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Ohio. [volume] (Pomeroy, O. [Ohio]) 1873-1874, June 26, 1873, Image 3

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Bald daraus drückten sich der Schul
timber und Pfeffer durch die wirr sich be
wegende Menge auf dem Perron. Letz
terer hatte das Coupe verlassen, ohne das
mindeste Zeichen eiues Grußes.
Eine Weile blickte der zurückgebliebene
Reisende den beiden Reise genossen noch
nach dann, als sie seinem Blicke ent--
schwunden, lehnte er sich in eine Ecke zu
rück und murmelte: „Christliche und neu
heidniche Pädagogik. Wir werden sehen,
welche das richtige Princip mit sich
führt."
Wenige Minuten später hatte der
Personenzug die Station L. hinter sich,
und jagte dem rauhen Wind und dem
ungestümen Regen entgegen.
9
„M a n sag t." Der Mister „Man
sagt" erzählt gar oft Dinge, die nicht
wahr sind. Da wird kaum irgend ein eh
renrühriges Gerücht im Umlauf gesetzt,
deren Urheber nicht jener Mister „Man
sagt" ist, und stets entgeht er der Verant
wortlichkeit und der Bestrafung, weil er
nirgends wohnt uud nirgends gesunden
weä»en kann. Wer sagt daß der Kauf
mann M. schlecht steht? „Ei, man
sagt so." Auf welche Autorität hin
können Sie behaupten, daß mein Nach
bar A. schlechte Gesellschaften besucht?
„Ei, mau sagt so." Ist es denn wirk
lich' wahr, daß Fräulein W. sich in an
dern Umständen befindet? „Ei, man sagt
so." Und so ist es immer, und immer
wieder jener Mister „Man sagt," von dem
die Sache ausgeht. Wir rathen unfern
ßefmt, mit sellem Mister „Man sagt"
nichts zu thun zu haben er ist es, der eine
Masse von Unheil anstiftet und blos in
der Einbildung von Leuten lebt, die man
unter der Kathegorie von Klatschschwe
stent dber Frau Basen begreift.

Statistische Angaben.
(Für die Ohio.)
Wir temmen nun zu dem größten
Wetttheil nämlich zu Asien, dessen Be
vvlkmmg aus 670,000,OOOMenjchcn an
gegeben wird. Der größte Theil der asi
a tischen Völker lebt noch im Heidenthume
titib andere bedeutende Theile gehören
dem russischen Schisma ober dem Islam
an. Die Zahl der katholischen Christen
in Asien ist verhältnismäßig gering, wie
aus folgender Zusammenstellung hervor
gcht:.
Arabien
Ganze Bevölkerung. Kathslike«.
Pcrsien
Pfllt 26,000,00».
800,OtO
700,000
Sununa
Näch tief* Angaben zähtt Asien wehr
als Doppelt so viel Einwohner als ganz
S3unb=
t«ib Südamerika uttb Eurcpa zu­
sammen genommen. Wahrend ttämüch
in Amcrilö und Curopv zusammen nur
:)82v663,C00 Menschen leben, wohnen in
dem grcheii AßM 6«?^ ,800,000
MMckM, MÄ Sotiitilet HM
den Pch
11,1166,060 MßMMe Mristck.
WitGMWWch
MwCWs
Gemeinnützige Kenntnifse.
Afrika. Höchst interessant ist für
den Beobachter der afrikanische Men
schenstamm. In ganz Mittelafrika herrscht
i s i n a z u S s i z e i e i o
s ch e Menschen, art, die sich durch
schwarze Hautfarbe und krauses Haar,
sowie durch die Eigentümlichkeiten des
Knochenbaus am Kopfe und selbst
des Nervenbaus von den übrigen Erdbe
wohnern unterscheidet, aber je weiter nach
Süden zu in den Nebenartender Kaffern,
Hottentotten :c. :c. übergeht. Im gan
gen nördlichen Afrika bis nach Abyssinien
und bis in die Nähe des Senegal herrscht
i e k a u k a s i s e e n s e n a
vor, während die Emgebornen der ostas
rikanischen Insel Madagascar meistM a
a y e it sind. Eindringlinge sind Araber
und Europäer, die beide in verschiedenen
Arten sich fortgepflanzt und mit den Em
geli innen vermischt haben. Sämmtliche
Völkerschaften Afrikas, die vielleicht 150
Mill. Individuen in sich begreifen, las
sen sich auf 5 Hauptstämme zurückführen,
nämlich den Neger-, Berbern-, ägyptisch
abyssinischen-Madagassen- und Araber
Stamm. Die Juden sind vorzugsweise
in der Berberei, Aegypten und Abyssinien
and zwar in großer Anzahl zu triffen.
Die abyssinischen Juden werden Fala
schas genannt und haben manchesEigen
thümliche, wodurch sie sich von den Ju
den in andern Ländern unterscheiden. So
verehren sie z. B. die Jungfrau Maria
und mehrere Heilige, sprechen weder He
-britisch, noch eine mit dem Hebräischen
verwandte Sprache, und behaupten zur
Zeit Solomo's und Rehabeam's einge
wandert zu sein. In den Colonien, den
bedeutenden Hondelsplätzen und auf den
meisten afrikanischen Inseln sind die Eu
ropäer sehr zahlreich, theils Hauptbevöl
keruug. Die Hauptsprache im ganzen
Norden und bis zum Joliba ist die ara
bische die Berber- und die Shellnhspra
chen herrschen in der Berberei und. am
Atlas. Die Mandingosprache ist vom
Senegal bis zum Joliba die gewöhnliche
an der Westküste spricht man ei» verdor
benes Portugiesischem den Habeschlän
dern die Tigree- und Amharasprache.
Unter allen den 80 Sprachen der afrika
nischen Völker, die wir bis jetzt kennen,
zeichnet 'sich die Fnlasprache, die im Sit
ladialekie ans der tzierra-Leone gespro
chen wird, durch ihre Lieblichkeit aüs.
Wie die Sprachen, so verschieden ist auch
die Gottesverehrung. Das Christehthum
ist nur an wenigen Orten herrschend, an
mehreren allerdings geduldet und es sol
ten nach den neuesten Angaben der rö
misch-katholischen Kirche 4,000,00.0, der
griechisch-katholischen 10,000 und der
protestantischen 185,000 Bekenner ange
hören, während 3,000,000 dem armeni
schen und koptischenBekenntnisse zugethan
sind. Der Islam herrscht vorzüglich in
den nördlichen Provinzen und an der
Ostküste und mag im ganzen Erdtheile
56,000,000 Anhänger haben Juden, fast
überall verbreitet, .sind vielleicht 700,000
ifln her Zahl die übrigen Afrikaner sind
rohem Heidenthume ergeben, welches nrii
den schauderhaftesten Grausamkeiten ge
paart ist. Menschenopfer zu Tausenden,
um hie Königsgräber mit ihrem Blute zu
besprengen, sind sehr gewöhnlich Kriegs
gefangene werden geschlachtet, "um d«
Manen derim Kampfe gefallenen Krieger
zu versöhnen das dgmpfenVe Blut des
Geopferten wird aus Kürbisflasche» ge
trunken, das rauchende Herz den Amste
ihenden preisgegeben. In einigen Gegen
den wurde noch vor Kmzcm oder wird:
.noch jetzt MenschMlMch^sfentlich auf
bcjßt Markte verkauft und Sklaven wW
:den den, SHlachthäusern gemästet.
UHrigevA bMen die Neger
HWme MKttisGaste« mtd sipd W
?geMge^MWrMe chen so empfanA^ich
WSMchiWMkOi» AM
schickt, wie nur irgend ein Volk auf der
Erde, was sich besonders da gezeigt, wo
das Christenthum Eingang gesunden hat
und lebendig aufgefaßt worden ist. Es
ist aber auch eine unbestreitbare Wahr
heit, baß auf feine andere Weise ein Volk
wahrhafter und gründlicher aus seinem
rohen und verwilderten Naturzustände ge
hoben zu werden vermag, als durch die
Einführung des Christentum^. Es wird
hier zwar nicht in Abrede^ gezogen, daß
Handel, Gewerbe und Künste ebenfalls
viel zur Bildung eines Malkes, beitragen
allein die Hauptsache bleibt immer das
Christenthum und die Kirche mit ihren
Segnungen, welche so entschieden den
Vorzug vor Allem haben, wodurch man
ein Volk sonst cultiviren und bilden will,
daß sich dieß nur von völlig unwissenden
oder absichtlich Uebelwollenden ableugnen
läßt. Deshalb sendet die katholische Kir
che auch ihre Glaubensboten in Afrifa's
entferntesten Länder, wo sie unter allen
Entbehrungen, Entsagungen titib Verfol
gungen die reine e.h e Jesu Chri
sti auszubreiten suchen. Auch die angli
kanische und protestantische Kirche senden
ihre Missinäre zahlreich aus und wirken
für die Verbreitung des Evangeliums.
In Hinsicht der Lebensweise hat Afri
ka, ebenso wie Asien, nicht blos ansäßige,
sondern auch nomadische Völker. Acker
bau, Viehzucht, verschiedene Gewerbe, z.
B. Gerberei, Weberei, Färberei, Metall
arbeiten, Jagd, Handel, bilden die vor
züglichsten Erwerbszweige. Eigentlichen
Kunstfleiß trifft man blos auf der nördli
chen Küste unter den Mauren (Arabern.)
Der Handel ist größtenteils Tauschhan
del und geschieht im Innern allenthalben
buch Karavanen mit Kameelen ober wo
dieses ificht vorkommt, mit Ochsen oder
auf den Flüsseiz. Die Züge der Karava
nett müssen sich in diesem Wüstenlande
nach den Oasen und Quellen richten.Die
Vir oder Brunnen sind hie Lagerorte der
Karavanen. Als Haupthandelsplätze gel
ten im Norden Murzuk in Ftzzan, süd
östlich davon Borgu, Wara und Kobbe
für die Darfur-Karavanen. Eine andere
große Straffe führt von Murzuk west
wärts nach der Oase Tuat und von hiefc
andere, theils zum atlantischen OzeaN
theils siidlMj naH Timbuktu und von da
südwestlich nach Senegambien, so wie
nordwestlich zur atlantischen Ozeanküste
nach Argtiin eine anbete Straße führt
endlich von Murzuk burch bic lybiW
Wliste nach'Aegypten. Der auswärtige
Hanbel ist in den Händen bet CuropäK
und Nordamerika «er an der Ostkuste
nehmen anH Araber urid Zndier Päran
Theil.
Was die Regieruugsformen betrifft, sv
sind sie nach der Cirltur der Völker ver
schieden. Als einigermaßen geordnete
Staaten kann man Aegypten, Tunis,
Tripoli und Marokko ansehen, a'uch sind
Algier, das Copland und die meisten eu
ropäischen ColotUkN in Afrika hierher
rechnen. Im UOrigen aber herrscht Des
potisrnus oder vMige Verfasiungslosig
feit und der roheste Nckturstand.—
Im höchsten Atterthume Blühten in
Afrika einige Keiche, Seren Ungeheure
Bauwerke sich NMiAnMrn als Zeugen
einer hohen Cultür nbch heüti zeigen. Zu
jenen gehörten namentlich Aegypten unb
weftiich von ihm die zuiti Theil berühm
tes LWder LtzbieA, Kmthago,' Uimiidien
und Sieutitonten, wo jetzt Bare», Tunis,
Al^tib unb Marokw sich besinnen. Eiltet
bcsrMern ErtvalMÄg verdient das von
de« PhönizGrn—dtt Sage nach—durch
Wdo gegründete Karthago, das sich durch
seinen Handel, seine Einrichtungen Md
seine Kämpft mil den Römern hohe de
schichjliH? BedeVtWg «wUb» aber durch
e i n e O W U n e
Sang herbeiführte. Der römische Feldhert-
Ms Stadt
uafe Machte dM» OebiK rSmischen

mio. B.
Provinz, Sie den Namen Afrika propia
führte. Aber auch
über
die andern
der der nordafrikanifchen Küste Weiteten
die Römer ihre Gewalt aus und schufen
dieselben zu römischen Provinzen um.Als
bie Vanbalen zur Zeit ber Völkerwan
berung auf ihren Raubzügen nach Ndüb
afrika kamen, veränderten fie,beffejt|wl^
tische Zustänbe unb grünberten auf Kar
thagos Trümmern unter ihrem KöSige
Genserich das mächtige vanbalische Reich,
welches ein Jahrhunbert bestand, woraus
es im Jahre 533 nach Christus durchM?
lisar betn öströmischen Reiche unterroor
sen würbe, bem auch Aegypten angehikM.
Eine neue Gestalt erhielten bie norda^ki
kanischek Lander aber burch basVordnn
gen der Sarazenen im siebenten Jahr
hundert. Diese brangen nicht blos als
obernbe Krieger, fondern auch in grohen
Colonistenfchaaren ein, und drückten fe
ber ganzen Bevölkerung den Stempel des
arabischen und mohamedanischen Charak
ters aus. Ihre Herrschast verbreitete hier
den Mohamedanismus, gründete viele
große Städte, von deren Pracht noch
Trümmer Zeugniß geben, verfiel aber ge
gen das Ende des neunten Jahrhunderts,
wo sich in allen Provinzen die Stadthal
ter nach unb nach selbstständig mochten.
Seit bem Anfange bes sechszehnteNJahr
hunberts gelangten bie Türken allmahkig
in den Besitz Norbafrikas, zunächst Ae
gypten, bann der Berberei, mit Aüsnah
me von Marokko, welches unter eigenen
Fürsten seine Unabhängigkeit behauptete.
Auch Abyssinien hat seine Selbstständig
keit zu behaupten gewußt.
Der übrige, bie GesarnrntgrüHe der be
zeichneten norbasrikanischen Reiche M's
Zehnsache übertreffende Theil Afrikas,
blieb bis itt-'s fünfzehnte Jahrhundert
betn politischen Schauplatze ganz fremd
unb ist es noch heute zun! größern Theile.
Mit ber Umfchiffung Afrikas durch Vas
CD da Gamo im Jahre 1498 ward das
Innere Afrikas keineswegs bekannt, son
dem nur der Weg, mit diesem abgeschlos
senen Erdtheil naher bekannt zu wetden,
angebahnt. Eine neue Zeit für denWelt
handel war angebrochen. Schließlich be
merken wir Noch, daß seit jener Zeit Por
tugieseN, Spanier, Franzosen, Holän
der, Engländer und Danen Niederlassun
gen auf Afrikas Küsten gegründet und
daß die FrüNzosen 1830 Algier erobert
haben.
Afrikanische Bauberrcn,
ein
in Berlin 1756 gestiftete Berein nr-n
Freimaurern für die 'Geschichte der Man
rerei uttb der geheimen Gesellschasten,
.bestand nur bis 1786.
Afrikanische Bischöfliche
Methodisteukirch?
einer Re^ligionsgesellschast in den Ver,
St., die nur aus farbigen Mitgliedern
besteht und ihren Ursprung aus dem3Bot
urtheil nahm, das die weißen Mitglieder
derMethodistenkirche gegen die Neger hat
ten. Diese Neligionsgesellschqst hat sich
durch freigelassene Sklaven stark vermehrt
und zählte im Jahre 1869 gegen 200000
Mitglieder,
Afrikanische Gefrlischaf», cm
1788 zn London gestifteter Verein, dtsseii
Zweck die Erforschung des Jnnirn von
AMa mit Rücksicht ans die englischen
Handelsintereffen und gkeichMtig die
Civilisation der Neger ist.
.Agabos, Prophet zur Zeit deiApo-
fiel, angeblich einer der 72 Jünger und
Märtyrer zu Antiochia er weissagt? da
selbst eine große Hungersnoth im römi
schen Reiche und die Auslieferimg des
ApoMs.PWlus pn die Heiben. Beides
traf feig, im Jahre 44 noch Chrjstus Tag:
13 Wtudr7 5|!lt Griechen': 8
i', »»»4
ls|i#vs#eir-

RuWßche Bes. 9,000,00» 660,000
TürlWe,' 16,000,000 500,000
4,000,000
4,600,000 200,000
Asghamstüll «Herat 4,coo,coo 260, coo
Vctudschischstan 2,(00,000 200,000
u rtljlanod.Tartlrrei^MSM^ 400,000
China $60,000,000*) 2M0M0
Japan 86,000,00»
BlÄGchcs HMv.m,ooo,oco 1,200,000
OMdicn t-.Iuftln *7,000,000 6,000,000
And«zrcThcillAf!e»iS L0,000,0C0 £00,000
6*74,600,000 11,650,000
ist ber Name

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