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Ohio. [volume] (Pomeroy, O. [Ohio]) 1873-1874, July 31, 1873, Image 7

Image and text provided by Ohio Historical Society, Columbus, OH

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E'.laubniß verschafften, in dem Teich.welcher zu
dein Gebiet der Anstalt gehört, unter Aufsicht
zu baden. Der Aufseher behielt die Kleider
und die Jungen landeten an dein jenseitigen
Ufer, von wo sie sich seitwärts in die Büscheschlu
gen.Da bliebey sie bei sehr kühlem Wetter nackt die
ganze Nacht, nnd erst am Morgen gelang es
ihnen, sich notdürftige Bedeckung zu erbetteln.
DieFlüchtigen arbeiteten sich dann zuFuß weiter
nach Perth Amboy nnd Woodbridge, von wo
einer, Hermann Fuchs, 15 Jahre alt, per
Eisenbahn hierher gelangte und der Polizei in
die Hände lief. Seine Rückreise hat- er breits
angetreten.
Ein abscheuliches Verbrechen
wird aus Washington, Mo, gemeldet. Ein
Negerjunge auf dem Nordufer des Flusses, in
WaarenCounty, versuchte, um sich an denEltern
zu rächen, ein Kind lebendig zu begraben. Er
hatte es in ein Loch gesteckt, nnd bis ans die
Fiipe mit Erde bedeckt, als er entdeckt wurde.
Dann hielt er sich mit einer Art die Leute vom
Leibe, aber die Mutter entriß ihr Kind der Erde,
che es erstickt war. Der Neger entkam in einem
Kahn.
New Nor k. Keine Verbrechen sind in den
Augen des echt amerikanischen Publikums straf
und fluchwürdiger, als solche gegen unsere liebe
Jugend und das schöne Geschlecht. Neeipro
eität, Gegenseitigkeit finden hier nicht statt, denn
wenn ein junger Herr Walworth seinem Papa,
der von ihm keine Zucht annehmen will, das
Lebenslicht ausbläst, so wird wohl ihm von
vielen Seiten Sympathie entgegengebracht,
aber seinem gemordeten Opfer statt der Grab
eine Schandschirft gewidmet. Laura Fair und
Kath Stoddard mögen ohne Furcht vor Strafe
einen ungetreuen Liebhaber in's Jenseits be
fördern. Wehe aber' einem armen Schieflin
oder andern unglücklichen Ehemanne, der fei
iter Gemahlin ein Leids zufügt, wenn er sie in
den Armen eines Andern ertappt? Einem
Straßenjungen eine Ohrfeige zu geben, hat
schon Manchen um Geld und Freiheit gebracht,
wird ihm aber von einem Jung-Amerikaner ein
Loch in den Kopf geworfen, so möchten wir
wohl wissen, wer je dafür verantwortlich ge
macht wurde. Eine Anzahl Pfleglinge einer
hiesigen Anstalt ging vor einigen Tagen mit
der Idee um, das Gebäude, worin sie zu ihrer
Heilung Aufnahme fanden, in Brand zu'.stecken
ihr Plan wurde zufällig entdeckt und vereitelt,
und eines der Burschen bekam eine schwere
Tracht Pnig:l. Die Presse schreit Mord und
Zeter. Der unglückliche Doktor, der den Inn
gen geschlagen wird vor den Nichter eitirt und
cs soll ihm übel ergehen. Wie könnte auch ein
bischen Brandstiftung in Anschlag kommen,
wenn einmal einein Buben eine Tracht Prügel
und noch vielleicht unverdient zugemessen wird!
Ein Schulbube mag wohl mit der Pistole
nach seinem Lehrer zielen, das wäre schon in
Ordnung aber Wehe dem Lehrer, der einem
Taugenichts das Fell durchgerbt. Für eine
solche Barbarei ist hier kein Boden mehr'
Der Richter Bixbh iu New Nork war indessen
in diesem Falle vernünftig genug die Klage
abzuweisen. Der Vater des Buben jedoch dach
tc anders, ging hin und schoß auf den Doktor
und verwundete ihn.
Z a a i s a n o e n S ch u e
waren einst mehrer Doetoren in emer großen
Disputation begriffen. Da kam ein reisender
Student, der aber voll von Schalksstreichen
war, in die Schule hinein und stellte sich vor
den Präsidenten und sah ihn an. Dieser fragte
ihn, ob er etwas zu erfahren wünsche. Der
Schalk von Student sprach: Ja ,meine Herrn,
ich habe eiue wichtige Frage zu stellen: Was ist
besser, daß ein Mensch thue, was er weiß oder
daß Einer lehre, was er nicht weiß? Da sahen
die Gelehrten einander an und wurden stretig
mit einander unf es meinte Einer jenes, der
Andere dieses. Während sie voll Hihe mit ein
ander stritten, sprach der Schalk: Ich sehe, Ihr
seid alle große Narren, indem ihre stets lehren
wollt,was er ihr nicht wisset und feiner von euch
das tljut, wcks er weiß, und lachend erließ er
die gelehrten Herren.
Die Verfolger der Kirche.
Geschichtliche Lebensbilder.
l. V
e o e s A i a
Herodes Agrippa war ein Enkel des
jenigen Herodes des Großen, der bei der
Geburt Christi die Kinder- zu Bethlehem
hatte ermorden lassen. Vom römischen
Kaiser hatte er die Statthalterschaft über
die jüdischen Lande mit dem Titel eines
Königs erhalten. Mit diesem Herodes
Agrippa, dem ersten Könige, der die Kir
che verfolgte, beginnt eine ganze Reihe
von gekrönten Kirchenverfolgern, deren
furchtbare Geschichte der göttlichen Straf
gcrichtc wir unseren Lesern nach und nach
vorzuführen gedenken. Die Geschichte
zeigt uns seit 1800 Jahren, daß alle, die
es wagten, Hand an die Kirche zu legen
früher oder später von furchtbaren Stra
fen betroffen wurden, während die Kirche
selbst immer den Triumph über ihre Ver
folger überlebte.-
Herodes Agrippa ließ den h. Jakobus,
den Bruder des h. Johannes, mit dem
Schwerte enthaupten. Als er bemerkte,
daß dies den Beifall der Juden fand,
ließ er auch den h. Petrus ergreifen und
in's Gefängniß werfen, um ihn nach dem
Osterfeste der Juden vorführen und ös
fentlich hinrichten zu Klassen. Aber Gott
vereitelte diesen boshasten Anschlag. Auf
das Gebet der christlichen Gemeinde zu
Jerusalem, schickte Gott einen Engel in
das Gefängniß, der die Ketten des Petrus
sprengte, die Thore des Kerkers öffnete,
und den Apostel auf die offene. Straße
führte. Es war der jungen Kirche ihr
Oberhaupt wiedergegeben. Den ersten
Verfolger des ersten Papstes ereilte aber
bald die verdiente Strafe.
Besteckt mit dem Blute des Apostels
Jakobus kehrte Herodes nach dem Oster
feste zurück nach Casare«, in der Absicht,
dort öffentliche Festlichkeiten zu Ehren
des Kaisers Claudius zu veranstalten.
Es begleitete ihn ein zahlreiches Gefolge
angesehener Personen. Am zweiten Tage
derFestlichkeitenerschien er imTheater in ei
nem'gold- und silbergesticktenKleide,das im
Glänze, der Sonne nach allen Seiten
blendende Strahlen verbreitete. Die Zu
schauer bezeigten dem Könige eine Vereh
rung, die an'Anbetung grenzte. Dann,
als er anfing, eine öffentlicheRede zu Hal-
ten, riefen stimmen: „Das ist nicht eines
Menschen, sondern Gottes Stimme."
Der König, trunken und berauscht von
diesem Lobe, vergaß, daß. er ein Sterbli
cher sei, und ließ sich in eitler, wahnsinni
ger Selbstgefälligkeit diese Vergötterung
gefallen da aber traf ihn plötzlich Gottes
Strafgericht, er spürte auf einmal so hef
tige Schmerzen in den Lenden und Ein
geweiden, daß er es bei der Festlichkeit
nicht mehr aushalten konnte. Er fing an
zu siechen Würmer bildeten sich in seinem
Leibe, die ihn lebendigen Leibes auffra
ßen, so daß cc bald nachher unter furcht
baren Schmerzen im Jahre 44 nachChri
sti Geburt seinen Geist aufgab.
Das war der erste aus der Reihe der
jenigen, die bis auf unsere Tage herab
den Papst und die Kirche verfolgt haben.
Wir werden sehen, daß cs anderen nicht
besser gegangen hat.
Englische Wettlust.
Archen ho z erzählt in seinen britischen
Annalen von der Sucht zu Ivetten, die unter
den Engländern herrscht, als das auffallendste,
hoffentlich aber nur crfonnene Beispiel folgende
Anekdote, die man übrigens als unbestritten rich
tig erzählt. Ein Mensch war in die Themse ge
fallen sogleich schlössen Mehrere unter denen,
die «mUscr gingen,mit ein and erWetten darüber,
ob er ertrinken werde oder nicht. Ein Boor
stieß tioin Lande, um ihn zu. Hülfe zu eilen.
„Halt! halt!" riefen Diejenigen, die für die erste
Meinung gewettet hatten "das ist kein ehrlich
Spiel! Wir können darüber unsere Wette ver
lici-cn.,, k
Der Herzog von Bed fort nndLord Vary
more wetteten tun 5 Pfund Sterling über die
Möglichkeit, einen Menschen zu finden, der eine
Katze lebendig fressen würde.
Und siehe da, es fand sich wirklich ein Kerl, der
eine Katze für einen geringen Preis lebendig
fraß, und derLord, der dieMöglichkeit behauptet
hatte gewann die Wette. Bei dieser Gelgenheit
erfuhr man, daß ein Schäfer aus Yorkshire,
auf dem Jahrmarkte zuB e v erl e y im 1.1776
für 2 Guineen einenfchwarzen Kater, mit Haut
und Haar, mit Knochen und Eingeweide»,
binnen einer Viertelstunde hineinfraß.
Ein irländischer Maler, M'Gregor, von an
scheinend schwacherNatur, klein und sehr schmäch
tig, wettete im I. 1792 einen Stier mit seiner
Faust auf dreiSchläge zu fällen. Man zweifelt,
daß er werde Wort halten können,nnd dennoch,
zu Jedermanns Verwunderung, siel der Stier
schon auf de« zweiten Schlag,und derMaler ge
wann dieWette, die ihm vielleicht mehr einbrachte
als feine Pinsel.
Im 1.1793 wettete ein Kerl in London um
6 Schillinge,sich an die Speichen eines Kutschen
rades zu hängen, und sich so im vollenLause der
Pferde herumdrehen zu lassen. DieS geschah und
er gewann die Wette..
Im1.1811 geschah zu Newbury eine son
derbare Wette von 100 Guineen. Man sollte
nämlich in Zeit von 12 Stuuden so viel Wolle,
um ein Mannökleid daraus zu machen, scheeren,
Tuch daraus weben, es zubereiten, färben, und
das Kleid machen. Die Wette wurde auch in
weniger als 12 Stunden gewonnen denn um 8
Uhr Morgens wurden die Schafe geschoren, und
um 6 Uhr Abends trug der Wetter, Mr.
I
o n
Throckmorton schon das schöne, dnnkelbau
geför Etc Kleid davon.
Grziehnngsprobeni
4.
Es regnet. Minch en. Ich will in
die Hard gehen.
i e e z k a n n s u n i e e n
Kind, es regnet ja, du würdest ganz naß
werden.
i
n ch e ii weint und schreit: Ich will
die Hard gehen!
Mu
sein, der Boden ist.ganz naß, du könntest
die Füße verkalten und den Husten be
kommen.
i n ch e it schreit und weint fort, bis
endlich nach langem Hader -die Mutter
Sophien ruft und ihr empfiehlt, den Re
genschirm zu nehmen nnd das Kind ein
wenig in die Hard zu tragen.
Wie verkehrt! Das unvernünftige Kind
gebietet und die vernünftig, sein sollen
oe Mutter muß wider Willen gehorchen.
•r«
a k e i n e Z e i z u e s e n
Dos ist die Entschuldigung gewisser Leu
te, die keine Zeitung halten wollen. Aber
das ist durchaus keine Entschuldigung»
characterise vielmehr so recht den eigen
nützigen Menschen denn angenommen
min auch, daß das Familienhaupt nicht
Zeit zum Lesen findet, würde der Frau
und den Kindern eine Zeitung nicht will
kommen sein? Wir wollen auch zugeben,
daß bei dem Mann in vielen Fällen das
Bedürfniß nach einer Zeitung nicht so
groß ist, als bei einer Frau, 'da Ersterer
die Neuigkeiten auf der Straße hört, in
seinem Laden oder bei der Arbeit, und in
neun Fällen ans zehn es versäumt, seiner
Familie etwas davon zu sagen. Mutter
und Tochter, am Tage über mit häusli
chen Arbeiten beschäftigt, erfahren wenig
von den Ereignissen der Welt,es sei denn,
daß sie am Abend eine Zeitung zu lesen
haben. Findet der Mann, dessen Mittel
es ihm erlauben, eine Zeitung zu hqlten,
nicht selbst Zeit zumLesen, so sollte er sei
ner Familie halber abonniren. ^ann er
aber die Kosten für eine Zeitung nicht er­
schwingen, so ist er mir zu
das frank ifttb frei sagt, anstakt'selne Ar
muth Hintex eine so erbärnilichenEntschnt
i u n z u W e i e w i e i e w W e
uns den Text zu diesem
Statistische Ļgaben. ,**
23)DieD
eutschen Sie.b en Tags
Baptisten erschienen zuerst inDentsch
land im Jahre. 1694. Von diesen stam
men die Sieben Tags Baptisten in den
Vereinigten Staaten. Jbre Zahl wurde
geschätzt im Jahre 1860 auf:
187 Prediger und 1,800 Mitglieder.
24) Eine Religionsgesellschaft mit dem
N a e n e i e o n n i o n
i s e n e n s a n i a e 1 8 5 8 i n
Donough County, Illinois. Im folgen
den Jahre 1859 hatte diese Religionsge
sellschaft:
1 Prediger, 4 Licentiaten und 104 Mit
glieder.
25) Die „Alte Sch u l-", oder „A n
timission Baptisten" bildeten frü
her einen Theil der regelmäßigen Bapti
sten. Ihre Prediger dürfen nicht stndiren,
auch nehmen sie keinen Theil an Bibelge
sellschaften und Missionsgesellschaften.
Ihre Zahl wurde angegeben im Jahre
1867 auf:
1,800 Kirchen und 105,000 Mitglie
der.
26) Die Sechs Principle Bap
ti st e n nahmen ihren Anfang in Rhode
Island im Jahre 1665. Sie unter
scheiden sich von den anderen Baptisten
dadurch, daß sie ihre Eigentümlichkeiten
aus den ersten drei Versen des sechsten
Kapitels des Brieses an die Hebräer ent-
nehmen.
Ihre Zahl wurde geschätzt, im Jahre
I860 aus:
16 Prediger 18 Kirchen 3000 Mitglie
der.
27) Die River Stüder bilden eine
Religionsgesellschaft in Pennsylvanien
und anderen Gta'atön, "die so genannt
werden, um sie von den deutschen Bapti
sten oder Brüdern zu unterscheiden.
Sie versammeln sich in Wohnhäusern
oder Scheunen, worin Sitze angebracht
werden. Sonst haben sie Aehnlichkeit
mit-den deutschen Brüdern.
Ihre Zahl wurde im Jahre 1860 an
gegeben aus:
65. Prediger 80 Kirchen 7000 Mitglie
der.
28) Die IüngerChri st i, oder wie
sie auch genannt werden, die „Baptisten,"
„Resormirte Baptisten," „Reformers,"
„Campbelliten" ic. erschienen im Anfang
dieses Jahrhundert. Ihre Stifter waren
Thomas und Alexander Campbell in
Pennsylvanien.
Im Jahre 1867 wurde ihre Zahl an
gegeben auf:
300,000 Mitglieder.
29) Die Puritaner oder Cong re
a i o n.a ist e n erschienen im Anfang
der Regierung der KoniginElisabeth.Die
se Religionsgesellschast ist die am meisten
verbreitete in den Neu-England Staa
ten.
Ihre Zahl wurde angegeben im ^ahre
1869 ans:
Kir
der.
30) Die Religionsgesellschast det Uni
tatianer entstand in diesem Lande
aus einer Meinungsverschiedenheit unter
den Congregationalisten über die Gott
heit Christi. Die Zahl der Mitglieder
wird von ihnen niemals angegeben.
looy im
n-1l.
3,043 Kirchen und 300,362 Mtiglte-
Sie zählten im Jahre 1867:
370 Prediger und 300 Gesellschaften.
(Fortsetzung folgt.)

e a s k a n n u a u s n i

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