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Ohio Waisenfreund. [volume] (Pomeroy, O. [Ohio]) 1874-1953, January 29, 1941, Image 2

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Mitten im Lärme des Krieges der
5ftentlid)te der mit Recht berühmte
Herdersche Verlag das aufjchhiBreiche
'Buch des Pater Joseph Albert Otto,
S.J., „Kirche im Wachsen. 400 Jahre
^Jesuitenorden im Dienste der Welt
!''mission.". Ein eigenes Kapitel wid
met der Verfasser der Schrift den
deutschen Jesuitenmissionaren des 17.
und 18. Jahrhunderts, über die man
im allgemeinen trotz Pater Huonders
trefflicher Monographie über diesen
Gegenstand nicht genug unterrichtet
ist. Die Gründe dafür deutet Pater
Otto an: Hinter ihnen stand keine er
obernde Weltmacht, die den Taten der
deutschen Missionare eine glänzende
Folie zu verleihen vermochte. Pater
Joseph Albert Otto, S.J., berichtet:
Jahrhundertelang hat Deutschland
gezaudert, mit andern Völkern in
Wettbeiverb um die Erschließung der
micntdecfteit Welt zu treten. Abge
sehen von den kolonialen Versuchen
der großen Augsburger Handelsfirma
der Welser während des zweiten Vier
tels des 16. Jahrhunderts in Vene
zuela, den Kolonial- und Handelsun
Vernehmungen des Großen Kurfürsten
an der westafrikanischen Küste im 17.
Jahrhundert und andern, unbedeuten
denBestrebungen, war das politische
Denken und Handeln in Deutschland
damals ganz kontinental eingestellt.
Die deutschen Jesuiten konnten sich da-
Ein Wcltqebets-Krenzzng für Glan
benscinhcit
(Fortsetzung von Seite 1)
der Kirche zurückrufen und alle 11
iv
gläubigen z. Lichte des Evangeliums
führen wollest, wir bitten dich, erhöre
uns." Verdoppelt euren Gebetseifer
in der kommenden Gebctsoktav vom
18. bis 25. Januar, in der ans allen
Ländern ein Gebetssturm zum Him
znelbi aust, um den Herrn anzuflehen,
er möge in feiner unendlichen Güte
die Einheit der Kirche erhalten und
stärken, alle Nichtkatholiken und Nicht,
christen ober in das Heiligtum der
einen Kirche einführen, das von den
Strömen der Wahrheit und Gnade
durchflutet wird.
Unterstützt euer Gebet durch Ab
tötung. Opfert die Leiden, die Gott
euch gesandt hat, in apostolischer Liebe
für die Ausbreitung des Gottesreiches
•mf. Und lvenn ihr großmütig sein
wollt, dmtit übt auch freiwillig Abtö
tungen, um Gnaden auf alle Irrenden
-herabzuflehen. Wie Christus die Er
lösung am Kreuze in unermeßlicher
Ciml vollendet hat, so habt auch ihr
die Ehre und die Freude, durch gedul
diges, liebendes Leiden mit ihm an
der Entsündigung und Heiligung der
Menschheit zu arbeiten. So kann das
.Krankenbett ein Golgatha werden, von
dem sich Ströme der Gnade in die
Menschheit ergießen: so kann jede Ab
Rötung zu einein Kreuz emporwach
-sen, an dem kostbare Früchte des Hei
les für uns und andere gedeihen. Die
Leiden, die wir aus Liebe zu Gott
geduldig ertragen, die Abtötungen,
die wir für Gott großmütig üben,
sind ein herrliches Opfer, das sich mit
dem unendlich wertvollen Opfer un
seres Heilandes vereinigt und durch
ihn Früchte des ewigen Lebens her
vorbringt. Gebet und Opfer sind
gleichsam zwei goldene Schalen, aus
denen der Duft brennenden Weih
roitchs emporsteigt, und die sich dann
mit dem Tan des Himmels füllen.
Auch fie Mren deutsch!-
rum nicht wie ihre portugiesischen,
spanischen und französischen Mitbrüder
im eigenen Kolonialraum missisnarisch
betätigen. Aber ihr Wirken in Heber
see, das als Missionsarbeit zunächst
der Ausbreitung des Christusglaubens
und Christuslebens unter den srenv
den Völkern diente, war der Heimat
nicht verloren. Haben doch die dent
schert Jesttitenmissionare des 17. und
18. Jahrhunderts als Träger der er
sten starken Kulturwelle deutschen
Geistes zu gelten, die damals über die
neuentdeckten Länder dahinging.
„Wenn das deutsche Volk mich seit
der überseeischen Ausbreitung der
weißen Rasse über die Erde nie ein
Eroberervolk im Sinne anderer Ko-
Wegen desKrieges ist der „Fly
ing Priest", Rev. Paul Schulte, O.
M.J., behindert in seinen Missions
slügen nach dem kanadischen Nor
den. Unterdessen hat er seine Tä
tigkeit als Pfarrer einer kleinen
Pfarrei in Wagner, S. Dak., über
nommen. Obschon er der Gründer
lonialvölker war, aus geistigem Gebiet
hat es stets in des Wortes schönster
Bedelltlliig in der vordersten Front
der Eroberer gestanden ... Deutsche
Missionsarbeit hat sich... im selbst
losen Dienst an der Menschheit unter
fremder Oberhoheit eingeschaltet...
Diese deutsche Missionsarbeit ist eine
Kulturleistung ersten Ranges." Deut
sche Sendboten kämpften „als mibe
kannte Soldaten christlicher Gesittung
und Bildung auf der ganzen Welt für
den Fortschritt der Menschheit" gegen
heidnische Entartlmg (Paul "Ritter).
lliid das ist vieleil unbekannt, deut
scheu Jesuiten gebührt das Verdienst,
durch ihr missionarisches Wirken den
ersten großen Schritt deutscher Kul
turgeschichte über die Ozeane hinweg
in die weite Welt geteilt zu haben. In
den deutschen Jesuiteumissionaren des
17. und 18. Jahrhunderts vereinte
sich urdeutscher Drang in die Ferne
und urchristlicher Missionswille zn
weltumspannender Knltnrtat.
Der „fliegende" Missionar: Rev. Schulte
Der weltmissionarische Wille der
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Schon der erste deutsche Jesuit, der
hl. Peter Canisius, wünschte in die
Mission zu gehen, wie er 1548 an
den hl. Ignatius schrieb. Aber noch
waren die spanisch-portugiesischen
Missionsgebiete nicht so iveit entwic
kelt, daß man dort fremdländische
Missionare benötigt hätte. Die unge
heure religiöse Krise und Seelsorgs
not, dieals Folge der „Reformation"
die deutschen Lande heimsuchte, ver
langte die ganze Hingabe der deutschen
Jesuiten in der Heimat. Doch schon
der MJVA, einer Organisation,
welche über 300 Automobile und
Flugzeuge in den Dienst der Mis
sionare gestellt hat, ist, so besitzt er
persönlich keinerlei Flugzeug.
Obiges Bild zeigt Rev. Schlüte am
Flugzeug allf feiner letzten Fahrt,
nach den nordkanadischen Missionen/
in diesen Jahren fehlte es nicht an
Bittgesuchen deutscher Jesuiten um die
Sendling nach Uebersee. Aber vor
1611 ist mir ein deutscher Jesuit be
kannt, der in die Missionen fuhr:
Pater Johann Hermes aus Hamburg.
Er gillg nach Brasilien.
Erst 1616 er folgte die erste Ein
ladung des Ordensgenerals um deut
sche Jesuitenmissionare: Sie wurde
mit großer Freude anfgenommen. Alts
dent Studieiihaus in Ingolstadt, das
die erstell vier Missionare stellen sollte,
schrieb damals ein junger Jesuit an
den General in Rom: „O ewig deilk
würdiger Tag! Die Obern mußten
bezüglich der Regel des Stillschwei
gens ein Auge zudrücken, damit die
überströmenden Gefühle des Herzens
einen Ausweg fanden. Keiner konnte
mehr ein Buch, anrühren, keiner dött
gewohnten Geschäften nachgehen, kei
ner sich ruhig verhalten. Ein Gedan
ke beherrschte alle. Ein Wort war in
aller Munde. Eines beschäftigte alle:
die unfaßbare Wohltat, die durch die
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Oh»« Waisenfre«nb Mittwoch, %en TN. Jan»ar 1941
deutschen Jesuiten stand'dem der aus
ländischen Mitbrüder nicht nach. Man
vergaß in deutschen Ordenshäusern
nicht, daß der hl. Franz £nver gerade
flämische und deutsche Missionare für
Ostasien als besonders tauglich erbe
ten h«tte.
5 W S
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Aussendung jener glücklichen vier MW»
brüder unserer Provinz zuteil gewor
den ist.''
Diese begeisterten Worte waren der
Ausdruck des Missionswillens dt?
deutschen Ordensjugend jener Zeit.
Noch heute besteht eine, allerdings IUI
kenhafte, Sammlung von Bittbriefe»
deutscher Jesuiten utn die Sendung in
die Missionen. Sie zählt für die Iah«
re 1612 bis 1740 nicht weniger als
24Ö0 Briefe von über 1000 Bittst^l
lern. Unter diesen waren Name» von
gutem Klang in der deutschen Geschich»
tc. Im Jahre 1617 schrieb der 26jäh
rige Friedrich von Spee, der künftige
Bekämpfer des Hexenwahns und Sän
ger der unsterblichen „Trutznachti
gall", dem Ordensgeneral von seiner
großen Missioiissehlisllcht, die ihn
schon seit frühester Kindheit beseelt
habe. Der Missioilswuusch habe ihn
in die Gesellschaft Jesu geführt/Durch
das Schreiben des Generals um deut
sche Missionare sei eine „alte Herzens
wtutde" wieder ausgebrochen. „Wäh
rend ich nun überlege, welches Talent
ich für die indische Mission besitze, kann
ich nur eines finden: daß ich vom ei
sten Anfang meines geistlichen Lebens
nichts anderes deuke und wünsche, afö
aus Liebe zum Gekreuzigten viel, sehr
viel zu leiden mid von allen Dingen
unter der Sonne iitib dem Monde
nichts zu besitzen und zu erstreben.
Auf den Knien schreibe ich dies und
bitte bei der Liebe Christi um die Er
laubnis, dorthin zu gehen, wo mein
Herz ist." In seinem „Güldenen Ta
gebuch", das in dem großen Leibnitz
eilten warmen Bewunderer fand,
klingt seine Missionssehnsucht wider
in den Versen:
O Gott und Herr, wie wollt ich gern
Für dich mein Blut vergießen.
Auch übers Meer» nichts'' ist zü
fern,
Das je mich sollt' verdrießen!
(Schluß folgt)
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v."
Herzliche Bitte eines dentschen
Missionars
In einer kirchlich blühenden, aber
armen, gut katholischen Pfarrgeniein«
de in Paraguay, Südamerika, fehlt
dringend ein ganz bescheidenes Kirch,
leilt. Da es sich durchweg um ärmste
Landbevölkerung handelt. (es sind
außer Paraguayer auch deutsche, pol
nische, russische und andere gute Ka
tholiken vorhanden), wird um die
gütige Mithilfe der so oft bewährten
katholischen Glanbensbrüder und
Schwestern aus U.S.A. gebeten. Jede
auch die allerkleinste Gabe die
in einem gewöhnlichen Briefe auf
ineine volle Verantwortung gesandt
werden kann, nimint der unterzeichne
te deutsche Pater dankend entgegen.
Quittung wird sofort erteilt.' FZx
die edlen Freunde nnd Gönner der
geplanten Heilig-Kreuz-Kirche wird
monatlich der Segen einer Heiligen
Messe aufgeopfert. Gütige Gaben und
Zuschriften mögen Sie bitte richten
an:
Unerklärlich
Der kleine Georg: „Mama, warum
hat Papa kein Haar'auf dent Kops?"
„Weil er sehr klug ist und viel
denkt."
„Wanmt hast du denn so viel?"
„Geh' und mach' deine Ausgaben."
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Entered! *8 Seeend Clus Matter October 5, 1913, at the Pest OÄce at Columbus. Ohio, ander the Aet ef March 8. 1879 Acceptance for mailing at special rate of postage provided in section 11M.
Act ef October 8. 1917 authorised December 14. 191«. Publication OÄce. 33 Warren SC, Cola i» bus. Ohio. Published weekly en Wednesday. Send Notice Per* 257» to Wer thing toe. Ohio.
C.-St. d. C.-V.
Revd. Padre, Don Jose Kreusser,
S.V.D., Coronel Bogado (Para
guay), South AnieiUa.

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