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Ohio Waisenfreund. [volume] (Pomeroy, O. [Ohio]) 1874-1953, October 30, 1940, Image 1

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Papst Pius der Zwölfte hat der
gait gelten Samstag, 19. Oktober in
einer in englischer Sprache gehalte
nett Radiorede an die Ver. Staaten
die Katholiken Amerikas ersucht, die
katholischen Missionen durch Geldmit
tel iiitb Gebete zu unterstützen. Der
Ailsfall von finanzieller Unterstüt
zung aus den meisten europäischen
Lälldern hat viele auswärtige Missio
tteit hart getroffen. Der Hl. Vater
erinnerte an die großen Seide» und
Bedrängnisse von Millionen in den
tarnt Krieg heimgesuchten Ländern und
ermahnte zu beharrlichem Gebete für
einen baldigen Weltfrieden.
Erzbischof Spellmcm von New Aork
dankte in seiner Radioansprache dem
Papste für den Apostolischen Segen
und versicherte ihm die Treue und
Anhänglichkeit der amerikanischen
Katholiken an den Stellvertreter
Christi.
„Itnfere Nation ist gegenwärtig
von Spionen und Saboteuren weit
mehr gesichert, als je zuvor", so er
klärt Edgar I. Hoover, Direktor des
Federal Bureau of Investigation (F.
B.J.). Im gegenwärtigen Kriege ist
.es, im Vergleich zit früher, nur zu
nebensächlichen und unbedeutenden
Sabotageakten gekommen. Dies ist
zunächst darauf zurückzuführen, daß
die Sicherheitsorgane in den Städ
tell, in den Counties und in den
Staaten viel besser imstande sind, sol
che Akte abzuwehren, als jemals frü
her. Die Sicherung der inneren Ver
teidigllng des Landes ist nun einmal
fetite Aufgabe für ein Amt. Weder
das F.B.J. noch dte Informations
abteilungen der Marine oder des
Heeres, noch eine einzelne Sicherheits
behörde allein können da gründliche
Arbeit leisten.
Amerika ist der Kampfplatz frem
der Agenten geworden, denen mir
durch eine Offensive aller Sicherheits
organe im ganzen Lande zu begegnen
.ist. Die Erfordernisse des heutigen
Tages sind längst vorausgesehen wor
den, und in den letzten Jahren wurde
ein sorgsam entworfenes Abwehrpro
grantm in die Wege geleitet. Das
Staatsdepartment, das Schatzamt,
der Informationsdienst des Heeres,
sowie das F.B.J. haben einmal in
jeder Woche eine Konferenz, in wel
cher alle Informationen ausgetäuscht
und alle weiteren Schritte koordiniert
werden. Das ist die wirksamste Ab
wehr.
Der Durchschuittsbürger wirst oft
die Frage auf, warum man denn die
„Kerle der fünften Kolonne" nicht
einfach beim Kragen nehme. Die
Antwort darauf ist höchst einfach. Die
Regierung hat es für gut befunden,
als wirksamste Abwehr ein umfassen
des System der Gegenspionage einzu
richten. Hier liegt nun das Schwer
gewicht aus Präventivmaßnahmen.
Diese sind natürlich nicht dramatisch.
tKlocberisCbronik
aber dafür sehr wirksam. Sogar Ge
neralanwalt Jackson hat darauf hin
gewiesen, daß je wirksamer diese
Maßnahmen seien, desto weniger er
fahre die Öffentlichkeit etwas davon.
Je weniger ein fremder Agent von
diesen Abwehrmaßnahmen weiß, desto
unsicherer ist er in seiner eigenen
Tätigkeit in den Ver. Staaten. Es
ist oft viel besser, eine bekannte
Gruppe fremder Agenten unter Auf
ficht zu halten, als sie einfach zu ver
haften. Hält man sie unter Aufsicht,
so kann man auch ihren Umgang kon
trollieren, ihre Verbindungsmittel
auskundschaften, ihre Informations
quellen aufdecken und jede gefährliche
Aktion von Vornherein unterbinden.
Die Gegenspionage der Ver. Staa
ten hat ihre 'schlimmsten Feinde in
selbstsüchtigen Politikern und psycho
pathischen Notoritätshaschern, deren
plumpe Zugriffe die fremden Agenten
in die Öffentlichkeit scheuchen, wo sie
natürlich nutzlos sind. Solche Agen
ten werden sofort durch andere ersetzt,
die man vorläufig nicht kennt und
Kirche zu Ehren der seligen Mntter Cabrini
Nicht in den Ver. Staaten, wo sie starb, noch in Italien, ivo
sie geboren war, ist zu Ehren der seligen Mutter Francis Xaver
Cabrini die erste Kirche cvrichtet worden, sondern im fernen China,
einein Lande, das sie nie gesehen. Diese typisch chinesische Kirche
ist vor kurzem durch Bischof Tacconi in Kaiseng, Provinz Honan,
China, errichtet worden.
NAistnkreuuü.
Familienblatt für Wahrheit und Recht zur Belehrung und Unterhaltung
Erscheint wöchentlich im Päpstlichen Collegium Josepljinnm znm Besten der Priesterzöglinge
Herausgegeben vom Päpstlichen Collegium Josephinum. Preis für»ein Jahr in den Bereinigten Staaten $2, in Kanada und allen andern Staaten $2.50
Aahrgang 68 Mittwoch, den 30. Oktober 1940 Ro. 27
erst wieder mühselig auskundschaften
muß.
Die Tätigkeit der Spione und Sa
boteure wird seit längerer Zeit beob
achtet. Die Namen der betreffenden
Agenten sind sorgfältig katalogisiert
und nach geographischen Richtlinien
eingeteilt worden. Zu diesen Namen
kommen noch die Namen der führen
den Agitatoren des Amerikadentschen
Volksbnndes und der kommunistischen
Partei. Die Regierung kennt genau
die Tätigkeit auch dieser Leute.
Für die innere Sicherheit des Lan
des ist es nicht zuträglich, unverant
wortliche Erklärungen in schreienden
Balkenüberschriftelt loszulassen. Das
F.B.J. hat eine ganze Reihe wichtiger
Fälle art Hand, mit denen man „Bal
kenüberschriften" Tag für Tag auf
Wochen hinaus machen könnte. Das
würde jedoch nicht mit der Aufgabe
des F.B.J. übereinstimmen, die innere
Sicherheit deZ Landes zu gewährlei
sten.
Die persönliche Freiheit der gesetz
liebenden Bürger wird durch die ge
troffenen Schutzmaßnahmen keines
wegs leiden. Diese Garantie kann je
doch nur so lange gegeben werden, als
die Bürger selbst die Sicherung der
inneren Ordnung im Lande den zu
ständigen Stellelt überlassen und sich
nicht als die Vigilanten versuchen.
Also: Lieb' Vaterland, magst ruhig
sein!
Die jahrtausendealte Legende vom
Trojanischen Pferd erlebt eine neue
Auflage. Der demokratische Volks
vertreter Martin Dies von Texas er
weist sich in einem soeben erschienenen
Buche „The Trojan Horse" als mo
derner Laokoon und lixmtt wieder
holt und eindringlich vor der fommu
nistischen Gefahr in unsenn Lande,
welche unsere Regierung iiitb die Exi
stenz lütterer Republik bedroht. Jtt
seinem Buche veröffentlichte Martin
Dies die Resultate seiner zweijähri
gen Untersuchungen über imamerifa«
nische Umtriebe und behauptete u. a.,
daß sich die Kommunisten ungeheure
Patronage und einen machtvollen
Einfluß in der Bundesregierung zu
verschaffen verstanden haben. Mit
unerbittlicher, ätzender Kritik, weist er
auf die Tatfache hin, das diese Wühl
und Itmsturzarbcit der Kommunisten
unter den Augen und mit Dnldung
hoher Regierungsstellen jahrelang un
gestört vor sich gegangen ist.
„Wenn wir bedenken", so schreibt
Dies in seinem Bliche, daß die Kom
munistische Partei nichts weiter ist als
eine vom Ausland kontrollierte Ver
schwörung zur Vernichtung unserer
RcgicriuigSform, muß man wahrhaf
tig das Eindringen von Stalinisten
im amtlichen Washington als einen
der größten politischen Skandale in
der amerikanischen Geschichte anse
hen."
Dies behauptet in seinem Bliche,
daß die „kommunistischen trojanischen
Pferde" es vor allem auf die ameri
kanische Jugend, die Arbeitslosen und
die Neger abgesehen haben, daß sie
aber auch in die Arbeitergelverkschas
ten und bis in die Regierung vorge
drungen seien.
„Ilm der Sache ein unschuldiges
Aussehen zu geben", sagt Ties, „hät
ten Gruppen von ,trojanischen Pf er
den' hochstehende amerikanische Per
Iönlichfciten als Redner eingeladen.
„Infolge des ungeheuren Prestiges,
das ihre Befürwortung ihnen verlieh,
ist die erste Dame des Landes eine
ungeheure Acquisition für die Orga
nisationen der trojanischen Pferde dee
Kommunistischen Partei gewesen",
fährt Dies fort. „Dem, Beispiele des
Weißen Hauses folgend, haben Ka
binettsbeamte ihr Teil dazu beigetra
gen, einigen kommunistischen trojani
schen Pferden Einfluß zu verschaffen.^
Dies führt Jnnensekretär Jckes,
Generalanwalt Jackson, den früheren
Landwirtschaftsfekretär und jetzigen
demok ratischen Vizepräsidentschafts
Kandidaten Wallace unter denjenigen
an, die für „trojanische Pferdegrup
Pen" geschrieben oder von ihnen ge*
sprachen haben.
Die WPA bezeichnet Dies als ,die
(Fortsetzung auf Seite 12)

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