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Ohio Waisenfreund. [volume] (Pomeroy, O. [Ohio]) 1874-1953, July 15, 1874, Image 4

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4. Ohio Wmstltfrcund.
Herausgeber: Rev. Jessing.
Womeroy, den IZ. Juli 187Ä.
Wocdenkalendev
ffür bic Diözesen Cincinnati, Columbus, Fort
iBal)itc, Covington, Detroit und Cleveland.
©. 19. Suit Tyinninchns, Papst.
M. 20. Hikronymnö, ?lcmilianus, Bek.
D. 21. Alerins, Bek.
M. 22. Maria, Magd. Viis-erin.
D. 23. Appolinaris, Bisch. Mart.
'A. 24. Vlneens v. Panl, Pek.
T. 25. Iakol'ns, Apostel.
$66=" ^-itv Ponn'lon ift mo tivvct.ition fi'o „Ohio
äBaifvt'.ftviiiibC')" Uvi .vvvvi: .(finrici? e yIi g,
Stcuntucjiv.
AUc tivivrv, vk Lviiii,)cn ?!i aflon Lo.-.e-
o in e n 1). Beim ^au deo Znnneiö der
Atlantic und Lake Crie Cisenbalin in hiesiger
Stadt verunglückten ain Juli Männer
durcl Ijerctsnllnidi' Sioiiir.u'ish'n. Einer davon,
«n Deutscher, ::i I'l,re alt »id unverheira.
thet, Naiileno Christian 5!aal, wurde auf der
2teile adüdtet die lu'ivni uv.bviyn dagegen
Jiuu'den fdjun'v vcnvlil, jeder!) er mutet nuui,
hofi sie wieder hergestellt iverdei'.
Z e i a e u.
ZII srühcrei! Iahrhunderici! erhielt
da? Vol! feine Beleh-ung und bildete
^ich 'seine Mi-iimnc, muh dem tiefertd c=
•j:e7x. Sporte ter Piedigcr niid Redner.
Ter MiW.ci der Vuchbrncl.'iluiist nuut'tc
es unmöglich, das die große Menge Gefell
ruub Schreiben lernte, diese Kenntnisse
nmrcn nur das iriguithum einzelner, be
sonders aber der Gcistlichte: und der
Eitz aller 0clct isamioit ivav für lange
nur ans die AU öfter beschränkt. Was
Äie große Menge des Volles nu:fjtc, hatte
•)"ie durch da? mündliche Wort venioui-
tmen. 'Seitdem aber die Buchdrnckcrknnst
{crftiivb-at voar, ändeUe sich dieses Ver
hältnis Die Vüchcr luuvdeu ixt durch
so billig, das sie i'.n -Bereiche eines jeden
'waren und es verbreitete sich die Kennt
^üß des Lefeu* und Schreibens allgemein.
Zeitungen, die früher eine Unutögliehfeil
adn:r.e t"erfchienen ebenfalls und die
St^\iW)eit die früher ihre Äionninifje
jinv durch do.v lebendige Wmr veruom
rfnvv. halle, begann 111:11, dieselbe aui? den
verjchiebei:a1iig\\es«,2chriften 511 fchöpfeil.
Dämit min Halle diu- lebendige Wort,
daS früher allein die Menschen bewegen
konnte /lud von seiner Atrafi verloren,
n
11b es ift diese Macht' des Wortes auf
'.bic Presse übergegangen. Und in man
.cher Beziehung ist die Presse eine viel
-größere Macht gcivovben, als das leben-
.dige Wo vi, denn während ein "K ebner
.niif cinnlai imk höchstens einige Tausend
l-lienschen mit seiner Stimme erreichen
:fann, so kann das gedruckte Wort in kur
zer Zeit Hunderttausende erreichen. Die
ser E.nstnß bei* Presse auf das Volk i-ft
geradezu unberechenbar. Ev kann nun
'dir Macht der Presse, wie alle Dinge
dieser Weil, zum Guten und zum Böfen
(gebraucht werdcnr ilnb in ber i
1)at
3)at in ben letzten Jahrhuuberten die
Presse viel des Guten, aber auch viel
Ä^öfeS gestiftet. Die- Deformation Lu
Sher« wäre ohne die Presse in sich selbst
,zusammen gefallen, oder doch nur auf
'ine geringe Zahl Menschen beschränkt
geblieben. Unser neues Heidenthum,
vulgo Liberalismus, hätte sieh nicht fo
»ill gem ein verbreitet, wie es heute in der
That der Fall ist, wenn nicht bie zahllo
sen Fortfchrittsbläiter so vielen bic .^öpse
verrückt Hütte. Dir Erzeug»iffe ber
Presse iiberfchmemmeii in mifercii Tagen
Stäbte nub Dörfer, sie bringen ein in
die Familie: nicht blas ber gebilbeten
Stäube fo»ber 11 anch in bas Haus bes
Arbeiters, ja in bie einsame Blockhütte
des HinterwälblerS. lliib allüberall
Süivti die Presse Gutes ober Böses, je
-lachbem es ift. Wie viel Großes nnd
Herrliches könnte nicht die Presse wirken
für die Ehre des allmächtigen Gottes,
für die Förderung des wahren Völker
wohls, wenn sie stets ihren Einfluß gel
tend machte im Dienste der Religion, im
Dienste der Wahrheit nnd des Rechts!
Aber, wie vielfach begegnet uns das Ge
gentheil! Ans ein gutes Buch, auf eine
gute Zeitung kommen gewiß 10 schlechte.
Wie viele Bücher nnd Blätter in allen
Formaten streuen nicht in die Seelen der
Leser nnd Leserinnen bas verderbliche
Gift glaubens- und tugenbfeiiidlicher
Ansichten aus! Und dieses Gist ist um
so gefährlicher, da es durch die lockende
Süßigkeit einer anlprechenden, scheinbar
arglosen, unverfänglichen, für Gefühl 11.
Phantasie anziehenden Darstellung in
kleinen Tropfen geboten wird und so
den Menschen, ohne baß er es merkt,
langsam geistig ertöbtet. Ferner regt
bic nun einmal vorhanbene allgemeine
Leselust manche Menschen znm Stolze
an, inbem sie sich eiubilben, wenn sie viel
gelesen haben, baß sie bann auch viel
wissen und zuletzt kommen sie bahin,
baß sie ganz verpicht sinb auf ihre eigene
Meinung und von Niemanden mehr
Lehre annehmen wollen. Das find solche
Halbgebildete oder verbildete Menschen
bie ihr ganzes Wissen ans schlechten
Schriften gezogen haben inib bic, ob
fchoii sie nicht 'fähig find jemals einen
eigenen vernünftigen Gedanken 311 haben
sich anmaßen über die erhabensten nnd
beiligsten Dinge sich lustig zn machen.
So werben durch bie Presse irrige unb
verschrobene LebenSanfichten verbreitet
und durch falsche Gruiibfä^e ber Sinn
für Religion 1111b Tngenb iiiitergnibeii
Währt üb nun fo bie schlechte Presse Tag
für Tag an ihrem Aerftörnngswerke ar
beitet, bleibt die gute Preffe weit dahin
ter zurück. Es wirb zwar manchmal hie
und da gerühmt und geprahlt, wenn ir
gendwo wieder eine neue katholifchc
Zeitung auftaucht, nnd meistens ver
dienen die Unternehmer auch das ihnen
gespendete Lob aber eine solche vci
izältniß'.näßige Vertretung in ber Presse
wie bic Gegner ber katholischen Kirche
sie haben, davon sinb mir noch weit
entfernt. Wir Katholiken biirfcit eS
mit Stolz fagen, baß wir in ben we
nigen Jahren unseres Bestehens in die
se tu neuen Lande große Dinge gethan
haben in ber Erbauung von prachtvol
len Kirchen, Schulen 1111b Wohlthätig
keitsanstalten aller Art. Aber was ist
eigentlich für die Verbreitung guter
Schriften, mit einem Worte, für bic
Presse geschehen So viel uns bekannt,
haben all' bie Millionen Katholiken der
Vereinigten Staaten dafür bisher eigent
lich noch gar nichts gethan. toie haben
es Privatleuten Buchhändlern unb Buch
bruckern überlassen, Bücher zu brücken 11.
zu verkaufen unb katholische Zeitungen
zu „starten", um bannt Gelb zu machen.
Oder sind wir vielleicht^ im Jrrthum
Wir glauben nicht. Sojl beim 111111
unter biefcit Um stäuben niemals etwas
gefcfichen von Seite aller Katholiken, um
bie katholische Presse zu heben, gute Bü
cher unb Schriften aller Art zu verbrei
ten Sollen wir biefes allzeit ausschließ
lich ber Privatthätigkeit Überlassen?
Sollen wir fortwährend zusehen, wie die
Gegner der Kirche Millionen verwenden
nin, wenn anch erfolglos, Bibeln und
Traktate unter das Volk zu werfen?
Können wir nicht einen katholischen Preß«
verein für die ganzen Vereinigten Staa
ten zn Stande bringen, der die Macht
der Presse, unterstützt von der bei uns al
lein befindlichen Wahrheit, im Interesse
unserer heiligen Kirche gebrauchte? Wol
len die Wächter in Israel denn gar
nichts in dieser Sache thun? Wir haben
ohne alle Beihülfe von irgenb einer
Seite eine Druckerei und den „Ohio
Waisenfreunb" in's Leben gernfen, und
betbei großinitthig jeden persönlichen ©e
wiiut ausgeschlagen. Und wir sind be
reit, diese Druckerei noch zu vergrößern,
daß sie allen Anforderungen genügen
kann. Und wenn sich dann hier ein all
gemeiner Preßverein, ber die Massenver
breitung guter Schriften: Bücher, Bro
schüren und Traktate zum Zwecke hätte,
so wollten wir der guten Sache wegen
bie Drucksachen dem Vereine zum Kosten
Preise liefern. Das sind so unsere Ge
ban ken, bie wir schon öfteres an nnberer
Steift aussprachen, aber Niemanb hat
bieselben bisher auch nur einer ernstlichen
Beachtung gewürdigt. Vielleicht lag bie
Ursache barin, baß unsere Ansichten nicht
gehörig formulirt waren unb baß bie
Errichtung einer selbststänbigen Drucke
rei zu schwierig schien. Der letztere
Grunb ist jetzt beseitigt unb ben ersten
werben wir beseitigen, inbem wir einen
speciellen Plan nach einiger Zeit zn
pnbliciren gebenken. Inzwischen bitten
tvir alle unsere Amtsbrüber bie sich für
bas angebeutete Unternehmen fpcciell in
teressiren, mit uns in Verbinbnng zu
treten. Anbere katholische Zeitungen
aber bitten wir im Interesse ber guten
Sa ehe von diesem nnsern Plaue gefälligst
Notiz zn nehmen nnd denselben ihren Le
sent mitthcilen zn wollen.
Der Komet.
Der fretubc Gast am nächtlichen Him
melsgewölbe nimmt bie Aufmerksamkeit
vieler Menschen in Anspruch nnb wir
sinb mehrere Male gefragt warben ob
benn ber Kemel keinen Krieg bebente.
Wir tyiffcn nicht ob ber Komet eine böse
Vorbedeutung hat ober nicht, können aber
mich keinen andern Zusammenhang zwi
schen dem im Weltraum sich bewegenden
Kometen und den Geschicken der Mee
schen auf dieser Erde erkennen als daß
beide von Gott abhängen. Gott aber
hat uns nirgends gesagt daß das Er
scheinen eines Kometen Krieg ader andere
Unglücks stille bedeuten solle. Daß aber
großen Ereignissen und besonders dem
Ende der Welt gewisse Zeichen voraus
gehen müßten das glaubten anch fchon
die Jünger Christi, indem sie ihren. Mci
ftcr fragten: „Was wird das Zeichen
deiner Ankunft nnd des Endes der
Welt feilt?" (Matth. 24,. 3.) Wenn
wir mnt. aber auf frühere Zeiten blicken,
so ist in vielen Fällen nach dem ErfcheU
neu eines Kometen wirklich Krieg ausgc
krochen aber wir haben auch schon
schwere Kriege gehabt ohne daß vorher
ein Komet erschienen wäre. Ob aber
auch schon mehrere Kometen erschienen,
ohne daß ein Krieg odcr'jDnft bedeuten
des Ere
i
an iß ausbrach, ist uns nicht be
kannt. Wenn wir in solcher Weife von
Kometen sprechen, so meinen wir damit
natürlich nur solche, die, wie der gegen
wärtige, allen Menschen sichtbar erschei
ncn, 'denn die Astronomen sagen uns,
daß sie jedes Jahr kleine Kometen ent
decken, die man ober mit bloßen Au
gen nicht sehen kann. Wie die Geschichte
uns sagt, folgte auf den großen Komc
ten der 146 Jahre vor Ehrifti Geburt
erschien, der Fall von Korinth und Kar
thago auf den Kometen von 248 nach
Christi Geburt folgte die blutige Chri
stenvcrfolgnng des Decins anf den Ko
ten von 1402 folgte die furchtbare Stur*
kciifchlacht bei Ancyra auf den Kometen
von 1532 folgten die Gräuel der Wieder
täufer zu Münster in Westfalen auf den
Kometen von 1577 folgte ein Hugenot
tenkrieg in Frankreich nach dem Kome
ten 1680 folgte ber Türkenkrieg, in wel
chem bicfelben bis uor Wien zogen auf
ben Kometen von 1744 folgte ber zweite
schlesische Krieg auf den Kometen von
1790 folgte die blutige französische Re
volution auf den Kometen von 1805
folgte der Sturz Preußens auf ben Ko
meten von 1811 unb 1812 bie Nieberlage
Napoleons in Rußlanb auf ben Kome
ten von 1847 kam das Revolutionsjahr
1848 auf ben Kometen von 1858 kam
ber österreichisch-italienisch-französische
Krieg aus beii Kometen von 1861 aber
kam unser Bürgerkrieg. Nur auf ben
großen Kometen von 1843 scheint nichts
Besonderes gefolgt zn sein. Doch alle
biese Fälle beweisen noch burchans nicht,
baß ber jetzige Komet Krieg bebeute. Mit
Sicherheit werden- wir bas erst nach ei
nigen Jahren beurtheifen können.
DaS Wachsthum der Kirche in
England.
Erzbischof Manning, beschreibt bas
Wachsthum des Glanbens in England
in seinem*!etzten Hfrteitbriese, wie folgt
Wo immer wir iit Englanb einen Al
tar errichten, auch bort, wo man benkt,
es feien kcincKatholikenzn finden, scheinen
sie ans einmal wie ans bemBodett zu wach
sen. Hier in Loitbon ist jede Kirche balb
gefüllt unb bas ganze Miwonssystein
mit Schulen 1111b W 0 hlthäti gte its a n stal
ten ift balb gebilbet. In einigen Thci
len Londons 'stub bie Zwischenräume zwi
schen ben Kirchen fo groß, baß neue Kir
chen mit Pfarrorganifirung bringenb
nothwenbig finb. In ben letzten neun
Jahren sinb zu biefer Diözefe etiva 18
Kirchen hinzugefügt. Von biefen neh
men bret oder vier die Stellen alter und
kleiner Kirchen ein, und sie find noch zu
klein für die Volksmenge. Die übrigen
find neue Kirchen an solchen Plätzen, wo
früher keine waren, wodurch bic Aus
gangspunkte bes Miffiouswerkes ver
mehrt wnrben. Vor brei Jahren öffne
ten unb weihten wir eine Herz Jesu Kirche
im August werben wir eine dem Heilig
sten Sakramente gemibmetc Kirche eröff
nen bic Kirche bes heiligen Ebmnnb zu
Millwall wirb um bicfelbe^ Zeit fertig
fein unb in kurzer Zeit hoffen wir ben
Gniiibstcin zu ber St. Patricks Kirche
im östlichen Stabttheile legen zu können.
DerC 0 in in n n i st 93 0 11 n a
ber kürzlich zu Viccnnes in Frankreich
hingerichtet wnrbe, weil er thatfächlich
sich an ber Enuorbnng eines Polizisten
betheiligt hatte,- machte, bevor über ihn
bas Tobesurlheil ausgesprochen würbe,
ein offenes Geständnis feines Verbre
chens unb kehrte in erbaulicher Weife
zur Kirche zurück. Kurz vor seiner Hin
richtnng hielt er fol'genbe Anrebe: „Seht
mich an! Ich bin bas Opfer einer lügen
haften verführerischen unb boshaften
Presse ber Freidenker, die auf fo listige
Weife die bösen Leidenschaften der Un
wissenden aufregt. Diese Vergifter ber
öffentlichen Meinung, biest Zeituugs
fchreiber find die wahren Mörder der
Vielen, die 1870 zu Grunde gingen.
Ich bin eins von ihren Opfern. Ich
bin ein Familienvater und doch war ich
närrisch genug zu lesen und zu glauben,
was jene Halunken sagten und erhitzt
durch ihre niederträchtigen Brandfchriften
tobte ich einen unschuldigen Mann, weil
mau mich glauben machte, er sei eine der
Ursachen unseres nationalen Unglücks."
Der arme Mann sprach dann über
Religion und verfluchte alle diejenigen
bie sie aus ben Herzen ber Menschen zu
vertilgen suchen. Er würbe erschossen
unb starb mit beut Rufe: vive lrt
France,
A it e I
0 e 3- 0 11 ü, e n
tion ber Thicrschutzgcfcllschast von
England bemerkte ein Redner, daß Thiere
nicht in Gegenwart anderer geschlachtet
werden sollten da sie in Folge bes In
stinets wüßten, baß ein ähnliches Schick
sal anch ihnen bevorstehe unb babnrch
ihre Leiben nur vermehrt würben.
Die Answanbernng aus Bayern ist
nach ber Frankfurter Zeitung in forwäh
renbetn Steigen. Während» btefelbe im
Jahre 1870 nur 6000 Personen betrug,
hat sie sich in steigenber Progression im
Jahre 1873 auf 10,154 gehoben.

fpoHDCUjen, ÜJclM'ciibisiiiU'n :c. nbvvifiu' man an
Rev. Kose,5» ?'»!:er ». 3Xv v3 (?o. O.

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