OCR Interpretation


Ohio Waisenfreund. [volume] (Pomeroy, O. [Ohio]) 1874-1953, August 27, 1941, Image 2

Image and text provided by Ohio History Connection, Columbus, OH

Persistent link: https://chroniclingamerica.loc.gov/lccn/sn91069201/1941-08-27/ed-1/seq-2/

What is OCR?


Thumbnail for

f1^-
fj*U
W
f8
ä"
U
li
V
Hie Arche vor der drohenden neuen
Wintslut. Aber er fand kaum mehr
Gehör als der erste Noe. Die Chri
stenheit hörte von der Enzyklika, las
sie vielleicht sogar und sprach von ihr,
aber realisierte ^'ie nicht oder sehr un
vollkoininen.
Tie Sintflut kam. Diesmal nicht
die von Wasser, sondern die von Blut..
Als man das. silberne Jubiläum der
sozialen Enzliklika begehen konnte,
waren die Völker des Abendlandes
Mitten in den Schrecken des ersten
Weltkrieges. Der erste Weltkrieg war
eine Warnung vor noch schrecklicheren
Dingen. Aber die soziale Bekehrung
font nicht, weder in Europa noch in
Amerika, weder in Spanien noch in
Polen, weder in Frankreich noch in
Deutschland, weder England noch
j« Italien.
Man schüttete dann und Ivan« ein
Älas Wasser sogenannter sozialer Re
formen in das überall lodernde Feuer
des Klassenhasses, aber man brachte
den Mut nicht auf zu radikaler Neu
«rdnung. Und jetzt, wo wir das gol
dene Jubiläum begehen, stecken wir
im zweiten Weltkrieg und der zweite
Weltkrieg ist dje Sintflut des Feuers
vom Himmel, z
Der soziale Krieg entsteht ans den
Hleichen Ursachen wie der Krieg über
haupt. Der Moderne betrachtet, wie
Nr. W. Förster einmal ausführt, den
Krieg als einen seurigen Meteor, der
aus
einer anderen Welt in unsere
menschliche Sphäre fällt. In Wider
spruch mit allen Bedingungen unseres
Lebens, mit allen Einsichten unserer
Vernunft und allen Regungen unse
res
Herzens, kurz als etwas, das im
Grunde nichts mit uns zu tun hat.
In Wirklichkeit muh man sagen:
Der Krieg, der soziale Krieg und der
Krieg überhaupt, das sind wir selber.
Der Krieg ist nur die Ossenbarung
unseres wesentlichen Wollens und
Treibens und aller Konsequenzen, die
daraus folgen. Friede ist leider nur
tiit
vorübergehender künstlicher Zu
stand, iit dem uns eine zeitlang die
Folgen unseres Seins und Denkens
Und Wollens erspart werden. Der
'Krieg ist das legitime Kind der mo
dernen Menschheit, mögen wir uns
auch noch so sehr bemühen, die Vater
schast zu verleugnen.
Der soziale Haß und seine Brüder,
der wirtschaftliche und der Politische
Haß, ist die große alles beherrschende
Tatsache des Menschenlebens auf Er
den. Drei sind's, die Zeugnis geben
ihn Himmel: Der Vater, der Sohn
»nd der Hl. Geist und diese drei sind
tins. Und drei sind's, die Zeugnis
'"Heben auf Erden: Gott, der Nächste
itnd ich und auch diese drei siud
fins. Alle Ordnung auf Erden, die
religiöse, die häusliche, die Wirtschaft-
Ilchc, die soziale, die Politische, beru
hen daraus, daß diese drei, die eins
pnd, nicht getrennt werden. Gott,
der Mensch und sein Nächster. Das ist
y a
Die Christenheit auf der Anklagebank?
Zu« J»bilii«m der Reriim Rovarum Von Prälat Robert Mäder
(S(t)ilimHid)e)
Die Christenheit feierte am löten
W?ai 1941 den 50. Jahrestag des Er
fd)ciiieit*5 der Rerum Nounritiit, des
berühmten Rundschreibens Leo des
Dreizehnten liber die Lösung der so
gitilen Frage. An diesen» Tage sitzt
bie Christenheit aus der Anklagebank
vor dein Christentum. Leo der Drei
Zehnte zeigte wie ein ziveiter Noe aus
„Sei doch
v
es aber, was man getan fak
Die soziale Frage und mtf ifir der
soziale Krieg, entsteht immer dadurch,
daß einer von den Dreien, der Mensch,
sich erhebt und sagt: Zwei von uns
dreien sind zuviel auf der Welt. Gott
ist überflüssig im Wirtschaftsleben
Der Nächste ist nur soweit nötig als
er willens ist, mir zu dienen. Im
Mittelpunkt des Wirtschaftsprozesse?
steht nicht Gott und nicht der Nächste,
sondern das Ich. Aller Kamps und
Krieg geht hervor ans dem Egoic
mus, also aus der Erhebung des Ich
gegen Gott und gegen das Du. Aus
der selbstsüchtigen Rücksichtslosigkeit
des Menschen gegen alles andere.
Die Lösung der sozialen Frage ge
schieht deswegen nur dadurch, daß der
Eine und Einzige wieder an den über
ihm und an den neben ihm glaubt.
An Gott nnd an den Nächsten. Die
soziale Frage muß uns wieder in al
lererster Linie eine religiöse, in zwei
ter Linie eine moralische und erst in
dritter Linie eine wirtschaftliche Fra
ge sein. Man muß also die Dinge,
die auf den Kopf gestellt worden sind,
wieder auf die Füße stellen. Was
unten ist, das Materielle und Tech
itische, das Organisatorische und Fi
nanzielle, soll wieder unten sein. Was
Mittelpunkt ist, die Seele, das Herz
und der Magen des Nächsten, soll wie
der Mittelpunkt der Wirtschaft wer
den. Und was oben ist, Gott der
Schöpfer, der Gesetzgeber und das
Ziel der ganzen Wirtschaftsordnung,
soll wieder oben sein. Jeder andere
Lösungsversuch wird zum vorneherein
dent Fluch der Unsinnigkeit
Un­
fruchtbarkeit verfallen.
Die Haupt- und Erbsünde der mo
deinen liberal-kapitalistischen Wirt
schastsordnung tvar ihr Abfall von
Gott und damit ihre Gesetzlosigkeit
und Morallosigkeit. Man behauptete,
daß das Geschäft jenseits von gut und
bös stehe und darum mit Religion
nichts zu tun habe und an die zehn
Gebote und das Evangelium nicht ge
blinden sei. Der einzige Gesichtspunkt
sei der Gewinn. Gut sei, was kauf
männisch ist, schlecht,
was
nicht rov
tiert.
Man machte darum alles, was man
wollte, vorausgesetzt, daß man es
konnte. Man baute einen babyloni
schen Turm des Völkerreichtums und
man vergaß das Fundament. Man
vergaß, daß es kein Geschäft gibt, fei
nen Arbeitsvertrag, keine kaufmänni
sche Angelegenheit, keinen Bankvorfall
irgendwelcher Art, der nicht an die
Gebote Gottes, besonders das erste
und dritte, das fünfte und siebente
und achte gebunden ist. Die Wirt
schast war gottlos. Denn es gibt nicht
nur einen gottlosen Kommunismus,
sondern auch einen gottlosen Kapita
lismus. (Schluß
folgt")
Fr'chchen
still, Junge",
sagte die
Mutter zu dem kleinen Fritzchen, Itxih
rend sie an ihm die unangenehme
Prozedur des Haarkämmens vor
nahm. „Hast du mich jemals so
schreien hören, wenn mein Haar ge
kämmt wurde?"
„Nein", entgegnete der kleine Ben
gel, „aber dein Haar
ist auch
fest gewachsen am Kopf."
nicht
n' .I'll" iiP^frix "-p-
& Ohio Waisen fre«»b Mittwoch, de» 27» August 1941
.v
Seit langen Jahrzehnten hat das
heidnische Japan in ungemein zuvor
kommender Weise den katholischen
Missionaren die vollste Freiheit ge
währt, ja sogar dieselben unterstützt.
In kluger Berechnung haben die Ja
paner das segensreiche Wirken der
katholischen Missionare und Ordens
schwcsterii anerkannt und dei'en Kul
turarbeit unterstützt.
Die japanische Regierung
Heren Verbuchen ist u. erst int Jahre
1938 gelungen, einem Gesetzestext
von 37 Artikeln eine Art „Magno
Charta" des japanischen Kirchenrech
tes zu kodifizieren. Die Vereinheit
lichung so vieler Gewohnheiten, Rechte
und Privilegien der in Lehre und
Geschichte so verschiedenartigen Reli
gionsgemeinschaften tvar keine leichte
Aufgabe, galt es doch den traditionel
len Glauben der Japaner nicht zu
verletzen und zugleich die Entwicklung
neuer geistiger Orientierungen zu
fördern. Man braucht dabei nur an
die zahllosen Sekten der beiden tra
ditionellen Religionen Japans (Schin
toismus und Buddhismus) sowie an
die jüngste Ausbreitung des katholi
schen. orthodoxen und protestantischen
Christentums zu denken, um die
Schwierigkeit«» des Gesetzgebers, zu
verstehen.
Aus den 37 Artikeln des eingangs
erlvähnten Gesetzes geht vor allem
hervor, daß der japanische Gesetzgeber
von der Definition des Begriffes „re
ligiöse Organisationen" (Schukyo
Dantai) ausgeht. Darunter versteht
er jede Vereinigung von Gläubigen,
die sich zum Bekenntnis eines reli
giösen Glaubens und zur Betätigung
eines Kultus organisiert haben. Die
„religiöse Organisation" unterscheidet
sich von der „religiösen Gesellschaft"
die letztere besitzt alle Merkmale der
ersteren, es fehlt ihr aber die Aner
kennung des zuständigen Ministe
riums oder der Präsektur.
Die Religionen werden in fünf
Gruppen eingeteilt: Shinto-Sekten.
buddhistische Bekenntnisse, christliche
Bekenntnisse, Tempel und Kirchen.
Die christlichen Bekenntnisse werden
also juristisch grundsätzlich den Schiit-
I
t.?
Die gesetzliche Anerkennung der christliche« Religio«
in Japan v
Hat
nun
vor kurzem einen Schritt unternom
men, welcher der katholischen Tätigkeit
noch weiter entgegenkommt und der
selben einen noch bessern Stand ver
leiht. In Tokio wurde von der japa
»tischen Regierung ein Dekret veröf
fentlicht, das der katholischen Kirche
im Mikadoreiche die Rechtspersönlich
feit verleiht.
Dieses Dekret bedeutet die Anwen
dung des grundlegenden japanischen
Gesetzes über die Kontrolle der reli
giösen Organisationen (Schukyo
Dantat Hoaii) vom 10. Dezember
938, das von der 75. Session des
kaiserlichen Landtages angenommen
worden war. Nach verschiedenen srü-
BUY
V
"t
to- und oen buddhistischen Bekenn^
nissen gleichgestellt, obwohl die groß«
Mehrheit des japanischen Volkes
42 Millionen Budhisten und 17 Mil
lionen Shintoislen, aber nur 120«^
000 Katholiken den beiden große»
heidnischen Bekenntnissen angehört
Bis zum Jahre 1938 hatten die ja
panischen kirchlichen Gesetze nur vojl
den Buddhisten und Schintoisten gG
fprochen, wahrend das nicht namens
lich aufgeführte Christentum unter
allgemeine Kategorie „Uebrige Be«
kenntnisse" fiel.
Das Gesetz von 1938 legt überdies
die Bedingung fest, unter denen dm.
religiösen Organisationen die gesetzt
licheliche Anerkennung erlangen. Sind
diese Bedingungen vorhanden, so gö*£r
währt der zuständige Minister die juM
Vistnche Anerkennung. Hauptwirkung^'
dieser Anerkennung ist die A»erfett*,
nuiig des kirchlichen Eigentums und:'
die Befreiung desselben von jedetC
Staats- und Gemeindesteuer, lieber
dies erhalten die religiösen Organi
sationen dadurch die Eigenschaften ei
ner juristischen Person. Bis dahin be
saßen nur die buddhistischen Tempel
„de jure" die Rechtspersönlichkeit
das Gesetz von 1938 bestimmt nun,
daß der Staat nicht nur den Schinto
Sekten, sondern auch den christliche»
Gemeinschaften die juristische Persöiv»
lich feit zuerkennen „fann". Dies ist v
nun mit Hem eingangs envähntet^.
Defret für die katholische Kirche ge»-'
ichchen.
Diese Anerkennung bedingt zwar
eine gewisse Kontrolle 'sie hat abee
auch eine Reihe von Vorteilen. DiesA
beschränken sich nicht aus die Staats
garantie der Kirchengüter, sondern
erstrecken sich aus einen viel tveiteren
geistigen Bereich. Gegenüber den tra
ditionellen Vorurteilen, die das Chru»
stentiint als eine abendländische, des
potischen Interessen des A beni Inn**
des dienstbare und den geistigen Be
strebungen des Orients feindliche Re
ligion betrachten wollen, stellt die
Anerfenitiing eine bedeutende Stär
fiutg der Stellung der katholischen
Missionen dar. Viele erhoffen, daß
dieser Entwicklung als Krönung dif .*
Herstellung immer engerer offizielles
Beziehungen zwischen dem Hl. (ptuhf
und dem japanischen Reich folgen
werde. y
Der. Welt wurde s. Z. die Nachricht
vorbehalten —i eben weil es eine ka
tholische Aktion war daß es Papst
Pius der Elfte war, der zwischen Per«'"
und Ecuador vermittelte.
je
1
v
Der „Osservatore Romano'1
flärt, anschließend art einen Berichs
über den Waffenstillstands Abschluß
zwischen Peru und Ecuador:
müssen uns der Arbeit erinnern, die"
der Papst für eine freundschaftlich^..
Beilegung der Feindseligfeiten zw$
scheu Peru und Ecuador leistete.
nommen."
1
„Wit
Der
Papst setzte sich direkt mit den Prä
sidenten von Peru und Ecuador irr
Verbindung, wie mit den Regierungen
von Argentinien, Brasilien und de*1
Ver. Staaten. Die Nachricht von denß"
Waffenstillstand wurde vom H&",r
Stuhl, der stets zur Friedenserhat
tttttg unter den Nationen arbeitet,
mit großer^
Genugtuung entgegenge­

burnl ae 8km« Clae Matter October S. 1913. at the Pest OBrt at C#l»»fcee. OM«, n4*r U* Act *i Marth 8. 1879 Aeee»la»#e f»' Ute Uta* at »peeUl rate »eetage pntiM ta» eeetie» UM
Ül el October I. 191? •etherised December 14. 1918. Poblicetie* OSee. 32 Warren St.. Cele «bus, Ohle. Published every We*»ewiay. Send Netlce Feral 3678 to Werthingte*. Ohle.
BONDS
AND STAMPS
UNITED
STATES
SAVINGS

xml | txt