920, Image 4

Image and text provided by State Historical Society of North Dakota

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".3f.
as s
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D., under
j«fch^nt
Frank
ycboleit ithfc
-w i"" In dâj Nüttlmxr des Staats-An
S- zciger vom ^t.'Februar machten wir
3 bereits die Leser darauf aufmerksam,
A. dab in Nord-Dakota bei. ddü Ptosis
è benteitborroaMcn auch gleichzeitig
über Abschaffung der sogènannteii
„Blauen Gesetze" abgestimipt »wirb.
1 Welcher Art dieselben sind, muß den
Lesern also klgr sein.
Heute mm..wünschen wir die Auf
Mèrksamkeit der Leser darauf zu Iciv
ken, das hei diesen Vorwahlen am
1% Dienstag, den IG. März, zugleich
auch über vier vorgeschlagene Zusätze
zur Staatsverfassung abgestimmt
tverden wird, welche in der Extrasi
tzung der Legislatur angenommen
wurden. Es sind dies:
Erstens—Rückruf öffentlicher Be
,M amte«. Wenn die Wähler des Staa
tes am 16. März diesen Perfassungs
s Zusatz annehmen, wird die Staats
,.-*H Verfassung dahin abgeändert, das ii
gend ein County-, Staats^ Kongreß
... oder Gerichtsbeamter von seinem
Posten abgesetzt werden, kann, wenn
1' 30 Prozent der Wähler, die bei der
i vorhergehenden Wahl, inl Coniitn.
Staat oder Distrikt, ai*s welchem der
Beamte kommt, ihre Stimme für den
Gouverneur abgabeil, eine Bitt
fchrift zur Absetzung eines solchen Be
amten lmterschreiben und diese beim
Staatssekretär einreichen. Dieser
hat dann, mindestens 10 Tage nach
Einreichung dieser Bittschrift nub in
nerhalb höchstens 15 Tagen, eine
Extrawahl anzusetzen, bei welcher das
Volk über Absetzung des betreffenden
Beamten zu. entscheiden hat. Der
I Name dieses Beamten tttuf aus den
'I:
Barl F.-Huts rehoiteur
eg, bett 5. März 1920
o n ti entspreiS
n Staaten, pro Jahr. $3.00
5ânada, pro Jahr $3.50
Anderes Ausland, pro Jahr $3.50
[«$ (Nur gegen Vorauszahlung)
Die Redaktion übernimmt für den In
halt der Korrespondenzen keine Verant
»Ortung, bemüht sich aber, alles Unpas
auszumerzen. Einsendungen ohne
Namensunlerschrist wandern in den
erlorb.
W
Ilm Verzögerung in Zusendung der
Siohnungsoeränderungen
eitung zu vermeiden, bitten wir, bei
oder Wechsel
der
Postoffice, immer die
die neue
•tir
alte wie
auch
Postoffice mit anzugeben.
An die Leser
Wir ersuchen unsere Leser, dem gel-
den
Zettel auf der Zeilpng. oder auf
bem- Umfdjltiti, ihre Aufmerksamkeit zu
schenken. Auf demselben finden sie außer
ihrem Namen auch das Datum, bis zu
welchem das Blatt bezahlt ist. Leser, die
mit dem Zeitungsgeld im Rückstände
sind, sollten uiis mit Einsenden desselben
«ifceiten und auch, wenn möglich, ei«
Jahr im Voraus bezahlen.
Adressiert alle Geldsendungen und
11
Weiteres über die Präsidenteuvltr'
jj Tg-wv. -löfljKcn am 16. März
Stimmzettel gesetzt werden, aus er er
zieht es vor. innerhalb zehn Tagen
nach Einreichung der Bittschrift frei
willig Hont Amte zurückzutreten.
Andere Kandidaten mögen auf gesetz
,/ Itch vorgeschriebene weise bei der
Wahl gegen ihn auftreten: Dieser
vorgeschlagene Perfassungszusatz ist
von höchster Wichtigkeit, denn wenn
er angenommen wird, kann, wie ge
sagt ein beim Volk mißliebiger Be
ainter schnell abgesetzt werden, wenn
die Mehrheit der Wähler es wünscht.
Hätten wir dieses Gesetz gehabt, hät
ten, beispielsweise, Langer, Kositzkh
it.
Hall, das Verräterdreiblatt, rasch
vom Volke zur Verantwortung gezo
gen weroeu können. Es ,'i gi .uu.
bei den Wähtceu yturu-^ututuv zu
entscheiden^ ub sie et» solches Gesetz
4 wünschen ober nicht. Wir glauben,
es wäre ratsam, ein solches zu schaf
sen. Am 16. Marz ist die Seit.
Zweitens Verpachtung der
Staatsliinderein. Wenn die Wähler
am 16. März den diesbezüglichen
»"iifiü
âtmehmen, wird
9. Artikel der
verfassuM dahin abgeändert,
«Mch die /Whlenlâudereien des
Nord-Dakota für landwirt-
Zwecke verpachtet werden
und zwar für einen Termin
länger als 5 Jahre und zu
ngen, welche die Legislatur
im mag. Also auch darüber
Mn 16. März die Wähler zu
mtd y»ir sehen nicht ein.
cht 'auch die Staats-Koh^
trcieii Herpqchtot werden fcol«
e»»K—Schuldgrenze politischer
'f.tieS Staates. Es handelt sich
et «um .Abänderung des Abschnitts
1 der Gesetze des Jahres 1919 und
llM Aöänderung des Abschnitts 183
im 12. Artikel der Staatsverfassung,
fobafe eine Schuldgrenze für irgend
ein Comity, Township, Stadt, Ort
schast, Schuldiftrikt ober irgend ct
May Ncn anderen politischen Teil des
1879* Staates festgesetzt werden kann, in
dem dem Abschnitt 183 im 12. Arti
kel die Woctv zugefügt werden: „Und
ein Schuldiftrikt mag durch Stim
menmehrheit die Schulden Um fünf
Prozent des Steuerwortes über die
bereits festgesetzte fültfprozentige
Schtlldgrenze hinaus vergrößern.
Und ferner mag ein County 'oder ei
lte Stadt, wenn die Mehrheit der
Wähler es wünscht, Bonds ausstellen
für irgend einen Profit-dringenden
Betrieb, den dieses County oder diese
Stadt eignet, oder um einen solchen
zu kaufen oder zu bauen, doch dürfen
die so verausgabten Bonds den wirk
lichen Wert des Betriebs, der Indu
strie oder des Unternehmens nicht
übersteigen/' Der vorgeschlagene
VerfaffungSzusatz bezweckt, kurz ge
sagt, daß irgend ein Coiuit^oder ei
ne Stadt wichtige Betriebe (wie Was*
serwerke, Beleuchtungsanstalten. Be
wässerungsanlagen und dergleichen
käuflich zum Nutzen seiner Bewohner
erwerben, oder solche bauen kann. Jtt
größeren und auch kleineren Städten,
ja sogar in Ortschaften des Staates,
ziehen zurzeit Privatgesellschaften
großen Nutzen aus solchen Betrieben,
der, wenn der Zusatz angenommen
wird, allen Bewohner» des Countys.
der Stadt oder Ortschaft zugute
käme. Auch darüber wird am IG.
März entschieden.
Viertens—Vorschrift für Seßhaf
tigkeit der Äcihlcr. Es wird vorge
schlagen, die Staatsverfassung durch
folgenden Zusatz zu ergänzen: „Zu
satz—Jeder berechtigte Wähler, der
seit der dot'l,ergehe»den Wahl ein
Jahr im Staate, 90 Tage int Cottli
tt) und 30 Tage int Precinct gewohnt
hat, soll bei der Wahl stimmberech
tigt sein. Ferner: Weitn ein berech
tigter Wähler von einem Precinct
zum anderen- in demselben County
umzieht, soll er in dem Precinct, aus
dem er wegzog, stimmberechtigt sein,
bis er das Stimmrecht int neuen
Precinct erworben hat." Der vorge
schlagene Verfassungszufatz verkürzt
nur' die.Zeitdauer des Aufenthalts
im County und Precinct um stimm
berechtigt zu fein. Seither mußte ein
Wähler 1 Jahr im Staate, 6 Mo
nate tut County und 90 Tage im
Precinct gewohnt haben, um dort
stimmberechtigt^ zu sein. Wir glau
ben, es ist ratsam, die Veränderung
zumachen.
Somit haben wir nun den Leser»
des Blattes Volten Aufschluß über
alle bei den Borwahlen am IG. März
vorliegenden Fragen gegeben, ausge
nommen eine, die noch dem Staats
obergericht zur Entscheidung vorliegt
U"d
über die wir wahrscheinlich in
nächster Nummer werden berichten
können, wenn das Gericht bi* dann
entschieden hat. Ei-handelt sich näin
lich darum, ob Fronen, die. aufgrund
des int Jahre 1
i) 1 von der Leg^la
tut- gemachten Gesetze», für Präsi
Die ganze dem Farmerhnnd feind
liche Presse des Staates, sogar die
groi'.en täglichen Zeitungen in St.
Paul und Minneapolis, Minnesota,
brachten neulich unter zollhohen tte
berschriften die Kunde, daß „Bull
Langer," der sich QberftEltsanwalt
von No^ö-Dakota schimpfenrläßt, auf
seilte» Reduertouren im südwestlichen
Teile des Staates Heim H. O.
Bratefeii ui.» vLca r, viu Anhän
ger ovs (-fuiintföinibcv iiub Mitglied
der oongi'ii Lvgtslfl^r, „befehlt'- ha
be. Diese feile
tenlange Abfand
große „Ereignis'
schrieben, wie Hu
gemeinen Vuit^uccra
Hand gedrückt und dies^-um Verzei
hung aebeten bobn mih BfofS-
se brachte fpal
über das
wurde 1A:
Bi utsberg dem
Xliuiger bi
berg in allem mit Langee. überein
stimme und nun nicht mèro #it dem
Farmerbund gehe. NatürW tut die
kapitalistische Presse diesesWd an
derer Staaten das menschMtögliche,
um dem Farmerbund zu schaden.»—
Aber, oh weh! Das Unglück schrei
tet schnell! Lügen Bei
ne! Herr Bratsb«MVM näm»
lich die WahrheitWD^^WHldun^
ganz entschieden u^WDDMhiesbe'
züglich direkt an GouMWWD«lzi?r
wie folgt: „Geehrter
neur! Sie haben wahrscHeinltMWM
die Berichte in den ZeitnngâDeM
sen, daß Herr Arnold aus Scrarëfctjk
und meine Wenigkeit bei Herrn Lcm
ger, als er hier eine Rede hielt, um
Verzeihung gebeten haben sollen
Das, Herr Gouverneur, ist eine di
rekte, unverschämte Lüge! Ich wür
de keinen gemeinen Verräter um Ver
zeiliung bitten. Ich stehe jetzt eben
so stark für den Farmerbund als jb
zuvor. Ihr aufrichtiger H. O.
Bratsberg^ Was soll man dazu
sagen? Mân kann tatsächlich nichts
mehr glauben, was Langer und seine
schurkischen Mitverrater der feilen
Presse tnelden.' Schon dutzendemale
und wiedèAund iinmer wieder wurde
bewiesen, daß diese „Herren," sowohl
wie dtp ihnen dienstbare Presse, direk
te und freche Lügen verbreiten. Was
uns anbetrifft, sind wir an dem
Punkte angelangt, sodas} wir, selbst
unter Eid, weder Langer, Kositzky
noch Hall, noch der ganzen Sippe,
auch nur ein Wort mehr glauben
würden.
I Aus Rumänien
Veffarabien
Origiualbericht
Largo, Bessarabien,
den 26. Januar.
Werter Staats-Anzeigcr!
Seit zwei Tagen ist e* sehr kalt
und wie es scheint, werden wir an
haltende, trockene Kälte behalten.
Die Erde ist mit etwas Schnee be
deckt, doch ist mir wenig Schnee. Man
kann zwar den Schlitten benutzen
aber man traut sich doch nicht aus
weite Entfernung eine Fahrt mit
deut Schlitten zu unternehmen, da
man eben nicht wissen kann, ob nicht
plötzlich wärmeres Wetter eintritt
oder vielleicht an andern Stellen gar
kein Schnee ist.
Zachäus Kuß in Emmental starb
am 26. und am 27. wurde er dem
Schoße der Erde übergeben. So
find im Laufe der letzte» fünf Jahre
schon viele auf den Emmentaler
Friedhof gewandert, und auch an
derswo haben sich die Friedhöfe reich
bevölkert. Die meisten Opfer fot
derte die Influenza, an welcher in
Eminental allein etwa 60 Menschen
starben.
^Habe schon einige Bericht an den
Staats'Anzeiger geschrieben, möchte
aber immer noch etwas mit dem
Schreiben einhalten, bis ich mal sehe,
daß meine Berichte ihren 'Bestim
mungsort erreichen und'int Blatte er
scheinen. Dann kann ich meine Be
richte mehr ausführlich schreiben.
Es wäre mir sebr lieb, wqut ich
mal etwas von nieinen Bindern in
Nord-Dakota erfahren könnte. (Hof
fentlich haben Sie jetzt schon etwas
erfahren von Ihren Kindern. Red.
Staats-Anzeiger.) Habe ihnen vor
etwa acht Tagen' Briefe geschrieben
und sie ersucht, den Staats-Aiizei
giT an Pater Johannes Fnchs in
Emmental und a» Jakob Zeiser in
Tschchanowka zu schicken. Die Her
rett würde» den Betrag in russischem
Gelde einsenden, da man aber nicht
freiß, wie viel von russischem Gelde
dentenwahlliianner stimmen t'äme». nötig ist. um den Preis für den
auch für Delegaten zur Nationalkon
ventioil ihreStiiume abgeben können.
Oberstaatsanwalt Longer if! ie.r An
ficht, daß. da Frauen für Delegaten
nicht wählbar sind, sie anch nicht für
Delegaten stimme« tönncn. Andere
Staats-Anzeiger auszubringen, so
werde ich mit meinen Kindern spä
ter verrechnen. Es ist hier alles au
ßtr Ordnung in dieser Hinsicht und
man weiß gar nicht wie und wo man
anzugreifen hat. Alles hat der Welt-
Leuchteii der Jurisprudenz (Gesetz krieg in Verwirrung gebraclit. Doch
künde) behaupten das Gegenteil und der liebe Staats-Anzeiger hat nicht
allein sein Feld behalten, sondern bat
sich mit ein gnt Teil vergrößert und
verbessert. (Unsern Kalender werden
wir Ihnen Zugehen lassen, wegen
dem Buch wenden Sie sich aber di
rekt an die in der Anzeige angegebe
ne Adresse, von wo aus das Buch
jedenfalls direkt versandt wird.
die Entscheidung soll mm das
Staatsobergericht fallen.
Wir machen nochmals die Leset
aus die Wichtigkeit der Vorwahlen
am IG. März aufmerksam. Kein
Wähler sollte denselben fernbleiben.
Jeder sollte stimmen, damit wir er
fahren, wie wirklich die Mehrheit des
Volkes über die vorliegenden Fragen
denkt.
Red. Staats-Anzeiger.)
Mit freundlichem Gruß an den Le
serkreis und das Zeitmigspersonal
zeichnet
Romulald Dirk.
Origiualbericht
Klöstitz, Bessarabien,
bcit 26. Januar.
Werter Staats-Anzeiger!
Habe den Staats-Anzeiger erhal
ten und möchte nun etliche Zeilen an
das liebe Blatt berichten. Die Ern
te ist letztes Jahr sehr gut ausgefal
len und die Preise für Getreide jtito
auch gut. Weizen preist von 20 bis
zu 25 Rubel das Pub, Gerste und
Hafer
12
Rubel das Pud. Welsch-
koru hat es so viel gegeben, öuß man
Que nicht
lOutile, 'iUvy'iu
V
'%-0s",v
:3§
"M.
I Wv'c'
ty.
äzeigexj BiStnGt,
.$:, deu 5, März
ch-Freitag,
die Barm fmlki furchtbar teuer und
das Geld hat flrt keinen Wert. Gebert
tun wir aber ofe. Wir haben Min,
Wurst und schâes Brot. In Wser
Hinsicht ist dieMot gesttllt^Mmger
nnd Durst sind gestillt, WiW'«s
nur mit der Kleidung auch Msser
werdett miödjler Da kommt die Toch
tcr und Jdgt: Mutter, meine Jacke
W zerrissen, -iind dann t'otpmt. der
S«W mit dem nackten Arm und 'rnft
bet S^qttcr zu: Putter, ..flick 'fdcn
WAnelt Flicken -nützt aW Vichts
'WOHjMeues sollte^sein.).
haben einen' sehr schmutzigen
Winter. Man kann mst- nicht .fah
ren, und Äch iniissey I wir fast jeden
Tag 10 bis 20 Fithrin stallen fiic
das Militär. Sits Hessen, daß es
auch da bald besser »erden wird.
Dieses Jahr hatteit^vir^ zweiinal
Christtag. Die erftrtt Tüf^rtcu: mir
nach dem neuen Stil, iimitim* wollten
aher Weihnachten auch nach! dem al
ten Stit feiern. Es ist imnifer Feier
tag.
Möchte doch auch gerne N/ssen, was
unsere Verwandten und Freunde in
Amerika machen, wie JaSob Fehling,
Johannes Göhring, Iolioinnes Fürst,
Jafcob Hermann, AndrCas Weber,
Philipp Littke, Georg ^Steinwandt
und andere.
Möchte gerne, erfahren, wer mir
den Staats-Anzéiger zuschicken läßt.
(Ursprünglich bestellte und bezahlte
Herr Jakob Fehling ans Kulnt, N.
D., die Zeitung für Sie. Das
Abonnement ist nun aber abgelau
fen. Wenn Sie jedoch fleißig weiter
korrespondieren wollen, so iriyö Ih
nen die ZÄtmig auch fernerh'tfi zu
gehen und/zwar unentgeltliche—Ned.
Staats-Al^eiger.) _r
Bessarabien ist ein got.gesegnetes
Land. Es wohnen hier auch gotteo
fürchtige Menschen.. Das kann man
schon daraus ersehen, daß uns Gott
vor al.lem Krieg beschützt hat. Der
Krieg hat uns zwar viel, sehr viel
gekostet, aber wir haben noch zu le
ben.
Mit freundlichem Gruß an alle
Verwandten und Freunde in Ameri
ka tutd auch üit den Staats-Anzeiger,
verbleihe ich
Origiualbericht
Larga, Bessarabien,
den 30. Januar.
Werter Staats-Anzeiger! .j
Ant 2G. Januar schrieb ich einen
kleinen Bericht au den Staats-An
zeiger und wollte auch eine kurze
Bemerkung machen über den Inhalt
des Berichtes von Herrn Adam
Kommt bald!
Dr. Mellenthin
Der 'ücfttiutte und erfolgreiche
deutsche Spezialist
Er besucht seit acht Jahren die wich
tigste« Städte turn Nord-Dakota
«eine erfolgreichen Heilungru erzielt
er o u e das Messer
Untersuchung frei!
Wird feilt in.
Bismarck, McKenzie Hotel.
Mittwoch und Donnerstag
IS, u. 18. März
5
$
Ouil'itt.
Es ist noch viel auf dem Felde ge
blieben Geld biiTinji wir genua, aber
Sprechstunden von 10 Uhr vormit
tags bis 4 Uhr nachmittags.
Dr. Mellenthin ist ein Graduierter
der Medizin und Wundarzneikunde
und ist lizensiert für den etaat Nord
Dakota. ET besucht die wichtigeren
Städte und bietet allen, die ihn besu
chen, Rat und freie Untersuchung,
berechnet aber für Behandlung, wenn
sie gewünscht wird.
Int Einklang mit der Methode
seiner Behandlung macht er keine
Operationelt bei Blinddarmentzün
dung, Gallensteinen, Magengeschwü
ren, Drüsengeschwulst oder Adenoids
*. Er erzielte wunderbare Resultate
in der Behandlung von Magen-, Le
ber-, Darm-, 3^lut-, Haut-, Nerven-,
Herz-, Nieren- und Blasen-5!rankhei
ten, sowie Bettnässen, Katarrh, schwa
che Lunge», Rheumatismus, Sciati
ca, Beingeschwüren und Leiden des
Rectums.
Wenn Sie schon lange leiden und
nicht besser werden, spreche» Sie vor,
denn manchmal ist nur die Anwen
dung unrichtiger Mittel für langes
Kranksein verantwort^.
Vergeht den obengenannten Tag
nicht uno daß Untersuchung frei und
die Behandlung anveiClil.
Adresse-336 Mßck Mmnea-.
hn.Tia
Baumstark in No. 49. Da ich bett
Bericht aber noch gerne am selben
Tage auf die Post bringen wollte, so
mußte ich mit meiner Bemerkung bis
heute, zurückhalten. Herr Baum-'
stark führt nämlich in seinem Berich
te an, daß der Teufel Schnaps nun
erledigt sei und es jetzt der Rauchbexe
an den Kragen gehen soll. Es ist ja
recht lächerlich, daß der Ta'oakrauc')
Menschen vergiften^HS^vPas kann
wohl nur der FfcWMn solchen,
die halbtot zur Wett kowmen und die
nach der Geburt gleich eingerahmt
werten sollten, damit kein Ranch oder
kein Lüftchen an sie hereinkommen
kann. Ich weiß ans Erfahrimg. daß
die Menschen, welche tut nördlichen
Rußland Gift bereiten, so durch das
Einatmen des Giftstaubes gegen das
Gift selbst gefeit sind, daß sie ohne
Gefahr öin Stückchen Gift von der
Größe einer Erbse Vers blinken kön
nen. Seitdem in Rudernd die
Schnapsmonopole nicht mehr sind u.
der Tabak aus 2d Rubel das Pfund
gestiegen ist, bemerkt um::, daß die
ses die Zunahme der Bevölkerung be
einträchtigt. Wenn man früher, als
der Schnaps noch in Hüffe und Fülle
vorhanden war und das Quart Wein
15 Kop. kostete und man das Pfund
Takab zu 75 Kop. kaufen konnte, ei
nem riesenstarken Menschen begeg
netes so war es gewöhnlich ein Deut
scher, der biesp kostbaren Sachen reich
lich genoß. Begegnete man aber ei
item, der sie nicht gebrauchte, aus
Furcht, seiner Gesundheit zu schaden,
so war es gewöhnlich auch
einer voi,t denen, die. da aus
sehen, als ob sie aus dem
Grabe gekommen wären. Man sehe
sich doch mal in Zentralrußland die
Altgläubigen (Kazapeti) an, die nicht
rauchen und auch nicht trinken. Tie
find alle nur mit Wachsfiguren zu
vergleichen. Natürlich ist Rauchen,
SchnapstrinkeN. jax sogar Arbeiten.
Essen und Schlafen' ungesund, wenn
es. übermäßig getan wird. Aber
zum Vergnügen geht man sogar ins
Theater.
Während ich dieses schreibe, weilt
bei mir Johannes Volk,.Sohn von
Joseph, ein naher Verwandter von
Herrn Adam Baumstark. Die Frau
des Johannes Volk ist nämlich eine
Tochter von Adam Baumstark, Ma
ritt Anna, aus Ponjatofka, und
wohnt jetzt tu Larga.
Möchte auch noch bemerken, daß
Joseph Feller in Selz von den Bol
scheviki erschossen worden ist. Mit
ihm wurden noch viele aus Selz er
schössen. Joseph Ktstncr kam aus
dem Kriege nicht mehr zurück. Alles
andere wird Herr Volk selbst in ei
item Bericht an den Staats-Anzeiger
schreiben. Sein sehnlichster Wunsch
wäre, daß Sie/ Herr Baumstark, ihm
den Staats-Anzeiger auf ein Jahr
bestellen würden. Seine Adresse ist:
Rouiuaitiö, Bessarabien, Jud. Ben
dem, Post Kaitmrt), Com. Larga,
Johannes Volk. Herr Volk möchte
Herrn Baumstark mitteilen, daß er
auf Ostern 1018 in Ponjatofka bei
Ihren Eltern Leo und Katharina zu
Besuch weilte. Er fand sie bei bester
Gesundheit. .. Seither war er aber
nicht mehr dort und man weiß auch
nicht, wie es ihnen erging, als. die
Bolscheviki unter den Teutschen dort
mit Feuer und Schwert hausten.
Vom 2S. bis heute,.den 30. Jguu
ar, hatte» wir iiirhmtev Fr.ost bis zu
21 Grad unter Null.
Möchte doch auch gerne mal etwas
erfahren von meinen Schwägern Ja
lob Marthaller und Georg Maftio in
Kansas. Sie sollten doch auch mal
etwas an den Staats Anzeiger be
richten. Ich nnd meine Fran, Fran
zist'a, geb. Marthaller, sind noch ge
fund und haben mir noch unsere
jüngste Tochter Theresia von 15 Iah
reit bet uns.
Wenn jemand von den Verwand
ten in Amerika au uns persönlich
schreiben will, so kaun dieselbe Ad
reife benutzt werden, wie sie für
Johannes Volk angegeben ist. nur
mit meinem Nomen. Ich werde ge
wiß feine Autwort auf die Briefe
schuldig bleibe». Wir dachten schon,
daß die Welt ein Ende nehmen wird,
aber wie es scheint, wird sie doch noch
eine Weile bestehen bleiben.
Mit Gruß an den Leserkreis, wie
auch an den Zeitungsmann.
Romuald Dirk.
Eingesandt
Beresiua, Bessarabien,
den 1. Januar.
Liebe Eltern und Geschwister!
Es scheint jetzt doch so. als ob
einMWeihe von Jahren, in welchen
nicht..nur aller Verkehr und Brief
Wechsel
mit dem Auslande,» sondern
auch im Lande selbst, wo Eltern von
Kindern, Männer von ihren Frauen
und Kindern und Kinder von ihren
Eltern nicht mehr wußten, ob eins
oder
das andere noch unter den Le
benden ist, vorüber zu sein. Diese
trübe Zeit traf uns eben auch sehr
Hurt,
weil Ihr von uns nitb wir von
Euch durch den unheilvollen, nicht
mehr eiiOvittuuUeiiöcit Krieg eins deyt
andern nichts mehr mitteilen und
klagen
konnten. Mit dein im Jahre
1011 angebrochenen Krieg fingen an
trübe Suiten über uns hinzuziehen,
welche in kurzer Zeit sich ganz dunkel
in'ftnlti'teu und sich fest nicht nur
Nicht experimentiere«
Nicht auf Glück baue«
Nicht das Leben riskiere»
Hn diesen Zeiten sterben täglich Tausende Menschen infolge itraiffheit und
Seuche, weil sie nicht wissen, was zu hin um Krankheit zu verhüten und gesund
und
stark zu bleiben. Diese Leute experiinentiere». versuchen zu viele Medizinen,
sie
rechnen auf Glück und riskieren ihr Leben—und der Leichcnbeftattcr bekommt
Warum experimentieren, wenn das Leven aus dem Tviel steht und wenn man
für wenige tzfnts da^i grüßte und reinste Kräuterheilmittel der Welt im Haus
halten kann?
zusammen aus
Samen, Beeren, Pflanzen und Blumen der Allweise hat ihn für seine
bestimmt. Versucht nur einmal eine Tasse dieses medizinischen, seltenen
genehmen Tees. Trinkt ihn dampfeiidheiß mit dem Saft citW|^|(itoen Zitrone.
beseitigt in einer Nacht die schlimmste Erkältung und schützt j»or^nflucnza, Grippe
und Lungenentzündung. Versüßt den Magen, rcinia^täe Wngeweide. treibt die
^ift^Dus den Nieren, regt die Leber an
heute
luir ihn rasch direkt und versichert durch die Post. Schickt für eine ^amilien-^
größe-Kiste, oder $3.10 für drei Kisten, oder ^5.25 für sechs Kisten. Schreibt an:
über uns, sondern ggnz aus uns, wie
Blei legten, ungeachtet dessen, daß
alle deutschen Brüder mit allen an
dern kämpften lind fast nur von
Deutschen Pferde. Geschirr und Ma
gen bezogen wurden, wurde uns die
Muttersprache und der Gottesdienst,
wie mich die Tchule verboten. Letz
teres hat diejenigen am härtesten ge
troffen, die daheim waren. Das
war sozusagen der Dank far die treue
nnd aufrichtige Uutertaneufchaft. v,rii
mußte auch einsinken. War drei
oialire int Dienst, und zwar in der
asiatischen Ziirl'ei, wohin die Deut
schen Nußlands wie verbannt waren.
Doch. Gottloh. e* gab noch hie .und
da Äorgesehte (Cffiziere), die Men
fchengesühl hatten, unter solchen traf
mich das Glück, zu dienen. Tom it
war mein Dienst nicht allznschwer
und trotzdem ich ein Deutscher war,
wurde mir dank meines Eifers der
Rang eines Tfchinownikv verleihen
Ulli) bekam auch Auszeichnungen.Dao
schwerste war eben, daß sich meine
Frau und Kinder über diese Zeit sich
kümmerlich durchschlagen mußten.
Auch jetzt ist es noch jämmerlich durch
die nie dagewesene schreckliche Teue
rung. wovon Ihr jedenfalls keine
Wimimg habt. Ein mittleres Pferd
wird mit fiOOO bio 7000 Rbl. be
zahlt, eine Kuh 1500 bis 2500, ein
Osteopathie
(Knochen- und Netvenbehandftutg)
Alle Krankheiten, langftebende und neue, erfolgreich behandelte ohne
Medizin oder Operation. Untersuchung, frei!
iil
Zuverlässige zahnärztliche
Arbeiten zu niedrigem Pyèis
Wir liefern, was Güte anlangt, nicht billige zahnärztliche Ar
beit, obgleich wir Ihnen niedrigere Preise für Arbeit erster Klaffe
berechnen, als Sie anderswo finden können.. Durch Anwendung
der neuesten Methoden, durch große Kundschaft und da wir itt ge
waltigen Mengen alles Materiol kaufen, find wir imstande, Ih
neu .zahnärztliche Arbeiten höchster Güte zu Preisen zu liefern, die
Ihnen ein Viertel bis zur Hälfte der Ausgaben sparen, die Sie
bei vielen anderen Zahnärzten haben würben.
Zähne schmerzlos gezogen
Untersuchung frei
ÄeMlüber Ä. P. Bahiifjvf Bismarck, N. 'i).
.....
•V
Arbeit.
Wurzeln. Rinden, Blättern,
SHiiber
und an-
Cr
iiiil^M|™8mWukrcichcrt das
Man warte nicht bis man krank ist—holt cinD^ste'BulflslrtefPsjloob Tea 6iratet~
man mag morgen ihn notwendig brauchen—er rettet oft das Leben—-spart Doktoè?'
rechmmgeil—man gehe nodti
BlvtA
zum Apotheker und verlange eine Kiste Bulgarian
Sbluob Tea. (Nehmt aber nichts anderes). Sollte er keinen mehr hâvn. ersucht ihn/
den Tee sofort für Sie zu besorgen—oder, wenn Sie ihn gleich haben wollen,
schicken
Schwein bis 1800, eilt Pud Weizen
war bis (iO Rbl., ein Ei 20 bis 50
KOP., ein Huhu bis 15 Rbl., eine
Ganz bis 00 Rbl., ein Pfd. Butter
bis 20 Rbl. usw. Kleidungsftoffe
sind fast nicht zu bekommen, und
was man bekommen kann, ist so
teuer, daß.unser eins nichts kaufen
kann. Vitich Schuhware ist schrecklich
teuer, einPaar Stiefel bis 1000 Rbl.
Und noch sind wir Gott und Rumä
nien viel Daus schuldig. Wäre Ru
mänien nicht gekommen und hätte
uns nicht beschützt, weiß Gott, wer
heute noch am Leben oder hier wäre.
Was und wie es weiter wird, stellt al
lein in Gottes Hand. Wollen besse
res hoffen.
Die gegenwärtige Teuerung
macht uns sehr große Schmerzen.
Das tägliche Brot und Kleidung für
uns nnd unsere Kinder sind fast nicht
aufzutreiben, weil die gegenwärtigen
Gehälter der Jetztzeit nicht angemes
sen find nnd was wir vorgesorgt hat
ten, das hat die Kriegszeit verzehrt.
Wünschen Euch allen, wie auch
Verwandten und Bekannten, ein se
gensreiches neues Jahr.
Gottfried Schulz und Familie.
Obiger Brief wurde uns von
Herrn Gottfried Schulz von Hazen,
N, D, zum Abdruck im Staats An
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englisch zu lernen, mit den
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