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Ohio. [volume] (Pomeroy, O. [Ohio]) 1873-1874, August 07, 1873, Image 1

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Die „Ohio" erscheint jeden Donnerstag Abend.
G3T* Einsendungen sind zu qdrc|fireii an:
Roy. Joseph Jessing, Pomeroy O.
Ärief.' ohne Namen werden nicht berücksichtigt.
1.
Wochenschau.
(Unland.)
Großes Feuer in Portland,
Oregon.
-In Portland,Oregon brach am Wams
tag Morgen eine verheerende Feuers
fcnntst aus. Bis zum Nachmittage wurde
r.mn erst Herr des Feuers nachdem 23
Hänsergevierte verbrannt waren. Das
yrcucr brach in einem Möbelgeschäft aus
und man vermnthet, daß es das gräßliche
Werk eines Brandstifters sei. Spritzen
und Löschmannschaften eilten auf die
.-künde von dem Feuer von allen Seiten
Iierbei. Die Feuerwehr von Salem legte
in 51 Minuten mit der Eisenbahn 69
Meilen zurück. Ein Dampfer brachte
die Feuerwehr von Eonvers, 18 Meilen,
iv. 15 Minuten zur Brandstätte. Ein
Mitglied der Feuerwehr brach das Bein
und mehrere andere wurden schwer ver
leM. Als die Feuerwehr von Salem an
langte lagen bereits sieben Squares in
Asche. Der scharfe Wind trieb das Feuer
n a a e n i u n e n i n S o a
das Feuer an einer Straße unterdrückt
tvetr, brach es wieder an einer anderen
aus. Viele Geschäftshäuser und über
150 Wohnhäuser sind abgebrannt. Mehr
«IS 200 Familien sind obdachlos gewor
den. Der Verlust wird auf $1,500,000
geschätzt.' Viele Leute, die am Tage vor
dem Feuer noch reich waren, haben jetzt
keinen Cent Vermögen mehr.—. Am
Nachmittag brach abermals an zwei ver
ichiedenen Stellen Feuer aus. Ein
Brandstifter wurde verhaftet. Der Mö
delhündler Samuel Löwenstein wurde
getödtet. Der Stadtschatzmeister wurde
arg verbrannt. Am Nachmittag wurde
noch ein Stall in Brand gesteckt. Zwei
dieser That verdächtige Männer wurden
verhaftet. Die Kirchen der Stadt sind
in Wohnungen umgewandelt worden.
Die Nothund das Elend ist unbeschreib
lich.
o u u s O 3 1 u i a n k u o n
ein äußerst achtbarer junger Mann hu Dienste
der Mantle und Grate Co., wurde heute Nach
mittag getödtet, während er im Begriffe war,
tin Kamingesimse in das zweite Stockwerk der
Fabrik hinaufzuziehen. Als. dieses nämlich
schon in großer Höhe angelangt 'war, riß der
Strick nnd daß Gesime stürzte aus Fulton herab
und tödtete ihn auf der Stelle.
N o w i o n n 1 A u u s e s i e
Flügel der Norwich Bleichfabrik brannte heute
morgen ab. Verlust $*76000.
a i o e 1 A u u s .- N i o s o n
im6 Haltphaue die erwiesenen Mörder der Frau
samplet), wurden heute gegen 10 Uhr Morgens
hingerichtet.
i e o u s i u a n e v o n O i o w i s i
am 8. August vertagen, um am 2. December,
und zwar in Cincinnati, wieder zusammen
zutreten.
i s u a 4 A u u s I n
Butler waren am Samstag Abend auf
der Farm von W. Preston drei Arbeiter
mit dem Bohren nach einer Oelquelle be
schäftigt und hatten kaum dieselbe erreicht
als das Hervorquellende Oel in Brand
gerieth. Die Flamme schoß wohl lOOFnß
hoch und verbrannte die unglücklichen Ar
beiter, deren Leichname erst Heute aufge
funden wurden.
Ei« Wochenblatt für Wahrheit
Wochenschau.
(Ausland.)
Das protestantische Volksblatt
die folenden beachteuswerthen Geständ
nisse:
„Handelte es sich allein um die Abwehr
von Uebergrisfen Roms, die Staatsregje
rung würde alle positiv Evangelischen zu
ihrer Unterstützung freudig bereit finden.
Die gethanen Schritte gehen aber viel
weiter, sie greifen den. Gegner auf seinem
Gebiete au und wollen ihn in seiner bis
herigcn Existenzweise lahm legen. Dazu
sind sie auch gegen die evangelische Kirche
mit gerichtet, die doch zn solcher BeHand
luug in keiner Wsise Anlaß gegeben hat.
Das Alles beweist, hinlänglich, daß diese
e w e u n i e U s a e a n e s w o
hat, als in der veränderten Stellung
Roms, daß sie auch ohne Proklamirung
des Jnfallibilitätsdogma's entstanden
wäre, daß ihre Qnelle in dem Hochgtstei
gerten Selbstgefühl der deutschen Reichs
e v ö k e n n z u s u e n i s w e e i e
K i e a s e s e n a n i n
e i n e s e i e s ö e e O
n u n u n e u e u n s i i s
Der katholischen Kirche gilt dieser Angriff
Zunächst, weil in ihr d?r Reichscharakter
der Kirche vermöge ihrer festen Organi
sation am schärfsten ausgeprägt ist und
am kräftigsten sich fühlbar macht."
„Es konnte nicht anders kommen, als
es gekommen ist, das meinen wir, müßte
jedem Tieferblickenden offenbar sein.
War nicht Demüthignng und rechtschaf
feite Umkehr zu Gott die Frucht unserer
S i e e s o u e s i e U e e
u n u n w e i e e A k e v o n
Gott sei n war sie das, so mußte eine
Spannung zwischen Staat nfid Kirche
eintreten, die sich leicht bis zur offenen
Feindschaft von Verfolgung steigern
kann."
i z a n s e u s a n v e i e e
nen Jesuiten hab.en in der englischen
Grafschaft Lancashire eine neue Heimath
gefunden., Dort haben die Brüder Sta
pletou ihnen ein Gut zur Verfügung ge
stellt,und die Jesuiten haben' in Dillan
Hall ein Noviciat errichM in- welchem begangen haben, als daß sie Mitglieder
etwa 100 deutsche Lehrerund Stud,reede einer religiösen Bruderschaft sind. Dies
sich befinden. Andere Jesuiten haben ^äre ein Thema für die sogen. Liberalen
sich in Sonyhurst lind in Nordwales nie- ^der deutsch-amerikanischen Presse allein
dergelassen. da wird geschwiegen, zum Beweise, wie
Aus Spanien lauten die Nachrichteniwenig sie djx wahre Liberalität zu wür
sehr ungünstig für die Madrider Regie- Idigen wissen. (N. 9). Presse.)
i'tififl. Mehrere Städte, n. A. Cartha-! Rom, 13. Juli. Man spricht ängen
gena uubAlcöy,sind in denHände/l derJn-! blicklich in der ganzen Stadt von nichts
ternationalisten, in Barcelona und Ma-! anderem, als von dem Projekt, toieHaltpt
laga ist die Regierung nur noch dem !stadt von Rom zu verlegen, weil pom Kö
Namennach ander der Spitze, uberall! «ig abwärts Niemand sich hier behaglich
Unordnung und Ungehorsam. Der'
General Castagnon ist mit seiner' ganzen
Abtheilung den Karlisten unterlegen,
welche 800 Gefangene machten und
mehrere Geschütze eroberten. In Pueuta
Steina hat eine Trnppenabtheiluug vor
den Karlisten die Waffen niedergelegt
und zwei Geschütze ausgeliefert. Noch
verschienene andere Erfolge der Karlisten
werden gemeldet ihr Generrl Elio soll
lacht deutsche Osficiere in seinem Stabe
zählen. Berga ist in ihren Händen und
folgung in feiner Ausgabe vom 9. Juli ]^etl denselben neue Fuhrer gegeben
Die ,Volks-Itg/ schreibt: „Berlin,
die Mcftopolc dF Intelligenz,, scheint
nachgerade auch den Charakter einer
e 1 o o e- e e e r
thumö anzsinehmen. Nach de^ stati
stischen Auszeichnungen 'der Stadtvogtei
haben sich zwar die Zahlen der Bestra
sungen seit 1867 von Jahr zu Jahr ver
ringert, allein diese Abnahme ist lediglich
auf die Gunst äußerer Verhältnisse nnd
auf die Anwendung'der milderen Praxis
in der Rechtspflege zurückzuführen. Die
Gefammtzahl der jetzt hier lebenden Be
straften dürste Ach aus etwa 40,000 be
laufen und bei einer Berechnung der Ein
wohnerzahl von etwa 820,000 Seelen
würde in Berlin aus je 20 bis 21- Per
sonen ein Bestrafter'kommen. Die Hälfte
der Bestraften sind rückfällige Verbrecher,
etwa der vierte Theil gehört dem weibli
che» Geschlechte an. Mit stärksten ist die
Altersklasse van 20—30' Jahres -veMe°
ten, säst-eben so stark, wie sämmtliche an
bere Altersklassen znsammenzgenommeu.
Die bei weitem größte Zahler bestraften
Verbrecher sind Diebe."
Z n hriit nv e rfok n ng im
en fch en- ei ch e. Am lchtenMitt
woch kamen vier aus dem Deutschen Rei
che wegen ihrer Staatsgefährlichkeit ver
bannteOrdenslente mit dem französischen
Dampfte in unserem Hafen an. Es wa
ren zwar keine Jesuiten, deren Gefähr-
lichkeit ja fo erwiesen ist, daß man wegen
ihrerAnsrottnng Te De um laudamus
in allen liberalen Zeitungen anstimmt.Es
sind alle vier geborene Rycinländer. Ei
ner von ihnen hat sogar zwei Verdienst
Medaillen für die im letzten Kriege gelei
steten Dienste mitgebracht, die ihm als
unvergeßliches Andenken der Dankbarkeit
der deutschen Regierung stets thenar sein
werden. Während man im neuen Deut
schen Reiche Gründerschwindel. Prostitn
tion und alle Laster fröhlich gedeihen
läßt, uiüsjen Männer in dieses freie Land
fliehen, die kein- anderes Staatsverbrechen
fühlt. Zugleich soll die Verfosgung eine
Strafe fffr die Römer lein, welche sich in
ihrer großen Mehrzahl nicht an die neue
Lage der Dinge gewöhnen können: Wenn
ich auch weit davon entfernt bin, dieAus
führnng dieses Projektes für bevorste
hend zu halten,so läßt sich doch nicht leug
nen, daß viele Umstände sich vereinigen,
die WahlRom's zurHauptstadt als durch-
Preise der Anzeigen.
Es kosten
w
.0.75
1.50
v
a
J.00
2.00
5 aciCe«: lo.Tö.'
10 Zeilnn .00.
Bestellungen
(U)0
15.00
und
^.Anzeigen
werden angenommen in Pomeroy
üd der'Officc der „O'h.i o^.
.Front Straße,
0 Thiiren unterhalb Court Straße.
Mecht.
«tri»
üus verfehlt erscheinen zu lassen/ König
Victor Emanuel selbst weilt nur höchst
ungern in Rom, und es ist auch außeror
dentlich schwierig, die Senatoren und
Depntirten hier zu versammeln. Dazu
kommt uoch, daßman ausRom unmöglich
in einigen Jahrzehnten und ohne imetx
meßliche Ausgaben eine moderne Haupt
stadt, 'wie Tnrinz Florenz^ »der Peapel,
waches kann. Auch nimmt die Abnei
gung d'er Römer selbst gegen die neue
Ordnuug der DiNge täglich zu und ver
hinderte soss5r bisher die Bildung eines
tüchtigen Mnnicipiums. Eiw'Theil der
Regierung ist bis heute noch in Florenz,
und man weiß garyicht,. wo tittyi dieselbe
hier unterbringen soll. .. SchnnMche Be
amte gehen höchst ungern nach Rom wc
'-gen der außerordentlichen Theuernng nnd
'wegen der im Sommcr unerträglichen
Hitze. Endlich hofft man, daß, wenn die
Hmiptstadt nicht mehr inRom ist, derVa
tikan viellcicht^eher anf^ Herstellung eines
modus vivendi eingehen werde
..Miere neuen Herrn in Rom sind ein
mal gegen Kirchen von einer solchen
Wuth ergriffen wie der Stier gegen das
rothe Tuch.- So hat die Italienische
Regierung befohlen, zwei der ältesten
Kirchen ans dem 1. und 3. Jahrhunderte
niederzureißen. Es sind dieß die Kirche
der St. Pudenziana und jene des St.
Vitale. Was an der Stelle dieser zwei
berühmten Kirchen entstehen wird, weiß
wohl die Regierung selbst noch nicht, denn
sie.feilscht mit den expropriirten Kirchen.
Der Meistbietende bekommt dann die
Kirche, ef kann dann daraus machen was
er will. Macht er z. B. ein Prostitutions
Haus daraus, die Regierung hat nichts
dagegen. Es scheint fast, als ob wir dem
Culminations Punkte nahe sein und ich
citire "bdfni? die Worte des hochwürdigcn
Pater General der Gesellschaft Jesu.
„Nun man die Fundamente der Religion
angreift, ist der Sieg um so -näher und
um so sicherer."
Selbst jene römischen Familien, die cs
mit denBresche-Männern hielten,Scheinen
die Ansicht des Höcht». Pater General zu
haben, ohne daß er mit ihnen sprach
denn seit dem 20. Sept. 1870 brachen sie
alle Freundschaft mit dem Papste Treu
gebliebenen ab ja es. ging soweit, daß sie
dieselben auf der Straße nicht mehr grüß
ten jetzt aber nähern sie sich denselben,
und wenn die Papaliner sie um diesen
plötzlichen Wechsel fragen, so gestehen sie
heimlich ein, daß sie überzeugt von dem
baldigen Triumphe des Papstes seien,
aber natürlich sich nichts davon merken
lassen dürfen. Als in den Jahren 1848
und 49 die römische Repnblick ihrem Ende
nahe zu sein schien, war auch derselbe Fall
eingetreten. Mit wenigen Worten: es
schwebt Etwas in der Luft, von dem sich
Niemand Rechenschaft geben kamt, an
das aber Jedermann glaubt, nämlich:
der Trinmph der katholischen Kirche.
W'i e n, 2. August. Bei einem Feuer
welches heute im Ansstellungsgcbäude
ausbrach, verbrannte das elsaß lothrin
gensche Bauernhaus.

8.00' I 5Ü0
5.00 I 9.00
Pomeroy, O. den 7 August 1878. No. 15

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