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Ohio Waisenfreund. [volume] (Pomeroy, O. [Ohio]) 1874-1953, September 09, 1874, Image 7

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in hohen Ehren gehalten, tmb fte mit
den Götzen desLandes zugleich angebetet.
Ferner wird erzählt die Einwohner der
Insel Cozumela in der Nähe von Jncata
pflegten nebst ihren Götzen auch- das
Kreuz anzubeten in der Provinz Chiapa
aber erzählen die vornehmsten und un
terrichtetsten Einwohner, nach alter Sage
des Landes Dinge, die unzweideutig be
weisen, daß hier einst vor undenklicher
Zeit die christliche Religion geherrscht ha
ben muß. Denn sie hatten einige Kennt-
11
iß von dem Geheimniß der göttlichen
Dreieinigkeit, von der Menschwerdung,
dem Leiden, der Auferstehung und Him
melfahrt Christi ob auch diese Geheim
nisse durch einige Fabeln verunstaltet
sind.
Wunderbar ist auch, was in der Ge
schichte von Mexico von der Spitze eines
überaus hohen Berges erzählt wird, die
in dortiger Sprache Metzillan, d. i. Berg
des Mondes, genannt wird. Noch heut
zu Tage sieht man auf der einen Seite
dieses Berggipfels ein uraltes Kreuz in
den Felsen eingehauen und mit verschie
denen kleinen, weißen und azurblauen
Steinen sehr künstlich verziert und der
oben genannte Pater Salazar versichert,
er habe diese Figuren mehr denn einmal
gesehen die Farben seien so lebendig
und so frisch, als wärt die Arbeit so eben
vollendet worden, und sie hätten eine
lange Reihe von Jahrhunderten hindurch
allen Winden und Wettern getrotzt. Auch
erzählt er die Einwohner derselben Ge
genden pflegten sich die Haare abzuschnei
den, und gleich den Mönchen sich eine
Krone um das Haupt zu scheren.
Franz Gomara, der eine Geschichte
von Westindien schrieb, erzählt im 35.
Cap. des ersten Bandes, die Spanier
hätten, als sie aus die Insel Acazamil in
der Nähe von Lu'cata gekommen, daselbst
viele»hölzernen und ehernen Kreuze auf
den Gräbern gefunden und dabei die
Vermnihung gehegt, es müßten zur Zeit
wo die Mauren Spanien inne hatten,
mehrere Spanier, um nicht in die Hände
der Feinde zu fallen sich auf das Meer
begeben haben und diese wären dann
von Sturmwinden an dies Land gewor
fen worden. Im 121. Cap. aber erzählt
der nämliche-Verfasser, in Peru pflegten
die Einwohner ihre Götzen mit Inseln zu
schmücken und ihnen Hirtenstäbe, gleich
den Stäben der Bischöfe in die Hand zu
geben, ohne daß sie den Grund dieses
Gebrauches anzugeben wüßten.
Pater Joseph Acssta, der viele Jahre
in Amerika lebte, erzählt im fünften
Buche seiner Geschichte, esv pflegten die
Peruvianer drei unter sich' vollkommen
gleiche Standbilder zur Ehre der Sonne
zu errichten, und sie näunten das eine
das Standbild des Vaters-Sonne, das
zweite das Standbild desSohnes-Sonne
und das dritte das Standbild des Bru
ders-Sonne. Dann hätten sie auch ei
nen Götzen, TangataNga genannt, den
sie drei in Einem und Einen in Drei
nannten. Ueberdies wäre bei ihnen eine
gewisse Nachbildung des Altars-Sakra
mentes, eine Art Buße und Beicht der
Sünden, Weihwasser, Taufe, Ehe, Ab
läffe und andere Schattenbilder des
Christenthums', worüber er vieles sehr
Denkwürdige spricht. Auch andere
Schriftsteller, die über Indien schrieben,
berichten, diese Völker hätten einige Kunde
von der allgemeinen Sündfluth sie
glaubten an die Unsterblichkeit der Seele,
an Belohnungen der Guten und Strafen
der Bösen nach diesem Leben, je nach
den Verdiensten- oder Mißverdiensten ih
rer Werke sie beteten, brächten Opfer
für die Verstorbenen, hätten Häuser gleich
Klöstern für Männer und Frauen, fa
steten, hielten gewisse Festtage und an
dere Dinge, die den Gebräuchen der christ
lichen Kirche ähnlich waren.
der Gesellschaft Jesu erzählt in einem
Schreiben aus St. Salvator in Brasi
lien vom Jahre 1549, es bestehe in diesen
Ländern die Sage, der Apostel Sanct
Thomas (Pai Zomo und auch Pai To
mo) sei daselbst gewesen und als man
einst Pfeile auf einen Gefährten dieses
Apostels abgeschossen habe, wären diesel
ben auf den Schützen selbst zurückgekehrt.
Auch zeigten ie Einwohner von Brasi
lien auf einem Felsen die Spuren und
Fußstapfen des heiligen Apostels, die der
Verfasser selbst gesehen habe. Das
Nämliche wird von vielen anderen Mssi
onären späterer Zeit bezeugt.
V o k s a o u n
San b", bas Herr v.Nathusius mQued
linburg herausgibt, äußert sich über die
Vorwürfe, die gewöhnlich ben Jesuiten
gemacht würden, in seiner 30sten Nummer
vom 29 Jnli 1874 in folgender Weise:
„Wir wissen ja, daß diese Vorwürfe be
sonders darin bestehen, daß sie den Satz
der Zweck heiligt die Mittel—zumGrund
satz machten, daß sie Fürstenmord und
Empörung billigten, den Gehorsam ge
gen einen Menschen so sehr zum Prinzip
machten, daß eine Sünbe dadurch auch
gerechtfertigt erscheine u. dgl. mehr. Da
bei ist nun 1) zu bemerken, daß erwiesener
Maßen Vieles davon gerade aus Miß«
verständniß, auf Unkenntniß ber katholi
schen Kirchensprache beruht. So ist ein
häufig bei ben jesuitischen Vorschriften
vorkommender Ausdruck die obiligatio
ad peccatum, d. h. auf deutsch für
das gewöhnliche Verständniß allerdings
zunächst „Verpflichtung zur Sünde" und
man hat daraus geschlossen, daß die Je
fuiten von ihren Oberen zur^Sünde ver
pflichtet werden könnten. Es beruht aber
auf einer falschen Uebersetzung jenes
obligatio ad peccatum* heißt in der
ascetischen Sprache der römischen Kirche
ganz einfach eine Verpflichtung bis zur
Sünde d.. h. die so entschieden gemeint
ist, daß ihr nicht-Halten zur Sünde wer
den würde. Dergleichen Mißverständnisse
ließen sich noch mehrere anführen.—Es ist
weiter 2) der Standpunkt für die Beur
theiluug häufig verrückt. Denkt man
sich in die Art der Jesuiten hinein, in der
sie die Gewissen zerreiben und aufreißen
(!!), so müssen in dem Leben eines solchen
Menschen und besonders für seinenBeicht
vater Fragen nach Recht und Unrecht
vorkommen, wie sie ein einfältiger (pro
teststantischer) Christenmensch gar nicht
versteht. Und man könnte sich denken,
daß es allerdings in gewissen Krankheits
fällen des Gewissens zur pädagogischen
Weisheit gehört, die Scrupel nicht durch
straffe Forderungen noch zu erhöhen. Doch
diese Fragen nach der Beichte sind ja
leider solche, bei welchen für den Prote
stanten die Fähigkeit zu folgen in etwas
aufhört. Aber aus eben diesem Grunde
würden gewiß manche der erhobenen An
klage» als auf Verkennitng des Stand
punktes beruhend zurückgezogen werden
müssen. Endlich ist noch 3) dies zu sa
gen, daß zwar kein jesuitisches Lehrbuch
je als irrlehrerisch vom päpstlichen Stuhle
verdammt ist, jedoch viele ihrer Sätze
mißbilligt sind die dadurch für den Or
den also ihre Geltung verlieren, und daß
auch der Ordensregeneral Aqnaviva aus
dem anstößigen Buche des Jesuiten Ma
riana viele Stellen zur neuen Auflage hat
entfernen lassen."
Es ist überhaupt ein erfreuliches Zei
chen, daß gerade die unsinnige Wuth, mit
welcher die nationalieberalen Blätter die
Jesuiten verfolgen, ernster gesinnte gläu
bige Protestanten von früher gehegten
Vorurtheilen zurückbringt.
o W a y n e I n 2 0 A u u s
Das Kinderstehlen scheintauch hier Mode
werden zu wollen, und Philabelphia wirb
bedeutenb Concurrenz gemacht. In dem
kleinen Dorfe Leo, wenige Meilen von
hier erbat sich am letzten Sonntag ein
kleines 11-jähriges Mäbchen von ihren
Eltern bie Erlaubniß in einem benach
borten Orte Verwandte besuchen zu dür
fen. Das Mädchen kaip nicht zur be
stimmten Zeit zurück und das veranlasste
den Vater, sich aufzumachen, um persön
lich nachzusehen. Es gelang ihm nicht,
etwas Genaues zu erfahren über den
Verbleib des Kindes nur brachte er in
Erfahrung, daß ein Ehepaar Namens
Thompson bi§ sich seit Kurzem in ber
Nähe des Dorfes umhergetrieben hatte,'
jetzt plötzlich unsichtbar geworben sei. Er
machte sich auf die Verfolgung, und traf
das Ehepaar in Antwerp. Ohio, unge
fähr 50 Meilen von Leo. Thompson
längnete Anfangs jede Kenntniß von
dem Aufenthalte des Mädchens, nach
kurzem Suchen fand man indeß dasselbe
ruhig schlafend in einem nahegelegenen
Hause. Das saubere Ehepaar wurde
dingfest gemacht, und hierher transpor
ts, um prozessirt zu werden. Es fehlt
jeder Schlüssel zur Erklärung ber Ent
führung.
W a s e i n u e v e a
Der junge Colon Hermann Schlautrnann
zu Sendenhorst in Westfalen war mit
seiner Frau kürzlich auf's Land gegan
gen es sollten vor dem Regen noch ei
nige Früchte eingeheimst werden. Da
sehen die Beiden, daß es im Städtchen
6$ennc und eilen in böser Ahnung heim,
finden ihr Haus in Flammen, man ist
mit dem Löschen beschäftigt. „Mein
Kind!" schreit die Mutter entsetzt. Sie
hatte ihr dreivierteljahr altes Knäbchen
in der Wiege zurückgelassen. Aber das
Haus brannte im Dach und an allen vier
Seiten. Keiner der Umstehenden, selbst
der Vater nicht ausgenommen, konnten
sich auf das Jammergeschrei der Mutter
zur Rettung entschließen. „Es ist ja doch
tobt" schrie man.
„Todt oder lebendig, mein Kind will
ich sehen," rief die Mutter, stürzte sich in
die Flammen, kam nach einigen Minu
ten, an allen Kleidern brennend, aus dem
Feuermeer, das Kind im Arme. Es schien
zwar erstickt, aber wer beschreibt die Mut
tersreude, als das Kind unter den Küssen
der Mutter die Augen aufschlug, während
Andere damit beschäftigt waren, die Klei
der der Heldenmutter zu löschen. Dann
setzte sie sich still auf den nahen Rasen,
unbekümmert um das brennende Haus,
und heiße Freudenthränen flössen auf das
Kind, das sie fest und fester an ihre Brust
drückte.
e e n i e e k s i e e
beus-Versicherungs-Gesellschaft ist eine
Klage aus folgendem Grunde anhängig
gemacht worden. Der in Stockbridge,
Mass., ansässig gewesene S. M. Cooper
erfreute sich stets der besten Gesundheit
und nur das Eine beängstigte ihn, daß
er gleich seinem Vater und Großvater
an seinem 41sten Geburtstag sterben
würde. Zwei Tage vor seinem Geburts
tage machte er sein Testament und Der
sicherte sein Leben in obiger Compagnie
für $5000, da ihn der examinirende Arzt
für vollkommen gesund erklärt hatte.
Tags darauf wurde Cooper krank und
den folgenden Tag starb. Die Com
pagnie weigerte sich den Betrag auszu
zahle«, da ihr Cooper von den in der
Familie herrschenden bestimmten Todes
tagen keine Mitteilungen gemacht habe.
I
n e O i e der Ohio-Mis
sissippi Eisenbahn in Baltimore trug sich
kürzlich eine ergötzliche Affaire zu, die
dem Schatzmeister der Bahn- Gesellschaft
beinahe theuer zu stehen gekommen wäre.
Ein Farmer hatte nämlich sechs Dollars
an Zinsen zu fordern und präsentirte den
ihm dafür gegeben Check dem Schatzmei
ster, damit dieser ihn Behufs Einlösung
im Auszahlungs-Depatement bezeichne.
Ohio Waisenfreu«d T*
Der Schatzmeister hat mehrere Checks
auf seinem Pulte liegen, denen er deiv
über $0 hinznsügte, worauf er sich für
einen Augenblick von seinemSitz entfernte.
Zurückgekommen, unterzeichnete er den er
sten der vor ihm liegenden Checks und
übergab ihn dem Farmer, der sich damit
in das Auszahlungs- Departement begab.
Achselzuckend wurde dem Farmer, von den
Zahlmeister erklärt, daß nicht so vielGeld
in der Kasse sei," was die biedere Land-
Pomeranze der Art entrüstete, daß sie mit
dem Check auf und davon ging. Alsbald
konnte man mehrere Clerks der Bahn
Compagnie in der Stadt sehen, die den
Farmer auf's eifrigste suchten. Allein erst
Tags darauf traf man ihn am Bahnhof,
als er gerade nach Hanse reisen wollte.
Und warum suchte man ihn so eifrig?
Der Schatzmeister hatte ihm ausVersehen
einen Check über $50.000 gegeben. Und
der Farmer hatte die Anweisung ohne
nur einen Blick darauf geworfen zugaben
in die Tasche gesteckt. Erklärungen er
folgten und der Farmer der sodann seine
$6 bekam, war darüber ebenso froh, wie
ber Schatzmeister, der ben Check über
$50,000 zurückerhielt.
Ein „Odd Fellow Bruder," der auch
einsah, daß „katholisch gut sterben" ist,
kehrte imHospital zuSt.LouisMo. kürzlich
zur katholischen Kirche zurück und trat
aus der Loge. Als er nun bald daraus
starb, ergab es sich, daß er dem Hospital
etwa $1000 in e'nem Testamente ver
mocht hatte. Das Gelb wirb von ben
Schwestern für Armen ttnb Kranke ohne
Unterschieb ber Religion unb bes Vater
landes verwendet. Dennoch sind die Odd
Fellows^inSt.Louis, die sich angeblich der
Menschenliebe befleißen, darüber in gro
ßen Aerger gerathen und die guten
Schwestern, die ihr ganzes Leben der
Krankenpflege widmen, werden in Zei
tnngartikeln arg verdrächtigt. In diesem
Falle zeigt sich wieder der ganzen Schwin
del Logenwesens.
aller Wuth ber Feinde Gottes hat die
katholische Kirche noch unter keinem
Papste in allen 1800 Jahren ihres Be
stehens solche Fortschritte gemacht als
unter der langen und glorreichen Regie
rung des jetzt regierendenden Nachfolgers
des Apostelfürsten Petrus. Man ersieht
dieses daraus, wenn man betrachtet, daß
Pius IX. bereits 17 schon bestehende
Bisthümern zu Erzbisthümern erhoben,
daß er fünf Bisthümer, die vorher ohne
Bischofsstuhl waren, zu solchen gemacht,
daß er 123 neue Bisthümer, 2 Sitze
nullius dioecesius, 3 Apostolische De
legationenen 26 Apostolische Vtkariatc
und 12 Apostolische Präfccturen geschaf
fen hat. In allem macht dies 188 spi
rituelle Territorial-Erobcrungen.
Die katholische Kirche ist
bestrebt, auch in N o w e e n festerem
Fuß zu fassen und beginnt mehr und mehr
Grundeigenthum zu erwerben. So mel
bete erst kürzlich wieder ein Stockholmer
Blatt, daß in Troudheim ein Franzose
Namens Claudius Dnmabut —ein Prie
ster und Agent ber katholischen Propa
ganda ein größeres Grundstück im
Werthe von 39,000 Kronen zum Baue ei
ner katholischen Kirche oder Kapelle er
standen hat.
—„F orts chrittliche" Päbag o
e n. Die Deutschen Lehrer ber konfes
sionslosen Schulen dieses Landes beschlo
ßen in ihrer diesjährigen General-Ver
sammlung in Detroit die Errichtung ei
nes Deusch- Amerikanischen Lehrer-Se
minares, mit dem bezeichnendenZusatzar
tikel: daß kein Geistlicher in diesem Sc
minor alsLehrer angestellt werden dürfte'
Weise Pädagogen

Pater Emmanuel Nobrega, Priester
a s o e st a n i s ch e
o z a e V e s o u n i

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