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Ohio. [volume] (Pomeroy, O. [Ohio]) 1873-1874, June 20, 1873, Image 3

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durch Beihilfe des Pfarrers Helling, so
wie einiger anderer gut gesinnter Bürger
gelang es ihm, einen katholischen Volks
herein in's Leben zu rufen, auf welche
Weise den liberalen. Bestrebungen cht
solch' wirksamer Damm entgegensetzt ist,
daß das ganze Fortschrittlerthum in M.
bereits an einer unheilbaren' Krankheit,
der Schwindsucht, darnieder liegt, man
bereits an dem letzten Nagel zu hem Sarge
des letzten der Liberalen arbeitet.
„Der sicherste Weg", pflegte Renther
öfters zu sagen, „die Revolution und da
mit den Untergang der Nationen herbei
zuführen, ist der Liberalismus." Der
Mann hat recht: Das französische
Volk von 1789 und 1871 liefert zu obi
gen Worten die getreueste Illustration!
Ein Monument für Lord
Baltimore.
Der „Catholic Mirror" macht deuVor
schlag, die Katholiken der Ver. Staaten
möchten dem Lord Baltimore in derStadt
Baltimore ein Denkmal, ein Monument
errichten und motivirt seinen Vorschlag
durch folgende Gründe: Lord Baltimore
war in jeder Hinsicht ein großer und vor
.trefflicher Mann. Als Staatsmann konn
,e ihn keiner seiner Zeitgenosse» übertref
fen. Er legte in Maryland die Funda
mente zu einer Regierung, die selbst den
protestantischen Geschichtsschreiber Ban
neroft zur Bewunderung hinrissen auch
gab er' der Welt das Beispiel der re
^igiösen und bürgerlichen Duldung und
lieferte dadurch selbst den Vätern der Re
publik das Muster für die Uuabhängig
keitserklärung. Die Freiheit hatte nie ei
nen entschiedenen Vertheidiger. Er ge
reicht den Katholiken zum Ruhme und
die schuldige Dankbarkeit erheische, daß
wir sein gesegnetes Andenken verewigen.
Statistische Angaben.
(Für die Ohio.)
Die Bevölkerung voir gattz Europa
wird auf etwa 300,000,000 Menschen
angegeben. Darunter ist die Zahl der rö
mischen Katholiken wie folgt:
Ganze Bevölkerung. Katholiken.
Italien 26,166,000 26,600,000
Spanien 17,220,000 1 *7,000,000
Portugal 4,400,000 4,800,000
Andorra 12,000 12,000
Schweiz 2,266,000 1,220,000
Großbritanien 24,800,000 2,900,000
Irland 6,600,000 4,260,000
Frankreich 36,500,000 85,000,000
Belgien 6,200,000 6,100,000
Niederlande 3,652,000 1,500,000
Oesterreich 35/766,000 30,000,000
UebrigeöDeutschl. 32,900,000 15,200,000
Türkei 10,600,000 1,1000,000
Donau-Fürstenth. 3,700,000 200,000
Dänemark 1,608,000- 5,600
Griechenland und
Ionische Inseln 1,600,000 100,000
Kußland *78,400,000 8,200,000
Kleinere. Staaten
nnd Norwegen 8,000,0(S 1,000,000
Summa 292,090,000 152,687,600
Die ganze Bevölkerung von Europa
beziffert sich mithin aus 292,090,000
Menschen. Darunter bekennt sich wie in
ganz Amerika die größere Zahl, nämlich
152,687,606 zur katholischen Religion.
(Wird fortgesetzt.)
Münn im Osten $6000 Schmerzens-nnd VeZ
stüminelungtzkeld zugesprochen. Man sagt nun,
er suche unablässig uach einer Gelegenheit, sich
mich daß andere Ohr abbeißen zu lassen.
Gemeinnützige Kenntnisse»
Affre,
Denis Augusts, geboren 1793
in Frankreich, wurde schon mit 18 Jah
ren Professor der Philosophie in Nantes,
.später wurde er zum Priester geweiht und
1840 wurde er Erzbischof von Paris. Als
solcher entfaltete er eine ungemein segens
reiche Wirksamkeit durch Gründung von
Wohlthätigkeits- und Studien-Anstalten.
Als er im Juni 1848 bei einem Kampfe
eine Barikade bestieg um Frieden zu stif
ten und tms Feuer auch für eine» Augen
blick eingestellt wurde, fiel ein Schuß aus
einem Fenster, der ihn tödtlich traf. An
dieser Wunde starb der .Etzbischof Affrb
am 27 Juni 1848
ist ein Land in Asi-
en, d.as in verschiedene mehr oder minder
unabhängige Staaten zerfällt. Der Flä
cheninhalt diesesLandes wird auf 12,000
geographische, oder 225,000 englische
Quadratmeilen geschätzt. Das Land ist
also fast so groß wie Texas, der größte
Staat in der Union, der 237,000 Qua
dratmeilen enthält. Die.Angaben über die
Einwohuerzahl von Afghanistan fchwan
ken zwischen 4 und 10,000,000. Das
Land zerfällt in sechs Hauptdistrikte. Die
merkwürdigsten Orte find nachstehende:
Kabul, am Flusse gleichen Namens, ist
die Hauptstadt des Reiches und Residenz
des Fürsten, liegt in einer fruchtbaren
Hochebene, wird von vielen schönen Gär
ten umgeben, sowie die Ufer des Flusses
von Weiden-, Pappel- und Maulbeer
bäumen beschattet sind. Vor der Zerstö
rung zählte die Stadt viele herrliche Ge
Müde, gehörte zu den schönern Städten
des Orients und hatte 60,000 nach An
dern 100,000 Einw. Ein Beweis der ho
hen Fruchtbarkeit der Umgegend mag
dieser sein: die Weinstöcke tragen so reich
lich, daß man 3 Monate im Jahr die
Trauben dem Vieh zur Fütterung vor
wirft. Kandahar, fast in der Mitte des
Landes erbaut, ist die erste Manufaktur
und Handelsstadt von Ostpersien, hat
unermeßliche Reichthümer und 100,000
Einw. In der Nähe sind merkwürdige
Felsenhöhlen und die Moschee des moha
medanischen Heiligen Saffr Tayr. Im
Westen des Reiches und in einem von ho
hen Bergen umgebenen fruchtbaren Tha
le liegt die befestigte Stadt Herat, eine
der größten Handelsstädte Asiens und an
Schönheit und Pracht die ausgezeichnet
ste. Handel, lebhafter Gewerb, Seiden
und Obstbau sind die vorzüglichsten Er
werbsqaellen der 100,000 Einw. Das
hiesige Rosenwasser soll das von Schiras
übertreffen. Die Stadt Gasni oder Ghiz
ni ist auf einer Hochebene zwischen Kabul
und Kandahar erbaut, war einst die
prachtvolle Residenz der Gasnaviden, hat
15,000 Einw. und viele Reste'verschwun
dener Herrlichkeit. Dschalalabad liegt
südlich von Herat, hat 20,000 Einw. und
ist der Hauptort der kriegerischen Keiber
eines Nebenzweigs dct Afghanen. Ost
wärts ist die gewerbreicheHandelsstadt Pe
schawer mit 70,000 Einw. Andere Städ
te smdHudschnuggar mit 10,000, Sewi
mit 20,000, Furrah mit 50,000 ttribDu
schak mit 20,000 Einw.
Die Beschäftigung der Afghanen sind
Ackerbau, Viehzucht, Seidenbau, Verfer
tigung verschiedener Gewebe und Was
fen. Auch treiben sie Handel mit den um
liegenden Staaten. In Beziehung auf
Abstammung scheiden sie sich in eigentli
che Afghanen oder Puchtun, wie sie sich
selbst nennen, tu Tataren, Perser und
Tadschiks Judier und Beludschen. Die
herrschende Religion ist der Islam, doch
gibt es auch armenische Christen. Die
Großen sprechen die persische Sprache,
das gemeine Volk aber redet die Sprache
der Puchtun, deren Wörter dem Arabi
schen entlehnt sind. Die geistige Bildung
hat in Asghanistay weniger Fortschritte
gemacht als in Persien, obwohl anVolks­
schulen kein Mangel ist und in
Städten es höhere Unterrichisanstalten
(Medresses) gibt. Die Afghanen ehren
das Recht der Gastfreundschaft, behan
dein ihre Sklaven menschlich und das
weibliche Geschlecht ist freier, als in der
Türkei. Rachsucht, .Neid, Raubsucht, Geiz
und Störrigkeit siud Nationallaster Frei
heitsliebe und Freundestreue, Tapferkeit
und Mäßigkeit, Arbeitsliebe und Ge
wandtheit aber ihre Tugenden.
Afknger,
Afra,
Bernard, ausgezeichneter
deutscher Bildhauer der Gegenwart, ge
boren 1813 in Nürnberg. Seine bedeu
tensten Werke sind: ein collossaler Chri
stus für die Kirche zu Dinkesbühl, eine
Madonna, eine Reihe von Sandsteinfi
guren zur Ausschmückung einer alten Kir
che und eines Hospitals iu Sagan 2c.
die Heilige, geboren gegen
Ende des dritten Jahrhunderts zu Augs
bürg, wurde von ihren Eltern zur heidni
schen Priesterin der Venus gemacht.Wäh
rend der Christenverfolgung nnter Dio
cletian kam der Bischof Narzissus nach
Augsburg, der sie zum Christenthum be
kehrte. Bald darauf suchte der römische
Richter Gajus die Bekehrte durch Dro
hungen zum Abfall zu bewegen, und da
sie standhaft blieb, verurtheilte er sie zum
Feuertode, den sie am 7 August in der
Nähe von Augsburg erlitt. Tag: 7 Aug.
Afragola,
Stadt in der Nähe von
Neapel mit Hutfabricken und 8,000 Ein
wohnern.
Afrika.
Dieser merkwürdige Erd-
theil, von allen Zeiten her das Land der
Verschlossenheit und der Räthsel, hat
doch in neuester Zeit dem Eifer der For
scher und Glaubensboten, sowie der Be
harrlichkeit der Handelsspeculanten eini
ge Pforten ausgethan, durch welche tief
in sein geheimnißvollesJnneres einzudrin
gen es nicht an Hoffnung fehlt. Bei den
Griechen hieß Afrika Libyen, .die Römer
dagegen verstanden unter Libyen nur den
nördlichen Theil bis zur großen Wüste.
terodot,
der Vater der Geschichte und
eographie, berichtet, daß schon 600Jah
re v. Chr. die Phönizier auf Befehl des
Königs Neko von Aegypten ganz Afrika
umschifft und der Karthager Hanno etwa
450 v. Chr. wenigstens einen großen
Theil der Weltkuste befchifft habe. Die
Portugiesen entdeckten im 15. Jahrhun
dert die wahre Gestalt dieses Erdtheils
und durch die Wichtigkeit, welche Aegyp
ten neuerdings wieder für die europäische
Politik gewonnen hat, sowie durch die
NiederlassungFranzosen in Algier,
sind jene äußersten nördlichen und nord
östlichen Ränder Afrika's, welche in den
Zeiten der ältesten Cultur zu den ersten
und reichsten Sitzen.menschlicher Entwi
ckelungen gehörten, dann in die Bande
einer tiefen Barbarei fielen, abermals in
den Kreis der Weltinteressen hereingezo
gen worden.
Afrika bildet ein scharf begrenztes in
sich' abgeschlossenes Hestland und hat un°
ter allen 5 Erdtheilen die wenigsten In
seln, weche sämmtlich einen Flächenraum
von könnt ll,Q00tO.M. haben,«von dem
jedpch auf -die JnselMadagascar allein
.10,500vO.M. kommen. Afrika hat von
seinem nördlichsten Punkte bis zum süd
lichsten eine größte Ausdehnung vou 1080
geographischen Meilen die größte Aus
dehnung von dem westlichsten Punkte bis
zum östlichsten beträgt etwa 1000 geogr.
M., während die ganze Küstenlänge nut
3500 Meilen mißt, ein für die Cnltur des
Landes sehr ungünstiges Verhältniß.Hier
herrscht unter allen Erdthdilen die einfach
ste Küstenbildung vor, nirgends bilden
die Meere tief einschneidende Busen/ von
denen letztern der Meerbusen von Guinea
mit den Baien von Bettin und Biafra
sowie im Mittelmeer die große und. kleine
Syrte besonders zu erwähnen find. Das
Dis &${&<
Innere Afrika's ist gebirgig, ein uner
meßliches Hochland, das jaft die ganze
Breite des Continents einnimmt. Im
Norden bedeckt das Sandmeer das Land.
Man nimmt an, daß des 530,000 O.
M. großen Areals Hochland und etwa
Tiefland sei Dte Inseln find ohne Aus
nähme gebirgig und meist auch vulka
nisch, wogegen auf dem afrikanischen
Festlande.bis jetzt keine Vulkane bekannt
sind. Trotz der Bemühung vieler Reise«-
den haben wir nicht nur keine genauen,
sondern nur höchst mangelhafte Kennt
nisse von dem Innern Afrika's ja man
kennt nicht einmal ganz die Küsten deS
selben. Es sind nämlich die verhältnis
mäßig kleine Anzahl zugänglicher Küsten
punkte, die höchst ungesunde Lust der
sumpfigen Küstenstrecken, der Mangel an
ausgedehnten schiffbaren Strömen, die
Sterilität der Sandwüsten, die Barbarei
und der Blutdurst vieler einheimischer
Stämme die Haupthindernisse mit diesem
Erdtheile näher ^bekannt zu werden.
In Betreff des Klima's ist Afrika der
heißeste Erdtheil denn mehr als 400,000
O.M. Fläche liegen von ihm in der hei
ßen Zone, während etwa 90,000 Q. M.
dem nördlichen und 40,000 dem südlichen
gemäßigten Erdgürtel angehören. An
den Küsten, besonders den westlichen ist
die Luft ungesund Aegypten gilt für das
Stammland der Pest, die auch in der
Berberei bisweilen sich zeigt. Die bren
nenden Winde Samum und Hurmattan
wehen häufig, doch fällt auf den Hochge
biegen im Winter Schnee Stürme wüh
len den Sand der Wüste zu Bergen auf
und an den Küsten richten die Tornados
oder Gewitterwirbelstürme oft großen
Schaden an. Auf die glühende Hitze des
Tages svlgt nicht selten die empfindlichste
Nachtkälte, so daß selbst uuter dem Ae
quator das Wasser in kleinen Gefässen
auf unbedeutenden Höhen leicht gefriert.
Aber man findet auch hier nirgends die
regelmäßigen 4 Jahreszeiten wie in den
gemäßigten Zonen anderer Erdtheile.Der
größte Theil Afrikas hat deren nur zwei,
eine trockene und eine nasse nur gegen
S. und N. treten die Uebergänge, Herbst
und Frühling, hervor.
Der Productenreichthum Afrika's ist
weit größer, als er gewöhnlich vorgestellt
wird auch ist nach den neuesten Ersah
rungen das Innere dieses Erdtheils nicht
so steril, sondern enthält sehr fruchtbare,
gut angebaute und bark bevölkerte Län
^erstrecken. Aernter ist allerdings das
tropische Afrika als das tropische Ameri
ka an Pflanzenarten, aber nicht arm auch
weist es zum Theil neue Geschlechter und
abweichende Arten auf. So ungeheure.
Waldungen wie Amerika gibt es hier
nicht, aber doch einen unendlich reichen
Schatz an Holz der mannigfaltigsten Art,
besonders an harten und mächtigen Nutz
hölzern, zum Theil unschätzbar für den
Schiffbau.Als die vornehmsten Gewächse
sollen bemerkt werden, verschiedene Pal
menarten, der Kaffeebaum, das Zucker
rohr, Apotheker- und Räucherwaaren,
Ebenholz, Wein, Baumwolle, Aloe,Gum
mibäume, Datteln, Specerei- und Ge
würzpflanzen, Indigo- und Färbehölzer,
Hirsenarten, Reis, Mais :c. Das Thier
reich bringt nicht allzu mannigfaltige
Geschöpfe, doch die üppigsten und kräftig
sten Exemplare hervor. Von den wilden
Thieren nennen wir die schönen afrikani
schen Köwen, die Hyänen, Tiger, Scha
kals, Rhinozerosse, Flußpserde, Affen und
Antilopen, deren Jagd dem Haudel die
schönsten Felle liefert. Bor allem ist des
Kameels zu gedenken, sowie der vielen
großen Elephantenheerden auch findet
man die europäischen Hausthiere in Af
rikfl. Ausnehmend'reich ist es an schön
gepberteiti Vögeln, namentlich PaMei
en und Straußen.'

i i e i s s e n e s O e i e e i n
Afghanistan

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