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Ohio Waisenfreund. [volume] (Pomeroy, O. [Ohio]) 1874-1953, June 17, 1874, Image 3

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Die Geschichte der
Schöpfung.
Das Werk des dritten Schöpfungstages
Fassen wir nun das Werk des dritten
Tages nochmal zusammen. Moses sagt
lind die Wissenschast stimmt ihm bei, daß
am Anfange jenes dritten Tages unser
Erdball noch gänzlich mit Wasser um
geben war, aus welchem sich zu jener Zeit
zum erstenmal trockenes Land erhob. Dieß
geschah, wie wir annehmen dürfen, durch
einen chemischen Prozeß, durch den die
Naturstoffe zum Theil aus der Form des
Flüssigen in die der Starrheit übergehen,
zum Theil aber auch zu Luft sich verfluch
tigen. Vielleicht^ geschah es durch gal
Dänische Kräfte, 5aß jene Theile, die sich
vom Wasser trennten, sich zu festen Mas
sen bildeten, so wie wahrscheinlich durch
vulkanische Kräfte jene Massen über die
'Oberfläche des Wassers erhoben wurden,
und sich nach und nach durch verschiedene
Einwirkungen in härtere und weichere
Massen verwandelten, von welchen Ver-i
Wandlungen die Plutonischen oder tiefsten
Granitgebilde noch als Überreste und als
.Zeugen übrig sind. Doch im Verlaufe
der Zeit wurden Theile jener Massen
durch vulkanische Kräfte durch Wasser
uud Lust wieder zermalmt und in Staub
verwandelt, wodurch sich mehr und mehr
regelmäßige Lagen oder Schichten ansin
Qe'n zu bilden, von welchen uns diejenigen
Felsenlagen noch übrig sind, die wir zwi
schen dem Granit und denjenigen Schich
ten vorfinden, welche die untersten orga
nischen Reste enthalten. Durch sich oft
wiederholende vulkanische Kräfte, so wie
durch die Mitwirkung von Wasser und
Luft wurden jene über dem Granit liegen
den Felsenschichten auf's Neue zermalmt,
iint) Theile derselben in fruchtbare Erde
verwandelt. Ein Theil der Oberfläche
unsers Erdballs war demnach so weit ver
bereitet, daß der große Schöpfer aller
Dinge in seiner unbeschränkten Allmacht
und Weisheit sagte: „Lasset die Erde
Pflanzen ^hervorbringen von jeder Art,
welche Samen tragen, so wie fruchttra
gende Bäume." So waren also Pflan
zen und Bäume in's Leben gerufen, die
auf trockene Lande vegetirten al
lein noch waren keine lebenden Geschöpfe
vorhanden nicht einmal von denjenigen,
welche aus der unterste« Stufe ihren
Platz einnehmen. Dieser Umstand steht
gänzlich im Einklänge mit der Allweisheit
des Schöpfers, welcher durch seine All
macht zu jener Zeit erst den Erdball vor
bereitete für die zukünftige Heimath jener
unzähligen kleinem und größernGeschöpfe
welche früher oder später sich des Lebens
darauf erfreuen sollten in denjenigen Ele
menten, siir welche deren mehr oderweni
ger vollkommener Körper am besten ge
eignet war, und von deren einstiger Exi
stenz sich die unverkennbarsten Spuren
zeigt'ii in jeder derjenigen Schichten,
welche zn den Fossilien enthaltenden ge
hören und gerechnet werden. Wenn wir
jene Schichten mit Aufmerksamkeit unter
suchen, so überzeugen wir uns, daß sie zu
irgend einer Zeitperiode für längere oder
kürzere Zeiträume, der Boden eines Land
sees, einer Bucht oder auch der eines of
fenen Oceans waren, welche von Ge
schöpfen wimmelten, die uns nur durch
ihre dort sich im versteinerten Znstande
aufgefundenen Reste nun bekannt sind.
Wir finden aber auch in jenen Schichten
unbezweifelbareBeweise, daß diese dereinst
ö e e o e k e i n e e e n o k e
neu Landes bildeten, aus denen Pflan
zen und Bäume üppig in tropischen Kli
maten vegetirten, ihren Untergang fan
den, und in weit von einander entfernten
Zeiträumen wieder erneuert wurden.
Die Hauptfrage, um die es sich hier han
belt, ist die: Finden sich in denjenigen
Gebilden, welche die ersten organischen
Reste enthalten wirklich die Reste jener
Bänme und Pflanzen, welche während
der dritten Schöpfungsperiode florirten,
d.'h. ist wirklich die Pflanzenwelt die äl
teste, die existirte? Diejenigen organi
schen Reste, die uns als die am tiefsten
liegenden, demnach als die ältesten bis
jetzt bekannt sind, wurden zuerst von Pro
fessor Philips in England, und später
von anderen als zwei Arten von Korallen
beschrieben, nebst sechs Arten von Mit
schellt, so wie auch einige Seepflanzen.
Jene fossilen Reste kommen in demjenigen
Gebilde vor, welches durch Professor
Sachwig in England das E a i e n
Gebilde genannt wird, und aus einer
großen Masse schieferartiger Felsen be
steht. Also dieses Gebilde liegt zu tiefest
hier sollten wir also versteinerte Pflanzen
und Bänme vom dritten Schöpfungstage
her finden, allein es sind nur Korallen
dort und Muscheln, also hat Moses gelo
gen und die mosaische Schöpfungsge
schichte steht also im Widerspruche mit
der Geologie? Es ist hier nöthig zu be
merken, daß, soweit man auch in der Wis
senschaft der Geologie bis zur Stunde
vorgeschritten ist, die Geologie verhält
nißmnßigsich dennoch noch immer in ihrer
Jugend befindet, und daß es aus dieser
Ursache voreilig sein würde, schon jetzt es
zu wagen, vermittelst derselben die ver
schiedenen Felsen und Erdschichten, welche
sich im Verlauf der fortschreitenden
Schöpfung um unfern Erdball bildeten,
in cine solche Reihenfolge zn klassifiziren,
wie sie nach den Schöpfungstagen ihren
Rang behaupteten. So viel aber von
dieser dritten Schöpfungsperiode uns in
mystisches Dunkel gehüllt bleibt, so viel
ist gewiß, daß die Wissenschaft bei wei
teren Fortschritten immer mehr die Rich
tigkeit der mosaischen Schöpfungsge
schichte herausstellen wird. Gar Man
ches liegt jetzt im Schooße der Erde als
Stein, was früher Pflanze war.
So hat vor mehreren Jahren ein franzö
stich er Chemiker die höchst interessante und
für unsere gegenwärtige Frage höchst wich
tige und unwiderlegte Entdeckung gemacht
daß die werthvollsten aller Edelsteine, die
Diamanten, aus den Resten vormaliger
Pflanzen und Bäume bestehen, und es ist
wohl kaum nöthig, zu bemerken, daß jene
Diamanten die verwandelten Reste der
ersten während des dritten Schöpfungs
tages erschaffenen Pflanzen sind, so wie
schon früher von den Steinkohlen bekannt
war, daß sie die Reste urweltlicher Ge
wachse sind (Dr. Albert Koch, die sechs
Schöpfunstage, Wien 1852). Darum
lassen wir die Wissenschaft ruhig fort
schreiten die mosaische Schöpfungsge
schichte kann dabei nur gewinnen, na
mentlich wird die immer mehr zunehmende
Kenntniß unsers Erdkörpers das Dunkel
der dritten Schöpfungsperiode immer
mehr erhellen.
Das Werk des vierten Tages.
Wir gtlmigen zur Mitte der großen
Schöpfungswoche, zum vierten Tage, an
welchem das innere Sicht der Natur seine
Hüllen durchbrach, und als äußeres Son
neu- und Sternenlich das Weltall zur
Anschauung seiner selbst brachte. Dieß
berichtet uns Moses mit den Worten:
„Und Gott sprach Es sollen Lichter wer
den an der Feste des Himmels, zu scheiden
Tag und Nacht, und sie seien zu Zeichen
und zu Zeiten und zu Tagen und zu
Jahren, damit sie scheinen an der Beste
des Himmels und erleuchten die Erde, und
also geschah es. Und Gott machte die
zwei großen Lichter, das größere Licht, zu
beherrschen den Tag, das kleinere Licht,
zu beherrschen die Nacht und die Sterne.
Und ersetzte sie an die Beste des Himmels,
daß sie über die Erde hinleuchten, uud be
herrschen den Tag und die Nacht und
scheiden das Licht von der Finsterniß.
Und Gott sah, daß es gut war. Und es
ward Abend und Morgen, der vierte
Tag" (1,14—19.).
Nach der früheren AuseinanderMnng,
ist Firmament nichts anders, als trän-Iii
begriff aller durch Verdichtung den Ur
fluth entstandenen Gestirne, also gerade
dasselbe, was wir mit Sternenhimmel
bezeichnen. Der Sinn obigen Satzes ist
daher: Es sollen an den Gestirnen- Lich
ter entstehen u. s. w., und Gott stclilte* otier
heftete diese Lichter an die Gestirne oder
den Sternenhimmel. Wie kindlich und
einfältig ist hier nicht Alles gesagt! Was
heißt aber dieß in die Sprache der Wis^
senschaft übersetzt? Nichts anders,, als:
Gott bewirkte, daß die Gestirne anfingen,
zu leuchten, oder, daß das in ihn«»,bisher
noch gebundene Sicht oder jenes innere
Notlirlicht seinen wahrnehmbaren Reflex,
das äußere oder erscheinende Sicht her
vorrief.
Mit dem Hervorbrechen W§. äußern
Lichtes gelangt erst Alles, tsas mit zwei
ten und dritten Tage sich zu entwickeln
begann, zu seiner Vollendung. Wir sahen
daß sich am zweiten Tage aus der Urfluth
alle Gestirne als gesonderte Individuen
hervorbildeten, aber noch ohne organische
Gliederung oder Gestaltung. Diese be
gann vorherrschend zuerst beiden dunklen
schwereren Planeten am dritten Tage
die mußten wohl früher als die Sonne
und die lichtigen Fixsterne ziveiner voll
ständigeren Entwicklung gelangen, weil
in ihnen die starre und dunkle Materia
titeit oder Urschwere (Eontraktion, vor
herrscht, die wir gleich anfänglich als das
Erste kennen lernten, ans dem sich erst
Leben und Licht entwickelte. Obgleich
aber die Planeten schon am dritten Tage
zu vollendeterer organischer Gestaltung
gelangten, begann doch zn gleicher Zeit
in der Sonne und in den Fixsternen der
organisirende Prozeß und kam hier nur
später, erst am vierten Tage, nachdem die
Planeten schon ausgebildeter waren, zur
Vorherrschaft und Vollendung. Die
vollendete organische Entwicklung der
Sonne ii üb Fixsterne wirkte aber auch
nothwendig zurück auf die Planeten und
die gewannen, wie wir mit Grund an
nehmen dürfen, gleichfalls am vicrtenTage
ihre ganz vollständige Organisation. Als
Gleichniß möge hier dienen die Entwick
lung der drei Körpersysteine im Menschen.
Das vegetative Leben ist es, das im
Kinde vorherrscht und zuerst zu einem
höheren Grad der Entwicklung gelangt
im Jüngling wird das Blut leben vor
waltend im Manne endlich erhält das
Nerven leben seine vollendete Ausbiß
tuntg. Aber mit diesem letztern und durch
es gelangen nun kraft notwendiger Rück
wirkung das vegetative und Blntleben
zu einer Vollendung die sie im Kinde
und Jünglinge nicht hatten. So wie
durch das Hervorbrechen des Lichtes das
Land das Meer und der Lnftkreis auf
unserer Erde eine andere Gestalt erhielten
und erhalten mußten, so ist zudenken,
daß nicht minder die Pflanzenwelt unter
dem Einflüsse des Lichtes eine neue und
höhere Ausbildung gewonnen habe.
I n i a o w u e a 2 9 a i
von Dr. Karl Prögler unter Assistenz der
Aerzte F. C. Holz, Theodor Wild und
Heinrich Gradle die Transfusion von
Lammblut an dem Lehrer Gotthold
Kleinsteuder mit Erfolg vorgenommen.
Man bediente sich dabei eines Lammes,
welches auf ein eigens dazu verfertigtes
Brett so angeschnallt wurde, daß es sich
nicht rühren konnte. Um die Halsschlag
ader wurde die Wolle weggeschoren. Das
Festschnallen war in der Weise geschehen,
daß der Athmuugsprozeß des Thiers nicht
dadurch beeinträchtigt wurde. Es dauerte
säst eine Stunde, bis alle die Pulsadern
umgebenden Gefäße vorsichtig mit Pincet
ten entfernt waren so daß die Ader selbst
in einer Länge von etwa 1—2 Zoll ganz
freilag. Die Aerzte führten dann durch ei
nen Einschnitt eine Glasröhre in diePnls
aber ein und unterbanden dieselbe. Der
Qhja WaHeufreuvd. 3.
Patient hattesich inzwischen halb angeklei.
details dasBetS gelegt mtd reichte denAerz
ten seinen rechte» Arm. Im Unterarm, in
der Ellenbogenihohlirng, wurde ihm die
Vene blosgelegt und eine Röhre' in die
selbe eiligefiKiirfc. Das Lamm wurde an
das Bett des Kran fett gebracht und etwas
höher gestellt als sein Arm. Ein Gummi
schlauch, der vorher mit einer Auflösung
von kohlensamem Natron gefüllt war, um
das GrinneK des Blutes zu verhüten
A
wurde so angebracht, daß er beide Roh-'
reit, die Glasader in der Halsader des
Lammes und die silberne Röhre in dem
Arme des Mannes verband die Unter
bindnngen wurden entfernt und das Blut
begann cms dem Lamm in den Kranken
herüberzuströmen.
Nach der Uhr dauerte dieses Hinüber
strömen genau 90 bekunden. Jeder Herz^
schlag des Lammes trieb eine kleine
Quantität Blut in den Arm des Kranken.
DieQnantitat, welche überhaupt deinKor
per zugeführt wurde, wird von deiiAerzten
ans etwa acht Unzen veranschlagt,
eher etwas mehr als weniger. Der Pati
ent verhielt sich während der ganzen Ope
ration musterhaft ruhig, gefaßt und be*
sonnen. Es konnte selbst Angaben über
sein Empfinden machen. Zuerst bemerkte
er eine ihm neue und angenehme Wärme
im Arm. Die Anwesenheit des frischen
neuen Blutes in dem sonst blutarmen
Körper erklärt das vollkommen. Dann,
nach etwa 40 Sekunden, begann es dem
Patient vor den Augen zu flimmern, als
ob er Schneeflocken 'sehe, wieder etwas
später begann er Athmiingsbeschwerden zu
haben, die sick) immer mehr steigerten, bis
in der 90. Sekunde es nothwendig war.
die Transfusion zn unterbrechen,tun dein
Kranken Suft zu geben. Nach 25 Minuten
hatte sich Hr. Kleinstenber, dessen Gesicht
sich während der Operation sehr geröthet
hatte, vollkommen erholt, später verfiel er
in ruhigen Schlaf. Der oben beschriebene
Fall verdient deshalb eine eingehendeEr
wähniing und Beschreibung, weil er an
dem Gebiete, welches ein sehr bedeutendes
zu werden verspricht, der erste in denVer
Staaten vorgekommene ist. Das defini
tive Resultat wird sich erst in einigen
Wochen herausstellen.
E i n e A n s w a n e e e
schichte. Vor einiger Zeit verließ der
Sohn eines Wirthes aus der Umgegend
von Sittno bei Bromberg die Heimath,
um nach Amerika auszuwandern. Nach
einer glücklichen Fahrt legt sein Schiff in
Siverpool an und der Auswanderer ver
läßt in der festen Ueberzeugung, dies müsse
Amerika sein, mit seinem Gepäck dasSchisf
lind freut sich in den Straßen und Re
stauratioiieit Siverpool's der schnellen
Ueberfahrt. Endlich fragt er gravitätisch,
wann der Zug nach Wisconsin abginge.
Mit Mühe wird ihm erklärt, daß er sich
noch immer in Europa befinde. Mit
trüben Ahnungen eilt er an den Hasen
und sieht wirklich sein Schiff auf hoher
See der neuen Heimath zu segeln, wäh
rend er selbst mit sehr rcinicirtcm Reise
geld in des Wortes traurigster Bedeutung
auf dein Sande ist. Inzwischen sollen
die Eltern den Gestrandeten wieder flott
gemacht haben.
In Belgien wurde 1829 der Cen
sus ausgenommen. Ein Mann, in des
sen Haus sich außer ihm, sein Frau, seine
Bruder, ein Bedienter und ein Affe
befand, machte dem Censusbeamten fol
gende Angaben: Felix Chazal, Atheist
E..,, Mohamebatierin Gustav Chazal,
Heide Henry, Calvinist Joky der
Affe Katholik! 36 Jahre später
war jener Felix Chazal Kriegsminister
von Belgien. Da aber wurde er von
seinem. Affen dergestalt gebissen daß er
an den Folgen der Bißwunden starb.

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