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Ohio Waisenfreund. [volume] (Pomeroy, O. [Ohio]) 1874-1953, December 16, 1874, Image 1

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Wochenschau.
(Inland.)
Unser Congreß in Washington ist wie
der versammelt und die gewöhnliche
Jahresbotschast bes) Präsidenten wurde
ausgegeben. Da der Stern des Präsiden
ten Grant am Sinken ist, so hat der In
halt der Botschaft, die ziemlich lang ist,
keine besondere Bedeutung.
Deu Boden unserer ^freien Nepublick
hat zum ersten Male ein regierender Kö
«ig betreten, geflüchtete und verjagte
Könige sind hier schon mehrere gewesen.
Dieser regierende König, der sich äugen
blicklich in Washington befindet, ist Ka
lakana, König der Sundwichtinseln,
lieber St. Francisko undChicago ist der
selbe nach Washington gereiset, um sei
neu großen und guten Freund' Grant zu
besuchen.
N e w O e a n s 7 e z e s e n
Abend wurde hier die Nachricht verbreitet,
daß bewaffnete Haufen von Negern auf
dem Wege nach Vicksburg seien, um dort
vom Court-Haufe Besitz zn'nehmen.
N e w O e a n s^ 7. Dez. AusVicks
biurg wird gemeldet, daß heute Morgen
mittelst der Glocken AlarmzeickM gegeben
wurden, um die Bürger vor der drohend
den Gefahr zu warnen. Die Geschäfts
Häuser wurden geschlossen und die weißen
Bürger traten unter die Waffen. Abthei
hingen demselben marsch irten den
Aufständischen auf den verschiedenen
zu der Stadt führenden
Straßen entgegen.
Das Court-Haus ist im Besitz von
Weißen und Negern. Der Sheriff ist
gefangen. Es herrscht grpße Aufregung
e w v a n i, '7. Dez. Eine
Spezialdepesche des Bulletin aus Vicks
burg meldet: Siebenhundert Neger grif
fen heute Morgen die Stadt auf drei
Straßen an. Sie wurden durch bie Bür
ger mit einem Verlust van 25 Tobten und
Verwundeten zuxWgefchlygeu. Von den
^eqei'H wurden vierzig gefangen. Die
Weißen hatten einen Tobten itnb zwei
.Verwundete. Der Angriff wurde zu dem
Zwecke gemacht, um.den farbigen Sheriff
Crosby, welcher zur Einreichung der 9te
fignation gezwungen wurde, wieder in
sein Amt einzusetzen, Crosby hatte keine
Amtsbürgschaft geleistet. Die Negyv in
den Landbezirkcn sollen mehrere Häuser
iiiedergehr(ipt Wen.
i sb g,8.Dez. Diehier.stattge
haöjen Kämpfe sind 'dadurch ^entstanden,
daß die Bürger unter anderen Beamten
auch die Amtsniederlegung des farbigen
Sheriffs Crosby, verlangt hatten? und
welchem Verlangen deMb^ noch glöm
men tvgr. HZ Grund ihre? Verlangens
hatten d^e Bürger erklärt, daß nachdem
Moy so^viele Betrügereien vonStadt-unh
^öunty-Beamten vorgekommen, es w
thiimlich sei, den Sheii^ Wlch?r keine.
Burgen gestellt haue, zu einer Zeit
lUx'ch ferner im ^mte zy lassen, wenn die
Steuer ahluy,g^n ihren Anfang nehmen.
Sheriff Hrosby kam der Anforderung
nach vnd unterzeichnete c\ii? Designation,
soll aber in Per^indi^ng mit Gouverneur
Ametz d.ic'S.aviitgen 'aufgefordert haben,
jp mit bKa^nöter Hand w^eip iq's
m\\ einzusetzen ph WlM angegeben, daß
Herausgegeben zun» Besten eines Waisenhauses für die Diözese EoluinbuS, O. Erscheint wöchentlich. Preis bei Vorausbezahlung für ein Jahr $l.ßO.
ein Aufruf zu diesemZwecke amSonntage
in den Kirchen der Farbigen verlesen
worden sei. Die am Montag auf die
Stadt marschirenden Neger kamen von
allen Richtungen des County's und ist es
nur dem vereinten Wirken der weißen
Bürger zu danken-, daß die Stadt vor
drohendem Unheile bewahrt worden ist.
Sheriff Croby und die anderen Gefan
genen werden streng bewacht und sind
Maßregeln getroffen, um einen erneuer
ten Angriffes-Ve^fuche der Farbigen so
fort begegeuett zu können. Der heutige
Tag ist soweit ruhig verlaufen.
V i k s u 9 e z i e A u e u n
läßt nach und das Geschäft wird allge
mein wieder aufgenommen. Bewaffnete
Negerbanden versammeln sich, wie ge
meldet wird, an verschiedenen, mehre
Meilen von der Stadt entfernten Orten.
Einige Weiße sind noch immer unter
Waffen nnd die Zuginge zur Stadt wer
den streng bewacht.
i
n i n n a i, 9. Dez. Der „Times"
wird aus Vicksburg telegraphirt, daß in
dem 10 Meilen von dort gelegeuenSnyder
Bluff gestern Abend der Kampf zwischen
mehreren hundert Negern und vierzig
Weißen wieder erneut wurde.
Es wurde ein Courier nach Vicksburg
gesandt, tint Verstärkungen herbei zn ho
le», welche in größter Eile abgesandt wur
den. Es fand dann ein Scharmützel statt,
in welchem vier Neger getövtet und drei
verwundet wurden, worauf die übrigen
flohen.
N a s v i e, Tenn., 8. Dezbr.
Nach einem ans-Corinth in Missouri ein
gelaufen Spezial-Telegramme hat da
selbst gestern Nachmittags l-£ Uhr in der
Tishomingo Sparbank ein frecher Raub
stattgefunden. Vier.Muher nahmen dem
Präsidenten die Schlüssel ab und brachten
ihm zahllose Wunden mit Messern bei,
worauf sie $5000 in baarem Gelbe und
Diamanten und Uhren in gleichemWerth
stahlen. Der Sheriff machte sich mit ei
nigen Leuten auf ein? Verfolgung ber
Räuber auf.
I
n a k e s e n n s y v u i a
starb unlängst Elisha Robinson mit Hin
terlassnng eines Vermögens von einer
Million Dollars. In seiner letzten Wil
lensverordnnng verfügte, er, daß feine
Hinterlassenschaft unter die Glieder feiner
Familie in gewissen, von ihm näher be
stimmten Summen vertheilt werde. Dte
sen Legaten fügte er jedoch' die Bestim
mung bei daß wenn einer der von ihm
Begütigten in irgend einer Weise Zei
chen der Unzufriedenheit über die von
ihm gemachten Verfügungen kund getiqn
sollte, das demselben bestimmte ^egat den
sämm'tlichen übrigen E^hen zu gleichen
Theilen zufatzen solle. Es ist wohl nicht
nMH zu berichten, daß die Erben nur
Gutes' von dem Verstorbenen zu' sagen
wußten nnd mit dessen Verfügungen jiher
seine zeitlichen Güter vollMnbig einver
standen waren.
i o ck, 10. Dez. Die Little
Nock unb ^ort Smith Eise'nb^h^
heute, auf gerichtliche^ W'^o versteigert
und von dch HnhMy) der ersten Hyo
Mken Wr eine Million Dollars ange
rauft.
Wochenschau.
(AWland).
I
n e K i e e e n i s a k
gegen die katholische Kirche führt, hat er
bis jetzt auch noch ganz und gar nichts
ausgerichtet. Alle feine Anschläge sind zu
Schanden geworden. Bischöfe und Prie
ster wandern lieber in's Gesängniß und
iii die Verbannung, als daß sie nach der
Pfeife Bismarks tanzen und den heiligen
katholischen Glauben verläugueu. Darob
ist nun der Reichskanzler natürlich er
grimmt und es steht zu befürchten, daß
der arme Mann noch ganz in Raserei
verfällt. Man lese nur wie ohnmächtig
Bismark im Reichstage am Wüthen war:
e i n, 4. Dez. Heute wurde im
Reichstage ein Schreiben des Reichskanz
lers Fürsten Bismarck verlesen, in wel
chem er im Namen des Kaisers und in
Gemäßheit mit den Entscheidungen' des
Bunbesrath.es erklärt, daß die Summe
für die Unterhaltung der deutschen Ge
sandtschast beim Vatican aus dem Biid^
get gestrichen wurde.
Auf eine Versicherung des Herrn Jör
gen hinweisend daß Knllmann ein
Wahnsinniger sei, sagte Bismarck: „Er
war kein Wahnsinniger. Ich begreife,
boß Sie keine Gemeinschaft yiit Kallmann
haben wollen, jedoch er hängt sich fest
(in Ihre Rockschöße, Ich fragte Kullmann
warum er mich tobten wollte unb er ant
wortete „Der Kirchengesetze wegen unb
weil-Sie meine Partei heleidigten." Ich
fragte welche Partei, unb er antwortete:
„Das Centrum ober bie Ultramontanen."
(Großer Tumult in ber Kammer.)
Sie mögen Kullmann von sich stoße»,
nichts besto weniger gehört er zu Ihnen.
(Lange auhaltenbe laute Beifallsbezeu
gütigen, unb nachbem bieje aufgehört hat
ten, ertönten bie Rufe Pfiii, Pfui vo»
bett 93äiifeil der Centrumspartei.) Der
Präsident erklärte diese Ausrufungen für
tinparlamentarisch unb Bismarck sagte:
„Ich ha
he |ein Recht solche Ausrufun
gen zy fabeln. Pfui! ist ein Ausruf bes
Mißfallens tttib ber Verachtung. Mir
selbst siiib solche Gefühle nicht fremd,, je
boch hin ich zu hystich, UM denselben
Ausbruck zu verleihen,
Herr Winbhgrft sagte hierauf, Bis
marck HM in ber Rebe, welche er nach
dem Men tat Kallmann's in Wsingen
von bem Bal^yn bes Ho^eN gehalten,
baS.Signal zu einem auf das
Centrum gegehen, Es sei unrecht, eine
Partei gMK W anbere aufzureizen.
Die|eUi.(u trieben ohnebies einem Kriege
entgegen.
Bismarck wies biese Bcschnlbigung zu
rück und wies auf bie fortwährende«
Aufreizungen ber uUrowenttpert Presse
unb auf bie Ereigniffe hin, welchezu bem
Attentate Ku^mann's führten. Dann
fügte'er hinzu: „Wenn ich bie Hylfte Wei
sen glaubte, was bie tiltrft\yp»i&wu Zei
tungen gegen mich sWn, weiß« was
ich tMU\"
Lfisftr erklärte, die Bemerkungen
Winbhprft's tu Bezug aus bie Aufreizung
zum Kriege, als eines Volksvertreters un'
würdig, wofür er vom Präsidenten ziu
Ordnung gerufen wurde.
Der Kultusminister- wird dem preu
ßischen Landtage den Entwurf eines Ge
setzes bezüglich der Staatsaufsicht über
die Vermögens-Verwaltung der katholi
schen nnd evangelischen Kirche," sowie den
Entwurf eines Gesetzes über „die Venval
hing des Ortsvermögens katholischer Ge
meinden durch gewählte Kirchenvorsteher
und Gemeindevertreter" vorlegen.
i e 23. Nov. In der neuesten
Nummer desAmtsblattes erläßt der könig
liche Ober- Procuratur einen Steckbrief
gegen nicht weniger als zwölf Geistliche,
deren jetziger Aufenthalt unbekannt ist.
e i n 9 e z e u e e a n n i e
Verhandlung des Prozesses gegen bat
Grafen von Arnim. Das Gerichtszimmer
war bicht gefüllt ltiiböO, verschiebenen?!a
tionalitäten angehörenbeZeitungsbericht
erstatter waren anwesenb. Richter Reich
verfiinbete, derGerichtshof Habebeschlosjen
daß die Verhandlungen bis aus das Ver-
lesen von Dokumeuteu in Bezug auf die
Kircheupolitik der Negieruug, öffentlich
sein sollen. Der StaatSanwalj! verlas die
Anklageschrift, welche den Grasen beschul
digt, seinen Posten verlassen zn haben. In
derselben wird ferner ausgeführt, daß Fürst
Hohenlohe, als er benGesanbtschaftsposten
in Paris antrat, nach genauem Suchen
fattb, baß eilte große Anzahl von Doku
meuten aus de« Archiven fehlte. Diese
Dokumente theilt bie Anklage in brei Ka«
tegoriett. Erstens in solche, von benei«
ber Graf zugibt, baß er sie genommen
ii»b später wieber zurückgestellt hst zwei-«
tens in solche, welche ber Graf genommen
zu haben bekennt, unb welche er inbem
er sie als sein Privateigenthum betrach
tet, auszuliefern verweigert, unb britteM
in solche, von denen er vorgibt, keiine
Kenntnis zu haben.
K a s u e 2 0 N o v I n a u e r
bischofsheim beherbergte bie letzte» Tage
bas Amtsgefängniß brei Priester, wel^o
wegen unbefugter Crjheilung von Neli-
gionsnnterricht jo eine 24stünbige Arrest
strafe abzusijien hatten. Wie man hört,
würbe donselben bei th^er Entlassung mit
getheilt, baß bei fernere« Uebertretuttg
bes Gesetzes auf ihre Koste« je ein Gens
b'ctrtn in die betreffenden Orte gelegt
werde mit dem Auftrage, den Eintritt
der Aesite-nten in die Schule zu DexhiN».
dern,
o n o n 9 e z e e a s
welche heute Nachmittag in der hiesigen
Sternwarte aus Indien eintrafen, melden
daß die Beobachtung des Transits der
Venus vom beste» Erfolg gefrönt wurde
und daß über 10,0, photographische Bil
der deWben angefertigt worden sind.
Per Transit der Venug würbe Heute
in Cairo unb Suez beobachtet. Die groß
artigen '.Beobachtung win Theben (Egyp
ten) waren sehr erfolgreich.
Iyt Shangai hinderte das trübe We^
tcrVie Beobnchtnng des Transits.
N a a s a k i a a n 9 e v i e
Lonbon. Die Beobachtungen des Venus
Durchganges an dich^ Plche waren
durchaus erfolgreich^
e e q. iL Die Beobach
tnna Durchgang des Be:ms war ai*
Py-nkje sehr erfolgreich.

Jahrg. Pon»eroy, K. den 16. Dezeniber 1874. No. 86.

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