OCR Interpretation


Ohio. [volume] (Pomeroy, O. [Ohio]) 1873-1874, August 14, 1873, Image 1

Image and text provided by Ohio History Connection, Columbus, OH

Persistent link: https://chroniclingamerica.loc.gov/lccn/sn91069200/1873-08-14/ed-1/seq-1/

What is OCR?


Thumbnail for

Abonnements Preis.
Die „Ohio" kostet.unter Vorausbezahlung:
für ein
Zahr7'..V.
.... ,$l.5Ö.
für Monate /.... ^...... .$1.00.
frei nach Deutschland für 1 Jahr. $3.50.
Die „Ohio" erscheint jeden Donnerstag Abend.
ÖF" Einsendungen sind zu adressiren an:
Rev. Joseph Jessing, Poineroy O.
yriefe ohne Naincn werden nicht berücksichtigt.
rnn
Wochenschau.
(Inland.)
Großes Feuer in Portland,
Maine.
Am Samstag d. 9. August entstand im
New Porker Fracht-Schuppen nahe dem
Dampfer Dingo in Portland, Me. ein
Feuer, und das Boot stand beinahe au
genblicklich in Flammen. Es würde in ei
nev halben Stunde ausgeladen worden
ieiit. Das Feuer dehnte sich dann' noch
über mehrere andere Dampfer aus und
es wurden, ehe man des FenersHerr wur
de noch mehrere Frachtschuppen und La
gerhäuser zerstört. Auch Menschenleben
sind bei dem Feuer zu beklagen.
Die ertritnkenen Frauenzimmer hatten
Brandwunden und zwar brannten die
Kleider der Nettie Mc Carthy, als sie
über Bord sprang. Der historische Dam
pser „Chesapeake" lag zur Zeit, als das
Feuer ausbrach an dem an Galt's Werst
oberhalb angrenzenden Franklin Werst
doch wurde er von 300 Personen nach
dem Customhouse Werft bugsirt und ge
rettqt. Man hat den Leichnam Frank
Taylors gefunden, doch hat man bis jetzt
vergeblich nach dem Leichnam des kleinen
Mädchens gesucht, wie -wohl man kaum
noch einen Zweifel über ihrSchicksal hegt.
William Madison, ein Auflader, welcher
rich im Nanme des „Dingo" befand,
sprang nach dem Ausbruch des Feuers
über Bord und ertrank ohne Zweifel. Es
sind demnach zwei Männer, zwei Frauen
zimmer und ein kleines Mädchen ums
Leben gekommen.
DerGesammtverlust betrügt wenigstens
$600,000.
e e i k s n V a 8 A u u s
Der Dampfer „Wawassett", welcher den
Patomac zwischen Washington uud Cu
riman befuhr, gerieth heute um 12 Uhr
•Ui Chatalon in Brand und wurde günz
itch zerstört. Derselbe hatte etwa 150
Passagiere an Bord und etwa 40 bis 50
Menschenleben gingen verloren. Bis um
2 Uhr wurden 6 Leichen aufgefunden,
drei weiße Damen und ein Kind und zwei
farbige Kinder.
W a s i n o n, 8- August. Spezial
a gent Mc Kizer vom Postdepartement be
richtet von Salt Lake City, daß die Be
raubungen von Postkutschen in den Ro
cky Mountains.häufig werden. Am 19.
l). M. wurde die Postkutsche nach Mon
taua in der Nähe von Pleasant Valley
von Räubern angefallen, welche die Ex
preß vvn Wells Fargo und Co. um
$9000 in baarem Gelde beraubten, jedoch
die Postsachen nicht berührten. Die
Räuber wurden verhaftet. Einige Tage
später wurde, ans derselben Straße iq der
Nähe von Snakeriver auf die Postkutsche
geschossen und der Kutscher tödtlich tier
»rundet. Der arme Kerl hatte noch Gei
stesgegenwart genug auf seine Pferde
loszupeitschen, wodurch Alles, nur sein
eigenes Leben nicht gerettet wurde.
Am 24. v. M. wurde eine Postkutsche
an der Kellin ziud Boisestraße in der Nä
he des Snakeriver angefallen, Und. der
Postsack und die Geldkiste Well Fargos
geraubt.
V o K u z e u e i w o o
Sandzug der Philadelphia und Erie
Bahn in einer dunkeln Nacht über einen
Mann hinweg, der mitten zwischen dem
Geleise lag. Der Ingenieur bemerkte den
Mann erst, als der Zug bei ihm ange
kommen und nicht mehr anzuhalten war.
Gleich darauf wurde der Zug. aber zum
Stehen gebracht und die Mannschaft des
selben begab sich nach der vermeintlichen
I Unglücksstätte zurück, um nach dem Ue
^bersahrenen zu sehen. Wie groß war aber
ihr Erstaunen, als sie sahen, daß der
i
Mann fest schlief und nicht verletzt wor
^den war. Als man ihn weckte, wurde er
i ärgerlich und sagte: „Ich denke, daß ein
Mann sich schlafen legen darf, wo es ihm
gefällt, vorausgesetzt, daß er den genos
senen Schnaps bezahlt Hat."
I New Nock, 4 Aug. Gegen Ende letzter Woche
I kam hier eine Colonic von dreihundert Gmi
granten aus Rußland an. Eine andere große
Colonic, welche aus 15,000 bis 20,000 Personen
bestehen soll, trifft jetzt Verbreitungen, um nach
diesems Lande auszuwandern. Ein Theil dersel
ben wird Anfangs October hier eintreffen ES
befinden sich viele reiche Familien unter densel
I ben, welche wie es heißt, zusaminenvon^vierzehn
bis fünfzehn Millionen Dollars in Gold mit«
bringen.JhreAgentcn habenLändereicn in Iowa,
Nebraska, Minefota und Dakotah für deren
Niederlassung ausgewählt.
En o a ist noch immer im Zunehmen
begriffen. Während des Monats Juli
kamen allein in New $orf, 23,545 Emi
granten an. Im selben Monat vorigen
Jahres indes 27,486.— Vom ersten Ja
nuar bis zum August kamen im Ganzen
183,912 und letztes Jahr 185,673 Emi
granten in New $orf an. Man Hat
ausgefunden,daß die große Mehrzahl die
ses neuen Zuwachses unserer Bevölkerung
ihren Wohnsitz in den nördlichen und
westlichen Staaten aufschlägt Nach dem
Süden gehen nur sehr Wenige, da die
Arbeit dort noch immer verachtet ist. So
lange dies nicht anders wird, kann der
Süden auf keinen neuen Zuwachs seiner
Bevölkerung durch Einwanderung rech
nen.
i e V e i n u n e s e e a
phensystems mit dem Postdepartement
bildet noch immer einen Gegenstand
des Nachdenkens der Befürworter des
Projekts.
Der General-Postmeister beabsichtigt,
dem nächsten Kongreß ein Memorial
vorzulegen und die Instandsetzung der
Verschmelzung zp befürworten.
I n S e u e n o u n y I n i a n a
wurde vor einigen Tagen ein Blitzablei
ter-Agent auf der Landstraße vom Blitz
erschlagen....Die.Landleute begruben ihn
am Wege. i
schieden, das die Briefträger nur dann
das Recht haben, die Postkarten zu le
sen, wenn' Unsiitn oder obscöne Sachen
darauf stehen. Können sie das riechen?
für Wahrheit «nv Recht.
Wochenschau.
(Ausland.)
Im e u s ch e n e
i ch e scheinen sich
die Dinge nicht so rosig zu gestalten, wie
man nach den kriegerischen Erfolgen und
der Einfuhr von Milliarden zu erwarten
sich berechtigt glaubte. Ueberall wird über
den Mangel an Lehrern bitter geklagt,
und die noch angestellten Erzieher des
Volkes suchen ihr Amt mit andern An
stellungen zu vertauschen. Nach der
„Volkszeitung" haben sich nur in der
Provinz Posen neuerdings 50 Lehrer zum
Eintritt in den Eisenbahndienst der kö
niglichen Ostbahn gemeldet. Nach zuver
lässigen Mitteilungen hat die tönigl.
Regierung zu Bomberg die königl Dim
tion der Ostbahn gebeten, diese Lehrer
doch nicht anzunehmen, wenigstens vor
läufig noch warten zu lassen. Auch ist von
Schulinspektoren bereits das nöthige ge
schehen, um den Lehrern den Austritt aus
dem Lehrerstande zu erschweren. Die
„Ostd. Ztg." erfährt, daß auch den Post
Behörden eine geheime Weisung zugegan
gen fein soll, die Bewerber aus dem Seh
rerstande um Zulassung zum Postdienste
einfach abzuweisen.
S w e i z 1 2 u e W i e e i n o r
respondent berichtet und englische Blätter
es bestätigen, ereignete sich in der freien
republikanischen Schweiz am 8. Juli eine
Sch'andthat. die einjtrauriges Licht über
die Schweizer Zustände wirst. Am ge
nannten Tage kehrte nämlich auf dem
Dampfboote eine 300 Mann starke Sän
gergesellschaft von dem Musikfeste in Lu
zern nach Zürich und Basel zurück. Der
Steamer hielt an verschiedenen Platzen
an und an einem derselben bestieg der
ans Basel durch Staats-Despotismus
vertriebene Bischof Lachat das Boot, be
gleitet von drei Priestern. Er hatte
kaum seinen Sitz auf dem Verdecke gfc
nominell, als zwei Säuger zu ihm traten
und ihn auf's Gröbste iiifuJttirten. Als
diese beiden Flegel sahen, daß der Bi
schof fich um ihr gemeines Geschwätz nicht
bekümmerte, setzten sie sich an seine Seite
und fuhren fort, mit ihrem Geschrei, was
zuletzt die ganze Schaar der 300 Sänger
herbeilockte. Der gute Bischof saß da
umringt, wie einst der Heiland bei Kai
phas von einer Rotte flegelhafter Men
schen. Um diesen gebildet sein wollen
den Gesindel zu entgehen, begab sich der
Bischof zuletzt hinab in die Kajüte.
Allein auch dahiy folgte ihm die brül
lende Rotte. Der arme Bischof, um
noch Aergerem zu entgehen, verließ des
halb zu Beckenried das Boot unter dem
Pfeifen und Geheul dieser 300 „Gebilde
ten". Kein einziger Anwesender hatte
den Muth diese Menschen in die Schran
k e n e s A n s a n e s z u w e i s e n n u e i n
Passagier, ein Protestant und Hanno
veraner, zeigte ihm seine Theilnahme.
Dieses Ereigniß beweist, wie groß die
Intoleranz und der Fanatismus unserer
heutigen sogenannten- „Liberalen" ist. -Es
ist aber das nicht zu verwundern, arbeitet
ja täglich die sogenannte „liberale"
Presse auf solche Verwildernng'szustände
hin.
Preise der Anzeigen.
V. es
co
Es kosten
SS.
St'*
A
s.
Bestellungen
13t u 13
-er
S Zeilen 0.50 0.75 1.00 3.00 5.00 9.00
10 Zeilen: 1.00 1.60 2.00 5.00 9.00 15.00
und
Anzeigen
werden-angenommen in Pomeroy
in der Office der „Ohio"
Front Straße,
6 Thiiren unterhalb Court Straße.
No. I«
Der Herald Correspondent gibt eine
graphische Beschreibung von der religio
seit öffentlichen Erhebung, welche alle
Klassen und Ortschaften Frankreichs vom
Norden bis an die Pyrapäen durchdringt
und sich besonders in endlosen Wallfahr
ten offenbart. Man glaubt sich in die
Zeiten der Kreuzzüge zurückversetzt, so
groß ist der allgemeine Enthusiasmus.
Diese religiösen Erhebungen, die sich nach
Deutschland und Italien bereits ansdeh
nett, sollen ein öffentlicher Protest gegen
den angriffsweise voranschreitenden Un
glauben und das durch Staatsgewalt ge
stützte Neuheidenthum, feilt. Der erwähn
te Correspondent bemerkt, wer diese Vor
gänge nicht mitangesehen hat, möchte
kaum an ihre Möglichkeit glauben und
man scheint in die Zeiten des Mittelal
ters zurückversetzt.
Der Unglaube spottet zwar und gibt
vor, das ganze sei nur ein Spiel der Kle
rikalen, ja die italienische Regierung sucht
diese Züge zu unterdrücken, vorgebend,
sie könnten die Cholera verbreiten.
Allein Alles ist umsonst und immer wei
ter breitet sich diese religiöse Strömung
aus. 10,000,40,000. ja 60,000 strömen
den Heiligthiimern und Kirchen zu unter
öffentlichen Gebeten und Liedern. Wer
hätte so etwas von dem einst ganz vom
Unglauben durchschauerten Frankreich
erwartet? Wahrlich Frankreich kehrt zum
Christenthum wieder zurück und sucht in
seinem Unglücke da Rettung, wo allein
das Heil zu erwarten ist.
Die älteste Zeitung der Welt
sind wohl die "Acta populi romani
diurna", von welcher eine Nummer aus
dem Jahre 168 vor Christi Geburt er
halten ist. Dieselbe lautet in der Über
setzung wie folgt. „Den 29. März. Der
Consul Licinins versah heute dieAmtsge
walt,— Ein schweres ©twitter ging heute
nieder und der Blitz zersplitterte eine Ei
che kurz nach Mittag in der Nähe des
Beli'schen Hügels. In einem Wirths
hause am Fuße des Janushügels kam es
zu einer Schlägerei, bei welcher der Wirth
der Schänke „Zum Bären mit dem Helm"
sehr schwer verwundet wurde. Der
Adil Titinius strafte die Fleichhacker,
weil diese dem Volke Fleisch verkauft hat
ten, ohne dasselbe erst der behördlichen
Besichtigung zu unterbreiten. Für das
Strafgeld wurde der Göttin eine Kapelle
erbaut. Der Wechsler Aufidius aus
der Wechselstube zum cimbrischen Schild
wurde heute mit einer großen Schulden
masse flüchtig. Er wurde indeß auf der
Flucht eingeholt, u. da von demGelde, das
die Leute bei ihm angelegt hatten, noch
nichts verloren gegangen war, verurteilte
ihn der Prätor Fontejus, die Einlagen
unverzüglich zurückzuerstatten. Der
Räuberhauptmann Demiphon, der vom
Legaten Nervei gefangen wurde ist heute
an's Kreuz geschlagen worden. Die
kartagische Flotte ist heute in den Hafen
von Ostia eingelaufen." (Wo dieses
interessante Blatt fich gegenwärtig befin
det, ist nicht angegeben. Heber seine
Echtheit wollen wir uns den Kopf nicht
zerbrechen.)

Hahr 1. Poineroy, O. den August 1878.
i e E i n w a n e u n a n s
i e o s i k i o n a e n

xml | txt