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Ohio. [volume] (Pomeroy, O. [Ohio]) 1873-1874, July 03, 1873, Image 4

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PomeroyO. den 3 Juli 1873.
Wahrheit und Recht.
„Recht" ist die bestimmte feste Form
Für irgend eine Wahrheitsnorm,
Und „Wahrheit" allgemeines Rechts
Wenn ein's das and're in sich trägt.
Drum rechte Wahrheit, w ah res Recht
Der beste Mann mit Treue Pflegt.
w
W e s e e W i
versenden unsere Wechselblätter von jetzt
ab portofrei und ersuchen dieZeehr
ten Redaktionen, die das Taufchverhält
niß fortsetzen wollen, ebenfalls ihre Wech
felblätter an uns portofrei einzusenden.
0
03m
sPM- „Kleiber für Herren von
ausnahmsloser Größe kann man
im New Aork Kleider Geschäft
bekommen."
SM" Auf das Morgen am 4 Juli
stattfindenede Unabhängigkeits-Fest im
Freien, welches auf dem Corthaushügel
zum Besten der katholischen Schule der
anstaltet wird, machen wir alle Deutschen
aufmerksam. Wir wünschen, daß sich
unsere Freunde bei diesem Feste zahlreich
einfinden mögen. Männer, Frauen und
Kinder, alte und junge Leute, alle sind
eingeladen. Aber Störenfriede und Un
ruhestifter mögen sich fern halten, denn
zwei handfeste Männer werden angestellt,
um jede Unordnung 'sofort zu unter
drücken.
WS-Der junge John Mahoneyaus
Missouri, der hier in Danger Woche tobt
krank von der Straße ausgehoben und in
die Wohnung des Herrn Clauter gebracht
wurde, befindet sich noch immer in einem
kritischen Zustande.- Wir hohen während
der verflossenen Woche Sorge getragen
daß es ihm an der nöthigen Pflege nicht
gefehlt hat und werden so viel möglich
auch in der Zukunft thun.—Es zeigt die
ser Fall aber neuerdings, wie nothwen
dig für Pomeroy ein Krankenhaus wäre,
Tfco jeder, der sonst keine Pflege undWar
ivng ftnb.et, aufgenommen werden könn
te.1 Man Hot hier im letzten Jahre große
Projekte gemacht mit der problematischen
Straßenverbeßerung, man hat die Stadt
mit $100,000 Schulden für diesen Zweck
belastet, zahl'reicheGrundeigcnthümer sind
durch-diese sogenannte Verbesserung in
Schaden geratheu, und das Alles soll,
wie mau sich erzählt, geschehen 'sein, da
mit eine projektive Straßeneisenbahn an
gelegt und so für Privatzwecke Geld ge
macht werden konnte. Durch das „Schlip
Pen", das immer noch andauert, ist das
Alles nun freilich unmöglich geworden.
Wir wollen mit der Anführung dieser
Tbatsachen, die in Jedermanns Munde
liijd, Niemanden einen Vorwurf machen,
denu die vernnglückteStraßenberbesserung
ist ntchT absichtlich und auch nicht durch
f^ahrlässirgkeit geschehen, fondern das
Erdrutschen, das die Mauer in denOhio
sluß warf und die Fundamente unter vie
leu Däusern siuken machte, war im vor
aus nicht jit sehen. Allein das möchten
wir unseren Mitbürgern zu bedenken ge
ben daß dort keine zweckmäßigeStadtver
Waldung herrscht, wo man dem Volke
$1C0,000 aus der Tasche nimmt, um sie
in den Fluß zu werfen und wo zugleich
ein todtkranler Mitmensch Hülflos auf der
5haste liegt, ohne daß irgend wie von
5e:te
der Stadt Einrichtungen getroffen
wären, einen solchen Menschen unterzu
brii' icn und Sorge dafür zu tragen. Wir
luifcc-t außer dem Coiiuty-Armenhails
kein' einzige Wohkthätigkeitsanstalt in
Porneroi) unter 6000 Einwohnern und
in Meigs County, das 35 Quadratmei
len mit 32,000 Einwohnern zählt! Al­
lenthalben in civilisirten Gegenden trägt
m/nSorge für verlassene Kranke und für
Waisenkinder. Wenn dieses auch nicht
'immer ossiciell geschieht, so wird doch von
ofsicieller Seite Anstalten, die sich diesen
Zweck setzen jeder Vorschub geleistet. Hier
in Pomeroy ist ganz und gar_ »ichts für
diese Zwecke geschehen, alles ist rein der
Privatwohlthätigkeit überlassen! Ein
Grund, warum man hier unter einer Be
völkernng von 6000 Seelen "betn ersten
Gesetz des Christenthums, d.er Nächsten
liebe, die sich in der Sorge für verlassene
Kranke und Waisenkinder kund gibt, so
wenig Aufmerksamkeit geschenkt hat, liegt
wohl in dem Umstände, daß sich in Po
meroy neben der katholischen Gemeinde,
die 1500 Beelen zählt, noch 17 andere
Kirchen mit 1
2 verschiedenen Religionen
befinden. Bei dieser Zersplitterung und
der Gehässigkeit, die von manchen Seiten
noch zur Schau getragen wird, war es
natürlich unmöglich gemeinsame Wohl
thätigkeitsanstalten hier in's Leben zu ru
fen. Trotzdem aber hoffen wir, daß der
bei weitem größere Theil unserer Mitbür
ger die Nothwendigke.it erkennen wird
daß wir eine Anstalt in unserer Mitte
haben, in welcher alle verlassene Kranke
und Waisenkinder Ausnahme finden kön
nen. Wir sind bereit die Hand zu bieten,
zur Errichtung einer solchen Anstalt,
wenn man nns von allen Seiten dabei zu
Hilfe kommt. So verlangen wir Zur Er
richtung eines Zufluchthauses, in welchem
Kranke aller Confessionen oh ne
Unterschied Aufnahme und die 'be
ste Pflege finden und in dem auch ver
lassene Waisenkinder erzogen werden
sollen, weiter nichts, als daß man uns zu
diesem Zwecke ein passendes Grundstück
und Gebäude mit Einrichtung verschaffe,
Für das uothige Personal, barmherzige
Schwestern, die sich dem harten Werke
der Krankenpflege und Kindererziehung
aus Liebe zu Gott und ohne alle Ent
schädigung unterziehen, wollen wir Sor
ge tragen. Wir empfehlen diesen Vor
schlag allen unseren Mitbürgern und be
sonders den Wohlhabenderen zur Beach
tung. Wenn dieser Vorschlag, zu dessen
Ausführung wir sicher den schwersten
Theil auf uns nehnteti, sich verwirk
lichen sollte, dann würde sich zeigen, daß
noch echtes 'Christenthum unter uns
herrsche. Nur durch allseitige Mitwir
kung ist die Ausführung dieses Vorschla
ges möglich, darum bitten wir im In
treffe der leidenden Menschheit 'nochmals
alle unsere Mitbürger uns znr Außfüh
ruug diesesVorschlags behülfliH zu sein.
Nachdem Obiges schon gesetzt war,
erfuhren wir, daß die StadtPomeroy vor
2 Jahren schon ein Krankenhaus einige
Meilen von hier erbaut habe. Das Ge
bäude ist errichtet, aber benutzt ist es bis
jetzt noch nicht! Also wieder ein verun
glücktes Projekt unserer Stadtverwal
tung! Diese Thatsache aber zeigt gerade,'
wie wahr es ist, was wir oben sagten,daß
nämlich der schwerste Theil in der Er
richtung eines solchen Instituts darin be
steht, die richtigen Personen zu finden,
die sich dem schweren Geschäft der Kran
fenpflege freiwillig aus christlicher Liebe
unterziehen, die sich nicht scheuen vor der
Cholera oder vor den „Smallpox", die
nicht fragen,'wer bist du und was glaubst
du? oder welchem geheimen Orden ge
hörst du an? sondern die in jedemLeiden
den ihre« Mitmenschen sehen. Nur solche
Krankenpflegerinnen können eine zweck
mäßige Anstalt im Stande halten.
Am 4 Juli wird an der unteren
Brauerei ein großartiger Ball veranstal
tet, wobei es an guter Musik nicht fehlt
und die beste Ordnung gehalten werden
soll.
Briefkasten. M. I. Athens Co. Bringe»
Sie das Bewußte 2.
gHBT* Wieder ist ein kleines Kind
hier arg gebrannt worden. Ein Ge
schirr mit heißemKasfee fiel gestern auf die
Brust des Kindes vom Peicr Reinhart
und die dadurch verursachten Brandwuu
den sollen gefährlich sein.
—:——.
Ein Herr, der Mitglied des
Freimaurerordens ist, beschwerte sich ge
stern bei einem Abonnenten unseres Blat
tes darüber, daß wir über das Johan
nessest der Freimaurer in Pomeroy einen
Artikel gebracht hatten und sagte dabei,
daß wir unser Wort nicht gehalten hät
ten, dctlvir ja gesagt haben sollten, wir
wollten über religiöse Fragen nicht schrei
ben. Die prompte Erwiderung des Abon
nenten aber war: „Ihr Freimaurer habt
ja keine Religion." Wer hat nun Recht,'
der Abonnent oder der Freimaurer?
Spiritualiften-Leichtglgu
bigkeit.
Ein Herr der sich „Witneß" nennt sen
det dem.„Meigs County Telegraph" ei
nen Artikel über den Geisterseher Hum
bug, der kürzlich hier in Pomeroy statt
fand. Dieser Mann glaubt steif und
fest an wirkliche Geisterei bei dem Vor
gange. Seine Gründe sind folgende:
Erstens sind übernatürliche Vorgänge
möglich, weil sie in der Bibel erzählt wer
den, zweitens kann sich Witneß das Be
nehmendes „Mediums" auf natürliche
Weise nicht erklären, also nuiß es über
natürlich sein, so schließt er. Wie die
meisten Menschen bleibt aber Witneß am
Anfang der Frage stehen. Erstens folgt
daraus, daß übernatürliche Vorgänge
überhaupt möglich sind, noch nicht, daß
der fragliche Vorgang übernatürlich war.
Zweitens sind alle iu der Bibel erzählten
übernatürlichen Vorgänge zu dem Zwecke
geschehen, um die Menschen zu belehren,
zp besseren oder zu warnen, aber niemals
gegen ein Eintrittsgeld. Daran scheint
aber Herr Witneß ganz und gar nicht
gedacht zu haben Der Zweck war offen
bar kein anderer bei der ganzen Geschich
te, wie der bei einer gewöhnlichen „Show",
das heißt Geld zu machen. Es ist aber
fast Gotteslästerung, anzunehmen, daß
Gott einer Person für einen solchen Zweck
übernatürliche Gab?n verleihen sollte.
In der Apostelgeschichte VIII. 20. spricht
Petrus zum Simon: „Dein. Geld sei dir
zum Verderben, weil du meintest, die
Gabe Gottes zu bekommen für Geld!"
Und doch meint Witneß, daß Gott jetzt in
Pomeroy.einem Weibe' die Macht ver
leihe für Geld Geister zu sehen, denen
sie nichts als Dummheiten sagen läßt!
Wer sieht da nicht die Verirrung und die
Leichtgläubigkeit im Reiche des Betruges?!
„•»»«».
James von Rothschild äußerte
eines Tages: er wisse immer, wenn Leute
von seinen Glaubensgenossen sprächen,
alsbald, ob diese reich seien oder arm.
Auf die Frage: wie er denn dies erkennen
wolle, erwiderte er: „Jennn, sehen Sie,
wenn Jemand mit mir von einem reichen
Mann meines Glaubens spricht, so nennt
er ihn einen Israeliten ist aber mein
Glaubensgenosse arm, fo heißt er ihn
schlechtweg einen Juden."
a s a u e i k a u i s e e n i e a i
than genannt, ist von dem Staatsseuator
Tain tzlack von Wisconsin auf einer Tour in
den noch sehr wenig erforschten Hegenden uördlich
vom Superio-See in großen Heerden angetroffen
worden. Haut, Fleisch und Fett dieses Thieres
ist sehr werthvoll. Dasselbe ist wie das europäsche
Rennthier mit einem schaufelförmigen Geweihe
versehen, stark und gedrungen gebaut und erreicht
ein Gewicht von 400 bis 500 Pfund. Gezähmt
ist es als Milch und Zugthier wohl verwendbar.
Es kann vor einen leichten Schlitten gespannt,
in 24 Stunden L00M eilen zurücklegen. Früher
wurde es im Norden von Maiae bei der Be
förderung der Post benutzt.
s Berfmnmlmtg
Am Sonntag den 6ten Juli 1873 Nachmit
tags um U'2 Uhr hält der deutsche römisch-ka
tholische St. Josephs Unteijtüjmngs Verein sei
ne regelmäßige monatliche Verlaminlnng im
Schulhause. Da schr wichtige Geschäfte vorlie
gen, so sind alle Mitglieder freundlichst gcbetcii
dabei pünktlich zu erscheinen.
Joseph Conde,
Präs.
Sekr.
Pomeroy
NATiONÄL-BÄM
in Pomeroy, B.
Kapital-Stock: $200,000.
Direktoren:
Horace S. Horton, Präsident.
A. £). Brown, Geo. W. Moredock,
Geo. Eiselstein, W. H. Remington,
V.B.Horton, -Philip Schreiber.
Alle Sorten Ver. Staaten-Botids werden an*
gekauft und verkaust. Für Gold und Gold
coupons wird der höchste Marktpreis bezahlt.—
Interessen werden bezahlt für alle Zeit-Depo-
fiten. Wechsel aus England, Deutschland,
Frankreich und Irland zu den billigsten Kursen.
Kollektionen auf alle erreichbaren Punkte
werden prompt besorgt.
IM" Office offen von,9 Uhr Morgens an.
I. S. Blackaller,
Cassirer.
Leihbibliothek
Her katholischen Gemeinde
zu Pomeroy, O.
Diese Bibliothek zählt gegenwärtig 290,
Bände der beliebtesten deutschen und 80 Bände
englischer Nnterhttltungsschriften, Die Zahl bei
Bücher wird fortwährend vermehrt. Jedermann
kann aus dieser Bibliothek unter den unterstehen
den Bedingungen Bücher zun» ii'cscn Kihweise
erhalten. '.*
Regelq.
1. Alle Bücher der Bibliothek sind Eigcnthnm
der katholischen Gemeinde zu Pomeroy, O.
2. Mitglieder der Gemeinde und andere Per
sonen können Bücher aus derBibliothek zum Le?
sen erholten,'wenn ihre Namen in day Verzeich
nis?-'eingesch riebe» sind.
3. Das Einschreiben kostet für Mitglieder der.
Gemeinde Hl..00 'für ändere Personen H2.00.
4. Für-jcdes Buch sind zwei Cents zu bezah
Int. Eine.Person kann jedesmal nnr e i
n Buch,
erhalten.
6. Die Bibliothek befindet sich im katholischen
Schulhause und ist offen an allen Sonntagen
Nachmittags nach dem Gottesdienste um
S4
Uhr.
6. Niemand darf ein Buch länger als einen
Monat behalten. ......
7. Wer ein Buch nach' einem Monat nicht
zurück bringt, muß für jede Woche darüber 5
e n s S a e z a e n u
8\- Wer ein Buch verdirbt, oder verliert muß
den darin bemerkten Preis dafür zahlen.
9. Wer ein Buch ans der Bibliothek kaufen
will, kann eö gegen Zahlung des darin bemerk
ten Preises erhalten.
10. Diese Regeln können vom katholischen
Pfarrer nach Bedürfnis verändert werden.
Sugar lun
Womeroy, K.
Diese Mühle ist jetzt im besten
Gange und mahlt für Kunden an
allen Werktagen.
Mshllohn:
Weizen.........
Ein Zehntel.
Corn und Chop.... Ein Achtel.
Mehl und Futter wird kostenfrei
in's Haus gebracht nach
POMEROY & MIDDLEPORT.
83F" Für alle Arten Körnerfrüchte wird der
höchste Marktpreis bezahlt.
IX E.
JACOBS.

Die Ohio.
Heinrich Neutzling,
MODEL MILLS

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