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Ohio. [volume] (Pomeroy, O. [Ohio]) 1873-1874, December 25, 1873, Image 1

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'SiäÄllBeihie
Heranögegebcn zum Besten eines Waisenhauses
für die Diözese Columbus, O.
Die Ohio etfdjcint jeden Donnerstag.
Preis für ein Jahr $1.50.
Wochenschau.
(Inland.)
Bischos von Greenbay.
Eben vor Schluß unseres Blattes er
fahren wir die Trauerbotschaft, daß der
deutsche Bischof Joseph Melcher der
Diöcese Greenbay in Wiskonsin am 20.
Dezember nach kurzer Krankheit und nach
Empfang der heiligen Sterbesakramente
im 67.Jahre seines Alters sanft im Herrn
entschlafen ist. Möge er ruhen im Frieden!
i a o 2 1 e z e e a u
Galloway, ehemalige Oberin des Ordens
Zum heiligen Herzen im Westen starb
heute morgen in dem hiesigen Kloster die-
fes Ordens
K e y W e s o i a 2 0 e z e
stern traf hier die Nachricht von Havana
ein' daß ernstliche Verwickelungen zwi
schen der spanischen und der brittischen
Regierung hinsichtlich Cuba's entstanden
seien.
Der „Virginius" wurde am Freitag
Morgen in aller Stille unter Eskorte der
spanischen Corvette „Isabella la Catolica"
durch einen Schleppdampfer aus dem
Hasen von Havana hinausbugsirt und
nach dem kleinen, sechzig Meilen weit ent
fernten albanischen Städtchen Bahia
Honda gebracht, wo er am Dienstag
Morgen einem Ver. Staaten Dampfer
übergeben wurde. Der spanische Dampfer
„Cozan" ist mit den am Leben gebliebenen
Virginius-Gefangenen, 102 an der Zahl
ebenfalls am Freitag von Sant Jago de
Cuba nach Bahia-Honda abgesegelt, und
da der Vereinbarung zufolge die förmliche
Uebergabe von Schiff und Gefangenen
gleichzeitig geschehen soll, so werden sich
letztere wahrscheinlich auch auf der Reise
nach einem unserer Häfen befinden, ob
wohl die Depeschen auffallender Weise
gänzlich darüber schweigen. Wenn nun
noch am Weihnachtstage unsere beleidigte
Flagge falntirt wird, dann ist unserer
Nationalehre in den Augen des Staats
sekretärs Fish Genüge geleistet, und er
wird seelenvergnügt auf seinen diploma
tischen Lorbeeren ausruhen. Von Be
strafung der Mörder, von Entschädigung
derFamilien der Ermordeten, von Garan
tien für die Zukunft ist keine Rede mehr,
bis eine Wiederholung der Greuel
scenen erfolgt.
W a s i n o n 1 7 e z a s
Staatsdepartement wurde heute benach
richtigt, daß der „Virginius" gestern Vor^
mittag ausgeliefert wurde und am Nach
mittage Bahia Honda verließ.
N e w o k 1 8 e z E s e i
der Dampfer „Edgar Stuart", welcher
fünf Mal erfolgreich Waffen und Leute
auf der Insel Cuba landete, werde aber
mals für eine solche Expedition in Balti
more ausgerüstet.
Columbus, O., 19. Dez. Aus
Hem heute dem Gouverneur zu Händen
gekommenen 37.Jahresbericht derStaats
Blindenanstalt erhellt, daß in dem mit
ibern 15. November endenden Jahre, 35
Blinde aufgenommen worden sind und
daß sich 141 in der Anstalt befinden..
sik
Ein Familienb
ilntt für Wahrheit und Recht zur Belehrung und 1
Jahr 1. Pomeroy, C. den 565* Dezember 1873.
Von jenen 35 waren 27 in Folge von
Krankheit und acht durch Verletzung er
blindet. Die Anstalt hat keinen Raum
für weitere Anmeldungen und mußten 12
Blinde, welche sich angemeldet hatten, auf
die Vollendung eines neuen Gebäudes
vertröstet werden. Die Blinden wurden
im Laufe des vorigen Jahres in der Mu­
und in allen Zweigen des englischen
Unterrichts unterrichtet. Der Superin
tendent schlägt die Errichtung eines De
partements, wie der „Kindergarten" vor,
in welchem blinde kleine Kinder beanf
sichtigt und verpflegt werden können.
Blinde Mädchen werden im Nähen,
Stricken und sonstigen weiblichen Arbeiten
unterrichtet.
Wenigstens 40 Zöglinge dieser Anstalt
sind, soviel man weiß, in der Musik so
ausgebildet worden, daß sie Stellen als
Musiklehre?, Musiker und Musik-Jnstru
menten-Händler annehmen konnten.
Andere Zöglinge dieser Anstalt machen
ihr Leben als Handwerker zc.
i i o e O 1 9 e z A s
der PassagierzuZ No. 6 auf der Marietta
Eisenbahn heute früh eine Meile von
der Stadt entfernte Renich's Curve er
reichte, entgleiste der Schlafwaggon und
fiel den hohen Bahndamm hinab. Die
in dem Waggon befindlichen Passagiere
trugen mit Ausnahme eines Franenzim
mers und eines Mannes, welche stark ver
letzt wurden, leichte Wunden davon. Der
Unfall soll durch eine gebrochene Schiene
verursacht worden sein.
Die Kirchengemeinde der
farbigen Methodisten zu Sellin in Ohio
ist der Musik wegen in Disharmonie ge
rathen. Ein Theil derselben verlangt
nämlich die Anschaffung einer Orgel,
während der andere darauf besteht, daß
der im Kirchengesang sich entfaltende We
Wohlklang und weiche Schmelz ihrer
innerafrikanischen Aschantistimmcn auch
das beste Orgelspiel weitaus überbiete
und ersehe, „lieber die Geschmäcke ist
nicht zu streiten."
Nahe den Gabriel-Minen
in Morgan-County, Missouri, hat man
neue und werthvolle Bleilager entdeckt.
Vier Meilen von a y s v i e,
Missouri, fand man neulich beim Gra-
ben eines Brunnens in einer Tiefe von
sechsundsechszig-Fuß ein Stück Fichten
holz zwischen festgelagertem Lehme stecken.
Dasselbe war vollkommen gut erhalten.
i s u a 1 9 e z E i n e
große Anzahl Kohlengräber arbeitet von
heute an wieder zu 4 Cents per Bushel
uud allem Anschein nach werden von
nächster Woche an sämmttiche Arbeiter
wieder zu diesem Preise beschäftigt wer
den.
e o i i 1 9 e z W
Jngle, ein Bote einer hiesigen Expreß
Companie, wurde in voriger Nacht in
Owasso, auf dem Wege von der „Junc
tion" nach dem Depot der Lansing-und
Saginaw- Eisenbahn- Compagnie von
unbekannten Straßenräubern überfallen
und um $1000 beraubt. Man fand ihn
besinnungslos an der Bahn liegen.
K a i o n i e n z a a n S o
land jährlich die Summe von $1,000,000
blos für Weizensäcke.
Wochenschau.
(Ausland.)
e i n 1 7 e z E i n e a i e
Bekanntmachung wurde heute veröffent
licht, zufolge welcher sämmttiche Bischöfe
künstig bei ihrem Amtsantritt einen Eid
zu leisten haben, daß sie sich vollständig
der Staatsautorität fügen und ihre Mit
Wirkung in der Unterdrückung aller illoy
alen Jntriguen zusagen.
K a i s e W i e e i
e k a n k
e li n, 19. Dez. KaiserWilhelm
liegt an einem katarrhalischen Halsübel
darnieder und es ist äußerste Vorsicht er
forderlich, ernsten Folgen vorzubeugen.
e i n 2 1 e z K a i s e W i e
erlitt heute einen leichten Schlaganfall,
welcher große Besorgtniß erregt hat. Man
scheint den Zustand des Kaisers verheim
lichen zu wollen.
Der Bischof von Trier war auf
Dienstag den 2. Dez., wegen Anstellun
gen von 18 Geistlichen vor das Trierer
Zuchtpolizeigericht geladen.
Aus Münster meldet man unter
dem 27. Nov. der Beil. „Germania":
Soeben Nachmittags 5 Uhr, ist der
Eigentümer des „Wests. Merc.", Gesel
lenvereinspräses Böddinghaus, verhaftet
worden, weil er die Verfasser zweier inert
minirter Artikel zu nennen sich weigert.
S a n i k o e u a 1 8 .- e z
Die noch lebenden Passagiere und Mann
schaften des „Virginius" wurden heute
dem Kommandeur Bra ine von der „Ju
niata" ausgeliefert. Sie wurden an Bord
des Schiffes gebracht, welches hald dar
auf nach New-Hork abging.
a v a n a 1 8 e z E s w i e
richtet, daß ein Dampfer, welcher den
Namen „Santiago de Cuba" führt, eine
Flibnstier Expedition an der südlichen
Küste der Insel, zwischen Guantauaneg
und Santiago, gelandet habe.
Von Seiten der Insurgenten erfährt
man, daß eine Colonne von 500Spaniern
sich am letzten Montage aufmachte, um
das Waffen- und Munitionsmagazin in
der Nähe von Guamaro zu überfallen.
Die Spanier fielen jedoch in einen Hin
terhalt, welchen ihnen General Martinio
Gomez mit 600 Mann Kavallerie gelegt
hatte und nur hundert der erstem? ent
kamen. Ihr Befehlshaber und 200 Mann
wurden getödtet und die übrigen gefan
gen. Die Kubaner setzten später den
Guerillamajor Mauteligue und andere
Offiziere in Freiheit und nachdem sie die
Verwundeten versorgt hatten, sandten sie
dieselben bis in die Nähe der spanischen
Linien.
Eine spanische Colonne unter Befehl
des Obersten Arminan hat sich zur Ver
folgung der Insurgenten aufgemacht.
E i n e ßl i che V e e e n
heit. Am verdrießlichsten so erzählt
Börnstein. dem „Cincinnati VolWlatt",
ist in der englischen Abtheilung der Welt-
ausstellung ein Mann, der folgende An
zeige in allen Zeitungen veröffentlicht:
V e o e n 5 0 s e o n u n
In der englischen Abtheilung der Welt-
THB OHIO.
COLUMBUS,
O.
InterHaltung.
Mo. 33.
ausstellung ist am 13. Nov. eine lederne
Tasche, enthaltend 120 Schlüssel, welche
nur Werth für den Eigenthümer haben,
verloren gegangen. Abzugeben Kriegler
gafse 11, Thüre 8.
Der Unglückliche ist ein englischer
Safes-Fabrikant, der alle seine Papiere,
seine Gelder u. dgl. in seinen feuerfesten
und einbruchsicheren Safes eingeschlossen
hat, vorgestern endlich an's Einpacken
gehen will und keine einzige seiner ,Jener
sicheren" Kassen mehr zu öffnen vermag,
weil alle. Schlüssel dazu plötzlich ver
schwunden gestohlen oder verloren
sind. Der Mann ist in der gräßlichsten
Verlegenheit, denn er kann, wie sein Pro
spectus versichert, einen Schlüssel nicht
zwei Mal machen, folglich sind seine Kas
sen, da er den einen Schlüssel verloren
hat, für ihn absolut unausschließbar.
Erbrechen darf er sie auch nicht, wenn
er nicht seine feierliche Versicherung, daß
sie absolut eiubruchstcher sind, selbst Lügen
strafen will ja er kann sie nicht ein
mal als altes Eisen in den Schmelzofen
werfen, da sie laut Prospectus „auch in der
größtenFeuergluth" absolut feuerfest sind.
Was soll der arme Mann nun anfangen
a i 2 0 e z E s w i e n h
tet, das Cabinet habe beschlossen von
den Ver. Staaten die Rückgabe des vor
Kurzem ausgelieferten Dampfers „Vir
ginius" und d?r Gefangenen desselben zu
verlangen. Außerdem heißt es, Präsi
dent Castelar habe in Uebereinstimmung
hiermit ein Schreiben an den Gesandten
Sickles gerichtet.
o n o n 2 0 e z E i n e S e i
aldepesche aus Madrid meldet es Herr
sche dort großer Jubel darüblr, daß die
Regierung der Ver. Staaten die Ent
scheidung abgegeben habe, der „Virgi
niüs" sei nicht zur Führung der amerika
Nischen Flagge berechtigt gewesen.
a i s 2 1 e z Z i e e e s e n
vom Modrider Korrespondenten des „He
rald" melden, daß die spanische Regierung
die Zurückgabe des „Virginius" verlangt,
worüber großer Jubel herrscht. Secretär
Fish räumt ein, daß der „Virginits" keine
Befugniß gehabt habe, dk Ver. Staaten
Flagge zu führen. Das Ansinnen der
spanischen Regirung wurde am Freitag
übergeben.
S o e e ö e i e
Ordensleute. Aus Rom wird der
„Gf. C." geschrieben In der traurigen
Lage, zu welcher das Gesetz die geistlichen
Orden durch deren Vertreibung aus ihren
Klöstern verurtheilt, legt das römische
Volk eine Haltung an den Tag welche
die Kirche und ihrem erhabenen Ober
haupts zum Tröste gereichen, kann. Arme
und Reiche wetteiferen in Aufopferung
und christlicher Liebe, um denjenigen der
vertreibenen Ordensleute, die in Rom
keine Familie und mithin kein Obdach
mehr besitzen, ein Asyl zu bieten. Senate
tor Cavaletti und Prinz Chigi stehen an
der Spitze eines Comites welches sich ge
bildet hat, um diese e'hrwürdigen Notl
leidenden zu unterstützen, der reiche Fürst
Torlonia hat abermals einige seiner zahl
reichen Häufer dem heil. Vater zu Ver
fügung gestellt.

Die Ohio.
Joseph Melcher
Published for the benefit of an
Orphan Asylum
for the Diocese of
Will be issued every Thursday.
Price per year $ 1.50.

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