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Der Staats=Anzeiger. (Rugby, N.D.) 1906-current, May 28, 1920, Image 5

Image and text provided by State Historical Society of North Dakota

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Gtadt «nd Land
Albert Mayer von hier und ftrl.
Margarethn P. Hinlz aus Kintme
erwarben eine Heiratslizens und be
avsichtigen Samstag nachmittag mit
einander den Ehebnnd zu schlieszeu.
Evangelisch lutherische Zionsge
meinde. Sonntagmorgen nm halb
11
Uhr deutscher Gottesdienst, abends
um 8 Uhr ciifllifchcc Gottesdienst^
Kirche ist an Avenue D, zwischen
der Sechsten und Siebenten Str.
1
Die Herren Eduard Bohle^ und
Ludwig Oswald aus Eureka, S. D.,
kamen mit Tonnerstag. gestern, in
Bismarck an und besuchten auch in
unserer Druckerei. Heute morgen
leisten sie von hier ans nach Wing,
tpo sie bei Friedrich Oswald und an
der»» ^â'rwandten und Freunden be
suchen wollen.
Herr Fred Haas nebst Frau und
Kind iittd Herr Ludwig Sfri'tii und
Fran am Goodrich filmen am Mon
tag zusammen im Auto nach Bis
inarck-uild besuchten am Dienstag
alle zusammen beim Zeitungsmann
Beide Frauen hatten hier beim
Zahnarzt zu hm und Frau 5trein
konsultierte gelegentlich auch noch
einen Arzt wegen innerlichem Leiden.
Eilt Mittwoch fuhren sie wieder heim.
Achtung!—Doktor Larravee aus
Mandan, N. D., Spezialist in Au
gen-, Ohren-, Nasen- und Halslei
den, ist in
Flasher, Fteitag, 4. Jnni.
(Dr. De Moullen'S Ossice)
Golden Battel», Dienstag, S. Juni
(Dr. Plaunmans Office)
Hazen, Dienstag, 15. Juni
Hallidav, Mittwoch, l. Jn»i
New Salem, Freitag, 17. Juni
New Salem,. Freitag, IS. Inn»
New Leipzig, Dienstag, 22. I»»i
Dodge, Donnerstag, 2t. Juni
(v,ni Hotel)
Gottesdienst in der Evangelischen
Kirche an bi't' ürfe der Siebenten und
Rosser Strohe werden jeden Sonn
tag wie folgt abgehalten: Morgens
10 Uhr Predigtgottesdienst in deut
scher Sprache :00 Sonntagschnle
in deutscher nnd englischer Sprache'.
abends 7:15 ist Engend Versamm
lung nnd 8 Uhr Predigtgottesdiensi
in englischer Sprache. Wir laden alte
unsere deutschen Freunde herzlich
cm, die Gottesdienste zu besuchen,
Bitte die Zeitveränderung zu beach
ten.
C. Strutz, Paitor.
Herr Thomas Wagner aus Strast,
bürg, N. D., lain -am Montag nach
Bismarck, um nach seiner Tochter
Emilie zu sehen die seit etwa einer
Woche im St. Alexius Hospital in
ärztlicher Behandlung weilt. Am
Dienstag muhte die Tochter eine
Operation wegen Nierenleiden durch
machen, die augenscheinlich glücklich
ausgefallen ist. Herr Wagner be
suchte am Donnerstag» gestern, in
unserer Druckerei und beabsichtigt
Heute die Heimreise anzutreten, tiuih
rend die Patientin im Hospital per
bleiben wird.
Wenig Freude wird den Farmern
die Nachricht machen, das sich in un
serem (Biirleigb) lüuiiitu die Gras
hopfer schon recht zahlreich bemerk
bar machen. Hauptsächlich stark sol
len die Biester int. südlichen Teile
des bounties ihr Erscheinen machen.
Das beste Mittel, die Felder Vor den
Fressern zu fvliiilieit, ist Wiftitreite.it',
das ja bekanntlich unentgeltlich vom
County bezogen werden kann, Conn
tt) Auditor Flaberti) macht bekannt,
dast das Eountp' 150 Tonnen dieses
Giftstoffes an Hand habe nnd bereit
ist., dieses an die Farmer
zu Derlei
leit. Man sollte nicht nbivnrten, bt^
die Hopfer wieder zur Plage werden
und ihre Eier wieder einlegen, son
der» möglichst früh handeln, damit
sie sich den Tod anessen können, so
bald sie ausschlüpfen.
Herr ^.oh» Vni)er aus der Wishes
Gegend war mit Montag in Bismarck
und ihm iv-nrde erlaubt, seinen
Bruder Henri) C. La
per. der wegen
Ermordung der Familie
AVfnb
Wolf
bei Turtle Lake eine lebenslängliche
Zuchthausstrafe angetreten hat, im
Staatsgefängnis zu besuchen. Das
war der erste Besuch, den der Mör
der im Gefängnis empfangen durs
te. In den let ten Tagen zirkulier
ten in Bismarck Gerüchte, das der
Mörder feine Schuld an dem Mord
der Familie Wolf ableugne. Der
Verwalter des Staatsgefängnifses
McDonald macht bekannt/ dan diese
Gerüchte jedenfalls rein erfunden
sind, da Layer ihm nie solches sagte.
Layer hat nicht mir sein Geständnis
unterschrieben und dieses vor Gericht
widerholt, sonder» er wies auch jede
Hilfe zurück, die ihm beim Börner
hör und dann von Nichter Nünle
vom Kreisgericht angeboten wurde
Richter Niisjle machte den Mörder
nachdrücklich auf die Folgen seiner
grausainen Tat aufmerksam und bot
ihm Gelegenheit, einen Anwalt zu
engagieren, aber Layer wieS dieses
Angebot zurück und sagte kurzweg,
das Gericht möchte den kürzesten Weg
einschlagen, der ihn am schnellsten
.•» .iâGefm»gkW-!.HÄ«gt.
Pastor I. Fontana aus New Sa
lein weilte mit Mittwoch in geschäft
lichen Angelegenheiten in Bismarck
nnd machte auch gelegentlich beim
Zeitungsmann einen freundlichen
Besuch.
Herr Jakob Fnlchle au? Goodrich
war zusammen mit Fred Haas und
Ludwig Kreil» am Montag nach
Bismarck gekommen nnd suchte wah
rend des Aufenthaltes in Bismarck
mich den Staats Anzeiger auf.
Am Dienstagabend mit etwa, li
Uhr kam der schon so sehr ersehnte
Regen, der die Erde wieder ansench
tele und den Lenten frischen Mut ver
lieh. Laut der Meldung des örtli
cheit Wetterbureaus fiel in Bismarck
und Umgegend etwas über einen hal
den 3oll Regen, während der Regen
an andern Orten im Staate etwas
stärker und stelleiiweis auch schwächer
war, doch soll er fast über den gan
zeit Staat gereicht haben. Nicht sehr
erfreulich' waren die starken Schlo
s en, die mit dem Regen sielen, doch
haben diese nur wenig Schaden an
gerichtet, da die (Gewächse in Gär
ten und Feldern noch klein sind.
Aus Nord-Dakota
Werter Staats A nzeiger!
Witt mir mal wieder erlauben, et
liche Zeile» an das Blatt zu schrei
den. Was die Witterung anbelangt,
ist es bei uns schon ziemlich trocken.
Es sieht zwar schon etwa eilte Woche
lang nach Regen ans, aber wir ha
beii nichts, als jeden Tag Sturm, der
stellenweise schon snrchtbaren Schit
den in der Saat angerichtet hat. Wo
der Boden sandig ist, gibt es richtige
Sandwehen, wie int Winter die
Schneewehen, so das manchmal die
Automobile stecken bleiben. Stellen
weise ist das Unkraut so schlimm, das
wenn es in den nächsten Tagen nicht
regnet, wir die fünfte Mis emte zu
verzeichnen haben werden, wovor uns
Gott aber behüten möchte bei dieser
Teuerung. Mit säen sind die meisten
Farmer fertig und jeder hat in gu
ter Hoffnung gesät. Doch das Ge
deiheit steht in anderer Hand. Zu
meinem Bat er hat in Rn land mal
jemand gesagt: Binder, wenn ein
Mann sät und es glückt ihm. so muh
er reich werden, ob er will oder nicht.
Ant Sonntag Hatten wir mtgenelv
men Bestich. Es waren Schwager
Ludwig Halm und Frau lind ihr
Sohn Christian nebst Frau ans
Tlittle und Schwager ^afob Trieb
wafser und Frau aus McCluskn, N.
D. Wir hatten angenehme Unterhal
tung. aber natürlich trocken, wie es
eben iii unserem Lande ist. Die
Leute wollen es trocken haben, so
macht es unser Herrgott auch trocken.
Wir kamen auch auf den Staats-An
zeiget' zu sprechen und da gab mir
Schwager Triebwasfer die ich
dem /ieitimgsiimim schicken soll, da
mit sein Abonnement auf ein weite
res' Jahr gesichert ist. Er möchte
ohne den Staats Anzeiger nicht mehr
fei it. Es sollten noch recht viele so
handeln, denn jeder sollte den
Staats Anzeiger .lesen und selbst le
sen. was im Staate vorgeht und sich
nichts von andern vormachen lassen.
Keine andere eitung kann uns ba-v
berichten, was der Staats A»zeiget'
uns bietet. Mancher findet vielleicht
verschiedene Ausreden, das es um
stündlich ist zu schreiben und die Zei
hmg zn bestelle». Solchen will ich
gerne helfen.' Gebt mir einfach
und der Staats Anzeiger ist aus ein
Csithr ein beständiger Gast in Eurem
Heim, und Ihr bekommt noch oben
draus eine Prämie. Wer seinen Lie
ben in det eilten Heimat eine Freu
de machen will mit dem Staats An
zeiget-, sonn das auch durch mich be
sorge» lassen.
Herr Jakob Sprenger bei Good
rich möchte gerne wissen, ob sein Ba
ter Philipp Sprenger bei Waiit
uu'ight, Canada, Leser des Blattes
ist, wenn nicht, so will er dk Reitling
für seinen Bater bestellst. (Herr
Philipp Sprenger ist »och nicht Le
ser. Red. Staats A»zeiget'.)
Herr Jakob Sattler hat sich einen
•{itchthengst gekauft für $1/200 und
Herr ^akob Sprenger kaufte sich ein
Bullenkalb von 15 Monaten für
$: oo.
v,ch glaube, wir können nits jetzt
doch bald rühmen, das gesundeste
Land in der Welt zu fein, und weitn
jemand doch sterben sollte, so lttun er
mit gesundem Herzen sterben. Alse
schädlichen Getränke sind abgeschafft,
jetzt gibt es fein Bauchweh mehr.
Sucker ist schwer zu kriegen, und
manchmal gar nicht. Wen» man Ivel
che» bekommt, so kostet das Pfund
Cents. Also gibt es keine Siicker
frmifheit mehr. Und Kartoffel, bii
lieber Strohsack, da ist zu viel Alko
hol drinnen, die kosten s bis 12 Cents
das Pfund und dabei sind sie noch
nicht einmal zu haben. Mein Bru
der Philipp ist bis nach Linton gefah
ren, mit welche zu bekommen. O tent
poia, o mot-,cs,l
Grus an die Redaktion nnd alle
Leser.
.s ^Ariedrich R. Binder.
.v:.,
Werter StaatS-Anzeiger!
Endlich, nach fünf langen Jahren,
haben wir eine Nachricht von unsern
Lieben in Rußland erhalten, aber
leider eine traurige Unser lieber Va
ter Wilhelm Ottmar, Gti Jahre alt,
starb vor Schrecken, als er von den
Bolschevisten erschossen werden soll
te. So berichtet Emil Höh», Sohn
von Jakob Höh» in Prust, Deutsch
land. Er war in der Ukraina inter
inert. Der Schreiber nennt 38 Na
liti'ii von Leuten, die im Kampfe ge
gen die Bolschevisten gefallen sind.
Die meisten sind ans Grobliebental.
Er schreibt: Wilhelm Ottmar aus
Neuburg starb auch, weil man ihm
mit Erschienen drohte. Wie mancher
Greis, der doch dieser Bande nicht
schaden konnte. mus te unschuldig sein
Leben lassen. Ter Bande scheint nichts
heilig zn sein. Wie lange Gott das
Treiben dieser Unmenschen noch dul
den wird. Wir wünschten nur, wir
könnteu unsere alte Mutter und die
Geschwister hier her kommen lassen,
wenn sie überhaupt noch am Leben
sind.
Neulich lies das 8 Jahre alte Mäd
•heii von Christian Bröckel vom Felde
aus fort, verirrte sich und kam an
den Cannon Ball Fliist. Das Kind
watete bis unter die Arme über den
Fins und verbrachte^dann die Nacht
bei dichtem Nebel unter freiem Him
iite'l. Obwohl die ganze Nachbarschaft
sich gleich ans die Suche machte, konn
te das Kind eist am nächsten Tag in
halberfrorenem Zustande gesunden
werden.
Nim sind wir schon im halben Mai,
aber es ist immer noch kalt. Auch
gibt es immer noch Nachtfröste. Die
Saatarbeit geht ihrem Ende zu. Bis
auf Millet und Corn ist fast alles im
Boden. Es ist auch hohe Seit, denn
das Futter ist fort und ohne solches
kann der Farmer nicht mit den Pfer
de» arbeiten.
Wilhelm Ottmar.
Werter Staats Anzeiger!
Möchte dem Seitimgsitmiiit wieder
etwas zur Last fallen, indem ich ihm
zwei neue Leser einsende, vielleicht
kann ich mir das Wörterbuch Verdie
neu. (Auf diese Weise können Sie uns
recht oft zur Last fallen, wir haben
durchaus nichts dagegen. Doch um
das Wörterbuch als Freipräntie zu
erhalten müsse» Sie sich schon noch et
was bemühen und uns noch' eilten
Leser einsende». Sie können das
nähere ja in der Anzeige finden. Be
sten Dank für Ihre Mühe. Red.
Staats Anzeiger.)
Die Farmer sind bis Dato immer
noch auf dem Lande beschäftigt.
Hauptsächlich wird der Boden für
Corn vorbereitet. Mit der Früh
jabrsjaat ging es dieses mal nicht
schnell. Einmal konnte »tau nicht so
schnell arbeite» Wege» der Fiitter
not uiit) da»» wurde die Arbeit wie
der holt durch Schnee und Regen im
ferbrochen und zuleht haben die
Farmer viel zu tun gehabt mit de»
russischen Disteln. Die meisten haben,
sobald ein starker Wind war, die Di
steln losgemacht und springen lassen.
Natürlich hat man dabei nicht be
dacht, das man den Leichtsinn in der
Erntezeit biifjen »ins da die Disteln
im Getreide hängen bleiben werden,
ivenit dieses erst höher ist und beim
Schneiden wird viel Getreide durch
die Disteln verdorben. Oder wird
man dann gezwungen sein, die Di
steln vor der Ernte zu sammeln. Die
Aussichten stir eine gute Ernte sind
bis jetzt gut. Wir können endlich
auch mal wieder eine tüchtige Ernte
sehr gut vertragen..
(Politische
l'lmciiu'l
Fiir Sheriff von Morton (foiiiitu
Ich bin Kandidat für das Sheriffs,
milt in Morton County, N. D. Dien
te' die vergangenen vier ^.ahre als
Gehilfsjheriff und bin deshalb mit
den Pflichten des Amtes völlig ver
traut. Bitte nun meine vielen deut
schen Lmtdsleute im County, bei den
omni-Vorwahlen für mich zu arbeiten
und zu stimmen. Wettn gewählt,
können die Stimmgeber und Steuer
zahlet- sicher sein, das das Sheriffs
•mit iu jeder Weife von mir gut per
sorgt wird.
(80F7iulbez) Paul R. Müller.
Achtung, Kandidaten!
Politische Anzeigen sindey im
Staats-A»zeigen weitere Verbreitung
ils in allen in den Dakotas erschei
"enden deutschen Zeitungen zusam
"teilgenommen. Wir berechnen für
solche 2 Cents das Wort für die.erste
^inrücknng und 1 Cent das Wort fiir
n'de folgende unveränderte Ein.
ückung. Das Geld iiuif? mit der Be
stellung gesandt werden. Sonst wird
Me Anzeige nicht aufgenommen. Wir
Mtten, sich das zu merken. Man
Abreibe also feine Anzeige 'ans und
'ähle die Worte. Jeder kann leicht
VIbft ausrechne», was die Anzeige
fiir
ei»- oder mehrmalige Einriickung
'often wird.
Der StaatS-Anzeiger.
Der StaatS-Aazeiger, Bismarck, N. T., Freitags den 28. Mai
Aus Tschccho-SloSakia
Sehr geehrter Herr Redakteur!'
Am 21. Februar d. I. erhielt ich
die erste Nummer ihres geschätzten
Blattes, den Staats A nzeiger, und
erhalte sie regelmäßig bis hellte im
mer vier Wochen nach der. Erschei
nung, woraus ich schließe, das sie im
utcr vier Wochen auf der Reise hier
her ist. Ich bedanke mich vielmals
bei meiner lieben Tante Witwe Jo
sephine WeliitSki in Moffit, N. D.,
und auch bei Ihnen. Habe' sehr
groste Freude au der Zeitung und
lese sie mit grösstem Interesse. Es
ist eilt sehr lehrreiches, wissenschaft
liches und interessantes Blatt. Die
Kiste von meiner liebe» Tante ist bis
heute leider noch nicht angekommen,
was wahrscheinlich daraus zurückzu
führen ist, das Deutschland ititmcr
noch nicht zur Ruhe gekommen ist und
ans der Bahn oder der Schiffahrt
Stockung ist. Zur Beruhigung mei
ner lieben Tante kann ich mitteilen,
das ein Kollege von mir auch eine
Kiste aus Amerika bekommen hat,
welche sechs Monate nnterwegs war.
(Die Kiste von Ihrer Tante wird
wahrscheinlich auch eine lange Reise
durchmachen müssen, da zur Zeit der
Absendnng gerade die Streiks der
Bahnangestellten ausgebrochen sind
und der Frachtverkehr infolgedessen
in den Bei-. Staaten schwere Sto
ckunm'it erfahren hat. Die Kiste wur
de von uns am 5. März abgeschickt
und wir haben in den letzten Tagen
alles getan, um zu erfahren, was
aus derselben geworden ist, leider
konnten wir keine sehr befriedigende
Auskunft erhalten und es wird
wohl ziemlich lange datier», bis sie
ihre» Bestimmungsort erreicht.
Red. Staats Anzeiger.)
Nun einige Worte über Karlsbad.
Karlsbad ist ein Kurort iit einer
wunderschönen Lage, rings vnnWold
umgeben und zwischen den Felsen
kommen an 12 verschiedenen Stelleu
Quellen hervor, welche Hein sind und
eine Temperatur Hon :»1 bis zu 71
Grad Celsius haben. Das Wasser
wird getrunken und auch zum Bade
beniitzt. Auch Moorbäder sind biet":
Geheilt werden hier Magen-, Tarnt
Nieren-, Sucker und Gichtleiden. Es
haben schon Hunderttausende ihre Ge
stindheit hier wiedergefunden. In
FriediMtszeiteii hatten wir in einem
Jahr bis zu 70,000 Kurgäste, roäb
rend des Krieges kam die Zahl der
Kurgäste aber immer nur bis ain
etwa 20,000 int Jahr. Man tmin
sich denken, welcher Schaden das Au-
bleiben der Kurgäste für die Bevül
t'eruiig brachte. Trotzdem sin5 aber
hier doch einige Schieber, Wucherer
und gewissenlose Leute reich gewor
den. An» schlimmsten erging es den
kleinen Leuten, die um alle ihre Er
sparnisse gekommen sind. Die inns
ten hungern, frieren und darben.
Wer viel Geld hatte, konnte alles ha
beu, und so geht es auch jetzt «och
weiter. Die Stadtgemeinde und die
Kurverwaltung, wie auch die Ho
teliers geben sich alle Mühe, mit es
bei den Kurgästen an nichts fehlen
zu lassen und man hofft, das es die
ses Jahr wieder besser werden wird.
Gebe es Gott.
Entschuldige» Sie mich, werter
Herr Redakteur, dar, ich Sie so lange
iitanspruch nehme, und bitte, grüf en
Sie meine Tante Josephine Weliits
ki nebst ilmrn Enkeln und alle Karls
bader in Amerika.
Achtungsvoll
Anton Freyer.
Werter Staats Anzeiger!
Der grausige Winter von sieben
Monaten, der uns so zusagen in Ban
den und Stetten hielt, hat, wie es
scheint, endlich doch mal seinen Ab
schied genommen und der längster
sehnte Mai mit warmen, wonnigen
und sonnigen Tagen hat sich zur
größeren Freude, besonders für den
Sandmann eingestellt, der die
Schmerzen des so langen Winters
doch bald wieder vergessen wird. III
den letzten Apriltagen sah es recht
traurig und mürrisch aus. An
Schneestürmen, auf die schwere Re
gengüsse folgten, fehlte es auch nicht.
Mit der Feldarbeit ist der Landman»
ziemlich weit zurückgeblieben, wiih
rend letztes v-ithr bis zum if. Mai
das meiste schon ausgesät war und
die Frühjahrssaaten ihre Keime
schon hervorstreckten. Die allz»gros e
Fiittersimt hält de» Landmann alich
noch in der Arbeit zurück, denn an
statt volle Tage zu arbeiten, bringt
er es kaum auf drei Viertel des Ta
ges. Die meisten Pferde, die infolge
des Futtermangels über den ganzen
Winter feinen Stall gesehe», wurden
einfach von der Prärie geholt, nnd
zwar, in bedauernswertem, abgema
gertem Snftand, nnd an den Pflug
gespannt. Die armen Tiere, an die
ji'tst so grosse Anforderungen gestellt
werden, find geradezu zu bedanern,
da ihnen doch alle Kraft zum Arbei
ten fehlt. DaS einzige alte Step
pengras ist für frtt* meisten Pferde
däS tägliche Flltter. Ein solcher
Futtermangel soll hier und in der
Umgegend noch niemals gewesen sein.
Biete Landesflächen werden insolge
dieser Futteruot nngepfliigt bleiben.
Der GraSwnchs hat mich jetzt erst be
gsnnen und erst in zehn oder zwölf
Tagen können die Pferde vielleicht
hinreichend Weide bekommen. Bis
zn drei Fttst Tiefe ist der Boden Hier
ttasj, was seit zehn Jahren
niemals
der Fall war, und sqlltett nicht
noch
strenge Fröste eintreten, so werden
die Saaten doch recht bald hervorkom
men. Alte Farmer prophezeien in
diesem Jahr eine reiche Ernte. Eine
solche Prophezeiung wurde auch letz
tes Jahr von nomadisierenden In
diniuTN
gemacht, aber diese hat sich
leider nicht erfüllt. Eine totale Mis
ernte, cüt nie dagewesener Erntefehl
schlag, hat mis heimgesucht und die
schwersten Wunden geschlagen, an
denen wohl lange zu heilen sein wird.
Insolge der drei letzten Fehlern
teil war unsere Gemeinde nicht im
stände, unser Kirchlein fertig zu stel
len. Man hat sich entschlossen, wenn
der Himmel reichen Segen spendet,
dasselbe durch einen Anbau zu ver
gröhmt. Wir sind von deutsch ka
tholischen Pfarren weiteutfernt. Die
Pfarre Mariental liegt von uns et
wa sechzig Meilen entfernt und
Maryland etwa hundert Meilen,
wenn nicht mehr. Seit zwei Jah
ren und vier Monaten hatte die Ge
nteinde noch keinen Priester zu sehen
bekommen und auch noch keine Pre
digt gehört. Swar wohnen katholi
sche Priester nicht so sehr weit von
uns entfernt, da diese aber der
deutschen Sprache nicht mächtig sind
und die Gemeinde die englische und
französische Sprachen nicht versteht
so wandte sich unser Vorsitzender vor
etwa vier Wochen an die zustehende
geistliche Instanz mit dem Ersuchen,
uns einen deutschprecheuden Priester
schicken zn wollen. Am Sonntag,
den !». Mai, kam nun ganz mierwar
tet, morgens um 10 Uhr ein Priester
im Auto zur Kirche gefahren, als die
Leute zum Besuch des Laiengottes
diettstev versammelt waren. Der
geistliche Herr wurde von allen freu
dig begrübt und erwiderte freundlich
die Griiste. Ant Hiumtelfabrtsfeft
zelebrierte Hochwürden das Hochamt
und trat nach dein Mittagessen wie
der die Rückreise an, nachdem er fünf
Tage bei uns verbracht hatte. Der
Priester wird die benachbarten
deutsch katholischen Gemeinden auch
besuchen und beabsichtigt sich dann
furze Seit in Redwill, Seist'., bei
dem dortigen Priester als Gast auf
zuhalten, worauf er wieder nach Re
gina, Sask.. zurückkehren wird.Möch
te der geistliche Herr uns mit seinem
Besuch doch bald wieder eine Freude
bereiten.
Dyr Redaktion meine freundlichsten
Grüsze.
Anton Jochim.
Werter Staats A nzeiger!
Die Witterung ist bei nns recht
gnt. Es hat tüchtig geregnet. Die
meisten Former find mit tieiii Bestel
len der Saat fertig. Wir hoben
aber noch etwa 40 Acker zu bestellen.
Heute war Adolf Steinte bei mir
zu Besuch. Bei dieser Gelegenheit
beauftragte er mich, für ihn den
Staats-Anzeiger zu bestellen und er
gab mir $:.r0, welche stimme ich
beiliegend dem SeitnngsmanU über
sende. (Da die Briefe nach Beiiara
hielt schon längst wieder befördert
werden, müssen Sie die persönlichen
Sachen schon brieflich abmachen mit
vMireu Eltern und Geschwistern.
Red. Staats Anzeiger.)
Mit bestem Ginst
Werter Stools-Anzeiger!
Da ich eben so viele Berichte von
Freunden und Bekannten aus der
alten Heimat Bessaiabien gelesen
habe, möchte ich auch mal wieder et
was im Blatte verlauten lassen. Wir
find gegenwärtig ja gerade beschäf
tigt mit dem Bestellen der Frühjahrs
foot, da es heute aber tüchtig gereg
net hat, können wir mit Nachmittag
nichts tun. Natürlich hoffen wir bei
weiterer günstiger Witterung aus
eine reiche Ernte, die wir nach den
zwei Mistjahren ja gut gebrauchen
können. Die Teuerung macht sich bei
uns antich schon immer mehr fühlbar.
Habe von Michael Ris und Jo
seph Gros aus Emmental Briefe er
halten, ober von meiner Schwieger
mutter habe ich leider noch nichts er
fahren und weif nicht einmal, ob sie
noch am Leben ist. Sachäus Kopp soll
sich doch öfters int Staats-A»zeiget
vernehmen lasse», weil wir doch alle
Neuigkeiten aus der alten Heimat er
fahre» möchten. Habe drüben auch
noch einen Schwager Joseph Miller,
jung.' Wenn er sich hören lässt und
den Staats-Anzeiger haben will, so
werde ich für ihn das Blatt beste!
Iett. Auch mein alter Freund Leon
hard Plotzki soll sich doch mal hören
lassen.
Der Gesundheitszustand ist bei uns
recht gut.
Griisze alle meine Verwandten it.
Freunde in Emmental und Krasziia,
besonders die Herren ZachäliS Kopp
und Romuald Dirk, wie den ganzen
Leserkreis.
Joseph Hittel,
Tausende
lu'c
u
Finden ungeteilte Anerkennung,
Sie haben das Bertranen in die sichere Ankunft von Liebesgaben'
Sendungen nach der alten H.imat wieder hergestellt.
die sich unseres Dienstes Ablieferung di
rekt von unseren Hamburger Lagern be
dienten und inzwischen Bestätigungen seitens
ihrer Angehörige», erhielten, sind des Lobes
„„n jjbcr btc prompte Erledigung ihrer Auf
träge und die hervorragende Qualität der gesandten Nahrungsmittel.
Sie basieren auf den folgenden Tatsachen:
in den leisten üViotiaieit fiir iiöcv
Briefkasten der Redaktion
Ferdinand Löger in .süiiitititi]v
tal, Bessaral'ien. v,hr Schwager
WiUielm Wagner in Merrer. N. D..
bezahlte den Staat» Anzeiger auf
ein ^cthr für Sie und läs piel
mal* grünen. Der Schwager hofft,
auch von vchiu'u all und zu Berichte
U011 dort im Blatt zu lesen. 'Adresse
de5 Blattes ist einfach: Der Staate
Anzeiger, Biviimrtf, N. D., 11. S. A.
vafob Nagel in Uniiuentol, Vesta
rabieit. IIn- Binder Cliao in
Strasburg. N. D., bezahlte fiir Sie
den Staats Anzeiger auf ein
!5on,(iou
beiiviittttcln an unser Hamburger Lager abgesandt habe».
dit'fc Waren »nr durch die Tchnelldaiupfer der Äuierika-Liuie, die
*C/Up falnplainuäs',ig abfahre» lttib die Reise iu 12 Tagen zurücklege»,
befördert werden, wodurch jede Verzögerung in der rechtzeitigen
Ankunft ausgefchlvsseu ist.
die Fink Organisation durch intime Berbindnngen mit dem Ham
burger Senat und der Regiernng der deutschen Republik unbe
schränke nnd absolut sichere Ablieferung ihrer Sendungen durch die
deutsche Neichspvft garantieren kann.
'jNrtsi die ^liiviuiW der dort lagernden Nahrungsmittel eine reichhaltige
1». die Bedürfnissen der Notleidende» entspricht iiiib die Oualiiät
derselben die denkbar beste ist.
die Ablieferung in 4 bis 5 Woche» nach Aufgabe dér Bestellungen
in der hiesigen Annahmestelle erfolgt.
Unsere Food Drafts werden im Werte von
$15, $25, $40 ausgegeben
Kabclbestellttngen in 8—10 Tagen
«Vlcifchiuorcit speziell für den Export behandelt
aus unseren eigene» ZchiachiHäusern.
Eiuiu'heude Untersuchung iiiiv tuillfoumU'ti. Auskunft über alle
Einzelheiten bereitwilligst.
Tie fdiUlDflt
valn-
iini) übermittelt herzlichste Griis'.e.
Der Bruder hofft, das auch Sie ab
und zu Berichte von dort an diese
Kettling einsenden werden. Adresse
ist einfach: Der Staats Altzeiger,
Bismarck. N. D., II. S. A.
Jos. Schält iu Crriu, N. D.—
Blies nebst $:» erhallen. Gewis
sann Der Staats Anzeiger auch nach
Argentinien gesandt werden. Nun
Tollars an Le-
es sich selbst uud Ihren Angehörigen.
unsere Angaben eingehend,5114ii'ifeit.
suche» Sie Christian Auhelcher in
Argentinien, wisse» aber weder Pro
vinz »och Stadt. Die Republik Ar
geuliiiie» ist aber ein groszes Land,
über ein Drittel so gros} als die
Bei:. Staaten. Da wird es also
schwer halten, die Adresse des .yru.
A»belcher zu ermitteln, aber vielleicht
weif jemand im Leserkreis dieselbe.
Wenn so, bitten wir diese Herrn
Schält iu Orrin. N. D. zn melden.
Besten Dank und Oirus
A» die Leser in Lesvr lind Umgegend
Herr Jos. N. Mauer hat die Age»»
tue für den Staats Anzeiger über
nommen und ist von uns ermächtigt,
in unserem Namen Bestellungen und
Gelder für den Staats-Anzeiger ent
gegenzunehmen.
Zuverlässige zahnärztliche
Arbeiten zu niedrigen»Preis
Wir liefern, was (Sitte anlangt, nicht billige zahnärztliche Ar
beit, obgleich wir Ihnen niedrigere Preise für Arbeit erster Klasse
berechnen, als Sie aiiderswo finden können. Durch Anwendung
der nenesteN Methoden, tmrch groste Knndschaft nnd da wir in ge
waltigen Mengen alles Material kaufen, sind wir imstande, Jh
neu zahnärztliche Arbeiten höchster Güte 31t greifen zn liefern, die
Ihnen ein Viertel bis zur Hälfte der Ausgaben sparen, ,^ze Sie
bei bicfeit anderen ZahMz^tei» ^aUeit würben. i
Zähne schmerzlos
Gegenüber R. P. Bahnhof
Die Redaktion.
Abonniert ans den Staats^Anzei
ger, die tonangebende deutsche Zei
tuna Nord-DakotaS.
Man erkundige sich
Und wir werden Sie überzeugen, bafo toti
nicht nur allen Schülern dieser Handel»»
schule lBusinesS College), sobald sie sä
hig sind, gute Stellungen besorgen, son»
Sern dah die Nachfrage bei unS für sä»
hige Buchhalter und Kurzschreiber gröfter
ist als wir Schüler liefern können. Wenn
Sie sich für eine gute Stellung vorberei»
ten wollen, erkundigen Sie sich loa« wir
für Hunderte andere getan haben, ö»
es nötig ist können Schüler, um fertig
englisch zu lernen, mit den unterste»
Klaffen anfangen. Schreibt an:
«i»«ar «»fine«»
v',
Seilest,
6. M. Langum, Präsident,
Üiâotarâ. M. 1).
Bismarck, D.
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N. Battling, Pastor.
Burleigh Koimtl)
Arena, den 22. Mai.
Hettinger County
Mott, den 16. Mai.
Grant County
Pretty Rock, den 18. Mai.
Carl Rhinitis.
Karlsbad, den 5. Mai.
Aus Canada
Saskatchewan
Bergfield, de» 14. Mai.
Elardee, den 10. Mai.
Lorenz Mai
Leader, den 10. Mai.
Fink's Food Drafts
Fink's Food Drafts sind kein Experiment
BISMARCK
A. Fink & Sons Food Co.
416 Broadway, New York, N. Y.
Union Dental Parlors

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