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Ohio Waisenfreund. [volume] (Pomeroy, O. [Ohio]) 1874-1953, June 09, 1875, Image 4

Image and text provided by Ohio Historical Society, Columbus, OH

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4. Ohio Waisenfreund.
Herausgeber: Rev. I. Jesfing.
Pomeroy, den S. Jnui 1873.
für die Diözesen Cincinnati, Columbus Fort
Wahne, Covington, Detroit und Cleveland.
S. 13. Juni Antonius v. Padua.
M. 14. Basilius, Bischof.
D. 16. Johannes, Bek.
M. 16. Binzens Ferrer, Bek.
D. 17. Stanislaus, Bisch., Mart.
F. 18. Isidor, Farmer.
S. 19. Juliana, Jnugsr.
Alle Briefe, Bestellungen, Slnfiagen, Corre-
«»ondenzen, Geldsendungen ic. adressire man an
Re?. Joseph Aefstng, ?omeroy, MeigS Co. O.
J®" Alle Briefe, welcke das Waisenhaus betreffen,
sind zu adressiien:
Prowers o St» Kxancis, ?omeroy, H.
Der Ohio Waisenfreund
toitb herausgegeben zun« Besten des Pomeroy
Waisenhauses für Knaben, welche Anstalt zum
größten Theil von diefein Blatte abhängig ist.
Da die Zahl der verlassenen Knaben groß, das
Pomeroy Waisenhaus aber beschränkt und arm
ist, so bitten wir alle Menschenfreunde, diese
Anstalt durch Annahme eines der folgenden
Vorschläge zu unterstützen
1) Jeder, der unS $25.00 baar einsendet, dem
schicken wir den „Ohio Waisenfreund" jede
Woche, so lange er lebt. Diese lebenslänali
chen Abonnenten werben als Stifter deö Wai
senhauses betrachtet und wird,,so lange die
Anstalt besteht, täglich für sie gebetet.
2) Wer uns $10.00 baar einsendet, dem schi
cken wir den „Ohio Waisenfreund" 10 Jahre
lang jede Woche.
55) Wer auf keinen diesex Vorschläge eingehen
wtll, den bitten wir, uns* jetzt einen einzigen
Dollar zu senden, denn wenn alle Abonnenten
uur dieses thäten, so würde die Anstalt fast
schuldenfrei sein.
A oir
Prämien.
Jeder Abonnent, der für den „Ohio Waisen
freuitt"$i.so bezahlt, kann gegen Nachzahlung
*,c solgende Prämie erhalten:
Allelujah.' Katholisches Gebetbuch von
Dr. F. Kaulen, in bequemem Taschenfor
u'at, gut gebunden, mit echtein Goldschnitt und
Titelbild, 700 Seiten stark. Der Ladenpreis
dieses trefflichen Gebttbuches ist $1.20. Die
Abonnenten des „Ohio W.chsenfrcnnd" erhal
ten das Buch portofrei für nur 60 Cents.
3um Besten der Waisen
Erkaufen wir gegen baare Bezahlung
Juwelen und Schmucksachen.
Diese Schmucksachen sind e ch a o v l" a
*7 «nv es verwundert sich Jeder, der mtfere
Schmvcksachen gesehen hat, über die feine Ar-
btu mb
dm billigen Preis. Jn kcinnn Ju-
S
AV,tonV"f" 1° billig Schmucksachen
raufen als vom Waisenfreund. Wir versenden
dieselben durch die Expreß und garontiren den
n i e n E a n W e a u e i n a 5
etiict von unseren Schmucksachen bestellt,
dem senden wir noch ein Stück-mehr, das die
Kosten ber Erpreß deckt.
Wir haben jetzt folgende Gegenstände zur
Beriendung vorräthig:
nicflt
5
Armbänder, das Paar *3
00
Charmö,Glaube, Hoffnuug und Liebe
darstellend, das Set „n
Andere Charme j'00
Fingerringe, das Stück i'oo
Ohrringe, das Psar ,f00
Kreuze fur Damen, das Stück 1 00
Brustnadeln fur Herren, mit Kreuzen
und andere, das Stück
00
«chloßchen oder Lsckets, das Stück i'00
Bronchen fur Damen, das Stück 100
«tubs fur Herren, das Set i'00
Stück u"o*
i gegenstände haben den vollen Werth
manche kosten anderswo das doppelte und drei
fache unserer Preise. Bei Einsendung der Be
stellungen gebe iiiai, genau an, was gewünscht
führen
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Bestellung genau aus-
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"llennfcrc ivfci' mnl imch Pv.
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schon mehrmals in uns
aufgestiegen. Zwar haben wir erst 1° Waisen
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ausbleiben wird. Aber Tausende von

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unfern W^se^^e.v°n
«lefchcnW, wir hoffen aber, daß diese noch nach.
tläglich dein Waisenfreund intfci: die Arme
greisen und ihr Scherfleii. einsenden werden.
Gerade diese sollten einmal unsere frischen fröh
lichen Buben sich ansehen können. Vor Freude
und WeHmuth würde ihnen sicher das Herz int
Leibe lachen. Wehmüthig wird der gefühlvolle
Meusch gestimmt, wenn er eine Anzahl Kinder
betrachtet, die keine Heimath, keinen Vater,
keine Mutter haben, die für sie sorgen könnten.
Aber wenn and) unsere Waisenknaben keine el
terliche Heimath haben, so haben sie doch jetzt
im Pomeroy Waisenhause ein Asyl, das nicht
besser sein könnte. Unter dem Schuhe der christ
lichen Liebe und unter der vorsorglichen Pflege
der guten Franziskaner Brüder haben diese ar
men Knaben in Pomeroy Alles wieder gefuu
den, was sie verloren hatten. Kleidung, Nah
rung und Erziehung erhalten sie hier aus eine
musterhafte Weise. Und in den Stunden des
Spieles und der Erholung da treibt sich unsere
liebe Jugend munter aus dem Spielplane her
um. Diese frische fröhliche Kuabenschaar kennt
keine Sorgen, 'soll sie auch noch nicht kennen,
aber wir kennen-sie desto besser. Lieber Leser!
Du weißt schon, was ich meine. Jeder nehme
dem Waisenfreund ein Stückchen Sorge ab,
greift in cue*- Pocketbuch, viel braucht's nicht zu
sein, aber wer bisher noch nichts gab, der schicke
dem Waisensrenndc eine Kleinigkeit für die
Waisen. Stelle dir einfach vor, du wärest hier
gewesen um die Waisen zu besuchen, ohne Gabe
'würdest du doch nicht fortgehen. Sende denn
nun die Gabe doch, obwohl du nicht hier wärest,
denn der Waisenfreund kommt ja jede-Woche
zu dir ins Hans. Du magst ihn nur aus
schelten, als argen, zudringlichen Bettler, das
läßt er sich schon gefallen, wenn du nur seine
armen Waisenknaben nicht vergißest.
Preußische Tyrannei.
Or'.ginal-Correspondtnz des „Ohio Winsens reu» des'
s s e o a i
So oft ich das Wort Mai niederschreibe,
steigt ein Meer von Blumen vor meinem Geiste
auf, und selbst im Winter kommt es mir vor,
als ob mein Zimmer von Gelbveiglein, Reseden
und Maiglöckchen dufte. Jetzt braucht sich
meine Phantasie nicht anzustrengen, denn ich
schaue von meinem Studiertische 'in den blü
henden Garten hiuab, brauche nur den Kopf
ein wenig zur Seite wenden. Aber, obschon ich
»litten in die lachenden Blumen hineinschaue,
so ist es mir doch noch in keinem Maimonat so
weh um's Herz gewesen. Ursache dazu ist ge
nug vorhanden. Allenthalben worden ja jetzf
die Pforten der Klöster gesprengt, und man
fragt nicht darnach, wie viel Gutes die Schwe
stern und Brüder gewirkt haben. Der Haß ge
gen Alles, was ein geistliches Gewund trägt, ist
so groß, daß man alle die Wohlthaten, welche
Mönche und Nonnen dem armen Menschenge
schlechte erweisen, leichten Herzens vergißt.
Mit meinen Augen habe ich gesehen, wie die
barmherzigen Schwestern auf den Schlachtfel
den, wirkten. Unter Blut und Kugeln habe ich
damals oft gedacht, der Staat'müsse diese En
gel des Trostes für alle Zeit hoch halten und
verehren, und was ist nun gefolgt!
Die Krankenpflegerinnen haben allerdings
noch einige Zeit, weil man ihrer bedarf, aber
da sie sich selbst sagen, daß sie von Tag zu Zag
ans dem Sprunge stehen müssen, so machen ih*
rrr viele schon jetzt Anstalt, freiwillig ihre Amte
zu verlassen.
In unserer nächsten Nähe, in der Vorstadt
Derendorf, ist ein Waisenhans für Mädchen,
welches von Schwestern geleitet wird. Eine
fromme Dame, welche später selbst ins Kloster
trat, vermachte dieser Anstalt oder vielmehr
dem Orden ihr ganzes Besitzthum, und die
sämintlichen Waisenmädchen der Stadt fanden
hier ihr Unterkommen und wurde» zu braven
und brauchbaren Menschen herangebildet.
Wie unverdrossen sie auch wirkten, so konn
ten sie doch den Folgen des Kulturkampfes nicht
entgehen. Gestern verkauften sie ihr gesamm
tes Besitzthum und harren nun der Tage, wo
sie aufgelöst und zerstreut werden.
In unserer neuen schönen Dominikflnerkirche
gibt es nur noch linen Mönch, der getreu
aushält, doch auch ihm wird bald die Stunde
schlagen.
Die Klarissimien haben ebenfalls ihr Kloster
verkauft und die Franziskaner sind eben im Be
griffe, zu Geld zu machen, was sie noch besitzen,
um ihren Wanderstab nach eine», gastlicheren
Lande zu richten.
Die armen Dicnstmägde Christi
in Stadt und Vorstadt hungern, weil ihnen mit
dem Verbote des Unterrichts jeder Erwerb ge
nommen ist, und die Schwestern vom guten
Hirten sehen mit Bangen der Stunde entgegen,
wo sie ihre Thätigkeit einstellen müssen das
selbe ist mit den Schwestern der Fall, welche
die Knaben-Waisenanstalt leiten.
Die Ursulineriunen haben den Unterricht schon
vor längerer Zeit einstellen müssen, und esgentlich
unberührt sind nur «och die Schwestern vom
Kreuz wegen der Krankenpflege. Nun hat un
ser großes .schönes Marienhospital ebenfalls
Schwestern als Leiterinnen und Krankenpflege-
rinnen, und ich habe bis jetzt noch'keinen rechten
Begriff davon, was mit ihnen geschehen wird.
Woher sollen da die wonnigen Maigefühle
kommen!
Glücklich ihr in Amerika Ihr könnt doch die
Kranken Pflegen, ohne daß man Euch ein Ver
brechen daraus macht.
Es spukt auch wieder eine Attentatsgeschichte
und die Geistlichen sollen Schuld daran sein.
Wie weit haben wir noch bis zu Robespierre?
Es sind uns in der Ickten Woche mehrere
„Kulturkämpfer" Zeitungen und Zeituugsaus
schnitte von bekannter und unbekannter Hand
zugestellt worden. Da ist zuerst ein arges
Spottgedicht mit der llcbcvichvifi: „das schär
lnchrothe Thier", dessen Vcifassec P. A. Möl
ling heißt. Dieser erbärmliche Kerl scheint
halb rasend geworden zu sein über die That
sache, daß es nun auch in unserin Lande einen
Cardinal gibt. Wie ein Ochse wüthend wird,
wenn man ihm einen rothen Lappen vor die
Augen hält, so ist es auch diesem Knüttelvers
dichter'ergangen. Wir bedauern den armen
Kerl und noch mehr bic dummen Leute, die
Zeitungen mit solchem Blödsinn und Wisch
wasch bezahlen und lesen. Wir begreifen üb
rigens nicht, warum der Mölln,g nicht dieses
freie Land verläßt, nach Berlin geht und dort
dem Bismarck den Staub von den Stiesel»leckt.
Eine ganz andere Kulturkämpfen,, ist die
„Belleviller Bettung", deren Nummer vom 27.
Mai uns vorliegt. In einen, Leitartikel dieses
Blattes wird die Andacht zun, allerheiligsten
Herzen Jesu geradezu verhöhnt. Aus der gau
zen Schreiberei geht klar hervor, daß dje Belle
viller Zeitung über diesen Gegenstand blindlings
in. Dunkeln tappt und keinen Begriff 'davon
hat, was eigentlich die Herz Jesu Andacht ist.
Der Zweck des ganzen Artikels ist nicht die Be
lehrung der Leser, sondern Verspottung der ka
tholischen Religion. Da Belleville ein solches
Hetzblatt besitzt, wundert es uns gar nicht, daß
man dort vor einiger Zeit den latholischen Prie
ster erschießen und die Kirche verbrennen wollte.
i
Unser Hochwürdiger Freund, Rev. A.
Schweninger inCineinnatischeint dieZielscheibe
verläuindrischer Menschen gewesen zu sein, so
daß fcer Hochwürdigste Herr Erzbischof eine
Erklär,lug abgab, welche die gegen den genann
ten Hern, ausgestreuten böswilligen Gerüchte
vernichten mußten. Auch die Vorsteher der St.
Ludwigs Gemeinde veröffentlichten eine Ehren
erklärnng ihres Pfarrers. Welcher Art die ge
gen Vater Schweninger verbreiteten Verläum
düngen waren, geht aus eiuer anderen vo» ihm
selbst veröffentlichten Erklärnng hervor, der wir
folgenden Passus entnehmen. Vater Schwen
inger sagt: „Wer sich eingebildet hat, daß ich
mich für eine Faree, wie den Altkatholizismns
begeistern könne, hat sich gründlich getäuscht.
Wem Parteileidenschast nicht beide Äugen der
Logik ausgebrannt hat,.kann doch höchstens mit
leidig die Achsel zucken über das Gebahren von
Leuten, welche sich in Wort und Schrift zur
unfehlbaren Lehrautorität der Kirche bekannten,
nnd erst dann eben diese Lehrautorität der Kirche
verwarfen, als dieselbe sich nicht allerunterthä-
11
ig ft vor de», Dünkel dieser Herren beugen
wollte und konnte. Eine solche iiuonsequeittc
Gelehrten-Eaprice muß nolhwendig im Sande
verlausen, und kein gesunder Geist kann für die
selbe auch nur einen Augenblick Partei nehmen.
Ich werde bis zum letzten Hauche meines Lebens
der tiirche treu bleiben, welcher ich seit Jahren
nicht aus materiellen Beweggründen (denn die
materiellen Vortheile sind wahrlich nichts we
niger als glänzend für einen katholischen Prie
ster), sondern aus innerster Ueberzeugung an
hange, und werde mich stets und unter'allen
Umständen der höheren Autorität, welche ich
in ihr anerkenne, frei und freudig juntivluerfcn.
„Ich fühle mich," um einen Ausdruck des Höchte.
P. Roh zu gebrauchen, „in dieser Fessel frei, wie
ein Vogel in der Luft."
E i n u n k e n o i n e i s e
E e. Am letzten Donnerstag waren wir Zeuge
eines traurigen Austritts. Eiu in gemischter
Ehe lebender Jrländer, der schon jahrelang sich
zu gewissen Zeiten bis zur Raserei vollgesoffen
hat, auch schon einigemal. Anfälle von Säufer
Wahnsinn gehabt hatte, sonst aber in seinem
Gcschäfte im nüchternen Zustande ein guter und
geschickter Arbeiter ist, machte einen Selbst
mordversuch. Er nahm ein Messer, um sich
den Hals abzuschneiden, brachte sich aber eine
wohl nicht gefährliche Wunde in die Gunjel
bei. Seine nicht katholische Frau ka», athem
los, um das schreckliche Ereigniß zu melden.
Wir waren denn auch sogleich bei dem sein
wollenden Selbstmörder. Er stand ausrecht in
seinem Hanse, seine Kleider und der Boden wa
ren mit Blut bedeckt, das aus einer Wunde am
Halse kam. Er war u,,fähig zu sprechen, we
nigstens schien ihn der Versuch zu schmerzen.
Auch das Sitzen oder Liegen schien er nicht
aushalten zu können. Ein Arzt hat die Wunde
verbunden und dann ist der Mann in die Jail
geschafft Ipordeii. Die Trunksucht ist die
hauptsächliche Ursache dieserderzweifelten That.
Viele Male hat der Mann seiner Frau, seinen
Bekannten und uns in Gegenwart vieler Zeu
gen Besserung gelobt, aber seinen Vorsatz eben
so regelmäßig nach kürzerer oder längerer Zeit
gebrochen und sich wieder dein Vollsaufen zu
gewandt. Zu jenen Zeiten, wenn er nicht un
ter der Gewalt des Saufteufels stand, war er
bestrebt, feine Pflichten als Familienvater und
als Christ zu erfüllen. Hatte er aber das für
ihn gefährliche Getränk geschmeckt, fo konnte er
ganz rasend und wild werden. Nur die Reli
gion übte noch einigen Einfluß auf ihn, denn
so lange er die Kirche besuchte, trank er nicht.
Hätte mm dieser Mann sich stets dem heilsa
men Einflüsse der Kirche unterworfen, hätte er
gelebt wie ein katholischer Christ es thun soll,
so wäre all das Unheil, das er über seine Fa
milie seit Jahren brachte, nicht eingetroffen.
Aber um das thun zu können, hätte er eine ka
tholifche Frau haben müssen. Die gemachte
Ehe war ihm die Veranlassung, daß er seine
religiösen Pflichten vergdß und dieses wieder
war die Ursache, daß der Saufteusel ihn so arg
in seine Gewalt bekommen hat. Wir bedauern
die unglückliche Familie von ganzem Herzen
und haben diese hier allbekannten Thatsachen
zur Warnung für junge Leute hierher gefetzt,
daß sie sich hüten mögen vor gemischten Ehen
und vor dein Vollsaufen.
Eine pädagogische Zeitschrist.
Wir haben früher den Wunsch ausgesprochen,
daß eine Zeitschrift: Wochenblatt, Monatsblatt
oder^Vierteljahrschrift erschdinen möge in, In
terete unserer Schulen, des Unterrichts und der.
katholischen Erziehung. Der große Nutzen, der
für unsere deutschen katholischen Schulen aus
einer solchen streng fachwissenschaftlichen und
für unsere amerikanischen Verhältnisse berech
neten Schulzeitung hervorgehen müßte, kann
nicht geläugi'.et werden und es ist unser frühe
rer Vorschlag von öffentlichen Blättern wie
durch Privalbriefe uns als ein sehr zeitgemäßer
bezeichnet worden. Der Ohio Waisenfreund ist
nun im Jutersse der katholischen Jngcnderzic
huug nicht abgeneigt, eine katholische pädago
gische Zeitschrift herauszugeben. Ehe wir aber
das Unternehmen beginnen, möchten wir wissen,
ob dasselbe auch die nöthige materielle und gei
stige Unterstützung im ganzen Lande finden
wird. Wir ersuchen deßhalb alle Priester und
Lehrer, sowie andere Personen, die sich für die
Erziehung unserer Jugend im Geiste der katho
lischej, Kirche interessiren, uns ihre Ansichten
und Vorschläge brieflich mittheilen zu wollen.
Unsere Wechselblätter aber bitten wir, den In
halt dieses Ausrufs gefälligst verbreiten zu wol
e» Der Ohio Waisenfreund.
-_Die StaatS-Convention der Republikaner
von.Ohio fand am
2.
Juni in Columbus statt.
Es wurde dabei Herr R. C. Hayes als Candidal
litt' das Amt des Gouverneurs „omiuirt. Diese
Convention der Republikaner protestirte zugleich
gegen eine Theilnng des Schulsouds. Das war
auf jeden Fall eine dumme Idee von der Con
vention, denn eine Theilnng de« Schulfonds
wird vou den meisten Katholiken nicht als
wünschenswerth angesehen und darum auch
nicht verlangt. Auch Verbietet ja unsere Con
stitution diese Theilnng. Was die katholischen
Bürger wünsche», ist, daß der Staat die Sache
so einrichtet, daß nur diejenigen Bürger zu dem
Schulfond beitragen brauchen, die davon Nu
tzcn ziehen, und daß man nns Katholiken nicht
für die Erziehung fremder Kinder besteuert.
Ist das geschehen, so mag der Schnlsond immer
hin nngetheilt bleiben wir werden kein Wort
dazu sagen.
Im Juni 1864 verabredeten sich einige
junge Religionsspötter in einer italienischen
Stadt, daß sie einen Priester zun, Narren Hal
ten wollten. Einer sollte sich krank stellen, zu
Bett legen, und mit einen, Leintuch zugedeckt,
darunter eine Waffe bereit halten, während ein
Anderer einen Priester zu dein Kranken rufe.
Arglos erschien ein Priester, trat ans Bett, re
bete den vermeintlichen Kranken an und er
hielt keine Antwort rüttelte ihn und fand
ihn unbeweglich hob das Leintuch auf, und
sah ein schrecklich verzerrtes Gesicht, weit her
ausgetretene stiere Angen, einen verzogenen
Mund, die rechte Hand aus einen sechslänfi
gen Revolver gehalten fühlte den Puls und
fand ihn wirklich tobt. Die Spötter be
mühten sich vergeblich, ihren Kameraden zum
Leben zu erwecken!
In Columbus wird am 4. (5.) Juli aus
dem Grundstücke des Waisenhauses für Mäd
chen ein Picknick abgehalten, um Mittel zur
Vergrößerung der Anstalt zu beschaffen.
.— Manche Freunde und ehemalige Stil
diengenossen werden mit Tran er vernehmen,
daß Herr Benjamin Heiser im vorigen
Monat zu Jacksonville in Florida nach Em
pfang der HI. Sterbesakramente zu einem bes
sern Leben eingegangen ist. Möge er ruhen in
Frieden,

Wo chenka lender

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