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Ohio Waisenfreund. [volume] (Pomeroy, O. [Ohio]) 1874-1953, May 27, 1874, Image 3

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Heschichte der
Schöpfung.
Das Werk des ersten Schöpfungstages.
In dem mosaischen Schöpfungsberichte
kommt unmittelbar nach dem Vers 3.,
wo es heißt: Gott sprach: «Es werde
Licht nnd es ward Licht!" als Vers 4
„Und Gott sah das Licht, daß es gut war
und Teilte das Licht von derFinsterniß."
Sehr auffallend ist nun fürs Erste die im
ersten Kapitel mehrmals wiederkehrende
^Betreuerung, daß das, was Gott erschuf,
'gut', ja sehr gut sei, um so auffallender,
da eine merkwürdige, an's Geheimnißvolle
grenzende Kürze und Bündigkeit gerade
dieß Kapitel auszeichnet. Was bestimmte
ivohl den heiligen Schriftsteller, »derbes
ser, den heiligen Geist, der dem Moses
die Feder führte, die Güte der Werke
Gottes so oft man möchte fast
sagen, bis zum Ueberflusse zu betheuern
Gibt es denn einen Grund, zu zweifeln an
tier Güte desfen, was Gott in den sech«
Tagen schuf, auch nur einen scheinbaren
Kann wohl das blöde Geschöpf, der
Mensch, an der Natur wie sie in diesem
Kapitel als von Gott geschaffen oder rc
generirt beschrieben wird wenigstens
scheinbare Mängel oder Unvollkommen
heiten finden, die doch der göttliche Geist
nicht als solche angesehen wissen will
Auf diese Frage mag uns der folgende
Satz: „Gott theilte das Licht von der
Finsterniß," Antwort geben denn eben
er bringt uns die fürwahr nicht erfreuliche
Kunde, daß das Licht die Finsterniß kei
neswegs ganz überwunden habe, daß
diese zwar ihre Allein Herrschaft ver
loren, jedoch noch immerhin als als mäch
tige i regentinn des Lichtes in der
Natur walte. Gott hat also die Finster
ttiß nicht ganz vernichtet, sondern das
Licht nur von der Finsterniß getheilt also
nicht zur völligen Richtigkeit ist die Natur
wieder erneuert, sondern nur zwischen
Licht und Finsterniß gestellt worden. Die
Finsterniß war durch den Sturz der Engel
in die Natur eingedrungen ja, hatte sie
ganz umhüllt die Finsterniß in der Re
flex des Bösen in der sichtbaren Welt.
Da nun, als das Leben in der erstorbenen
Natur wieder geweckt war, das Licht wohl
in ihr ausging, aber doch auch die Fin
fterniß noch in ihr zurückblieb so ist zu
gleich hiemit angedeutet, daß die Natur
schon unmittelbar nach ihrer Wiederer
weckung zumTheile noch demdämonischen
Einflüsse bloßgestellt blieb. Sie stand
von Anfang ihres erneuten Lebens an in
Gut und Bös getheilt. Das Princip des
Guten war wohl in ihr wieder aufgegan
gen, aber darum das Princip des Bösen
noch nicht in ihr vernichtet. Und in
Wahrheit läßt sich auch nur in Rücksicht
auf solche Stelle der regenerirten Na
tur begreifen, wie der Satan durch sie,
die Natur, den Menschen versuchen und
verfübren, und wie der Mensch durch den
Genuß einer Frucht eben dieser Natur,
dem Tode und dem Satan verfallen
konnte.
Nun könnte man freilich sagen, es sei
übertrieben, zu verlangen, daß eine Natur
durchans lichtig sei, um sie ganz vollkom
men nennen zu können, ohne Spur oder
Ueberreft einer Finsterniß man könnte
sagen, der Wechsel von Licht und Dunkel
heit, Tag und Nacht sei so sehr in dem
Wesen der Natur gegründet, daß man die
Finsterniß keineswegs als eine Kundge
bung des in ihr noch vorhandenen Bösen
betrachten dürfe allein dem ist nicht so.
Wir-wissen zwar nicht, wie die ursprüng
liche Natur vor dem Falle der Engel
ausgesehen hat allein das wissen wir,
wie die Natur in Zukunft, d.h. nach dem
'jüngsten Gericht, wo sie gewiß ganz
vollkommen sein wird, weil der neue Him
met und die neue Erde nur für vollendete
Gerechte mehr sein wird, aussehen wird.
Von diesem neuen Himmel und dieser
n'enen Erde sagt der heilige Johannes:
„Die Nacht wird nicht sein die Stadt
nicht der Sonne und des Mondes zu ihrer
Erleuchtung bedürfen denn die Herrlich
keit Gottes erhellt sie, und ihre Leuchte
ist das Lamm" (Offenb. 21, 23.). Welch
ein Unterschied also zwischen der Natur,
die aus dem Wasser hervorging, und je
ner, die einst aus dem Feuer hervorgehen
wird Hier ist keine Spur mehr von Fin
fterniß, das Licht theilt seine Herrschaft
nimmer mit ihr, dem Tage folgt ewig
keine Nacht mehr.
So ist denn wohl die Behauptung, die
Natur sei nur zum Theil regeuerirt, so
lange noch Finsterniß neben dem Lichte
in ihr herrscht, keine übertriebene oder
willkürliche die heiligeOsfenbarung selbst
bestätigt sie als die richtige. Und gleich
wie wir die volle Lichtigkeit der neuen
Himmel und der neuen Erde mit Recht als
Reflex betrachten von der vollendeten Ge
rechtigkeit der Auserwählten so müssen
wir ganz konsequent die in unserer gegen
wärtigenNatur noch theilweise herrschende
Finsterniß als Reflex des in ihr noch nicht
überwundenen Bösen ansehen. Die in
der Natur noch zurückgebliebene, durch
das Licht nur halb verdrängte Finsterniß
ist demnach an und für sich etwas Man
gelhaftes, das zu einem Zweifel Anlaß
geben könnte an der wahren Güte oder
Vollkommeuheitdes göttlichenSchöpfnngs
Werkes, welchem Zweifel aber durch die
Betheueruug begegnet ist Alles was
Gott gemacht, sei sehr gut. Worin be
steht nun wohl die so nachdrücklich ge
prieseneGüte oder Zweckmäßigkeit der doch
nur theilweise regenerirten, noch zwischen
Gut und Böse stehenden Natur? Satan
konnte auf diese Natur und durch sie auf
den Menschen verderblich einwirken und
ihn zum Falle bringen, und das soll gut
sein? Wir antworten ohne Zögern ja
denn gerade darin, daß derMensch in eine
solche, dem Einflüsse Aes Satans noch
offen stehende Welt gesetzt war nnd dann
vom Satan wirklich versucht ward, lag
vorhinein die Möglichkeit der Verzeihung
für den Fallenden und seiner ^Erlösung,
und eben in dieser, von Anbeginn möglich
gelassenen Erlösbarkeit des Menschen und
der höchsten Offenbarung der göttlichen
Barmherzigkeit und Liebe glauben wir die
von der heiligen Schrift gerühmte Güte
oder Zweckmäßigkeit der den Menschen
zum Wohn- und Uebungsplatz angewie
senen Welt gefunden zu haben. Ruft
demnach der heilige Augustin und nach
ihm die Kirche selbst im Hinblick auf den
wirklichen Fall des Menschen lobpreisend
aus: „O glückliche Sünde Adams, 'hie
verdient hat, einen solchen und so großen
Erlöser zu haben so dürfen wir fürwahr
mit noch größerem Rechte dankend rufen
O du glückliche und, weil zwischen Licht
und Finsterniß getheilt, sehr gnte Natur,
die uns die Möglichkeit der Verzeihung
und Erlösung bereitet hat!
Wir haben nun die Art und Weise zu
besprechen, wie das Licht von der Finster
iiiß geschieden wurde, und müssen hiemit
in Verbindung bringen Vers 5., welcher
lautet „Und^Gott nannte das Licht Tag
und die Finsterniß Nacht." Die Schei
dung des Lichtes von derFinsterniß kann
eine dreifache sein, d. h. der innern Natur
oder Kraft, dann dem Räume und endlich
der Zeit nach. Was für eine Scheidung
des Lichtes ist nun im heiligen Texte ge
meint? Die erstere durfte nicht erst bewirkt
werden Gott nannte ja das Licht gut,
das Licht muß also wohl von dem Mo
meute seines Hervorgehens in sich so ent
schieden, so innerlich kräftig gewesen fein,
daß es seiner inneren Natur nach wohl
vermögend war, die Finsterniß aufzuhe
ben oder völlig zn überwinden. Von
einer räumlichen Scheidung des Lichtes
und der Finsterniß kann da, wo die Na-
tiir eine zwar schon belebte, und das in
nere Licht zeugende, aber doch noch durch
aus ungegliederte Fluth war, nicht die
Rede sein. Zudem wird diese Trennung
des Lichtes von derFinsterniß im Räume
erst im vierten Tagwerk beschrieben, wie
wir sehen werden. Es kann daher hier
nur an eine Scheidung der Zeit nach ge
dacht werden, was auch dadurch bestätigt
wird, daß dem Lichte und der Finsterniß
Zeitbenennuugen, nämlich Tag und Nacht
beigelegt werden. Aber was ist nun un
ter diesem Tag und Nacht zu verstehen?
Tag nnd Nacht entsteht erst durch die
Bewegung der Erde unt ihre Axe und
dem dadurch bedingten Auf- und Unter
gehen der Sonne allein damals, am
ersten Schöpfnngstage, existirten die Ge
stirne, die Sonne und die Erde als solche
noch gar nicht. Es kann demnach ein
solcher Tag und eine solche Nacht, wie
wir sie jetzt kennen, gar nicht gemeint sein.
Aber was haben wir uns dann unter die
sem Tage und dieser Nacht zu denken?
Hierauf ist Folgendes zu antworten. Es
gibt in der Natur nach den neuesten Re
sultaten der Naturphilosophie drei Kräfte.
Lange hat man gemeint, nur zwei gebe
es, die Kontraktion und die Epansion,
d. h. die nach dem Mittelpunkt der Erde
strebende und die denselben fliehende Kraft
Schelling war es vorzüglich, der mit ma
thematischerGewißheit zeigte, daß zwischen
diesen beiden Grundkräften nothwendig
noch eine dritte Kraft in der Mitte liegen
müsse, welche das'freie Spiel jener beiden
Kräfte möglich macht, indem diese als dia
metral entgegengesetzten Kräfte ohne eine
dritte vermittelnde Kraft sich selbst binden
würden, so daß bald allgemeiner Tod in
der Natur eintreten müßte. Die dritte
Kraft der Natur offenbart sich zwar nach
außen hin so unmittelbar weßhalb sie
auch so lange übersehen wurde mittelbar
ist sie aber doch auf's deutlichste erkennbar
gerade aus dem ohne sie ganz unmögli
chett freien Spiele ihrer Schwestern. Sie
ist die eigentliche Quelle des Lebens
denn das Leben der Natur, ift nicht^anders
als dieses freie Spiel dcr Kräfte, und
daher verdient sie vorzugsweise den Na
men Lebenskraft. Die Kontraktionskraft
ist die erste, ursprüngliche, sie ist die
Quelle der Stoffbildung und je mehr
sie vorherrscht, um so stoffiger, um so ma
terieller gestaltet sich irgend ein Lebendes
in der Natur. Ebendarum bezeichnet die
heilige Schrift sich als eine Masse von
Stoffen, unter dem Namen Gewässer oder
Fluth. Gerade diese erste Urkrast, diese
Urschwere, wie sie der Naturforscher Oken
nennt, ist aber die Quelle der Finsterniß,
d. h. durch ihr Vorwalten wird das Licht
gebunden. Das Licht, das Gegentheil
derFinsterniß, wird also auch durch die
dieser Urschwere, dieser Kontraktionskraft
entgegengesetzte Kraft bewirkt werden
müssen, und so ist es auch. Die Expan
sivkiofC. diese den Mittelpunkt der Erde
fliehende Kraft, sucht die Materie zu tier
flüchtigen, ihre Vorherrschaft mindert
demnach die specifischen Charaktere der
Materialität, und findet im Lichte endlich
den vollendeten Ausdruck, daher sie uns
in der heiligen Schrift als Licht darge
stellt wird. Die heilige Schrift setzt ttäm
lich statt den verborgenen Ursachen oder
Kräfte ihre Wirkungen, also statt Expan
sion oder Verflüchtigungskraft: Licht,
und statt Kontraktion oder Verdichtungs
kraft: Finsterniß. So wird-uns also
jetzt die wahre Bedeutung jenes Tages
und jener Nacht, wovon der fünfte Vers
zuerst Meldung macht, klar werden. Es
kann nur gedacht werden an ein periodisch
abwechselndes Vorherrschen der Kontrak
tion und Expansion. Die Zeit aber,
welche verfloß, während die genannten
drei Grundkräfte des wieder in Gang ge
brachten Naturlebens einmal abwechselnd
ihre Vorherrschaft durchführten, bildet
eine Urperiode, eineZUrzeit oder einen Ur­
Ohio Waisensreund. 3.
tag, von welchen! alle weitern in der Na«
tttr vorkommenden Perioden, als Jahre,
Monate, Wochen, Tage, Jahreszeiten
und Tageszeiten, alle Perioden der Elek«
tr igt Kit und des Magnetisir us Jtt. f. w.
nur Nach- und Abbilder sind.
Der Urtag ist, genauer genommen, die
Zeit, während welcher die Expansion, die
Urnacht jene Zeit, in der die Kontraktion
oder Urschwere vorherrscht. Eine solche
Ur- nnd innere Periodicität der drei
Grundkräfte der Natur wurde schou s»
oft geahnt, [otier in der heiligen Schrift
wohl kaum gesucht.
Das Werk des ersten Schöpfungstages
laßt sich nun nach Allem in Kürze so dar
stellen Gott ließ die erste Grundkraft der
Natur, die Urschwere, noch in dem magt
schen Verbände mit dem früheren Herr
scher, dem Satan, das erstorbene Leben
aber, oder die schlummernde Lebenskraft,
berührte er mit seinem belebenden Geiste,
nnd aus beiden der Urschwere und der
wieder geweckten Lebenskrast ging hervor
das Natnrlicht.
Vom zweiten bis einschlüssig fünften
Vers der Genesis wird also die Nestau
ration der Urkräste erzählt, ihre innere
Natur attgezeigt und zugleich das Urbild
aller Periodicität des Naturlebens ange
geben. Den Schluß des Abschnittes bil
den die Worte: „Und es ward Abend
und Morgen, ein Tag." Die erste Ur
Periode ist hier weiter in zwei Zeiten un
terschieden in den Abend und in den
Morgen. So lange die Engel in der
Wahrheit standen, war unveränderlich
heller Mittag denn Gott schafft keinerlei
Finsterniß mit dem Moment ihres Ab
falls von Gott begannen Leben und Licht
in der Natur zu schwinden, und es ward
der erste Abend. In der finstern Mitter
nacht, die Vers 2. angegeben ist wurde
das Leben wieder geboren, und so ging
das Licht wieder auf und so begann der
erste Morgen, und, da Gott dem Lichte
eine Zeit der Vorherrschaft gesetzt hatte,
verklärte sich dieser Morgen zum hellen
Tag oder Mittag, der aber mit beginnen
dein Uebergewicht der Schwere oder Fin
fterniß wieder dem Abend weichen mußte.
Ein Abend und ein Morgen oder voll
ständiger Ein Abend, Nacht, Morgen
und Tag zusammen geben Eine Urperiode
der Naturregeneratton oder einen
Schöpfungstag. Wie viele unserer gegen
wärtigen Sonnen- oder Erdtage, oder
vielmehr, wie viele.Sonnenjahre Ein
solcher Schöpfungstag umfaßt haben mag
davon später.
n
i e e e n a k s s i n a n s i
kein so werthloser Stoff, wie man anzu
nehmen geneigt ist denn nach den Erhe*
bungeii, welche von dem Conrant-Eomite
soeben angestellt wurden, kostet das Fi
berpapier, auf dem sie gedruckt werden,
allein schon per Pfund 75 Cents nnd
dürfte das Pfund Greenbacks demnach
Alles in Allem auf circa 2«Dollars zu
stehen kommen. Freilich hätte man das
billiger bekommen können. Der frühere
Lieferant des Papiers, Herr V. Hudssn
aus Connecticut, bot dasselbe zu 45 Cent«
an und hätte man es leicht noch billiger
haben können, hätte man sich die Sache
nur angelegen fein lassen.
U n s e e u n e u n a
o stnt e i ft e i n n e n quälen, ärgern u.
drangsaliren ihre beziehungsweisen Con
grtßabgeordneten mehr als alle anderen
Beamten zusammengenommen. Neugier,
Piquirtheit, ein hohes Bewußtfein erha
bener Amtswürde, einbildliche Zurückfetz
ungen und Beleidigungen treiben diese
Verwalterinnen unseres Pastwesens dazu
die armen Repräsentanten ihrer Bezirke
unablässig mit neuen Anliegen, Bitten
und Forderungen bis auf's Blut zu pei
nigen.

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