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Ohio Waisenfreund. [volume] (Pomeroy, O. [Ohio]) 1874-1953, April 22, 1874, Image 1

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."'V u
Ä'M
Zshr 1.
Wochenschau.
(Inland.)
Im Staate Arkansas ist ein Dnrch
einander ausgebrochen, das drohend zn
werden scheint und zum Blutvergießen
führen muß. Es sind nämlich zwei Man
ner dort, die sich um das Amt des Gou-
verneurs streiten: Brooks und Baxter.
Da ein Staat nur einen Gouverneur
braucht, so muß einer der beiden btin an
bei ii weichen D^s ist de
^.Kernpunkt des
Streites.''
2 i
V
11 e 3d o ck, 16. April. Die Lage
'der Dinge ist- .hier wenig verändert.
Brooks 'ist 'im Besitze des Staatshauses,
welches- vow 100 bewaffneten Männern
ltmringt ist, denen zwei Kanonen zur Ver
fügung stehen. ..
Baxters Hauptquartier, befindet
1
noch irfimer im.St. JohM.College.ü ei-,uinfahrAzMöxt^HesaiMtschaden.
iter der Vorstädte. Er trifft Vorberet-1000 a in'G ev anoi: mtd'Mßvath.'
tnngen, das Staatshaus wieder zu neh
men. Etwa fünfzehnhundert dem Staats
!gehörige Waffenrüstungen befinden pj
im Arsenal, sowohl Baxter als Brooks
haben die Herausgabe derselben verlangt,
jedoch wurde dieselbe beiden verweigert.
lMit jedem eintreffenden Znge strömen
i a e i a 1 6 A i E i n
Telegramm meldet von Atlantic City, N.
Jersey, das Stranden des von Antwer
pen via Liverpool nach Philadelphia ab-,
gegangenen e gi chen Dampfschisfes Männer in die Stadt, welche jedoch ziem
„Nederland" bei Brigantine Shoals. Ertlich ruhig ist.
hat eiitc Werth volle Ladung, aber keine! Washington, 16.. April. Die
Passagiere an Bord. Das Steuerruder Nachrichten aus Little Nock erregen hier
und das Steuerrad sind verloren gegan
gen allein im Uebrigen befindet sich der'
Dampfer im guten Zustande.
N e w o k 1 6 A i E i n e a n s
Havre eingetroffene Depesche meldet, daß
der Dampfer „Amerique" von der franzö
fischen transatlantischen Linie am 14. d.
M. in der Nähe der französischen Küste
unterging. Säntmtliche Passagiere und
die ganze Bemannung mit einziger Aus
nähme des zweiten Lieutenants wurden
gerettet.
N e w Ö e a n s 1 6 A i e
Dampfer „Amite" mit einer Ladung Ge
treide und Äehl von hier nach Pensacola
bestimmt, collidirte während der letzten
Nacht mit dem Dampfer „Reliance" und
sank nach wenigen Minuten. Verlust
au Menschenleben ist nicht zu beklagen,
jedoch die Ladung im Werthe von 10,000
ist gänzlich verloren. Der Dampfer wird
wahrscheinlich gehoben werden.
N a s v i e, Tennessee, 15. April.
Heute kurz nach Mitternacht passirte ein
Wirbelwind diese Stadt in östlicher Rich
tuug und verursachte enormen Schaden.
Die Breite desselben war ungefähr eine
viertel Meile. Das Ausstellungsgebände
war arg beschädigt die Frontmaner der
Academy of Music und eine Anzahl klei
nerer Gebäude nahe der Ecke der Broad
und Cherrystreet wurden eingedrückt
Beadles Leihstatt ward mit allen seinen
Vorräthen von den Grundmauern geris
sen und in den dahinter befindlichen Teich
geführt, .wobei mehrere Pferde und wie
man annimmt, ein Mann ertranken. Viele
Hausdächer wurden abgedeckt nnd ande
rer Schaden angerichtet, den man auf
über $100,000 schätzt. Eine Anzahl ar
mer Familien ist ohne Obdach. Man be
fürchtet von außerhalb ebenfalls Berichte
über Verheerungen des Sturmes zn er
halten. Von Union City nach hier find
alleTelegrapheupfosten entlang derStnm
bahn niedergeworfen.
bedeutendes Interesse. Die repnblikani
schen Congreßmitglieder von Arkansas!
besuchten heute den Präsidenten und den
Generalanwalt Williams um mit ihnen
in Bezug auf die Unruhen in Arkansas
zu berathen. Sowohl der Präsident als
der Generalanwalt erhielten die Versiche
rung, daß die Sache von den Gerichten
bereits entschieden sei, und daß diese Ent=v
scheidung. nach Ansicht der Dklegatiair'
endgiltig sein sollte.
W a s i n o n, 16. KpiüL Gene
ralanwalt Williams telegraphirte den
Gouverneuren Brooks und Baxter, daß
der Präsident jede Einmischung ablehne,
außer soweit eine solche zurAufrechterhal
tuug des Friedens in Arkansas nothwen
dig sein sollte.
a i in o e, 12. April. Schwester
Maria Ursula, eine der ältesten barmher
zigen Schwestern des Landes, starb am
Dienstag Nacht im Mount Hope Retreat
nahe Baltimore, im 71. Lebensjahre.
Ihr Familienname war Elisabeth Ma
tingly. Sie war fast 50 Jahre in Brook
lyn, New ?)ork, Buffalo und Richmond
in Virginien als barmherzige Schwester
thätig. Sowohl in Baltimore als auch
in Maryland war sie oft Vorsteherin und
Snperiorin von katholischen Wohlthätig
keits-Austalten und in Folge ihres from
me it Lebenswandels und ihrer Aufopfe
rung für das Wohl ihrer Mitmenschen
allgemein geachtet. R.I.P.
e e s e s a e n o s
daß Betfranen da und dort im Westen
„roh behandelt"'worden seien, bemerkt
die „N. Staatszeitung"
„Es ist etwas Unerhörtes, daß im We
sten der Ver. Staaten anständige und
fromme Frauen insultirt werden. Geschah
es dort dennoch, so ist man zum Schlüsse
berechtigt, daß jene Frauen eben das,
was man Anstand und Frömmigkeit
nennt, verloren hatten. Indens sie Haus
und Hof verließen die Kinderstube ver
nnchläfsigten und die Schranken der
Sitte und des Gesetzes mit unerhörter
Frechheit überschritten, entäußerten sie sich
jenes Anrechtes auf die Achtung der Ge
fell.fchaft, das man in nllen civilisirt.cn.
Ländern, und nirgends mehr als in den
Ver. Staaten, ihnen gern zuerkennt."
Übrigens haben fbgar amerikanische
Frauen z. B. die Schriftstellerin Swiß
helm, es öffentlich anerkannt, daß sich die
bedrängten'deutschen Wirthe im Altge
meinen weit höflicher und'gesitteter'be?,
nahmen/ a'ls ihre aiii^ikanischen -Bedrän
gerinnen.
3
^r
Herausgegeben zum Besten eines Waisenhauses für die Diözese Columbus, O. Erscheint wöchentlich. Preis Bei Vorausbezahlung für ein Jahr: $1.50.
Pomeroy, D. den
22.
7 ...:
,. A.o 1T4 n,.D^ Äpril7 M^ch^ eiiicit
Branl) m"Camßrtfgepoif,"Mass., *tifurbc
die bedeutende Gray'sche Gemälderahm
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-/5 Woche^scha«.
(Ausland.)
Ueber die kirchlich-staatliche Bewegung
i n O e s e i u n a s i i e n
sind wichtige Depeschen eingelaufen. Der
Kaiser Franz Joseph fall auf das au ihn,
gleichzeitig mit der Enciklika an die öfter
reichischen Bischöfe, gerichtete Schreiben
d?s Papstes gegen die Kirchengesetze, eine
sehr versöhnliche Antwort erlassen haben.
Das hinderte.jedoch das Herrenhaus nicht
dem Gesetze beizustimmen.. Die Bischöfe
traten hierauf in corpore ans dem
Reichsrath.
Ueber Paris trifft dieMchricht ein, die
brasilianische Regierung.habe W ver.ur
theilten Bifchof von Pernambuco begna
digt. Es. wäre dieses nur ein Act der
Billigkeit-, da.die.brasiliattische Regierung
tit Mitten der Unterhandlungen mit Rom
eigenmächtig vorging, oder ihre Gerichte
vorgehen.ließ. Eine diplomatische Unter
Handlung bedeutet 'was ein Waffenstill
stand im Kriege, wird dieser von einer
Sdte muthwillig verletzt, so ist bic Satis
faction ihre Sache. Die Regierung scheint
dieses eingesehen zu haben.
Der Preußische Gesandte in e l
i e tt Balan hat den 22sten März dazu
benutzt, um in einer Tischrede die gröb
stenBe^chimpfungen der katholifchenKirche
vom Stapel zu laffen.
Die „Preußischen Zeitungen" vom
24. März brachten eine überaus heftige
Tischrede, welche der Preußische Gesandte
in Brüf s el von Balan am Gebnrts
tage Kaiser Wilhelms gegen die katholi
sche Kirche gehalten hatte. Die „Nord
deutsche Allgem." vom 27. März bringt
die folgende Nachricht
1
März. Herr von Balan, Gesandter des
deutschen Reichs in Brüssel ist in der
Nacht plötzlich gestorben. Er hatte den
Abend mit einigen Freunden zugebracht
und sich niemals besser befunden.
Der „Volksfreund" veröffentlicht eine
Erklärung der.ö st e e i ch i ch e n Erz
bischöfe und Bischöfe über die kirchlichen
Gesetzentwürfe. Die Erklärung Poleini
sirt Punkt für Punkt gegen alle Bestim
mungen der Gefetzentwürfe, und schließt:
Wir wiederholen, daß wir die auf das
Concordat gegründete Forderung der
Gerechtigkeit nicht als erlösche« ansehen.
Wir sind bereit, den Anforderungen^
welche die. Staatsgewalt in dem Gefetz
entwurfe üte'die äußeren Rechtsverhält
nisse der katholischen Mrche stellt, inso
weit zu entsprechen, als sie mit dem Con
cordat sachlich im Einklang stehen. Enter
Zumilthung, deren .Erfüllung das Heil
der. Kirche gefährden würde, dürfen und
•werdett, tuir uns niemals fügen.
Die in v'm erscheinende Zeitung
„Aansulla". .erfährt, aus zuverlässiger
Quelle, die Reise des österreichischen Kai
scry nach 'Jtnli'on stehe bevor derselbe
würde-den König, der nach Neapel gereist
H, dort he stich en und'däiin mit ihm Nach
Turm
r'
Brüssel den 27sten
Glanben und Handeln, sowie ihre Liebe
und Anhänglichkeit zn bethätigen, mehren
sich mit jedem Tage. Nachdem diePfarr
geistlichen der Städte Bonn, Aachen nnd
Erefeld, zahlreiche Laien-Depiltationen
aus verschiedenen Pfarren hiesiger Stadt
den Anfang gemacht, erschien gestern, dem
Beispiele der vorgestrigen Massendepu-
tation der Kölner Katholiken folgend»
eine solche aus Aachen in der Stärke von
mehr als 400 Männern. Für die näch
sten Tage sind, wie rnttit uns schreibt
Deputationen zu erwarten aus Burtscheid
Erefeld, Essen, M,-Gladbach nnd Neils],
der h'iesigenCongregation fürvcrheirathete
Herren aus den gebildeten'Ständen, so
wie des Adels der Rheinprovinz.
Die Beobachtung der' wunderbare«
Erscheinungen bei der ekstatische».Jung
frau Luise Latean in Belgien ist für
mehrere Ungläubige Anlaß zur Beleh
rung geworden. Soberichtet die „Gcntt."
folgende auffallende Begebenheit': Dr.
Delacenterie in Brüssel war Freimaurer
und hell aufgeklärt. Er langte am 8.
Januar inBrins d'Haine an, um imAuf
trag der Brüsseler Logemänner „der kleri
kalen Eomödie ein Ende zn tttachelt." Er
arbeitete mit Herrn Lefevre nnd zwölf an
deren Aerzten eifrig jenen ganzen Tag.
Abends waren die Brüder und Freunde
des freien Gedankens vollzählig am Brü
ffeler Bahnhof versammelt und empfingen
aus vollem Halse lachend ihren alte»
Freund. „Meine Lieben", sagte Herr De
lacenterie, „ich bin Zeuge einer so außer
ordentlichen Thatsache gewesen, daß man
nicht darüber lachendarf sie nöthigt mich,
ernstlich nachzudenken." Dr. Delacen
terie dachte fo gut nach, daß er nach kurz??
Zeit sich bekehrte, der Loge Lebewohl si\
:tranfen.
Marz eviltt-
.'•K4j l:n^ 24.
den ver.KMoltken Erzdiöccse zu^dem
Zwecke, ihrem^Oberhirten öor dessen In-
v
mt npchmals die Mebereinstimf
'Sit
rfemcS_ein
DampfotMitder gebovsten'.
vt
und fortan katholisch lebte. Diese Tl
fache ist in ganz Brüssel bekannt: i' r.
Erog, Freimaurer nnd Prof. der 9 'i.'in
an der „liberalen" Brüsseler ltqivcisitüt,
kann genau darüber berichten. Die bel
gischen Brüder waren aber schlaf aus
diese Affaire zu sprechen, sie finden die
Besuche bei Louise Lateau seitdem äußerst
gefährlich und fchcnetws .wifdt.c 'peft, da-
von zu reden.
a i 1 7 A v A e V e n e
men nach hat General Concha den ihm
in einer Konferenz vom Marschall (2er
rctito und dem Admiral Topete gemach
ten Vorschlag, mit 8,000 Mann nach
San Sebastian zu marschiren und die
Carlisten vor Bilbao im Rücken anzu
greifen, abgelehnt,
a n a in a, 2. APril. Lout Äiachrich
ten von Valparaiso schlug .der'am 13.
März von dort abgegangene Dampfee
„Taena" während eines Sturmes mir
und ging .unter,'* tooM19 Petsonen cr--
0 nd 0 n, 17: April. In bcnjchtcR
drei Tagen wüthete ein entsetzlicher^turm
im Canal. Viele Schiffe, bereit Nomeis
man nicht in Erfährnng gebracht hat,
find mit Mann und Maus zu. Gruui
Mangen.-^
o ir i) it, 17^ April.- De?' „Goethe",
ein Dampfer der' A^lcrltne, .'der gestern
boit 'Hambnrg' nrfch MwHark abging,
ist in ber'Elbe festgefahreit zudem ist

April 1874. 9iy. fV2,

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