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Ohio Waisenfreund. [volume] (Pomeroy, O. [Ohio]) 1874-1953, July 29, 1942, Image 1

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GNo
Herausgegeben vom Päpstlichen Collegium Josephinum. Preis für ein
Zu den unausblieblichen Folgen
des Krieges zählt die beständig wach'
sende Abnahme der Studenten in den
kleinern Colleges, vor allem solcher,
die von Kirchengemeinschaften unter
fti'cht werden. Das Hauptproblem ist
innner geringer werdender Besuch, da
die jungen Leute im Heere und in
der Flotte gebraucht werden. Natur»
gemäß nehmen die finanziellen Ein
fünfte und Unterstützungen ab. Inn«
ge Mädchen, die normalerweise das
College besuchen würden, nutzen die
guten Gelegenheiten im Geschäfts!?
den aus und verzichten miss Studium.
Doch ist Ralph Waldo Lloyd, Ret«
tor des Maryville, Ten-, College den
Ansicht, daß wohl einige der kleine
reit Anstalten durch finanzielle
Schwierigkeiten zum Schließen ge
zwungen werden mögen, „daß aber
die meisten, selbst schwach fundierte,
die Krise überstehen würden.
„Ich prophezeie", fuhr er fort,
„daß weniger schließen werden, als
man nach einer allgemeinen Anlyse er'
warten könnte. Die Vergangenheit
zeigt, daß ein selbst finanziell schwa^
ches College rein durch schieren Le*
benswillen und örtliche Zähigkeit sich
durchzubringen vermag.
Die Einführung von Kriegsseme
stern ermöglicht es, daß der vierjäh-
rige Studienplan in drei Jahren be*
wältigt Werden kann. Dies wird je
doch von den Leitern der kleinen Col
leges verschiedentlich aufgefaßt. Rek
tor Fred C. Wiegman von Midland
College, Fremont, Nebr., befürchtet»
daß die Kriegskurse die Finanzen arg
in Mitleidenschaft ziehen werden, da
höhere Gehaltsausgaben notwendig
sind. Während des Revolutionskrie^
geo waren Harvard, ?)ale, Kings
jetzt Columbia und andere höhere
Schulen gezwungen, aus dem glei
then Grunde zu schließen. Er schlägt
vor, daß die Kirchengemeinschaften
monatliche Beiträge und Extrabewil
ligüngen stiften.
„Wortklauberei hat keinen Zweck",
erklärt er. „Entweder leisten die Kir*
chen den Colleges schnelle und grimd*
liehe Hilfe, oder die Geschichte wird
sich wiederholen und die christliche hö
here Ausbildung, wie wir sie kennen,
von den Kirchen in andere Hände
übergehen."
Andererseits hält .Ae Universität
von Tulsa, Okla., das 'Kriegsfeme
ster für eine wundervolle Einrichtung,
„die das Leben der kleineren (Solle*
ges retten kann, da die Studenten
dann den Besuch bis zu ihrer Einbt:
rufung aufrecht erhalten werden."
Eine ähnliche Anficht vertritt Rek
tor Thornwell Jacobs von der Ogle
thorpe Universität in Atlanta, Ga.,
der dem Wunsche Ausdruck gab, daß
die Einrichtung auch nach dem Krieg?
aufrecht erhalten bleibe. „Es hätte
schon vor langem eingeführt werden
sollen, wegen der Zeitersparnis und
der Gelegenheit, die das Kriegsseme­
Jahrgang 70 Mittwoch, den 29. Juli 1942
llnpolitifche Zeitläufte
V'-*
ster dem Studenten gibt, sich für das
Leben vorzubereiten."
Rektor I. W. Creighton v.om Hast
ings (Nebr.) College meint, daß das
kleine College viel besser durch den
Krieg kommen wird, als die große
Universität. „Nur müssen die Lehr
Pläne umgearbeitet und hinreichend
geändert werden, um solche Notmaß-
In zahlreichen, katholischen Lehr
astalten unseres Landes registrie
ren Seismographen Erdbeben und
andere Erschütterungen im Innern
nahmen ohne ernstliche Nachteile ein
zuführen.
Unter den 1,000 Colleges und Uni
versitäten, die unabhängig sind oder
von Kirchengemeinschafteii unterhal
ten werden, sagt Lloyd, sind die Ver
hältnisse recht verschieden.
„Hier ist eines, das hat 1,000
Studenten und $20,000,000 an Stif
tungen. Ein anderes mit 800 Stu
denten verfügt nur über $2,000,000
Unterstützungen. Und wieder ein an
deres, mit 300 Studenten, hat fast
gar keine Außenhilfe, sondern noch
eine Schuldenlast dazu."
Die käufliche, oberflächliche und
tendenziöse Tagespresse mochte das
Tin Familienblatt für Wahrheit und Recht zur Belehrung und Unterhaltung
V. Erscheint wöchentlich im Päpstlichen Collegium Josephinum zum Beste» der Priesterzöglinge
Jahr
Erdbeben-Registrierung
Der oben bereits erwähnte Rektor zum Presseminister. Der neue Mi
Lloyd vom Maryville» (Tenn.) Col
lege hingegen ist der Ansicht, daß
das Kriegssemester nur einer der vie
leu Nachteile im Kriege ist, wie sin
kendes Einkommen, steigende Preise,
einschrumpfende Stiftungen usw.
in den Vereinigten Staaten $2, in Kanada und allen anderen Staaten $2.50
wieder unter katholischer Regierung
stehende Spanien als faschistisch und
nazifreundlich darstellen. Volk un)
Regierung und hauptsächlich die Vi
fchöfe Spaniens haben in unzweideu
tiger Weise dem Naziheidentum oppo
niert. Generalissimo Franco versucht
sein Möglichstes, sein noch unter den
Folgen des Bürgerkrieges leidendes
Land nicht in eine aktive Teilnahme
am zweiten Weltkriege hilleinreißen
zu lassen. Charakteristisch für den
der Erde. Obiges Bild zeigt ei
nen Jesuiteupater der Marquette
Universität in Milwaukee, wie er
einen Seismographen einstellt.
neuen Kurs der spanischen Politik ist
die Ernennung von Juan Aparicio
nister ist ein glaubenstreuer Katho
lik, der seine Abneigung gegen Ro*
senbergs „Mythus des 20. Jahrhun
derts" offen ausgesprochen hat, als
dieses Buch vor einigen Monaten in
einer neuen spanischen Ausgabe er
schien. _' V
Mit sehr großer Energie hat auch
die spanische Literatur den Kampf
gegen die nationalsozialistische Jdiolo
gie und jenen Kreis von Falangisten
ausgenommen, die sie- in Spanien
verbreiten. Bereits in seinem Hirten
brief für die Fastenzeit hatte der Bi
schof von Cataitorra „die geistige Ty
rannei der antichristlichen Lügenpro
paganda" als einen Geisteszustand
bezeichnet, der eines Landes mit
Spaniens christlichen Traditionen un
würdig sei. Ihm folgte der Bischof
voll Madrid mit einer Predigt an
die spanische Jugend, in der er eine
No. n i
Wiederversöhmmg der gesamten spa
nischen Nation auf dem Boden ihrer
christlichen Ideale forderte. Professor
Charlton Hayes, der neue amerikani
sche Botschafter in Madrid, der.selbst
ein überzeugter Katholik ist, wird bei
seiner Ankunft zweifellos eine für
sein Wirken weit günstigere Stirn
mung vorgefunden haben als sie im
Vorjahr in der spanischen Hauptstadt
herrschte.
Die Gerüchte über die Annähe
rungsverhandlungen zwischen Brasi
lien und Portugal tun gleichfalls das
Ihrige, um die Spanier vor Politi
schen Schritten zu warnen, die auf
dieser Seite des Atlantik ungünstig
aufgenommen werden könnten.
Einen wohltätigen Einfluß hat die
Haltung Spaniens auch aus Generot
Petain ausgeübt welcher sich noch
immer erfolgreich wehrt, völlig un
ter das Schlepptau der Achse zu ge
raten. Ties dankt er der osfenkün
digen Abkühlung, die auf der iberi
schen Halbinsel gegenüber den Ach
senmächten eingetreten-ist. Schon seit
Wochen ließ sich erkennen z. B.
auch ans der ungemein starken Teil
nahme des Volkes an den Piozessio
neu in der Karwoche —. daß die Op
Position gegen die neuheidnischen EM
"flüsse in 'Spanien im Wachsen ist.
Hand in Hand damit geht eine neue
Vertiefung der christlichen Traditio-
Jy Afrika wird gegenwärtig ein
gute^ Stück Weltgeschichte gemacht.
In der ägyptischen Wiifte, westlich deS
fruchtbaren Niltales, wird die größte
Schlacht gefchlagen, die der afrika
nische Kontinent je gesehen hat. Mit
Kräften, die verschwindend gering
sind im Vergleich zu denen, die an
der russischen Front von beiden Sei
ten eingesetzt werden, wird in diesem
trostlosen Wüstenland unter der glü
henden Sommersonne von den Heeren
zweier nordischer Völker um eine Ent
scheidung gerungen, deren Folgen weit
über das Schicksal Aegyptens hinaus
ragen können.
Ein uralter Kulturboden ist der
Schauplatz des modernen totalen
Krieges geworden. Wie die napole
onischen Kriege um die Wende deS
18." zum 10. Jahrhunderts,' haben
auch die bisherigen beiden Weltkriege
des 20. Jahrhunderts Heere europä
ischer Eroberer in Aegypten auftauchen
sehen.
Napoleon Bonaparte erschien vor
der ägyptischen Hafenstadt Alexandria,
die zugleich eine der heiligsten Stätten
uralter Menschheitoknltur ist und nun
das nächste Ziel der Truppen Rom
mels bildet, am 1. Juli 1789. Arn
Tage danach stürmten die Franzosen
die Stadt, und am 25. gleichen Mo
nats zog der Korsikaner in Kairo ein.
Tie Vernichtung der französischen
Flotte durch die Engländer bei Abukir
(1. August 1789) machte jedoch dem
dajnaligcu Eroberertraum ein rauhes
Ende. Die Franzosen wichen schließ
lich einer gegen sie entsandten engli
schen Armee.
(Fortsetzung auf Seite 12)
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