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Ohio. [volume] (Pomeroy, O. [Ohio]) 1873-1874, July 10, 1873, Image 1

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Rev.
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(Inland.)
A e n s, £.% Juli.Die verheerend
ste Aeberschwemmpng, welche man je in
diesem Thale erlebt, hat dasselbe heimge
sucht. Der Hockingstuß, welchdr schon
hoch stand, stieg während der Nacht des
Freitages mit eilten Fuß in der Stunde.
Gestern Nachmittags' um 3 Uhr erreichte
er den höchsten Stand und um zehn Zoll
höher, als er je seit tiein Jahre 1847 ge
stiegen war. Von allen Richtungen lau
fen Meldungen von ungeheurer Zerstö
rung an Eigenthum cht, aber es bedarf
derer nicht, denn das ganze reiche Thal
von Carrol bis Hockingport am QHio,
mit seilten breiten Niederung und feucht
baren Feldern ist in einer Breite von acht
Meilen von Hügel'zu Hügel verwüstet.
Die Weizen- und Haferfelder sowie das
Gras sahen noch am Freitage so schM
aus und versprachen einen ungewöhnlich
großen Ertrag. Das Welschkorn war
noch ein wenig zurück. jedoch viel tier
sprechend. Heute würde man die ganzen
Eriidteaussichten dieser Ländereie'n nicht
für zehn Dollars verkaufen können. Ru
in ist unausbleiblich.' Ein Farmer in
dieser Gegend schätzt seinen Verlust auf
.$10,000 unH andere kömmen eben so
schlecht fort.
Milwau ke.c, 5. Juli. Aus Fond
du Lac, Wisconsin, wird gemeldet,' daß
ein furchtbarer Orkan den Getreidefeldern
in Green Kakd -, Fond du Lac- und She
boygon-Cymtties ungeheuren Schaden
zugefügt hat. Der Sturm bewegte sich
vom Nordwesten nach dem Südosten und
nahm c.inc Breite von etwa 5 Meilen ein,
und warf in seinem Laufe Bäumc, Scheu
tteit und Zäune zil Boden. Je Fond du
Lac City wurden mehrere Häuser abge
deckt. An d^r Milwaukee- und Northern
Eisenbahn wurden so viele Bäume ent
wurzelte, daß die Züge bedeutend verspätet
wurden. Es mußten über achtzig Stück
vom Geleise entfernt werden ehe'die Züge
wieder Igufeit konnten.. Der Locomotiv
fiihrcr eines Personenzuges sah den Or
kan herankommen, wandele jedoch eine
solche Äainpfkraft an, daß er von dem
selben nicht eingeholt wurde. Hunderte
von Ackern von Getreidefeldern sind von
dem Sturme vernichtet worden.
lieber unsere StaLt brach gestern um
Mittag ein,.furchtbares Unwetter herein,
lu ähveud die Feier oes 4. Jnli int. vollem
Gange war.
Pitt
sb u g, Pa., 7, Juli. Am
Samstag Nachmitag entgleiste aus dem
Bahnhofe der Connellsviller Eisenbahn
Compagnie cine Locomotive während sie
•in die Remije einfuhr. Der. Ingenieur
öffnete das Ventil, damit sie wieder aus
das Geleise gelange, aflein Plötzlich wur
de sie von der Gewalt des Dampfes in
die Höhe gehoben, wobei sie den Haupts
Pfeiler des Gebäudes hinwegriß, woraus
das ganze Dach prasselnd herabfiel, ciliar
glücklicherweise Niemanden beschädigte.
Vier in in der Remise befindliche Lokomo
tiven wurden beschädigt. Der am Ge
Milde und an denLocomotiven angerichtete
schaden wird auf ^13,600.veranschlagt.
Atlantic City. 6. Juli« Rev.
Kelley v.ou der St Michaels Kirche bade
te gestern und wurde tut Wasser von ei
nem Schlaganfalle getroffen. Pater Kel
ly war ein tüchtiger Schwimmer undHül
feleistung war augenblicklich zur Hand,
erwieß sich indessen wirkungslos und der
Bewußtlose verschied, ehe er aus den
Strand gebracht werden konnte. R.I.P.
Columbus, O., 5. Juli. Dieletz
teu Stürme habön die Feldfrüchte schwer
beschädigt. Theile des Geleises der Ho
cking Valley Eisenbahn zwischen Lanka
ster und hier sind lheils weggerissen theils
überschwemmt. .Telegraphenstangen sind
niedergeworfen uud der Verkehr auf' der
Bahn mußte zeitweilig eingestellt wer
den.
aß die richterliche Würde
nicht allein im hinterwäldlicheu Westen,
sondern auch in dem angeblich mehr von
der Cultur beleckten Osten zuweilen aus
ganz sonderbare Weise ausrecht erhalten
wird, davon erzählt die N, A. Sun kürz
lich ein „schlagendes" Beispiel. In
White Plains, N. P., wurde ein Anwalt
Namens Hyäte vor Richte. Long beschie
den, um die Gründe anzugeben, warum
er ein Zimmer über einem Putzmacherin*
den, das er als Office benutzte, nicht räu
men wolle. Der Angeklagte verlangte die
Vertagung des Falles, und als ihu de
Richter nach dein Grund seines Begehrens
srng, erwiderte er, er wolle Zeit erhalten,
um seine Verteidigung arrangiren zu
können. Hierauf äußerte der Richter, der
Angeklagte wisse gut genug, daß er sich
nicht vertheidigen könne und er sei ein
Lügner. „Sie sind ein—Schurke!" schreit
hierauf Herr Hyatt den Richter an.
„Schurke genug, um Sie gehörig durch
zuwalken," entgegnete Richter Long zu
gleich steigt er von der Richterbank herab
und wkrst den Advocate« zur Thüre hin
aus. „Sehr leicht und angenehm für Sie,
in der Office tapfer zu sein," ruft der
Hinausgeworfene zurThüre herein, „kom
titett Sie einmal auf die Straße heraus,
und ich will Sie mit gleicher Münze be
zahlen." Der Richter spaziert nach der
.Straße hinaus, gefolgt vom Pölizeichef
und einer Schaar kleiner Jungen. „Ge
hen Sie fort, schlagen Sie mich nicht, ich
bin ein Advocat nnd kein Raufer!" schreit
der zuvor so kampflustige Herr Hyatt.
„Ich' dachte, Sie wollten sich schlagen,"
entgegnete ihm der Richter. „Well," ist
die Antwort, „wenn Sie sich raufen wol
len, dann hauen Sie einmal zu, ich prü
gele Sie dann ganz sicher." Der Richter
rückt hierauf dem Advocaten zu Leibe,die
fer aber nimmt schleunigst Reißaus.
(5 me Stunde später sah man gegenü
ber det Office des Richters mit einem
Gesetzbuch unter dem einen und einem
Bündel Manuscript unter dem andern
Arme auf der Straße den Advokaten, wo
er Jedermann erzählte, er habe einenVrr
hästsbefehl gegen den Richter wegen thät
lichen Angriffs erwirkt. Richter Long da
gegen fühlt, sich sicher im Bewußtsein, die
Würde 'des'Gerichts aufrecht erhalten zu
haben.'
Ein WscheZtSlatt für Wahrheit mch Mecht.
tz«chr 1. Pomeroy, D. den 1fr 3tili 1873. No. u.
Wochenschau.
Wochenschau.
(Ausland.)
Haag, 3. Juli. Die holländische Re
gierung stellt die Berichte, daß sie mit der
atchinesischen Regierung Fncdeit^mtter
Handlungen angeknüpft habe in Abrede.
Auf Ermächtigung hoher Beamten witd
verficht, Äaß Vorbereitungen zu einer
neuen Expedition gegen Atchin getroffen
werden. Mehrere große Kriegsschiffe sind
ausgerüstet worden, und werden bald be
reit sein in See zu stechen, um die jetzt
auf Sumatra befindlichen holländischen
Truppen zu unterstützen. Die Kampagne
gegen Atchin witd mit Eröffnung der
Schiffsahrt wieder beginnen.
Madrids 5. Juli. Die Regierung
ist entschlossen, die Insurrection der Car
listen um jeden Preis zu unterdrücken.
Sie wird eine Proklamation erlassen,
worin dieselben aufgefordert werden,
sichi
binnen fünf Tagen zu ergeben. Sollten
sich die Carlisken nicht fügen, so whrde
man die von ihnen besetzten Distrikte um
zingeln und entscheiden gegen sie vorge
hen. (Wie hatßt?)
Barcelo n
a, 7. Juli. Pie Carli
stert herennett die 37 Meilen von hier ent
sernte Stadt Bich.
Wie das räü nsbe rg er
Kreisb a mittheilt, scheint auch in
dem dortigen Kreise das „AuZwande
rungsfieber" einreißen zu wollen.
Venedig, 8. Juli. Officiell wird
das Ausbrechen der Cholera in unserer
Stadt angekündigt. Die Sanitätsbehörde
wird durch tägliche Bulletins über' den
Verlauf-der Krankheit Auskunft geben.
A u s o s e n. Der Oberin des in
dem Dorfe Nberwilda befindlichen Kld
sters ber Frauen vom h. Herzen Jesu
wurde zufolge der Pofener Zeitung vor
einigen Teigen von der königl. Regierung
bekannt gemacht, da^ die Genossenschaft
ihre Ordensfunctionen einzustellen und
sich bis zum 1. November d. I. aufzulö
sen habe.
Frankreich 'und Spanien sind vollkom
men einig, den Beschlüssen der ital. Re
gierung über die fremden Klöster in Rom
ruhig zuzusehen, da von dem Beschlüsse
bis zur Ausführung noch eilt gewaltiger
Schritt sei. Sollte aber das Confiskati
ons- Gesetz dennoch, in Wirksamkeit treten,
so sind beide Staaten entschlossen, sich zu
widersetzen. Möge dieses Beispiel, bei al
len auswärtigen Staaten Nachahmung
finden'
Die offiziösen Judenblätter Roms kön
nen Fs nicht üb?? sich gewinnen, die Kai
serin von Rußland in Ruhe und Friede
zu lassen. Die Kaiserin weilt schon ,seit
mehreren Tagen in Arriccia bei Albano
und' bewohnt die Villa Chigj. 'Darüber
sind unsere liberalen und modernen Ju
den bös urtf sie schreiben daher in ihren
Preßorgan, Haß die russische Czarin in
Albano den" Palast Dori'a iittte halte.
Denn sie können es nicht verdauen, daß
die Kaiserin in einer Villa eines' dem
Papste treu ergebenen Fürsten wohnte.
Ein.e Seltene Hcldenthat
vollzog'dieser Tage ein.Eisenbahnarbeiter
Namens Ellist, südwestlichen England.
Mehrere Arbeiter waren auf der London-
Preise der Anzeigen.
ts
A
*Es kosten
5 Zeilen
10 Zeilen:
e».
Ö§/- at
o •S
BefteKungen
US
&
9M
15.00
und
Anzeigen
werden angenommen in Pomeroy
in der Office der „O i o"
Front Straße,
6 2Hüten unterhalb Court Straße.
und Süd-West-Bahn gerade beschäftigt,
als'der Schnellzug hernndoniterte., Die
Arbeiter hatten eben mir Zeit sich schnell
ansdemWege zu machen.Da bemerkte un
fer Held, daß die Kette, welche den Weg
hemmte, nicht heruntergelassen sei, und
daß d.er Zug unfehlbar in die Tiefe
stürzen muffe,. wenn nicht die Kette noch
entfernt würde. Eingedenk der vielen
Menschenleben, die alsdann verloren
zehn würden, stürzte der Mann aus die
Kette hin, riß sie glücklich los, und der
Zug brauste ungefährdet vorüber. Aber
Elliott, war-zu spät, sein Leben zu erhal
ten. Während er die Kette loshakte, er
griff ihn die. Locomotive und ließ ihn,
eine entstellte Leiche, zurück.^ Der Arme
hinterließ Frau und Kind.er/die in ihm
ihren Ernährer verloren haben.
Höllenmaschinen. Der Vene
zuelische Consul in London, Herr Hen
ning, lenkt in einer Zuschrift an die
„Times" die Aufmerksamkeit aus die Exi
stenz von Höllenmaschicnen, die ein
Amerikaner zu dem Zwecke erfunden, um
damit überversicherte Schiffe zu zerstören.
Eine solche Maschine sieht wie ein Koh
lenblock von 6 Zoll Höhe und 3 Zoll
Breite aus und kann ohne den mindesten
Argwohn in den Kohlenbehälter gelegt
werden. In den Kessel geworfen, explo
dirt sie nach einer bestimmten Zeit. Der
Consul hat selber eine solche Höllenma
schitte gesehen und versichert, daß sie wie
ein gewöhnliches Stück Kohle aussieht.
Wie ihm mitgeteilt wurde, haben sich
mehrere Personen w einem Venezuelischen
Hofen eine Anzahl dieser Höllenmaschinen
kommen lassen, um damit einen giganti
scheu Betrug gegen Seeversicherungsge
sellschaften auszuführen.
Im Kanton Sch'affh.a u feu
besteht noch oieSitte, daß, wenn das erst
geborne Kind ein Knabe ist, die das
freudige Ereigniß bei Verwandten und
Bekannten der Eltern ansagende Magd
zwei Blumensträuße trägt, wenn es ein
Mädchen ist, nur einen. Aehnliches
kommt im Aargan vor. In den Auf
zeichnungen alter Dorfrechte finden wir,
baß in Thayngen im Kanton Schaffhau
sen der Vater, wenn ihm ein Sohn ge
boren war' sich ein Fuder Holz im Ge
meindewalde hauen durfte, war es aber
ein Mädchen, nur einen Karren in 9te=
stettbach im Kontott Zürich erhielt der
Vater im ersten Falle zwei Karre« Holz
im zweiten einen Karren. Int Kanton
Glarns ist noch Alljährlich im* Staats
haushält,dtePrämie fiirKnabenzwillings
geburten a 10 Franken zu berücksichtigen,
eine Summe, die jedeuMs bei der gegen
wärtigen .Steigerung der Preise aller
Producte erhöht werden muß. Sind die
Zwillinge Mädchen ober ungleicher Art,
so hat ber Vater keine Prämie zn bean
spruchen. In einem Kirchboke bes Kan
ton Freiburg wird. nach, einem kürzlich
erneuerten Reglement für das Begräbniß
eines Knaben die .mittlere, für ein Mäd
chen die. f/e«je Glocke geläutet. Aehn
lichestfemmt auch anderswo *br, nicht
blos bei $eerdigimg:tititt Kindern.

Joseph Jessing, Pomeroy O.
0.50
1.00
0.7S 1.00 3.00 6.00
1.50 2.00 5.00 9.00

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