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Ohio Waisenfreund. [volume] (Pomeroy, O. [Ohio]) 1874-1953, July 01, 1874, Image 1

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v:
des Unglücks bald sammelten sich auch
^rvße Menschen Massen an und herrschte
dne unbeschreibliche Aufregung. Kaum
hatten die Arbeiter mit der Wegräumung
der Ruinen begonnen, als man bereits
fünf Seiche» hervorzog und um Mitter
nacht waren bereits 14 Todte aufgefun
den worden. Zwei der Verwundeten find
ihren Verletzungen erlegen, sonach beläuft
iich die Zahl der durch das Unglück verur
lachten Todesfälle bis jetzt auf sechzehn
mehrere Personen sind jedoch so sehr ver
'letzt, daß an ihrem Auskommen gezweifelt
iverden muß. Die Zahl der minder Ver-
letzten beträgt gegen eiiihimbeit, worun- baar bezahlt werden soll.
ter ungefähr zwölf Arme und Beine oder
Rippen gebrochen haben. Mehrere der
Verwundeten sind für immer Krüppel ge
worden..
o u u s 2 6 n n i i e
Wirren unter den Kohlengräbern im Ho
cking-Thale dauern zwar fort. find aber
von Nelsonville nach Nim Straightsville
verlegt worden. Vv« Straightsville
ivird berichtet, daß eine Anzahl zur Union
gehörender Kohlengräber am gestrigen
Abend eine Anzahl Arbeiter erwischten,
welche sich erboten Helten, an die Arbeit
gehen zu wollen. Die Union-Kohlen
grät)er schlangen Seile um den Hals der
Unglücklichen nnd zwangen sie, indem sie
sie zu erhängen drohten, ihre Unterredung
mit den Eigcnthümcrn der Kohlengruben
mitzntheilen. Man glaubt, datz es noth
wendig sein wird das Militär zu den
Waffen zu rufen. damit es weitere De
inonstrationen dieser Art verhütet.
Die „N e w
I
o k e E e ß" ist
der Ansicht', daß die Zeiten sich verhält
nißmäßig sehr bald ändern werden und
begründet dieses dadurch, daß an dem
großen halbjährlichen Dividendentage,
dem 1. Juli, bedeutende Summen flott
iverden müsien, welche eine sichere nnd
profitable Anlage suchen. Da die Ernte
aussichten günstig sind, so ist guter Geund
vorhanden, daß die Geschäftsverhältnifse
des Herbstes bester und günstiger sein
werden, als zu irgend einer Zeit der letz
ten zwei Jahre.
i n i
n n a i, 25. Juni. Pelstrings
Cigarrenkistenfabrick an der Walnut und
Canalstr. brannte heute Morgen nieder.
Während des Feuers stürzte die über den
Canal führende Brücke zusammen und
viele Personen sielen in's Wasser. Jndeß
ertrank Niemand auch wurde Niemand
ernstlich verletzt.
u a o 2 4 u n i e u e w a e
25. Jahrestag der Priesterweihe des
hochw. Herrn Bischofs Ryan von den
Priestern der Diöcese festlich begangen.
Sie fanden sich am Morgen in der Cathe
,bvaletciii, woselbst ein HochanN celebrirt
(Inland.) wurde darauf begaben sie sich in corpore
S y acu f-.c, N.H., 24. Juni. In nach btr bischöflichen Wohnung, woselbst
vergangener Nacht fand hier ei» schreck-l ihm öin Geldgeschenk von $35q0 und
liches Unglück statt. In den Räumen Gratulations-Adressen überreicht wurden,
der Central-Vaptistenkirche war ein söge- Ein splendides Mahl schloß die Feier,
nanntes Erdbeersest im Gange, als Plötz- Titus v i 1 c, Pa., 2G. Juni. Ein
sich der Fußboden des Zimmers im zwei- Mann, Ramens Joh. E. Osborne, wei
ten Stockwerk, welches mit Personen ge-jcher auf seinem einspännigen Wagen 100
füllt war, einstürzte das darunter befind-, Pfund Nitroglycerin transportirte, wurde
liche Zimmer war ebenfalls voll Menschen. ^heute Morgen in der Nähe von Parkers
Es ward sofort Feuerlärm geschlagen und! City durch die Erplosion des gefährlichen
Löschmannschaften eilten nach der Stelle Sprengstoffes nebst Pferd und Wagen
Ein Famitienblatt für Wahrheit und Recht zm Belehrung rntb Unterhaltung.
Herausgegeben zum Besten eines Waisenhauses für die Diözese Caluuibus, O. Erscheint wöchentlich. Preis bei Vorausbezablunq für ein Jahr: $1
in Atome zerrissen
Am 21. Jnni wurde die neitc St.
Patrickskirche in u i n s v i e, D.
durch den Erzbischof von Cineinnati seier
lich eingeweiht. Der Bischof Fitzgerald
von Little Rock, Art hielt die Festpredigt
der Bischof Többe von Covington Ky.
celebrirtr das Hochamt. Die Kirche wurde
mit einem Kostcnaufwande von $40,000
erbaut.
Die Paulistenväter a» der 59sten
Straße in N e tu 9) o wollen eine präch
tige neue Kirche erbauen, die nicht mit
chuldscheinen geplastert, sondern gleich
In Upper Sandusky, O. wird
am 12. Juli der Grundstein zur neuen
St. Peterskirche gelegt.
I n W o e s e a s s w u e a
7. Jmii der Grundstein zu einer neuen
kath. Kirche geigt, die 2000 Personen
fassen wird.
Am 28. Juni wurde die neue deut
s e k a S e o i n s k i e i n E i n
cimiati, O. feierlich eingeweiht.
I n e e a O w u e a 2 9 u n i
der Grundstein zu der neuen polnischen
katholischen St. Adalbertskirche gelegt.
In le n o e, Nebr. wurde am
8. Juni in der dortigen neuen Kirche'zum
ersten Male das allerheiligste Meßopfer
dargebracht.
Die gebildetsten Advokaten in n
tu im i haben einen Verein dessen
Zusammenkünfte aber seit einiger Zeit
sehr schlecht besucht waren. In einer
der letzten Sitzungen berieth man sich über
die Ursachen dieser betrübenden Erschei
itung nnd einer der Herren bemerkte:
„Wer von Ihnen kann es leugnen, daß
unsere Versammlungen schlecht besucht
sind seit dem unseligen Abend, da von
uns beschlossen wurde den Genuß von
Wein und Cigar'ren während derselben
zu untersagen Hierauf allgemeines
Kopfkratzen mit Verlegenheitsblicken, bis
Richter A. Taft den Bann brach mit den
Worten: „Werthe Kollegen, sich schlage
vor, daß wir von nun an wieder Wein
hier trinken und gleich heute damit an
fangen." Stürmischer Applaus.. So
fort wird nach Wein geschickt und ein hei
terer Cammers gefeiert. Von da an
waren die Verhandlungen wieder zahl
reich besucht.
Bei dem Gewitter am 25 Juni wurde
ein Mann in Circlesville, Ohio, vom
Blitz erschlagen: des gleichen eine Frau
zu Huntington, West Va., ferner zwei
junge Männer zu Kalamazoo. Michigan
der Postmeister zu Marion, Indiana,
und drei Personen zu Fort Wayne.
Wochenschau.
(Ausland.)
o in, 7. Juni. In der Sitzung des
Senats vom 5. dieses Monats hielt
General Cialdini eine Rede, welche durch
ihre große Offenheit überaus merkwürdig
ist. Der Eroberer von ©acta äußerte
sich nach dem Berichte der ossiciösen „Li
berta" folgendermaßen „Meine Herren
Wir sind nach Rom gekommen, indem
wir Principle», Interessen, Institutionen
mit Füßen getreten haben. Wir sind in
Rom eingedrungen durch die moralischen
Mittel, die Alle» bekannt sind, nnd wir
bleiben hier dem katholischen Gefühl zum
Trotz. Ich wünsche meinem Vaterlande
ein Ministerium, welches geschickt und
glücklich genug ist, um endlich das religiöse
Gefühl mit dem polischen zu versöhnen,
aber unterdessen müssen wir ans jedes
unvorhergesehene Ereigniß vorbereitet
sein. Vergessen wir niemals, wie unvor
hergesehen im Jahre 1870 der Krieg über
Frankreich hereinbrach. Wer hatte einen
Monat vorher eine Ahnung davon Ein
Staat, wie der unsrige kann gewiß auch
auf Bündnisse rechnen aber übersehen
wir nicht, daß die Bündnisse nur dann
fruchtbringend sind, wenn sie unter wenig
stens moralisch gleichen Bedingungen ge
schlössen werden. Ein Land wie das
nnsrige, kann sich die friedfertigste Poli
tik zur Richtschnur nehmen, aber es muß
auch den Fall eines ungeahnten Krieges
varhersehen und sich vorbereiten, densel
ben auch mit Mannhaftigkeit und Festig
feit zu bestehen. Was die Rathschläge
der ausländischen Presse anbelangt, so
erlaube ich mir 'zu bemerken daß ein
fremder Publicist bei feinen Rathschlägen
vorzugsweise die Interessen seines eigenen
Vaterlandes im Auge hat. Will man
Rücksicht nehmen aus das, was im Aus
lande gesagt worden, so beachte man die
Worte des Feldmarschalls Moltke und
des Lord Derby. Der General meint,
mit einem Aufschub der Festungbauten sei
keine Gefahr verbunden, denn bei der ge
genwärtigen Lage könne Italien mit
Krieg überzogen werden, ehe dieselben
beendigt wären.
o m, 26. Juni. Der Papst empsing
heute eine Deputation des römischen
Adels, und äußerte, daß die Deinonstra
tion am Sonntag eine freiwillige und
ein herrlicher Act des Volkes gewesen sei.
Die Gegen-Demonstration mit Mittwoch
set eine gottlose und ein elendes Werk der
Finsternis gewesen. Frrner sagte der
Papst, daß er ein Schreiben erhalten habe,
in welchem er dringend ersucht wird, Rom
zu verlassen, weil er dort nicht sicher fei.
Er erklärte jedoch, daß er so lange, als es
Gott gefalle, in Rom bleiben werde.
Man schreibt der „Times" von Paris,
daß man dort behauptet, daß der König
von Baiern vom Fürsten von Bismarck
nach Kissingen berufen werden soll wo
er gegen die separatistischen Tendenzen
der baierischen Politik protestiren will.
Wenn der König sich widerspenstig zeigt,
so soll die Sache dem Bundesrathe vor
gelegt werden, um den König Ludwig zum
Abdanken zu bewegen. (Armer Baiern
könig! du hast die Gründung des neuen
.50.
& & QP
deutsche« Reiches veranlaßt, und jetzt will
das Reich, d. i. Bismarck, dich ganz ab
setzen. Armer Baicntfötiig!
Ans o s e n. Bei der Beschlagnahme
des Vermögens des erzbischöflichen Stüh
les am 9. Jnni sind 12
in
,000 Thr. baar
die Hände des
und in Werthpapiern
Gerichtes gefallen.
Die deutschen Bischöfe sind zu Fulda
w i e e v e s a e S i e n i u
einen Compromißvorschlag zwischen der
preußischen Regierung und der katholi
schen Kirche auszuklügeln wie scharfsin
nige Nationalliberale vcrmuthen. Eher
mochte man annehmen, daß sie über die
Maßregeln Rath pflegen die ihren Ge
mcindcn nach Vertreibung aller Hirten
oder des größeren Theils der Hirten zu
empfehlen sein möchte»,
V Ii n, 20. Juni. Die ttt Coufe-
retiz in Fulda versammelten Bischöse
wollen eine« gemeinschaftlichen Hirten
brief aii die Katholiken in Deutschland'
erlassen.
e i u 1 4 u n i e i e e u e
abgehaltenen Versteigerung der Möbel,
des Hrn. Erzbisthums-Verwesers Dr. v.
Kübel wurden diese von Hrn. Rechtsan
lvalt Marbc hier im Austrage verschiede
ner Katholiken angekauft und dein Hrn.
Bischof sofort wieder zugestellt.
Der frühere öfterreichifcheBotschafter'
beim päpstlichen Stuhl, Graf Trau-tf
mausdorsf, hat in seinem Schloß Obrzl-
stivi in Böhmen ein Kloster für 'die aus
Deutschland ausgewiesene» katholischen
Priester errichtet.
I st rst i s a ck e i n a lb
o 11? In Trier fand am 7. Juni eine
Volksversammlung statt. Herr Majunke
hielt eine Rede. Erst über den Cultur
k i A e e i n e a s a e e
Uebrigens bin ich nicht geneigt, einen sol
chen Kampf, wie wir ihn jetzt haben, ei
nein einzigen Manne zur Last zu legen
denn Bismarck ist ein einfacher sterblicher
Mensch wie jeder andere auf seinem
Krankenlager liegt er ebenso armselig da,
wie ein kranker Bettler in seiner Hütte
liegt."
Bei diesen Worten sprang der Polizei
commissar Schneider auf und schrie: Jetzt
habe ich das Wort. Derartige Reden
dürfen hier nicht gepflogen werden. Sic
verstoßen gegen das Vereinsgesetz und ge
gen jedes Gesetz. Ich löse die Versamm
lung auf."
o n o n 2 4 u n i a s i u s I
hat sich bei Gelegenheit der Ueberreichung
der Abschrift etiler Adresse welche die
amerikanischen Pilger an Bischof Ledo
chowski richteten, fehr herzlich über Ame
rika ausgesprochen. Er sagte: „Die
Vereinigten Staaten sind das einzige
Land wo ich in den Augen der Regie
rung in Wirklichkeit Papst bin. Während
ich päpstliche Dokumente nach denVer.
Staaten senden kann, ohne eine Einrede
der dortigen Regierung befürchten zu
müssen, muß ich von den europäischen
Regierungen immer' «us Einwürfe uitb
Opposition gegen meine kirchliche Auto
ritat gefaßt sein."
a yo n n e 26. Juni.. Die Carli
sten haben die Belagerung von Figueras
an der französischen Grenze aufgehoben.

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