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Ohio Waisenfreund. [volume] (Pomeroy, O. [Ohio]) 1874-1953, March 18, 1874, Image 5

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Einem Jeden steht es frei, für diese
vder jene Speise, für dieses oder jenes
Getränk eine Vorliebe zu hegen und auch
an den Tag zu legen. Allein Keiner hat
das Recht, etwas von Gott zum Nutzen
der Menschheit ^.Geschaffenes zu lästern
oder zu verdammen. Gott kann das
Böse weder wollen noch hervorbringen.
Um auszusinden, was gerade für uns
Menschen heilsam und nützlich ist, dazu
hat uns Gott die Vernunft gegeben.
Vernunft und Erfahrung lehren uns das
für uns Nützliche von dem Schädlichen
.unterscheiden.
Nun hat aber die Erfahrung der Ver
gangenheit den Beweis geliefert, daß der
vernünftige Genuß von Wein, Bier und
.Anderen
geistigen Getränken nützlich
And dienlich sei zur Entwicklung und
zum Wohlbefinden sowohl des Körpers
als auch des Geistes. Man mache uns
hier nicht die Einwendung, daß diese Ge
tränke schon oft mißbraucht worden und
auf diese Weise viel Unheil angestiftet
haben. Wollte man Alles wegräumen
von der Welt, was nicht mißbraucht
werden kann, so würde nichts übrig blei
ben.. Wenn wir gegen den Abstinenzler
Janatismus reden, so wollen wir deswe
gen den Mißbrauch der Getränke keines
wegs billigen oder beschönigen. Wenn
toir daher sehen wie gewisse Leute auf
Wein und andere Getränke schimpfen
und lästern, so denken wir bei uns selbst:
Herr vergib ihnen, sie wissen nicht, was
sie thun. Denn in Wirklichkeit lästert
Jener, so das Werk lästert, auch den
Werkmeister. Mithin, wer Erschaffenes
lästert, lästert den Schöpfer und ist daher
ein Gotteslästerer.
Allein diese Temperenzler wollen fei*
neswegs zum Geschlechte der Gottesläste
rer gehören sie halten sich vielmehr für
die frömmsten Christen.
Betrachten wir ihre Ansprüche ein we
nig näher. Christ ist man nur insofern,
als man an Christum glaubt und seinem
Beispiele folgt. Christus, unser Meister
Mb Vorbild, hat Wein genossen und
einst bei einer Hochzeit Wasser in Wein
verwandelt, als Mangel an Wein war.
Die Temperenzler jedoch verdammen den
Wein sowie die Weintrinker. Fällt diese
Lästerung nicht aus den Herrn znrück?
Paulus räth seinem Schüler, etwas Wein
zu trinken von wegen des schwachen Ma
gens. Im alten Bunde wird der-Wem
gepriesen. Dort heißt es „Der Wein
erfreut des Menschen Herz."
Wie kann ein Christ das verdammen,
-was Gott erlaubt, das lästern, so Chri
stus und seine Heiligen selbst gethan?
Sind diese Fanatiker etwa heiliger als
der Gottessohn, dessen Schüler sie sein
w o e n
Es liefert uns diese fanatische Bewe
gung wiederum den Beweis, in welche
Thorheiten der menschliche Geist sich ver
irrt auf religiösem Gebiete, wenn er sich
nicht leiten und führen läßt von einem
Unfehlbaren Lehramte.
Mir haben nichts dagegen, daß jene
Leute, die nicht vernünftig und mäßig
die edlen Getränke genießen können, sich
gänzlich enthalten. Allein ihre Neben
menschen sollen sie in Ruhe lassen.
mm
S e u
Bei
B. Herder in St. Louis sind die
folgenden Schriften zu haben: 1) Gebete
e i e de e s e n e i i e n o n
u n i o n der Kinder. Dieselben sind
Verfaßt von Bernard Overberg. Preis
e u z e n 6 0 e n s 2
Me ßandachten für die Schuljugend
Zbn I. A. K e e r. Preis geh. 10 Cts.
&) Anleitung zum ersten e
i ch U n
it ich
Preis 5 Cents. 16 Seiten mit Bildern.
Das letztere Schriftchen ist besonders zu
empfehlen.
i e k a o i s e n i s s i o n e n
für Februar sind wieder erschienen.
Diese Nummer ist, wie die früheren, mit
interessantem Inhalte und prächtigen
Bildern gefüllt außerdem enthält sie
noch eine Beilage für die Jugend, eben
falls mit Bildern. Diese Monatsschrift
kostet für das ganze Jahr postfrei $1.75
und wird versandt von B. Herber in St.
Louis, Mo.
i »I
Versuchte Pfändung beim Bischof
von Münster.
Der „Amerika" wird folgender heitere
Bericht vom 24. Febr. aus unserer echt
katholischen Heimathstadt geschrieben:
„Gestern war unsere ganze Stadt in
einer fieberhaften Erregung. Die Stim
mung die sich der Gemüther bemächtigt
hatte, war, weit entfernt, eine ernste und
bittere zu fein, eine komischheitere. Es
sollten nämlich die gepfändeten Sachen
unseres Bischofs verkauft werden. Man
hatte beschlossen sie vom bischöflichen
Palais zu dem Vorplatz des Appellotions
gerichtes zu tragen und dort versteigern zu
lassen. Auf „ultramontaner" Seite
hatte ein Consortium wohlhabender
Männer sich vereinigt, die Möbel a tout
prix anzukaufen und dem Bischof zur
Benutzung wieder zu übergeben. Es war
keine Aussicht da, daß die Sachen theuer
wurden, da alle Althändler, wie auch die
Juden Münsters zu gut ihren Vortheil
kennen, um in dieser Weise das Publi
kum gegen sich zu erbittern. Aber die
Sache kam ganz anders, als man erwar
tet hatte. Schon in früher Morgenstunde
war ganz Münster auf dem Domplatze
vor dem Palais des Bischofs versammelt,
um das Wegtragen der Möbel zu sehen.
Allein die Auktionatoren hatten keinen
Dienstmann bereit gefunden, die Sachen
aus den bischöflichen Gemächern zu brin
gen. Alle Dienstleute waren entweder
plötzlich krank geworden oder anderwei
tig beschäftigt. Rathlos stand Auktiona
tor Jaspers vor dem Palais, hinter ihm
eine lachende und höhnende Volksmenge.
Endlich, nachdem man von 8 Uhr an
vergeblich gefahndet, brachte die Polizei
2 Dienstmänner vom Marktplatz pit die
Wohnung des Bischofs, die alsbald
Hand anzulegen gezwungen wurden.
Diese brachten einige Möbel heraus. Da
aber kamen ihre Frauen und es entstand
eine über alle Beschreibung interessante
Scene, indem die letzteren ihre Ehegatten
in ihrer „staatsfreundlichen" Beschäfti
gung zu behindern suchten. Die Dienst
männer, ohne Furcht, von der Norddeut
schen Allgemeinen Zeitung demnächst als
Pantoffelhelden aufgeführt zu werden,
gaben den Schimpfworten ihrer Frauen
nach und entschuldigten sich bei den.poli
zeilichen Arbeitgebern, der eine durch
plötzliche Krankheit seines Kindes der
andere durch einen plötzlich bekommenen
„Hexenschuß" (ein rheumatischer Krampf).
Unter Hurrah und Jubel zogen sie von
bannen. Dann kamen die Studenten
die sich gerade in großen Schaaren aus
dem Domplatz befanden und trugen un
ter Hurrah und Gesang bic Sachen wie
der in den bischöflichen Hof. Der Auk
tionator jal) sich veranlaßt, dem Bischof
mitzutheilen daß der Verkauf für heute
aufgehoben sei. So endete der Verkauf
der gepfändetenSachxn unseres Bischofs.
Die Temperenzgesetze sind Spinnenge
webe, die Fliegen fangen sich darin, al
lein die Hornissen fliegen durch.
W
Die Predigten sind wie die Märkte.
Wer ohne Geld auf den Markt geht,
kann nichts kaufen wer ohne Glauben
in die Kirche geht, kann keinen Nutzen
barm schöpfen.
Wenn man heutzutage zu einer jeden
Lüge pfeifen wollte müßte man stets ei
Nkn gespitzten Mund machen.
Wilhelm, der Christenverfolger.
Wiederholt hatte der „edle" deutsche
Kaiser versichert, es sollte nach dem rühm
reichen Kampfe ein nicht minder rühm
reicher Friede folgen und das Band, wel
ches alle Völker und Fürsten des Reiches
umschlinge, inEintracht unb Treue gestärkt
werden.Feierlich hatte er deutschenKirchen
sürsten gegenüber erklärt, er werde sich be
mühen, seinen katholischen Unterthanen
gerecht zu werden, damit das burch eine
muthige Anstrengung von Protestanten
unb Katholiken gegründete Reich burch
dieselbe Eintracht auch innerlich erstarke:
ja er hat sogar nicht unzweideutig zu ver
stehen gegeben, er würde bei der italieni
schen Regierung, deren Gewaltakt gegen
die Kirche er nicht billige, Schritte einlei
ten zu Gunsten des.'päpstlichen Stuhles.
Obwohl diese schönen Versprechungen
dem katholischen Volke nichts in Aussicht
stellten, als was man ihm von Gott und
Rechtswegen nur immer schuldig gewesen
wäre, so erweckten sie doch große Freube
unb Zufriedenheit, weil es eben gewohnt
war, ber protestantischen Landeskirche ge
genüber mehr ober weniger stiefmütterlich
behandelt zu werben. Im Bewußtsein ber
Opfer, bic es mit solcher Bereitwilligkeit
und Begeisterung für König und Vater
land gebracht hatte, hätte es daher, unge
achtet der traditionellen Perfidie des höh
enzollerschen Hauses, eher alles geglaubt,
als dasjenige, was auf diese kaiserlich
königlichen Versprechungen gefolgt ist.
Kaum ist der Heldenkönig von den
Schlachtfeldern, bie er stets mit gewohn
temHelbenmuthe nach erfochteuen Siegen
zu besuchen pflegte, um ne^en seinen pro
testantischen auch seine katholischen Unter»
thanen Muten zu sehen zurückgekehrt, so
läßt er ihnen zum Danke neue unb viel
schrnerzhastereWundenschlagen. Kaum hat
er geendet mit der Anerkennung der glor
reichen Verdienste, die jene um das Vater
land sich erworben, läßt er sie als Vater
landslose und Vaterlandsverräther in die
Acht erklären übergibt sie, nachdem er
zuerst feierlich das „Nichtschuldig" nach
Art des Pilatus über sie ausgesprochen
hatte, ber Rotte von Umgläubigen unb
Juden. Der Platz aber, den er einmal
in ber Geschichte einnehmen wird, dürfte
wohl auch kein ehrenvollerer sein, als ber
jenige, den Pilatus im Credo gesunden
hat.
Es sträubt sich in der That die Feder
alle die Gewaltakte zu verzeichnen, womit
man das katholische Volk für feine Treue
und Hingabe an König und Vaterland
belohnte, zu recapituliren. Welche Über
windung muß es wohl das arme^Volk
kosten den schändlichen Provokationen ge
genüber ruhige Besonnenheit zu bewahren,
wenn uns, die wir von dem Schauplatze
ferne stehen, die Entrüstung darüber das
Blut in die Wangen treibt.
A u s o
Trotz all der Verfolgungen, die gegen
die katholische Kirche und seine Person ge
richtet sind, befindet sich der hl. Pater
wohl. Kardinal Capalti dagegen ist in
hoffnungslosem Zustanbe Karbinal be
Silvestri hat sich in Etwas gebessert bie
beiden Kardinäle Barnabo und Graselini
sind noch krank. Nachdem der piemonte
fische Priester Bosco mit seine conciliate
rischen Bemühungen zwischenVatican und
Quirinal nichts ausgerichtet hat und sich
die liberalen Zeitungen kaum ein wenig
beruhigt haben, taucht schon wieder ein
anderer Vermittler auf in der Person des
Pater Tosti aus Monte-Casino. Wenn
schon im Vatikans selbst eonciliatorische
Gesinnungen existiren, so kann man ruhig
sein: Pius IX. und fein treu ergebner
Minister werden kein Haar breit von dem
Wege des Rechtes abweichen. Aller SCßelj
ist es bekannt, daß der hl. Vater vor Aus
bruch bes Krieges an bie beiden Son
peräne Wilhelm, König von Preußen, und
Ohio Waisenfreund. 5
an Louis Napoleon, Kaiser der Franzssen,
väterliche Briefe geschrieben hat) worin er
sie beschwor, dieses ungeheure Blutbad zu
verhindern. Die Antwort Wilhelms tji
bekannt und lautete friedlich „er sei fee«,
reit, bie Waffen niederzulegen, wenn es
der Gegner auch thun würde." Die Ant
wortNapoleons, blieb bisjetzt ein Geheim
nis Nun bin ich heute in der Lage, Ihnen
bieselbe aus erster Quelle berichten zu kön
nen sie lautete „Es ist zu spät, benn ich
babe bic Hauptstabt verlassen, um in bas
Lager zu der Armee zu gehen. Selbst
roenntt ich wollte, obwohl die Feindselig
keiten noch nicht begonnen haben, so könnte
ich nicht mehr zurück denn ich würde mei
ner Sache einen unreparirbaren Schaden
zufügen."—Nachgiebigkeit hätte ihm ge
wiß kein Sedan gebracht!
Einige Liquor Händler in i it i ti
lt a ti haben dem Temperenz Prediger
Rev. Hatfield den folgenben Brief am
e i a e s i k
„Die Unterzeichneten, mehrere Liquö?
Hänbler, beabsichtigen ein Musikchor
schicken, welches vor ihrer Kirche amSonn
tag Abenb spielen soll. Dieses würbe ohne
Zweifel eine große Menge Leute nach ih
rem Gotteshause ziehen und auf biese
Weife ihr besonberes Geschäft anonciren.
Sollte die Musik Sie während des
Gottesdienstes stören, so wird ohneZweifct
bie Polizei. aufgeforbert werden, die
„Nuisance" abzuschaffen, aber unser Zweck
ist dann erreicht. Es wird ausgemach-t
sein, daß eine Klasse von Leuten kein Recht
hat sich in die Beachtung der besondere it
Gebräucheeiner anderen Klasse zu mischen.
Es scheint, daß dieses der beste Plan ist,
um den Temperenzwahnsinn zudämpfenf
9
Seitdem man begonnen hat, die geist
liche nnb weltliche Gewalt in Rom von
einanber zu trennen, geratheit biefe beide
Gewalten in anbereu Länbern miteinan
ber in Streit. Man vereinige bie geist
liche und weltliche Gewalt wieder in Rom
so wird auch der Streit in anderen Län
dern bald ein Ende haben.
i
Mann aus dem Osten gelyncht. Später
fanden die Thäter aus daß sie einen
„Mißgriff" in der Person gemacht hatten
unb schickten bic Leiche in einem schönen
Sarge unb mit einem Condolenzschreiben
an bie Hinterbliebenen bes Gemordeten.
i e e e n s v e s i e u s
ef e 11 ch et ett machen in Kansas
es jedem Applikanten zur Pflicht, sich
aller Gespräche Über Politik zu enthalten
denn sobalb Jemand dort sich auf diese?
Feld begebe, sagen sie so sei er keine fünf
Minuten mehr seines Lebens sicher.
0
a s S a a s z u a u s
von Virginien bedarf nicht nur keines
Zuschusses um existiren zu können, sondern
es hat sogar Ersparnisse
zuweisen.
von
$11,00 auf­
JBm
E i n a e s W i i a s v o n
Portland ist in einem Jahre siebenmal
abgebrannt und will deshalb sich jetzt
ein schwimmendes Haus in einen Teich
bauen.
V o n N e w o k a u e n i n e i n e
Jahre mehr Dampfschiffe aus, als von
irgend einem andern Hafen der Welt.
tralbahn legte achtzig Meilen in ein«nd
achzig Minuten zurück.
..i— «W.
r-$15,000 erzielte ein Californlcr aus
Orangen auf einer Landfläche von nur
fünf Ackern,

i der Kinder von A. Krawutzcky.
I n e o i w u e n e u i
E i S Z u e N e w a k e e n

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