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Ohio. [volume] (Pomeroy, O. [Ohio]) 1873-1874, July 10, 1873, Image 7

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Statistische Angaben.
Wir haben in den früheren Nummern
unseres Blatjes die statistischen .Angaben
über alle Religionen in bet ganzen Welt
gebracht wir wollen uns jetzt zu unserem
eigenen Lande wenden und die Statistik
des Protestantismus in den Vereinigten
Staaten unseren Lesern vorführen.
Unter dem «Ausdruck o e st a n is
IN it s werden alle Personen begriffen,
die irgend einer Religionsgemeinschaft,
religiösen. Sekte oder Kirche in diesem
Lande angehören, mit Ausnahme der
Katholiken, Juden und Chinesen Die
Zahl der Sekten in den Ver. Staaten ist
so groß, daß es nicht möglich ist genau in
das Einzelne jeder einzelnen Sekte ein
zugehen. Uuser kleines Pomeroy gibt
uns ja schon ein Bild- von dem ganzen
Laude, da es hier in unserer Stadt nicht
weniger als 18. kirchliche Versammluugs
Häuser mit etwa 12 Religionen gibt und
außerdem ein- bedeutender vitheil unserer
Mitbürger ganz und ganz keine Religi
011 bekennt.
1) Der Name Lutheraner wurde
der ältesten protestantischen Neligionsge
meinschaft gegeben und bezeichnete die
Anhänger der Lehre- Martin Luthers.
Ein Theil dieser Lutheraner in Amerika
hat in neuer Zeit den Namen geändert
und nennt sich: „Evangelisch-lutherische
Kirche."
Die Zahl der Anhänger dieser Neli
gionsgemeinschaft in den Ver. St. be
trug nach ihrer eigenen Angabe imJah
ie 1870:
2,211 Prediger 3,537 Kirchen 392,721
Mitglieder,
2) Die deutschen Reformirten
erschienen kurz nach den Lutheranern im
deutschen Theile der Schweiz und nah
men ihren Anfang aus dem Streit zwi
schen Zwingli und Luther über dieMei
nung der Worte: „Dies ist mein Leib
dies ist mein Blut.^
Die Zahl der Reformirten in denVer.
St. betrug, im Jahre 1869:.
521 Prediger 117,910 Mitglieder.
3) Die „Vereinigten Brüder
inChr ist o" sind die Frucht eirer „Re
formation" unter deu deutschen Refor
mirten, eine Art methodistischer Aus
Irnichs.
Ihre Zahl in den Ver. St. betrug im
Jahre 1868:
864Prediger 3,663. Gemeinden 109,122
Mitglieder.
4) Die „Moravia
n e r" oder „Vr
einigten Brüder" sind verschieden von der
vorhergehenden Religionsgemeinschaft.
Sie nahmen ihren Ursprung in Ober
Elsaß von dem Grafeu Zinzendorf.
Ihre Zahl in den Ver. St. betrug im
Jahre 1868:
6,768 Mitglieder.
5) Die „Holländische Refor
iu irte Kirche" änderte diesen Namen
im Jahre 1867 in „Reform irte Kir
che in Amerita." Sie stammt aus
Holland.
Die Zahl der Anhänger dieser Religi-
onsgesellschaft tu den Ver. St. wurde
im Jahre 1869 angegeben auf:
.494 Prediger 464 Kirchen 61,444 Mit
glieder.
6) Die „Mennoniten" haben ih
ren Namey von Menno Simon, der im
Jahre 1495 in Frieslaud geboren murde
und gleichzeitig mit Luther lebte. Die
Zahl seiner Anhänger war groß. Die er
sten davon kamen im Jahre 1683 nach
Amerika und andere folgten ihnen
bald.
Die Zahl der Mennoniten wurde im
Jahre 1868 geschätzt auf:
39,110 Mitglieder.
/7)
noniten Gesellschaft" wurde im
Jahre 1811 organisirt. Ihre Mitglieder
sagen, daß die Verdorbenheit der Menno-
viten dazu Anlaß gegeben hätte. Diese
Reform verbreitete sich üfer verschiedene
Counties von Pennsylvanien, Ohio und
New-Pork, aber ihre Lehren werden für
die allgemeine Annahme al§. Hl strenge
gehalten'.-
Im Jahre I860 wurde ihre Zahl ge
schützt auf: -Na
11,000 Anhänger.
(Fortsetzung folgt.)
Die Schutzengel.'
v
(Gedicht von Nud. Löwenstcin.)
Nun laß' dir erzählen, mein liebes
Kind,
Wie schön die guten Engel sind!
Sie sind so hell von Angesicht,
Wie Erd' und Himmel im Frühlings
licht
Sie haben Augen gar blau und klar.
Und ewige Blumen im goldigen Haar,
Und ihre raschen Flügelein—
Die sind von silbernem Mondenschein.
Bei Tag und Nacht
Schweben die Englein in solcherPracht.
Nun laß' dir erzählen, mein liebes
Kind,
Wie die Englein fliegen lets und lind!
So leis als Schnee vom Himmel fällt,
So leis als der Mond zieht über die
Welt,
So leis. als der Keim aus der Erde
sprießt.
So leis als der Duft durch die Lüfte
fließt.
So leis als vomBaume weht einBlatt,
So leis als das Licht über Land und
Stadt,
Fliegen die Englein, mein liebes Kind!
Nun laß' dir erzählen, mein liebes
Kind,
Wozu die guten Engel sind!
Wo ein Armer betet in seiner Noth,
Da bringen sie in das Hau§ ihmBrod
Wo beim kranken Kinde die Mutter
wacht,
S)a "nehmen des Kindleins sie itt Acht,
Und wo iy. Gefahren ein Kindlein
schwebt.
Wo Jemand weinet. Jemand bebt.
Dahin geschwind
Gehen die Englein, mein liebes Kind!
Und willst du, mein Kind, die Eng
lew seh'n
Das kann auf der Erde wohl nicht ge
scheh'n
Doch wenn du Ihier lebest fromm und
rein.
Wird stets ein Schutzengel um dich sein.
Und wenu sich dereinst dein Auge
bricht.
Du nicht mehr erwach'st zum Tages
licht,
Dann.wirst du ihn schauen: er winkt
dir still,
Dann folg' ihm, wohin er dich führen
will.
Im Himmelsschein
Wirst du dann selbst, wie ein Engel
sein!
9
.—-—-
'Der Rauberkönig
Viktor Emanuel.
Die' ,Neto 2)orkWorlV enthält eine
Korrespondenz aus Rom vom 6. Juni,
die wie hier abdrucken:
'Ich bin nickt sicher, daß., der. König
Viktor EmanM in jetziger Zeit nicht der
unpopulärste Mann unter allen Klassen
in Rom ist.Ein Würdenträger,den ich heu
te sah, sprach über den König und sagte:
„Viktor Emanüel sagte vor einigerZeit
jjitm Prinzen Alexander von Hessen: „Es
ist traurig, daß ich mich nicht daran ge
wöhnen kann in Rom zu wohnen. Ich
nehme es sonst nicht so genau. Ich habe
mich an Florenz gewöhnt und es gefällt
mir in Mapsl. Hier aber bin.ich immer
unzufrieden. Diese große und traurige
Stadt erfällt mich mit Widerwillen."
Seit drei Jobreu hüben die Fortschritts
blatter fortwährend den König der Furcht
angeklagt in Rom zn wohnen und die
officiösen Blätter sind nicht müde gewor
den Vorwände und Entschuldigungen zu
erfinden. Eines der letzteren, „La Liberia",
hat, um den König noch besser zu eut
schuldigen, ihn als einen Verächter aller
religiösen Vorurtheile dargestellt, und ge
sagt, daß er vom erst?n Tage an ent
schlössen Lewesen- sei, den. „C.ensuren,
Exkommunikationen,'Gewisiensvorwürfen
und anderen veralteten Lumpereien" Trotz
zu bieten. Da es. sich nicht paßt'in die
Gewissensgeheimnisse des Königs zu drin
gen, so beschränke ich mich darauf die
Thatsache zu bezeugen, daß sich der
Königin Rom krank, sehr krank fühlt.
Es gibt in Rom nichts, das dem Leben
eines ehrgeizigen Fürsten zusagen könnte,
eines Fürsten der wenig Liebe für das
Studium der Angelegenheiten Gottes
hat. Der ehrgeizige Mann ist immer
mit seinem eigenen Glücke beschäftigt und
scherzt über die Leiden des Volkes. Vik
tor Emanuel besucht niemals die Hos
pitäler, Werkstätten oder die Armenhäu
ser. Der Verächter der Angelegenheiten
Gottes thut nichts für die Erhaltuug der
religiösen Monumente, Viktor Emanuel
kümmert sich nicht am die Universitäten
und legt die Erziehung'in die. Hand der
Sekten er würdigt blos das Gesindel
das feit brei Jahren Rom verunehrt hat.
Nicht zufrieden bannt, daß er alle italieni
sche Fürsten, seilte ^Verwandten beraubt
hat und in ihren Betten schläft, bereichert
er auch noch jeden Tag seilte Privatbe
sitzungen.' Es ist dies Mode bei constitu
tiönellen Königen. Da sie nicht mehr
Väter ihres Volkes sind, und das Volk
selbst regiert, so folgt es natürlich, daß
die Könige mehr für ihre Privatangele
genheiten und für die, Zukunft ihrer eige
nen Familien sorgen. Man sagt, daß
die Civilliste Viktor Emanuels durch die
se Gütervermehrung zum Betrage von
vier Millionen -verschuldet sei. Es mag
dieses vielleicht falsch oder eine italieni
sche Übertreibung sein. Diese Güteran
kaufe geschehen alle in der römischen
Canipagna, so daß man sacst, wenn es
dem Könige in Rom nicht glatte, warum
kauft er dort Land, Dörfer und Paläste?
Geheimniß!
Ich sagte etwas zur Vertheidigung
des Königs, aber es nützte nichts. Der
Mann, der mit mir sprach, sagte, daß
Viktor Emanuel sein eigenes Königreich
untermiitirt Hobe und daß bei seinem
Tode, der.vielleicht bald eintreten könne,
wir eine Umwälzung sehen würden, wo
durch zuerst die Republik erklärt und
darauf die ursprünglichen italienischen
Staaten wieder hergestellt würden."
«—1 r*—
Central Verein.
Das gedruckte Portokoll der achtzehn
ten General VersammlunH des „Deut
schen Römisch Katholischen Central Ver
eins" ist uns zugegangen. Diese Gene
rat Versammlung wurde in dtn ersten
Tagen des Monats Juni dieses- Jahres
zu Detroit, Mich.abgehalten. Wie in
früheren Jahren, so sind auch- dieses
Mal eilte Anzahl neue Unterstützung^
Vereine, nämlich 24, 'dem Central Ver
eine beigetreten. Es gehören dem Cen
tral Vereine jetzt 250 Local Vereine mit
über 40,000 Männern" an. Es ist der
Zweck des Central Vereins: Gegensei
tige Hülfeleistung in Krankheits- und
Armuthssällen/ so wie Eintreten für ka
tholische Interessen im Sinne der katho
lischen Kirche. In Bezug auf den letzteren
Zweck hat der Verein hauptsächlich seine
Thätigkeit ausgedehnt aus den Schutz der
Einwanderer und auf die Erziehung ka
tholischer Lehrer in dem Seminar zu St.
Francis, SB is. —"Bei der Generalver
sammlung würbe auch die Errichtung
einer allgemeinen Central- Lebensver
sicherung vom St. Josephs Verein von
Rochester .beantragt. Es wurde über
diesen Vorschlag debattirt,.jedoch wurde
derselbe schließlich verworfen. Es wird
in einer anderen General Versammlung
dieser Vorschlag wahrscheinlich wieder von
Neuem eingebracht werden. Uns scheint,
daß eine gegenseitige Lebensver
sicherung, wobei die Einzahlungen nicht
groß sind, leicht und mit großem Vor
theil unter den 40,000V ereittsmitgliedern
des Central Vereins eingerichtet werden
könnte.*
Es wurde bei.der General Versamm
lung Herr H. Spaunhorst von St.
Louis zum Präsidenten nnd Herr Paul
Gies zum ersten Viceprästdenten erwählt.
Unter den Vicepräsidenten für die einzel
nen Staaten wurde für den/Staat Ohio
Herr Wendelin Saile vyn Columbus er
wählt.
Als alle Geschäfte der General Ver
sammlung beendet waren, hielt der Prä
sident die Schlußrede, aus welcher wir
folgende Stelle hier abdrucken: „Wir
leben in einer Zeit, wo die Ausübung der
wahren Toleranz zu den Seltenheiten
gehört. Aufklärung und Fortschritt sind
freilich die Schlagwörter, die unsere Wi
dersacher immer im Munde führen, um
das unbefangene Volk zu ködern. Es
sind das schöne Ausdrücke und bedeu
tungsvolle Worte. Aber unsere moder
nen Weltbeglücker mißbrauchen sie nach
ihrem beliebten Grundsatze „Der Zweck
heiligt die Mittel." Aufgeklärt ist bei
ihnen nur Derjenige, der ihre Ideen auf
nimmt und sich für.ihre Lehren empfäng
lich zeigt. Die Leugnung des Daseins
Gottes, die Behauptung, daß der Mensch
vom Affen stamme, das Jgnoriren und
Verachten jeder Autorität, die des Zucht
hauses ausgenommen, wem diese Auf
kläruugstheorien in den Schädel, ge?
stiegen sind, und wer dazu seiu Gewissen
durch uitsittliches, wüstes Leben miö
durch Befriedigung der Genußsucht todl
geschlagen, der hat sein Examen bestan
den. Er ist zünftig unfein brauchbare
Subject für Gesellschaften, denen er
blindlings den Eid des Geheimhalten
und des Gehorsams schwört, ehe er weis.,
was ihm anvertraut oder befohlen wird.
Unter den Verdiensten des Central-Ver
eins ist wohl nicht das geringste, daß er
bereits Unzählige von dem Eintritt in
geheime Gesellschaft abgehalten. Unsere
Verhandlüngen sind öffentlich, und was
wir sagen und unternehmen, brauet)
wahrlich nicht das Licht zn scheuen. Wie
mancher knieschwache Katholik, der sonn
den Geheimbündlern in die Hände gefai=
len wäre, hat es dem Central-Verein z-.
danken, daß er dem Glauben seiner Vi
ter nicht untreu geworden."
Advoeaten Literaten.
Biel' Advocaten gleichen Lanzen- v
knechten,
Bei guter Löhnung sie für Jeden
,, rechten,
Der Handgeld gibt und sie zuerst
beruft,
Ob der ein schwer Gekränkter oder
Schuft.
So halten's heut' auch viele Litera
... ten:
Wer's Meiste zahlt, dem sind die
Leibsoldaten,
Falls sie nicht gar jedweder der
Parteien
Zugleich Anwalts- und Richterdienste
leihen.
i
e Frömmler scheinen der Mei
nung zu sein, daß ihre GotteÄiebe in
demselbenMaße steigt, wie ihreMcnschvi:
liebe abnimmt.

Die Reform irte Men­
So leis und lind

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