OCR Interpretation


Ohio Waisenfreund. [volume] (Pomeroy, O. [Ohio]) 1874-1953, July 01, 1874, Image 3

Image and text provided by Ohio History Connection, Columbus, OH

Persistent link: https://chroniclingamerica.loc.gov/lccn/sn91069201/1874-07-01/ed-1/seq-3/

What is OCR?


Thumbnail for

Geschichte der
Schöpfung.
DaS Werk des sechsten Schöpfuugstagcs
wird uns von Moses in folgender Weise
berichtet: „Und Gott sprach Es bringe
die Erde hervor lebende Wesen nach ihrer
Art, zahmes Vieh und Gewürm, und
Thiere der Erde nach ihrer Art. Und
also geschah cS. Und Gott machte die
Thiere der Erde nach ihrer Art und das
zahme Vieh und alles Gewürm der Erde
noch seiner Art. Und Gott sah daß es
•gut war und sprach Lasset uns den
Menschen machen nach unserm Bild und
Meichniß, der da herrsche über'die Fische
des Meeres und das Geflügel des Him
mels nnd die Thiere und über die ganze
£rdc, und alles Gewürm, das sich reget
auf Erden. Und Gott schuf den Men
schen nach seinem Bilde, nach dem Bilde
Gottes schuf er ihn, Manu und Weib schuf
•£v sie. Und Gott segnete sie und sprach:
Wachset und mehret euch, und erfüllet
die Erde und machet sie euch unterthan,
,und herrschet über die Fische des Meeres
und über das Geflügel des Himmels und
über alle Thiere, die sich regen auf der
-der Erde. Und Gott sprach Sieh,, ich
habe euch gegeben alles Kraut das sich
besamet auf Erde und alle Bäume, die
in sich selbst Samen haben nach ihrer
Ärt, daß sie euch zur Speise seien und
allen Thieren der Erde nnd allem Geflü
gel des Himmels und Allem, das sich re
.get ouf Erden, und in welchem eine leben
ibe Seele ist, damit sie haben zu essen.
Und also geschah es. Und Gott sah
Alles, was er gemacht hatte, und es war
''sehr gut. Und es ward Abend und Mor
•gen, der sechste Tag" (1. Mos. 24—31.)
In der ersten Hälfte dieses Tages er
schuf Gott die Landthiere. Es wird hier
verschieden übersetzt, so daß dreierlei Gat
Zungen van Thieren zu unterscheiden
wären: Hausthiere, wilde Thiere und
kriechende Thiere. Allein diese Unter
scheidung scheint willkürlich, und es dürfte
wohl an die Classe der Säugethiere über
Haupt zu denken sein, die jedoch bezüglich
ihrer verschiedenen Größe nud der Art
und Weise sich zu bewegen in drei Ord
Hungen ober Arten mit den gebrauchten
"drei hebräischen Worten unterschieden
wird.
Daß hier keinesfalls reißende Thiere
und eigentliche Reptilien, d. h. Gewürm
und Insekten verstanden werben dürfen,
scheint aus inneren Gründen mehr als
wahrscheinlich. Wie läßt sich wohl mit
einem Garten der Lust, mit einer paradie
sischen Natur das Dasein von wilden
Bestien vereinbaren Wo ist eine Spnr
von Wildheit oder Menschenfeindlichkeit
der Thiere ia jener Erzählung (1. Mos.
2,19, 20.) wahrzunehmen, die uns sagt,
daß Gott dem Adam alle Thiere vor
führte auf daß er jedem einen ihrem
Wesen entsprechenden Namen gab Von
reißenden Tigern, Löwen, Hyänen n. dgl.
kann also keine Rede seiu. Erst nach dem
Falle des Menschen und in Folge des
Fluches der auch über die Natur kam,
entstanden die wilden Tbiere, d. h. die
anfänglich gut gearteten oder zahmen
Thiere verwilderten, und zwar in ver
schiedenem Maciße, so zwar, daß einige
wohl zahm oder doch zähmbar blieben,
andere menschenscheu wurden, und andere
endlich eine wahrhaft wilde, reißende Na
tur annahmen. Unter Reptile, kriechen
den Thieren, verstehen wir Gewürme und
Insekten sollten wohl diese mit einem
Paradiese vereinbar sein? Wie kommen
Thiere, die größtenteils aus der Fäul
niß, aus Moder und Krankheit sich ent
wickeln, in eine Natur, die den Tod nicht
mehr und auch noch nicht wieder kannte
Und wie, diese unvollkommensten Thiere
sollten zugleich mit den vollkommensten,
mit den Säugethieren von Gott geschaf­
fen worden sein, nachdem schon vorher die
Fische und die viel höher organisirten
Vögel in's Dasein gerufen waren? Dieß
ist undenkbar. Unsere Vorstellung von
der anfänglich paradiesischen Natur ge
stattet uns weder wilde Bestien noch Un
geziefer aks ursprüngliche Schöpfungen
anzunehmen. Wie wir glauben, wurden
in dieser großen Woche nur die drei edlen
den Juden sowohl, als jedem ächten Na
turgefühle reinen Thierklassen der Fische,
Vögel und Säugethiere geschaffen, die
übrigen Klassen der Amphibien, Insekten
und Würmer aber entstanden wohl erst
nach dem Fluche nnd in Folge des wieder
in die Natur eingedrungenen Todes, so
wie des mächtiger gewordenen dämoui
schen Einflusses. Eine Schlange, so wie
sie jetzt ist, ward ganz gewiß anfänglich
von Gott nicht erschaffen. Die Schlange
von der in der Genesis die Rede ist, ge
hörte zur Klasse der Säugethiere und
ward erst eine kriechende auf dem Boden
sich fortwindende Amphibie in Folge des
über sie ergangenen Fluches „Auf beinern
Bauche sollst du kriechen, unb Staub^res
sen bei» Leben lang" (1. Mos. 3, 14.).
Ein gleiches ober boch ähnliches Geschick
mögen wohl auch andere Gattungen der
Thiere erfahren haben. Sind wir aus
naturhistorischen Gründen berechtigt,
viele Thierarten, namentlich alles söge
nannte Ungeziefer als später erst entstan
ben zu betrachten, so bürste jenes Eine
Beispiel der Schlange uns auch zur An
nähme einer mehrfältig erfolgten Entar
hing (Degeneration) anfänglich erschaf
fener Thierartcn berechtigen. Nicht ganz
unbegrünbet bürfte bie Vermuthung sein,
baß, so wie bie Schlange, bie Mehrzahl
unserer Amphibien bämonisch begenenrte
Säugethiere, viele Insekten entartete
Vögel, unb viele Arten des Gewürmes
entartete Fische sind.
Die Land-Säugethiere also als die
vorzüglichen Wesen der Thierwelt, wur
den zuletzt erschassen. So berichtet Mo
ses so berichtet aber auch in vollster
Uebereinstimmuug mit ihm die Natur.
Unser Gewährsmann sei wieder Cnvier,
welcher sagt: „Es ist gewiß, daß die eier
legenden Vierfüßer viel früher vorkommen
als die lebendige Junge gebärenden.
Mehrere Schildkröten, mehrere'Krokodille
finden sich unter der Kreide (in Kreidege
birgen) die ungeheuren Eidechsen unb
großen' Schilbkröten von Mastricht (in
Belgien) liegen in ber Kreibeformation
selbst aber es sinb Seethiere. Die ersten
Spuren von See-Säugethieren, b. h.
von Meerkühen, treffen wir im ksnchylien
führenden Grobkalke an: Knochen von
Lanbsäugethieren finben sich aber nicht
barin. Ungeachtet der sorgfältigsten
Nachforschungen ist es mir nicht gelungen
von dieser Klasse eine deutliche Spur von
den auf dem Grobkalke abgelagerten
Bänken zu entbecken. Im Gegentheil,
sobalb man in diejenigen Gebilde kommt,
welche auf dem Grobkalke ruhen zeigen
sich die Landthierknochen in großer
Menge." „Also," sagt Cuvier weiter,
„wie es sehr natürlich anzunehmen steht,
daß die Konchylien und Fische zur Zeit
der Entstehung des Urgebildes nicht da
gewesen sind, so wird es auch glaubhaft,
daß die eierlegenden Vierfüßler zugleich
mit den Fischen ihren Anfang genommen
haben, daß aber die viersüßigen Land
thiere erst weit später zum Vorschein ge
kommen sind." Auch hier welche
Uebereinstimmuug zwischen dem heiligen
Buche der Bibel und dem heiligen Buche
der Natur!
Und nun kommt die
Schö-
pfung! Der Abend des sechsten Tages
war abgelaufen und der sechste Morgen
brachte der Natur ihren König als un-
mittelbares Geschöpf, als vollkommenstes
Ebenbild des dreieinigen Gottes. Wer
staunt nicht über die hohe Einfalt der
Erzählung von der Schöpfung des Men-
schen? über den Abstand zwischen ihQI
und allen anderen Werken derSchöpsung
und über die Oberherrschaft, die ihm über
jene gegeben ist? Man suche hier keine
poetische Einkleidung niemals hat Mo
ses einfacher gesprochen. Ein wunder
barer Nachdruck aber und eine geheime
Kraft, die nur vou der Wahrheit herrüh
reu können, scheinen ans der Tiefe des
Gegenstandes aufzusteigen und die Hülle
der Worte zu durchbrechen. Faciamus
liominem ad imaginem nostrum,
„Lasset Uns den Menschen machen nach
Unserem Bild.und Gleicht! iß." Hier be
rühren wir die Krone und das Endziel der
Schöpfung alle Geschöpfe erwarten einen
Herrn, der sie vor Gott vertrete, und
Gott wiederum bei ihnen vertrete, ber bie
Welt im Kleinen sei, entsprechcnb der
Welt ber Geister nnd zugleich der Welt
der Körper, bestehend aus beiden, ein ge
heimnisvoller Auszug bes Himmels unb
ber Erde, ein lebendiger Ring ber ganzen
Schöpfung. Welch' ein Wunber! Unb
was ist alles Uebrige im Vergleich zn die
sem Wunbcrwerkc, welches für Gott selbst
unmöglich schiene, wenn Er es nicht eben
gewirkt hätte Wie steht boch bie Sprache
bes Moses auf ber Höhe bieser Wahrheit!
Gott hat, so zu sagen, burch sein Wort
alles Uebrige machen lassen, unb wo er
sich tut bas Nichts unb an bie Materie
wenbet, geschieht es nur burch sein Wort:
Fiat, Es werbe. Hier aber sammelt Er
sich und wendet sich an sich selber: Fa=
ciamus, Lasset Uns machen. Wie tier
schieden vom Gotte Plato's, der es unter
seiner Würbe hält, ben Menschen zu bil
ben unb ber biefe Sorge uutergeorbne
ten Gottheiten überläßt, ist bieß bent
Gotte Moses ein Werk, was er sich selber
aufbehalten tiitb wobei er sich ganz zu
sammennimmt, ja sogar von seiner eige
neu göttlichen Wesenheit entlehnt er für
biese neue unb letzte Schöpfung bas Ur
bild ad imaginem et similitudi
nem nostrarn, nach Unserem Bild und
Glnchniß. Und er schuf den Menschen
(wunderbar ist dieKraf^aller dieser Wie
derholungen) nach dem Ebenbilde Got
tes schuf Er ihn Mann und Weib schuf
Erste. Wie karg war Moses im Vor
übergehenden mit dem Worte Schaffen,
und wie freigebig hat er es hier gebraucht!
Welch hohe Idee müssen wir nicht bekom
men über benjenigen, von bent bie Rebe
ist, wenn wir eine solche Sprache hören!
0
a s i i s e N a e I ö
Zur Erklärung der Stelle Math. 19,14:
„Es ist leichter, daß ein Kanteel durch ein
Nadelöhr gehe, als daß ein Reicher in
das Himmelreich komme/' ist bemerkens
werth was Ludwig Völker über Palä
stina schreibt er sagt Folgendes: „Lorb
Nugent, welcher bas heilige Lanb bereiste
ging einst mit einem Freunde am Hebron
spazieren. Sie kamen vor bas große
Thor, als ein Zug Kanteele ihnen begeg
nete. Da sprach ber Lorb: „Komm, laß
uns durch das Nadelöhr gehen" eine
kleine Thüre, so genannt nach dem
Sprachgebrauche des Landes', die neben
dem Pfosten ist, an welchem das große
Thor hängt, eben groß genug, um eine
Person nach der anderen hereinzuführen."
K i n i e e i a s o
tive e E x- o i z e i e n e e
Haute wurde jüngst unter ungewöhn
lichen Umständen verheirathet. Sein
kleiner, noch keine 12 Janre alter Sohn,
machte ihm eines guten Morgens den
Vorschlag, wieder zu heirathen und nannte
ihm zugleich die Dame, welche er (der
Junge) als Stiefmutter meeptiren werde.
Der Vater ging auf den Vorschlag ein
und trng der bezeichnetenDame die Sache
vor. Diese weckte ihr kleines Töchter
chen, berieth sich mit derselben und nahm
mit deren Einwilligung den Heirathsan
trag an. Am nächsten Tage sand die
Hochzeit statt.
Ohio Waisenfreund. 3.
U e e i e Z n k n n e o e
stantischen preußischen Landeskirche tit
theilt das lutherische Volksblatt für
Stadt und Land Der preußische Staat
wird sich eine Kirche retten, die die Ci
vilehegallen nur einsegnet, auch die un-
eingesegneten zum Abendmahl' zuläßt ?c.,
nnd einer solchen Kirche wird er, ohne
Widerspruch aus ihr zu erfahren, auch
eine Verfassung geben können, der ein
Virchow seine Zustimmung nicht versagt.
aber eine christliche Bekenntnißkirche
wird das nicht mehr sein eine Lehrerin
der Völker, eine Leiterin zur Seligkeit u.
zur christlichen Lebensführung nicht.
I n i e l- A s i e i e e n e e u
same Dinge vor, bedeutsam, weil Eng
land und Rußland dort in fieberhafter
Hast, wenn wenn auch in der Stille, gegen
einander operiren. Während 70,000 Jo
mnden, bisher unbezwingliche Gegner
Rußlands, sich dem Zarn unterworfen
haben, während sehr entschiedene Anstren
gungen gemacht werden, Turkestan und
das jüngst eroberte Khiwa vom militäri
scheu Standpunkte aus zu organisiren,
entwickeln die Russen jetzt auch eine offene
Thätigkeit an den Westgrenzen Chinas.
Eine neue Art ber Inflation ist
von but Geheimpolizisten der Regierung
entbeckt worben. Dieselben haben nämlich
ausgesunben, baß man sechs Banknoten
in feinster kunstgerechter Weise zerschnei
ben unb bann die Stücke zu sieben zu
sammenzukleben versteht. Eine Anzahl
vou Fälschern beutet benn auch biefe
Kunst aufs Thätigste ans, unb für ober
flächliche Beobachter ist es unmöglich,
ben Betrug zu entbecken.
Zu S i e s o in Baiern ist der
wegen seines Abfalls vom kath. Glauben
und seines Bücherdiebstahls in Rußland
zu einer traurigen Berühmtheit gelangte
Dr. Aloys Pichler tobt im Bette gefunden
worden. Der Anne war erst 40 Jahre
alt.
E i n e n n e e u e e n i
kraft entfaltet ein nennjähriges farbiges
Mädchen zn Brucetown in Kentut). Sie
ist im Stande, längere Vorträge, welche
sie mitangehört hat, nach 24 Stunden zn
repetiren. Neulich sprach sie 50 Zeilen ei
nes Buches, die ihr einmal flüchtig vorge
lesen wurden, Wort für Wort nach.
Ein Arz kommt hierzulande auf
je sechshundert und achtzehn Personen.
Frankreich und England haben erst Einen
für je zweitausend Einwohner und sind
dabei viel gesunder.
eitt- Achtzigjähriger, und ein dortiges
Blatt bringt die Nachricht mit der Be
merkung, daß er in der Bliithe seines
Lebens geknickt worden sei.
—Ein colosrirterBarbier in
Toledo, £., wies neulich eilten Rassenge
nossen wegen der dunklen Hautfarbe des
Letzteren aus seiner Verschönernngsbou
tique. Civil Rights
Um eine Dame für einen Ball
gehörig ausziistaffiren kostet es im Sü
den einen Ballen Baumwolle, im Westen
eine Ladung Heu, in Cincinnati ein Faß
Schweineschmalz, in Virginia einen Bal
len Tabak, in Pennsylvanien eine Tonne
Roheisen und in Neu-England eine Näh
maschine erster Klasse.
I n i n n e s o a s o e i n e i
tiurger Käsefabrik fein, welche ihre Fabri
kate dann erst für gut erklärt wenn ein
Stückchen, so groß wie eine Bohne, im
Stande ist, einen Hund aus einer Loh
gerberei zu vertreiben.
Die Pawnee Indianer
wollen endlich in die Schuhe der Civilis
fotion eintreten und haben deshalb dar
um nachgesucht, daß die Regierung ihnen
Stiesel mit rothen Schaftenden liefern
möchte.

Krone der
I n i s s i s s i i s a n e u i

xml | txt