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Der Staats=Anzeiger. (Rugby, N.D.) 1906-current, March 19, 1920, Image 7

Image and text provided by State Historical Society of North Dakota

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Fortsetzung.)
•:jr' .v. Die Droschke war fortgefaHrè, km
Ker stand sie noch vor dem Eingang
•K?'£l'' .Hauses, zögernd in ihrer Furcht
vor dem nächsten Schritt. \,
-.Jetzt öffnete sich die Tür. ein
Dienstmädchen ^trat heraus, ein Alice
fremde Person.
Es betrachtete die vor dem Hanse
stehende Dame mit rücksichtsloser
Neugier, die Blicke musterten die ftii«
He %fv(htrin, glitten an ihrer Klei
mg herunter zu wem mochte sie
wollen? Im Hause wohnten nur
ztvei ^a' ieien.
Doch Alice stellte leine Fragen, die
Blicke des Mädchens hatten sie auf
gerüttelt, sie trat ifcg Haus und stieg
die Treppe hinauf.
Vor der Korridortür zögerte sie
timber doch sie' fühlte, daß sie sich
nicht mehr lange anfrechthalten konn
te so drückte st* auf die elektrische
Glocke und horchte dem -Ton nach,
als ob ihr Leben davon abhinge.
Einige Augenblicke vergingen, da«n
:%ete sich die-jSiir. Die Haushäl
..^ftht ihres Onwlâ sah heraus.
Die alte Frau starrte Alice wie
«the Erscheinung an es blieb ihr
aber keine Zeit, sich über die
Kissen, das auf dem Cosa lag, da?»
unter, strich ihr das Haar aus der
Stirn, glättete ihr Kleid, damit die
Füße bedeckt würden, dann ging sie
hinüber in ihres Herrn Zimmer.
Richard Frankville sah nicht von
seiner Arbeit auf, als er die Haus
hälterin eintrete» hörte, er dachte, sie
'käme, um ihn zum Frühstück zu ru
fen, so sagte er nur:
.Ich« komme sofort", Frau Wör
mann", utttf als er bemerkte, daß
sie nicht hinausging, sondern stehen
blieb, fügte tt in der Annahme, daß
nun eine kleine Rede von kaltwerden
dem Kaffee uniK nüchternem Magen
folgen würde, hinzu:
„Keine fünf Minuten mehr ich
mpß dies erst hier endigen".
Et hoffte-sie los zu sein, erhob
sich jedoch verivundert^ als er plötz
lich leises Weinen hörte.
Die Nerven der alten Dame hat
ten sich nicht länger beherrschen laj
sen. Das plötzliche Erscheinen der
jungen gnädigen Frau, ihr hilfloser
Zustand, die Anstrengung, die sie eben
gehabt, das Mitleid mit bet- ganzen
set plötzlich NnAiick geratenen Fgk
nttklè hatten ihr die' letztè HlaMM
geraubt unter Tränen stanuneltt
ste:
X- „Ach, gnädiger Herr, die arme,
jnn'ge gnädige Frau Frau Alice
sie ist wie tot."
A
1
v
Mun war doch gescht^en, toaS sie
fä sorgsam zu vermeide^ gesucht. Sie
hatte ihren Herrn, erschreckt.
Den Oberkörper vorgebeugt, als
wolle er besser hören, was die Frau
vor ihm sprach, 'die Augen angstvoll
aus sie gerichtet, fast verständnislos
blickte er sie an. Und als sie schwieg,
nicht weiter sprach, nur ihre'Schürze
vor die Augen drückte und schluchzte,
trat er an sie heran, ergriff ihren
Arm und schrie fast:
„Alice tot? —. Was ist geschehen?
Woher wissen Sie sprechen Sie
koch!"
Aber Frau WLrmann war über
das, was sie angerichtet, jetzt selbst
zu erschreckt, daß sie kein Wort mehr
hervorbringen konnte. Sie ließ die
Schürzex sinken und zeigte mit der
Hand nach der Tür.
Frankville stand noch einen Mo
went, ohne begreifen zu können, dan«
Wrzte et fcinauü.
"'tF' V r. "J', "v
,y..
Sf •::',
Plötz-
liche Ankunft der Nichte ihres Herrn
zu wundern, denn Alice schwankte
und wäre zu Boden gestürzt, wenn
sie nicht hinzugesptungèn und sie in
ihren Armen aufgefangen.. hatte.
Hilfesuchend sah sie sich uw, ihre
Kräfte reichten nicht aus, W Ohn
mächtige ins Zimmer zu tragen, ihr
Vuf konnte den Diener, der sich in
einem rückwärts gelegenen Zimmer
befand, nicht erreichen. Der Herr
war zwar schon aufgestanden., saß
aber in Arbeit vertieft in stimm Ka
binett ihn, der die letzte Zeit
stark nervös und erregt war, durfte
sie nicht erschrecken. Hilffos stand
sie mit ihrer Last da.
Wenigstens bis zum Empfangs
Zimmer mußte sie die Kranke schuf*
fén. Sie konnte doch hier nicht mit
ihr stehen bleiben, Zugluft wehte
ikirch die Tür, die sie nicht hatte
schließen können ihre Haubenbän
der flogen, das Haar der in ihren
Armen Liegenden, von deren
der Hut, sich nur noch an einer Na
del haltend, halb abgefallen war, be
roegte sich hin und her.
„So etwas, so etwas", murmelte
sie vor sich hin. doch die Verzweif
lung, in der sie sich befand, regte ihre
Kräfte an, halb den Körper in ih
ren Armen tragend, gelang es ihr
endlich, Alice in das Zimmer zu
bringen und sie auf einen Diwan
gleiten zu lassen.
Tief atmend von der Anstrengung,
stand sie und sah auf das bleiche Ge
ficht doch nicht lange gab sie sich«
ihrer Betrachtung hin, sie zog die
ütobet aus dem Hute, löste diesen
vollends von Alices Kopf, schob ein
Die TUr zum Empfangszimmer
stand offen. Auf dem Höfa sah et
eine Gestalt -'liegen. Dep Schreck
hemmte fein«! Schritt, feine Pulse
flogen er hatte Alice erkannt-Vor
ihrem Lager war er ans die Knie ge
sunken.
Tot —j seine Alice tot hatte
die Frau das nicht gesagt? Aber
wie.kam Alice hierher? Es war
ja nicht möglich. Wie hatte sie ster
den, hier sterben können?
Er richtete sich
Er hatte die Frau hinausgedrängt,
war selbst in sein Schlafzimmer ge
eilt und. brachte Riechsalz und Kölni»
'sches Wasser.
So sanft, als ob er sie zu berüh
ren scheute, rieb er ihr die Schläfen,
brachte ihren Kopf in eine bessere
Lage, strich ihr über das Haar, netzte
ihre Stirn die Ohnmacht wollte
nicht weichen.
Stumm stand, er dann wiedex .in
Betrachtung versunken vor'* ihri
Seine ganze große und doch so hoff
wmgslofe Liebe, die er mit aller Ge
walt zurückgedrängt, war erwacht,
aber unter, der Sorge für ihr Leben
rekste sich langsam ein anderes Gefühl,
ein. Gefühl fast der Freude, daß sie
bei ihm, nicht rfteht bei jenem anderen
war. Mußte sie sterben, so würde
sie in seinen Armen sterben aber
nein, sie würde leben, für. in leben!
Gegen eine Welt wallte er seinen Be
sitz verteidigen.'
Er beugte sich yjfrer sie und küßte
ihren Mund wie ein Verbrecher
schreckte er auf, als er das Geräusch
von Schritten hörte der Arzt war
gekommen.
Die Untersuchung Herste lange Zeit
in Anspruch genommen, eine endlos
lange Zeit, wie es Richard Frankville,
der unruhig in seinem Kabinett um
hergegangen war, schien.
Der Ausspruch dcs Arztes brachte,
nur wenig Beruhigung: Die junge
Dame- sei aus ihrer Ohnmacht er
wacht, aber nicht bei Besinnung. Sie
habe starkes Fieber, spräche irre, und
er fürchte, daß es leicht zu einer Ka
tastrophe kommen könnte. Die Haupt
sache sei, die Kranke von ihrem pro
visorischen Lager fortzubringen, sie
ordentlich zu betten und ihr eine
Pflegerin zu stellen ob die eilte/
Dame, die ihn geholt, das besorgen
könne?
Frankville dachte nach Frau
Wörmann hatte sich vorher so unbe
holfen in ihrer Erregung gezeigt, daß
er ihr Alice-nicht anvertrauen wollte
das beste wäre wohl eine geschulte
Pflegerin, wie Doktor Arnoldson vor
geschlagen den Gedanken an Frau
Klaßen, der ihm gekommen, hatte er
gleich wieder verworfen, trotzdem er
wußte, ^daß Alice sehr an dieser hing
das könnte später geschehen, wenn
die Kranke sich besser fühlte..
„Also bestimmt eine Krankenschwe
ster auch sonst noch §ilfe?'\ Doch
der Arzt- meinte,' daß das nicht nö
tig sei. er werde selbst heute noch
mals vorsprechen und dann entschei
den. Die Krankenschwester würde er
schicke^.
Bis zu deren Ankunft mußte Alice
auf dem Sofa bleiben. Frankville lief
inzwischen wieder in seinem Zimnier
umher und machte Pläne.
Er wollte Alice die Wohnung über
lassen, in irgendein Hotel ziehen,
tagsüber könnte er ja kommen und bei
ihr wachen die übrige Zeit wäre
sie dann aber unter fremden Menschen,
würde sich fürchten, zu ihm hätte sie
et sie nicht verlassen. Er wußte ja
nicht, was vorgefallen war, vielleicht
würde sie von diesem Trentein
verfolgt, —, der würde ihr nachspü
ren, wohl auch hier bei ihm suchen
sie wär ohne Schutz, er mußte blei
ben. Um wen hatte er sich -zu
kümmern, was ging das andere an?!
Aber Alicens.Aus könnte darunter
leiden, daß sie bei ihm, dem Jung
gesellen, wohnte. Fast mußte et la
chen. Ein, gefährlichem Junggeselle,
er, der Kranke, Zerbrochene «nd
wenn wirklich irgendeine Nachbarin
das ausspionierte und mit ihrer
Moral nicht in Einklang bringen
konnte -xr mochte sie reden! Hier
handelte es sich um Leben und Tod
fort mit allen Bedenken!
Gr rief Frau Wörmann, um mit
ihr zu überlegen, wohin Alice gebracht
werden könnte^ivelches Zimmer für
sie hergerichtet werden sollte. i
Die alte Dame, die nur vom ersten
Schreck sich hatte hinreißen lassen, war
jetzt vollständig ruhig und zeigte, jene
Umsicht, mit der sie sonst sein Haus
üvesen leitete.
Daß der Herr dâ? HäÄS' öerlafse.
'M
auf
vt:,•^
'•-.<p></p>WzèRWMWWWKKZM?
und sah ge-
-spannt-in ihr« Süge.
Das Gesicht war bleich, lâlos,
nichts schien sich darin-zu regen, aber
wk sein Blick weiter glitt, sah.es,
daß sich cht Büsen hob und senkte.
Das" brachte ihn zttt Überle
gung zurück. Eine Kranke, Ohnmäch
tige hatte er vor sich, feint "Tote
statt sich feinem Schmerz hinzugeben,
mußte er Hilfe schaffen, schleunige
Hilfe!
Er- rief nach Frau Wormann. Die
stand schon hinter ihm, sie war ihm
gefolgt.
„Schnell, schicken Sie zu Dr. Ar
noldson, der hier nebenan wohnt
schnell, halten Sie sich nicht- (ins!
Sprechen Sie jetzt nicht, das hat alles
Zeit, später".
erklärte sie, als evS zögernd öavon
sprach, für isberpüffig ^-r im Ge
genteil, seine ,'HnwesenW .sei hier
durchaus nötig. Nicht einmal in sei«
nett Gewohnheiten solle er gestört tver
ben sie hätte schon über alles nachge
dacht, er solle ihr das ruhig über
lassen. Sie habe an tili' Möbelge
schäft telephoniert, daß sofort zwei
Betten geschickt würden, eins für die
lunge, gnädige Frau und eins für
die Pflegerin. Frau Alice würde im
Empfangszimmer bleiben, wo sie jetzt
sei, die Pflegerin könnte im Garde
rvbenzimmer untergebracht werden
jetzt aber solle der Herr endlich sei
nen Kaffee trinken, sie würde ihm den
hier auf dem Tische vor dem Diwan
servieren.^
Frankville hatte still zugehört, ein
paarmal zustimmend mit dem Kopse
genickt die Frau sprach ganz nach
seinem Sinne, et empfand ein heißes
.Dankgefühl, weil sie das alles so rich
tig itnb vernünftig angeorbnet.
Er zwang, sich, als sie ihm das
Frühstück brachte, zu einem Schluck
Kaffee, aß auch, ba Frau WVr
mann nicht nachließ und Ihm Scho
nung predigte, ein Brötchen unb ein
Ei. Er dürfe nicht vergessen,
mahnte sie, daß ihm -jede Abweichung
von. seinen Gewohnheiten Schaden
bringe.
Dann telephonierte er cm Klaßen,
baß dieser zu eistet Unterrebung zu
ihm 'kommen solle,, er mußte ihm
buch einige Verhaltungsmaßregeln ge
ben, wenn Klaßen auch bie Liquida
tion bes Geschäfts fast allein besorgte,
da er selbst nicht mehr ins Kontor
ging, foitdern-zu Hause arbeitete.
Als er dies erledigt hatte, schlich
tr sich an die Tür des Empsangszim
Itter» nnd horchte." Drinnen hörte et
Flüstern bas war wohl Frau
Wörmann. welche die Kranke zu be
ruhigen suchte eitlmal glaubte er
auch Alicens Stimme zu hören, viel
leicht war sie bei Bewußtsein es
bräitgte ihn,' sie zu sehen fast wil
lenlos klinkte et bie Tür aus und
trat auf Zehenspitzen einen Schritt
vorwärts.
Frau Wörmann, die am Lager bet
Kranken saß unb seinen Eintritt, so
leise er auch schritt, wahrgenommen
hatte, stanb von ihrem Stuhl aus und
kam ihm erifgegeit.
„Six phantasiert —/immer spricht
sie bavon, daß sie verfolgt würbe,
will fliehen ich hatte Mühe, sie
zu halten."
Eine Woche lang dauerte bieset
Zustand. Erst nach weiteren Wochen
wich das Fieber, langsam war -die
Besinnung zurückgekehrt damit
aber auch bie Erinnerung an bas
Vorgefallene.
Sie wollte ben Onkel sehen. Mit
Omt erwachten Bewußtsein hatte sie
auch bie Trostlosigkeit ihrer Lage er
tannt. Der Gedanke, zu ihrem Man
ne zurückkehren zu müssen, erfüllte sie
mit Entsetzen. Nur das nicht
warum war sie nicht gestorben!
Alles wäre zu Ende, sie hätte nichts
mehr zu fürchten.
Als Richard Frankville an ihr Bett
trat, sah et ihre Augen angstvoll
fragend aus sich gerichtet er Beugte
sich über sie und nahm ihre Hand:
Worte fand et nicht. Er war so
erschüttert, daß ihm Tränen in bie
Augen traten.
Da lag sie vor ihm, sie, die sein
ganzes Denken ausfüllte das Ge
sicht schmal und bleich von ihrem
Gatten bis an den Rand des Grabes
gebracht!
Er durfte ihr seilte Ergriffenheit
nicht zeigen, um sie liiert zu. erregen,
denn schon träte* rote Flecke aus ihre
Wringen sie wollte sprechen und
brachte doch keinen Laut hervor. Ei
»ige Minuten lag sie regungslos, die
Furcht vor bem, was sie fragen muß
te, was er antworten würbe, war so
stark in ihr, baß ihr bet Mut zu
Worten fehlte. Bielleicht würbe das
bißchen Sicherheit, die wohlige
Ruhe, die .sie seit ihrem Erwachen
empfunden, verjagt, weM sie sprä
che unb als ob er ihre Gedanken
verstanden, in Erinnerung dessen,
was sie während ihres Fiebers wieder
und,, immer wieder vorgebracht, sagte
er sanft:
„Alice, sei ganz ruhig, du hle.ibst
hin, wo uns niemand kennt, ttienmnb
nach uns fragen kann."
Langsam hoben sich ihre Liber, ein
Blick innigen Dankes traf ihn, sie at
mete tief, erleichtert, auf, ihre. Hand
drückte bie seinige leise kam es
über ihre Lippen: ..
„Fort von allen Menschen!"
Mit kleinem, schwachem Lächeln,
das fast den früheren Frohsinn in
ihre Züge zurückzauberte, fügte sie
hinzu:
»Ich werde dich Pflegen,» Onkel
Richard auch bu wirst nicht mehr
krank fein."
Von dieser Stunde an erholte sich
Alice^ schnell. Schon nach einigen
Tagen konnte sie bas Bett verlasst«.
Wieber einige Tage später glaubte
Frankville ohne Gefahr mit ihr bie
Zukunft und alles, was inzwischen
vorgefallen, besprechen zu können.
$aß sie nicht zu ihrem Manne zu
rückgehen würde, erschien außer Frage
-j sie erzählte ihm den Vorgang,
b sie aus dem Hause getrieben, und
bat, Är alles zu sagen, was während
iWt Krankheit geschehen.
f«,3Üi*te bi* nicht, inir Schmerz
Wr
Hu bereiten, Ich bin ganz' ruhig, kann
e s ö e n v
Die hatte ihre Ha*d ausübte seine
gelegt
4
4—
und sah gespannt in fein Ge-
licht.
Und Frantbilfe sprach:
„Trentein hat an deine Estern ge
schrieben, da er dich bei ihnen der
mutete. Mama, die von mir über
dein Hiersein und veiye Krankheit
gleich anfangs unterrichtet wM, hat
mit den Brief, bet wie alles füi Papa
einstweilen Geheimnis bleiben muß,
.eingeschickt. Auf'meinen 9tafs$at sie
Trenteln geantwortet^ daß dtt krank
seist, dich in einem Sanatorium be
fändest und alle Bestimmungen für
die Zukunft aufgeschoben werden
müßten.
Datauf hat Trenteln nochmals ge
schrieben, um Angabe deines Auf
enthaltsortes ersucht deine Mut
ter hat ausweichend geantwortet: Die»
Aerzte hätten dir Ruhe verorbnet.
es dürfe niemand zu- bit gelassen
werden.
JÖcn neuem wa^ ein Brief ge
kommen, worin et mit den Gerich
ten gedroht, sofortige Auskunft
übet dich verlangt hatte darauf
hat deine Mutter nicht mehr geant
wortet.
Das war vor einet Woche seit
dem' ist er still geblieben Er hofft
wohl, daß sich nach deiner Genesung
wieber alles leidlich einrenken lassen
wird."
Mit tiefym Ernst hatte Alice zu
gehört, qls Frankville schwieg, fragte
sie:
„Und was nun weiter? Wie soll
das enden —".v
Und in Tränen ausbrechend, rief
sie: ...
»Alles, alles, nur nicht zu ihm zu
rück ich kann nicht, er hat mich be
schimpft, verhöhnt, er liebt mich nicht
wie ewe Verworfene würde ich
mir vorkommen,, wenn ich an seiner
Seite leben müßte/"
Et suchte sie zu beruhigen seine
letzten Worte\ klangen feierlich, wie
tili Schwur:
„Alice höre mich ""an: Du
weißt, ich bin eilt kranker Mann,
haße vielleicht nur noch ein paar
Jahre zu leben, aber diese Jahre und
'jlle», was ich habe und bin, ge
hört dir eher würde ich mich in
Stücks reißen lassen, als daß ich dich
iviedtr in die Hand dieses Mrimtes
gäbe."
Wie damals,' als er sie bei ihrer
Ankunft nach ihrer Verlobung ge
küßt und nicht aus seinen ArmeN
gelassen hatte, empfand sie seine Wor
te, die so heiß, so anders klangen, als
er sonst zu ihr gesprochen, in ihrer
vollen Bedeutung— heute verstaub
sie, was in fyra vorging. Sie.Hatte
die Liebe, wenn euch nur eilte un
echte Liebe, kennen gelernt, sie war
Frau eine Wissenbe.
Ohne zu sprechen, samt sie vor sich
hin: Er liebte sie war es mög
lich, daß
sie
bei ihm blieb? Und
weiter, erst jetzt, ganz plötzlich kam
ihr zum Bewußtsein: Was würde
iyie
Welt dazu sagen, würde man
sie picht verdächtigen an ein rei
nes Verhältnis z»vischen ihnen glau
ben wollen?
Und wenn nicht mit reinem Ge
wissen tonnte man sich wohl über
Schmähsucht hinwegsetzen!
Was kümmerte sie die Welt?
Konnte diese verstehen, was man ihr
angetan, was sie gelitten? So
mochten die Menschen sich auch damit
zufriedengeben, lote sie sich fortab ihr
Leben einrichten würde.
Sie reichte ihm die Hand:
„Ich dtinke dir für deine Worte",
sagte sie schlicht, „ich fühle mich ruhig
in deinem Schutz."
Noch eine Woche wollten sie in
Königsberg bleiben, Alice sollte sich
erst ganz erholen: auch Frankville
mußte Anordnungen treffen, alles mit
Klaßen besprechen, damit die Liquida
lion des Geschäfts ohne Störung ih
reti Gang gehen könnte.
Aber gegen Ende der Woche traf
ein Brief von Frau Leo note ein,
dem wieder ein solcher von Trenteln
beilag:
Nochmals forderte er die Rückkehr
Alices odt wenigstens die Angabe
bett" Verlusten .der Firma nicht so
ernst stehe so wollte er lieber ein
lenken. Er .schrieb diesmal ruhiger
als vorher/es war eine Art Abbitte.
Die kleinen Mißverständnisse, die
Alice zu ernst genommen —-vielleicht,
weil sie schon damals /rank gewesen
bereue er. So etwas käme ja
wohl in jeder Ehe einmal vor und
hätte seine^.Frau nicht veranlassen
dürfen, ihn zu verlassen.
So ging der Brief noch weiter—
was Alice aber am meisten bennrn
hiate auch ihre Mutter stand jetzt
auf der Seite ihres Mannes. Sie
schien überzeugt zu fein, daß Trenteln
im Rechte sei, daß Alice wohl wirk
lich alles zu. schwer genommen und
daß es noch wieder gut werden
könnte, wenn sie zu ihrem Manne zu
rückkehre.
Frau Leonore hielt, wie sie dies
ganz offen aussprach, Alices Ver
bleiben
bei
dem
Onkel
Möglichkeit.
das
sollte
für-eine
Un«
Was
sollte denn
werden?
daraus
Alice Jti
doch
noch jung,
ganze Leben
läge
vor
sie als
ihr
eine ihrem
W V
y
:4
I
.0
V v
Manne ent-
taufen* Frau fortab durch die jJötti
ziehen?! Man müsse doch auch mit
wSienfchen rechnen. I
V Das war der Schwerpunkt sie,
die nie Anfechtungen irgendwelcher
Art erlitten, beten Ehe wie ein Schiff
auf glatten Wellen dahin geglitten
war, hatten schwere Bedenken .er
saßt: Die Szene mit ihrem Schwa^
let war ihr vor Augen getreten, da
mals. als sie ihn gebeten, nach Präg
zu fahren und mit Trenteln zu spre
chen, als sie feilte» Gefühle für
ihre Tochter erkannt jetzt sollte
diese immer um ihn bleiben das
durfte nicht sein! Wohin sollte da*
führen?
All' biefe Gebanken, denen sie in
ihrer jetzigen, Abgeschlossenheit nach
ging, hattest sie immer mehr die
Ueberzeugung gewinnen lassen, daß
nur ein einziger Ausweg blieb: Alice
mußte wieder zu ihrem Gatten zurück.
Tlttd' in diesem Sinne, wenn sie i)uch
ihr geheimsten Gedanken verbarg, war
der Brief an die Tochter geschrieben
w o e n V
Während Alice las, hatte jte sich
tief in den großen Sessel' zurückge
lehnt immer fester preßte sie sich
hinemr als ob sie Schutz findest, sich
darin, verbergen' könnte. So saß
sie lange nnd grübelte. Doch ihre Ge
danken, die durch biexWcrte bet
Mutter verwirrt warben waren, fan
ben keine feste Richtung ihr Ent
schluß, bet noch kürzlich so unet
schtitterlich erschien, fing an zu wan
ken.
Auch an ihr Pflichtgefühl hatte ihre
Mutter' appelliert— ihr vorgestellt,
wie das von ihr fordere, zu ihrem
Manne zurückzukehren. Einen Au^
genblick lang' war ihr ,gewesen, als
ob sie dem nachgeben, alles auf sich
nehmen und erdulden müsse.
Aber dann hörte sie wieder seine
Worte, sah ihn, wie er vor ihr'
gestanden, Hohn und Verachtung in
feilten Blicken wieder gellte in
ihren Ohren, was. et ihr zugeru
fen: daß er sie nicht liebe, nie geliebt
habe.
z
Unb zu ihm sollte, sie zurück!
Gab es eine Pflicht, bie -ihr das
gebot, die sie zwang, wieder neben
ihm 3« leben, nachdem er sie so schwer
gekränkt hatte?
Hatte denn sie ihr Gelöbnis gebro
chen, das sie vor dem Altar abge
legt hatte sie ihn nicht geliebt, heiß
nnd innig geliebt und immer wie
bet Verzeihung gefunden, wenss sie
glauben mußte, daß er sie vernach
lässigte? Hotte sie jemals an ihrem
Glücke zweifeln wollen, bis es so
weit war, daß es keinen Zweifel
mehr gab? Hatte er nicht alles zer
stört, was"~tn ihr von Liebe gewesen
konnte das. woB er in ihr zerbro
chen, jemals wieber ^zusammengefügt
werden? Trug sie die Schuld, daß
ihre Liebe erstorben, sich in Grauen
vor ihm gewandelt hatte? Nettt,
niemand konnte Unmögliches von ihr
fordern: ihre Menschenrechte befrei
ten sie von den Pflichten gegen ihn.
Und wenn die Menschen^sie verlä
stern, ihr alle Schuld gebet! würden,
tdas galt das gegen ihr eigenes Be
wußtsein,' das sie von jedem Unrecht
freisprach!
Jrf ihr war nichts zurückgeblieben
als dieses Gefühl des Grauens, des
Abscheues dem Manne gegenüber,
den sie einst so heiß geliebt hatte.
Sie konnte nicht! Zum letzten Male
hatte sie sich ihr Hirn zermartert, sich
geprüft mochte kommen, was
wollte, zu ihm ging sie nicht zurück!
Was aus ihr Iverden sollte?
Auch darüber wollte sie nicht wei
ter nachdenken. Ihr Onkel stand ihr
zur Seite, ihm durste sie vertrauen,
sich seiner Führung überlassen, er
würde sie schützen und behüten und
wie immer er sie führte, es konnte
nur zum besten für sie fein.
Sie stand aus undoing zu Frank
bißt, btr in seinem Zimmer mit
Schreiben beschäftigt war.
„Störe ich dich?"
Als et sofort die Feder aus der
Hand legte/aufsprang und ihr ent
gegentrat, reichte sie ihm' die Briefe
ihrer Mutier und ihres Mannes.
„Lies aber vorher sollst du wis
sen, daß alles, was Mama schreibt,
vergeblich ist nie kehre ich zn ihm
zurück ich bleibe dir,"^.^.
teDlhen' dtt Wen mit Weift'
leuchteten ihm entgegen, wie in gol
dener Schrift alles andere versank.
Dann beherrschte et sich und las
gab ihr mit bebenden Händen die
Briefe zurück.
„Wäre es nicht richtig,. Alice
ein. Ende zu machen, dich ganz und
für immer von ihm loszusagen?
Willst du mit bas Recht einräumen,
deine Scheidung durchzusetzen?''
Bei dem Worte Scheidung zuckte
sie doch zusammen. Daran hatte/sie
noch nicht gedacht, nicht überlegt, daß
es bei der Trennung allein nicht blei
ben dürfe, daß dieser Trennung eine
gesetzliche Form gegeben werden müsse
baß bie Gerichte noch mitzuspre
chen hätten und all das Drum
und-Drai^ die Oeffentlichkeit, in die
ihr Leben ^gezerrt werden würde, -r
Doch nur eilten Augenblick brauchte
ftej um sich an diesen Gedanken zu
gewöhnen: Auch das mußte eben der
standen werden.
Nur das eine Wort fast klang'
e» wie das „Ja", daß sie vor kaum
Nnem Jahre so glückstrahlend am Al
tat gesprochen^ auch so schwerwiegend.
und doch lag ein anderer ^vn darin
ein Ton von zerschelltem Glück*
wiederholte sie „ich
bin einverstanden nichts, nicht#
darf mich mehr an ihn binden."
Frankville hatte schon überlegt:
Er würde nach Prag fahren, um
selbst mit Trenteln zu unterhandeln»
Das, was er damals mit Entset
zen zurückgewiesen, nahrnf er -heute
mit- Freudigkeit auf sich.
Damals hatte ihm Frcra Leonore
zugemutet, für* ihre Tochter einzu
treten, ihr Glück zurechtzuschmieden
heute gab ihm' die Tochter selbst
das Recht, sie aus den Fesseln eines
erlogenen Glückes zu befreien.
Leutnant Botho von Trenteln ging
unruhig in feinem Zimmer hin und
her. Schon fast eine Woche war jétt
feinem letzten Brief an Frau von
Frankville verflossen. Jimner noch
keine Antwort!
Was hatte das zu bedeuten?
Ueberlegte man erst, was man
schreiben sollte, oder glaubten sie
durch Stillschweigen ihn gefügig zu
machen, daß et auf all ihre Pläne
einging?
Das gab es nicht. Alicé mußte zu
rück nur so hatte et dié Hoff
nung. wieder zu Geld unb Ruhe zu
kommen den daß es mit den Ftank
villes sticht so schlimm stanb, bewies
ihm die ungekürzte Auszahlung fei
net Monatszulâge auf Veranlassung
Richard Ftankvilles.
Auch aus anbeten Gründen mußte
fle wieder her: Durch die Dienstboten
war ihre Flucht bekannt geworden,
hatte sich herumgesprochen ein Ka
merad htitte sie auf bem Bahnhof ge
sehen, sie gegrüßt, boch sie hatte ihn
wie abwesenb angestarrt und seinen
Grich nicht erwidert der hatte
sich eine Geschichte daraus zusammen
gereimt und hatte hier und dort «n
Wort darüber fallen lassen.
Auch zu dem Obersten war es ge
kommen, daß Trentelns Frau nach
einer fürchterlichen Szene auf ^tutb
davon fei. Der Oberst hatte ihn zu
sich rufen lassen unb gefragt.
Trenteln hatte Ausflüchte gemacht,
von großer Nervosität, wie das so in
gewissen Zuständen bei jungen Frau
en vorkomme, gesprochen: Plötzliche,
unbänbige Sehnsucht nach der Mut
ter und ba er die Reise allein
nicht gleich zugeben wollte, sei seine
Frau heimlich gegangen. Es sei-schon
wieder alle5 georbnet, in einet Woche
käme sie zurück.
Der Oberst war nicht überzeugt ge
wesen, hatte sich jedoch einstweilen
zufriedengegeben und nur vor öffent
lichem Aergernis gewarnt.
Verbrossen war Trenteln nach
Hause gegangen. Am liebsten hätte
er gleich seinen Abschieb gemeldet
er haßte biefe ewige Bevormundung
diese straffe Disziplin wenit
et nur endlich loskäme!
Aber jetzt, wie die Dinge lagen,
mußte er -warten et wußte ja
selbst noch nicht, wie. alles kommen
würde.
Wenn et sie nur endlich hier hätte,
diese Frau, die ihm durch ihre Emp
findlichkeit so viel überflüssigen Aet«
get verursacht hatte." Was wollte sie
eigentlich? Er hatte sie wegen ihres
Geldes geheiratet nun, das taten
andere auch. Er hätte es ihr nur
nicht so brutal sagen dürfen. Das
war ein unverzeihlicher Fehlet, frei«
lieh, durch feine batnalige Aufregung
erklärlich. Bah. wenn sie nur erst
hier wäre, würde er schon triebet ihr
Hetz erobern können!
Im Flug schlug die Glocke an,
gleich darauf kam das Stubenmäd
chen und überreichte ihm eine Karte.
„Richard von Frankville" stand
daraus.
Einen Mbnient sann er nach: Ri
chard wer ist das der Bru
der, bet Husar? Doch gleich fiel
ihm 'ein, beiß biefet Lothar Hieß, der
alte Frankville Alfred also koynte
es wohl nur der Onkel fei», von dein
feilte Frau sö schwärmerisch gespro
chen: „Der liebe Onkel, ber gute On
kel". Also wohl eine komische Figur
und der kam zu thut. Na, nur
los, mit dells' würde et schon fettig
werden.
'stanv Richard' FlailkvM'iâ ^mmer.*
Trenteln fühlte sich enttäuscht, un
angenehm enttäuscht, als er den
Mann vor sich sah der erschien
nicht, als ob nnt ihm leicht umzu
springen wäre.
Die hohe, schlanke Figur in .tadel
losem Gehrock, leicht nach vorn ge
neigt, die intelligent blickenden Augen
in deyi blassen Gesicht mit bem kurz
gehaltenen Spitzbnrt et machte
den Eindruck eines Diplomaten.
Unwillkürlich richtete sich Trenteln
straffet auf. er stanb jenem nicht
nach an Größe, «dazu bie Uniform,
nie. ihm an und für sich das Uébet»
zewicht über den Zivilisten gab er
ivütde sich nicht imponieren lassen.
Unter den halb zugekniffenen Au
jenlidern musterte et Frankville eine
Sekunde Jang da stand ein Geg
ner vor ihm, fein Gefühl trog nicht
es hieß auf ber Hut feilt,
(Fortsetzung folgt.) s
S i e A u e
Iichftt Mensch kann 6erstohl«»
lach«.
UÄAÄdKU
Der Mechaniker als
VetteakapitSn.
Vor einiger Zeit tauchte in Vcr
Im ein Mann aus, der sich .tfuch
nannt» und sich als? Mariiu'b«unit
und Korvettenkapitän bezeichnete.
Er wohnte sehr elegant in einem
Hotel in der Friedrichstrakze, verfüg
tr anscheinend über große Mittel,
hielt sich einen eigenen Pt'ivatsekre
tär und wolinte im Sommer in
Grünau, wo er ein eigenes grnsjCv
Motorboot besaß. So fand er leicht
Einlaß in die dortigen Sportkreise.
Ter „Kowettenkapitän" bchasz von
amtlichen 'Stellen ausgestellte
Ans-
weise, die ihn berechtigten, die
Spree- und Havelgewässer mit sei
nem Boot beliebig zu befahren Für
thu galt -feine Beschtäntiing und
leine Kontrolle tonnte ihm etwas
anhaben) An anderen Stellen stellte
sCf sich als 9kcgicrtmg§rat oder Ge
heimer Regiernnysrat vor. Er er*
zählte, daß er FilindireItor ,md in
New Jork an zwef Theatern betei
ligt fei. Auf der spanischen Bot
schnst erschien er eine? Tages als
Amerikaner namcüè Rolf (£SmvIe5
Noyeo. teilte mit, daß ihm seine'Pa
'piere verloren gegangen seien und
erhielt^iieue mif diesen Namen. Sei
ln- Angaben erschienen glaubhaft,
weil er über alle New Aorler Ner^
Hältnisse, nach denen er gefragt
wurde, zutreffende AnSluuft gab.
Endlich aber erhielt die Kriminal
polizei Veranlassung sich mit dein
reichen Weltmann zu beschäftigen.
Ter elegante Kavalier wurde als
et« o7 Jahre alter Mechaniker
Eugen Rößlin entlarvt/ der nicht
weniger als lGmal bestraft ist. Röß
lin hatte e§ während des Krieges
fertiggebracht, Verbindung mit eini
gen Stellen der alten Regierung zu
bekomme». So^ kam er in die Lage,
aus dem Auslande Baumwolle und
Gummi zu beschaffen. Er verdiente
an diesem Handel viel Geld, bis die
Regierung dahinterkam, daß weder
seine Person noch seine Geschäfte
sauber waren, und ihn abschüttelte.
Tie gewonnenen Beziehungen be
nutzte Rößlin, imt aus eigene Haud
umfangreiche Schieber- und Schleich
Handelsgeschäfte zu betreiben. Diese
brachten ihm umsomehr ein, als er
sie auch noch zn ausgedehnten Kre
ditschwindeleien benutzte. Dadurch ist
eilte ganze Reihe Berliner Geschäfts
Iciitc von dem Hochstapler bewögeu
worden.
Das vierliundertjiihrige Aubiläuui
des Frankfurter GymuWMus.
Ueber das Grüuduugsjahr des
Frankfurter Gnmnastums lesen wie
in den Mitteilungen der 'Genealogi
schen Gesellschaft zu Frankfurt a
M.: -„Mciti hat tii früheren Zeiten
1729, 1820 und 187?) das Stif«
tnugsfest gefeiert, weil man die
Ueberfiedlnng der „Lateinischen
Schule" in das ^Barfüßer Mioftcc
anno 1529, In dem das Gmuuasiuni
bis 18oi) verblieben ist, als dessen
eigentliche Gründung ansah. Das
war ein Irrtum. Ju der Geschichte
des Gymnasiums, iu seiner Bedeu
tung für das geistige Leben der
Stadt bildet der Umzug von .1529
keinen Markstein. Sein Gründungs
tag fällt früher.
Schon ant 20. Dezember 1519
beschloß der Rat der Stadt, nach
einem „gelehrten und von in or
55 ge
schickten Gesellen" zu trachten, der
die Kinder unterrichte«, solle und
ihm die Besoldung eines „Söld
ncrS" zu geben, wofür vom Mili
läretstt der Stadt ein Söldner ge
strichen wurde.
Ter „Geselle" -fand sich 15g0 iu
der -Perfols des „Poeten" und ,zPä
dngogen"* Wilhelm Diesen aus Eich
t(ittett, eines Schülers des Erpsflms
von Rotterdam, „Poet und Erfah
rener in griechischer und lateinischer
Sprache" seine Bestallung ist mit
14. September 1520 ausgestellt
worden. Er hatte „die BurgerZtiii*
der zu ifutertveiseii"' und dajiir
jährlich fünfzig Gulden uud' freie
Wohuung zu beziehen: ant tlVMiir,'.
erst?« Male die
diiiig, wâüs HerbbrMit,dW ijuin
seinen Dienstantritt von der Ausser
tigimg der Bestallung an rechnete.
Er war der erste Leiter der Latei
nischen Schule, aus der pch und
nach das Gtnmtasijim entwickelt//
wurde.
•Der Name Gymnasium war
gegen 1600 allgemein üblich. T?r
Gründungstag "dieser ältesten nrtd
bis in den Anfang des 19. ^alir»
Hunderts einzigen städtische» Schule
v
ist also zweifellos der 14. Septem*
ber 1520 int Iftalire 1529 hat si^
mir1 eine räumliche Veränderung
rfflfiren." V
.. ,. Danzigs Wahlen: Bei den Wah
mit welcher Ahsicht jener auch immer zur Stadtverordneten-Berjanim
gekommen war.
lung entfiele» auf die deutschnatio
imle Bolkspartei 185slt Stiiliinen
^l i Abgeordete), ans die Pole»
«uVt (u Abgeordete), auf die ver
einigte sozialdemokratische Partei
20834 (20 Abgeordnete), auf das
ocntrum 12271 (8 Abgeordnete),
auf die dotitschdemokratifche Partei
I20S2 (9 Abgeordnete) und auf die
wirtschaftliche Bereimgnna IBIÖI
Stimmen (10 Abgeordnet^.
i
«ÄV»-

Roman von Han« 8e#rfc
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ZSMâ!M 'DktStaatS-Mzèiger, HiSmarâ, N. D, Aveiwg, den ts. Mäch»'
I a s s e i e n S W

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