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Ohio Waisenfreund. [volume] (Pomeroy, O. [Ohio]) 1874-1953, February 18, 1874, Image 6

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0» Ohio Waisenfreund.
Ante Christum,
Anthologium
v
Gemeinnützige Kenn^nLsfe.
W Itftottb/ bk angetneflene mit den
Lebensverhältnissen übereinstimmende äu
ßere Haltung des Menschen in Rede, kör
perliche Haltung und Geberde.
Anstauung,
eine Art künstliche
Bewässerung, indem der Abfluß des
Wassers gehemmt und dadurch dasselbe
zum Steigen gezwungen wird. So kann
sich das Wasser z. B. über Wiesen ver
breiten lassen bei Mühlen wird es
manchmal gestaut, um ihm beim spätern
Ablassen ein stärkeres Gefälle zn geben.
Absteckung
heißt die Uebertragung
einer Krankheit von einem kranken Kör
}jer aus einen gesunden. Der Uebertra
flungsftoss heißt entweder Contagium
oder Miasma. Rein contagiöse
Krankheiten entstehen nur durch Beruh
rung oder Annäherung solche sind die
Blattern, die Lustseuche, die Krätze. Bei
anderen ansteckenden Krankheiten wird
der Ansteckungsstoff durch die Lust fort
gepflanzt dies gilt besonders von dtit
epidemischen Krankheiten. Es gibt auch
Mischformen von beiden oder miasma
tisch-contagiöse Krankheiten. Mittel ge
gen die Ansteckung sind. Reinlichkeit,
Absperrung des Angesteckten, Tilgung
der Empfänglichkeit z. B. durch Impfung
Zerstörung der Contagien durch Disin
section. Die Empfänglichkeit für anste
ckende Stoffe ist nicht bei allen Menschen
und nicht immer in gleichem Grade vor
handen.
Antagonismus, 1)
Widerstreit,
Gegenkampf 2) Eigenthümlichkkit der
organischen Körper, daß, sobald eine
Thätigkeit einen gewissen Grad erreicht
Pat fine andere hervorgerufen wird,
welche jene beschränkt eines der wichtig
sten Lebensgesetze denn es beruht auf
ihm die Integrität des ganzen Lebensor
ganismüs.
(A. Chr.) vor
Christi Geburt.
Anterus, der Heilige, römischer
Papst uud Märtyrer, Grieche, bestieg
den römischen Stuhl 235 und verwaltete
die Kirche nur ungefähr einen Monat.
Während der kurzen Zeit seines Wirkens
ließ er die Acten der Märtyrer sorgfältig
sammeln. Indessen sind nur wenige
solcher ächten Acten auf unsere Zeiten
gekommen. Auch schreibt man diesem
Papste ein Sendschreiben zu, worin er
die Ursachen angibt, welche die Versetzung
eines Pisthums von einer Kirche auf
eine andere zulässig machen. Die Art
feines Todes ist nicht genau bekannt.
Tag: 3. Jan.
in der griechisch-
katholischen Kirche das Mistale,
Antichrist, Name Satans, info
fern derselbe als Gegner Christi und sei
nes Reiches in Betracht gezogen wird
Diese einfache Grundidee des Christen
thums von dem Wesen des Antichrist
Hat in der Geschichte eine mannichsache
und nicht selten verzerrte Gestalt ange
ivommen. Das was wir zu den verschie
denen Zeiten und bei den mannigfachen
Culturzuständen der christlichen Völker
von dem Antichrist erfahren, bildet den
geraden Gegensatz zu dem jeweiligen
(Glauben an Christus. Je lichter und le
bendiger das Christusbild vor den geisti
gen Äugen einer Zeit steht, um so con
creler uud schwärzer tritt das Bild des
Antichrist hervor. Da wo der Christus
glaube matt und verschwommen in einer
Zeit erscheint, da sind auch die Umrisse
des Gegenchristus vage und unbestimmte.
Sowie das vorchristliche Judenthum die
Grundtypen des Messias gibt, so zeichnet'
es 'auch die Grundzüge des Antimessias.
Schon Ezechiel schildert den Fürsten Gog
-Mßg'rg c!§ den Gegner des Messias-
Fürsten. Sowie^Nvses als Typus des
Prophetenthuins Khristi erscheint, so
wird der Prophet Bileam als Anti-Mo
s?s und somit als AutitypuS derPrvphe
tie dargestellt. Die antichristlichen Gei
ster der setzten Zeit erscheinen als Nach-
folget Bileäms sowie iie akttestament
chen Zauberer HandlangerBileams sind.
Sowie König David ein Typus des
Messias, so ist der Riese Goliath als ti
tonischer Gotteslästerer dessen Antitypus.
Mit scharfen und mächtigen Zügen wird
endlich der Judenverfolger Antivirus
Ephiphanus als AntiMessias geschildert.
So mannichfach also die Formen und
Farben sind, in welchen die alttestament
Ii che Messiasidee erscheint, ebenso man
nichfach verhalt sich der Gegenpol, die
Idee des Antichrist. Christus selbst spricht
von den falschen Propheten, welche seiner
Ankunft vorhergehen werden. Die Apo
stel Johannes und Paulus nennen aus
drücklich den Antichrist, der der Zukunft
des MefsiaS vorhergeht. Dieser Anti
christ ist der Repräsentant und persönliche
Träger des antichristlichen Ptincipes
nach seinen verschiedenen Seiten. Er
erscheint als letzter Urheber aller Wider
sprüche, aller feindlichen Mächte, welche
sich gegen das Christenthum erhoben.
Sowohl das harnäckige Judenthum als
auch das die Christen verfolgende Rö
merreich werden als antichristliche Mächte
aufgeführt. Sowie Christus die Wahr
heit, so ist der Gegenchrist der Lügner
und der Vater der Lüge. Sowie in
Christo die Heiligkeit, so ist im Gegen
christ die Sünde wurzelnd. Wenn der
Apostel aus den Tiefen seiner Seele Gott
Dank sagt für das in Christo offenbar
gewordene Geheinmiß der Liebe und Er
barmung, so weiß er auch von dem Ge
heirnmß der Gottlosigkeit, das fortan in
der Welt im Verborgenen wirkt. So
wie das Erscheinen des Antichrist in der
Zukunft und am Ende der Tage erwar
tet wird, so ist die Gegenwart von dem
Wirken desselben nicht frei. Hand in
Hand mit der frohen Hoffnung aus
Christi Wiederkunft durchzieht auch ein
tiefes Bangen vor dem gottlosen Feinde
der Kirche die ganze Kirchengeschichte.
Jede ^Verfolgung, sei es nun mit den
Waffen des Fleisches in dem Martyrium
oder mit denen des Geistes in den Ketze
reien ist gleichsam ein Zeichen und eine
Wirkpng des kommenden Antichrist. Un
ter diesen Gesichtspunkt werden bei den
Kirchenvätern die Verfolgungen und die
Häresien gestellt. Besonders mächtig
war das Mittelalter bewegt ponder An
tichrist-Erwartung. So um das Jahr
1000 eine krankhafte Furcht vor dem na
hen Weltende, so gesellte sich dazu das
Zagen vor dem kommenden Antichrist.
Das 11. und 12. Jahrhundert ist noch
durchzittert von diesem Furchtgefühl. Die
bedeutenste unter den vielen Schriften
dieser Zeit ist das noch nicht gedruckte
Werk Gerhards von Reichersberg: De
investig.atiope Anticliristi, welche
eine großartige christliche Weltanschau
ung gibt, während andere Werke dieser
Zeit, z. B. eines Joachim von Floris,
Arnold van Villanova, viele unchristliche
Verzerrungen enthalten. Während die
mittelalterlichen Schriftsteller die Gegner
der Kirche, besonders die politischen, als
Antichriste bezeichneten, bezeichnen die
Ketzereien dieser Zeit und nach ihnen die
Häresien der neueren Zeit das Papstthum
als den Autichrist. Tie Periode des mo
dernen Rationalismus hat wie von Chri
stus, so auch vom Antichrist mir ein ab
straktes Schema einen inhaltslosen
Begriff, während der moderne Pantheis
mus, in Folge der Läugnung der Frei
heit und Sünde, das Böse als Natur
betrachtet und so dem alten Manichäis
mus gleicht. Gleichzeitig mit dieser Gei
stesströmung des Unglaubens geht auch
in unseren Tagen eine andere des Ahr*
'gTonl&eitSüiföTtaT Wnrntiig des feTtgiö
sen Gefühls in den Secten unserer Tage
welche fieberhaft evregt ihre Erwartung
des Antichrist in politische Erscheinungen
des Tages knüpfen. Sowie das Juden
thum und Christenthum, sn hat auch der
MuhammedanismuS seinen Antichrist.
Das Christenthum ist in der Welt kein
leeres Gedanken- oder Moralsystem, son
dern es ist Leben und sofern es mit der
äußern Welt in Beziehung tritt, ist es
Kampf und ein Kampf, dessen Sieg das
Ende der Weltgeschichte sein wird. Der
Zweck dieses Kampfes ist die Vollendung
der Dinge durch fortwährende Ent
wicklung im geistigen nnd physischen Le
ben der Menschheit. Der Widerspruch
gegen das Christenthum ist das falsche
oder Scheinchristenthum, welches fortan
sich mit dem christlichen Scheine umgibt
und sich an die Stelle desselben setzen
will. Dem vollendeten Christenthum
tritt das vollendete Unchristenthum ge
genüber, der vollen Wahrheit die volle
Lüge, deren persönlicher Träger eben der
Satan und nicht eine tobte Idee ist.
9
Iremdwörter.
Zt»? Gedächtnisübung für unsere jungen Leser.
Accrescenz, (tat.) der Zuwachs.
A cc umulation, (tat.) die An
häufung. A ccurat, (lat.) sorgfäl
tig. Accura Asse, (franz.) die
Genauigkeit. Accusation, (lat.)
die Anlkage. Accusativus, (lat.)
der vierte Beugefall in der Sprachlehre.
Acephalisch, (griech.) kopflos.—
A^c erb, (lat.) herbe. A erb a i
0 n, (lat.) die Erbitterung. Acerr a,
(lat.) die Weihrauchbüchse.
Aufgabe No. 3,
20 Personen, Männer, Weiber und
Jungfrauen gehen zu einem Pick Nick,
wo sie zusammen 20 Dollars ausgeben
jeder Mann gibt 2 Dollars, jede Frau
1 Dollar und jede Jungfrau 50 Cents
aus. Wie viel Männer, Weiber und
Jungfrauen waren es wohl?
Auflösung der Ausgabe No. 1.
Der bejahrte Mann war 69 der Sohn 40
und der Enkel 16 Jahre.
Obige Aufgabe wurde richtig aufgelöst von
Georg Schneider.
Aus der Bibel.
o n e n a e n
Im Buche der Schöpfung wird erzählt
daß zur Zeit als die Gewässer der Sünd
flnth ansingen sich zu verlaufen, Noe
einen Raben aussandte, um durch die
Rückkehr oder das Ausbleiben desselben
von dem Stande der Dinge zu schließen.
„Noe," spricht die Schrift, „öffnete das
Fenster der Arche, das er gemacht hatte,
und entließ einen Raben, der ausflog
und nicht wiederkehrte, bis die Gewässer
auf Erden vertrocknet waren." (Genes.8.)
Nun erinnern einige Gelehrte, es sei hier
in dem lateinischen Text ein Fehler ein
geschlichen und es müsse jene Vernei
nuitg nicht hinwegbleiben, denn der
Originaltext hieße: Der ausflog und
zurückkehrte, da der hebräische Ausspruch
wörtlich laute: Der ausflog fortgehend
und zurückkehrend.
Diese Besserung jedoch ist keineswegs
nothwendig denn der Sinn des hebrä
ischen Textes ist daß der Rabe ausflog,
und zuweilen der Arche näher kam, zu
weilen sich weiter von ihr entfernte, und
seine Nahrung suchte, niemals aber in
die Arche selbst zurückkehrte und selbst
im Falle er dorthin fain, sich auf das
Dach derselben niederließ, wo Noe ihn
weder sehen noch sangen konnte. So
viel über diese Stelle der Schrift. Nun
glauben wir, es werde vielleicht den Le
fern nicht unangenehm sein, wenn wir
hier Einiges von den besonderen Eigen­
heiten dieser Vögel erzählen, deren Heils'
die Schrift, theils weltliche Schriftsteller^
theils die Geschichte gedenken.
Bekannt ist's, daß die Raben ffeisch
fressendeThiere sind und dahin ziehey,
wo sieAeser wittern besonders aber §te*
rig nach den Augen sind, und solche für
ihre größten Leckerbissen halten- Hier*
auf spielt auch der Weise in jener Stelle
an „Ein Auge, das seinen Vater ver
spottet und das die Geburt seiner Mutter
verachtet, das sollen die Raben von den
Bächen aushacken und die Jungen der
Adler sollen es fressen." (Sprichw. 30.)
Die Schrift spricht: die Raben von den
Bächen weil sie gern in wilden und
wasserreichen Gegenden sich aufhalten
wie wir denn auch im dritten Buchs der
Könige lesen, daß ein Rabe dem Prophe
ten Elias in der Nähe des Baches Carith
Speise brachte.
Es scheint aber dieser Ausspruch beS.
Weisen für Diejenigen, die der Achtung
gegen ihre Eltern vergessen, eine Dro
hung und Weissagung eines bösen TodeS
zu sein, weil derlei ausgeartete Kinder ihr
Leben, in damaliger Zeit durch bestän-?
dige Fortschritte im Bösen am Kreuze en
digten. Und nicht selten geschah's, dafc
die Raben dann hinzuflogen und diesen
Unglückseligen, die sich nicht wehren
konnten, die Augen noch vor ihrem Tode
aushackten. Diese Gefräßigkeit der Na-?
ben mag auch wohl zu jenem Abergkcnr*
ben Anlaß gegeben haben daß, wenn
irgend Raben auf ein Haus fliegen, wo
rin ein Kranker liegt, dieß ein sicheres
Zeichen seines nahen Todes sei weil
diese Vögel durch das Vorgefühl einer
baldigen Leiche dahin angezogen würden.
Merkwürdig ist, was Valerius Maxi
mutz im vierten Capitel seines ersten Bu
ches von Cicero und den Vorzeichen sei-
nes nahen Todes erzählt. „Als er auf
dem cajetanischen Weg war," spricht er
„da flog ein Rabe, der vor seinem An
blick den eisernen Zeiger der Sonnenuhr
aus seiner Stelle riß, eilig auf ihn zu
und hielt, in die Schleppe seiner Toga
beißend, ihn so lange fest, bis ein Knecht
erschien und ihm ankündigte, es kämen
Krieger, ihn zu tobten." Einige christliche
Schriftsteller erachten es sei dies irgend
ein böser Geist gewesen, der die Gestalt
eines Raben angenommen, den Leib an
sich gezogen und dadurch angezeigt habe,
er harre, die Seele als seinen Raub da?
von zu führen und sie gründen ihre
Vermuthung darauf, daß der böse Geist,
schwarz durch die Finstermß der Sünde,
mehr denn einmalRabengestalt angenom
men habe.
So erzählt Curtius Ouintus und die
Autoren, die von Alexander dem Großen
geschrieben haben, er wäre von Raben in
die Wüsteneien Afrikas geleitet worden,
die ihn zu dem Tempel Jupiter Ammoni
geführt hätten. Eben so erhielt Valeri
us Corvinus seinen Namen von jenem
Raben, er ihm den Sieg über den Feind
erringen half desgleichen auch veran
laßt ein Rabe den Metellus, nach Haufe
zurückzukehren, das Palladium vor der
Feuersbrunst zu retten damit der heid
nische Aberglaube gegen dies Götzenbild
um so länger fortbestände. Und nicht
nur von bösen Geistern, sondern auch
von Seelen der Verdammten wird selbst
bei den Heiden erzählt, sie seien als Ra
bxn gesehen worden und Herodot, Plu
tarch Strabo und Suidas erzählen,
man habe die Seele eines gewissen Ari?
stäus in Gestalt eines Raben aus seinem
Leibe fliegen sehen,
Eine andere Eigenschaft der Raben ist
ihr Diebssinn da sie nicht nur eßbare
sondern auch andere Dinge stehlen, wie
durch zahllose Beispiele kund ist. Aldp
brand erzählt, zu Erfurt in Sachsen habe
ein Rabe, den map in einem Hanse hielt
Münzen gestohlen wo immer er dersej^
ben sah» und sie im Garten unter einem
großen Stein versteckt. Man tann, bt-

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