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Ohio Waisenfreund. [volume] (Pomeroy, O. [Ohio]) 1874-1953, March 18, 1874, Image 4

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4. Ohio Waisenfreund.
Herausgeber: Rev»
I. Jessing.
Pomeroy, den I8.Mavz187T.
Von ganz«» Herzen billige ich die for^eseh.
fc Herausgabe der „Ohio" und die preiswürdige
Absicht, den Erlös derselben zur Gründung et»
neS Waisenhauses für die Diözese zu verwenden.
S. H. RofecranS,
Bischof von Columbus,
Der »Ohio Waisenfreund*.
Der ganze Uebcrschuß der sich auS der Ein«
nähme für Abonnement und Anzeigen des
Ohio Waisensrennd" ergibt, wird ohne jeden
Abzug zu dem Zwecke bestimmt, ein Waisen
hauö für Knaben innerhalb der Diözese Solum
bus zu errichten. Ton allen Einnahmen wer
den nur die Ausgaben für Satz, Druck und
Papier bestritten während der Redakteur xitb
Herausgeber für feine Mühe uur allein einen
Gotteslohn beansprucht. Es werden daher alle
Menschenfreunde gebeten, dieses wohlthätige
Unternehmen auf jede Weife zu unterstützen,
damit das beabsichtigte Werk bald zu Stande
k o e W e e n O i o $ n i e n e u a
hält, bekommt nicht nur das ganze Jahr
hindurch für einen billigen Preis eine gute Zei
tung sondern macht sich auch zum Wohlthäter
verlassener Waisenkinder.
Das Abonnement auf den „Ohio Wai
senfreund" kann jederzeit beginnen.
Wir können neuen Abonnenten keine der
früher erschienenen Nummern nachliefern.
Der niedrige Abonementspreis von
$1.50 für das Jahr muß v o a us be
zahlt werden. In Fällen, wo dieses
nicht geschieht, sondern erst in der zweiten
Hälfte des Abonnementsjahres bezahlt
wird, müssen wir für den Jahrgang $2,00
anrechnen. Es liegt daher im Interesse
unserer geehrten Leser, das Blatt im vor
aus zu bezahlen.
Nicolaus Thiel, reifender Agent«.
Im Staate Ohio:
Cincinnati, Benziger Brothers,
Dayton, Adam Zltt.
fleading,
I. Stauet#
Portsmouth, Martin Grübet.
Ripley, John B. Garb.
New Richmond, Franziska WihbrlS.
Trenton, Adam Westrich.
Middletown, John Käser..
Piqua, Hermann Meinderse«.
Xippefatw, John Miller.
In anderen Staaten:
Ein armes Kind.
Für ein Knäblein im Alter von 16
Monaten, das keinen Vater hat, der sich
desselben annähme und dessen Mutter
fortwährend kränklich ist, so daß sie des
Kindes nicht warten und pflegen kann,
wird ein Platz in eintr katholischen Fa
milie gesucht. Die Mutter des Kindes
ist nicht katholisch, sie wünscht aber, daß
ihr Kind katholisch erzogen werde. Sie
selbst ist mm und unfähig, das Kind län
ger zu behalten, Wir suchen deshalb
für dieses arme und verlassene Kind eine
Heimath. Hier ist die Gelegenheit, den
göttlichen Heiland selbst in das Haus
aufzunehmen in der Person dieses armen
Kindes.. Wer will diesen Gotteslohn
verdienen? Wir hoffen, daß es diesem
armen Kinde nicht ergehen werde, wie
dem Jesuskinde, das in Bethlehem keine
Herberge finden, sondern mit einem
Stalle vi^lieb nehmen mußte. Wer sich
also dieses Kindes erbarmen und es xrzie
hen will, der melde sich recht bald beim
Herausgeber dieses Blattes.
Z e a e n
„För was soll man sich denn von
Pfaffen beherrschen lassen, sich von diesen
vorschreiben lassen, was man thun soll?
Wir sind ja keine Kinder mehr. Wir
wissen ja doch selbst, was wir thun müs
sen." So lautet die Sprache der Auf
geklärten. Wenn ihnen nun die Pfaffen
entgegnen: Christus Hai ausdrücklich er
klärt, daß das und das so und so ist, daß
man dieses oder jenes thun, das man
das und das unterlassen soll, Dann
ist die Antwort schnell fertig, nämlich, ja
wer weiß, ob er das so und so gemeint
hat. Andere gehen aber noch weiter und
sprechen offen die Gotteslästerung aus,
baß nämlich Christus auch nicht mehr ge
wesen sei, als wir. Hier mag man nun
mit der Bibel auftreten und aus dem al
ten und neuen Testamente beweisen wol
len daß Christus wirklich Gott gewesen
sei, dann erhält man die Antwort: die
Bibel ist eben auch ein alteS Buch, wie
so viele andere, die von Leuten znsam
mengeschrieben wurden, die eS eben nicht
besser verstanden. Dieselben Leute aber
welche die Bibel verwerfen, wenn sie ih
nen unbequem ist, lassen zu andern Zei
ten dem göttlichenBuche einigeEhre wider
fahren, wenn es sich darum handelt, etwas
zu beweisen, das sie beweisen wollen. Ja
wenn es sich gar darum handelt, der al
ten katholischen Kirche eins anzuhängen
dann find verdrehte, verstümmelte und
verfälschte Bibeltexte massenweise Vorrä
thig und die heilige Schrift oder vielmehr
die eigene selbstsüchtige Auslegung der
selben wird bis in den Himmel erhoben!
Das größte Gaudium entsteht finter der
liberalen Rotte, wenn sie an irgend ei
ftem katholischen Priester einen wahren
oder vermeintlichen Fehler zu finden ver
meint. Da geht es denn wie im Gleich
nisse vom Splitter und Balken und ein
solches Faktum wird ausposaunt durch
Stadt und Land elektrische Telegraphen
und hunderte von Druckerpressev werden
in Bewegung gesetzt, um den liberalen
Seelen einen solchen fetten Bissen zum
Frühstück vorzusetzen. Es ist für die Li
beralen nur zu bedauern, daß ihnen selbst
unter der großen Menge von katholischen
Priestern solche fette Biffen *ur äußerst
selten vorkommen. Man hat der ka
tholischen Kirche und besonder? den Je
fatten vorgeworfen, daß sie den Grund
satz lehren: Der Zweck heilige die Mit
tel d. h. man könne mit gutem Gewis
sen etwas Böses thun wenn man dabei
nur einen gute» Zweck im Auge habe.
Weder die katholische Kirche noch die Je
suiten Haben jemals diesen Grundsatz ge
lehrt, sondern gerade das Gegentheil.
Ja der verstorbene Jesuitenpater Roh
setzte vor mehreren Jahren öffentlich ei
nen Preis von 1000 Thalern auS für
denjenigen, der beweisen könne, daß ir*
gend ein einzelner Jesuit jemals diese
verdammlicht Lehre gutgeheißen habe.
Er ist darüber weggestorben ohne daß er
die Summe hätte bezahlen müssen.
Trotzdem lebt diese Beschuldigung noch
fort und steht in taufenden von Büchern
gedruckt. Nun aber kommt das Ergötz
liche, daß unsere modernen Temperenz
weiber nebst ihren AufHetzern, die sicher
lich alle zusammen der katholischen Kirche
im höchsten Grade abhold sind, gerade
diese den Jesuiten fälschlicher Weise auf
gebürdete Lehre festhalten. Da »ird in
Temperenzmeetings offen gesagt Any
means are justifiable that will but
serve to overthrow the traffic in
intoxicating drinks. Da haben wir
in optima form» gerade denselben
Grundsatz feierlich verköndet, day der
Zweck das Mittel heilige! Diese Gegner
der katholischen Kirche find doch wirklich
sonderbare Menschen. Was sie der
Kirche mit Unwahrheit zum Fehler an
rechnen das lehren und thun sie in
Wahrheit selbst.
e e e n z
Es hat uns Jemand durch die Post ein
Stück des Methodistenblattes: „Der
Christliche Apologete" zugeschickt, das
lauter Temperenzartikel enthält. Da in
diesem Blatte das TKiben der Weiber,
die Entwürdigung des Gebetes und die
unrechtmäßigen und ungesetzlichen An
griffe auf die persönliche Freiheit gutge
heißen wird, so kommen wir auf die Ver
muthung, daß der anonyme Aebersender
unsererr Widerspruch gegen den jetzigen
Temperenzunfug nicht recht versteht.
Wenn der Z w e ck, den die Weiber an
geblich verfolgen, kein anderer ist, als
der Unmäßigkeit zu steuern, so sind wir
damit vollständig einverstanden. Wenn
man aber zur Erreichung eines guten
Zweckes bös« Mittel anwendet, so
können wir das nicht gut heißen, sondern
müssen ein solches Gebahren entschieden
verurtheilen. Es ist aber offenbar ein
Mißbrauch des GebeteS, wie es die
Temperenzweiber jetzt treiben. Das Ge
bet ist eine Erhebung des Gemüthes zu
Gott und nichts anderes. Bei der Tem
perenzbewegung macht man aber das Ge
bet zum Spott der Ungläubigen und
verrichtet eg nicht um zu Gott zu beten,
sondern um dadurch eine Demonstration
zu vsranstalten. Und gegen diesen Miß
brauch religiöser Uebungen erklären wir
uns und müssen uns immer erklären.
Wenn in dem Methodistenblatt eine De
pesche so verstanden werden soll, daß auch
der Papst diese Weiberprozessionen er
muntert habe, so ist dieses einfach ein
Jrrthum, wie der größte Theil aller me
thodistischen Lehren. Zur Belehrung
fürunfere methodistischen Freunde geben
wir hier die Ansichten des Hochwürdig
sten Erzbischoss von Cincinnati über die
Temperenzfrage theilweise wieder:
„Der Erzbischof kann nicht lehren ober
predigen, daß es eine Sünde ist, wenn
der Handlanger, der in der heißen, ver
sengenden Julihitze mit schwerer Last
steile Leitern erklimmen muß bis in das
3. oder 4. Stockwerk feilte ermattende
nachlassende Kraft durch den Genuß von
einem oder zwei Glas Bier zu stärken
sucht. Däs Würde grausam erscheinen
in seinen Augen. Bringt er es aber
ohne diese Stärke kraft seiner physikali
schen Beschaffenheit fertig, so möge er es
in Gottes Namen thun. Und wenn er
keine Erfrischung nehmen kann ohne das
Maß zu überschreiten dann ist es besser
für ihn, wenn er es ganz bleiben läßt
oder die Arbeit ganz aufgibt oder stirbt
denn das ist besser, als ein Trunken
bold sein.
Andererseits kann der Erzbischof einen
Priester nicht auffordern den göttlichen
Stifter unserer Religion zu lästern durch
die Frage, weßhalb Er aus der Hochzeit
zu Cana Wasser in Wein verwandelte,
zur Erfrischung du Gäste. Weshalb
setzte Er das heilige Altarssakrament, das
letzte Abendmahl zum Tbeil in Wein ein,
von dem Er den Jüngern zu trinken
gab V Weshalb lehrt uns der heil. Geist
in der Böbel, daß Gott den Wein machte
„um das Herz des Menschen zu erfreuen?"
Weshalb wünschte der sterbende Patri
arch unter den Einfluß göttlicher Er
leuchtung seinem Sohne „Ueberstuß an
Wein Weshalb sagt uns ferner der h.
Geist, daß eS „schädlich ist immer nur
Wasser oder Wein zu trinken aber an
genehm diese z» mischen »der bald Was
ser und bald Wein zu trinken." Aber
Gott, werfen jene ein, machte nicht den
Wein. Wir haben gezeigt, daß Er ihn
machte. Dann machte er auch kein Brod
ausgenommen bei der wunderbaren
Brodvermehruug in der Wüste. Doch Er
machte die Traube und den Weize« und
daraus werden Wein und Brod bereitet,
beide fast durch einen gleich einfachen
Prozeß. Die Katholiken berufen sich auf
bit Bibel und wir können uicht, wenn fie
dieses Buch vök sich haben, mit Cymbel,
Buch und Kerze, ilItter Beten «nd Sig
gen im Kothe knieend jene extomumziren,
die trinken oder jene, die die von
zum mäßigen Genuß geschenkten Flüssig
leiten ausschenken.
So heißt die Vorschrift Gottes Trin
ke, aber mäßig und kannst Du nicht mit
Mäßigkeit trinken, dann trinke gar nicht.
Vor einigen Jahren ersuchten 3 oder.4
protestantische Prediger den ErzbifchoH
sm seine Mitwirkung in der Unterdrü
ckung der Schnapskneipen. Er gab
nen zur Antwort, er würde, wenn es sich
darum handele, strides Verbot oder Li
censirung einzuführen, sich dafür ausspre
chen jenen Verkäufern möglichst hohe
Licenzgebühren aufzulegen und ohne
Gnade alle Buden zn schließen, too
schlechter Stoff an Minorenne, Trunken
bolde, männliche oder weibliche, die eint
Pest der Gesellschaft eine Bürde der Fa
milie und die besten Anwälte des Teufels
sind, verkauft wird.
Das halte er für das beste Mittel zur
Abwehr des beklagenswerthen Uebe.ls^
Temperenzwahnsinn.
Eine von den Temperenzweibern hat
im Meigs County Telegraph gar schön
Alles bestätigt, was wir über die gegen
wärtige Temperenztollheit gesagt haben.
Es steht darin ein angeblich von einem
Weibe geschriebener Artikel, der aussieht,
als wenn der Verfasser eben aus dem
Tollhaufe entsprungen wäre. Neben tier
Tollheit macht sich auch der wüthendste
Fanatismus darin Luft, und der Artikel
strotzt von persönlichen Angriffen, von
alschen Darstellungen und Verdächtig
gungen. Am Schlüsse heißt es: „Erin
nern Sie sich daran, daß Sie unabhän
gige, fortschrittliche, protestantische, amt*
titanische Weiber kritisiren, und weffn,
Sie einmal in unsere Hände fallen soll
ten, so wäre es besser für Sie, daß Si?
niemals geboren wären."
Das wird genügen, um jedem Ver
nünftigen Menschen klar den wahnsinni
gen und fanatischen Charakter dieser
Weiberbewegung zu zeigen. Wir bedau
ern ernstlich diese traurige Entartung,
diesen Verfall des Familienleben?, wo.
die Mutter und Hausfrau sich ihrem Bt
rufe entfremdet. Was muß aus dei
Kindern werden, wenn sie solche Mütter
haben?
Die Temperenzbewegung.
Es gibt gewisse niedrige und winzige
Menschen, die ganz sicher ihr ganzes Le
ben lang der Oeffentlichkeit unbekannt
blieben, würden sie nicht dann und wanZ
einen recht dummen Streich begehen, und
auf diese Weise die Aufmerksamkeit und
das Mitleid der Welt aus sich leiten. Zu
dieser Sorte Leute scheinen uns die Tem
perenzler zu gehören, die unter falscher
Flagge fahren. Das Wort „Temperenz"
heißt nämlich so viel als Mäßigung, Ae
gulirung, Selbstbeherrschung. Diese
Fanatiker jedoch verwerfen und verdam
men von vorn herein jeden auch vernünf
tigen und mäßigen Gebrauch der geisti
gen Getränke. Wie kann daher bei die
sen Leuten die Rede sein von Mäßigkeit
oder Maß halten? Wäre bei ihnen der
Geist der Mäßigkeit, so würden sie ihren
NWenmenschen nicht beeinträchtigen in
seinen Rechten und Unternehmungen sie
würden den friedlichen Bürger in Ruhe
lassen, sie würden denselben verschonen mit
ihren Schimpfreden und ihrem Geheul.
Nein, die schöne Tugend der Mäßig
keit kann diese Menschen nimmer als le
gitime Kinder anerkennen Wenn sie sich
unter das Banner der totalen Enthalt»
samkeit flüchten, so möchten wir ihnen
rathen ihre Enthaltsamkeit dadurch zu
beurkunden, daß sie sich vor Allem jeder
Einmischung in die Rechte Anderer auf'f
Strengste enthalten,

Bischöfliche Empfehlung.
I
cordially approve of your con
tinued publication of the "OHIO"
and of your laudable intention of
devoting the profits of it to build
ing s.v. ORPHAN ASYLUM for the
Diocese. S.H.ROSEORANS,
BISHOP OF COLUMBUS,
U n s e e A e n e n
iamüton, Nev. Jos. Resch und Brother Domenrck.
Heinrich Rittmeyer.
Cumminsville, August Müller.
Jronton, Robert E. Elch.
Pine Grove, Reu. I.
PittSburg, Pa. B. A. Buerkl«.
Birmingham, Pa. Caspar Sieringer.
St. Louis, Mo. B. Herder.
Chicago, III. Mühlvauer igehrle.

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