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Ohio Waisenfreund. [volume] (Pomeroy, O. [Ohio]) 1874-1953, February 04, 1942, Image 7

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Mittwoch, belt 4. Februar 1942
Als der gottliche Welterlöser feilte
Kirche hier auf Erden gründete, als
er Petrus uud dessen Nachfolgern die
Dauer und freit Fortbestand der Kir
che bis zum Ende der Zeiten der
sprach, sagte er ihnen auch die Leide»!
.und Verfolgungen voraus, die ihm,
dem Meister, nicht erspart blieben.
Wie er bis zum Tode gehaßt und alls
Kreuz geheftet worden, so wurden
seine Apostel gemartert. Durch drei
Jahrhunderte hindurch suchten Heid
tusche Kaiser das Christentum in Blut
zu ersticken. Die 29 Päpste, welche
dein hl. Petrus folgten bis zum Jahre
310 werden Me als Märtyrer der
ehrt.
Während einerseits durch Gottes
Zulassung die Kirche von aller All
sang an Verfolgungen zu erleiden
hatte, berichtet die Geschichte von auf
fallend schrecklichen Strafgerichten,
welche die Kirchenverfolger ereilten,
insbesondere diejenigen, welche sich all
der Person des Papstes vergriffen, so
daß das Sprichwort: „Wer vom
Papst frißt, berstet daran" durch alle
Jahrhunderte sich bewahrheitete. Der
Erste, den die verdiente Strafe er-
eilte, war Herodes Agrippa, welcher
den HI. Petrus, den ersten Papst, hat
te gefangen nehinen lassen, um sich die
Gunst der Juden zn erwerben. Pe
trus aber wurde durch einen Engel
aus dem Kerker befreit, Herodes be
gab sich nach Cäsarea, und dort über
siel ihn plötzlich eine schrecklicke
Krankheit und nach fünf Tagen gab
er feinen Geist auf. Aananias und
Saphira waren die ersten, welche den
erstell Papst betrogen- und belogen,
und sie wurden lnit einem plötzlichen
Tode bestrast. Diese göttlichen Straf
gerichte erzählt uns die hl. Schrift,
hie. Geschichte der verflossenen 18
Jahrhunderte aber erzählt uns noch
viel mehr ähnliche Strafgerichte, die
Über solche Menschen kamen, welche
den Papst angriffen oder bedrängten.
Die aus der Revolution hervorgegan
gene erste französische republikanische
Regierung ließ am 20. Februar 1798
den Papst Pius den Sechsten in Rom
gefangen nehmen. Dem kalvinistischen
Ballkier Haller Doit Bern wurde auf
getragen, dem Papste dieses anzuknn
digen und ihn zur Abreise zu drän
gen. Unter großen Leiden wurde der
80jährige kranke Papst von Rom weg
geschleppt, zuerst nach Siena, dann
über die Alpe,: nach Frankreich, am
14. Juli laugte Pius der Sechste in
dem für ihn bestimmten Gefängnisse,
in der Zitadelle von Valence an. Dort
in der Gefallgenschaft starb der Mär
tyrer für die Kirche Gottes am 29.
August 1799 im Alter von 81 Jah
ren 8 Monaten und 2 Tagen. Die
Gewalthaber im frattzösifchett Direk
torium, welche dieses Verfahren gegell
Pius den Sechsten angeordnet hatten,
nahmen ein übles Ende. Barras wur
de später verbannt und starb im Jahre
1829 vergessen und verachtet. Relnbel
starb 1810 vergessen und verachtet.
Der General Berthier, welcher mit
15,000 Franzosen die Stadt Rom be
setzt hatte, damit der Papst gefangen
genommen werden konnte, stürzte am
t. Juli 1815 in Bamberg aus eutent
Fenster des drittelt Stockes im ehe
maligen fürstlichen Schlöffe, und zer
schmetterte sich das Gehirn. Der Ge
neral Carvoni, welcher Pius ben
Sechsten zur Anerkennung der römi
schen Republik aufgefordert hatte,
wurde im Jahre 1809 in einem 'Ge
fecht getötet. Am 14. März 1800
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Der Finger Gottes in der Welt- u. Kirchengeschichte
wurde Pius der Siebente in Venedig
zum Papste erwählt und zog am 3.
Juli in Rom ein. In der Nacht vom
4. zum 5. Juli 1809 drangen die
Franzosen in Rom in den päpstlichen
Palast, irnhmeit den Papst gefangen,
fetzten ihn in einen geschlossenen Wa
gen und fuhren mit ihm bis nach Sa
Dornt, wo er auf Befehl des ersten
Napoleon gefangen gehalten wurde.
Am 10. März 1814 erhielt er seine
Freiheit wieder und zog am 23. Mai
feierlich in Rom wieder ein. lieber
den Haupturheber dieser Mißhandlun
gen des Papstes Pius des Siebenten
hielt Gott ein ganz deutliches und
furchtbares Strafgericht. Napoleon,
der tatsächlich Europa beherrschte,
wurde geschlagen lind abgesetzt. Wie
er dem Papste die Stadt Rom und
den Kirchenstaat genommen hatte, so
verlor er selbst fein ganzes, großes
Als Symbol des Friedens und
der Gerechtigkeit ragt der St. Pe
tersdom in der Vatikanstadt über
Stadt und Land und über die ganze
vom Krieg zerrissene Welt empor.
Papst Pius der Zwölfte ist durch
feine Gesandten in der ganzen Welt
bemüht, alles in seinen Kräften zu
tun, unt die vom Kriege verursach*
Reich und alle seine Herrlichkeit wie
er den hl. Vater bedrängt und gefan
gen gehalten hatte, so wurde er selbst
aus der einsamen und wüsten Insel
St. Helena ein Gefangener, und muß
te dort so viele Jahre aushalten, als
er den Papst gefangen gehalten hatte,
und dann starb er in der Gefangen
schaft, während derselbe Papst Pius
der Siebente ihn noch überlebte und
in Ruhe von Rom aus die katholische
Kirche regierte. Doch Gott strafte nicht
allein den Haupturheber der Leiden
und Trübsale des Papstes Pius des
Siebenten, sondern auch seine Helfers
helfer bei der Gefangennahme des
Papstes.
Der König Murat, Napoleons
Schwager und Mitschuldiger, wurde
im Oktober 1815 standrechtlich er
schossen. Eugen Beanharnais, Vize
könig von Italien, der sich höhnisch
und übermütig gegen Pius den Sie
benten benommen hatte, starb an et
nein Schlaganfalle am 22. Februar
1824, int 44. Lebensjahre. Der Po»
lizeiminister Savary, welcher die Ge
fehle gegen den gefangenen Papst aus
führte, starb am Zahnkrebs zu Paris
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CT)to Waise«freund
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Eine Stätte, wo immer noch Frieden herrscht
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Die hochzivilisierte Welt unseres so
gewaltig „fortgeschrittenen" Jahr
hunderts schallt so gern auf die sitten
lofe und lasterhafte heidnische Welt
des Altertums herab. Wenn man aber
auch nur mit oberflächlicher Geschichts
kenntnis einen Vergleich zieht zwi
schen dem damals und heute, so kommt
matt zu dem Schlüsse, daß das mo
derne Heidentum und die heutige in
manchen Ländern nmsichgreifend«
Gottlosigkeit viel schlimmer und un
entschuldbarer ist, als sie je in der
schlimmsten Epoche der- Welt- tmd
Menschellgeschichte gewesen ist.
im Jahre 1833, nachdem er mit gro
ßer All dacht die Tröstungen der Reli
gion empfangen hatte. Cäfar Ber
thier, welcher der Kerkermeister des
Papstes Pills des Siebetlten in Sa
vonna war, starb durch einen Schlag-
teil Nöte imd Leiben zu mildern.
Eitles der vornehmsten Hilfswerke
der päpstliche» Bemühungen be
steht tu der Sorge um die Kriegs
gefangenen aller Länder, wozu der
vatikanische Rundfunk zur Ver
fügtutg gestellt worden ist. Vielen
Hunderten von Anfragen über den
Verbleib ihrer Angehörigen wird
täglich Auskunft erteilt.
anfall im Jahre' 1819 eitles plötz
lichen Todes. Der General Mol
lis, welcher die Wegführung Pills des
Siebentel! anordnete, starb plötzlich
infolge eines Sturzes vom Pferde im
Jahre 1828. Der General Radet,
welcher den Papst gefangen nahm und
wegführte, richtete später ein reuiges
Schreiben an Pius den Siebenten. Im
Jahre 181C wurde er von einem
Kriegsgerichte zu 9 Jahren Gefäng
nis verurteilt. Er starb im Jahre
1825. So zeigen uns die Tatsa
chett, daß alle diejenigen, welche an
den Bedrängnissen der beiden durch
die Franzosen gefangen genommenen
Päpste Pius des Sechsten und Pius
des Siebenten einen besonderen An
teil genommen hatten, meistens einen
unerwarteten plötzlichen Tod fanden.
Die Weltgeschichte, welche bekannt
Itch und nachweislich das Weltgericht
ist, wird in später», vielleicht nicht
allzufernen Tagen weitere Strafge
richte über das Ende der gegenwärtig
gett Kirchenverfolger zu berichten ha
ben, denn der alte Gott lebt noch,
und „es ist schrecklich, in die Hände
des lebendigen Gottes zu fallen!"
Altes und modernes Heidentum
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Man muß, wenn man das heutige
Heidentum betrachtet, zugeben, daß
die alten Heiden mehr Religion und
sittliche Größe besaßet,, als unsere
modernen Heideil. Die Heiden der
Antike waren keine Gottesleugner.
Sie besaßen Religion und verehrten
eilt höheres Wesen. Aus zahlreichen
Religionsdisputen und Prozessen der
damaligen Zeit geht hervor, daß z. B.
in Griechenland die attischen Bürger
alle Machtmittel des Staates gegen
die sophistische Aufklärung anwand
ten. Auf Gotteslästerung. Lengnung
der Götter, Verstümmelung eines
Götterbildes stand die Todesstrafe.
Beispiele von Hinrichtungen wegen
Asebeia (Gottlosigkeit) finden sich in
großer Zahl in der griechischen Ge
schichte. In Rom fand schon im Laufe
des fünften Jahres gegen sittenlosen
Lebenswandel von Männern und
Frauen ein kriminelles Verfahren
statt. Das Jntt der Zensoren, die an
stößige Handlungen anzuzeigen hat
ten, wurde schließlich das bedeutend
ste unter allen römischen Gemeinde
ämtern. Um noch deutlicher darzu
tun, wie diese alten römischen Heiden
Ehre, Familie, Kindererziehung und
Sittlichkeit auffaßten, sei nur er
wähnt, daß das römische Sittenamt
sich erstreckte auf Vergehen im häus
lichen Leben, wie leichtsinnige Verlo
bung und Eheschließung, schlechte Auf
führung in der Ehe, schlechte Kinder
erziehung, Härten gegen Sklaven und
übertriebener Luxus, ferner auf ta
delnswertes Benehmen im öffentli
chen Leben, wie Bestechlichkeit, Betrug,
Mord u. dgl. Ferner Maßregeln in
Bezug auf Institutionen, welche die
Moral der Bürger gefährdeten. Das
alles beweist, daß der antike, söge
nannte heidnische Staat eine höhere
Auffassung und cht feineres' Gefühl
für die Lebensgesetze der Gesellschaft
hatte als der heutige neuheidnische
Staat der totalitären Länder und
ganz besonders des Nazistaates, der
nicht nur keine Religion und Sitt
lichkeit duldet, sondern sie sogar ver
folgt.
In den alten heidnischen Staaten
erfreuten sich die Bürger einer grö
ßern Freiheit, als z. B. im Nazistaat
und in den von den Nazi kontrollier
ten Ländern, wo dem Bürger keine
freie Meinungsäußerung, nicht ein
mal ein freier Gedanke ungestraft ge
stattet.ist. Wenn was Gott ver
hüten möge —»der neuheidnifche Na
zismus die Oberhand in Europa ge
winnen sollte, würde der alte Konti
nent tit ein fürchterliches Barbaren
tum oder in eine nie dagewesene
Anarchie versinken.
Mann mit zugeknöpften Taschen,
Dir tut niemand was zulieb:
Hand wird nur tum Hand gewa
schen
Wenn du nehmen willst, so gib!
Die Kardinäle und Erzbischöfe der
besetzten Zone Frankreichs haben eine
Spezialkominission für die Reform
und die Verbreitung des Katechismus
unterrichts eingesetzt. Dieselbe hat für
alle Unternchtsstufeit das Programm
und die Methoden des Katechismus
Unterrichtes festzulegen. Diese Kom
mission, die der Katholischen Aktion
Frankreichs eingegliedert wird, ist
vom Erzbifchof von Ronen präsidiert.
Sie wird sich in besonderer Weise auch
mit der Ausbildung von Katechisten
befassen.
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