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Ohio. [volume] (Pomeroy, O. [Ohio]) 1873-1874, October 30, 1873, Image 1

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Die „Ohio" erscheint jeden Donnerstag Abend.
B3F°
Einsendungen sind zu adressiren an:
Briefe ohne Namen werden nicht berücksichtigt.
Wochenschau.
(Inland.)
W a s i n o n 2 4 O k
Der Schatzamtsseeretär Richardson hat
in Verbindung mit dem PräsidentenGrant
beschlossen, den ersten Schritt zur Wieder
aufnehme der Hartgeldzahlung zu thun
und demgemäß den Ver. Staaten Schatz
meister und dessen Assistenten angewiesen,
von nächster Woche an Silbergeld, eben
sowie Greenbacks oder Currency auszu
zahlen und das Eine gegen das Andere
je nach Wunsch umzutauschen.
Der Director der Ver. Staaten-Münze
hat in Gemäßheit der Ansichten des Prä
sidenten und des Schatzamtsfecretärs über
die Wiederaufnahme der Hartgeldzahlung
umfassende Vorbereitungen zum Prägen
von Gold- und Silbermünzen zu einem
bisher beispiellosen Betrage getroffen,
damit er auf die Wiederaufnahme der
Hartgeldzahlung vorbereitet ist.
Der Philadelphia Demokrat, ein
Blatt, von dem man gewiß nicht sagen
kann, daß es mit den Katholiken sym
pathisierchvidmetder evangelischen Allianz
noch folgende Nachklänge: „In den
Sitzungen der „Evangelischen Allianz" ist
Manches vorgekommen, was einseitig sek
tirerisch war, oder was die Neigung der
Geistlichen verrieth, sich in die Politik mit
ihren Kirchenfragen einzumischen, oder mit
ihren speciellen Religions-Ansichten. Da
hin gehört das Lobpreisen der Vereinigung
von Kirche und Staat, oder das Schimp
fen auf die politische Tagespresse, welche
der Kirche keine Gewalt in der Politik und
im Staat einräumen will."
e i s 2 3 O i e a e
unserer Stadt ist in der That beklagens
Werth.
Die Seuche, deren Nachlassen
wir schon längst erwarteten, ist ohne
Zweifel wieder im Zunehmen. Seit dun
Erscheinen des gelben Fiebers im Septem
ber hat es bereits über tausend Opfer
gefordert und gegenwärtig befinden sich
gegen tausend Patienten unter ärztlicher
Behandlung. Die gestern vorgekommenen
Todesfälle weisen aus eine Zunahme der
Sterblichkeit hin.
o n o e y A a 2 4 O
Während der letzten 24 Stunden sind hier
vier Todesfälle durch gelbes Fieber vor
gekommen.
S a v a n n a 2 4 O I n a i n
bridge, Ga, ist das gelbe Fieber ausge
brochen. Bis jetzt sind zehn Fülle ge
meldet und es droht eine Auswanderung
der Bevölkerung.
e i s 2 4 O i e S e u e
macht trotz der Kälte während der letzten
paar Tage noch immer Fortschritte. Wäh
rend der letzten Nacht trat Frost ein, war
jedoch nicht stark ge'nug um Hülfe zu
bringen. Das Wetter wird früher keinen
Vortheil bringen, als bis es beständig
kaltbleibt.
Es ist jetzt festgestellt, daß sich die Zahl
der Kranken in der Stadt weit höher be
läuft, als gestern telegraphirt wurde.
Sorgfältige Nachfrage hat ergeben, doß
von 1300 bis 1500 Personen an der
Seuche darnieder liegen.
i e N o k 2 4 O I W
Bohemian ein prominenter Arti- starb
heute, wie man allgemein glaubt, am gel
ben Fieber, und F. I. Moody ein alter
hiesiger Bürger liegt an derselben Kränk
heit so darnieder, daß man keine Hoff
nung auf seine Genesung hat.
E v a n s v i e 2 4 O e o e
Wolf, ein reicher drei Meilen van Hop
kinsville wohnender Farmer, wurde mäh
rend der letzten Nacht in seinem Bette
ermordet. Herr Wolf war 53 Jahre alt
und hatte vor Kurzem eine junge Frau
geheirathet, mit welcher er unglücklich
lebte.
S e v e o a 2 3 O o e
Heute starben hier 8 Personen am gelben
Fieber.
S a n a n i s o 2 5 O o e
Professor Lay steigt heute in einem Luft
ballon in die Höhe und nimmt einen
Friedensrichter und eine junge Dame mit,
welche letztere er in den Wolken heirathen
will.
e i s 2 5 O e u e k a e n
hier 24 Todesfälle durch gelbes Fieber
und 4 durch andere Ursachen vor. Wäh
rend der ganzen Woche starben am gelben
Fieber 169 Personen, eine Abnahme von
79 gegen die vorhergehende Woche.
e i s 2 6 O e u e w u
den nur zehn neue Erkrankungssälle am
gelben Fieber gemeldet. Dr. Blouet
starb heute Abend, ebenso der Polizist
Franklin. Einer der größten Leichenbe-
statter hat noch keine Bestellungen für
morgen erhalten, was seit dem Ausbruch
der Seuche noch an keinem Tage der Fall
war. Heute starben 22 Personen am
gelben Fieber und sechs an anderen
Krankheiten.
S a n a n i s o 2 6 O o e
Gestern geriethen zwei Männer, Van
Enison und Shirtz, in einem Trinklokale
in Sweet Home Valley, 25 Meilen von
Albany, Oregon wegen eines Weit
schießeus in Streit, welcher den Tod der
beiden Betheiligten zur Folge hatte. Van
Enison tödtete nämlich Shirtz durch einen
Stich in die Brust, worauf ein Bruder
des Letzteren dem Mörder durch einen
Schlag das Genick brach und ihn auf der
Stelle tödtete.
i n i n n a i 2 6 O e u e
wurde hier die katholische St. Anna Kirche
für Neger durch den Hochw'ften Erzbischof
Pu
reell mit großer Feierlichkeiteingeweiht.
Die Frau Minna Schwab, die in der
Nacht um 1
Uhr von Samstag auf Sonn
tag spazieren fuhr, verlor ihr Leben, in
dem der Wagen bei der Millcreek Brücke
umschlug und mit den beiden Fuhrleuten
und der Frau in's Wasser fiel. Die bei
den Kutscher retteten ihr Leben, die Iran
ertrank.
a i o e 2 5 O A o s
Buchhalter der Cammissionshändl. Hailey
Bros, wurde wegen Fälschung Verhaftet.
o e s O n 2 5 O E i n a n n
Frau und Kind, welche Fahrbillets von
Chicago nach Brockville hatten, verließen
gestern hier den Eisenbahnzug, indem sie
behaupteten, daß sich auf demselben Per
soncn befänden, welche sie tödten wollten.
Sic begaben sich in ein Hotel, später je
bor!) sprangen sie in eine tiefe Wasserpfütze.
£'V' "'•'?nn und das Kind ertranken, die
v -••och wurde sserettet.
Wochenschau.
(Ausland.)
Aus Deutschland schreibt man:
Man kann gegenwärtig kaum irgend eine
deutsche Zeitung in die Hand nehmen,
ohne auf zweierlei Dinge zu stoßen unter
den politischen Nachrichten finden wir
Tag für Tag Mittheilungen über Maß
regeln, die die Regierung gegenAieBischöfe
und die Geistlichen in Preußen ergreift
im Annoncentheile dagegen finden wir
täglich Arbeiter der verschiedensten Art
gesucht. Was den ersten Punkt angeht,
so häufen sich die Maßregelungen in der
Weise, daß es kaum thunlich ist, alle im
Einzelnen mitzntheilen. Man fragt nur:
Wie soll das enden? Wird es die preu
ßische Regierung über sich gewinnen, der
schweizerischen nachzuahmen, die die „rem
tenten" Geistlichen des Iura einfach ab
setzt und so 6000 treue Katholiken des
geistlichen Trostes beraubt? In Preußen
leben 8 Millionen Katholiken sie bilden
den vierten Theil der Bevölkerung und
sind besonders stark in denjenigen Pro
vinzen vertreten, die durch Bildung, Hau
del und Industrie vor allen übrigen sich
auszeichnen, nämlich Rheinland, West
salen und Schlesien. Mit 8 Millionen
Unterthanen kann schwerlich die preußische
Regierung so umspringen, wie die schwei
zerische mit ihren Tausenden. Man wird
wohl oder übel schließlich doch einsehen,
daß Gesetze sich nach den factischen Ver
hültnissen richten müssen, nicht Verhält
nisse nach willkürlich einer Partei zu Liebe
ersonnenen Gesetzen.
Ein Correspondent des „Baltimore
A e i a n s e i a u s e u s a n
„Nun geht es heimwärts. Unser Dam
pfer ist besetzt. Allein über zweihundert
Zwischendeckspassagiere haben sich ihm
anvertraut. Meist Oesterreicher und
Preußen. Junge Leute, Mädchen und
Männer, besonders viele Buben zwischen
vierzehn und siebzehn Jahren. Warum
sie nach Amerika auswandern? Dem
Kriegsdienst entfliehen sie. Sie würden
sonst bald eintreten müssen. Denn wie
friedlich Europa scheint, so glaubt man
doch allgemein, besonders in Preußen,
das werde nicht lange währen. Eifriger
als je wird dort gedrillt und gewafsnet.
Und während der letzten paar Wochen
sind die Dampfer des Norddeutschen Lloyd
wie andere von der Handelsmarine durch
Regierungs-Beamte vermessen, wie viele
Soldaten sie fortschaffen können. Mit
unerhörter Energie baut man außerdem
neue Forts an den Grenzfestungen. Nie
mand außer Bismarck kann sagen, wo
das Alles hinaus will. Aber Väter und
Mütter schicken zitternd ihre halberwach
seneit Söhne nach Amerika. Man hatte
gehofft, auf die Ueberwindüng Frankreichs
werde Entwaffnung erfolgen. Statt
dessen waren die Kriegsrüstungen in Preu
ßen, Italien und Oesterreich nie so hastig,
als in diesem Augenblick. Auch die Reor
ganisation der französischen Armee schrei
tet rasch vorwärts. Kein intelligenter
Europäer hält die Fürstenbegegnungen
der letzten Monate für Zeichen friedlicher
Absichten. Haben doch ähnliche Zusam
menkünfte sammt obligatenF^ündschafis-
Preise der Anzeigen.
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Es kosten
&
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A
Bestellungen
73.
is
werden angenommen in Pomeroy
in der Office der „O i
o"
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sHo
5 Zeilen
10 Zeilen:
15.00
und
Anzeigen
Front Straße,
6 Thüren unterhalb Court Straße.
bethenerungen in diesem Jahrhunderte
wenigstens »och jedes Mal stattgefun
den, wenn ein großer Krieg vor der Thiire
stand."
Dem bischöflichen Priesterseminar zu
a u n s e ist der Staatszuschuß
entzogen worden. Der Oberpräsident
hat außerdem den Rector des Lyceum
Hosiannm aufgefordert den dortigen Stn
direnden sofort anzuzeigen, daß es ihnen
für die Zukunft verboten ist, während des
akademischenTrienniums in dem Seminar
zu wohnen.
Ans Breslau. Dem „Schleichen
Kirchenblatt" zufolg'e ist durch eiue Ver
süguug des Oberpräsidenten dieAufnahme
neuer Zöglinge in das fürstbischöfliche
Knabenseminar zu Breslau untersagt
worden.
e i e i i e s e e n w i e
finden sich wegen Preßvergehens drei pol
nische Redakteure, bez. Buchhändler in
Gesängnißhast, und zwar in Posen: Dr.
Szymanski, Redakteur des„Oreudownik",.
verurtheilt zu 4 monatlicher Gesängniß
strase, und Buchhändler Chociszewski we
gen Herausgabe der Sammlung „polni
scher Lieder und Gedichte", verurtheilt zu
3 monatlicher Gefängnißstrafe und der
vielgenannte Miarka, Redakteur des
„Catolik", welcher bereits einen Theil sei
ner 9 monatlichen Gefängnißstrafe hinter
sich hat.
Die KölnifcheVolkszeitung
vom 2. Oct. ist zur Abwechselung wieder
einmal konsiscirt worden. Und zwar
wegen einiger Ausdrücke in der dort mit
getheilten Adresse „an die aus Marienthal
und Deutschland vertriebenen Frailen
vom h. Herzen Jesu." Das Actenstück
ist von ca. 200 hochgestellten Damen un
terzeichnet, welche in dem Pensionate jener
Klosterfrauen ihre Erziehung gehabt haben
Es waren bereits die Ausdrücke von der
Redaction gestrichen worden, die ihr „für
unser freies Deutschland zn frei" erschien
nen unter die letzte Kategorie glaubte
aber die confiscirendS Behörde noch etwa
acht nicht unterdrückte Worte bringen zu
können.
a i s 2 4 O a s e o i a
Diplomatique" berichtet, Graf Chambord
beabsichtige, gemäß der von ihm den frem
den Mächten erthcilten Zusicherung, weder
eine aggressive Politik zu verfolgen, noch
die weltliche Herrschaft des Papstes wieder
herzustellen.
Die holländische Regierung zu Java
ist aus ein eigentümliches Auskunfts
mittel verfallen, um das Entweichen der
Staatsgefangenen aus den Festungen
zu hindern. Sie hat nämlich in die
Festungsgräben Krokodille aussetzen lassen
Seit Anwendung dieser
Menschenfreund-
lichen Sicherheitsmaßregel ist keine Ent
weichung vorgekommen.
o 2 3 O k E s w i e i e
der Jesuitengeneral habe den Haupsitz des
Ordens nach Malta verlegt.
o 2 5 O i e i a i e n i s e
Regierung hat bis jetzt noch nicht die Ver
sicherung des Grafen von Cl a uiorb er
halten, daß er keine Aggressiv.-Politik be
folgen und den Papst nicht wieder in seilte
weltliche Macht eut]e: i woüe.

Rev. Joseph Jessing, Pomeroy 0.
u 2« CT
0.50 O.I40 1.00 3.00 5X0
1.00 1.50 2.00 5.00 9.00

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