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Ohio Waisenfreund. [volume] (Pomeroy, O. [Ohio]) 1874-1953, March 18, 1874, Image 1

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Mn Familienblatt fur
1.
Wochenschau.
(Inland.)
Der frühere Präsident der Vereinigten
S a a e n i a i o e i s a
8. März Abends 11 Uhr zu Buffalo ge
Horben.
Der Senator Sumner starb nach
tVashington.Krankheit
anz kurzer' am 11. März zu
u a o 1 2 z i e i e s i e
Stadt besindet sich heute aus Anlaß des
Begräbnisses des Ex- Präsidenten Fill
more in tiefster Trauer. Auf allen össent
lichen und Privatgebäuden, sowie auf den
Schiffen im Hafen sind die Flaggeu auf
Halbmast gezogen. Die Hauptstraßen,
durch welche sich der Leichenzug bewegt,
sind schwarz decorirt. Um 9 Uhr wur
den in der Wohnung des Verstorbenen
religiöse Ceremonien gehalten, worauf die
deiche von einer militärischen Ehrenwache
begleitet, nach der St. Pauls Cathedrale
gebracht wurde. Hier passirte von 10
Uhr ab, bis zur Zeit, als der Sarg ge
schloffen wurde, eine ununterbrochene
Reihe von Bürgern, welche noch einen
letzten Blick auf den Verstorbenen wer
fen wollten»
Der Weiber-Whiskey-Krieg
hqt noch immer in allen Städten seinen
FoL'tgang.
In dem Saloon von Tom Ward in
Valparaiso, Ind., kam es kürzlich
zwischen dem Wirth und den „Ladies",
die ihn bekehren wollten, zu gewaltthä
tigen Auftritten. Tom gebrauchte zuerst
seine Zunge und dann seine Fäuste gegen
die Heulerinnen, von denen er welche bei
den Haaren faßte und umherzerrte. Es
wäre ihm indessen nahezu schlimm ge
gangen. Es sammelte sich ein Pöbel
haufe vor dem Hause, der große Lust be
zeugte, ihn zu „lynchen". Er wurde
verhaftet und unter Bürgschaft gestellt.
fertheidigung
eine Frau hatte vor einigen Tagen zur
ihres Hauses den Inhalt
von Nachttöpf^r gegen die „Ladies" an
gewendet und brachte sich dadurch die
ganze Familie in die Acht der Temperenz
narren.
i n i n n a i 1 4 z u n e
und fünfzig der größeren hiesigen Wirthe
hielten heute Abend eine Versammlung
und ernannten für jede Ward der Stadt
ein aus zwei Mitgliedern bestehendes Co
mite, welches ein Verzeichniß derjenigen
Männer anfertigen soll, die zu Gunsten
ber Temperenzbewegung find. Ferner
beschloffen sie allen aus diesem Vernich
niß stehenden Personen ihre Kundschaft
zu entziehen. Es wurde beschlossen im
Laufe der nächsten Woche eine Massen
Versammlung zu halten jedoch wurden
Zeit und Ort noch nicht bestimmt.
Eine Isländerin die in der Nähe
von Milford, Clermont County, Ohio,
einen Saloon hält, wurde dieser Tage
von den Betweibern heimgesucht. Die
resolute Jrländerin wies ihnen die Thür,
worauf sie sich vor die Thüre postirten
und ihren Sing-Sang begannen. Jetzt
tourde aber die Jrländerin wüthend und
rief ihnen im entschiedensten Corkdialekt
diese Worte zu: „Ihr miserabeln Ge
schöpfe, ihr wollt mich beleidigen, indem
Herausgegeben zum Besten eine« Waisenhauses für die Diözese Columbus, Ö. Erscheint wöchentlich. Preis,bei Vorausbezahlung für ein Jahr $1.50.
ihr mir eure Religion aufdringt, die nicht
meine Religion ist. Wie würbet ihr es
liebelt weun wir Katholiken vor euren
Thüren singen und Messe lesen wollten
„In Anbetracht, daß Trün
k e n e i v o i n k e n k o
resolutionirte eine Methodistenversamm
lung in New Pork, „und man aus einem
Trinker ein Trunkenbold wird in Anbe
tracht ferner, daß Mäßigkeit in dem mä
ßigen Gebrauch alles Guten und der Ent
haltsamkeit von allem Bösen besteht, so sei
„Beschloffen, daß alle vernünftige Mä
ßigkeit, Enthaltsamkeit, von allen berau
schenden Getränken erheischt." Wenn
das nicht Logik ist, so ist es Narrheit.
Karl Schurz, derjenige Deutsche in den
Vereinigten Staaten, der, wie kein An
derer die englische Sprache in seiner Ge
walt hat, spricht, wenn er zu Hause in
seinem Familienkreise ist, u n a n e r
lich beutfch. Hunderte, ja Tausende
seiner Landsleute in diesem Lande könn
ten sich hieran ein Beispiel nehmen. Fer
ner hat er, obschon amerikanischer Bun
deSsenator, seinen Vornamen Karl doch
nicht in „Charles", und seinen Familien
namen nicht in „Short", wie viele andere
dentsche Einfaltspinsel dies gethan haben
würden, umgeändert.
o v i e n e I 1 2 z
Das Abgeordnetenhaus nahm heute mit
44 gegen 17 Stimmen eine Resolution
an das Amendement zur Constitution,
welches den Frauen das Stimmrecht ver
leiht, dem Volke zur Abstimmung vorzu
legen.
Amerikanische Bildhauer haben
nach der Mittheilung eines New 9)orfer
Blattes die Gewohnheit, sich von italieni
schen Künstlern Statuen anfertigen zu
lassen und dieselben dann als eigene Ar
beit an Amerikaner verkaufen, die in ihrem
Stolze über solche Leistungen genialer
Landsleute gerne einen mehr als entspre
chenden Preis dafür bezahlen.
i e n e u e S e k e e s i s o s
Cnrnrnings organisirte sich am 9. März
in New-Zork. Es wurden Statuten vor
gelegt paragraphenweise erörtert und
angenommen. Es wird darin unter An
deren ein Comite von „Gentlemen" und
eines von „Ladies" vorgesehen, welche die
Obliegenheit haben sollten, so viel Fremde
als möglich der neuen Kirche zuzuführen.
Es wurden die beiden Comites und
Trustees eingesetzt, worauf durch Resolu
tion erklärt wurde der Name der neuen
Kirche solle sein: die „First Reformed
Episcopal Church of New-Rork."
o u u s O 1 5 z a n
hat sich hier entschloffen, denStaat in neue
Destrikte zu theilen. Es ist wahrscheinlich,
daß dieser Plan durchgeht. Darnach
würden sein 9 Distrikte demokratisch, 9
republikanisch und 2 gelten für zweifel
haft. Der 11. Distrikt soll bestehen aus
den Counties Lawrence, Gallia, Jackson,
Vinton und Meigs.
W «s i n o it, 14. März. Nach
richten, welche
von'derJndianergrenze
ein
trafen, beuten darauf hin, daß ein allge
meiner Jndianerkrieg äußerst wahrschein-
lich sei.
O. den 18 März 187».
Wochenschau.
(«u»land.
a S i I i a e s e z a e I e n
E i n e N i e e a e e
e i e u n
e i n 1 3 z I e u s e n
Reichstage wurde der seitens der Regie
rungen eingehrachteGesetzentwurs, wonach
die Präsenzstärke der Armee im Frieden
401,658 Mann betragen soll, durch Ma
joritätsbeschluß abgelehnt.
Die National-Liberalen wünscheu die
Mimrnal-Stärke auf 360,000Mann fest
gesetzt zu sehen.
2 3 I i n 1 1 z i e E k a n k u n
von Bismarck wird für bedenklich erklärt
und befürchten die Aerzte jetzt das
Schlimmste.
5 8 e i n 1 3 z s i s a k
leidet wieder an einem Gichtanfalle.
e e u i s K o n i n z
In der zu Leipzig gedruckten, nur für
Brüder bestimmten „Freimaurerzeitung"
finden wir, schreibt die „Berliner Ger
mania" das Eingeständnis, daß dem
Ordensrathe die Nieterlegung der Or
densmeisterschaft seitens des Kronprinzen
„sehr ungelegen" komme. Zugleich wer
den zwei Gründe für diese Amtsnieder
legung bezeichnet, nämlich daß der Kron
prinz „es mit seiner politischen Stellung
unverträglich halte, in einer Großloge
ein wirkliches Amt zu haben und dadurch
gewifferweise die andern Großlogen zu
rückzusetzen," und daß der Kronprinz „sich
nach den Resultaten der gemachten Unter
suchungen nicht vom Alter seiner Lehrart
habe überzeugen können."
Z u K ö n a n a 2 0 e i n e
erzbischöflichen Palais die Versteigerung
der wegen mehrerer über den Erzbischof
verhängten gerichtlichen Strafen von un
gefähr 1500 Thlr. ihm gepfändeten Ge
genstande Mobilien, Silberzeug, Tisch«
geräthe und einer Equipage, Statt. Eine
große Menschenmenge hat sich dazu ein
gefunden. Auch gab es einige Unruhen.
Auch im Haufe des Weihbischofs
58 a u i hat eine gerichtliche Pfändung
Statt gefunden. Dr. Baudri faß eben
zu Tische, als der Gerichtsvollzieher mit
einem Protokollführer erschien und, von
dem Bischof mit Ruhe und Freundlichkeit
empfangen, sofort an die Arbeit ging.
Derselbe belegte vorläufig Möbel im
Werthe von 220 Thlr. mit Beschlag.
Z u e n w u e a 9 e
der 50. Jahrestag des Todes der „weit
hin bekannten", wegen ihres religiösen
Lebend berühmten Katharina Emmerich,
änßerst feierlich begangen. Die Kirche
und Kapelle wareu überfüllt von Andäch
tigen aus der Stadt und Umgegend. Am
Abend, Uhr, die Stunde, in welcher
sie vor 50 Jahren verschied, wurde in
Gegenwart einer großen Menschenmenge
das Grab prächtig beleuchtet.
Die am 19. Febr. in Berlin abge
haltene katholische Volks-Versammlung
war, der „Köln. Volks-Ztg." zufolge,
von 1500 bis 2000 Personen besucht.
Herr Legationsrath a. D. v. Kehler prä
sidirte der Versammlung welche einstim
mig die folgenden Resolutionen annahm
»7.
Salon tagende Versammlung Berliner
Katholiken erklärt: 1) Die Katholiken
Deutschlands müssen dem gegnertscherseit»
'gemachten Versuche, eine deutsche Nation
ohne sie zu etabliren, von vorn herein je
den Schein von Berechtigung mit aller
Entschiedenheit bestreiten. 2) Gerade
unser treues und unverbrüchliches Fest
halten an den Grundsätzen und Lehren
der katholischen Kirche bietet die Bürg
schaft für die unerschütterliche Treue zu
Kaiser und Reich. 3) Der von unseren
Gegnern, sei es aus Jrrthum, sei es wi
der besseres Wissen, gemachte Unterschied
zwischen Katholiken und „Anhängern der
Ultramontanen Partei" entbehrt jeder
Basis, da die katholische Kirche überhaupt
nur solche Mitglieder kennt, die im Papste
das sichtbare, in Glaubens- und Sitten
lehren unfehlbar entscheidende Oberhaupt
der Kirche verehren. 4) Es kann deßhalb
das Bestreben unserer Gegner, die Sym
pathien des Auslandes gegen diese an
gebliche ultramontanePartei wachzurufen,
nur als ein Werben auswärtiger Bundes
genossen gegen die eigenen Mitbürger
angesehen werden, mithin als ein Bestre
ben, welches nicht den Dank und die Zu
stimmung, sondern den entschiedenen Wi
derspruch und die Verachtung aller Deut
schen verdient.
Die Katholiken des
I
u a sind ange
wiesen während der Dauer der Verfol
gintg diese Verhaltungsmaßregeln zu be
obachten In den Grcnzgcmeinden hat
das Volk den katholischen Gottesdienst'
im Nachbarland zu besuchen und die
Seelsorge der dortigen Geistlichen mög
lichst zu benutzen. In den innern Ge
meinden wird, falls fein romisch-katholi
fchcr Priester daselbst wohnen darf, das
Volk zu den gewohnten Gottesdienststun
den die provisorischen Locale besuchen
und daselbst Gebets Versammlungen
halten. Die Vorstände der katholischen
Vereine leiten dieselben. Die Taufe darf
vo.n Laien gespendet werden. Der Ein
tritt in den heiligen Ehestand ist zu ver
verschieben oder es muß zur Vornahme
der Trauung ein römisch katholischer
Geistlicher aufgesucht werden. Sterbende
genügen der Gewiffenspflicht, wenn sie
vollkommene Reue und Leid erwecken.
Im Todesfalle ist Civilbeerdiguug nach
zusuchen und der Staatspastor fern zu
halten. In keinem Falle ist ein excom
municirter Priester zu rufen.
o 1 3 z e a s a i e
österreichischen Bischöfe schriftlich aufge
fordert, mit aller Macht sich der Pas
sirung der beabsichtigten Kirchengesetze zu
widersetzen.
W i e n 1 2 z a s u n a i s e
Ministerium hat refignirt und Kaiser
Franz Josef hat diese Resignation ange
nommett.
o 2 5 e u a e a i n a
Barnabo, Generalpräsect der Congrega
tion de propaganda fide ist gestern
Abend gestorben. Als sein Nachfolger in
diesem Amte wird Cardinal Bilio bezeich
net.
R. I. P.
e i n 1 5 z e e s u n e i s
zustand des Fürsten Bismarck bessert sich
Bismarcks Biograph, Georg Hefe»
fiel ist am Herzschlag plötzlich gestorben.

E w a s z u N a a u n
Die am 19. Febr. 1874 in Michael's

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