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Ohio Waisenfreund. [volume] (Pomeroy, O. [Ohio]) 1874-1953, December 29, 1875, Image 1

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Wochenschau.
i (Inland.) ..
E o I n u s, O., 22. Dezember.
Aus dem dem Gsuvernenr Allen über
s a n e n a e s e i A n e a s N a y s
Staats-Jnspektors der Bergwerke erhellt,
daß er den diesjährigen Ertrag der Koh
lenbergwerke auf mehr als 5,000,000
Tonnen veranschlägt.
K i e n a i A a s i a o
schreibt man: Die katholischen Kirchen
stehen in Folge von kirchlichen Festen
jetzt von früh' Morgens um 5 Uhr bis
Nachts nm 11 Uhr. offen unbekannte
Frevler nahmen daraus Veranlassung,
die Altargeräthschaften aus fünf verschie
denen katholischen'Kirchen der Stadt zu
stehlen, indem sie sich um die Zeit der
Abenddämmerung einschlichen. Am er
sten lam die St. John's Kirche, an der
18. und Clark Str. an die Reihe die
Diebe warfen die Hostien auf den Boden
und flohen mit den Altargeräthschaften^
nachdem sie noch die Armenbüchse abge
krochen hatten von der Wand.
Im Verlauf der. letzten 14 Tage wur
den auf ähnliche.Wei'sc noch bestohlen die
St. James Kirche, Ecke von-Prairie Ave
und 29. Str. die St. Mark's Kirche,
an Wabash Ave. die St. Columbkills
Kirche an der Indiana Ave und Paulina
Str. und die St. Stephans Kirche an
der Sangamon Str. Vo»i den Dieben
hat man noch keine Spur.
S e n a n o a a 2 1 e z
Der hochw. Daniel O'Connor verlas
während des Gottesdienstes in der katho
lischen Kirche zu Mahoney Plane ein
Schreiben des hochwürdigsten Erzbischofs
Wood von Philadelphia, welcher darin
den unter dem Namen ..Molly Maguire,"
oder der altcOrden derHibernier bekannt
ten Verein vollständig excommunicirt.
Der,New 9)orf Heralb' will wissen
daß Präsident Grant, Gen.eralPoftmeister
Jewell und Ex Sprecher Blaine zu dem
geheimen politischen Orden gehören, der
sich die Entrechtung der Katholiken und
die Erwählung bes. Herrn Grant für
einen drittenTermin zur Aufgabe gemacht
hat. Auch sollen die meisten Post- und
Zollbeamten Mitglieder des Ordens sein.
Der Eid dieses geheimen Ordens lautet,
wie folgt: „In Gegenwart des allmäch
tigen Gottes schwöre ich, daß ich dieCkM
stitution dieses Ordens .und Staates
schirme und die Geheimnisse des Ordens
der amerikanischen Union heilig halten
will. Daß ich der Constitution und den
Gesetzen gehorchen und niemals wisse.»!
lich für einen Roma niste» oder Papisten
oder eine mit ihnen sympalhisirenbe Per
son für irgend, ein Politisches. Vertrau
ens, Ehren oder sonstiges Amt stimmen,
noch ihn zu einem solchen Amte zu cm
psehlen, noch .dazu, ernennen oder dazu
behilflich sein will auch will ich aus
allen meinen Kräften" dagegen streiten,
daß ein Theil der öffentlichen Fonds zu
'Sektenzwecken gebraucht werde und will
das großePrincip einer allgeme.iiien,. freien
:unb
nicht-sektionellen Schule aufrechter
halten. Daß ich niemals meiju Kinder
in
der katholischen Religion erziehen las
sen will,
daß
ich
niemals cittett Roma­
nisten oder Papisten für diesen Ordert
vorschlagen oder aufnehmen nnd tiiemcrÜ
eines seiner Geheimnisse enthüllen will."
S t. a u l, 21. Dez^ Heute wurde
der Hoch
in. John Ireland mit großer
e i e i k e i i o a u e i s o
die Diöcese St. Paul consecrirt.
i a o I I I 2 1 e z a s
Feuer, welches man in voriger Wucht
nordwestlich von hier wahrnahm, scheint!
von dem Verbrennen einer großen Menge
Sumpfgrases in der Nähe von Northfielb,
16 Meilen von hier, hergerührt zu haben.
'Man weiß nicht ob Menschenleben bei
dem Brand verloreil gingen, obfchon' der
selbe sich über eine große Strecke Landes
ausgedehnt zu haben scheint. Ungefähr
2000Tonnen gemähten Präriegrases ver
brannten.
Ein e Ii res Feuer hat anu
Morgen vom Ilten ds., der Erpreßagent
Richmond zu Elliot in Illinois ange
macht. Derselbe versteckte Abends zuvor
$150 Papiergeld in seinen Hobelspänen,
nm die theuren Laubfrösche vor Dieben
zu schützen. Am erstgenannten Tage in
aller Frühe aber zündete er dann, um das
Feuer für den Morgenkaffee in Gang zu
bringen, in der Vergessenheit gerade jene
Handvoll Späne an, welche die beregte
Summe enthielten, und so gingen sie
sammt und sonders in-eitel Ran ch auf.
o st o n, 20. Dez. Heute Morgen
steckte der Pedell der Rice Grammarschule
das Gebäude in Brand, als .er versuchte,
mit einem rothglüh nben Schüreisen eine
Dampfröhre aufznthanen. Das obere und
eiti Theil bcs zweiten Stockwerkes wurden
zerstört. Verlust $25,000.
a v e s o n e a s 2 2 e z e e
In Folge der heftigen Regengüsse im
südlichen und westlichen Texas^ sind die
Flüsse und Bayous höher angeschwollen,
als es seit Jahren der Fall war. Wegen
der Unsicherheit des hölzernen Viaducts
wurden heute keine Züge nach dem Nor
den abgelassen. Wcgen der Fluth im
Bayon konnte heute kein Dampfboot
von Houston abfahren.
e a v i e. Pa. 21. Dez. Gestern
Morgen kurz nach 11 Uhr blies ber Winb
das Balkenwerk n. Spannung ber neuen
Brücke über benFrench Creek bei Valori«
weg. Es waren zwölf Mann daran an
Arbeit, welche alle herabgeschlendert und
»titer den Trümmern begraben wurden.
gedruckt im ^omero» Ällilcnlianse.
Mit bischöflicher Genehmigung herausgegeben'zum Besten des Poineroh Waisenhauses. Erscheint wöchentliche Preis bei Vorausbezahlung und portofreier Zusendung für ein Jahr^1.50.
Dieser Tage starb' in dem Mary
ftinder Landstädtchen Town font own bei
Baltimore die Negerin Henrietta' Crack im
Alter von 115 Jahre». Nu» sind Alters
angaben i» Bezug auf Farbige i» frühe-,
r:tt Sklavenstaaten mit Vorsicht auf^il -,
ii«hineil aber das Alter der Crock scheint
so ziemlich verbürgt zu sein. Sie diente!
nämlich seit vielen Jahren iii einer ange-1
sehe nen weißen Familie, Namens Seniser.
ltitb Herr Seniser' sagt, sie sei' von der
östlichen Grenze von Maryland vor 90
Jahren nach Baltimore gekommen und
botj von seiner Urgroßmutter als Dienst
ntäbcljeii ausgenommen worden, als sie
ungefähr 24 Jahre alt war. Seit jener
Zeit habe sie in Diensten ber Familie ge
stanben und bis 3 Wochen vor ihrem
Tobe zu deren großter Zusriedenheit ge
arbeitet.
'Wochenschau.
(Ausland.)
Die fortschrittliche Berliner Volks
zeitung schreibt: '„Das bereits von uns
gekennzeichnete Verhalte» ber Vertreter
der Reichsregierniig in der Bndgetkom
mission, welche derselben jede Auskunft
Über den Stand der Kriegsmilliarden
verweigert, erinnert daran daß, alsPren
ßcti unter dem traurigen Mantenfsel'schen
Regime eunnal den Abgeordneten Aus
kunft über das Vermögen des Staats
schatzes verweigert wurde, die damalige
sogenaniite Landrathska
in in e es dennoch
vermöge der Festigkeit der kleinen Schrtar
Oppositioneller durchzusetzen gemußt hat,
dem Landtage Die erforderliche Achtung
zu verschaffen derart, daß die Regirnng
sich gezwungen sah,'der anfangs von ihr
als landesseindlich bezeichneten Forde
rung nachzukommen. Wir find gespannt
darauf, ob denn der Reichstages weniger
verstehen wird, feine Autorität in diesem
Falle geltend zu machen, als das damn
lige preußische Abgeordnetenhaus."
Die Preußen haben am 10. No
vember dys erztiifchöfliche Priesterseminar
ZU Köln geschlossen. Die jungen Theo.lo
gen haben bei ihrer Abreife bemErzbischof
Treue undGehoifam gelobt nnd fich dann
zerstreut. In Trier ist den Schwestern
II. L. Fran von den Preußen befohlen,
ihreRiederlaffung bis zum 3. Dez. aufzu
löfen.—Der Bischosvon-Limburg ist kürz
lich zum neunten Male von den Preußen
gepfändet worden.—Pfarrer Clasfen in
Trier ist wegen geistlicher Amtshandlun
gen zn 300 Mark Strafe oder 3 Monat
Gefäiigiiiß ver11r 1
hei
11 worden.
Aus Köln wird der D. Reichsztg.
unter beut 30. November geschrieben:
Nachdem über die Schweigsamkeit der
Kaiserglocke seit länger Zeit in den Zei
tungen ein entfehiebenes Schweigen beo
bachtet wölben ist, werden die Berichte in
de» Tagesblälter» wieder anfgenommen,
weil ber elfte Klöppel in Frankenthal an
gefertigt worden ist und ehestens hier ein
trifft.
Der großherzogliche Amtsrichter
Birkenmayer in St. Blasien hat die
Druckschrift
tint.
Alban S'o'z. „Be­
denkliches für deutschen Katholiken" auf
Grund der Paragraphen 24, 27 nnd
28 des Reichspreßgefetzes not» 7. Mai
1874 mit Beschlag belegt, „weil durch
darin vorkommende Stellen mit Bezug
auf die altla'.hoUfche Kirche utid ihre
Einrichtungen der l(Sfi bes Riichsstruf
gesetzbucht s als
Verletzt
erscheint," nnd sind
in Folge dessen im Herdrr'schcit Verlag zn
Freiburg die vorräthigeu Exemplare con
fiscitt- Worten.
i s o a n e e v o n
S e i) e ist wieder in seine Diöcese zu
rückgekehrt und zwar nicht ohne vorherige
villi st ri iib ige und 'friedliche Beilegung fei
nes Coiistictes mit der Staatsregierung.
V e.r i 1
e i» s o ll i
eKo »i i
11M u 11e r,w e ch e
iu ihm ihren Gewifsensrath' verehrt, ge
i.esen sein.
o e a u 2 1 e z a s v o n
Westiubieit angekommene Dampfschiff
„Lonifiana" ging in Folge einer Collision
im Gironde Fluß unter, wdbe, 16 Perso
nen mit Einschluß dös CapitänZ ertranken.
1 HO.
Der Dampfer ging 10 Mignten nach
der Collision unter und derDampfer „Gi
ronde" rettete hundert von den Passagie
ren der „Lonsiana."
e n e u n e n e
al o e e e a ist e tt Pater Co
lin ist wie Londoner Zeitungen vom
4ten Dezember berichten—im Alter von
85 Jahren gestorben. Die Stiftung die
sei- „Gesellschaft Marias" oder „Congre
gation der Maristeii-Väter" fällt in das
Jahr 1825. Der Orden ging von Frank
reich ans, verbreitete sich aber auch über
andere Länder. Gegenwärtig zählt er 600
Mitglieder, darunter vier Bischöfe.
o m, 22. Dez. Laut Nachrichten von
Neapel nimmt das unterirdische Getöse
int Vesuv zu nnd sieht man einem groß
artigen Ausbruch desselben entgegen.
ö z e n i e n s i n I
n i e n
Wie der zu Madras in Ostindien erschei
neiide Deccan Herald meldet, ist die in
dische Regierung ans die große Sterblich
feit, die seit zwei Jahren schon im Dec*
can herrscht, aufmerksam gemacht und da
durch der Verdacht erregt worden baß
dieseSterblichkeit, keine natürliche sei,)Ott-
ber it vonfanatischenHinbns hervorgerufen
würde, nm so für ihre Götter, die sich
nur durch Menschenopfer besänftigen las
-sen, die nöthige Anzahl von Opfern her
bei zu fch ii ff en. Daraufhin ließ die indische
Regierung eine große Anzahl angeblich
an der Cholera Verstorbener ausgraben,
und fand man richtig in deren Ein gewei
det! Arsenik. Erschwert wurde jedoch diese
Untersuchung durch den Umstand, daß
viele der Verstorbenen, wie es bei den
Hindus noch immer Gebrauch ist, ver
braut wurden. Aus diesen Untersuchungen
läßt sich mich schließen, daß die so Vergif
teten gleich nach ihrem Tode den Göttern
vor die Füße gelegt wurden, nm dieselbe»
zu besänftigen bann erst schritt man zrr
Bestattung ber Leichen. Unlängst erreig
nete es sich auch itt bent Städtchen Bin
goilct, daß eine Familie, bestehend ans
Mann, Weib nnd zwei Kindern, die von
dem ihrem Gotte geopferten Zucker eine
beträchtliche Quantität geschenkt erhalten
und davon auch genossen hatte, gleich da
to nf unter den Symptomen eiiterVergis
timg erkrankte der die zwei Kin beer erliv
gen, während die Eltern noch gerettet
werden konnten. Aller Wahrscheinlichkeit
nach existirt unter den Hindus im Decant
einVerein, derVergifttingen. natürlich nur
zu Ehren ber Götter, im Großen betreibt.
Uebrigens sollen anch die Götter Indiens
jetzt fehr niedergrschlagen sei», und zwar
wegen des großen- Unglücksdas erst
neulich einen ihrer'Bitibvr. den Gott Ma
f)av e i. in seinem Haupltemfel, der im
Bezirke tu'tt Bim'pora Taikn.t und sieben
Meilen von der Stadt Snrat ättsenit
liegt, getroffen hat. Der. Anne war am ß.
Oktober noch frisch und gesund und auch
im Besitze aller seiner Glieder dir legte
an diesem Tage ein Unbekannter—wahr
scheinlich ein verruchter Ketzer—eine Ce
cusnuß, die er fnitier fch tut .mit' explndir
baren Stoffen angefüllt hatte, ass Opfer
zu des Gottes Füßen. Bald daraus cx
I
plodirte nun diese Nuß und zerlrüinmer.e
dabei 'die ganze Statue/des Gottes, von
der Nur der Kops ganz bliebe

Jahrg. 3. Pgsneroy, D. ik'se 2?. Dezeznber 1875. No.

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