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Der Staats=Anzeiger. (Rugby, N.D.) 1906-current, March 16, 1920, Image 2

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Toch»t.
fâMt 'Rötfthroi der hmchttnbvn.
Ptadt gellt bitiFd) die Länder. Dow
darbenden ^uiderttmisenden kann
teirfc/ hsssenttich über daö
allerärgste hinweggeholfen werden.
Stber tti/ anderes „Wien" ist mâ
mehr to retten und endgültig gewe
sen. Mcht das der „Baâhendeln".
bit fjtottcn Kavaliere und nnjomimt
beh, ^urtöhftitttmnng meine ich dcv
Mit. Das gibt es selbstverständlich
tirid) nicht mehr. Es hieß „Wenn".
7~t Allein tot nnd vorbei ist vor
'MIcni das geistige Wien. Diese Stadt
Tiefet noch die Stadt, Grillparzers
«der Beethovens zu nennen, heißt bit
Gegenwa-rt verkennen. Eine kultu
teilt Kraft ist erloschen: das Bürger
tum ist niedergeworfen, versandet,
kraftlos in sich zusammengesunken.
Von ihm ging schließlich dort Stil
uftd Wesen dès Ganzen ans.
/'Vieles war daran, was besonders
Äm Norddeutschen fremd bleiben
mußte. Bismarck ist in dieser Um
toeft nie heimisch geworden. Aber
schließlich sah er es doch mit den
Äugen des klugen, alles verstehenden
Weltmannes nnd gestand, es sei
mancherlei darin, „was einen hinein
ziehen könnte". Nicht wenig dnvon
war längst vor dem Umsturz ver
schwunden. Der Einheimische fehlte
mehr und mehr unter den geistiss
Schöpferischen. Ein unbedenkliches
Genießertum »am obenauf. Die Ope
rette herrschte. An Stelle urwüchsi
gen Humors trat der Zynismus.
Wien war nicht mehr wienerisch und
zehrte nur noch mit weinerlicher
Centimenwutät von seinen „Tradi-/!
tionen", ohn? neue Werte zu scha^
sen. Wenn einer mit feuchten A^l
gen von der „alten Garde" des SiNfcg*
the.iters spn ch, empfand er eine /uU
turtat. Viel provinzlerische Be
schränket, reichlich viel Zer^hren
hkit! 'Aber immerhin: hier r/nrnoct)
ein Abglanz verfeinerten Lebensge
nusses, eine heimische Schicht mit
Stil und Haltung. Und âse Stadt
war doch noch eine wes/,h.ift deut
sche Stadt.
Die Wahrheit muß gesagt werden:
Men ist durchaus Aj dem Wege,
diese Wesenheit zu /ersteren und
hat davon schon beträchtliches abge
geben. Pessimist/n sagen vielleicht
sogar: alles.
verfolgen augen
/nigftenâ der deutlich
vernehmbaren vox popnii nach
die Politik: Wien muß ein Dorf
werden! S'/e brauchen den Kurs nur
zu ändern v und auf Entnationalisie
rung (U'izugehen: Wien ist jeder
Abwehr durchaus unfähig. Es fallt
ihnen fa, wenn sie wollen.
Die Tscheche/i
blicklich w^nic
Di.e.' ethnographischen Verscyiebim
Aen
T/iib
durchaus klar und eindeutig
und., gèhen Hand in Hand mit den
wirtschaftlichen und politischen Um?
"lzungen vor sich. Was vordringt,
lötyr
Osten und der Valkaiu Ein
rMlder
assenlofts Gemisch, ja selbst als
Judentum rassenlos. Levantinische
und östliche Menschen, polyglott und
international n.anierlos. Das ein
heimische Judentum wird dadurch ge
turn so an die Wand gedrückt wie der
hodenslündige Arier.
Die heutigen Herren Wiens sind
weder eine bestimmte politische Par
ts, noch die scheinbar zu Tausenden
vorhandenen Vertreter der Entente
Missionen. Was heute in Wien
herrscht, Macht bedeutet und das Le
ben irgendwie weiter bewegt, ist letz
ten Endes das landesfremde Schie?
bértum. Es hat. alles, was dem
Einheimischen fehlt: Holz und Kohte
Md Nahrung. Es schwelgt und
-praßt und rast in geheizten Automo
bilen durch die Straßen, wo hun
gernde, zerlumpte Menschen cm den
Puffern der Straßenbahn hängen.
Es füllt die Vergnügungslokale, bis
ävfs letzte Plätzchen. Wagneroper.
Spielhölle oder Tingeltangel ganz
,Ittel). Und je mehr es kostet, desto
jfer! Sie haben es, und wollen.es
?$fgfN. Nie noch hat Wien einen sol
chen Aufwand an Schmuck und Toi
leiten gesehen wie unter den schwel
gènd»n, champagnisierenden Schie
betn. Not? Wieso?I, Man^zgblö
zwLl^AonMWMnWLite/
Mt eirt^T,' zweihundert für ein
Äilo Teebutter und alles ist da!
Ein schauerlicher Kontrast zwi
schen verbrecherischem Lyxus unv
grauenhaftem Elend' Schritt um
^Schritt!
t",.
Her Einheimische ist aus den
Watten des Vergnügens so gut mit
«nschwunden. Er wfliNdert in bis
Umgebung, fällt H/.z im Wiener»
toald oder bettelt fiti din Bauern
herum. Der Herr Hofmt. der Rich
ter, der Profegot. der ftéöenlose
Offizier: sie aSSf* gehören det fechichti
Von die nur /«och vegetiert, jtdh ve^
itiecht und Daheim in der ungehejz»
ten Stube /stiert und hungett.
Mit der/Zentralregierijng und der
Dynastie /sind zugleich deren au'sgt»
fProchenste Vertreter, der Offizjer.
der Ve^waltungsbeamte und dtr pv
Mische Beamte, um ihre Stellung
gekoiximen. Das heißt, e8 amtieren
Eletnoch
'•fc
viele weitet viel meh^,
der kleine arme Staat auf bit
erhalten kann, aber in dtl
Gesellschaft, im öffentlichen Leben
opben sie den Rang eingebüßt. Sie
pp&ett nichts, sind auch nur ausge-
hungert? VJitttcl(tändlet wie alle an
deren Bürgèr. Manches Mal sam
melt sich ja das Bürgert«« noch: @8
gibt einen Bürgerrat. Er protestiert'
gibt Verwahrungen heraus gegen Wi
rote Volkswehr. Parteifompfe, tntt
ttethirib Klassenkämpfe sie verlaufen
auf einet ganz anderen Ebene als die
ethnographischen Umgruppierungen,
die das Antlitz der MMvnenRM
und zweitgrößten deutschen Stad
gegenwärtig gründlich umgestalten, i
In den eleganten und allerteu/r
steil AiMttaftmhotels Hausen
Jthti
Hetretr. Eine politische. Uyâal
zunF würde sie daraus nicht UertVei
Ben. Die (ziemlich, opmttenfjlnft an
mutende) Revolution kümrierte sie
nicht. Das organisierte, ^oletariat
und die sozialistische Regierung kön
nen ebensowenig an sie h/W Mal,
versucht, sie ein wenig/ in ihrem
Schlemmerleben zu fiörtv Aber die
amtlichen Organe t/erden einfach
Ausgelacht, verhöhnt. Der Schieber
ist stärker, er weiß
t%.
Und er wächst
an Zahl wie-der S And am Meere.'
Das neue 2Bier/ verwandelt sich
unter feinem en^ch'lossenen Zugriff
immer mehr in W rassenlose Stadt
kolonialen Ge^rä^es: Wenig eigene
Produktion, /'reichlicher Transtthan
del. schwelgerischer Luxus neben
haarsträub^dem Elend, üppige Amü
sements lyh'o eine ins Gigantische ge
Hende Korruption.
Wer den Jammers sehe« wM,
müßte/ Einblick gewinnen in die
Wob^iräume der Bürger und Klein
foiirVjer, in die Quartiere der Vor-
stfVote. In den inneren Bezirken ist
iyhs Straßenbild vielleicht nicht in
dem Maße geändert, als es mancher
erwarte^ Manche typische Figur
fehlt zwar. Wo früher. elegante Rei
teroffiziere der „k. und k. Armee'"
stolzierten, sind jetzt Ententeoffiziere
zu sehen. Amerikaner, Engländer,
Franzosen und am meisten Italiener.
Sie seilen bei Der Damenwelt am
beliebtesten sein, und alle kaufen die
Stadt arm. Um ein paar hundert
Lire kann.man ein halbes Moden
magazin ermetben, um ein paar Dol
lar. ein Zinspalais. Das Leben
geht seinen Gang weitet. Der Wie
net macht seinen Witz dazu. Das
ist ihm noch geblieben.
Aber in den He^zrtt dieser Stadt
und dieser Gesellschaft entscheidet sich
ein Kampf um Sein und Nichtsein,
ringt doch ein Stück Deutschtum, und
damit ein Stück Europa um sein Le
ben und feine letzten Atemzüge gegen
Halbasien mid Asien.
Der Ertrinkende kann keinen an
deren Gedanken 'hoben als den. das
nackte Leben zu retten. „Rettet uns
Verhungernde!" Ist noch ein Weg
frei für Geist uitd Blut, der darben
den Stadt ihr eigen Selbst zu retten?
Seltenes1 Vorkommnis.
Auf einer W^ldwiese bei Uettfeld
in der Hocheifel' beobachtete ich, so
schreibt PostsekrMr Knauf in der
„Teutschen Tag^szeilling", einige am
Vache stolzierende Sirichen. Plötzlich
erhvben sie sich mit mächtigem Ge
schrei, worauf ifich im Augenblick
eine ganze Scha^ anderer Krähen zu
gesellte. Ich sah dann, wie eine
Ükrälis sich imr.iter höher schraubte,
dann in der Luft kreiste und schließ
lich plötzlich in geringer Entfernung
von mir senkrecht zur Erde stürzte.
Ich beeilte mich, .an. die Stelle zu ge
langen,, um dein sonderbaren Fall
aufzuklären nnd' war erstau'nt, am
Halse der verendeten Striche einen
starken Krebs zu.finden. Die Krä
he. die am Bach Flraß gesucht, hat
te nach' dem Krèbs gehascht, dabei
hatte dieser den Bogel mit der Sche
re am Hals« gefaßt und ihn in der
Lnst erwürgt. Den Krebs konnte
ich erst durch gewaltsames Qeffnen
der Schere von dem Halse der $rii
lie' loslösen. i
9hi Esftlnnd verlorene Deutsche.
Mcht weniger als 4uOQ frühere
Angehörige der Mittelmächte, haben
nach Ausweis der englischen Repa^
tniienuui£frflinan diese Ge-'
f'W
vvp'-der Heim-/
/senonNg ^aufgeschlossen iti6
land tisltnraliiiert zu werden. Unser
diesen befinden sich 3300 Deutsche,
von denen 2230 nicht nur schon lan
ge in England wohmzn, sondern auch
geborene Engländerinnen zu Frau
ett und in England geborene Kinder
von unter 16 Jahre haben.
Von den übrigen 800 Bittstellern
wohnt die Halste bereits über drei
ßig Jahre lqng.in. England,^wäh
rend die anderen in neutralen Law
derb geboren wurden und in Eng
land geschäftliche Beziehungen itii*
terhalten.
271 der um Naturalisation Nach
suchenden haben Söhne, die während
des Krieges in der britischen Armee
Dienst getan haben. Mit wenigen
Ausnahmen ist allen diesen Gesn
chen von der englischen IScgicriufg
swttgegeben worden.'
y'
Die erschütterndsten Tragödien
pflegen sich'im Leben höchst imtira
matische z« vollziehen.
Das Ueberschätzen von Stim
mnngswvrten im Leben kennzeichnet
Perioden des Niederaanas.
iS2-:-! ®vs':|: ,„ixv*w*( ?Ji,ä-i
itteh/fitfte NorarlberZs.
tmji&tt Z^fctrrrfsnrtttt fwtlHr tore»
/Wtm/^rtefie Rntzharmachunz.
/Der, „'Steieer Anzeigvr" schreib
„Mit einiger Beunruhigung muß
te man in den letzten Wochen ver
^efjmnr, rote vom Deutschland Imd
versucht (uei'öeV, Vorarlberg' wirt?
jchajtlich au sich zu schließen, und es
fehlte nicht an Stimmen, die sogar
von einer „tuirtfchattischen Erobe
rung" sprachen. Man hat Unseres
Erachtens dieser Tatsache in der
Schweiz zu wenig Anfmerksamkert
geschenkt, vielleicht deshalb, roeti
mail hierüber noch, zu wenig, orien
tiert war.
Es ist nun bereits soweit, daß sich
Deutschland nicht mehr bloß um bii
wirtschaftlichen Interessen des Vor
avlbergs interessiert, sondern daß es
im Begriffe steht, Hand auf die vor
orlbergischen Wasserkräfte' zu legen.
Jin' Regierungsgebände in Bregenz
at man uns in aller Offenheit er
klärt, daß hinter diesen Bestrebnn
ßi'it offiziell die allgemeine Elektri
zitäts-Gesèllschaft mit der deutschen
8?otitlm dürfen stecke. Und an an
derer Stelle, die in dieser Frage
ebenfalls ganz zuverlässig orientiert
iit uud sogar sein muß, wurde uns
bedeutet, ^aß diese Bestrebungen
deutscherseits mit aller Energie von
einzelnen einflußreichen und kapital
kräftige» Herren des „Schwabenka
p'.tels unterstützt wurden. Man
fege sich dabei, daß mit" dem Mo
mente, da die bedeutenden vorart
tii rgischeti Wasserkräfte an Deutsch
land gesichert seien, auch der roirt
fttioftliche Anschluß an Süddeutsch
lcnid als vollzogen zu betrachten sei.
Die Verhandlungen in dieser vor»
ärlbergischeir Walserkraftsfrage ge
Heu bereits aus längere Zeit zurück,
und auch gcgcurofvtig wieder befin
den sich deutsche Ingenieure im
Vuiibe, um die nötigen Erhebungen
über die verfügbaren Wasserkräfte
des Landes zu machen. Vorarlberg
Hai
hierüber,
zwar bereits vorgear­
beitet, und eine sehr interessante,
'große Arbeit' orientiert über diese
jvrage. Vorarlberg hat zwar einen
Teil seiner reichen Wasserkräfte be
suits ausgebeutet, und mir sinden
beispielsweise Elektrizitätswerke an
der Bregenzeraach und an der III.
Äber noch liegen seh? ausgiebige
^Wasserkräfte brach, die, wie uns von
technischer Seite versichert wird, mit
Verhältnismäßig kleiner finanziellen
Mitteln ausgebeutet, werden können
Citf jeden Fall würde die Kilowatt
stunde hier wesentlich billiger zu sie
Uit kommen als bei den meisten
schnâ'izerischen Werken, wie sie vor
geiehen sind.
Utti) was das Vorarlberg auf die
sem Gebiete in erster Linie bieten
lauft, das sind Hochdruckwerke, die
lei nns in der Schweiz Verhältnis
müßig selten sind, wenigstens als
größere, leistungsfähige Werke.
Auch schweizerische Ingenieure ha
ben sich in eil letzten Wochen um die
vorarlbergischen Wasserkräfte interes
siert, ober ihr Verhalten soll keines
ivegy derart gewesen sein, daß die
betretet der Vorarlberger Regie
rung hätten fchfießen können, die
Schweiz werde sich, nun ebenfalls
ciiischaft um diese Wasserkräfte be
mühen. Einer dieser Ingenieure
soll sich sogar zu dem sonderbaren
Ausdruck verstiegen haben, daß die
Schweiz solange nicht Besitzer von
elektrischer Energie ans dem Vor
arlberg sein werde, als der Rhein
unsere Landesgrenze bilde.
Vorarlberg hat nichts, an. dal
Ausland abzugebett,, als feine gro
ßen Waldbestände und. einen Teil
seiner reichen Wasserkräfte, die einen
WSrt von Hunderten von Millionen
repräsentieren. Gegenwärtig ist ein
großes Elektrizitätswerk am Spal
letjee, in der Gegend des Arlbergs,
im Werden begriffen die elektrische
Energie soll, zur Elektrifizierung der
Sirtberg&ahn verwendet werden. Er
stellet dieses Werkes. ist der Staat
Teutsch-Oesterreich. Das Werk wird
so angelegt, daß es sukzessive 'ausge
baut werden kann. Es ist denn auch
vorgesehen, dieses. Werk später nö
tigenfqM mit einem andern in Pex
i
ndzM ZU 'bringen,/bei? d^'
dè miv
Fußè der bekannten „Rtircri Kand"'
(2700) gelegene Faritfaviiisee als
Sammelbecken dienen könnte. Beim
Spullerseewerk handelt es sich um
cm großzügiges und vielversprechen
des Hochdruckwerk.
Dann lassen sich auch noch im
oberen Teile des Jlltales.und im
Silberial bedeutende Kräfte gewin
nen.
Aber das /Hauptinteresse wendet
f'.ch bei den deutschen Interessenten
temLünerseeprojekt zu. Der Lüuepfet
liegt unweit
v
der Schweizorgreiue,
cm Nordhang der Seesaplana» zn
iimterit im vorarlbergischen Brau
devtal, das bei Blndenz ansniiindet,
in einer Höhe von 19Ö0—-2000 Me
tcr, während Blndenz nur 561 Me
ter über dem Meer liegt das nutz
bare Gefälle müßte also hier ein
Hu: bedeutendes sein. Der derzeit
*8« Flächeninhalt fateägt l.J4i
i^uad. Kilometer das Fassungsver
mögen vird aus 35 Millionen Kit
bit meter angenommen, soll sich aber
bis auf 7 Millionen Kubikmeter
erhöhen la,ien. und zwar durch
Stauung nnd Abdichtung. Gerade
diese «lbiickitu:iu bildet hier ein
w
Iß Menst.,», »en Iff. Mar-».
^roblcm^üv sich, da es nötig wird,
oa^. Bett oe3 SeeZ abzAdichten, unt.
Nie^ vorhandenen unsichtbaren Was»
ftrobläufo zu verstopfen. Unsere
Techniker Haltet mm dafür, d«è,
auch dieses Problem ohne große Ko»
steil sich lösen lassen werde, womit
mit dem Lünei^see ein Saninielbecken
geschaffen würde, wie es kaum ir
gendwo in Mitteleuropa zu finden
wäre. Auf 200 Millionen Kilo
loattstunden wird die SUxiftcgciuiiv
mmg von den deutschen ^ugmcumi
betechnet 'x
ârd sich das Vorarlberg wirt
schaftlich wieder erholen, so muß es
sich zu einem Verkaufe eines 'es
setter unbenutzten Wasserkräfte e»t
schließen. Es inuii das um so eher,
da es doch kaum jemals in die Lage
kommen wird, den Reichttnn des
Landes au Wasserkräften und öttr
aus zu gewinnender elektrischer
Energie selbst zu konftunieren. Große
Teile Deutschlands sind nun unbe
dingt darauf angewiesen, elektrische
Energie von auswärts zu beziehen,
da ihnen die nötigen Wasserkräfte
zur Ausbeutung eben fehlen. Daß
itint gewaltige Anstrengungen ge«
»lacht werden, just sich im arnfen,'
hilfsbedürftigen Vorarlberg festzu
setzen, ist gewiß einigermaßen be
greiflich. Die Allgemeine Elektrizi
tâtsgesellfchaft in Berlin wollte nun
vorerst sich diese Wasserkräfte 'durch
direkten Kauf sichern, und es hat ipt
Vorarlberg nicht an« einflußreichen
Leuten gefehlt, die es begrüßt hüt
tt'ii, wenn die Regierung auf diesos
Kaufgeschäft näher eingetreten wäre.
Die Regierung lehnte indessen nach
anfänglichen Unterhandlungen diese
kaussweise Verschacherung der Was
scrkräste.ans Ausland, hier also an
Deutschland, schließlich grundsätzlich'
ab, erklärte sich aber zu weiteren Un
terhandlungen auf andeerr Grund
Inge bereit.
Diese Unterhandlungen sind ge
{tcnroürtig im Gange. Statt eines
Verkaufs der Wasserkräfte sucht man
den deutschen Wünschen in der Weise
Rechnung zu tragen, daß mit Sitz
im Lande eine gemischte Finauzge
scllschast .geschaffen würde, bei der
der-Staat Vorarlbetg mit minde
stens 51 Prozent des benötigten Ka
pitals öetcilitg wäre, während die
übrigen 49 Prozent freigegeben wer
den sollen, also Teutschland und der
A'. E. G, zur Verfügung ständen,
die wohl, -Obgleich sie nicht die Mehr
heit des investierten Kapitals besitzt,
einen dominierenden Einfluß in der
Leitung-des Unternehmens sich zu
l'crfchöffev wüßte
Mißfrnndliiitg der Teutschen in Polen.
Im Warschauer Reichstag hat der
deutsche Abgeordnete Wolfs, Ver
treter des Lodzer Landkreises, jüngst
scharfe Verwahrung eingelegt gegen
die Mißhandlung feiner deutschen
Landslen.e in Polen. Wolfs ist Di
rektor des mit Hilfe des Verein?,
für das' Deutschtum im Ausland im
Jahre 11)16 wiedereröffneten deut
schen Lehrerseminars in Lodz, das
unlängst der Verstaatlichung an
heimfiel. Er führte in der er
wähnten Rede unter anderem fol
gendes aus: „Unsere Kolonisten
müssen weil sie sich der deutschen
Sprache bedienen in einigen
Ortschaften geradezu Folterqualen
aushalten, ganz besonders im Kreise
Nieszawa und in der Nähe der Fe
suiii^ Modlin. Sie leben dort iir
sortwähreuder Furcht, von ihren
Besitzungen vertrieben zu" werden.
Aus vielen Institutionen werden die
evangelischen deutschen Beamten
ohne jeglichen Grund entlassen.
Obgleich am 7. März Tiä§ Dekret
über die Erhaltuim der teutschen
Unterrichtsstunde herausgegeben'
ltotdcu ist, werdön von einigen
Schnlinspektoren unsere Knntornte
oeschlossen, die Lehrer entlassen,
^orsschulzen schließen die Bcthänser,
verbieten die Gottesdienste und lieh
men sogar nie deutschen Friedhöfe
weg.
.„In Lodz wurden die Lokale
zweier Gesangvereine für Ossizier
t'ciiiiios requiriert, obgleich in der
Stadt an geeigneten leerstehenden
Lokalitäten kein Mangel war. Das
öe's .- deutschen.. Ghmnanqil»
linfeitis in ^odz wurde in ein Misi
tärhospital verwandelt, obgleich eS
auch dafür viele andere vollständig
entsprechende Lokale gibt. Dieses
Gymnasium wird aus eigenen Mit
teln erhalten und von zwölfhundert
Kindern besucht, die jetzt der Mög-'
lichkeit beraubt sind, die Schule zu
besuchen. Der Gymnasialverein hat
der Militärbehörde ein anderes,
fünfstöckiges Gebäude angeboten,
das mit aller Bequemlichkeit ansge-,
stattet ist. Die Militärbehörde.hat
dieses Gebäude angenommen, das
Gymnasium! aber doch nicht steiget
geben. Die Deutsche Bolkspartei
erklärt im Namen von 000,000
Teutschen, die aus dem Gebiete des
ehemaligen Kongreßpolens wohnen,
daß wir Deutschen alle Lasten tragen
wollen, abi* deshalb verlangen, daß
man uns nicht als Feinde des ©ttuv
behandle."
J* -V.-'
Die ahnende "Jiigeiid weiß
die Welt von Kräften erfüllt ober
es kommt ihr nicht bei, welche Rolle
in der Welt die Schwäche in Wen'
iwMuphptiPii
ivnrmeu
fhiélt.
W
hi
Wer nach Riendlmgen kommt,
)em zeigen die Bewohner eine Gror
.e, in.der zwölf niächtige Felsblöcke.
:iege)t. ,,,TnS find die WiminerS
itöppe", sagen die Leute uuö epiih
:en folgende Geschichte:, ..!'
Als Vater Wiminers siarh, tier*
âckte er seinen zwölf Söhnen es«
mn fruchtbaren Weinberg und eiiicu:
reichen Schatz von Gold und Silber.
Poii din GeldiL bauten dlv ^nöl^
iiir gebiinqcnc Winzer und Ackerbau
?r ein kl/ines Torf, das sie Riend
Ihtgsit nannten. Für sich selbst aber
errichteten sie einen Rundbau von
zwölf Einzelgehöften im» den kleinen
Ktc-rtzt.'
Aber mit Ausnahme der Nachtzeit
stmtden diese Häuser leer. Tie
zwölf Wimmers Koppe wohnten auf
aßen sie von roh
gezimmerten Aischen, da ließen sie
TänZe ausführen und Kunststücke- zei
gen, da schliefen sie, auf den Arm
gebückt, vor Trägheit und Lcmgciuci
le und, richtig da traitt'en sie.
Ter Wein, den die Winiiners-KöP
pe tranfcji, war von. der hellsten
Traube. Liistige Baueriuucidel füll«
teil ihre Seidel "'aus. Fässern, die in
iVicttgcrt itni die Tische herumstan
den. Es war ein lustiges Leben.
wut wiuiiii
1
s
Aber schließlich nmßten doch die Häu
ser einmal bewohnt werden."
AIS der jüngste 25 Jahre alt .linrr^
saßteil die 'Zwölf den Pinn, sich zu
verheirate». 'Sie gingen also nach
zwölf verschiedenen Richtungen ans
die Braiitschau. Aus Frirhliugsvöll
mond wurde auf dem i erleuchteten
Markte die 'Tichendhochzeit gefeiert.
Tie zwölf Bräute saßen wie zahme
Tauben, zitterten vor Kälte und
rührten die geriiUten^Kriige nicht an.
Sie wurden abwechsenld rot, stießen,
ihre Männer an. snh^n auf ihre
Hände und gähnten gegen Morgen
vor Langeweile und Ekel. Tosto ge
ihißreicher wurde öjc Nacht für die
iungen,. Ehemänner so lustig, daß
.Krüge' und leere Kübel vergnügt
über den Markt rollten.
/_
Seit Wochen lag der Riendlmger
Markt verlassen. Tie. zwölf WcU
6er führten ein strenges Regiment.
Sie freuten sich, sobald sie aus den
leeren Hechplatz lnnaussahén. Aber
sie.hatten auch einen geheimen.Kum
mer. Auf den Markt dingen ihre
Männer zwar nicht mehr, aber sie
tranken gewiß noch iiielir als frü
her.
9
Tiegen war nichts zu tun,
solange man nicht wußte, wo 'sie
heimlich des Nachts zusammenka
men. Und woher sollte man das
wissen? Bis zum Walde waren sie
ihnen schon oft gefolgt, aber hinein
tuftgte sich keine im Tiinkeln.
Sibylle, die Frau' des Aeltesteli,
wollte sie einmal in einer verborge
nen Grotte zechen. gesehen haben.
Aber wer hatte den Mut, tu N*?Icht.
nnd Nebel nach der Grotte zft he
llen Sie hielten es so nicht länger
aus. Sibylle und einige andere
hatten schon tiefe Rintzeln, vier mal
trätierten in ihrer Sorge ihre Mö
bel oder Tienstboteu einige wein
ten sich sogar rote Augen. Ta riet
Sibylle eines Abends: „Wir wol
len inS Witivcustiibel ziehen und ih
nen kein Essen mehr kochen!"
Man zog iitS Witwenstübel und
lehrte wieder zurück. ES tuilf alles
nichts. Selbst die Mutigsten beka
men rote Augen, und sogar Sibylle
raufte sich ihr Haar. Ta faßte man
einen Gewaltplan. Man wollte
auSMndern,/..llr.â.'Wmat.^zuÄi^?'
kehiÄi. V (|eim|^ wti^SieW .diè ^rootf
Dwswölk HttmwrsMWip«
der Chrodik ewe» Mchâische« Stadt« W
it __ 5'?
•m
WiMmers-Köppx ein' Einehen haben
und ihre Weiber wiederholen.
Aber die hatten feüi Einsehen.
Am Morgen, nls. fi^ ihren Bau leei
sanden, torkelten sih' ans den Mqxkt
hivciu^ und stellten sich mit größer
Mühe in einen èeis. Nachdeni sie
sich fünf Minuten angestiert hatten,?
begann i$er "Aefteste „Meine SihyZ.'-
V ,.
le ist vcß-schvutchyn I" Dann ging es
wie evi/ Wasserfall: „Wo nieine Ve
ronika wohl ist?" „Hab ich doch
bald eine Stunde nach meiner Af*
Pollonia gesucht!" usw
„Wetten!" unterbrach sie Emmcv
rich, der Fünfte der Wimmers. „wet
ten, daß sie int Witwenstübel sind?"
„Wetten, iccttcji, wetten!" ^ain
es wis ans einent Munde.
Schon wankf man iibqr' den
^rkt nach dl^n Witwenstübel.'
â„Eva, meine Eva!" .'GiiiidH,
Guedel, Ginidèl!" „Klara,' bist
dtt da?" v*r „Sibylles
thrine!", —-„Gnndel, Gundel' Äin
del!" .i': n
Emmerich sank vor Anstrengung
in die Knie. Aber es blieb altes
stiff.
'Zehn Wimmert Kopfe stierten
sich wie blödsinnig an. Gnmerich
Ückföte am Boden, der Zwölfte woll
te. vor Lachen Platzen.
„Menschen," lallte cr,/- „ahHt ihr
i*citti nicht? Auf und davon! Aus
geslogen »iach zwölf Richtungen!"
ti'v daiierfe lauge, bik' alle begriffen.
Tann stürmt^, sie,auf ihn zu, um
ihn zu umarmen, tränen stürzten
au© ihren „Augen s wttßleii nicht,
w»s sie.vor Freudo (utfoiigcit, soll
te».
Als sie Emmerich auf die Beine
geholfen hptteit, faßten sie sich trupp.
weise beim'Aerinel und stolperten ge*
radewegs nach dem Walde in die
Grotte. Zwölf Seelen und cin.Oie*
danke' Niemand hatte diesen Plan
.Veröifcntlicht, aber sie gingen alle
mit Bestimmtheit ddnselben Weg. Sie
sprachen überhaupt nicht aber als
der Aetteste vorschlug: „Sie werden
linS die Küche in 'den Wald schaf
fen 'müssen." niesten sie so bedächtig«
daß sie teilweise aus dem Gleichge
wicht kamen.
So t'nßèfi die zwölf Wimmers
Köppe Tag und Nacht, aßen,, trän«
ken und freuten sich, daß ihre Wei
tier fort waren, alle Welt. „Tie
koiniiie» wieder!"-schrien sie und
gröhlten.
(iintunl aber um Mitternacht
huschten gackeln durch» den. Wald.
Sie machten vor der Grotte Halt,
und zwölf Frauenstimmen schrien
gleichzeitig in den höchsten Tönen:
„Wir sind wieder da!"
Ta starben alle zwöl-f Wimmers
Köppe am schlage, und die Kranen
liefen schreiend davon. AIS sich nach
geraumer "Zeit einige oniitige Man»
met in die Grotte.tqagteti, sanden
sie die zwöls Wininiers-Äöppe völ
fig oeiüftciiicrt. Und so sind sie noch
Eine sell same Knrg, der-Einsiedlersteiii bei Langenau in Nordböhmen.
'Xl'fü «Ufa t|i in eilten aus der liUeiu1 uUsstciarndcii èaiibflcililclfcu «waehauen.
Mges^ fehenwfüi^iédett.
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taten. Lizciisicrt m«lsechtz Staats-
«ruberer nitier yfmhi erhiitt wteSlfe
fein Xitfteifltrift
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An die Rvßländer-:.
Liebe ?reni,de -Ich vM bli«id Ms
meinen, lmkeii Änge und fottr'den MM
Zen letzten Süihuu'ir bei einem Tpezia
Itstfii im Mnim. der mich schlief
l»ch (tiiTflof irnö fnfite, bad ^enlicht
fei Vcvlüfcit Nun ich viel von
den .Vutreii des .vcvru Dr. Botèler gc=
l)öit und zu ihm fliitfi ich ucvqatigciu'ii
15i Nvveinbxr, aid er in Turtle Lake, R.
A'fich aufhielt, (iv fnnic mir. das', ich
?en 3fitr im trabe und das er ihn
entfernen könne. Dieü tat er und ich
tonnte sofort" sei» Besicht sehen. Ich
hatje keine Schmerzen, keinen Blnwer
Itiflf. Mein htzilre in kurzer {cit
»nd setzt kann ich scheu. Ich hoffe, daß
alle mit Aiifienlei.de» behaftete» l'eiitf
Zu ihn,.gehen, denn ich diu sehr dank
ortr für das, Iva? er an mir fissmt hat. Er
ist ein Spezialist int wahre» Sinne des
Wortes. -7? AchmnMwlk Clfrrft'. *fntftr,
Bè»edict, N. D.
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kämt w,ew»'«tz.ch^ be»:5K*Mi-4É''
2735 Vor! Avenue, Minnea»li», Mittti.
ihn. wenn Sie ohne
Verlust Drusen (Tonsils) entfernt hnhen
wollen.
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März
I
Achtung, Leser in Gle» ttllin^N. D.
Unseren Lesern in Gleit Ullin, N.
D. nnd der Umgegend diene zur
Nachricht, daß Heir John Metzger iit
Gleit Ullin, dort allgemein bekannt,
ök Agentur sür dieses Blatt über
nominell-hat und berechtigt ist, Ge
schatte in unserem Neimen zu erledi
gen. Zur Bequemlichkeit des deutsch'
lesenden Publikums dort können al
so Bestellungen und Zahlungen bei
Herrn John Metzger gemacht wer
den.
Der Staats-Anzeiger.
A» ist Martin Witfe?
früher in Columbia in Teras
wohnhaft. Wer seinen Aufenthalt
femit melde ihn, bitte, -an: Der
Staats Anzeiger, Bismarck, N. D.
Wo ist Michael Greß?
War früher in Erosbv, N. Ä.
Mau berichte, bitte, feine Adresse an:
Ter Staats-Anzeiger, Bisinarcr, N.
Tak.
Abonniert auf den Staats-Anzei
gerZ die tonangebende deutsche Zei»
hing Nord-DpkotgK.
Ra
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für Erfinder
ein'hübsches SBiictj'em, welches Sffinbern
Aiisnmst slibt über Erfiiibunflen nnd
Patente, sende ich. frei mi Jeden. Als
rigstrierter Patenmuivalt ». Mechanischer
it.. elektrizitätS^Iiifieuieur cratlTiliiere ich
Erfindungen. Schreibt i» deutscher
Sprache an den deutsche» Patentanwalt:
PRAÜ-K LEDERMANN
Reg. Petent Atw., 17 Park Row
New Wort (JSbtfl
Edwaird T. Burke
Rat und Hilfe in Rechtssachen
Tribune Blocks Bismarck» D. P.
Bots âen Pferde
Storco Bot & Wurmpulver tötetBots
Bedeutet nichts flutet fiijc Ihre Pferde ober
für Sie. ODlstc Abbildung zeigt BotS im Ma
(ten des PferdeS. Würmer und BotS tMen
Pferde. Senirfntfren au* Kolik. Etorco Bot
»nd Worm Pvwder tötet Me BotS nnd peinigt
den Ziagen. Würmer tüten oil* Schweine.
Cholera tütet Rerlel. Schreibt heule. Vbfit
euer Pieh nicht umkommen.
SUrto W»r« lioiebft für
Sannt
*2.00
WÖttiartt, ü. D. (37 ba)
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Turtle Lake, N T., 10. bis
McClnckl», N. T., 2Ü. bis 25. März
Mcdina, N. 2., 2(5. l»w 28. März
New Leipzig, N. D., 21). März bis
f. April
Wiflfkk, R. T., 2. bis f. April
Ätttni, N. D. f. bis 7. April.
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