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Ohio. [volume] (Pomeroy, O. [Ohio]) 1873-1874, November 27, 1873, Image 1

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Herausgegeben zum Besten eines Waisenhause»
für die Diözese Columbus, O.
Die Ohio erscheint jeden Donnerstag!
Preis für ein Jahr $1.50.
Jsh» 1. P-SM
Wochenschau.
(Inland.)
den, um
Noch ist es nicht entschieden, ob wir
wegen den Gräuelthaten auf n a in
einen Krieg mit Spanien verwickelt wer- dazu eintritt.
den, oder ob die Sache friedlich beigelegt! Die Regierung hat einen kleinen
wird. Am nächsten Montag tritt der Dampfer, die „Dispatch", angekauft, auf
Congreß zusammen und es wird dann die welchen heute Offiziere beordert wurden.
Angelegenheit zur Erledigung kommen.! Dieser Dampser soll dazu benutzt werden,
Wenn die Congreßleute die Sache so an-! Postsachen und Depeschen zwischen der
sehen, wie die meisten Zeitungen es thun/ nordatlantischen Flotte und längs unserer
so werden wohl bald die Kanonendonnern,! Küste von Charleston bis Key West zu
denn Spanien obschon gegenwärtig im befördern.
Innern durch Bürgerkriege zerrissen, wird I N ewAlbany Ind., 21. Novbr.
sich
wohl so ohne
Widerstand
von
dem
herrlichen Cuba nicht vertreiben lassen.
Die effective Militärmacht Spaniens in
Cuba wird auf 54,000 Mann angegeben.
In unseren Schiffsbauhöfen herrscht die
größte Thätigkeit und es werden die groß
ten Anstrengungen gemacht, die Ausrü
stung der Schiffe zu beschleunigen. In
Brooklyn liegt noch' eine spanische Fre
gatte „Arapiles", die dort reparirt wird,
und die sich alle Mühe gibt fertig zu wer-
davondampfen'zukönnen.'Wenn«blütiger
nehmen
Ein Familimb Ifltt für Wa hrheitun Recht znr Belehrung und Iii
ler^s
1, D. de«
tär-Osfiziere für den Fall eines Krieges
ihre Dienste anbieten und es treffen noch
immer mehr solcher Gesuche ein. Die
Antwort lautet, dieselben würden berück
sichtigt werden, sobald die Gelegenheit
Der hiesige „Ledger Standard" enthält
finvrir A\m «ufin nirfii fntiVn in seiner heutige» Nummer die Ankündi-
gung, daß Col. Thos.
I. Jackson, welcher
im Bürgerkriege alsOberstlieutenant eines
Neger Regimentes sich auszeichnete, sich
erboten habe, eine Brigade von 3000
Negern auszuheben und ihre Dienste der
Ber. StaatenNegierung anzubieten, wenn
ein Krieg mit Spanien ausbrechen sollte.
W a s i n o n 2 3 N o v i e
spanische Frage wird jetzt überall kalt-
der Krieg ausbrechen sollte, ehe die „Ära-.Eindruck vorzuherrscheu, daß es nicht zum
piles" Brooklyn verlassen hat, so wäre! Kriege kommen wird.
wohl der Anfang dieser, daß die Ver. N e tu $ f, 23. Nov. Speeialde
Staaten dieses Schiff in Beschlag
jtoäi-e,
„Colorado" und den „Minnesota". Die leidigte Ehre zu erlangen. Soweit glaube,
Arbeit an den anderen wird gegen Con-' ich unterstützt die Geschichte meine Be
tract ausgeführt. Diese Maßregel wurde! Häuptlingen. Wenn ineine Botschaft an
getroffen, weil es für das reguläre Arbei-!den Congreß nicht diesen Gedanken^aus
tercorps der Regierung, so wie es jetzt! drücken sollte, so würde derUmstand schuld
organisirt ist, unmöglich ist. mit der Ar-1 sein, daß mir hierzu die Worte fehlen.
belt an den nöthigen Schiffen zur festge-1 Memphis, 23. Nov. Während der
setzten Zeit fertig zu werden. I letzten Woche kamen hier 22 Todesfälle
Admiral Porters Torpedo-Boot soll! durch gelbes Fieber vor.
schleunig sür den Dienst in Stand gesetzt
werden. Der Dampfer „Florida", wel
cher den Ruf des schnellsten Schiffes hat,
das je gebaut wurde, indem er im Stande
ist, sechs Tage lang ohne anzuhalten 18heftigste war, der bisher in jenem Theile
Knoten in der Stunde zurückzulegen, wird des Landes vorkam wurde an dem 100
jetzt bekleidet. Die Dampfyacht „America",' Meilen entfernten Gray-Creek in Oregon
welche für den wohlbekannten Fondsspe- verspürt.
culanten Henry N. Smith gebaut wurde,! er e o i st e n- e i st iche
ist von det Regierung gekauft, oder ge-!W. P. Corbitt in Brooklyn wird vom
miethet worden, um als Depeschenboot Sanitätsrathe gerichtlich belangt werden
verwandt zu werden. Die „America" ist weil er unterließ, eine Heirathsbefcheini
ein sehr schnelles Boot und geht nach gung in die Kirchenbücher einzutragen.
Washington ab_, um dort auf Befehle zu: Josua Barnes hat nämlich eidlich bekräf
warten. Capit'än George M.
Ransöm
besprochen und es scheint der
.peschen aus Washington enthalten Fol-
und es dann gleich gegen Cuba verwen-! gendes: Der Präsident soll in einer
den. Unterredung mit ei«em prominenten Sc
N e w Y o k 2 1 N o v I S i s- n a o o e n e s e s a a e n W e n n
alle Borbe.reitnngen zu
oder Bertheidigung spoli-
Departements lauten, die Arbeiten an den! Mögliche thut, um die Armee auf die
verschiedenen Schiffen fo sehr als mög-j höchste gestattete Stärke zu bringen, dann
lich zu beschleunigen. In beinahe allen können Sie dieser Thätigkeit jede beliebige
Departements wurden noch mehr Lente Deutung geben. Wenn ich als Civilist
angestellt, so daß jetzt gegen 2600 Arbei- über solcheBewegungen zu urtheileu hätte,
ter im Schiffsbauhofe beschäftigt sind.! so würde ich sie für kriegerisch halte». Ich
Sechs Schiffe werden jetzt für den Krieg! erinnere mich nicht, daß etwas Derartiges
ausgerüstet davon läßt, wie man aus zu- in diesem Lande vorgenommen wurde,
verlässiger Quelle erfährt die Regierung welches nicht eine Vorbereitung gewesen
selbst nur zwei ausrüsten, nämlich den
Marine ausrüstet und alles
um Genugtuung für nnsere be-
S a n a n i s o 2 2 N o v e u e
Abend wurde in Yreka. Cal., ein heftiger
Erdstoß verspürt, welcher fünfzehn Secun
den anhielt. Derselbe Stoß, welcher der
^tigt, daß seine Tochter von Corbitt heim-
vom .Schiffbauhofe hat das Commando lich mit einem Manne getraut worden
über den „Colorado" erhalten.
W a s i n o n 2 1 N o v a s
Märinedeyartement hat bis jetzt 150 Ge
suche erhalten, in welchen frühere Volon-^
sei, der bereits eine Frau habe, die noch
am Leben sei. Corbitt weigerte sich nun,
die Trauung zu bescheinigen, nachdem er
den wahren Sachverhalt erfahren hatte.
1 27. 9!i9l$£BlsiW Ns. 31,
Wochenschau.
(Ausland.)
U e e i e Z u k u n a n k
reichs äußert sich die Berliner Ger
mania in Angesicht des letzten Briefes
Chambords an Chesnclong: Welches
die nächsten Folgen dieser königlichen
Charakterfestigkeit, dieses wahrhaft könig
lichen Starkmuths fein werden, lassen wir
^dahingestellt. Denn es ist vollkommen
gleichgültig, ob die augenblicklich versuchte
'monarchische Restauration gelingt oder
nicht. Daß diese Restauration überhaupt
I gelingen wird, unterliegt für uns keinem
^Zweifel, und zwar um so weniger, mich
bem wir von der jüngsten Erklärung des
^Grasen Chambord Kenntniß erhalten ha
!beu. Dann aber wird sie in einem Sinne!
sich vollziehen, wie es für unsere Zeit
"nothwendig ist. Könige hat es immer
gegeben, aber Könige, die zugleich Man
jner find in der. edelsten Bedeutung des
'Wortes, waren von jeher seltene Erschei-!
innigen. Unsere Zeit beda-s jedoch der'
!-Männer, wie kaum eine andere, und sie
bedarf nicht minder der Könige, welche
„Mission und Autorität haben. Und da
sollte Heinrich V. bloß die Rolle zugesal
len sein, den Prediger in der Wüste nach
zuahmen?
a i 2 0 N o v i e e z i e u n
gen zwischen den Ber. Staaten und der
Regierung Spaniens könnten kaum ern
ster sein, und es sind zwischen General
I Sickles und dem spanischey Minister des
Aeußern Worte gefallen, welche den Krieg
nahezu unvermeidlich erscheinen lassen,
a^y nunc, 21. Nov. Don Alfonso,
der Bruder des Don Carlos ist zum
Generalissimus der Carlisten-Armee er
im
mit worden.
i Dem Vernehmen nach haben die Car
listen vierhundert Republikaner in der
Provinz Almeria theils gefangen genom
jmcit, theils gelobtet.
a v a n a 1 9 N o v e o a n
dirende General hat ein Schreiben des
katholischen Erzbischoss erhalten, in wel
che in es heißt: Große Freude erfüllt un
ser Herz Ew. Excellenz melden zu können,
d.aß zwanzig der Hingerichteten von der
Bemannung des „Virginius" vor ihrem
Ende ans freien Stücken Katholiken zu
werden verlangten.
O s s e n e z i e e st n n i s s e.
Die socialistische Zeitung in Deutschland,
„Volks-Staat" gibt in einer ihrer neuesten
Nummern über das Wesen und die Natur
ihrer Richtung die folgenden Ausschlüsse:
„De Maistre so schreibt sie einer
der eifrigsten Vertreter der pfäffifch
monarchischen Contrerevolution in Frank
reich zu Ende des vorigen und im ersten
Viertel dieses Jahrhunderts sagt: Die
Revolution ist satanisch ihrem Wesen nach
sie läßt sich nur austilgen durch das cut
gegengesetzte Princip. Ja, die Revolu
tion ist satanisch ihrem Wesen nach, wenn
Satan das Sinnbild des Geistes der
Empörung der Menschheit gegen die Göt
ter, die Priester, die Könige, gegen alle
Vertreter der Autorität und alle Ver
liieinuttg des Rechts! Ja, wären unsere
Ideen nicht stark genug, um durch sich
selbst zu leben wären diese Jd'een nicht
1
tterhaltung.
die Verneinung jeder Incarnation in eine
Mythe oder in einen Menschen, die Zcr*
störung alles göttlichen und menschlichen
Monarchenthums, dann wäre es Satan,
'dem wir Altäre errichteten, dann wäre es
Satan, an den wir unsere Forderungen
!stellten, dann wäre es Satan, den wir
!zum Träger unserer Verwünschungen an
I Gott machten, dann wäre tontetti unser
i
Gott."
Ein ernstlicher Kampf, schreibt das
,„Jewish. Chronicle", hat am G. v. Mts..
'zu Konstantine in Algier zwischen
„Juden und Arabern" stattgefunden,
(Siitc große Anzahl von Inden begleitete
einen Leichenwagen zn dem Beerdignngs
platze, und wurde aus dem Wege von
einem Unteroffiziere der eingeborenen
Tiraillenre insnltirt. Israel erhob sich
wie ein Mann, und gab dem Beleidiger
eine gehörige Tracht Prügel. Eine An
zahl Araber kam sofort ihremLandsmanne
und Glaubensgenossen zu Hülse, und es
entspann sich ein Kampf, an welchem über
tausend Juden und Araber'theilnahmen.
'Militärhülse kam herbei, und nur nach
schwerer Mühe gelang es, die Streitenden
auseinander zu bringen. Zwanzig Ära
ber, von denen drei tödtlich verwundet
waren, blieben auf dem Platze. Gleich
zeitig fiel in einem anderen Theile der
Stadt ein zweiter Kampf vor, und man
befürchtete ernstlich einen allgemeinen
Ausstand.
a v a n a 2 3 N o v a S a n
Fernando wurde heute Morgen von
einem jungen Manne in seinem Palaste
ermordet.
5ait Domingo, 22. "Nov. Ge
neral Manznela und noch drei andere
Generäle wurden auf Befehl des Präsi
denten Baez erschossen. Dieselben waren
bei dem letzten Ausstände betheiligt. Man
erwartet die baldige Hinrichtung von
sechs anderen Offizieren hohen Range«,
welche sich unter ähnlichen Beschuldigun
gen im Gefängnis befinden.
Aus dem e u ts ch e u e i ch e wird
gemeldet, daß die katholische Centrums
Partei bei den letzten Wahlen mindestens
24 Stimmen Zuwachs erhalten hat. Ver
loren wurde nur ein Sitz, nämlich im
Wahlkreise Canitz Schlochan (Preußen),
wo Hr. v. Kehler gegen den Ritterguts
Besitzer Wehr in der Minderheit blieb.
Sonst ist in den übrigen Provinzen der
Präseitzstand des Centrums unverändert
geblieben. Dasselbe- verfügt jetzt über
nahezu neunzig Stimmen, hat also den
verhältnißmäßig weitaus größten Zu
mach5 fast 50 Prozent aufzuweisen
und ist die numerisch zweitstärkste Frac
tion des Hauses.
o n o n 2 1 N o v E s w i a i
ibekannt gegeben, daß Senor 'Figneras,
i
mit wichtigen diplomatischen Aufträgen
jttach London abreisen werde. Disraeli
{hielt gestern Abend eine politische Rede in
Glasgow, in welcher er die Regierung
scharf tadelte uud für Europa einen gro
ßen Kampf zwischen der geistlichen und
weltlichen Macht vorhersagte. Er fürchtete,
dieser Kampf dürfte Anarchie znr Folge
haben, und erklärte dieAnhänger derHome
^Rnle in Irland würden England ihre
wahren Absichten zeigen.

Die Ohio.
THE OHIO.
Published for the benefit of an
Orphan Asylum
for the Diocese of COLUMBUS, O.
Will be issued every Thursday.
Price per year $ 1.50.

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