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Ohio Waisenfreund. [volume] (Pomeroy, O. [Ohio]) 1874-1953, April 29, 1874, Image 6

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6., Ohls Wilistlifremltz^
Wrmeinttiltzige Kenntnisse-.
ArWoSrntie, 1). die obetn.Mchki-'
gcierr Claffen der Bevölkerung' 'eines
Staates also zunächst der Adel," aber
auch die reichen Bürger und die großen
Rruiidbesiher. wenn sie politische Macht
in Händen haben 2) die Verfassnngs
wrin, in welcher die hervorragende nnd
bevorzugte Minderheit das Recht znrRe
Pierling hat. Der Vorzug gründet sich
entweder auf die Abstammung von einer
hiihern Race oder von einem edlern oder
auch von einem durch die Geschichte er
hobenen Geschlechte und zwar zerfällt die
Aristokratie als Verfassungsform -in die
Erb- oder in eine Wahlaristokratie.
Nristoteiles, von Stagira in Ma
redoiiien, geb. 384 v. Chr., der schaifsin
nigftc und gelehrteste der griechischen
Philosophen mit dem die griechische
Wissenschaft ihren größten Umfang lind
die höchste Spitze ihrer Eiitwickelung er
reichte, dessen System lange Zeit den
•Orient und Occident fast ausschließlich
bcherrschte, den Orient in der arabischen,
ntiti den Occident in der christlich-schola
ftilchcn Philosophie, nnd so.lange Wis
jeuschaft Und Philosophie uiv.ev den
Pkensä/en bestellen wird, stets auf die
wissenschaftliche Bildung einen so grsßen
Einfluß üben wird, daß man sagen kann,
daß mil dem gänzlichen Aufhören dieses
Einflusses fluch die Philosophie unterge
ben würde.
Nritlimetik, Wissenschaft, welche
v.ti) mit den Formell nnd den Verknüp
jungen der Zahlen beschäftigt, insbeson
kve zu dem Zwecke, die Erfindung des
Unbeü'nnten ans dem Bekannten oder
begebenen daraus herzuleiten. Die gc
meine Arithmetik enthält die leichteren
Fälle der Verbindungen der Zahlen nnd
die praktischen Anwendungen. Diese
sind die bekannten vier Species der Re
chentniis! in ganzen nnd gebrochenen
Zahlen•, die Ausziehen der Quadrat
nnd Kubikwurzeln, die Lehre von den
Proportionen, Progressionen nnd die
Anweisung zum Gebrauch der Logarith-
Bt'N.
Arizona heißt das Territorium der
IHT.
Staaten von Nord-Amerika, wel
i}c§ den *24. Febr. 18(3 ans dem südli
chen vom 34 Grade n. Br. gelegenen
5l eile des ehemaligen Terrikorinnls von
?'eil Mexico nnd aus dem sogenannten
.Gasden Kauf," einem 1853 um 10 Mil
lionen Dollars von Mexico erstandenen
Gebietes, gebildet wurde. Arizona grenzt
Lit Osten an Texas und Mexico, im We
sten an o tili
so nie n im Norden an Nen
Mexico. Es hat ein Areal von 113,916
englische Quadratmeilen und die Bevöl
pln.Us belief sich 18G(, ausschließlich der
Indianer, auf 20,000 Beelen. Der
größte Theil des ^Gebietes ist ein ^hohes
Tafelland, das von bedeutenden Berg
reihen überragt wird nnd vielfach von
fruchtbaren Thälern sowohl als von
Lanownsten durchbrochen ist. Der öst
Hche Theil, Llana, Estacado oder Staked
Alains genannt, ist wüst nnd nnfrncht
Z»ar. Der nördliche nnd nordöstliche
Theil ist noch wenig bekannt und fast
zanz in den Händen der Indianer. Süd
Sieh vom Gila nnd westlich vom 112.
Längengrade ist der Boden, mit Ans
3ahme der Flnßnfer, sandig. Der Co
wrado ist auf mehrere hundert Meilen
son den Ufern ans unzugänglich da er
zwischen senkrecht aufsteigenden Felsen
bon oft bedeutender Höhe hinströmt.
Das Gebirge ist vulkanischen Ursprunges
ünd von äußerst charakteristischen und
phantastischen Formen. Nirgends findet
sian Störungen im Gebirgsban in kolos
in lerem Maßstabe als hier. Dabei tre
KN die Structur- nnd Lagernngs-Ber
^ältnisse in so eigenthümlicher Form ans!
und die Gebirge schließen so verschiedene
Forniationeir N, daß einzelne Schichten
hinsichtlich des Farbenwechsels einer geo
logischen Karte nicht, an Lebhaftigkeit
nachstehen. Bei der großen Kiümmnng
liegt der Colorado 1400 bis 1500 Fnck
über dem Meere. Das Plateau im In
nern ist gegen 8000 Fuß hoch nnd hat
seine größte Erhebung im Norden. Der
Colorado ist zuerst von den Jesuiten, na
mcntlich dem Padre Escalante,. explorirt
worden. Dtii Schriften derselben sind
im Besitze des Kriegsdepartements zn
Washington und haben sich bei der Expe
dition von 1855 als sehr zuverlässig er
wiesen. Die für Bodencnltnr günstig
steil Striche sind am Colorado und längs
allen den. andern Flüssen ganz beson
ders wird das San Pedro Thal ge
rühmt. Die Bergabhänge haben meist
ausgezeichnete Weide. Der Hanpt
r-'ichthnm des Landes jedoch besteht in
seinen Metallen, die weder quantitativ
noch qualitativ denen von Kalifornien
nachstehen sollen. Kupfer, Blei, Eisen
nnd namentlich Silber nnd Gold werden
in großer Menge gefunden. Da die
Edelmetalle aber nieist in Verbindungen
vorkommen, deren Bearbeitung verhält
nißmäßig schwierig ist, so ist die Entwi
ckelnng der Minendistrikte nicht so rasch
vorwärtsgeschritten, als an sänglich er
wartet wnrde. Presc.ott, die Hauptstadt
des Territoriums, und Weaver nnd Wi
ckenburg sind die Hauplcentren des Berg
bans. Da. der Colorado, wie neuerdings
entdeckt worden, auf 700 Meilen schiffbar
ist, so steht zu erwarten daß sowohl
Acker- wie Bergbau jetzt einen raschen
Aufschwung nehmen wird, denn beträcht
liche Gebiete. von Arizona, Utah, Nen
Mexico und Nevada sind nunmehr in di
rekte Verbindung mit dem Ocean ge
bracht.
A e w ö e
Zur Hediichtnismlmng für uufere jungen Leser.
A k o u Jjjr.) Meßdiener. A k
o bat, (gr.) Seiltänzer. A k n st i
k,
(gr.) Schallehre. Albn m, (lat.) Ge
denkbuch. A lch y i e, (arab.) Gold
macherknnst. Alder man, (engl.)
der Aelteste. Algebra, (arab.)
Bnchstabenrechnnng. Alienation,
(lat.) Veräußerung. A lienig e n a,
(lat,) Ansländsr. Alkali, (arab.)
Laugensalz.
Aufgabe No. 11.
Zwei Fußreisende setzten sich am Wege
nieder, nm ihr Mittagbrod zu verzehren.
Der Eine hatte 5 der Andere 3 Brode.
Da kam ein Dritter auf sie zn nnd bat
ihm von ihren Broden mitzntheilen, denn
er sei sehr
hungrig
und wolle gut dafür
bezahlen. Alle drei verzehrten dann ge
meinschnstlich die 8 Brode, worauf der
Fremdling 8 Dollars hinlegte und seine
Reise fortsetzte. Die beiden Fußrei
senden kamen nun darüber in Stroit, wie
diese 8 Dollars zu vertheilen seien der
Eine, der 5 Brode gehabt battc, verlangte
5 Dollars, tueil er 5 Brode gehabt habe,
der Andere wollte aber die Hälfte der 8
Dollars haben, weil der Fremde mit ihm
eben so gut gegessen habe. Wie viel
Dollars mußte Jeder bekommen.
ich
tersp
v
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Alibis (Müiis erzählt, eine Frau v«n
Stande habe ihren Mann und einen
Sohn den er von einem andern Weibe
hatte, durch Gift ums Leben ge
bracht, und dies zwar aus Rache weil ihr
Mann früher einen Sohn ge'tödtet, den
sie von ihrem Manne gehabt hatte. Dies
war zu Smyrna geschehen nnd die Sache
gehörte vor das Gericht des Cnens Do-
labella der damals Procunsnl in Asien
war. Nachdem aber, dieser Richter die
Sache reiflicher erwogen hatte, wußte er
nicht, ob er diese zweisacheMordthat nach
der Strenge der 'Wietze' bestrafen, oder
dein mütterlichen Zartgefühl etwas nach
sehen sollte, das sie angetrieben hatte,
den Verllist eines,, wegen seiner guten
Eigenschaften innig geliebten Sohnes, zu
rächen nnd sandte nnschlüisig, was er
thun sollte, die ©acht zur Entscheidung
an den Senat von Athen, Areopag ge
nannt, der damals in großem Rufe'tier
Weisheit stand der Senat aber, nach
dem er die Sache untersucht hatte, fällte
das Urtheil, es sollte sowohl das ange
klagte Weib, als die Ankläger desselben,
nach hundert Jahren wieder vor ihrem
Gerichte erscheinen, und dann würden sie
das Urtheil aussprechen und anordnen^
was in dieser Sache zu thun sei.
Gtllins fügt weise bei, daß nach den
Gesetzen das Weib nicht konnte von der
Schuld'freigesprochen werhen weil ei
genmächtige Rache unerlaubt ist und
schwere Strafe verdient da, ob auch der
Verbrecher bestraft werden muß/dies den
noch nur ans Anordnung der Fichter ge
ich eh eil darf, welche die Hüter der vffeut
lichen Ruhe'und des Landfriedens siiid^
und denen es zusteht, dahin zn wirken,
daß Niemand Unrecht thue, und Jeder
mann die Gesetze der Gerechtigkeit beo
bechie. Der Ausspruch der Areopagiten
aber zeigt, daß man auch dem gerechten
Schmerz blutiger Beleidigungen etwas
nachsehen dürfe.
Der nämliche Gellins führt in seinen
attischen Nächten noch ein anderes Bei
spiel, der Verlegenheit einiger anderer
Richter an. Der Fall verhielt sich also.
Ein reicher Jüngling, Namens Evatlns,
der die Redekunst erlernen wollte, um
Rechtsstreitigkeiten vor Gericht zu schlich
ten, wählte sich einen Meister der Bered
samkeit, Protagoras genannt, nnd ver
hieß ihm eine reichliche Belohnung und
genau so viel als er für den Unterricht
verlangte, ja noch bevor er anfing seinen
Meister zu hören, zählte er ihm die erste
Hälfte der Summe auf, über die sie über
eingekommen waren, und verhieß, ihm
die iirbige Hälfte zn bezahlen, sobald er
das erste Mal vor den Richtern gefpro
che» und seine Sache gewonnen habe.
Der Meister gab sich mit diesen Be
dingnissen zufrieden und der Jüngling
verlegte sich mit größtem Eifer auf das
Studium der Beredsamkeit, betrieb auch
dasselbe unablässig nnd mit dem größten
Erfolg wollte sich aber lange Zeit nicht
entschließen, vor den Richtern zu erschei
neu nnd die Kunst zu üben, die er von
Protagoras erlernt hatte. Dieser war
tele lange vergebens vermnthete sein
Schüler zögere mir in der Absicht, daß er
sein Versprechen nicht erfüllen müsse, ihm
die andere Hälfte der bedungenen Summe
zu bezahlen nnd belangte ihn endlich vor
Gericht.
Als nun Evatlns erschien, da sprach er
zn ihm: Wisse, unbesonnener Jüngling
daß du verpflichtet bist, mir die Summe
zu bezahlen, die dn mit schuldig bist, wie
immer der Ausspruch ausfallen möge den
die Richter thnn werden. Denn sprechen
sie zn deinen.Gunsten, so mußt du mich
bezahlen, weil dn deine erste Sache vor
Gerichte gewonnen hast und auf solche
Weise die -Bedingniß unseres Vertrages
erfüllt ist. Sprechen sie gegen dich, so
bist du ouf gleiche Weise schuldig, mich
zu bezahlen denn in diesem Falle ge
biihrt die Bezahlung mir in Krast unse
res Vertrages.
Also sprach Protagoras, doch der Jim
ger war über den Meister er wendete
den Doppelschluß desselben um, und
brachte einen, demselben entgegengesetzten
auf die Bahn. In keinem Falle, sprach
er, bin ich dir Bezahlung schuldig, wie
immer das Urtheil der Richter lauten
mag. Denn sprechen sie gegen mich so
habe ich den ersten Rechtsstreit verloren,
nnd dann ist die Bedingniß unseres Ver-
trqges nicht erfüllt.'" Sprechen sie ab'ci
für mich, dann bin ich tu Kraft' ihres
Ausspruches'von der'Bezahlung frei ge
sprochen. Also stellte Evatlns dos Di
lemma des Protagoras anf den Kopf iliid
verwirrte nicht mir ihn, sondern auch die
Richter i diechs nicht wägten, weder für
den Einen nach für den /Andern zu ent
scheiden.'
Indessen wäre diese Sache vielleicht
minder zwelfelhäft geblieben', lueuu sie
auf die Absicht der Contrahenten gesehen
hätten, die eine Uebereinknnft Iber, baf
Evatlns den Meister bezahlen würde,
sobald er in entern jener Rechtshändel,
die vor Gericht abgethan werden, «Siegel1
geblieben wäre nicht aber in' dem
Zank, der wegen der Zahlung sich ent-
spönnen hatte, über die Protagoras nnd
er übereingekommen waren, und die 'dem
Protagoras, nicht wegen der Arglist nnd
den Sophismen des Jüngers.,/noch auch
wegen seiner geflissentlichen ''Zögerung
vor dem Forum zu erscheinen, durfte ent
zogen werden.
u.r Eltern.
Geradezu segeubriugeiid ist es für die
Schule, wenn die Eltern die. geringe
Mühe verwenden täglich die Kinder zn
fragen: Seid ihr gerufen worden? wie
waren eure Antworten? war der Herr
Lehrer damit zufrieden was lehrte und
erzählte (au den betreffenden Tagen) der
Herr Pfarrer nnd jedesmal noch
beizusetzen.- „Sagt mir, was habt ihr
bis morgen zn lernen, was sollt ihr
schreiben was hat der Herr Lehrer euch
Neues heute zu lernen und zn schreiben
mit nach Hause gegeben?" Durch die
ses beständige Fragen nnd Nachforschen
werden die Kinder iii unausgesetzt regem
Eifer erhalten, zur Genauigkeit uud
Ordnung angespornt zur Achtsamkeit in
der Schlile angeleitet die Vorträge wer
den in Kurzem wiederholt, beut Gedächt
nisse der Kinder bleibend eingeschärft und
mich die Eltern gewinnen mehr Einsicht
nnd Interesse für eilte so wichtige Anstalt
wie die Schule ist.
Jeder thätige Vater wird die Kraft
seiner Arme, jede sorgsame Mutter ihre
schaffende Hand in Bewegung setzen, nm
den Haushalt zu sichern beide werden
sich oft uud oft fragen: „Wie läßt sich
diese oder jene Verbesserung miserer Loge
herbeiführen?" beide werden reiflich er
wägen was an Kleidung, Wäsche nnd
Zins wieder alles nothwendig sei. Soll
ten nun die Kinder, beziehungsweise die
Schule, gerade eine Ausnahme bilden,
da sie zum Segen nnd Gedeihen der Fa
milieu vom religiösen nnd socialen
Standpunkte als Hauptsache gelten?
Wenn nnn auch nicht alle Eltern im
Stande sind, die von den Kindern fertig
gemachten Aufgaben mit Fachkenntniß zu
prüfen und deren Richtigkeit festzustellen
oder zu verwerfen, so bleibt es dem be
sorgten Blicke derselben doch ganz mibe
nontinen, zn ersehen, ob die Aufgaben
schon ganz fertig gemacht, ob sie sauber
und rein geschrieben, ob die Schreibhefte
ordentlich und auch der äußeren Form
nach gefällig sind und ob sie überhaupt
in eine Anstalt von dem erhabenen Ge
präge, wie die Schule ist und für jeden
Schüler sein soll, abgeliefert werden kön
nen.
Sind die Eltern auch oft mit großen
Sorgen belastet, bleibt ihnen im Drange
der vielen Geschäfte und Arbeiten fast
gar keine Zeit, sind sie von den Anstren
guitgen um das tägliche Vrod sehr ermü
det, sind sie auch nicht in allen Fächern
des zu Erlernenden bewandert und ein
geweiht: in dem Religionsgegenstande
nnd in einigen andern Fächern der Schule
können sie denn doch ihre Kinder alle
Tage ein halb Stündchen ausfragen, de
ren Gedächtnisse zn Hilfe kommen und
viele Mängel und Fehler zu Hause noch

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