OCR Interpretation


Ohio. [volume] (Pomeroy, O. [Ohio]) 1873-1874, July 16, 1873, Image 6

Image and text provided by Ohio History Connection, Columbus, OH

Persistent link: https://chroniclingamerica.loc.gov/lccn/sn91069200/1873-07-16/ed-1/seq-6/

What is OCR?


Thumbnail for

s. Die Dhio.
Statistische Angaben.
8) Die „Deutsche Evangelische
Verbindung" trat in einem der mitt
leren Staaten auf um das Jahr 1800.
Diese Religionsgesellschaft ist jetzt un
fer dem Kamen „Deutsche Metho
istc n" bekannt.
Ihre Zahl in deu Ver. St. wurde im
Jahre 1867 angegeben auf:
478 Prediger und 58,002 Mitglieder.
9) Die „Christiane
r" oder „Christ
liche Connektion" geben an, daß
sich ihr Ursprung nicht von einem Man
lie herleite^ wie bei den übrigen protestan
tischen Sekten. Sie entstanden gleichzei
tig in verschiedenen Theilen des Landes.
JmJuni 1868 hielten sie ihre 23ste jähr
Ii che Convention.
Ihre Zahl in den Ver. St. wurde an
gegeben für das Jahr 1866 auf:
3000 Prediger 5000 Kirchen 500,000
Mitglieder.
10) Unter dem Namen: „D t-e Kirche
Gottes" existirt in den Ver: St. eine
religiöse Gesellschaft, die vorgibt von al
Ich menschlichen und der Bibel entgegen
gesetzten Organisationen entfernt zu sein
nnd°auf dem ursprünglichen Grunde zu
stehen. Diese Religionsgesellschaft hat
Anhänger in Ohio, Peiinsylvanien und
den westlichen Stpaten.
Ihre Zahl für das Jahr 1866 wurde
angegeben auf:
3G0 Kirchen 32,000 Mitglieder.
11) Die aus Schottland stammenden
„P e s y e i a n e r" organisirten sich
hier im Jahre 1706 und hielten ihre er
ste Synode im Jahre 17IS. Im Jahre
1.810 spalteten sie sich in zwei Theile, de
reit einer sich „C
umberland Pres
byte i a n e r" nannte. Später im Jah
re 1838 fand eine neue Spaltung nnd
Trennung statt, wonach der eine Theil
„P e sb y e ia n er der neuen
Schul c," der andere Theil „P e s y
i
a n e der alten Schule" sich
nannte. Dreißig Jahre hat diese Spal
tung gedauert und es soll jetzt wieder ei
ne Vereinigung stattfinden.
Die Zahl der Presbyterian er der alten
Schule wurde im Jahre 1869 angegeben
auf:
2381 Presbyter 2,740 Kirchen 258,903
Mitglieder..
Die Zahl der südliche« Abtheilung der
Presbyterianer wurde im Jahre 1870
angegeben auf:'
840 Presbyter 1,469 Kitchen 82,014
Mitglieder.
12) Die Zahl der „P e s y e i a-.
n e der neuen Schul e" wurde im
Jahre 1870 angegeben auf:
IS48 Presbyter 1631 Kirchen 172,560.
Mitglieder.
13) „G eneralS y n ode der re
o i e n e s y e i a n e Kir
ch e" ist der Titel einer Religionsgesell
jchast, die ihrer. Angabe nach direkt
von der „Resormirten Presbyterianer
Kirche" Schottlands abstammt.
Ihre Zahl für das Jahr 1870 wurde
angegeben auf:
86 Presbyter und 8,577 Mitglieder.
14) Die „Synode der e for
irte n e s y e i a n e r" spaltete
sich im Jahre 1833 von der „General
Snnode- hauptsächtlich aus dem Grunde,
weil man der Meinung war, daß die
Constitution und die Regierung der Ver.
St.wesentlich ungläubig und unmoralisch
sei.
Nach der letzten uns bekannten Angabe
mar ihre Zahl im Jahre 1866:
)0 Presbyter und 6000 Mitglieder.
(Fortsetzung folgt.)
.«n
Was der Erste aufgerichtet,
Ncipt der Zweite wieder ein
„B s sc.cf o lt'ei!" er sich verpflichtet,
A n e s e i s e n 6 I v i s n u s e i n
Unterschiede Beim Essen. I.
S. Beaune machte die durch praktische
Erfahrungen bekräftigte BemerkunL, oaß
während die Franzosen, Engländer und
Deutschen, wenn sie speisen, einen höhe
ren Grad guter Laune entwickeln als ge
wöhnlich, bei denAmerikanern sich nicht sel
ten heftige Leidenschaften wie z. B.Zorn,
Mordlust einstellen. Vor einigen Jahren
i(t es vorgekommen, daß ein Amerikaner
„tm Galt House" in Louisville, der gera
de.einen Kolben abgekochtes Welschkorn
abnagte, eilten Fremden, der ihn fixirte
und durch seinen Blick im Essen störte,
auf der Stelle ermordete. Ein anderer in
Willard's Hotel in Washington vorge
kommener Fall ist noch in guter Erinne
rung ein Congreßmitglied aus Califor
nien erschlug dort einen Kellner, weil die
ser ihm die Buchweizenkuchen nicht rasch
genug hintereinander verabreichte. Ein
3.Fall ist im Staate New-Uork vorgekom
men: Ein Mann in Williamsburg der
mit großer Gier Suppe aß, schlug seiner
Frau denSchädel ein, weil diese verlangt,
hatte, er möge ein wenig für die Kinder
übrig lassen. Sollten dergleichen Fälle
von Bestialität mit fcer dispetischen Natur
des amerikanischen Magens zusammen
hängen?
N a e u n w i e n e o i e e
Temperenzler ist der Mensch ein willenloses,
nicht höher als das Thier stehendes Wesen, ohne
alle Selbstbeherrschung und Selbstbestimmung.
Wie der Löwe, wenn tr einmal Blut geleckt, un
ersättlich ist so ergreift der Spiritusteufel Jede«,
der ein auch nur die leiseste Idee von Alkohol
enthaltendes Getränk genießt der Mensch kann
nichtmäßig trinken, sondern wenn er einmal
angefangen hat, muß er unfehlbar im Uebermaß
trinken und sich berauschen, bis er ein elender
Trunkenbold wird. Dies ist das wahnwitzige
Credo der Temperenzler.
e s i e n a e e i e e i n e s
Correspondenten zufolge, in Wien ein von ihm
während er Gerber war, angefertigtes Stück
Leder ausgestellt. Falls die Geschichte wahr und
das Leder gut ist, bemerkt dasNew Nork Journal
hierzu, wird das, was der Gerber Grant nach
Wien geschickt hat, dem Lande mehr Ehre machen,
als das,was der Präsident Grant dorthin sand
te: die AnSstellungs-Commission.
a s e n s i e e z i s i n e e e
.6 Zoll lang, hat 4 Zoll im Durchmesser und
schlägt VOmal in der Minute, 110,800iimI im
Tage und 36,8l7,200mal im Jahre. Es ist
leicht zu berechnen, wie oft es ungefähr in einem
Leben schlägt, das 60 oder 70 Jahre dauert.
I
u n k e u e e A e e
Martin, in Reno County,' Kansas, ansäßig,
bemerkte neulich einen Büffel, der sich feinem
Farmplatz näherte, und beschloß, denselben zu
erlegen. Er sattelte sein Pferd und sprengte mit
einem Revolver in der Hand, auf den Büffel
los.
Doch im Akt des Schießens stolperte sein Pferd
und die Kugel ging, statt in den Büffel,in den
Kopf des Pferdes, das sofort tobt niederstürzte.
Martin aber verrenkte sich das Genick und starb
nach großen Leiden.
S w a e n .- A u s e n K e s a w i e i n
merkwürdiger Fall initgetheilt. Das fünfjährige
Söhnchen eines Anwesensbesitzers in Holzgünz
gerieth unter die Räder eines fchwerbladenen
Wagens, welche dent' Kleinen mitten über den
Leib weggingen. Schrecklich war dieser Anblick
für iien Pater, der Herbeielte und sein zermalmt
es Kind aufzuheben gedachte. Aber kaum war
das Kind aufgehoben, stand es auf feinen Füßen
und sagte nur: „Der Bendikt hat nicht g'fagt,
ich soll weggehen." Man traute sich selbst, »ich?
ob's Wirklichkeit oder Täuschung war.
Wer will die Wahrheit sagen,
Muß schnell von bannen jagen.
7 Das Schachspiel.
SDer Erfinder des Schachspiels hieß Sessa.'
Er hatte die Absicht, dnrch dieses Spiel dem
weichlichen und unkriegerischen indischen Könige
©heran, welcher seine Minister verachtete nnd
seine Unterthanen bedrückte, nicht upr eine Be
schästigung, sondern auch zugleich die Lehre zu
geb^n, baß der König, dem er auf dem Schach,
brette absichtlich nur geringe Macht verliehen
hatte, nichts vermag, wenn er nicht von seinen
Röthen unterstützt und von seinen Soldaten
vertheidigt wird, nnd daß auch der Bauernstand
nicht ohne bedeutenden Werth ist.
Der König, ohne die tiefeWahrheit zn ahnen,
welche in diesem Spiele liegt, ergötzte sich daran
als es vor seinen Augen in einem getäfelten
Saale von lebenden Personen, die alle nach der
Bedeutung der Schachfiguren costümirt waren,
aufgeführt wurde, und forderte Sessa auf, sich
für seine geistreiche Erfindung eine angemessen e
Belohnung zu erbitten.« Dieser sagte: bas
Schachbrett hat 8 Reihen, jebe mit 8 Feldern,
also 64 Felder. Auf das erste Feld gebt mir ein
Weizenkorn, aus das zweite 2, auf das dritte 4,
und so fort auf jedeö folgenbe Felb bie boppelt^.
Anzahl ber Weizenkörner. Der König war an.
sangs entrüstet über eine so kleinlicheBitte, benn
er meinte, wie vielleicht auch manche ber verehr
ten Leser, ba|*bieser Wunsch sich mit einigen
Säcken voll Weizen gewähren ließe. Allein
Sessa bestand auf seiner Bitte. Man berechnete
nun die Anzahl der verlangten Weizenkörner,
und fand die Zahl 18,446/744,073,709,651,61s'
von deren Größe man sich aber erst dann eine
Vorstellung machen kann, wenn man hört, daß
die ganze Oberfläche unserer Erde Meer,
Flüsse, Wüsten, Wälder, Berge
2C.
mitgerechnet
eiu gutes tragbares Weizenfeld sein, nnd
daß man dieses Weizenfeld 76 Jahre lang be
bauen müßte,' um bcit verlangten Weizen einzu
ernten. Zur Fortschaffung dieses Weizens wür
bot 625,499,948,245 vierspännige Wagen er
forberlich fein, welche, dicht hintereinander sah
rend, einen Wagenzug bilden würden, welcher
231,666 Mal um die ganze Erde herumreicht.
Um diesen Weizen, da man noch wohl darauf
verzichten muß, ihn in Natura beizuschaffen, in
Geld abzuzahlen, so müßte man-208,500 Jahre
lang jährlich eine Kleinigkeit von 300 Millionen
Thalern bezahlen, ohne dabei die Zinsen inAn
schlag zu bringen, welche zu 4 Prozent jährlich
2% Million betragen würden und jährlich mit
71 Millionen Centner Golb nngefähr gebeckt
werden könnten. Hätte ich nur die Zinsen, wel
che von dieser Summe in dieser kurzen Zeit an
gewachsen sind, während welcher der geehrte Le
fer diese Berechnung durchgelesen hat, so wäre
ich schon ein sehr reicher Mann, denn die Geld
summe, mit welcher jener Weizen bezahlt wer
den müßte, trügt zu 4 Procent schon in jeder
Sekunde gegen 80,000 Thalcr an Zinsen.
E i n e A s i u s o n s i A i i s e
$ tt versorge n kam kürzlich inParis vor. Eiu
elegant gekleidet Herr trat in ein Weißwaaren«
geschäft und sagte der Verkäuferin, die sich allein
im Laden befand, daß er Hemden laufen wolle.
Diese legte ihm verschiedene Muster vor er traf
eine Auswahl und ließ sich ein Packet machen.
So wie das Packet zusammengeschnürt war,
rief er aus: Ich habe etwas vergessen, ich möchte
gerne sehen, wie die Hemden sitzen, wenn sie an
gezogen sind. Wollen Sie die Güte haben, eines
über Ihr Kleid anzuziehen." Die Verkäuferin
um dem Kunden gefällig zu fein, erfüllt feinen
Wünschet bat sie noch,dieKnöPfe amHals und
andenHandgelenken fest zuzuknöpfen,dann ergriff
er das Packet und sagte jhr:'„Jch danke^Jhnen
für ihre Bemühungen, aber ich wünsche Sie nie
mals wieder zu sehen." Im nächsten Augenblick
war er zur Thür hinaus und verschwand, ohne
daß das bestürzte Mädchen, die es nicht wagen
konnte, sich in ihrem lächerlichen Anzug auf der
Straße zu zeigen, daran denken konnte, ihn zu
verfolgen. Der Principal, der einige Zeit dar
auf in den Laden kam, fand sie, noch immer
mit dem Hemd über dem Kleide, schluchzend am
Tische sitzen.
Erziehungsproben.
2.
Die Tante des Kindes kommt zum Be
suche und gibt ihm drei Weintrauben mit
dem Bedeuten, eine davon dem Bruder
zu geben, was die Kleine auch thut, und
worauf sie sich vergnügt hinsetzt, um ihre
Trauben zu verzehren. Ich komme später
dazu und bitte die Kleine um einige Bee
ren. Die Kleine schüttelt weigernd das
Köpfchen.'Ich wiederhole meine Bitte und
fetze hinzu, wie sehr "es mich freuen würde
wenn Minchen mir einige Beeren gäbe,
und wie gut sie mir schmecken würden.
Minchen bleibt härtnäckig auf ihre Wei
gerung. Ich wende mich nun zu Sophien
und sage dieser: „Minchen hatAnlage zur
Selbstsucht, ich habe dieses schon oft beo
dachtet, sie will Alles nur allein genießen,
dn mußt darauf fehen,daß, wenn dicKlei
ne etwas hat, sie dir manchmal etwas
davon gibt, damit sie sich an's Mittheilen
gewöhne und dir endlich gern gebe. Du
mußt über das Gegebene große Freude
äußern, auch darfst du ihr es nicht wieder
zurückgeben, sondern mußt es behal
ten."
Sophie: Ich bitte deswegenMinchen
wohl oft, mir davon zu geben, sie weint
aber gleich, und wenn die Frau dies hört
so ist sie böse aus mich und sagt,- ich solle
das Kind in Ruhe lassen, und nicht är
gern.
Wahrlich, manches Dienstmädchen hat
einen besseren Takt, als eine solche Mut
ter.
Lebensbild.
Mancher Stoffel kommt in's Land,
Weiß nicht aus, noch'etn
Doch bald wird das Vöglein stügg
Uli der Stoffel fett und dick
Will nicht deutsch mehr sein.
Denkt nicht, mehr an's Dorf zurück
Und an's Elternhaus
Denkt nicht mehr so mancher Noth
Denkt nicht mehr an's schmale Brod
Stoffel macht gut aus.
Stoffel kommt in's freie Land,
Wo die Kirche srit
An die Taufe denkt er nicht.
Und des Pfarrers Unterricht
Floh in Wind wie Spreu.
Stoffel tritt zum Ehestand',
Nich't sich englisch ein
Englisch muß das Hausgeschmeid,
Englisch muß das Ehrenkleid
Und die Kochkunst sein..
Stoffel wälfcht sein yes und no,
Wichtig thiieilt), her
Grobes Deutsch trieb' gern er fort.
Doch manch' liebes deutsches Wort
Kommt ihm kreuz und quer.
Stoffel treibt auch Politik,
Radikal famos.
Folgt der Zeitung Schritt für
Schritt,
Wählt den Präsidenten mit
Stoffel, Du bist groß!
Stoffel lernt die Yankee-Tricks
Gründlich durch und'durch.
Lacht der alten'Ehrlichkeit
Und behauptet grundgefcheidt:
„Dollar meine Burg."
Armer Stoffel, dauerst mich!
Bist nicht englisch, deutsch!
Deiner Sprache schämst Du Dich:
Armer Stoffel, sicherlich
Dir gebührt die Peitsch'!
Merk' Dir's! Yankee's Auge schaut
Dich verachtend an
Wer nicht seine Heimath ehrt,
Ist der Achtung nimmer Werth
Spiegle Dich daran!
Karl Aulenbach.

xml | txt