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Ohio Waisenfreund. [volume] (Pomeroy, O. [Ohio]) 1874-1953, December 22, 1875, Image 3

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I a
2. Das Firmament.
DüS Firmament oder der Himmel ist
der ganze Raum, der sich von der Ober
fläche der Erde bis zu den Fixsternen
und darüber hinaus erstreckt.
Am Himmel strahlt mit Glanz die
Größe und Macht Gottes. Um eine Vor
stellung von der Ausdehnung des Him
mels zu haben, so bedenken wir, daß die
Sonne, die uns so wenig Raum davon
einzunehmen scheint, einen Durchmesser
hat, der hundertundzwölf Erddurchmessern
gleich ist, das heißt ungefähr dreihundert
und sechsunddreißigtausend deutsche Mei
len. Ihr Umsan-g ist ungefähr eine
Million dreimalhundert uud dreißigtau
sendmal größer, «ls der Umfang unserer
Kugel endlich ihre Entfernung von der
Erde ist achtunddreißig Millionen Stun
den. Beachtet noch, daß eine Kanonen
kugel, die drei Stunden in einer Minute
machte, hundert und fünfundzwanzig
Jahre brauchen würde, um von der Erde
aus die Sonne zu gelangen und um auf
den unS zunächst stehenden Fixstern zu
gelangen, würde sie mehr als sechsmal
hunderttausend Jahre brauchen. Was für
ein Instrument wir auch gebrauchen mö
gen, die Sterne und vorzüglich die Fix
sterne erscheinen uns immer ebenso klein
als zuvor^ was ihre ungeheureEntsernung
von uns beweist. Wenn ein Bewohner
unserer Erdkugel sich in die Luft erheben
und eineHöhe von achtundsiebenzig Mil
lisnen Stunden erreichen könnte, so wür
den ihm diese Feuermassen doch nur als
strahlende Punkte erscheinen. Wie un
glaublich das auch scheinen mag, es ist
eine Thatsache, wovon wir alle Jahre
Zeugen sind. Um den 10. Dezember sind
wir über achtundsiebenzig Millionen
Stunden näher an den Sternen, die den
nördlichen Theil des Himmels zieren, als
am 10. Juni und dessenungeachtet be
bemerken wir an diesen Sternen keine
Spur von Vergrößerung. Beachtet end
lich, daß diese Fixsterne ebenso viele Son
nen sind, die nicht ein geborgtes, sondern
ihr eigenes Licht bis zu uns strahlen
lassen, Sonnen, die der Schöpser zuTau
senden in dem unermeßlichen Räume über
unserm Haupte ausgestreut hat. Daraus
wollen wir entnehmen, wie mächtig der
ist, der mit einem einzigen Worte so große
Dinge gemacht hat. Und es ist derselbe
Gott, der aus Liebe zu uns sich zum zar
ten Kinde gemacht hat und der, unter der
Erscheinung des Arodes verborgen, sich
uns in der Kommunion gibt.
Wenn die Fixsterne von uns in so er
stsunlicher Weite gesehen werden können,
in der sie für unfern Blick sich befinden,
so kann dieß nur seilt, weil sie der Sonne
an Größe gleich kommen, und ihre Ver
kleinerung ist das Zeichen von ihrer un
geheuren Entferung und nicht von ihrer
Kleinheit. Es' sind also ebenso viele
Sonnen, die von uns entfernt sind um
uns vor ihrem Feuer zu sichern ohne
uns den Genuß ihres Lichtes zu entziehen.
Noch mehr, wenn dieses Weiße, das man
Milchstraße nennt, nach dem Berichte
des Fernrohres nur eine ungeheure Masse
von noch entfernteren Sternen oder Son
nen ist, so hat Gottes Hand die Welten
auf diese Straße hin mit eben solcher
Ueberzahl geworfen, wie er den Sand
am Ufer des Meeres ausgebreitet hat.
Alle diese ungeheuren Kugeln, die so
verschiedenartig über unsern Häuptern
kreisen, sind furchtbare Maschinen, von
denen der geringste Stoß hinreichen würde
unsere Erdkugel zu zertrümmern aber
dieselbe Hand, die sie im Rannte aufge
hängt, hat ihnen ihre Bahn tmrgezeichitrt.
Eine untrügliche Berechnung hat alle
Grade ihrerSchwere und ihrer Geschwin
digkeit geregelt kein unvorhergesehenes
Hittberniß, keine fremde Gewalt stört
ihren Lauf.
Und mitten in dieser Unermeßlichkeit,
was ist in ihr die Erdscholle, die wir be
wohnen? Was sind Länder und «Staa
ten im Vergleich mit diesen Welten
Stäubchcu, die in den Lüften spielen,
und die man in den Sonnenstrahlen be
merkt. Und was bin ich, ich, inmitten
alles dessen? Ach ich verliere mich ganz
in meinem eigenen Nichts. Und doch, o
Abgrund von Güte hat Gott für uns
diese erhabenen Werke geschaffen! „Der
einzige Grund," sagt der berühmte Hut)
ghens, „der lins nöthigt, zu glauben, daß
es auf den Planeten ein vernünftiges
Geschöpf gibt, ist daß unsere Erde sonst
zu große Vorzüge hätte und an Würde
gar zu sehr über die andern Planeten
erhoben wäre." Ist dieser einzige Grund
nicht ein schöner Grund? „Diese Ansicht,
daß das Weltall für den Menschen ge
macht ist," sagt der Graf Bonald „hat
nichts an sich, was eine hohe Philosophie
in Erstaunen setzt, die uns lehrt, daß das
sinnliche Weltall nicht das kleinste der
Geschenke ist, die der Schöpfer dem Men
schen gemacht hat." Wenn tuatt bedenkt
daß der Schöpfer aller Welten sich selbst
dem Menschen gegeben hat, warum sollte
man sich weigern anzunehmen, daß er
ihm seine Kreaturen gegeben hat Ist das
Werk höher als der Meister? Die Vor
tresflichkeit der Wesen, die Gott geschaffen
hat, wird nicht nach Fußen gemessen.
Der Mensch hat Einsicht, Willen und
eine Seele erhalten. Diesen kleinen We
sen theilt Gott die Kenntniß seiner Werke
mit, während er sie selbst den Sonnen
verweigert. Für den Menschen bestimmt
er den Gebrauch und den Nutzen der
reichen Pracht des Himmels. Es ist die
einzige aller sichtbaren Kreaturen, die
Gott auffordert, ihn zu loben. Welche
Würde, welche Größe einen Vater zu
haben, der für uns die Erde mit Gütern
aller Art bedeckt und der in seiner Her
ablassung sogar den Himmel uns zu die
nen' bestimmt! Welche Dankbarkeit müs
sen wir hegen für einen Gott der uns
mit solcher Auszeichnung behandelt!
Wollte man blos unsern Sinnen noch
urtheilen, so könnte man glauben, daß
Über uns ein großes blau gemaltes Ge
wölbe sei und könnte die Sterne für
kleine glänzende Nägel halten, die darein
geschlagen sind. Wir haben aber so
eben gesehen, daß diese anscheinende Klar
heit der Sterne die Folge ihrer ungeheu
ren Entfernung ist. Was die blaue Farbe
des Firmaments betrifft so kommt sie
daljei daß 1) die Atmosphäre oder die
Luftmasse, die uns umgibt, nicht ganz
durchsichtig ist 2) daß die Atmosphäre
immer von einer großen Schicht leichter
Wasserdünste belastet ist, die zugleich mit
der Luft die Strahlen der Sonne zurück
werfen. Die bläuliche Farbe ist die
natürliche Farbe des Wassers, sei es nun
dicht oder verdünnt, besonders wenn die
Masse desselben beträchtlich ist. Die At
mosphäre muß also von azurblauer Farbe
sein, und dieser Azur ist mehr oder we
niger klar nach Verhältnis der Menge
von Strahlen, die ihn durchbrechen. Aus
einer Mischung dieser Lust und dieser
leichten Wasserdünste hat Gott die Farbe
dieses glänzenden Gewölbes gebildet, das
überall das menschliche Auge erfreut, und
die feinem Palaste als an»tuthig"r Fuß
hoben dient. Ein solches Wunder ver
langt mehr als Bewunderung von uns,
denn es ist der vollständige Beweis daß
wir der Gegenstand der liebevollsten Güte
des Schöpfers sind.
In der That, Gott Hätte dieß Himmli
sche Gewölbe braun oder schwarz machen
können aber das Schwarze ist eine
Trauer färbe die die ganze Natur getrübt
Hätte. Roth und weiß paßten auch nicht.
Gelb ist für die MorgenrötHe aufbewahrt
und überdieß Hätte ein ganzes Gewölbe
von -dieser Farbe nicht genug gegen die
Sterne, die man daran kreisen sehen
sollte, abgestochen. Grün Hätte zwar den
nöthigen Wechsel von Licht und Schatten
hervorgebracht, aber das ist die tittmu
thige Farbe, womit Gott unsern Wohn
platz geziert Hat es ist der Teppich, den
er unter unsere Füße gebreitet Hat. Blau,
ohne Trauer und ohne Harte Hat noch
den Vorzug, daß es gegen die Sterne ab
sticht und sie alle hervorhebt. Deßwegen
Hat der göttliche Ordner sie vorgezogen.
Wie furchtbar ist der Anblick des Him
mels, wenn er sich uns mit stürmischen
Wolken bedeckt zeigt.! Aber welche Schön
heit, welche Majestät, welche Einfachheit
der Farbe, wenn der Himmel heiter ist.
Die Gemächer der Könige, die der Pinsel
des geschicktesten Malers bekorirt hat,
sind nichts im Vergleiche mit ber maje
stätischen Einfachheit bes Himmelsgewöl
bes. Und wer hat den Himmel in diese
Farbe gekleidet? Wer hat ihn so reich
geziert?
Durch eine wahrhaft väterliche Sorg
fall behält der Himmel nicht immer die
selbe Farbe. Im ©egentheile, seine Farbe
ändert sich mehrere Male täglich. Des
Morgens färbt eine sanfte Helle den Hori
3011t allmählig weiß der Azur des Him
mels erbleicht es geschieht dieß, um un
sere Augett vorzubereiten, den Glanz des
hohen Tageslichts auszuhalten. Und
wenn der Abend gekommen ist, so entzieht
uns die Sonne nicht mit einem Male
ihr Licht eine ebenso sansteHelle, wie die
des Morgens, bereitet uns aus die Fin
stem iß der Nacht vor. Müßten wir mit
einem Male vom hellen Tageslichte in
tiefe Dunkelheit übergehen, so wäre dieß
sehr unbequem. Ein so plötzlicher Ueber
gang vom Lichte zur Finsterttiß würde die
Organe ttnsers Gesichtes verletzen und
könnte sie vernichten. Viele Wanderer,
durch eine plötzliche Nacht überrascht,
würden sich verirren und die meisten
Vögel wären in Gefahr umzukommen.
Dank sei Dir dafür, himmlischer Vater,
Dtt hast allen diesen Unfällen vorgebeugt.
(Forts, folgt.)
a
E Y i s e a u e A u s
Kairo wird geschrieben Anläßlich desAb
lebens der Tochter des Khedive, Prinzes,
sin Zenab Hohen, Gemahlin des Ibra
him Pascha, sind aus Wunsch des Viee
königs an dessen Hofe zum ersten Male
nach Abendländischer Sitte schwarzeTrau
erkleider angelegt worden. Bis jetzt pflegte
man bei ähnlichen Trauerfällen noch nach
alter orientalischer Sitte, wieAltvater Ja
fob, in zerrissenenGewändern einherzuge
hen.Weniger geneigtzu solchenNenerungen
scheint der Gemahl der Verblichenen zu
sein. Einem alten Brauche und der Eti
quette folgend, sind aus seinen Befehl
alle Gemächer, welche die von ihm wahr
haft geliebte Gattin sie war seine ein
zige Frau bewohnte, zerstört worden.
Die kostbarsten Teppiche liegen zu Fetzen
zerrissen, verstreut am Boden, und die
Spiegel, welche noch vor wenigenWochen
das Bild der von allen die Harems be
suchenden Damen als Schöhnheit aner
kannten Prinzessin wiederstrahlten, liegen
jetzt zerschmettert bei den zertrümmerten
Marmorplatten und den Kostbarkeiten
und Kunstschätzen, welche der wegen seiner
unermeßlichen Reichthiimer bekannt-Sohn
des früheren Khedives in diesem Räumen
aufgehäuft hatte.
—Ein hoffnungsvoller Junge
ist der 16jährige Wm. Donation itt Jer
sey City, New Jersey. Er machte sich in
einer der letzten Nächte das Vergnügen,
das Bett, in welchem seine Eltern bereits
schlummerten mit Kohlöl zu begießen,
und es bann anzustecken. Die Elter» er
wachten jedoch zur rechten Zeit und ent
kamen der ihnen drohenden Gefahr.
Sie wollen den liebenswürdigen Spröß
ling mehrere Jahre der Staatsreform
schule anvertrauen.
Ohio Waisenfreund. 3,
Covington, Ky. Für City-Collektor
stimmt für e o d. C. W
o
2. Du findest mich stets,
Du magst mich nun lesen
Von vorne, von hinten,
Stets bin ich gewesen,
Stets bleibe ich auch
Nach altem Gebranch.
k i n g.
Wahl am 1. Januar 1876. (139)
Ausgabe No. 106.
Pier Arbeiter nageln Blechtafeln auf ein
Dach. A nimmt zu jeder Tafel 2, 3, 4
und Nägel. Als nun das Dach fertig
war, hatte jeder Arbeiter 12t» Nägel gebraucht.
ES war aber von jeden 10 Nägel» einer abge
brochen oder krumin geschlagen, wofür denn
ein neuer Nagel genommen wurde. Wie viele
Blechtafeln hat jeder Arbeiter aufgenagelt und
wie viele sind auf dein ganzen Dache?
9
a s e
Im Bettchen sanft das Knäblein schläft,
So hold, so fein, der Mutter Wonne,
Die Mutter niöcht' es wecken wohl,
Denn froh am Himmel steht di^Sonne,
Sie flüstert ihm den Namen zu
Von einer Pflanze und das Büblein
Erwacht und lächelt engelmild.
Auf Kinn und Wange zarte Grüblein.
Wie hieß die Pflanze, saget an.
Die solches gar bewirken kann?
a i n o e
I. WaS fest durch Eisen
Den Dieben wehrt.
Wird umgekehrt
Euch wacker beißen,
Wenn ihr's verzehrt.
3. Vorwärts gelesen, biet ich als Speise
Vieler Millionen Geschöpfe mich dar
Rückwärts gelesen, wie wunderbar,
Bin xch die Wohnung am Ziel einer Reise.
Auflösung der Aufgabe No. 102.
Der Meister bekommt $ 7?4
Jeder Gefell $6—beide 12
Der Lehrjunge C-4
$ 24
Auflösung der Buchstaben» Räthsel
in No. 136.
1) Halm, Mahl, lahm.
2) Beil, Leib, Blei, lieb.
3) Maus, Saum.
i i e A u ö s u n e n
Schach.
Aufgabe No. 30.
Weiß zieht und setzt mit dem 4. Zuge Matt.
Schwarz
II®ill tai _Ä!V/v/////
Y/////6 Y///////A
E E
Weiß.
Auflösung der Aufgabe No. 29.
W e i S k w a z
1) 3—F 5 1) König nimmt Dame
2) 5—D 7 2) Nach Belieben
3) 3—G 4 i
Z w e i e ö s u n
1) k—E 7
2) 5—D 7 2) E 7—F 6
3) 7—E 6
-o
fr Abonnenten, die ihre Wohnung verändern
müssen dieses dem Agenten des Ortes oder uns
angeben und auch zugleich ihre alte Adresse, so.
wie die neue genau bezeichnen.

Bernard Elfers, Stephan Lauser, Gerhard
Masbanm, Leonhard Geiser.
9

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