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Ohio Waisenfreund. [volume] (Pomeroy, O. [Ohio]) 1874-1953, July 15, 1874, Image 5

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(Ofsicicll.)
Die jährliche Collelte für das S t. A o h
s i u S S e i n a z u o u u s O
hat in diesem Jahre das folgende Resultat
ergeben:
Atts Mouz.
12. Juni. Der Jahrestag der
Krönung des hl. Vaters wurde gestern
in großartigster Weise gefeiert, ohne 5va
nonciiboiuicr freilich, ohne Musik auf
den Plätzen, ohne Beflaggnng der Hau
ser ohne jenes rein cfficiclie Gepränge,
ohne Beleuchtung oder Girandola,
inn so imponireuder aber durch deu mos
senhafteii Besuch der Kirchen am ganzen
Morgen durch die Darbringung vom
Glückwünschen und Ehrsurchtsbezeuguu
gen in dein Vatican, so wie durch ein
feierliches Tedenin, welches Abends nach
sechs Uhr in St. Peter abgehalten
wurde. Gegen Mittag war der Vatican
voll von Deputationen aus allen Theilen
Italiens, Abgesandten katholischer Ver
eine, Bischöfen, Prälaten und Priestern.
Der hl. Vater, der sich de.3 besten Wohl
seins erfreut, nahm mit herzlicher Güte
die Beweise der Verehrung entgegen.
Als er eine der verlesenen Adressen be
antwortete, erinnerte er an ein bei seiner
Krönung vorgekommenes Factum. „Als
ich," sagte er, „an jenem Tage die päpst
lichen Gewänder anlegte, verlangte eine
hohe Persönlichkeit beharrlich daß man
ihm, dem Gesandten eines Königreichs,
gestatte, die Schleppe dieser päpstlichen
Gewänder zu tragen. Nach mehreren
Jahren aber kam der König jenes Lau
des am 20 Sept. 1S70 nach Rom, um
mir die Schleppe der Gewänder abzu
schneiden, welche jener Gesandte zn tragen
für eine Ehre hielt." Am Abende des
gestrigen Tages war das feierliche Te
beutu in St. Peter. Die große Kirche
roar im vollsten Sinne des Wortes ge
füllt trotzdem verlief die feierliche Cere
monie ohne die geringste Störung. Un
ter der Menge bemerkte mau auch viele
italienische Soldaten.
Der Papst wohnte, dem Volke unsicht
bar, oberhalb des Portieus in der Log
gia der kirchlichen Feier bei. Als nach
Ertheilung des Segens die Menschen
menge aus der Basilika über den Platz
vor dem Vaticane strömte blieben Einige
stehen, denen sich dann bald eine große
Menge Vorübergehender anschloß. Alle
blickten sehnsüchtig nach den Fenstern des
Palastes, in der Hoffnung, den Papst an
einem der Fenster zu erblicken. In der
That zeigte sich auch Pius IX. auf dem
Rückwege aus der Basilika in seine Ge
mächer für einige Augenblicke am offenen
Fenster. Sein Erscheinen erregte unend
lichen Jubel. Die Menge auf dem Platze
fiel auf die Kniee unter dein tausendsten
migen Rufe: Den Segen, h. Vater! Es
lebe Pins IX Der Papst aber zog sich,
um keinen Anlaß zu Unannehmlichkeiten
für die Gläubigen zu geben, sogleich zu
rück. In demselben Augenblicke fiele«
Polizisten, Gendarmen und Soldaten
wie Wüthende über die harmlose Menge
her, insnltirten Alle, in deren Nähe sie
kamen, forderten sie auf. schleunigst den
Platz zn verlassen und nahmen Verhas
tungen vor. So endete die großartige
Feier dieses Tages mit einem Act bru
taler Gewalt, welcher den Werth des
Garantiegesel'.es wieder ein Mal klar
stellt.
uns: „Wir stehen heute an einem cha
rakteristischen uud interessanten Moment
der sogenannten a 11 k a o i s ch e n
Berne u ii die Anhänger derselben
sind nicht mehr einig, ja sie machen täg
lich mehr Miene, sich in zwei schroff ein
ander gegenüberstehende Parteien zu
spalten. Die Mehrzahl der Atheisten u.
Freidenker, welche sich im vorigen Jahre
um den Erpatcr Hyacinthe geschaart ha
ben, hat ai| ihrem Erwählte» kein Wohl
gefallen mehr. Er ist zu orthodox, hält
zu sehr au dem Glauben an dem Ueber
natürlichen fest. Schon beginnt man.
ihm die Wahl zu stellen, ob er zum Ul
tra man tie mils zurückkehren oder die
Fahne des LatitudinarisnuiS und des
Freidenrens aufpflanzen uud auf dem
Wege des Fortschritts bis in jenes Ge
biet mitgehen will wo die Dogmen en
den. Loyson wurde. wiederholt in den
Journalen so heftig angegriffen daß er
es sür nöthig hielt, sich in uachdrückli
cher Weise zu vertheidigeu. Er begnügte
sich deshalb nicht damit, in der Press« zu
antworten, sondern berief das Publikum
zu einer Versammlung im Reformations
Saal, wo er sich eine Stunde lang über
die wahre und falsche Reform ausließ.
Die wahre Reform besteht noch seiner
Ansicht darin, den Papst, die Unfehlbar
feit, den Cölibat und die Ohrenbeichte
Über Bord zu werfen, die falsche Reform
sei diejenige, welche unter dem Mantel
des Altkatholizismus zur Negation des
Ueberuatürlicheii und jeder geoffenbarten
Religion führe. Es ist dem Herrn
schlecht gelungen, seine Glanbensgenossen
zn überzeugen einige Tage nachher er
schien in der „Patrie Luisse" aus der Fe
der seines Amtsbruders. deö Herrn Mar
chal, folgende wenig schmeichelhafte Kri
tif: Am vorigen Sonntag hat Herr Loy
son denn Schwannengesang seiner Re
form gesungen. Er ist naiv genug zu
glauben, daß ihm gelingen werde, was
Männern wie Savonarola, Hnß, Luther
und Calvin nicht gelang, nämlich eine
Reform in der Kirche selbst (intra inn
res ecclesioe). Er würde gern zur
Kirche zurückkehren an dem Tage, wo der
Papst die Wiege seines kleinen Kindes
segnete. Seine Rede war voll von sal
scheu und lächerlichen Behauptungen.
Um die Regierung, welche ihn unterstützt
hat, in Verlegenheit zu setzen, hat er «sich
für die Trennung der Kirche vom Staat
erklärt. Es ist das höchst unpassend.
Wer hat ihn denn gezwungen, seinen
Eid zu schwören?.... Denken Sie an
die zwanzig Priester, die Ihnen gefolgt
sind, die sich aber nicht wie Sie in der
glücklichen Lage befinden, daß ihnen die
Börse mächtiger Freunde offen steht.
Der liberale Katholizismus hat keinen
einzigen Mann mehr nöthig, möge er
zum Ultramontanismus zurückkehren.
Wir aber wollen die volle Freiheit des
Gedankens." So stehen die beiden
Fraktionen der Secte einander scharf ge
genüber. Welche wird den Sieg davon
tragen, die sentimentalistische Loyson's
oder die radical«? des Herrn March a und
Genossen?"
Rom. Ein Correspondent der Chicago
Tribun« hatte unlängst über die horrible
Unwissenheit Lärm geschlagen, die gegen-'
wärtig in Rom herrsche. Natürlich
wurde die Schuld davon auf Rechnung
der päpstlichen Regierung geschrieben.
Nun macht eiir Abonnent das genannte
Blatt in einem „Eingesandt" darauf auf
merksam, daß nach dem Zengniß des Pro-
teftanten Laing die Stadt Rom mit einer
Bevölkerung von 158,600 Seelen bereits
im Jahre 1846 372 öffentliche Elemen
tarschulen mit 462 Lehrern und 14,000
Schülern, also 108 mehr als Berlin ge-
habt habe. Die Universität Rom habe
damals 660 Studenten gezählt und die
päpstlichen Staaten mit einer Bevölkerung
von 2,500,000 hätten deren sieben aus
zuweisen gehabt, also eben so viele wie
das damalige Königreich Preußen mit
seinen vierzehn Millionen. Wenn also
gegenwärtig der Unterricht zu Rom in
Verfall ist, so haben nicht die Päpste,
sondern die seit 1870 herrschenden gehei
men Gesellschaften ihn zu Grunde gerich
tet.
U n s e e K o 1 e n 1 a e r. Wäh
rend W. R. Greg die unausbleibliche
Abnahme der englischen Kohlenlager pro
phezeit und damit eine Verminderung
der Industrie in Aussicht stellt, weist
Professor E. B. Andrews in der letzten
Nummer der „International Review"
nach, daß an eine Abnahme der Kohlen
Inger in Amerika für tausende von Iah
ren noch nicht zu denken ist und beweist
dieses durch eine Reihe höchst interesjuti
ter Angaben. So haben wir die Koh
lenlager von Cape Breton, Nein Bruns
wick uud Nova Scotia, welch letztere nach
der Versicherung von Dr. Dawson und
Sir William Logan die dicksten auf der
ganzen Welt sind. Massachusetts besitzt
reiche Kohlenlager, aber der daselbst ge
grabene „schwarze Diamant" ist nicht von
vorzüglicher Qualität. Anders ist es in
Pennsylvanien, dem Hcuplfohlenstaate
der Union. Seine anthracite, bitmui
nöseii und halbbituminösen Kohlen wer
den von keinen anderen hinsichtlich der
Qualität übertrosfeu. Die Lager der
Anthnicite-Kohlen erstrecken sich über 427
Qnadratmeilen und während des mit
dem 30 November 1873 geendeten Jah
res wurden von dem sogenannten An
thracite-District allein 20,059,019 Ton
nen Kohlen versandt. -Von den. Alle
ghany Gebirgen westlich bis in die Mitte
Ohio.'5 eine Distanz von 250 bis 300
Meilen nördlich 100 Meilen und südlich
durch West-Virginien, Kentucky, Tennes
see bis Tnskaloosa, Ala., erstrecken sich
jene Kuhlenlager, die nicht nach dem Acker
oder der Oiiabratmeile, sondern nach
Staaten bemessen werden. Auch in In
diana befinden sich Kohlenlager, die sich
westlich über nahezu das gesaimnte Prä
rieland von Illinois erstrecken und Jlli
nois selbst liefert ebenfalls ein beträchtli
ches Quantum Kohlen. In Iowa, Ne
braska, Missouri, Kansas, Colorado und
Utah sind Kohlenfetder von großer Aus
dehnung und der Umfang ^ines solchen
im nordwestlichen Texas, am Brazos
Flusse, ist zur Zeit noch unbekannt.
Michigan hat ebenfalls, wenn auch nur
ein kleines Kohlenlager, aufzuweisen.
Die Quantität all dieser Kohlenlager ab
zuschätzen, liegt aus dem Bereiche der
Möglichkeit, aber jedenfalls ist die Cal
culntion eines Rechners, der die gefamin
ten Kohlenlager Amerikas auf 225,000
Quadrotineilen veranschlagt, etwas zn
Ohio Wnisenfteuild. 5.
hoch. Amsrila besitzt außer vorstehend
angeführten Kohlenseldern aber noch an
dere. So eines in der Nähe von Rich
mond, V^ dessen Kohlen aber mehr
terzicrer Formation .sind zwei flcin&T
in Nord Carolina und hinter dem Müs
sissippi befinden sich große Braunkohlen
lager, vsn denen «ines 400 Meilen lang
und 150- Mellen breit ist. Auch in Ca
lifornia ist ein Braunkohlenlager. So
gar Washington Territorium, die Van
couver Insel und Alaska haben Ktchlen
lager auszuweisen. Soviel ist gewiß,
wir haben 6 Mal mehr Kohlen als ganz
Europa und 36 Mal mehr als ©roß
Britannien, denn England kann f-eine
Kohlenlager lange nicht so tief cnisbeu
te», 6tl§ Herr Greg glaubt, und Prof.
Stanley Jem is ist de- Ansicht daß die
englischen Kohlenlager in 110 Jahnen
total ausgebeutet sind. Wann unsereKoh
lenlagcr ausgebeutet sind, kann-Niemand
berechnen und es ist daher zweifellos, daß
in nicht gar ferner Zeit Amerika das Al
les dominirciide Land der Industrie wer
den muß.
Z u o e i ei u e
Der „Sentinel", (3. Juli) veröffentlichte
aus dem Louisville Coiirier-Jonrnal fol
gende Nachricht: Vor ungefähr drei Mo
naten starb der Musikant Frank La
uiadrid an einer Herzkrankheit. Wenige
Tage vor seiner Krankheit ließ er sich
dem lächerlichen und barbarischenHumbug
der Aufnahme in eine geheime Gesellschaft
Knights of Pythias unterziehen.
.Die Wilt roc glaubt, sein Tod sei die
Folge des Ansnahmehumbugs in jene
Gesellschaft und hat gegen mehrere Mit
glieder derselben eine Klage eingereicht,
weil sie bei jener Aufnahme ihren Mann
so sehr schlugen, schleifte» uud beschädig
ten, daß er in Folge davon starb. Sie
verlaugt als Schadenersatz $100,000.
Ob Lamndrid wirklich in Folge des Auf
uahmehuinbugs in jene Loge starb, lassen
wir dahingestellt doch mochten wir fra
gen ob es nicht an der Zeit wäre, daß
die geheimen Gesellschaften ihre gassen
u
ben artigen Aufn a ch ausrourstcrcicn
einstellten, ?—Nur dummcGimpel können
in derartigen Narrheiten eine tiefe Be
deutung finden,
Harras, der kühne Springer ist „ge
boten" ivorden, und zwar in Cincinnati
von einem jungen lOjährgen Manne,
Namens Lesser der in einer FrontStraßen
Maschinenwerkstatt arbeitet. Es galt eine
Welte von .$20 und Lesser hat jcincWetlc
gewonnen indem er von der Hängebrücke
in den Ohiostnß aus einer Höhe von 103
Fuß hiiiabsprang. Man hielt der Vorsicht
wegen in der Nähe des Platzes ans dein
Flusse einige Boote bereit, um den kühnen
Springer aufzunehmen und ihm imNoth
falle sofort zu Hülfe zu kommen. Allein
er bedurfte der Hülfe nicht kerzengerade,
mit den Füßen nach unten, durchschnitt
er die grausige Strecke, traf mit denFiißcn
das Wasser und verschwand. Allein kaum
hatten sich die Wellen über ihm geschlossen,
als er auch schon wieder emporkam, un
verletzt und guter Dinge. Alles, was ihm
fehlte, roar eine kleine Verrenkung des
Arms. Aber nachmachen wird es ihm so
bald Niemand.
—„Wo ist der zwölfte ©es ch w o
rene fragte ein Richter im fernen Idaho,
als er nach Beendigung einer Pause be
merkte, daß nunmehr nur noch elf statt
der früheren zwölf Geschworenen anwe
send ivaren. Da erhob sich einer der ver
eidigten Gentlemen uud sagte im nnbe
faitgciistcit Tone von der Welt: „Ver
zeihen Sie, Richter es ist mein Nachbar
Ike Simmons, der sich ans dem Staube
gemacht hat. Ihn halten dringende Pri
vatgeschäfte ab dafür aber hat er mich be
auftragt, das Verdict für ihn mit abzu
geben."

St. Josephs Kathedrale ..... $286.88
St. Franz b. Sales, Newark $ 92.20
St. Patricks, Columbus $113.10
St. Mary's, Lancaster $175.00
St. Nikolaus, ZaueSville .... $ 60.40
St. Patricks, Junction City $ 45.00
H. Kreuz, Columbus $260.35
St.'Marienkirche, Columbus $128.00
St. Josephs, Circleville $100.00
St. Thomas, ZaurSville .... $ 58.00
St. Marienkirche, Pine Grove $ 50.00
Nativity Portsmouth $151.00
Belair $ 54.00
IlubcjT. Cmpfänqnip, Marges $ 36.50
Rev. H. Fischer $ 10.00
St. Mary's, Wilkesville $ 27.00
Sieb. Thom. D'Arcy .......$ 10.00
Unbefl. Empfängnis liable Co. $ 56.00
Sieb. D.I. illiiber $ 10.00
St. Michaels, Noble Co. .... $ 8.00
Holy Acdeemer, Portsmouth $103.00
St. John's, Logan $105.65
St. Patricks, For Settlement $ 18.00
St. Henry's Harrieisville •$ 17.00
St. Mary's, Beaver $ 42.00
St. Patrick's, Lcnthevluood ... $ 43.00
Siev. P. I. Hecry $ 5.00
•)ict. I. C. Golvschiuidt $ 10.00
St. diary's, Delaware $ 81.65
Malvern $ 36.00
St. Josephs, Jronton (vorläufig) $ 50.00
Lewis Centre, Delaware Co. $ 12.00
Cardington $ lit.50
St.. Peters, Wheelersburgh ... $ 17.60
St. Peters, Steubcuville .... $300.00
St. Johns, Scioto Co $ 13.40
Schwest. v. Notre Tame, Coluiub. $ 10.oO
Herz Jesu Kirche, Pomeroy ... $ U0.00
Durch Nt. Rev. S. H. Rosecrans $ 35.00
Durch Diel). D. I. Ml über $ 18.00
Rcv. (y. H. Ahrens $ 10.oo
Sieb. N. A. Gallagher $ 10.00
03. H, A ens, Procurator.
e n s 2 1 u n i a n s e i
i e U n w i s s e n e i i n

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