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Ohio. [volume] (Pomeroy, O. [Ohio]) 1873-1874, November 13, 1873, Image 1

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Herausgegeben zum Besten eines Waisenhauses
für die Diözese Columbus, O.
Die Ohio erscheint jeden Donnerstag.
Preis für ein Jahr $1.50.
Wochenschau.
(Inland.)
S a n a n i s o a 6 N o v
A. Harris, erster Steuermann des Schiffes
,Sunrise" ist auf die Beschuldigung,
Matrosen brutal mißhandelt zu haben,
heute Abend in einem Hause an Townsend
Str. verhaftet worden. Es giebt sich hier
bezüglich des Vorfalles bedeutende Auf
reguug kund, und umstehen wenigstens
tausend Personen das County Gesang
niß, in welchem Harrig sich in Gewahr
font befindet.
i s u 6 N o v i e E s a
naba Furnace Co. und die Cascade Iron
Co. erklärten sich heute in der Vereinigt.
Staaten Registers-Office für.Bankerott.
i s u a 7 N o v i e
Bank-Firma Ira B. McVay. und Co.
hat sich heute durch die Zahlungseinstel
lnng ihrer Korrespondenten im Osten
veranlaßt gesehen, ihreThüren zu schließen.
St. Louis, Mo., 7. Nov. Durch
die Schließung zweier Eisengießereien in
South St. Louis sind etwa zweihundert
^Personen außer Beschäftigung gesetzt
worden. Die „Vnlcan Iron Works"
haben drei ihrer Hochöfen sowie ihr
Schienenwerk geschlossen und an 400
Arbeiter entlassen. Andere Eisenwerke
haben die Arbeit entweder gänzlich einge
stellt oder einen Theil der Arbeiter ent
lassen und ihre Löhne um 20 Prozent
herabgesetzt. Zahlreiche hiesige Fabriken
haben ihre Arbeitskräfte bedeutend vermin
dert, ohne indeß die Löhne zu verringern.
o st o n, 7. Nov. Die Manchester,
N. Kattundruckereien haben bis zum
1. Dezember die Arbeit eingestellt und
hierdurch an 500 Personen außer Ver
dienst gesetzt Die Spinnereien find für
diese Woche geschlossen und werden dem
Vernehmen nach in Zukunft nur an 4
Tagen der Woche in Gang erhalten.
Die Spinnereien der Great Falls
Manufacturing Company werden von
nächsten Montag an anfangen, nur drei
Viertels Tag zu arbeiten.
Die „Amcsbnry Woolen Mills" haben
gestern halbe Arbeitszeit eingeführt.
Die „Salesbury Mills" arbeiten drei
Viertels Zeit.
Die „Mearimac Hat Company" wird
morgen für die Dauer des Monats Nov.
geschlossen.
Eine beträchtliche Anzahl der bei Water
ville an der „Maine Central Bridge"
beschäftigten Arbeiter hat aus Anlaß der
Lohnherabsetzung die Arbeit eingestellt.
Die Maine Central Bahn hat soeben
300 Arbeiter entlassen.
S a n a n i s o N a v e
93er. Staaten Dampfer „Tuscarora" ist
von seiner Fahrt zur Vornahme von Tie
fenmessungen für eine Kabel-Linie nach
dem Orient zurückgekehrt. Derselbe
kreuzte 1,100 Meilen gegen die Meuten
und 100 Meilen westlich von Cape Men
docino und fand einen 4000 Fuß hohen
unterseeischen Berg. Die größte Tiefe,
welche gemessen wurde, betrug 2,443
'Faden. Als der Dampfer sich 140 Meilen
westlich von den Farralone-Jnseln befand,
erhielt er in Folge der späten Jahreszeit
Befehl zurückzukehren.
N e w o 7 N o v Z w e i u n e
und dreißig Arbeiter wurden in dieser
Woche in Green Point entlassen. In
Long Island City wurden hundert Ar
beiter und hundert Schreiner entlassen.
Vierhundert Leute, welche bei den städti
schen Arbeiten in Brooklyn und dreihnn
dert, Welche am Prospect Park beschäftigt
waren, traf das gleiche Schicksal. Die
Guttapercha-Kammfabrik, welche sechs
hundert Leute beschäftigt, hat ihre Ar
beitszeit auf vier Tage in der Woche be
schränkt.
a i s n a 5 N o v U
11 Uhr heute Vormittag, fingen die Alarm
Glocken an zu läuten und bald stellte sich
heraus, daß die Office der Staatsdruckerei
und Buchbinderei an Dritter und Black
berry Str. in Flammen stand. Die
Feuerleute eilten schnell mit ihren Spritzen
herbei, aber schon war es. trotz aller An
strengungen zu spät dem Brand Einhalt
zu thun, und man sah sofort, daß das
Gebäude verloren war. Dicke Rauch
wölken drangen aus den Fenstern, ans
welchen die Arbeiter herabsprangen. Etwa
150 Personen waren in dem Gebäude
beschäftigt, und da sich nur eine Treppe
darin befand, und zwar in nächster Nähe
des Elevators, durch welchen die Flammen
von Flur zu Flur emporschlugen so war
eine Anzahl Arbeiterinnen und Arbeiter
genöthigt, ihre Flucht durch die Fenster
zu bewerkstelligen.
Eine Anzahl Mädchen, welche in der
Buchbinderei beschäftigt waren^entkamen
durch die eisernen Fensterrahmen im zwei
ten Stock auf das Gesimse der Front an
Dritter Straße und wurden von dort mit
Leitern herabgeholt. Ein Mädchen sprang
vom zweiten, eine vom dritten Stockwerk
herab, und beide entkamen mit leichten
Schrammen. Einige Arbeiter wurden im
Gedränge bei der Flucht leicht verletzt.
Ein wahres Wunder ist es, daß alle Ar
beiter glücklich entkamen, wie wenigstens
allgemein angenommen wird. Das Ge
bände war ein.sogenanntes „feuerfestes",
d. h. es brannte wie Zunder.
Von der Druckerei verbreiteten sich die
Flammen nach den benachbarten Gebäu
den in Dritter Straße und Blackberry
Alley. Schwarz's Leihstall, das Lochiel
Hotel und die Häuser an der dritten Straße
waren sämmtlich in Gefahr. Nur mit
der größten Anstrengung wurde dasLochiel
Hotel gerettet. Die Hitze in der Nähe
des brennenden Gebäudes war furchtbar,
plötzlich stürzte die Frontmauer ein, nach
dem sich alle in der Nähe befindlichen
Personen gerettet hatten, und brach die
Front von einem der gegenüberstehenden
Häuser ein, beschädigte ein anderes und
bedeckte die Straßen mit Trümmern. Das
war das Ende der Feuersbrunst. Man
glaubt, daß das Feuer in den Papierhäu
sertt im Keller durch Selbstentzündung
entstanden sei, da man dort niemals Licht
oder Feuer hinbrachte. Das Gebäude
war nicht versichert. Was an Büchern
und Dokumenten verloren ging ist noch
nicht genau ermittelt worden. Die Pro
tokolle der letzten Verfassungs-Convention
aber sind nicht mehr, so viel steht fest.
Schade um diese historischen Nachweise
langweiliger Berathungen.
Ein Familienblatt für Wahrheit und Recht zur Belehrung und Unterhaltung.
Mo. $69v
Jahr l. Pomeroy, K. de»» 18 November 187S.
Am 31. Oct. haben diespanischen
k a st e a i s ch e n Behörden auf der See
das mit Amerikanern bemannte Schiff
Virginins gekapert und nach der Jnses
Cuba gebracht. Vier Tage später haben
dann die Spanier vier Amerikaner von
diesem Schiff amtlich erschossen. Das
kann nun leicht große Verwickelungen
zwischen unserem Lande und Spanien ab
setzen. Sekretär Fish in Washington
hat eine sofortige Untersuchung über das
Blutbad angeordnet und wird vollstän
dige Genugtuung für diese unserem Lande
zugefügte Beleidigung verlangen.
N e w 9 o k 9 N o v i e i e s i e
kubanische Junta kündigt an, daß sie
alle Mittel aufbieten werde, um eine
Expedition nach Cuba auszurüsten, welche
die Hinrichtung der anBord desDampfers
„Virginius" gefangen genommenen Pa
trioten rächen soll. Das zu formirende
Corps soll nur aus Amerikanern bestehen.
Bereits haben sich 2000 Personen ein
schreiben
lassen, unter denen viele erprobte
ehemalige Soldaten sich befinden. Mor
gen findet eine Massenversammlung der
hiesigen Cubauer statt, um ihrem Unwillen
über das Verfahren der spanischen Be
Hörden Ausdruck zu geben.
General Quesada ist mit derFormiruug
einer anderen Expedition beschäftigt, und
soll bereits 3000 Mann auf der Muster
rolle haben, von denen die Meisten Cu
baner und Exilirte sind. Das Cubanische
Hanptqnartier ist mit Personen angefüllt
welche sich zu der bevorstehenden Expedi
tion anwerben lassen wollen.
Die hiesigen Cuba iter traten heute zu
einer Massenversammlung zusammen in
welcher HilarioCisneros den Vorsitzführte.
Es wurden patriotische Reden gehalten
und Beschlüsse gefaßt, in denen Mittel
zur Ausrüstung einer neuen Expedition
nach der Insel Cuba verlangt werden.
Schließlich wurde ein atrs drei Personen
bestehendes Committee beauftragt, Geld
beitrüge in der Stadt zu sammeln. Be
reits find $13,000 gezeichnet worden.
Ein hiesiger angesehener Kubaner hat
heute von einem hervorragenden Herrn
aus Washington folgendes Telegramm
erhalten:
„Ein soeben im Staatsdepartement ein
getroffenes Telegramm des Ver. Staaten
General-Consuls Hall in Havana schil
dert die Hinrichtung der Ver. Staaten
Bürger auf Cuba. Er will im Namen
der Ver. Staaten Regierung gegen die
von den spanischen Behörden verübte
Grenelthat
Protestiren,
welche eine schrei­
ende Verletzung des Völkerrechts und un
serer Verträge mit Spanien ist und eine
angemessene Entschädigung bedingt.
Das Staats Departement schweigt,
scheint aber auf Entschädigung dringen
zu wollen. In amtlichen Kreisen^ scheint
man keine günstige Meinung vonSpanien
zu hegen.
Ein Spezial-Telegramm meldet von
Washington, daß der Marinesekretär den
das nordatlantische Geschwader befehli
genden Eontre-Admiral Scott beauftragt
habe, entweder in Person sich nach San
tiago de Cuba zu verfügen oder ein Ver.
Staaten Kriegsschiff dorthin zu senden
und in Gemeinschaft mit dem Ver. St.
Vice-Consul Schmitt die Interessen der
Ver. Staaten in der Angelegenheit des
Dampfers „Virginius" zu schützen.
Der s i n hat wieder einen be
rüchtigten Fälscher begnadigt, nämlich
Will. Adams, der von der über ihn ver
hängten 7jährigen Strafzeit die Hälfte in
dem Zuchthaus von Pennsylv. abgesessen.
Wochenschau.
(Ausland.)
e i n N o v e e u s e i n a n z
minister hat beschlossen, der Negieruttg
der Ver. Staaten als höchstem Bieter
altes Silber zumBelaufe von $20,000,000
zu verkaufen.
A e e i n e e i i o n s s e i
e i t. Die Berliner Volkszeitung räth
den Ständen des Königreichs Sachsen,
sie möchten die sächsische Königsfamilie
auffordern, wieder „zur protestantischen
Kirche zurückzukehren."
Wie der „B a i e r. o n i e r" erfühft,
hatten bei der Reise des deutschen Kaisers
durch Baiern, bei der München gänzlich
vermieden wurde, die Beamten der Ost
bahngesellschast sich durch Circular ver
pflichten müssen, bei Vermeidung von
Dienstentlassung von dieser im strengsten
Incognito gemachten Reise^nicht das Ge
ringste verlauten zu lassen.
I n n i n s i n i e k a o i s e n
Bischöfe Irlands versammelt. Der Ge
genstand ihrer Verhandlungen ist die
Gründung einer römisch-katholischen Uni
versitz.
Für diesen Zweck sind bis jetzt
200,000 Pfd. St. vorhanden. 100,000
Pfd. St. genügen für Gebäude und An
lagen. Die übrigen 100,000 könnten
verzinslich angelegt werden. Dann bleibt
zur Bestreitung der jährlichen Verwal
tungskosten, die auf 15,000 Pfd. St.
veranschlagt werden, der verhältnißmäßig
geringe Rest von 11,000 Pfd. St., die
durch freiwillige Stenern leicht aufzubrin
gen sind. Ein Beitrag von 10 Pfd. St.
auf die Gemeinde würde das Deficitdecken,
und den würde die Gemeinde kaum fühlen.
Dafür aber würde die Kirche den Vortheil
einer eigenen Universität haben. Bereits
haben die Bischöfe ein Finanz-Comite
ernannt sür die Lehrstühle der klaffischen
Philologie und der Chemie die Prosessoren
Ormsby und Dr. Campell berusen. Wäh
rend die Bischöfe über die Umversitäts
frage beriethen, langte ein Geschenk seitens
des Grafen von Granard zu 1000 Pfd.
St. ttttd von Visconnt Southwell eine
Subscription von 150 Pfd. St. jährlich
auf 4 Jahre an. Von den übrigen Rc
Solutionen erwähnen wir folgende: „Wäh
rend wir mit unserem Volke in jeder legi
timen Bemühung, seine Lage zu verbessern
und das weltliche Wohl unseres gemein
fivmcit Vaterlandes zu fördern, sympathi
siren, fordern wir als Bischöfe sie auf,
alle verfassungsmäßigen Mittel zur Aus
rechterhaltttng des katholischen Unterrichts
zu benutzen, welche wir zu unterstützen uns
verpflichten wir fordern unser Volk auf,
für keinen Candidate» zu stimmen, der
nicht im Parlamente für unsere Rechte
des Volksnnterrichts einzutreten verspricht,
welche unauflöslich mit den besten Inte
rcjjen de? Landes verknüpft sind."

Die Ohio.
THE OHIO.
Published for the benefit of an
Orphan Asylum
for the Diocese of COLUMBUS, O.
Will be issued every Thursday.
Price per year $ 1.50.

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