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Ohio. [volume] (Pomeroy, O. [Ohio]) 1873-1874, January 08, 1874, Image 1

Image and text provided by Ohio History Connection, Columbus, OH

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4«ra«ßßegeben zum Kesten eines Waisenhauses
für die Diözese Columbus, O.
Die Ohio erscheint jeden Donnerstag.
Preis für ein Jahr $1.50.
A«lhV 1.
Wochenschau.
(Inland.)
W a s i n o n 2 a n u a
(Die öffentliche Schuld.) Die öffentliche
Schuld hat im December um $8,453,272
und seit Juni um $11,496,612 zuge
nommen.
o u u s O 4 a n u a e
Strike der Lokomotivführer hat in aller
Stille sein Ende gefunden.
o s o n a s s 4 a n i e a
tisten Kirche an Clarendon Straße wurde
heute durch eine Feuersbrunst zum Be
trage von $60,000 beschädigt.
S a n a n i s o a 4 a
In der Oregon-Mine in der Nähe von
Austin, Nevada, explodirten in voriger
Nacht 200 Pfund Sprengpulver, wodurch
zwei Bergleute getödtet und eine 200 Fuß
lange Strecke des Schachts zertrümmert
wurde.
Ein räßli ch es Fa mili en
bild wird aus der 21. Ward in New
s))ork
berichtet: Ein Kohlenträger, Na
mens John Donnelly, bewohnte daselbst
mit seiner Familie, die aus seiner Frau
Mary, einem 15jährigen Sohne Patrick
und einer Schwägerin Namens Rosa
Riley, bestand, ein*Hinter-Basement
Die ganze Familie war dem Trünke er
geben und sogar der 15jährige Sohn
zum Gewohnheitssäufer geworden. Am
Sonntag Nachmittag war Frau Donnelly
ihr Sohn Patrick und Rosa Riley in obi
gem Lokale, wohin sie eine Nachbarin,
Namens Mary Harris, beschieden hatten.
Die gauze Sippschaft war sehr bald be
trunken und der Bursche wurde gegen
seine Tante unverschämt. Dieses führte
zu Streitigkeiten. Tante Rosa schlug den
Knaben zu Boden, trat ihm auf den Un
terleib und setzte sich aus seinen Kopf, bis
er erstickte. Auf das Geschrei der Mutter
eilte Polizei herzu und verhaftete die ganze
Familie. Beim Coroners-Verhör gab
die würdige Mutter an daß ihr Sohn
im Rausch die Tante beleidigt und von
derselben eine Ohrfeige gekriegt habe, sie
(die Mutter) sei, als sie einschreiten wollte,
von der Tante in die Hand gestochen
worden und die Tante habe dann in obi
ger Weise und zugleich mit Hülfe eines
Knüppels den jungen Menschen umge
bracht. Darauf habe der in's Zimmer
tretende Vater der Tante eine Lampe an
den Kopf geworfen. Die Tante behauptet
aus Nothwehr gehandelt und nichts Arges
beabsichtigt zu haben. Sie schloß ihre
Erklärung mit den Worten: „Wenn ich
gehangen werden soll, macht rasch, ich
will zum Knaben."
In i a o hat ein Methodisten
Prediger eine Vorlesung angekündigt über
die Frage: „Warum Gott den Teufel
nicht vernichtet?" Ein katholisches Blatt
beantwortet schon im Voraus die Frage
dahin: „Wenn Gott den Teufel Vernich
ten würde, dann müßte er auch die Kin
der des Teufels vernichten und was sollte
dann aus den Methodistenpredigsrn wer
:ben
Leavenworth in Kansas hat einenSchatz
meister, welcher über eine $69,000 betra
gende Differenz in seiner Jahresrechnung
sich nicht auszuweisen vermag.
Wochenschau.
(Ausland.)
N e w $ o 2 a n Z u o e e i n e
Spezial-Depesche an den London „Daily
Telegraph" hat die deutsche Regierung
beschlossen, sich der Einmischung in die
inneren kirchlichen Angelegenheiten zu ent
halten^» Sie wolle sich nur darauf be
schränken, Eingriffe der Bischöfe in die
Rechte des Staates zurückzuweisen.
Die bestehenden Vorschriften in Bezug
auf die Verwaltung von Diöcesen, in
Fällen, wo Bischofssitze erledigt sind, will
die Regierung auch in solchen Fällen an
gewendet wissen, in denen Bischöfe aus
ihren Diöcesen vertrieben werden. Die so
ohne Oberhaupt gelassenen Diöcesen
sollen durch einen Generalvicar verwaltet
werden, welcher ebenfalls entsetzt werden
soll, wenn er sich nicht dem Buchstaben
des Gesetzes fügt. Die Regierung ist sich
vollständig bewußt, daß durch diese Maß
regeln große Verwirrung in der Diöcesan
Verwaltung entstehen wird, jedoch sie hofft
dadurch den Clerus zur Unterwerfung zu
zwingen.
Die neue Eidesformel, welche den künf
tig zu ernennenden Bischöfen vorgeschrie
ben werden soll, ist so abgefaßt, um den
Eidesleistenden zur vollständigen Unter
Ordnung unter den Staat zu verpflichten,
und man setzt in amtlichen Kreisen voraus,
daß der Vatican den zum Bischofsamte
Vorgeschlagenen nicht gestatten wird, den
selben zu leisten.
Diese Voraussetzung wird bei der her
annahenden Besetzung des erledigten Bi
schofssitzes von Fulde einer Probe unter
worsen werden. Rheinische und westphäli
sche Bischöse treten als Kandidaten für
den Reichstag auf und werden mie Sicher
heit erwählt werden. Die Regierung ist
mit Bezug hierauf jedoch gänzlich gleich
gültig.
V e s a i e s 1 a n u a s
Kriegsgericht sind abermals sechs Com
munisten davon vier in contumaciam—
zum Tode verurtheilt worden.
a rid, 3. Jan. In der heutigen
Sitzung der Cortes stimmte bei zwei Ab
'timmungen dieMajorität gegen Castelar.
Darauf hin besetzte General Pavia, wel
cher ein Anhänger de« Letzteren ist, mit
14,000 Mann Soldaten den Palast der
Cortes und andere öffentliche Gebäude.
Er löste die Cortes aus, und berief außer
den Mitgliedern der gegenwärtigen Re
gierung noch die bedeutendsten Männer
aller Parteien mit Ausnahme von Car
listen und Jntransigentes zusammen, um
eine neue Regierung zu bilden. General
Pavia erklärte dies als das einzige Mittel
zur Rettung des Landes. Er selbst lehnte
es ab ein Mitglied der Regierung zu wer
dhn. Die Straßen sind mit Menschen
gefüllt und es herrscht große Aufregung,
jedoch wurde kein Blut vergossen.
a i 3 a n a n a
Das Resultat der Abstimmung in den
Cortes, zufolge dessen Castelar geschlagen
ward, war 128 Stimmen gegen und 100
Stimmen [für ihn, mithin ist er mit 20
Stimmen Majorität geschlagen. Nicht
sobald war das Resultat verkündet, als
General Pavia einen Offizier mit einem
Ein Familienblatt für Wahrheit und Recht zur Belehrung und Unterhaltung.
Pomeroy, ©. den 8. Januar 1874. Ro. 87.
Schreiben in dieSitzung derCortes sandte,
in welchem, er die Auflösung der Cortes
forderte.
Sennor Salmeron und andere Herren
ersuchten Castelar inständigst, aus seinem
Posten zu bleiben, allein ihr Bitten war
vergebens, worauf eine Compazine der
Municipalgarde in den Sitzungssaal
drang und die Deputirten verjagte. Gen.
Pavia und sein Stab hielten auf dem
Platz vor dem Gebäude, während die
Mündungen der Geschütze auf dasselbe ge
richtet wurden.
a s a S e a n o
ist durch ein Dekret zum Chef deS execu
tivenDepartements der Regierung ernannt
worden.
a s n e u e i n i st e i u m.
a i d, 4. Jan. Es hat sich folgen
des neue Ministerium formirt Präsident:
Serrano Minister der auswärtigen An
gelegenheiten Sagasta Kriegsminister:
Zavala Justizminister: Figuerola
Ackerbauminister: Becerra Finanzmini
ster Echegarray Minister des Innern:
Garcia Ruiz Marineminister: Topete.
(Abends.) Das Militär hat gestern
Abend sämmtliche strategische Punkte in
der Stadt besetzt. Die obersten Civil
und Militärbehörden fast aller Provinzen
haben in Telegrammen an den General
Pavia dessen Auftreten gutgeheißen.
Nirgends haben dem Vernehmen nach
Ruhestörungen stattgefunden. Die Be
förderung der Privattelegramme ist einst
weilen untersagt.
o n o n, 4. Jan. Eine vom gestri
gen Tage datirte Depesche von La Palma
meldet den Anfang der Bestürmung Car
thagenas. Die Belagerer rückten gegen
die 1500 Uards von der Stadt entfern
ten Vorstadt San Antonio vor-, wo sich
ein verzweifelter Kampf entspann dessen
Ausgang noch ungewiß ist. DaZ Bom
bardement hat keinen sichtbaren Schaden
an den Forts und Batterien der Rebellen
verursacht und die Belagerer unterhalten
ein lebhaftes Feuer.
u n e s n o i n u a n
EineHungersnoth herrscht in 5 Distrik
ten der russischen Provinz Samara.
A n e i e e e n e o e s o n
denz geht gleichzeitig aus Rom und Mai
land die Nachricht zu, Fürst Bismarck
stehe im Begriffe, dem einigen Italien
ein Darlehen von hundert Millionen
Lire zu machen unter der ausdrücklichen
Bedingung, daß diese Summe lediglich
zurBewaffnung derpiemontesischen Armee
verwendet werde.
König Albert I. von Sachsen hat
dem hl. Vater ein eigenhändiges Schrei
ben gesendet, in welchem er seine Thron
besteigung anzeigt und Pius IX. seiner
aufrichtigen Treue und Ergebenheit gegen
die katholische Kirche und die Person des
Papstes versichert.
Gerade an demselbenTage,
an welchem das Gesetz über die obligato
torische Clvilehe dem Abgeordnetenhause
vorgelegt wurde, überreichte der Ausschuß
der evangelisch-lutherischen Augustconse
renz dem Kaiser eine Petition um „Abwehr
dieses Unglücks."
Der römische Correspondent der
„Köln. Volksztg." schreibt: Die wichtigste
an
Neuigkeit ist die Creirung von zehn neuen
Cardinälen. Acht derselben sind defini
tiv bekannt, lieber die beiden noch übri
gen ist etwas unzweifelhaft Bestimmtes
noch nicht bekannt mit Grund vermnthet
man jedoch, daß der Erzbischof Graf
LedocholMy und der Bischof Raes von
Straßburg die Erkorenen seien. Für
Letzteren hatte bereits Napoleon III. um
die betreffende Erhebung sich verwendet.
e K u u s i n i s e a
wie die „Wests.Volksztg." mittheilt, gegen
den Bischof von Paderborn die Tempo
raliensperre verhängt.
o n o n, 28. Dez. Kaiser Napo
Icon's sterbliche Reste werden am 9. Ja
nuar, dem ersten Jahrestage seines Ab
lebens, von ihrer gegenwärtigen Ruhe
statte nach der von der Kaiserin der rö
misch-kathol. Marienkirche in Chiselhurst
angefügten Kapelle überführt worden.
Die Verantwortung für die
folgende Geschichte überlassen wir der
„Köln. Volksztg.": Ein Advokat hatte
neulich zwei Spitzbuben zu vertheidigen,
von denen der eine bei Tag, der andere
bei Nacht gestohlen hatte. Darauf fußend,
sagte er in der Verteidigungsrede: „Der
Herr Staatsanwalt hat es bei meinem
ersten Klienten als einen erschwerenden
Umstand bezeichnet, daß derselbe beihellem
Tage .mit unglaublicher Frechheit einen
Diebstahl begangen. Jetzt wird bei
meinem zweiten Klienten der Umstand,
daß er zu gefährlicher Nachtzeit gestohlen,
gleichfalls als erschwerend bezeichnet. Ich
frage nun den Herren Staatsanwalt:
Wann soll denn der Kerl stehlen
K a o i s e A u e n e i
Berliner Vormundschaftsgericht schwebt
ein Prozeß, den ein Sohn gegen seinen
eigenen Vater führt. Der Vater versagt
seine Genehmigung zu der von demSohne
beabsichtigten Verheirathung, und der
letztere hat bei dem Gericht die Snppli
rung des väterlichen Konsenses beantragt
da der Vater nicht genügende Gründe für
seine Verweigerung anzugeben wiffe. In
der That beruht die väterliche Versagung
des Consenses mehr auf Schrulle als auf
Gründen. Er behauptet, die junge Dame
die sein Sohn zur Lebensgefährtin ge
wählt habe, sei von der Natur mit Jatpo*
tischen Augen" ausgestattet uyd diese
könnten nimmermehr eine glückliche Ehe
gewährleisten.
N e a e 3 a n W e n e e z e n
paar Tage hörte man vom Vesuv her ein
unterirdisches Rollen und man glaubt es
stehe ein Ausbruch des Vulkans bevor..
Das weltberühmte Dampfschiff
„Virginius" ist am zweiten Weihnachts
tage auf dem Wege von Cuba nach New
Vork zu Grunde gegangen. Damit ist
»enn die albanische Frage wohl zu Ende.
Die wachsende Auswande­
rung von Irland nach Amerika findet
ihren Gegensatz in der noch immer fort
dauernden Rückwanderung aus Amerika
nach England. Es treffen, berichtet man
der Klonischen Zeitung., seit einiger Zeit
wöchentlich tausend Arbeiter und Hand
werker in Liverpol ein, die ihr Glück iit
der neuen Welt gesucht, aber nicht gefun
den haben, um nun mit getauschter Hoff
nung ins Vaterland zurückzuzukehr en.

Die Ohio.
THE OHIO.
Published for the benefit df
Orphan Asylum
for the Diocese of COLUMBUS, O.
Will be issued every Thursday.
Price per year $ 1,50.

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